Warum predigen Jehovas Zeugen die Rechtfertigung von Jehovas Souveränität? (Teil 2)

Die Rechtfertigung von Jehovas Souveränität?   (Teil 2)

Von Meleti Vivlon, Beroean Pickets

Zitat: Folglich haben sowohl Menschen als auch Gottes Geistsöhne das bemerkenswerte Vorrecht, durch Ihre Lauterkeit zur Rechtfertigung und Heiligung des Namens Gottes beizutragen und Jehovas Souveränität zu unterstützen.(it-2, Seite 175 – Lauterkeit)

Rechtfertigen.001Der Titel dieses Artikels mag als eine überflüssige Frage erscheinen. Wer möchte nicht das Jehovas Souveränität gerechtfertigt wird? Das Problem bei dieser Fragestellung ist seine „Voraussetzung“. Wir setzen voraus, dass Jehovas Souveränität Rechtfertigung benötigt. Es ist ungefähr so, als fragten wir: „Wer möchte nicht, dass Jehova wieder seinen rechtmäßigen Platz im Himmel bekommt?“ Die Prämisse beruht auf einer Situation, die unmöglich ist. Die Einstellung der Zeugen Jehovas, die diese Lehre predigen, mag von außen betrachtet positiv und förderlich sein, aber die Annahme, dass Jehovas Souveränität gerechtfertigt werden muss, ist eine verschleierte Beleidigung des Allmächtigen, wenn auch eine unbeabsichtigte.

Wie wir in dem vorangehenden Artikel gesehen haben, ist die Rechtfertigung der Souveränität Gottes nicht das Thema der Bibel. Tatsächlich erscheint das Wort „Souveränität“ nirgends in der Heiligen Schrift. Warum wurde dies dann zum zentralen Thema gemacht? Was sind die Auswirkungen, wenn man acht Millionen Menschen etwas irrtümlich lehrt, das Gott sie nicht aufgefordert hat zu lehren? Was steckt wirklich hinter dieser Lehre?

 

Eine falsche Weichenstellung

Im vorigen Artikel haben wir die Veranschaulichung aus dem Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt betrachtet, die in den 1960- und 70igern verwendet wurde. Sie sollte Interessierten zeigen, dass die Bibel die Rechtfertigung der Souveränität Gottes lehrt. [[1]]Ihr könnt euch vielleicht erinnern, dass am Ende des Zitats Sprüche 27:11 und Jesaja 43:10 angegeben wurden.

Jesaja 43:10 ist die Grundlage für den Namen „ Jehovas Zeugen“. „Ihr seid meine Zeugen“, ist der Ausspruch Jehovas, „ja mein Knecht, den ich erwählt habe …“ (Jesaja 43:10)

Es wird uns gelehrt, dass wir, wie in einem Gerichtsfall, Zeugen sind. Worüber gerichtet wird, ist Gottes Recht zu regieren und die Gerechtigkeit seiner Herrschaft. Es wird uns gesagt, dass wir unter seiner Herrschaft leben; dass die Organisation der Zeugen Jehovas eine wahre Theokratie ist, eine Nation, die von Gott regiert wird, mit einer Bevölkerung, die größer ist als die vieler Länder, die heute auf der Erde sind. Es wird uns gesagt, dass wir durch unseren Wandel zeigen, dass das Leben in unserer Nation „der allerbeste Lebensweg ist“, und wir Jehovas Souveränität rechtfertigen. Weil wir uns aber „ aller Dinge vergewissern“ sollten, sind wir berechtigt, diese Behauptung zu untersuchen.

Zunächst einmal: Die Worte in Jesaja 43:10 wurden zu der ehemaligen Nation Israel und nicht zu der christlichen Versammlung gesprochen. Kein christlicher Schreiber wendet sie auf die Versammlung des 1. Jahrhunderts an.

Es war Richter Rutherford, der sie 1931 auf die „International Association of Bible Students“ (Internationale Bibelforscher Vereinigung) anwandte, die den Namen „Jehovas Zeugen“ annahmen. (Dies ist derselbe Mann, dessen Vorbild-/Gegenbild-Prophezeiungen gelehrt haben, dass uns die Hoffnung, Gottes Kinder genannt zu werden, verweigert wird.) [[2]])

Durch die Annahme dieses Namens, auf der Grundlage von Jesaja 43:10, verwenden wir de facto ein Vor-/und Gegenbild, eine Methode, von der wir seit kurzem abgerückt sind. Dennoch hören wir mit dieser Anwendung bis heute nicht auf; nein, wir verwenden diesen Namen auch rückwirkend bis ins 1. Jahrhundert.

Zweitens: Wenn wir uns die Zeit nehmen, das ganze Kapitel von Jesaja 43 zu lesen, werden wir keinen Hinweis auf die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas als Grund für ein bildlich gesprochenes Gerichtsdrama finden. Gott möchte von seinen Dienern, dass sie Zeugnis für seinen Charakter ablegen. Er ist der eine, wahre Gott (Vers 10), der einzige Retter (Vers 11), der Mächtige (Vers 13), der Schöpfer und König (Vers 15). Die Verse 16 bis 20 sind historische Erinnerungen an seine rettende Kraft. Vers 21 zeigt, dass Israel gegründet wurde, um ihm Lobpreis zu bringen.

Im Hebräischen ist ein Name mehr als eine einfache Benennung, wie etwa eine Bezeichnung, um Heinz von Karl zu unterscheiden. Er bezieht sich auf den Charakter einer Person – wer er wirklich ist. Wenn wir uns entscheiden, den Namen Gottes zu tragen, kann dies unser Verhalten ehren oder umgekehrt, Schande über seine Person, seinen Namen bringen. Israel versagte und brachte durch seinen Wandel Schande auf den Namen Gottes. Darunter hatten sie zu leiden. (Verse 27,28)

Der andere Vers, der zitiert wurde, um die Veranschaulichung im Wahrheitsbuch zu belegen, ist Sprüche 27:11. Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich höhnt, eine Antwort geben kann.“ (Sprüche 27:11)

Dieser Vers bezieht sich nicht auf Jehova. Der Textzusammenhang spricht von einem menschlichen Vater und seinem Sohn. Außer dem gelegentlichen Metapher oder Gleichnis, bezieht sich Jehova in den hebräischen Schriften nicht auf die Menschen als seine Kinder. Diese Ehre wurde durch Christus offenbart und ist ein wichtiger Bestandteil der christlichen Hoffnung. Aber selbst wenn wir die Idee vertreten, dass der Grundsatz in Sprüche 27:11 auf unsere Beziehung zu Gott angewendet werden kann, unterstützt es immer noch nicht die Lehre, dass unser Verhalten irgendwie die Gerechtigkeit Gottes und sein Recht zu herrschen rechtfertigen kann.

Was besagt dieser Vers? Um das herauszufinden, müssen wir zuerst verstehen, wer derjenige ist, der Gott verhöhnt. Wer sonst, als Satan der Teufel? Satan ist ein Name, Teufel ein Titel. In Hebräisch bedeutet Satan „Widersacher“ oder „jemand der Widerstand leistet“, während Teufel „Verleumder“ oder „Ankläger“ bedeutet. Somit ist Satan, der Teufel, der „verleumderische Widersacher“. Er ist nicht der „gewaltsame Widersacher“. Er versucht nicht das offensichtlich Unmögliche, die Stellung Jehovas als Souverän zu übernehmen. Seine einzige reale Waffe ist Verleumdung. Durch Lügen wirft er Schmutz auf Gottes guten Namen. Seine Nachfolger ahmen ihm nach, indem sie vorgeben, Menschen des Lichts und der Gerechtigkeit zu sein, aber in die Ecke getrieben, greifen sie auf die gleiche Taktik ihres Vaters zurück: lügen und verleumden. Wie bei ihm ist es ihr Ziel, die zu diskreditieren, die sie nicht durch Wahrheit besiegen können. (Johannes 8:43-47; 2. Korinther 11:13-15)

So sind Christen nicht aufgefordert, die Richtigkeit der Art wie Jehova regiert zu beweisen, sondern ihn durch Wort und Tat zu loben, so dass die Verleumdung gegen ihn, sich als falsch erweisen kann. Auf diese Weise wird sein Name geheiligt, der Schmutz beseitigt.

Diese edle Aufgabe – Gottes heiligen Namen zu heiligen – wird uns angeboten, aber für Jehovas Zeugen ist das nicht gut genug. Uns wird gesagt, dass wir auch an der Rechtfertigung seiner Souveränität Anteil haben. Warum laden wir uns diesen mutmaßlichen und nicht biblischen Auftrag selbst auf? Fällt dies nicht in die Kategorie von Dingen, die außerhalb unseres Einflussbereiches liegen? Betreten wir damit nicht Gottes Bereich? (Apostelgeschichte 1:7)

Den Namen unseres Vaters zu heiligen, ist etwas, was jeder persönlich tun kann. Jesus heiligte ihn wie es kein Mensch jemals tat, und er tat das ganz von selbst. In der Tat, ganz am Schluss entzog der Vater unserem Bruder und Herrn seine Unterstützung, um deutlich zu machen, dass des Teufels Verleumdung vollständig unberechtigt war. (Matthäus 27:46)

Rettung nur als Teil einer Gruppe? 

Unsere Führung ermutigt uns nicht, an eine Errettung auf persönlicher Grundlage zu glauben. Um gerettet zu werden, müssen wir Teil einer größeren Gruppe, einer Nation unter ihrer Führung sein. Mache die Lehre der „Rechtfertigung von Jehovas Souveränität“ zu deiner Sache. Souveränität wird über eine nationale Gruppe ausgeübt. Wir sind diese Gruppe. Nur, wenn wir in der Gruppe bleiben und in Übereinstimmung mit der Gruppe handeln, können wir wirklich Gottes Souveränität rechtfertigen, indem wir zeigen, dass unsere Gruppe besser ist als jede andere, die sich heute auf Erden befindet.

Organisation, Organisation, Organisation

Wir nennen uns selbst nicht Kirche, denn das würde uns mit der falschen Religion, den Kirchen der Christenheit, Babylon der Großen, verbinden. Auf der lokalen Ebene verwenden wir „Versammlung“, aber der Begriff für die weltweite Vereinigung der Zeugen Jehovas ist „Organisation“. Wir leiten unser “Recht”, „eine unteilbare Organisation unter Gott mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle” genannt zu werden, von der Lehre ab, dass wir der irdische Teil von Gottes universaler Organisation in den Himmeln sind. [[3]]

Hesekiel sah einen riesigen himmlischen Wagen, der den unsichtbaren Teil der Organisation Jehovas darstellte. Dieser Wagen bewegte sich ungeheuer schnell und konnte abrupt die Richtung ändern“ (WT 15.4.2013, Seite 23-24, Absatz 6 – Vergewissert euch der wichtigeren Dinge)

Hesekiel erwähnt in seiner Vision keine Organisation. (Hesekiel 1:4-28) In der Tat, das Wort „Organisation“ erscheint nirgends in der Bibel, auch nicht in der Neuen Welt Übersetzung der Zeugen Jehovas. Hesekiel erwähnt auch keinen Wagen. Nirgends wird Jehova in der Bibel, auf einem himmlischen Wagen fahrend, dargestellt. Wir müssen uns der heidnischen Mythologie zuwenden, um einen Gott zu finden, der auf einem Wagen fährt. [[4]]

Hesekiels Vision ist eine symbolische Darstellung von Jehovas Fähigkeit, seinen Geist sofort überall bereitzustellen, um seinen Willen auszuführen. Es ist eine unbegründete Spekulation zu sagen, dass diese Vision Gottes himmlische Organisation darstellt, besonders, da Jehova nirgends in der Bibel sagt, dass er eine himmlische Organisation hat. Dennoch glaubt die Leitende Körperschaft, dass er sie hat, und das wiederum gibt ihnen eine Grundlage für die Lehre, dass es eine irdische Komponente gibt, über die sie regieren. Wir können biblisch beweisen, dass es eine Christliche Versammlung gibt, die von Christus regiert wird. Es ist die Versammlung der Gesalbten. (Epheser 5:23) Allerdings besteht die „Organisation“ aus Millionen Menschen, die glauben, dass sie selbst zu den „anderen Schafen“ gehören und nicht Teil der Versammlung der Gesalbten unter Christus sind. Jehova ist das Haupt der „Organisation“, gefolgt von der Leitenden Körperschaft und den Ebenen von mittleren Führungskräften, wie es diese Grafik aus dem Wachtturm vom 15. April 2013 zeigt. (Du wirst die auffällige Abwesenheit unseres Herrn Jesus Christus in dieser Hierarchie bemerken.)

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Auf dieser Basis gehorchen wir als Bürger dieser Nation Jehova und nicht Jesus. Aber Jehova spricht angeblich nicht direkt zu uns, sondern er spricht zu uns durch seinen “ernannten Mitteilungskanal”, die Leitende Körperschaft. In Wirklichkeit gehorchen wir somit den Vorschriften von Menschen.

„Die Augen, die ringsum an den Rädern des himmlischen Wagens sind, deuten Wachsamkeit an. Genauso wachsam wie die himmlische Organisation müssen auch wir sein, und zwar in Bezug auf die Unterstützung der irdischen Organisation Jehovas. Auf Versammlungsebene geschieht das durch die Zusammenarbeit mit den Ältesten am Ort.“ (WT 15.3.1991, Seite 12, Absatz 19 – Jehovas himmlischer Wagen ist in Bewegung)

Die Begründung ist einfach und logisch. Da Jehova seine Souveränität verteidigen muss, braucht er einen Testfall, um die Qualität seiner Herrschaft zu demonstrieren. Er braucht auf der Erde ein Volk oder Königreich, das mit Satans unterschiedlichen, menschlichen Regierungsformen konkurriert. Er braucht uns. Jehovas Zeugen! Das eine wahre Volk Gottes auf Erden!!!

 Sind wir Gottes Testfall?

Wir sind eine theokratische Regierung – der Logik folgend – regiert von Gott. Gott gebraucht den Menschen als seinen „ernannten Mitteilungskanal“. Daher wird seine gerechte Herrschaft durch eine Gruppe von Männern geleitet, die Anordnungen und Anweisungen über ein Netzwerk von mittleren Führungskräften mit von oben ausgestatteter Autorität erlassen, bis sie die einzelnen Mitglieder oder Bürger dieser großen Nation erreichen.

Ist das alles wahr? Hat Jehova uns wirklich als seine Nation erwählt, um der Welt zu zeigen, dass seine Art zu herrschen die beste ist? Sind wir Gottes Testfall?

Israels Rolle in der Rechtfertigung der Souveränität Gottes

Wenn diese Lehre der Leitenden Körperschaft falsch ist, sollten wir in der Lage sein, dies durch den Gebrauch des Grundsatzes, den wir in Sprüche 25:5 finden, zu demonstrieren. „Antworte einem Unvernünftigen gemäß seiner Torheit, damit er nicht in seinen eigenen Augen zu einem Weisen wird.“ (Sprüche 26:5)

Dies bedeutet: Wenn jemand ein törichtes oder dummes Argument bringt, ist es oftmals der bessere Weg der Widerlegung, es zum logischen Abschluss zu führen. Die Dummheit des Arguments wird dann für alle sichtbar werden.

Jehovas Zeugen behaupten, dass Jehova die Nation Israel als eine Art Gegenregierung zu Satans Herrschaft gegründet hat, in der Absicht, den wahren Vorteil eines Lebens unter seiner Herrschaft deutlich zu machen. Israel würde dadurch zu einem Lehrstück werden, wie es sein würde, unter Gottes universeller Souveränität zu leben. Wenn sie versagten, würde die Aufgabe auf unsere Schultern fallen.

Aufruf an eine Nation, zu Jehova umzukehren

„Von den Tagen des Propheten Moses an bis zum Tode des Herrn Jesus Christus war die irdische Nation des natürlichen, beschnittenen Israel die sichtbare Organisation Jehovas Gottes. (Psalm 147:19, 20) Aber vom Pfingstfesttag des Jahres 33 u. Z. an, als Gottes Geist auf die treuen Jünger Jesu Christi ausgegossen wurde, ist das geistige Israel, dessen Glieder beschnittene Herzen haben, Gottes „heilige Nation“ und seine sichtbare, irdische Organisation.“ (Das Paradies für die Menschheit durch die Theokratie wiederhergestellt, 1973, Kapitel 6, Absatz 22)

Nach dieser Logik hat Jehova die Nation Israel gegründet, um zu zeigen, inwiefern seine Herrschaft die Beste ist; eine Herrschaft, die allen seinen Untertanen, Männern ebenso wie Frauen, zum Vorteil gereicht. Israel hätte Jehova die Gelegenheit gegeben, uns zu zeigen, wie seine Herrschaft über Adam und Eva und ihre Kinder gewesen wäre, wenn sie nicht gesündigt und ihn abgelehnt hätten.

Wenn wir diese Annahme akzeptieren, dann müssen wir auch anerkennen, dass Jehovas Herrschaft Sklaverei einschließt. Genauso wie Polygamie und Ehescheidungen durch Männer nach Gutdünken. (5. Mose 24:1-5) Unter Jehovas Herrschaft müssten Frauen für sieben Tage, während ihrer Menstruation, unter Quarantäne gestellt werden. (3. Mose 15:19)

Dies ist eindeutig Unsinn, aber es ist ein Unsinn, den wir akzeptieren müssen, wenn wir weiterhin unsere Vorstellung vertreten, dass Jehova seine Souveränität durch seine sogenannte irdische „Organisation“ rechtfertigt.

Warum wurde Israel gegründet?

Jehova baut ein Haus nicht aus fehlerhaften und minderwertigen Materialien. Es wäre davon auszugehen, dass es dann einstürzt. Seine Souveränität wird über ein perfektes Volk ausgeübt werden. Was war dann sein Grund für die Bildung der Nation Israel? Anstatt anzunehmen, was uns Menschen sagen, lasst uns weise sein und die Gründe hören, die Gott uns für die Errichtung Israels unter dem Gesetz gibt.

„Bevor jedoch der Glaube gekommen war, wurden wir unter Gesetz verwahrt, indem wir zusammen in Gewahrsam gegeben wurden im Hinblick auf den Glauben, der geoffenbart werden sollte. Folglich ist das GESETZ unser Erzieher geworden, der zu Christus führt, damit wir zufolge des Glaubens gerecht gesprochen werden könnten. Jetzt aber, da der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Erzieher. Ihr alle seid tatsächlich Söhne Gottes durch euren Glauben an Christus Jesus.“ (Galater 3:23-26)

Das Gesetz diente dazu, dem in 1. Mose 3:15 vorhergesagten Samen zu bewahren. Es diente auch als Lehrmeister, das zur Krönung des Samens in Jesus führte. Kurz gesagt, Israel wurde zu einer Nation gebildet, um den Samen zu bewahren, und um schließlich die Menschheit von der Sünde zu erlösen. Es geht um Erlösung, nicht um Souveränität! Seine Herrschaft über Israel war relativ und subjektiv. Jehova musste die Mängel und Hartherzigkeit jener Leute in Betracht ziehen. Deshalb hat er Zugeständnisse gemacht.

Unsere Sünde

Wir lehren, dass Israel gescheitert ist, Jehovas Souveränität hochzuhalten. So fällt es uns als Jehovas Zeugen zu, zu beweisen, dass seine Souveränität zu unserem Nutzen am besten ist. Ich habe in meinem Leben unzählige Beispiele der Herrschaft von Männern gesehen, besonders von lokalen Ältesten, die den Richtlinien der oberen Ebenen folgten. Ich kann Zeugnis dafür ablegen, dass es große Schande auf Jehovas Namen gebracht hätte, wenn dies wirklich ein Beispiel für seine Herrschaft wäre.

Das ist der Haken an der Sache. Gott werde als wahrhaftig befunden, wenn auch jeder Mensch als Lügner erfunden werde. (Römer 3:4)

Unser Einstehen für diese Idee kommt einer kollektiven Sünde gleich. Jehova hat uns nichts über das Verteidigen seiner Souveränität gesagt. Er hat uns diese Aufgabe nicht zugeteilt. Indem wir sie vermessen übernommen haben, haben wir in der einen wichtigen Aufgabe versagt, die er uns wirklich gab —seinen Namen zu heiligen. Indem wir uns selbst als Beispiel für Gottes Herrschaft der Welt empfehlen, dann aber elend daran scheitern, bringen wir Schmach auf Gottes heiligen Namen — ein Name, den wir gewagt haben, als unseren eigenen zu tragen und zu veröffentlichen, denn wir behaupten, dass von allen Christen der Welt, nur wir seine Zeugen sind.

 Unsere erweiterte Sünde

Wenn nach historischen Beispielen gesucht wird, die für das christliche Leben anwendbar sind, gehen die Veröffentlichungen bis in die Zeiten vom alten Israel zurück, viel weiter als die der Christen. Wir begründen unsere drei jährlichen Kongresse mit dem israelitischen Modell. Wir betrachten die Nation als unser Beispiel. Wir tun das, weil wir das geworden sind, was wir verabscheuen, lediglich ein anderes Beispiel der organisierten Religion, der Herrschaft von Menschen. Die Macht dieser menschlichen Herrschaft ist kürzlich auf die Spitze getrieben worden, indem wir jetzt gebeten werden, unser eigenes Leben in die Hände dieser Männer zu legen. Absoluter und blinder Gehorsam gegenüber der Leitenden Körperschaft ist jetzt eine Sache der Errettung.

Die lebensrettenden Anweisungen, die sie dann von Jehovas Organisation erhalten, mögen vom menschlichen Standpunkt aus unpraktisch erscheinen. Wir alle müssen bereit sein, jede Anweisung zu befolgen, ob sie nun vom strategischen oder menschlichen Standpunkt aus vernünftig erscheint oder nicht.“ (WT 15. November 2013, Seite 20, Absatz 17 – Sieben Hirten, acht Anführer: Was sie für uns heute bedeuten)

Stehen die leidvollen Zustände auf dieser Welt im Widerspruch zur Souveränität Gottes?

Die Ungewissheiten des Lebens und die Wechselfälle der Existenz stehen in keiner Weise im Widerspruch zu der Vorstellung von der universalen Souveränität Gottes. Sie können und werden von Satan nicht als Beweis für die Unfähigkeit oder Ungerechtigkeit Gottes angeführt. Das Leben sich geistig weiter entwickelnder Geschöpfe muss von gewissen Unvermeidlichkeiten bedrängt werden. Überlegt euch Folgendes:

Ist Mut — Charakterstärke — wünschenswert? Dann muss der Mensch in einer Umgebung aufwachsen, die den Kampf mit der Not und die Reaktion auf Enttäuschungen notwendig macht.

Ist Dienst an seinen Mitmenschen — wünschenswert? Dann muss die Lebenserfahrung dafür sorgen, dass man Situationen sozialer Ungleichheit begegnet.

Ist Hoffnung — sublimes Vertrauen — wünschenswert? Dann muss die menschliche Existenz dauernd mit Unsicherheiten und wiederkehrenden Ungewissheiten konfrontiert werden.

Ist Glaube — die allerhöchste Bejahung menschlichen Denkens —wünschenswert? Dann muss sich der Verstand des Menschen in jener misslichen Lage befinden, in der er immer weniger weiß, als er glauben kann.

Ist Wahrheitsliebe und die Bereitschaft zu gehen, wohin auch immer sie führen mag, – wünschenswert? Dann muss der Mensch in einer Welt aufwachsen, wo der Irrtum gegenwärtig und die Lüge immer möglich ist.

Ist Idealismus — die sich dem Göttlichen nähernde Vorstellung — wünschenswert? Dann muss der Mensch in einem Umfeld relativer Güte und Schönheit kämpfen, in einer Umgebung, die den unwiderstehlichen Drang nach besseren Dingen stimuliert.

Ist Treue — Hingabe an höchste Pflicht — wünschenswert? Dann muss der Mensch inmitten von Möglichkeiten des Verrats und der Desertion vorwärts gehen. Der Wert der Pflichttreue liegt in der in ihr enthaltenen Gefahr der Verfehlung.

Ist Selbstlosigkeit — der Geist der Selbstvergessenheit — wünschenswert? Dann muss der sterbliche Mensch mit einem unaufhörlich nach Anerkennung und Ehre schreienden, unvermeidlichen Selbst leben. Der Mensch könnte sich nicht auf dynamische Weise für das göttliche Leben entscheiden, wenn er kein selbstisches Leben aufzugeben hätte. Nie würde der Mensch rettenden Halt in der Rechtschaffenheit suchen, wenn es nichts potentiell Übles anzubeten gäbe, das, im Kontrast zum Guten stehend, von diesem zu unterscheiden wäre.

Ist Freude — Befriedigung im Glücklich sein — wünschenswert? Dann muss der Mensch in einer Welt leben, wo die Alternative von Schmerz und die Wahrscheinlichkeit von Leid stets gegenwärtige Erfahrungsmöglichkeiten sind.

Die Souveränität Gottes kann und wird auch von keinem in Frage gestellt, wohl aber wird sein Name entheiligt und entehrt.

Und den Namen Gottes zu heiligen, ist unser aller Pflicht, „dein Name werde geheiligt“ lehrte uns Jesus zu beten.

[1] Die Wahrheit die zu ewigem Leben führt, Kapitel 8, Absatz 7

[2] Siehe WT 1.2.2010, Seite 30, Absatz 1

[3] Dies ist eine weitere unbiblische, erfundene Bezeichnung, um den Gedanken zu verstärken

[4] Wir feiern keine Geburtstage, nicht weil die Bibel sie ausdrücklich verurteilt, sondern weil die einzigen zwei Geburtstagsfeiern in der Bibel mit dem Tod von jemand verbunden sind. Geburtstage werden in ihrem Ursprung als heidnisch betrachtet und deshalb haben Jehovas Zeugen, als Christen, nichts mit ihnen zu tun. Da alle Verweise auf einen Wagen fahrenden Gott heidnisch sind, warum brechen wir unsere eigene Regel und lehren das als biblisch begründet?

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O.W. Schade

Liebe Schreiber des Artikels! Ich habe mich bereits auf die Veröffentlichung des 2. Artikels gefreut und ich wurde nicht (!) enttäuscht. Vielen Dank für die wertvollen Gedanken und tiefen Überlegungen. Manches will ich für mich noch einmal kurz zusammenfassen. 1. Organisation, Organisation, Organisation Sehr verblüffend zu erfahren, dass es den “Himmlischen WAGEN” in Hesekiel definitiv nicht gibt. Ich musste es in meiner Bibel mehrmals selbst nachlesen, um mir zu bestätigen, dass nirgends von einem Wagen die Rede ist. 2. Warum Israel gegründet wurde Es geht tatsächlich um ERLÖSUNG und nicht um Rechtfertigung. Die Erlösung führt in Folge zur Heiligung des… Weiterlesen »

Anna

Lieber Autor/Übersetzung , liebe Schwestern und Brüder,

wunderbar erklärt, dass Jehova keine Rechtmäßigkeit seiner Souveränität benötigt.

Vielen Dank dafür!

Herzliche Grüße Anna aus der Sonne