War Jesus Christus ein Religionsgründer?

Der Begriff „Religion“, lateinisch „religio”, ist schwer zu definieren. Er stammt aus dem Rechtswesen des römischen Imperiums vor 2000 Jahren. Erst als sich neben dem klassischen Kult um römische Göttinnen und Götter im Weltreich noch andere Kulte ausbreiteten, wurden sie als “religio licita” erlaubt, wie es auch unter Konstantin dem Großen im Jahre 313 n.Chr. mit dem Christentum geschehen war.

Das Wort religio hatte im Lateinischen verschiedene Bedeutungen: „Gottesfurcht“, „Frömmigkeit“, „Heiligkeit“, aber auch „Rücksicht“, „Bedenken“, „Skrupel“, „Pflicht“, „Gewissenhaftigkeit“ oder „Aberglaube. Die Etymologie des Begriffs lässt sich nicht mit Sicherheit bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen.

Zu Beginn des 4. Jahrhunderts führte der christliche Apologet Lactantius dagegen das Wort religio auf religare = „anbinden, zurückbinden“ zurück, wobei er sich polemisch mit Ciceros Auffassung über den Unterschied von religio und superstitio auseinandersetzte. Er meinte, es handle sich um ein „Band der Frömmigkeit“, das den Gläubigen an Gott binde.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit waren zur Bezeichnung der Gesamtheit des Religiösen die Ausdrücke fides (Glaube), lex (Gesetz) und secta (von sequi, „folgen“, also „Gefolgschaft, Richtung, Partei“) gebräuchlich. „Religion“ bezeichnete zunächst Lehren, die je nach Auffassung für richtig oder falsch gehalten wurden. Erst nach der Reformation, vor allem im Zeitalter der Aufklärung wurde ein mehr abstrakter „Religions“-Begriff geprägt, auf den die gegenwärtigen Definitionsansätze zurückgehen.

Hat Jesus nun mit seinem Wirken und Sterben hier auf der Erde eine neue Religion gegründet?

Ein ganz klares nein. Er sagte zwar “Ein neues Gebot gebe ich euch”, aber auch “Ich bin nicht in die Welt gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen.” (Matthäus 5, 17).

Der Vorsatz Gottes mit dem Menschen bestand schon lange vor dem irdischen Aufenthalt Jesu und hatte in Verbindung mit dem von Gott erwählten Volk, den Israeliten, schon einige wichtige Phasen durchlaufen, bevor er als der verheißene Messias auf die Erde kam. Er führte den Vorsatz Gottes in eine nächste neue Phase. Da die Juden ihn ablehnten und sich weigerten, diese neue Phase zu akzeptieren, also lieber an ihren althergebrachten Ritualen und Machtstrukturen festhielten, blieben sie als “Überbleibsel” auf der Strecke.

Klingt das nach Erneuerung?

Nein, Jesus wollte im Namen Gottes die Menschen aus ihrem Zustand der Sünde und Verlorenheit erlösen. Das Wesen und die Eigenheiten der Religionen und ihrer Organisationen, wie wir sie heute kennen, waren ihm fremd.

Die Pharisäer und Schriftkundigen hatten den jüdischen Glauben schon damals in ihrer fanatischen Verbissenheit auf Ernährungsvorschriften und erstarrte Rituale reduziert, wie es vielfach auch bei den Religionsorganisationen heute noch der Fall ist. Die Evangelien des „Neuen Testaments“ zeigen aber sehr eindringlich, dass Jesus eben gerade diese Auswüchse und Irrwege verurteilte.

Grundsätzlich sind Religionen eine Erfindung der Menschen. Sie machen aus „Glauben an Gott“ eine Religion mit Ritualen und Vorschriften, die den Weg der Menschen zu Gott einengen und erschweren.

Das Christentum ist de facto keine “neue Religion”, obwohl es vordergründig so aussehen mag. Es ist vielmehr die konsequente Weiterführung dessen, was in den Hebräischen Schriften begonnen wurde. Das Christentum ist daher die Ausübung der wahren Anbetung gemäß der Bibel, beginnend vom 1. Buch Mose bis hin zur Offenbarung.

Wir reden hier vom Christentum, nicht von der katholischen oder evangelischen Kirche oder irgendeiner anderen religiösen Verbindung.

Jesus Christus wollte keine neue Religion gründen, vielmehr war er bestrebt, den bestehenden jüdischen Glauben zu erweitern und zu erfüllen, wenn er sagt, “ich bin gekommen, nicht um aufzuheben, sondern um zu erfüllen”.

In der Bergpredigt und im Johannesevangelium sind nun kennzeichnende Merkmale niedergelegt, deren Akzeptanz und Befolgung jeder monotheistischen Religion gut zu Gesicht stehen würden.

Studiert man das Neue Testament, so ist zu erkennen, mit welcher Absicht Christus kam: er wollte die Menschen von der Last ihrer Sünden erlösen und sie nicht weiter in ihrer dumpfer Sündhaftigkeit auf diesem Planeten sich selbst überlassen. Sie sollten durch ihn Vergebung und Gnade erlangen können.

Bis die letzte Phase im Vorhaben Gottes mit der Menschheit verwirklicht sein wird, sollten sich die Menschen bemühen, in Frieden zu leben, sich in Liebe zu begegnen und einander zu helfen. Wie das erreicht werden kann, hat uns Jesus gelehrt und beispielhaft vorgelebt.

Jesu Ziel war es nie gewesen, dass die Menschen aus seinem Leben und Wirken eine neue Religion aufrichten sollten, sondern das war vorwiegend auf das Bestreben der Menschen selbst zurückzuführen und auf den unheiligen Geist, der sie dabei lenkte. Alle Religionen sind Blendwerk, mit dem Ziel, Menschen von Gott zu trennen. Insofern gibt es keine „wahre Religion“.

Wohl gibt es eine für Gott annehmbare „Form“ der Anbetung, die sich in Taten der Nächstenliebe offenbart, sich aber unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Religionsorganisation ausüben lässt.

„Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal zu besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten“. – Jakobus 1:27 Luther

Christus hat die Bildung von Gemeinden zwar nicht untersagt, aber er hat sie auch nicht geboten und befördert. Für Christus war die Bildung einer organisatorischen Gemeinschaft kein Muss. Nach seinen eigenen Worten genügte es, wenn sich zwei oder drei in seinem Namen versammelten, um mitten unter ihnen zu sein. Alle Menschen, die sich unter seinem Namen vereinten, bildeten eine große Gemeinde, vergleichbar mit einem Körper und seinen Gliedern. Zwischen Gott und den Menschen sollte sich keine Religionsorganisation mit einer Hierarchie und einem Glaubensbekenntnis stellen. Die Mittlerrolle hat allein Christus inne und zu keiner Zeit wurde diese Aufgabe an einzelne Menschen oder eine Gruppe von Menschen delegiert, die als sein Vertreter oder Sklave fungieren sollten.

Die erste Gemeinschaft, die mit ihm reiste und von ihm den Auftrag übertragen bekommen hatte, allen Menschen seine Gute Botschaft zu verkünden, waren seine Jünger. Alles Weitere blieb offen und wurde, soweit wir das der Bibel entnehmen können, nicht eigens reglementiert.

Nun zeigt die Geschichte, wie leicht sich die Menschen dazu verleiten lassen, sich nicht Gott zu unterwerfen und ihm und den Menschen zu dienen, sondern vielmehr der Macht und dem materiellen Reichtum ergeben zu sein, die mit einer Religionsorganisation verbunden sind. Genau das wollte Christus ganz sicher nicht.

Jesus wollte das Reich Gottes auf Erden verkünden und betrachtete die Erneuerung seines jüdischen Volkes als ersten Schritt dorthin. Mit der Bergpredigt führt Jesus keine neue Religion, aber eine neue Ethik ein, die dem anbrechenden “Reich Gottes” entspricht. Seine Jüngerschaft sollte die neue messianische Gemeinde sein, die durch die Liebe zu Christus geeint ist und in welcher das Reich Gottes wahrnehmbar wird.

Zur Zeit Mohammeds, im 7. Jahrhundert nach Christus, war “Religion” schon der gängige Begriff für eine Kultfamilie geworden. Darum bezeichnet sich der Islam als “die wahre Religion”.

 Beschäftigen wir uns doch mit einigen Fragen zum Thema Religion.

Was wäre, wenn man sagen würde, Jesus kam und kommt, um Religionen abzuschaffen?

Wenn Religionen einen solch guten Einfluss auf die Menschen ausüben würden, wie ihre Führer gerne behaupten, wie konnten sie dann andererseits so viel Leid und solch verheerende Kriege auslösen? Warum erachten es mächtige Kirchen-Organisationen eher als nebensächlich Notleidenden zu helfen?

Sie vermitteln Menschen, die ihre Eheprobleme nicht lösen können und sich daher oft scheiden lassen, den Gedanken Gott liebe sie nicht, sondern er betrachte sie als Hurer.

Gerade im „Alten Testament“ werden Menschen als Hurer bezeichnet, die Religionen folgen und dabei Gott vergessen. Religionen predigen Gnade, zeigen aber Unbarmherzigkeit und Härte. Da Religionen ihre Probleme nicht lösen können, versuchen sie diese zu verbergen, ohne dabei zu realisieren, dass sie nur getünchten Gräbern gleichen. Genügt es denn nicht das Äußere aufzupolieren, damit es schön und sauber wirkt? So hübsch ein Grabschmuck sein mag, so verbirgt sich unter ihm doch nur der verrottende Leichnam.

Religionen leiden an dem Problem, dass sie nie bis zum Kern vordringen. Sie propagieren zwar Verhaltensänderungen, pochen bei ihren Gläubigen auf die Erfüllung von Gesetzen und bürden ihnen im Namen Gottes schwere Lasten auf, indem sie mit ihren Forderungen weit über das hinausgehen, was das vollkommene Gesetz Gottes verlangt.

Wir sollten nicht richten sondern sagen, hört auf euch zu verstellen. Man geht zum Beispiel zur Kirche einer Religion und verschweigt aus Furcht nicht genügen zu können, dass man pornosüchtig ist. Viele verbringen deshalb ihr ganzes Leben damit, eine saubere Fassade aufrechtzuerhalten.

Wer sich aber zu Jesus bekennt, ist trotz seiner Schwächen stark, und er braucht sich nicht zu verstellen. Wenn Gnade Wasser ist, sollte die Kirche ein Meer sein. In diesem Fall wäre sie weit mehr als nur ein Museum für gute Menschen, sie wäre ein Sanatorium für die, die gebrochenen Herzens sind.

Dann muss ich mich nicht mehr verstellen und meine Sünden und Fehler verbergen, weil meine Rettung nicht mehr von mir abhängt sondern von ihm. Solange du Gottes Feind warst, schaute er auf dich herunter und sagte: Komm zu mir, ich will dich als Mensch annehmen. Das ist der Grund warum Jesus Religionen hasst, und die ihnen nachlaufen, unverständig nennt.

Siehst du nicht, dass es so viel besser ist, als nur ein paar Regeln zu befolgen?

Lasst uns klarstellen, ja ich liebe die Versammlung Gottes, ich liebe die Bibel und ja, ich weiß von meinen Sünden. Würde man aber Jesus heute herein lassen, wenn er je zu deiner Kirche käme? Erinnere dich: Als er sich den Sündern zuwandte, wurde er von religiösen Menschen Säufer und Vielfraß genannt. Gottes Sohn aber liebte keine Selbstgerechtigkeit, weder damals noch heute!

Doch nun zurück zum Thema; ich denke, etwas muss grundlegend erwähnt werden, Jesus und die Religionen stehen auf zwei entgegengesetzten Seiten. Das eine ist menschliche Erfindung, das andere ist Gottes Werk, das eine ist das Heil, das andere Indoktrination.

Die Religion sagt, tue etwas und vollbringe Werke. Jesus aber hat es bereits getan. Religion spricht von Sklaven, Jesus sagt Kinder. Religion bringt dich in Gefangenschaft, Jesus in Freiheit. Religion versklavt und macht dich blind, die Wahrheit Jesu aber macht dich frei lässt dich sehen.

Religion ist, wenn der Mensch Gott sucht, Christentum ist, wenn Gott den Menschen sucht. Ich bin erlöst nicht aufgrund meiner Leistung, sondern aufgrund meines Glaubens und Vertrauens an Christus.

Er nahm alles Ungemach, das wir verdient hätten auf sich, deshalb sprechen wir von wahrer Gnade. Während er umgebracht wurde, rief er, „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ Während er starb, dachte er auch an dich.

Also, ich hasse Religion, ja ich ärgere mich buchstäblich über sie, denn ich glaube, als Jesus sagte „es ist vollbracht“ meinte er es so.

 

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Wildblume

Meine Güte,
so ein guter Beitrag und kein einziger Kommentar?!
Jedenfalls: danke dafür!
Hat mir weitergeholfen.
LG Wildblume