Sich in einem Spannungsfeld bewegen

Ein Brief von einem reisenden Aufseher und seiner Frau

Folgenden Beitrag las ich auf der italienischen Seite eines ehemaligen Ältesten der Zeugen Jehovas. Er wurde von der Frau eines Kreisaufsehers verfasst.

Unsere Situation sieht folgendermaßen aus: Wir bewegen uns in einem großen Spannungsfeld.
Auf der einen Seite müssen wir weiterhin die Aufgaben in einer Weise erledigen, wie sie uns von der Gesellschaft vorgeschrieben werden, und zum anderen müssen wir uns mit den Realitäten der Versammlungen auseinandersetzten, denen wir zugeteilt werden. 
Das bedeutet, dass unsere Arbeit mehr durch das Weitergeben von Anordnungen gekennzeichnet ist, statt sich auf den heiligen Dienst und das Austeilen von „geistigen Gaben“ konzentrieren zu dürfen.

Die Person des reisenden Aufsehers hat viel von seiner ursprünglichen Ausstrahlungskraft verloren; immer weniger Brüder sehen es als ein Vorrecht an, uns als Gäste haben zu dürfen.
Falls die Ältesten einen schlechten Bericht über unseren Besuch abgeben, riskieren wir ernsthaft unsere Zukunft.
 Wenn wir deswegen nach Hause geschickt werden, was sollen wir dann machen?
Weder mein Mann noch ich haben das Alter, um irgendeiner Arbeit nachzugehen, auch wenn er weiß, wie man arbeitet und ich mit der Hausarbeit klar komme.

Du wirst verstehen, dass wir viel riskieren. Auch wenn wir mit dem Unmut der Untätigen, Ausgeschlossenen und anderer Brüder mitfühlen können, befinden wir uns dennoch in einer viel heikleren Situation.
Es ist wahr, es gibt immer noch viele, von denen wir Hilfe und Verständnis erhalten, auch wenn wir das reale Leben überhaupt nicht kennen.
 Wenn ich mal einen Vergleich ziehen darf: Es ist ungefähr so, als ob man glauben würde zu leben, aber in Wirklichkeit ist es nur ein Traum, der in wenigen Minuten zu Ende geht.

Wir begannen unsere Arbeit mit hohen Erwartungen und Idealen und wir schienen die beste Wahl der Welt getroffen zu haben.
Wir erhielten brüderliche Zuneigung, Gaben der Unterstützung und großen Respekt.
Jetzt werden wir nur noch geradeso geduldet, von oben herab betrachtet oder gelegentlich sogar abgelehnt.
Wir fühlen uns wie Parasiten und Viren; dabei wurden wir anfänglich als Heilmittel, ein Medikament oder als eine Brise frischer Luft angesehen.

Zum Teil ist dies Änderungen ≠≠­––­zuzuschreiben, die es zwischen 1998 und 2000 gab. Darüber sind die Meisten allerdings in Unkenntnis. 
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie lange das alles noch weiter gehen soll.
Wir treffen momentan Vorsichtsmaßnahmen und ich hoffe sehr, dass andere Paare reisender Aufseher und Bethelmitarbeiter das Gleiche tun.
Irgendwann einmal werden wir wegen unserer schlechten Entscheidungen zusammenbrechen, vielleicht war das sogar alles so geplant; nur daran zu denken macht mir schon Angst.
In der Weltzentrale haben sie sich durch ihre bedeutende Position – auch in finanzieller Hinsicht – schon seit längerer Zeit darauf eingestellt.

Einen Grund wird es sicherlich dafür geben.
Vielleicht wollen sie, dass alle Brüder aufgeben. Dann müssen sie keinen wegschicken und darüber Rechenschaft ablegen.
Ich kann mir nicht einmal in meiner Fantasie ausmalen, was passieren würde, “wenn” (………….)
Es wäre ein schwerer Schlag für alle, die immer noch an die Sache glauben, für diejenigen, die wie wir ihren Kinderwunsch unterdrückt haben oder einen Job aufgegeben haben, oder diejenigen, die zu Lasten der familiären Beziehungen das Werk durch großzügige Spenden und Schenkungen unterstützt haben.

Ein Großteil der Brüder beginnt jetzt langsam aber sicher, viele Dinge zu hinterfragen: Resolutionen finanzieller Art, Zusammenlegungen von Versammlungen, auch Verkäufe und Käufe die keine Unterstützung finden.
Ehrlich gesagt bin ich oft gleicher Meinung, aber wir müssen die Gesellschaft und ihre Entscheidung aufgrund der oben angeführten Dinge unterstützen.
(………) Ich würde den Bethelmitarbeitern empfehlen, sehr vorsichtig zu sein, wie sie was tun, weil gerade jetzt alles als Vorwand gegen sie verwendet werden könnte, und ich spreche aus Erfahrung: Ich traf einen ehemaligen Betheliten, der aufgrund der großen existenziellen Krise in er sich befand, obdachlos wurde und jetzt nicht mehr wiederzuerkennen ist.
(………)

Diese armen Brüder sollten sich vor dem belastenden Druck der von innen auf sie ausgeübt wird fürchten, auch aufgrund der Art und Weise, wie sie überwacht werden, sei es durch den besten Freund der ihnen zuhört oder durch die allzu vertraute Nutzung des Internets.
Die Gesellschaft hat spezielle Vereinbarungen über die Nutzung personenbezogener Daten, E-Mail und so weiter – zumindest habe ich das so mitbekommen. Ich kann nur hoffen, dass das nicht der Wahrheit entspricht und derjenige der mir das mitteilte mich lediglich erschrecken oder meine Reaktion testen wollte.
(……….)

Es fällt schwer, nicht bedrückt zu sein, wenn man von diesen Dingen weiß und noch schwieriger ist es, etwas vorzutäuschen und andere davon zu überzeugen, dass man selbst aufrichtig ist.
Wir befinden uns in solch einer frustrierenden Situation, dass wir wünschten, die Wahrheit nie kennengelernt zu haben.
Ich hoffe, dass jemand uns versteht. Wir wünschen uns nur etwas von der guten alten Menschlichkeit zurück.

Das ist alles. (…………)

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Matthäus

Ich kann nur mehr sagen:

E R S C H Ü T T E R N D ! ! !

…und das sind die “wahren Nachfolger” Christi, die an der Liebe zu erkennen sein sollen?

Monika

Wie traurig,wie traurig.Das kann einfach nicht mehr lange gut gehen mit den Zeugen.Ich kann nur jedem empfehlen diese Gemeinschaft zu verlassen,bevor man mit ihr untergeht.”Geht aus ihr hinaus mein Volk”
Und wieder einmal finde ich die Bestätigung,dass es richtig war,da weg zu gehen.Ich wünsche dieser Schwester,dass sie zusammen mit ihrem Mann den Absprung schafft und dass sie nicht daran zerbrechen.

Sledge Hammer

Ich bitte Euch im Vorfeld um Entschuldigung, da ich mir bewusst bin, dass mein Urteil über dieses Schreiben und damit einhergehend über die Verfasserin recht hartherzig ausfällt. Morgen schon werde ich vielleicht wieder weicher sein, jetzt kann ich es nicht. Die Schreiberin beweist mir, dass ZJ zu Egoisten herangezogen werden und nur über ein geringes Maß an Empathie verfügen. Sie behauptet, sie könne mit Untätigen, Ausgeschlossenen u.a. mitfühlen, bezeichnet ihre persönliche Situation allerdings als die Heikelste, obwohl sie ein paar Sätze später über den ehemaligen und nun obdachlosen Bethelmitarbeiter berichtet? Man kann der Dame nun zugute halten, sie hat tatsächlich… Weiterlesen »

Jürgen Kausmann

Dieser Satz hier aus ihrem Brief ist auch der Hammer!
“Die Person des reisenden Aufsehers hat viel von seiner ursprünglichen Ausstrahlungskraft verloren; immer weniger Brüder sehen es als ein Vorrecht an, uns als Gäste haben zu dürfen”.

Höre ich hier ein klein wenig Menschenkult heraus? 😉 …ziemlich arrogant, wenn ihr mich fragt!

LG, Jürgen

Max

Hallo an Sledge und alle die sich ähnlich äußerten! Im ersten Moment, als ich diesem Brief las kamen mir ähnliche Gedanken. Hier ist einen Frau die darunter leidet das die Person des reisenden Aufsehers viel von seiner Ausstrahlungskraft verloren hat. Doch beim weitern Nachdenken komme ich zu dem Schluss das dieser Brief in erster Linie eine Bankroterklärung des WTG-Systems ist. Ich glaube nicht dass es dieser Schwester um Menschenkult geht. Es ist die Enttäuschung, einer verlogen Sache gedient zu haben, und das ihr Einsatz von der Bruderschaft nicht mehr geschätzt wird. Diese Enttäuschung ist nur verständlich. Besonders die Frauen von… Weiterlesen »

Freigeist

ohne Häme. Es fällt alles auf sie zurück nur, leider trifft es die Kleinen.
Man muss nicht ausgeschlossen sein um sich wie ein Ausgeschlossener zu fühlen.
Weit ist es gekommen mit dieser Art von “ Wahrheit“

Papillon

Jetzt bin ich auch neugierig. Wer ist franki denn und von wem kommt er? Gewundert habe ich mich öfters über seine Kommentare , da er immer betont das er Richter war .

Michael

Ein freundliches Hallo @ all… Im Großen und Ganzen weiß ich nicht so recht, was ich von diesem „Brief“ halten soll, ehrlich nicht. Ich zitiere mal einige Passagen und gebe meinen Senf dazu ab. ** immer weniger Brüder sehen es als ein Vorrecht an, uns als Gäste haben zu dürfen.
** Ist es überheblich, oder ist es überheblich?? Vorrecht sie haben zu dürfen! Wow, da verschlägt es mir jetzt ehrlich den Atem. Welcher Dünkel herrscht eigentlich in diesen Kreisen? Für mich ist das ein offener Hohn an die „kleinen Brüder und Schwestern“. Für mich ist das der Gipfel der Selbsterhöhung… sorry,… Weiterlesen »

Boas

Dieser Brief scheint mir ein ganz privates Dokument zu sein. Geschrieben von einer KA-Schwester an eine zweite Person, ihrs Vertrauens, um diesem Menschen, ganz privat, ihr Herz auszuschütten. Auch wenn jetzt einiges Geschwärzt wurde stelle ich mir die Frage, wie kommt dieser persönliche private Brief ins Internet? Da es intime private Worte sind, möchte ich sie nicht weiter bewerten oder analysieren.

Mit lieben Grüßen
Boas

Max

Hallo Matthäus,
kann dir nur zustimmen. Diese Diskussionen mit und um Frankie, wem nützen sie?
Sie sind sinnlos. Ich weiß zwar auch nicht wie ich Frankie einschätzen soll. Vielleicht ist er psychisch gestört oder er will die BI- Seite lächerlich machen. Wie dem auch sei, je mehr wir auf einige seiner absurden Äusserungen eingehen um so mehr wird er zur Höchstform auflaufen.
Es gibt wichtigere Themen über die wir uns austauschen sollten.
Liebe Grüße
Max

nemo

nemo @ BI und Franki
Guten Tag allerseits.
Es ist schon erstaunlich, dass man hier einem so offensichtlich neurotischen Wichtigtuer wie “Franki” für seine abstrusen Beiträge diesen breiten Raum für seine unqualifizierte Selbstdarstellung bietet. Warum nicht einfach die Voraussetzungen zum Freischalten von Beiträgen etwas enger fassen, um die Leserschaft nicht ständig mit sinnloser Makulatur zu beschäftigen? Schade um die Zeitvergeudung beim Lesen, die innere Empörung über so viel Einfalt und den Aufwand, um darauf auch noch zu antworten. Aber das ist nur meine unmaßgebliche Meinung hierzu.
LG – nemo

Leprechaun@Franki u. alle

Lieber Franki, ich denke nicht, dass Du den Brüdern und Schwestern hier beweisen musst mit welchen Mitteln die WTG arbeitet und wie sie manipulierend wirkt. Viele, sehr gut herausgearbeitete Artikel auf BI, BI-Prophetie und BI-Aktuell, sowie die darauf abgegebenen Kommentare, zeigen das schon recht deutlich auf. Ansonsten kann ich mich nur den Worten von Nachdenker anschließen… denen ich jedoch noch ein Paar Sätze hinzufügen möchte. Franki, du betonst immer, überall und ohne Unterlass, Richter an einem Landgericht zu sein, oder gewesen zu sein. Nun gut, ich will das nicht werten. Jedoch… auch dort wirst du in deiner richterlichen Funktion darüber… Weiterlesen »

milan

Bisher habe ich an FRANKI ja nur wegen seiner unzulänglichen Ausdrucksweise und seinen vielen Orthographie-Fehlern gezweifelt. Gezweifelt daran, dass sich hinter seinem Neckname tatsächlich ein beamteter Richter eines Amtsgerichts verbirgt. Das was er hier “losgetreten” hat bestätigt jedoch meinen Verdacht, ich war ja nicht der Einzige, der sich in dieser Hinsicht schon einmal geäußert hat, dass es sich bei ihm um einen fake handeln könnte. In welchem Alter geht eigentlich ein Richter in Pension? Er vermittelt mir nämlich den Eindruck, dass seine kleinen grauen Zellen sich schon in einem Zustand fortgeschrittener Auflösung befinden. Liebes BI-Team, macht bitte Nägel mit Köpfen… Weiterlesen »

mike

Hallo.

Dann soll franki Fakten schaffen. Zuerst hier alle verrückt machen und dann zieht franki
Die reisleine. So was nett man hinhalten oder mobbing. Das ist auch strafbar.
Nur so zum nachdenken.
MFG mike