Die Rechtfertigung durch Glauben!

Rechtfertigung durch Glauben!

Dieser Artikel ist eine Betrachtung über die „Rechtfertigungslehre“ der Bibel, deren wirkliche Bedeutung nicht nur von Jehovas Zeugen, sondern von fast allen christlichen Religionen nur unzureichend verstanden wird.

“Liebe Brüder und Schwestern, ich wünsche mir sehnlichst und bitte Gott inständig, dass auch mein Volk gerettet wird. Denn ich kann bezeugen, dass die Israeliten Gott dienen wollen, mit viel Eifer, aber ohne Einsicht. Sie haben nämlich nicht erkannt, wie sie Gottes Anerkennung finden können, und versuchen immer noch, durch eigene Leistungen vor ihm zu bestehen. Deshalb lehnen sie ab, was Gott ihnen schenken will.” Römer 10:1-3

188559-Wie-heilte-JesusDiese Worte von Paulus, die er an sein jüdisches Volk richtete, sind eins zu eins auch auf das angebliche „neuzeitliche Volk Gottes“, Jehovas Zeugen, anzuwenden.

Bei einer genaueren Betrachtung des geistigen Zustands und der Bemühungen unserer Brüder in den Versammlungen kann man sehen, dass weder unsere geistige Führung noch die Bruderschaft wirklich verstanden haben, dass man die Anerkennung Gottes nicht durch eigene Leistung erfahren kann.

An dieser Lehre spalten sich die Geister, doch das Verständnis dieser Lehre ist entscheidend, ob eine Glaubensgemeinschaft den wahren Kern der Botschaft Christi vertritt oder zu einer der vielen Sekten gehört, vor denen schon der Apostel Paulus warnte, da sie eine „andere Botschaft“ lehren als die des Christus.

Jede Gruppierung, die von vornherein diese Lehre leugnet, gibt sich selbst das Zeugnis, dass sie eine Sekte ist, egal welchen Namen sie trägt, seien es Zeugen Jehovas, seien es die Mormonen oder andere christliche Gruppierungen, die auf den ersten Blick evangelisch erscheinen und dem biblischen Christentum zum Verwechseln ähnlich sind. Sie alle müssen sich an der Botschaft der „Rechtfertigung durch Glauben“ messen lassen.

Die zentrale Botschaft des Paulus

Die Rechtfertigung des Sünders durch „Glauben allein“ ist die zentrale Botschaft des Apostel Paulus, die in allen seinen Briefen mehr oder weniger thematisiert wird.

36618_all_059_06Der Brief an die Römer ist hier zu beachten. Deshalb befasst sich dieser Artikel besonders mit den Worten aus Römer 3:21-27:Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus.

Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Denn es ist der eine Gott, der gerecht macht, die Juden aus dem Glauben und die Heiden durch den Glauben. Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf.

Im Kern des Römerbriefes beantwortet Paulus die Frage: „Wie kann ein gottloser Sünder vor einem gerechten Gott gerechtfertigt treten“? Gott ist heilig. Er kann Sünde weder gutheißen noch übersehen. Er muss Sünde bestrafen, und die Strafe der Sünde ist der Tod. Und doch liebt Gott den Sünder und möchte ihn retten. Darin besteht das Problem. Die Gerechtigkeit Gottes verlangt die Strafe für den Sünder, seine Liebe aber wünscht ihm ewiges Leben in Glück.

Wie Gott sündige Menschen rettet, ohne dass er seine Gerechtigkeit übergeht!

Zuvor noch ein Wort zur „Gerechtigkeit Gottes“. Was ist unter der „Gerechtigkeit Gottes“ zu verstehen? In den Publikationen der WTG wird die Gerechtigkeit Gottes auf die Umsetzung der Gebote oder des Gesetzes Gottes reduziert. Paulus spricht hier aber von der „Gerechtigkeit Gottes“, die sich in seiner Liebe dem Sünder gegenüber zeigt. DieGerechtigkeit Gottes gründet sich auf den Glauben an Jesus Christus, die als Geschenk allen zugutekommt die glauben, egal ob Jude oder Nichtjude, da ist kein Unterschied.

Die Evangelien und die Briefe des Paulus offenbaren uns, wie Gott den Sünder erretten will und kann, ohne seine Gerechtigkeit zu übergehen oder beiseite zu schieben.

Römer 3:21: Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben.

Mit diesen Worten markiert Paulus einen scharfen Umschwung seiner bisherigen Argumentation in den Versen davor. Mit ihnen leitet er einen ganz neuen Abschnitt ein, der im Gegensatz zu den entmutigenden, aber klaren Worten aus den Versen zuvor steht, wo er sagt: „Was sagen wir denn nun? Haben wir Juden einen Vorzug? Gar keinen. Denn wir haben soeben bewiesen, dass alle, Juden wie Griechen, unter der Sünde sind, wie geschrieben steht: »Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer (Psalm 14,1-3).

 Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen betrügen sie, Otterngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund ist voll Fluch und Bitterkeit. Ihre Füße eilen Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist lauter Schaden und Jammer, und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen (Psalm 36,2).  Wir wissen aber, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde“

Der Apostel Paulus spricht hier zwar explizit von den Werken des Gesetzes, aber auch die Werke der Nächstenliebe werden uns nicht erretten. Diese „Art der Anbetung“ (Werke der Nächstenliebe) ist zwar annehmbar vor Gott, führt aber nicht zur „Gerechtigkeit vor Gott“

Bist du dir dessen bewusst, dass diese Worte auch auf dich zutreffen? Bist du bereit, dich im Gebet so zu äußern wie der Zöllner, der einfach sagte: „Herr sei mir armen Sünder gnädig“? Oder denkst du so wie der Pharisäer, der in seinem Gebet vor Gott aufzählt, warum er besser ist als die „Anderen“ (Weltmenschen). Die eigene Gerechtigkeit scheint im Vordergrund zu stehen, nicht die Gerechtigkeit Gottes. Die Gerechtigkeit Gottes uns gegenüber gründet sich nicht auf das Gesetz, sondern basiert auf Gottes Liebe.

Während er mit diesen Worten den traurigen und ausweglosen Zustand der Menschen beschreibt, führt er uns jetzt zu dem, was Gott in dieser hoffnungslosen Situation für die Menschen getan hat.

Die „Gerechtigkeit Gottes“, – in Übereinstimmung mit den Aussagen des Gesetzes und der Propheten.

 „Doch jetzt hat Gott – unabhängig vom Gesetz, aber in Übereinstimmung mit den Aussagen des Gesetzes und der Propheten – seine Gerechtigkeit sichtbar werden lassen“. Römer 3:21

Nachdem er den ausweglosen Zustand der Menschen beschrieben hat, beginnt er nun die Gerechtigkeit zu erklären, die vor Gott zählt. Gerade hat er noch im Vers 20 erklärt, dass kein Mensch durch Werke vor Gott bestehen kann, so zeigt er uns nun, dass „Gottes Gerechtigkeit“ nicht im Widerspruch zu dem Gesetz des Alten Testaments steht. Seine Erklärung ist also nicht seine Idee, sondern wird durch das Gesetz und durch die Propheten bezeugt und von Gott immer wieder verdeutlicht.

Zum Beispiel in Daniel 9:24: „Siebzig mal sieben Jahre müssen vergehen, bis Gott seine Absicht mit deinem Volk und mit der heiligen Stadt erreicht hat: Zu dieser Zeit bereitet er der Auflehnung gegen ihn ein Ende, die Macht der Sünde wird gebrochen, und die Schuld ist gesühnt. Dann werden Menschen für immer vor Gott bestehen können, die Visionen und Voraussagen der Propheten erfüllen sich, und das Allerheiligste im Tempel wird wieder neu geweiht“.

Oder in 5.Mose 30:10,11, ein äußerst wichtiger Text zu diesem Thema, auf den sich auch der Apostel Paulus bezieht. „Denn Jahwe wird sich wieder über dich freuen und dir Gutes tun, wie er sich über deine Vorfahren gefreut hat, weil du auf das Wort Jahwes, deines Gottes, hörst, um seine Gebote und Vorschriften zu halten, die in diesem Gesetzesbuch aufgeschrieben sind, und weil du zu Jahwe, deinem Gott, mit Herz und Seele umkehrst. Denn das Gesetz, das ich dir heute gebe, ist nicht zu schwer für dich und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf und holt es herunter und lässt es uns hören, damit wir es befolgen können?

Es ist auch nicht auf der anderen Seite des Meeres, sodass du sagen müsstest: Wer fährt für uns hinüber und holt es her und lässt es uns hören, damit wir es befolgen können?  Nein, das Wort ist dir ganz nah. Du hast es schon auf den Lippen und im Herzen, und du kannst es befolgen.” 5.Mose 30:10,11

 Der Apostel Paulus erklärt uns den Sinn dieser Worte aus 5. Mose 30: 10,11 in Verbindung mit der Gerechtigkeit Gottes so: „Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die auf dem Gesetz beruht, so: “Wer sich nach seinen Vorschriften gerichtet hat, gewinnt das Leben.” Aber die Gerechtigkeit Gottes, die auf dem Glauben beruht, sagt: “Du musst dich nicht fragen: ‘Kann denn jemand in den Himmel hinaufsteigen?'” – als müsste man Christus von dort herabholen -, “oder: ‘Kann jemand in den Abgrund hinuntersteigen?'” – als müsste man Christus von den Toten heraufholen.

Im Gegenteil, die Gerechtigkeit Gottes sagt: “Das Wort ist dir ganz nahe. Es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.” Mit diesem Wort ist die Botschaft vom Glauben (an Christus) gemeint, die wir predigen. Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Römer 10:5-9

Das Blut der Opfertiere diente als Vorbild für diesen Plan Gottes. Deshalb ist die rechtfertigende Gerechtigkeit, obwohl sie uns neu erscheint, in Wirklichkeit eine alte Gerechtigkeit, die im Alten Testament schon ihre Schatten vorauswarf und schon vorhergesagt wurde.

Der Weg zur Rettung wie ihn der Wachtturm lehrt!

Gottes Weg, die Menschen aus der Sünde zu retten, wird nun durch das Evangelium aufgezeigt. Es geschieht durch seine Barmherzigkeit, durch Jesus Christus, ohne jegliche Rechte oder Ansprüche, die sich durch Gehorsam dem Gesetz gegenüber ergeben könnten. „Es ist die Gerechtigkeit Gottes, die durch den Glauben an Jesus Christus geschenkt wird und allen zugutekommt, die glauben. Römer 3:22

Gottes Gerechtigkeit kommt also aus dem Glauben an Christus, den gesalbten Erlöser, so hat es Christus selbst immer wieder zum Ausdruck gebracht. Glaube bedeutet hier, sich voll und ganz auf den auferstandenen Christus als persönlichen Retter zu verlassen, der die einzige Hoffnung zur Rettung darstellt. Die Aufforderung, Jesus als persönlichen Retter anzunehmen, klingt in den Ohren der Zeugen fremd, ja, sie scheint sogar verpönt zu sein. Ein Zeuge Jehovas, der von sich sagt „er habe Christus als seinen persönlichen Retter“ angenommen, wird misstrauisch angesehen.

Nun ist es ja nicht so, dass der Wachtturm den Glauben an Christus nicht als Bedingung der Rettung lehrt. Zitat aus dem Wachtturm vom 1.3. 2008, S. 20,12: „Das Wohlwollen Jehovas erlangt man nicht durch Gehorsam gegenüber dem Gesetz, sondern dadurch, dass man Jesus anerkennt und Glauben an ihn ausübt.“

Ein schöner Satz, aber die Wirklichkeit ihrer Lehre sieht anders aus. Man achte auf die raffinierte Ausdrucksweise dieses Satzes, der, wenn man ihn oberflächlich liest, zunächst die Botschaft der Rettung durch Christus beinhaltet. Es wird nicht von Gnade und Rettung durch Glauben gesprochen, sondern vom „Wohlwollen Jehovas“ und mit der Formulierung „Glauben ausüben“ wird der Nachdruck auf Werke gelegt. Glaube allein genügt nicht, Werke müssen vollbracht werden.

Nun ist es natürlich richtig, dass Christen Werke der Liebe vorweisen müssen, um die Echtheit ihres Glaubens zu untermauern. Diese Werke der Liebe werden aber nicht zur Gerechtigkeit vor Gott führen. Egal, was du tust, ob du gute Werke vollbringst oder nicht, nur wenn du erkennst, dass du ein Sünder bist, kannst du aufgrund der Gnade Gottes und seiner Gerechtigkeit Errettung finden. Die Botschaft der Rettung, wie sie vom Sklaven vertreten wird, klingt so ganz anders.

 Zitat aus dem WT-Studienartikel 15.März 2015Die voraussichtlichen Schafe, deren Zahl ständig wächst, betrachten es als Vorrecht, Christi Brüder nicht nur beim Predigen, sondern auch auf praktische Weise zu unterstützen. Unter anderem geschieht das durch Spenden und die Mithilfe beim Bau von Königreichssälen, Kongresssälen und Zweigbüros. Außerdem gehorchen sie denen loyal, die „der treue und verständige Sklave“ mit der Führung beauftragt hat (Mat. 24:45-47; Heb. 13:17).

Bald werden die Engel die vernichtenden Winde loslassen, mit denen die große Drangsal beginnt. Dies wird geschehen, nachdem der Überrest der Brüder Christi seine endgültige Versiegelung erhalten hat (Offb. 7:1-3). Bevor dann Harmagedon ausbricht, werden die Gesalbten in den Himmel aufgenommen (Mat. 13:41-43). Hoffst auch du, als Schaf eingestuft zu werden? Dann ist jetzt die Zeit, Christi Brüder loyal zu unterstützen!

Hier wird in anmaßender Manier unsere Rettung von unserem Gehorsam dem Sklaven gegenüber abhängig gemacht, dem wir – seiner Ansicht nach – vollständig vertrauen sollen. Wir müssen ihn durch Arbeitseinsatz und Spenden unterstützen. Nur so können wir angeblich unsere Rettung bewirken. Der Glaube an Christus bleibt außen vor.

Was ist Glaube?

Glaube ist kein irrationaler Sprung ins Ungewisse. Glaube findet Beweise in der Unfehlbarkeit des Wortes Gottes. Wobei man nicht davon ausgehen muss, dass jedes Wort inspiriert ist, sondern meint, dass das Wort Gottes als Ganzes eine Botschaft der Rettung vermittelt und uns den Willen Gottes aufzeigt, wenn auch nicht in allen Einzelheiten.

Es geht um das Vertrauen in unseren Schöpfer, und was ist vernünftiger als an einen Schöpfer zu glauben und als Geschöpf diesem Schöpfer zu vertrauen. Wir müssen erkennen, dass die Erlösung für alle Menschen allein durch den Glauben an das Opfer Christi erreichbar ist. Dieser Glaube ist ausreichend und nicht von einem bestimmten Prozentsatz eigener Werke abhängig. Ganz abgesehen davon, dass in dem oben erwähnten Artikel die Worte Jesu von der WTG mal wieder auf schlimme Art und Weise für eigene Ziele missbraucht werden, hängt unsere Rettung nicht von der Unterstützung der angeblichen „Brüder Christi“ in Broocklyn oder Warwick ab.

Deshalb sagt Paulus, dass die Erlösung für alle erreichbar ist, für Juden und Nichtjuden. Keiner hat von nun an einen Vorteil vor Gott. Sowohl in den Juden als auch in den Menschen von den Nationen ist die Urverdorbenheit des Fleisches eingewurzelt, aus der die eigentliche Übertretung hervorgeht.

Durch Gnade oder unverdiente Güte?

Paulus unterscheidet zwischen Sünde und Sünden. Sünden sind die einzelnen Handlungen, die auf unterschiedliche Weise von jedem Einzelnen begangen werden. Sünde dagegen bezieht sich auf die sündige Natur des Menschen, auf unseren Zustand. Was wir sind, ist um einiges schlimmer als das, was wir in unseren Leben je getan haben mögen. Römer 1:21

Der Begriff „Gnade“ ist ein wichtiger Begriff in den Briefen des Paulus, den er alleine im Römerbrief 24 Mal verwendet. Die WTG hat diesen Begriff in ihrer NWÜ entfernt und ersetzt ihn durch „unverdiente Güte“.DochGüte ist etwas anderes als Gnade. Gnade beinhaltet die vollständige und fast bedingungslose Freisprechung. Ein Mörder, der seine Tat bereut und dessen Reue sichtbar ist, kann von seinem Richter begnadigt werden. Er ist von seiner Schuld und ihren Folgen freigesprochen. Ein Richter, der ihm Güte erweisen möchte, wird die Strafe lediglich mildern, wenn der Sünder bereit ist, gewisse Werke zu erbringen.

Ohne eine objektive Grundlage kann Gott aber keine Gnade erweisen. Er wird nicht ohne weiteres über die Sünde hinweg sehen können und so tun, als ob nichts geschehen sei. Die Grundlage seiner Gnade ist das Opfer Jesu. Das griechische Wort „dikaioo“ ist ein Begriff aus der Rechtsprechung und bedeutet für gerecht erklärt, nicht gerecht gemacht! Rechtfertigung bedeutet jedoch nicht, dass jemand wirklich an sich gerecht gemacht ist. Gott macht Sünder nicht sündenlos noch gerecht. Gott erklärt sie für gerecht, obwohl sie es nicht sind, auf Grund der Erlösung durch Jesus Christus. Röm. 3:24

Die Sünden des Gläubigen rechnet Gott Christus an, der einen Opfertod starb, und den vollkommenen Gehorsam Christi gegenüber dem Gesetz rechnet er dem gläubigen Christen zu. Diese Art der Rechtfertigung ist ein Geschenk der Gnade Gottes, welches er allen bußfertigen und glaubenden Sündern zuteilt. Das geschieht völlig ohne jedes Zutun menschlicher Verdienste oder Werke.

Der Begriff Erlösung kommt von dem griechischen Wort „apolutroo“ und bedeutet erlösen, indem der Preis gezahlt wird. Dass Christus sein Leben als Lösegeld gab, rechtfertigt noch keinen Sünder vor Gott, sondern nur dessen Glauben, der sich völlig auf das Lösegeld beruft.

„Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt“ Röm. 3:25 Das Wort Sühnopfer ist der Schlüssel für das Sühnungswerk von Christus. Es vermittelt den Gedanken der Genugtuung oder Befriedigung. Hier bedeutet es, dass Jesu Opfertod die angegriffene Heiligkeit Gottes sühnte. Doch der Tod Jesu steht für mehr als nur für die Erlösung des Menschen. Warum? Durch den Tod Jesu offenbarte sich Gott auf eine Weise, dass wir erkennen können, wer er ist.

Römer 3:26: er hatte Geduld mit ihnen(den Juden). Jetzt aber vergibt er ihnen ihre Schuld und erweist damit seine Gerechtigkeit. Gott allein ist gerecht und spricht den von seiner Schuld frei, der an Jesus Christus glaubt.“

Noch einmal, das bedeutet nicht, dass Gott der Sünde gegenüber gleichgültig ist und sie einfach übersieht. Gottes Gerechtigkeit fordert, dass jede Sünde gesühnt und jeder Sünder zur Rechenschaft gezogen wird. Doch warum strafte Gott die Sünder nicht sofort? Ist er vielleicht doch nicht so gerecht und übersieht Sünde einfach?

Paulus spricht zuerst davon, dass Gott geduldig ist. Er will, dass alle Menschen Buße tun, im Sinne von „Umsinnen“.  „Für wie armselig haltet ihr denn Gottes unendlich reiche Güte, Geduld und Treue? Seht ihr denn nicht, dass gerade diese Güte euch zur Umkehr bewegen will,Ihr aber weigert euch hartnäckig, zu Gott zu kommen und euer Leben zu ändern. Es ist allein eure Schuld, wenn euch Gottes Zorn am Tag des Gerichts mit ganzer Härte trifft. Wenn Gott sich als der Richter zeigt, wird jeder bekommen, was er verdient hat.

Ewiges Leben in Herrlichkeit und Ehre wird er denen geben, die sich danach sehnen und die mit großer Ausdauer Gutes tun,Gottes unversöhnlicher Zorn aber wird die treffen, die aus Selbstsucht Gottes Wahrheit leugnen, sich ihr widersetzen und dafür dem Unrecht gehorchen. Angst und Not werden über alle kommen, die Böses tun; zuerst über die Juden, dann aber auch über alle anderen. Aber jedem, der Gutes tut, wird Gott seine Herrlichkeit, Ehre und Frieden schenken, zuerst den Juden, dann auch allen anderen.

Denn vor Gott sind alle Menschen gleich. Wer also Gottes Willen nicht beachtet und gegen seine Gebote handelt, wird sein Leben auf ewig verlieren, auch wenn er Gottes geschriebenes Gesetz gar nicht kannte. Und wer vom Gesetz wusste und dennoch dagegen verstieß, wird von Gott nach dem Gesetz gerichtet werden. Entscheidend ist nämlich nicht, ob man Gottes Gebote kennt. Nur wenn man auch danach handelt, wird man von Gott angenommen. Freilich gibt es unter den Völkern Menschen, die Gottes Gebote gar nicht kennen und doch danach leben, weil ihr Gewissen ihnen das vorschreibt.

Durch ihr Handeln beweisen sie, dass Gottes Gesetz in ihre Herzen geschrieben ist, denn ihr Gewissen und ihre Gedanken klagen sie entweder an oder sprechen sie frei. Was heute noch in den Menschen verborgen ist, wird einmal sichtbar und offenkundig werden, und zwar an dem Tag, an dem Gott durch Jesus Christus die Menschen richten wird. So bezeugt es die rettende Botschaft, die ich verkünde. Gott ist geduldig, da er weiß, dass durch den Tod seines Sohnes die Sünde und Schuld der Menschen getilgt wird. Römer 2:4-13

Seine Geduld ist also der Beweis seiner Gnade, nicht seiner Ungerechtigkeit. Paulus liegt so viel daran, dass die Menschen Gottes Gerechtigkeit erkennen, dass er die Worte „um seine Gerechtigkeit zu zeigen“ immer wieder wiederholt.

Mindestens 4000 Jahre hielt der Schöpfer sein Gericht über die Sünde zurück. Als die Zeit erfüllt war, sandte er seinen Sohn, dass er die Sünden tragen sollte. Gott schüttete den vollen Zorn seines gerechten und heiligen Wesens über seinen geliebten Sohn.

„Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blutum seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist. Römer 3:26 (Schlachter)

„Wo bleibt nun das Rühmen?“ fragt Paulus. Es ist ausgeschlossen! Der gerechtfertigte Christ erkennt und sagt: „Ich habe die GANZE Sünde vollbracht“! Echter Glaube schließt die Möglichkeit der Selbsterlösung, Selbsthilfe, Teilhilfe oder Selbstverbesserung aus und erwartet alles von Christus als Erlöser.

Zusammenfassung:

Mit dem Geschehen auf Golgatha lieferte Gott den erhabensten Beweis seines Hasses gegen die Sünde. Gott hasst Sünde so sehr, dass er nicht einmal seinen Sohn verschonte, als dieser unsere Sünde trug und zerschlug ihn. Wenn wir niemals gesündigt hätten, wäre unser Gehorsam zum Gesetz UNSERER Gerechtigkeit gewesen. Paulus sagte: „Wer diese Dinge tut, wird dadurch leben“ Gal. 3:12

Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, dass alle Irrlehren, die in den christlichen Kirchen in Erscheinung traten, darauf hinwirkten, den Menschen und seine Leistungen zu erhöhen. Sie zielten immer, offen oder auch verdeckt, auf die Leistung des Menschen und leugneten die Souveränität der göttlichen Gnade.

 

 

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Matthäus

Vielen Dank für den tröstlichen Aufsatz, der einmal mehr zeigt auf welcher Grundlage unsere Annahme und Rettung bei und durch Gott möglich ist. Hier im Gegensatz wie der Wachtturm den Gläubigen ein schlechtes Gewissen einreden möchte und zu immer mehr Leistungen anspornen will: WT 15.1.2013, S. 26, Abs 14 Zitat: “Diene ich Gott weiterhin treu, damit ich mir künftig nichts vorzuwerfen habe? Da die große Drangsal nahe ist, möchten wir nicht von Fragen gequält werden wie: Hätte ich im Dienst Gottes nicht mehr tun können? Warum habe ich nicht den Pionierdienst aufgenommen, als ich die Gelegenheit dazu hatte? Was hat… Weiterlesen »

Silas/Silvanus

Dank an den Autor für den gut ausgearbeiteten Artikel Zitat: “Der Begriff „Gnade“ ist ein wichtiger Begriff in den Briefen des Paulus, den er alleine im Römerbrief 24 Mal verwendet. Die WTG hat diesen Begriff in ihrer NWÜ entfernt und ersetzt ihn durch „unverdiente Güte“. Doch Güte ist etwas anderes als Gnade. Gnade beinhaltet die vollständige und fast bedingungslose Freisprechung.” Dem kann ich nur zustimmen. Gemäß Wikipedia manifestiert sich Güte auf folgende Weise: “Unter Güte versteht man eine freundliche, wohlwollende und nachsichtige Einstellung gegenüber Anderen.” Lediglich in nachsichtiger Weise über unsere Sünden hinwegzusehen, würde dem Gerechtigkeitsempfinden Gottes widersprechen. Es war… Weiterlesen »

Anna

Lieber Matthäus,
danke, du bringst die Gedanken auf den Punkt. Grad habe ich mit einem alten kranken Bruder telefoniert. Und er will unbedingt Samstag zum Treffpunkt, weil das doch so wichtig ist und um dem Sklaven gehorsam zu sein. Er ist über 80 und wirklich krank. Denkt aber ernsthaft sich damit seine Rettung zu verdienen.
Herzliche Grüße an alle Anna

Tommy

Ja, ist schwierig zum Glauben zu kommen, dass es alleine Gottes geschenk ist, dass wir erhalten wenn wir erkennen und zustimmen, dass er seinen Sohn geopfert hat genau dafuer. Wir haetten uns niemals irgendetwas verdienen koennen. Noch schwerer (nur eine Meinung) zu verstehen, dass der Geist uns die Dinmge tun laesst wie Gott es sich vorstellt.
Arme Gesetzeswerker, die denken sie koennten von sich aus, ohne Gott, etwas tun.
Hmmm.
Gruesse an alle
Tommy

waytodawn

Es könnte so einfach sein. Aber “einfach” war noch nie eine unserer Stärken.

Statt sich auf Gottes Führung zu stützen verlangte man nach einem König und der wurde ihnen gegeben…
Man verlangte nach langem Hin und Her und Ungehorsam nach einem Retter, den Jehova sowieso gegeben hätte – dieser wurde verworfen…

Und heute? Noch immer fragen viele Leute, viele Brüder die selbe Frage wie auch Petrus “Zu wem sollen wir gehen?”, ohne zu hinterfragen, in welchem Zusammenhang das geschah. Jede christliche Gemeinde, die von Jesus wegführt, muss gemieden werden!

Sauber herausgearbeiteter Artikel

Gruß

Uwe

Brigitte

Ein nicht genehmer Kommentar, Der Studienartikel vom letzten Wochenende mit dem Thema: „Jesu Auferstehung- ihre Bedeutung für uns“ führt uns mal wieder so richtig vor Augen wie wichtige Themen und Ereignisse aus der Bibel missbraucht werden um die Ziele der WTG zu verfolgen. Jesu Auferstehung gibt uns den Mut zu predigen, soll die Kernaussage dieses Ereignisses sein. Gottes Willen können wir nun noch besser tun und Jesu Auferstehung ist die Garantie dafür das er die Menschen nach Gottes Maßstab liebevoll richtet u.s.w. Zum letzten Abschnitt wurde die Frage gestellt: „Welche Bedeutet hat die Auferstehung Jesu für dich“ Hier sah ich… Weiterlesen »

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