Können wir gegen den Teufel gewinnen?

Kommentar zum WT 15.5.2015: „Widersteht ihm, fest im Glauben“ und „Du kannst gegen den Teufel gewinnen!

Von Meleti Vivlon, Beroean Pickets und Bruderinfo

In dem Artikel „Widersteht ihm, fest im Glauben“wurde uns Satan als mächtiges Geistwesen erklärt, das viel intelligenter und stärker ist als wir Menschen, für jeden gläubigen Christ eine Binsenweisheit.

satan-tempting-jesusDass Satan verantwortlich ist für den Zustand der Sünde, in dem wir alle leben, ist ebenfalls eine Tatsache, die jeder Christ akzeptiert. Ein Christ, der mit sich ehrlich ist, wird auch die Tatsache akzeptieren, dass er sich aus diesem Zustand nicht durch Werke oder ein sündenfreies Leben befreien kann. Von daher ist die Aussage des WT-Artikels, „Du kannst gegen den Teufel gewinnen“, irreführend, wenn in diesem Zusammenhang nicht darauf verwiesen wird, dass wir nur auf Grund des Opfers Jesu die Macht des Teufels und der Sünde brechen können.

Zitat Abs. 8: Der Apostel Petrus verglich den Teufel mit einem brüllenden Löwen. Gemäß einem Nachschlagewerk beschreibt das griechische Wort, das mit „brüllen“ übersetzt wird, „den Schrei eines sehr hungrigen Tieres“. Wie gut das doch zu Satans Absichten passt! … Abs. 10 Ein ausgehungerter Löwe hat kein Mitleid mit seiner Beute. Er empfindet weder Mitgefühl, bevor er tötet, noch hat er hinterher Gewissensbisse. Der Teufel hat ebenfalls kein Mitleid mit denen, die er verschlingen möchte.

Ja, der Apostel Petrus macht diesen Vergleich, um uns zu ermahnen, auf der Hut zu sein vor den Anschlägen des Teufels. Dass die Schreiber dieses Artikels ein Nachschlagewerk bemühen, um uns einen hungrigen Löwen zu erklären, zeigt eigentlich nur, auf welchem Kindergartenniveau sich ihre Belehrung bewegt.

Dass ein Löwe kein Mitleid mit seinem Opfer hat, liegt in der Natur. Es geht für ihn ums Überleben. Von daher ist es nicht im Sinne von Petrus, dass man versucht, seine Veranschaulichung mit sinnlosen Vergleichen zu erklären.

Widersprüchlich, wenn nicht sogar albern, ist folgende Bemerkung, Zitat Abs. 8:

„Obwohl schon die ganze Welt in seiner Macht liegt, möchte er immer noch mehr Opfer verschlingen (1. Joh. 5:19). Die Welt ist für ihn bloß eine „Vorspeise“. Für ihn zählen die „Hauptspeise“, der gesalbte Überrest, und die „Beilage“, die „anderen Schafe“ (Joh. 10:16; Offb. 12:17). Der Teufel ist entschlossen, Jehovas Volk zu verschlingen. Die Verfolgungswellen, die er seit dem 1. Jahrhundert gegen Jesu Nachfolger losgetreten hat, zeigen deutlich, wie bösartig er ist“.

Was soll man zu dieser lächerlichen „Bibelexegese“ noch sagen? Ein Satz ist in sich schon ein Widerspruch. „Obwohl schon die ganze Welt in seiner Macht liegt, möchte er immer noch mehr Opfer verschlingen“.

Wenn schon die ganze Welt, sprich die gesamte Menschheit, in seiner Macht ist, wie es die Bibel ja auch lehrt, wen will er dann noch verschlingen? Die „Welt“ angeblich die „Vorspeise“ hat er doch schon lange verschlungen.

Seine Hauptspeise sollen die „Gesalbten“ sein. Es dreht sich ja immer alles um die Gesalbten, sprich um die Gesalbten, wie sie von den Zeugen definiert werden. Es handelt sich um die obere “Klasse” aller laut WTG zu himmlischem Leben „Berufenen“, durch “Heiligen Geist” “Gezeugte” und “Wiedergeborene” Menschen, die das “innere Zeugnis des Geistes” betreffs ihrer “Gottessohnschaft” erhalten haben, wodurch sie zu “Brüdern Christi” (adoptierte Mit-Söhne  Gottes) werden. Dies schließt natürlich alle Glieder der Leitenden Körperschaft, den „treuen und verständigen Sklaven” ein. Angeblich geht es dem Teufel hauptsächlich nur um diese. Die 8 Millionen anderen Schafe sind also nur Beiwerk oder die „Beilage zur Hauptspeise“, um im Bild zu bleiben. Welch eine Arroganz spricht doch aus diesen Worten.

Tatsächlich richtet sich die Wut Satans mit gleicher Intensität auf ALLE diejenigen, die das Opfer Christi für sich angenommen haben und an ihn glauben. Diese Menschen haben erkannt, dass sie in Sünde geboren sind und aus diesem Zustand alleine keinen Weg finden.

Auch wenn sie sich bemühen, der Sünde zu widerstehen, was ihnen nicht vollständig gelingen wird, werden sie auf diesem Weg keine Befreiung finden. Deshalb ist es eine Verwischung der tatsächlichen Situation, wenn man uns einredet, der Teufel möchte uns zu Sünden verführen, um uns zu verschlingen. Da wir als Nachkommen von Adam und Eva in Sünde geboren sind, hat er uns alle schon verschlungen.

Das einzige, was er versucht, und das ist der Hintergrund des Vergleiches mit dem brüllenden Löwen des Apostel Petrus, ist, uns glauben zu machen, wir schaffen es alleine, der Sünde zu widerstehen und benötigen deshalb das Opfer nicht.

Das Opfer Jesu zu verhindern und die Menschen von Christus zu trennen, ist seine einzige Waffe, die er noch besaß. Das erste ist ihm nicht gelungen, und dass der zweite Schritt nicht gelingt, liegt in unserer Hand. Wenn er es schaffen sollte, uns von Christus zu trennen, etwa dadurch, dass wir denken, uns auf unsere eigene Leistung verlassen zu können, hat er uns verschlungen wie ein brüllender Löwe.

Deshalb ist auch die Aussage im folgenden Absatz nichts anderes als Nonsens, Zitat Abs. 9,10: Um Gottes Vorsatz zu vereiteln, greift der Teufel Gottes Volk noch auf eine andere Weise an. ….Können wir uns zum Beispiel vorstellen, wie oft der Teufel darauf gelauert haben muss, dass die Israeliten schweren Sünden wie sexueller Unmoral oder Habgier zum Opfer fielen?

10 Der Teufel hatte einen besonderen Grund, sich auf das alte Israel zu konzentrieren. Immerhin sollte diese Nation den Messias hervorbringen — denjenigen, der ihn vernichten und Jehovas Souveränität rechtfertigen würde.

Diese Behauptung impliziert den Gedanken, dass Gottes Vorsatz, einen Messias zur Rettung der Menschheit bereitzustellen, davon abhängen würde, dass die Israeliten schweren Sünden und sexueller Unmoral nicht zum Opfer fielen.

Doch das Verhältnis der Israeliten zu Jehova war von Sünde und Widerspenstigkeit gekennzeichnet. Es braucht vom Teufel nicht zerstört werden, um sie mit Sünde zu verunreinigen. Da auch die Israeliten, wie alle Nachkommen Adams, waren  der Sünde verfallen.

Denken wir an David und seinen Ehebruch und Mord; hat diese schwere Sünde verhindert, dass er der menschliche Urvater Jesu wurde? Wenn Jehova die Verwirklichung seines Planes zur Rettung der Menschheit von der Reinheit und Vollkommenheit eines Menschen abhängig gemacht hätte, wäre er zum Scheitern verurteilt.

So gesehen, ist auch der Hinweis auf die mögliche Verführung Saras durch Satan zum Ehebruch nichts anderes als ein weiterer Versuch, uns glauben zu lassen, dass wir durch unser Handeln auf moralischem Gebiet unsere Rettung festmachen könnten.

Frage zu Absatz 11: „Weshalb hatte es der Teufel wohl auf Sara abgesehen?“

Hier stellt sich die Frage: Wo steht in der Bibel, dass es Satan besonders auf Sara abgesehen hatte?

Zitat Abs. 11: „Der Hass des Teufels richtete sich vor allem gegen die Menschen, die Vorfahren des Messias werden sollten. Was geschah zum Beispiel, nachdem Abraham gesagt worden war, er würde „eine große Nation“ werden? (1. Mo. 12:1-3). Als er und Sara in Ägypten waren, ließ Pharao Sara in sein Haus holen — offensichtlich, damit sie seine Frau wird. …. Steckte der Teufel dahinter? Hoffte er, dass Sara, die das wohlhabende Ur verlassen hatte und nun in Zelten wohnte, durch das luxuriöse Leben im Palast Pharaos oder Abimelechs verführt werden könnte? Dachte Satan, Sara würde ihrem Ehemann — und Jehova — untreu werden und eine ehebrecherische Ehe eingehen?

Die Bibel sagt zwar nichts darüber, aber es ist nur logisch, dass sich der Teufel überaus gefreut hätte, wenn Sara als Vorfahrin des verheißenen Nachkommen untauglich geworden wäre.

Ganz abgesehen davon, dass es nicht Satan war, der Sara in diese Situation der Verführung brachte, sondern Abraham selbst, muss auch hier gesagt werden, dass das Verhalten Saras, wie auch immer, keinen Einfluss auf das Vorhaben Gottes hatte.

Die große Verheißung  wurde dem Abraham und Sara nicht in Abhängigkeit von dem Halten des Gesetzes gegeben, sondern aufgrund gnädiger und einseitig verpflichtender Zusage Gottes. Es handelt sich hier um keinen gegenseitigen Vertrag Leistung – Gegenleistung, Gott allein ging zum Vertragsschluss durch die Opfertiere hindurch. Dieser Zusage glaubte/vertraute Abraham (1 Mo 15,6). Das beschreibt die Bibel mit den Worten „aus Glauben“.

Warum hat unser Schöpfer so gehandelt? Er tat dies, um die Verheißung sicher und fest zu machen – unabhängig vom menschlichen Wohlverhalten oder dem Halten des Gesetzes. Hätte Gott die Verwirklichung dieser Verheißung vom unvollkommenen, menschlichen Verhalten abhängig gemacht, wäre sie zum Scheitern verurteilt. Sie ist ausschließlich an Gott selbst festgemacht.

primera tentacionDas einzig Sinnvolle, das Satan tun konnte, bestand darin, den Messias direkt anzugreifen, um ihn zu verhindern. Deshalb die Tötung der kleinen Kinder durch Herodes. Deshalb der Versuch, Jesus zur Untreue gegen Gott zu verführen, und deshalb der Versuch durch Petrus, ihn daran zu hindern, den Weg des Opfertodes zu gehen. Und deshalb auch seine ständigen Versuche, uns von Christus zu trennen.

Wie üblich kommt dann der Artikel am Schluss zu dem eigentlichen Anliegen, dem Teufel zu widerstehen bedeutet, eifrig an unserer Rettung durch Einsatz und theokratische Tätigkeiten zu arbeiten.

Zitat Abs. 18 Uns sichert die Bibel jedoch zu: „Gott ist nicht ungerecht, dass er eure Arbeit und die Liebe vergessen würde, die ihr seinem Namen gegenüber erzeigt habt“ (Heb. 6:10). Jehova schätzt alles, was wir tun, um ihm zu gefallen — unser Dienst ist nicht vergeblich!

Wenn wir als Zeugen Jehovas das Wort Dienst lesen oder hören, denken wir automatisch an den Predigtdienst oder den Dienst für theokratisch- organisatorische Tätigkeit. Doch woran dachte Paulus, als er die Worte aus Hebr. 6:9,10 sprach?

Doch wir sind trotz des Gesagten überzeugt, liebe Geschwister, dass für euch der bessere Teil dieses Vergleichs zutrifft und eure Rettung keineswegs in Frage gestellt ist. Denn Gott ist nicht ungerecht. Er vergisst nicht, wie ihr ihm eure Liebe bewiesen und für ihn gearbeitet habt, indem ihr den anderen Gläubigen dientet und das noch immer tut. NeÜ

Oder Hfa: Denn Gott ist nicht ungerecht. Er vergisst nicht, was ihr getan habt und wie ihr aus Liebe zu ihm anderen Christen geholfen habt und immer noch helft.

Paulus spricht hier von Werken, die wir aus Liebe zu Gott und Christus unseren Mitchristen erwiesen haben. Es geht also um praktische Nächstenliebe am einzelnen Menschen, nicht um Tätigkeiten für eine Organisation.

Zitat Abs. 19: „Können wir gegen diesen furchterregenden Gegner gewinnen? Ja, denn ….. Jehova macht uns durch sein Wort mit Satans Methoden vertraut, sodass uns „seine Anschläge . . . nicht unbekannt“ sind (2. Kor. 2:11). Wenn wir verstehen, wie Satan vorgeht, fällt es uns leichter, wachsam zu bleiben. Dennoch reicht es nicht, „seine Anschläge“ nur zu kennen. Die Bibel sagt: „Widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen“ (Jak. 4:7).

Können wir gegen Satan gewinnen? Ja, aber nicht, weil wir seine Methoden kennen, sondern weil Jesus Christus ihn schon besiegt hat. Dieser Sieg Christi über Satan wird im ganzen Artikel nicht erwähnt. Vielmehr wird so getan, als ob es in unserer Hand liegt, ihn zu besiegen.

Der angeführte Text aus Jak. 4:7 vermittelt uns eben nicht den Gedanken, dass wir den Teufel besiegen können. Wenn wir diesen Vers im Kontext lesen, erkennen wir, dass Jakobus uns vielmehr davor warnt, in unserer Überheblichkeit zu denken, wir kämen ohne die Gnade Gottes aus:Aber in seiner Gnade will er uns noch viel mehr schenken; denn es heißt auch: »Gott widersetzt sich den Überheblichen, aber denen, die gering von sich denken, wendet er seine Liebe zu. Deshalb ordnet euch Gott unter! Leistet dem Teufel Widerstand, und er wird vor euch fliehen.

Sich Gott unterzuordnen bedeutet, das Opfer Jesu demütig anzunehmen und den Versuchungen des Teufels, uns von Gott und Christus trennen zu wollen, zu widerstehen. Wenn wir fest an das Opfer Jesu glauben und das Gesetz des Christus erfüllen, nur dann wird er von uns fliehen.

Mit dem folgenden Artikel, Thema: Du kannst gegen den Teufel gewinnen! versucht man uns nun drei Bereiche zu zeigen, in denen wir gegen den Teufel gewinnen können.

Bemerkenswerterweise legt man diesem Artikel 1. Petrus 5:9 zugrunde „Widersteht ihm, fest im Glauben“. Obwohl also auch Petrus davon spricht, dass wir dem Teufel nur durch unseren Glauben widerstehen können, spricht auch dieser Artikel, diesmal aber konkret, drei Verhaltensweisen an, die es zu überwinden gilt, um den Teufel zu besiegen.

Es geht um die Frage: „Wie können wir dem Teufel widerstehen, wenn es um Stolz, Materialismus und Unmoral geht? Es handelt sich um die drei Lieblingsthemen der WTG.

Menschen, die nicht stolz sind, nehmen alles demütig an, was der Sklave ihnen vermittelt. Ein echter Diener Jehovas strebt nicht nach materiellen Dingen, sondern setzt sich voll für theokratische Interessen der Organisation ein. Mit der Keule der Unmoral ist es ein Leichtes, den Menschen ein schlechtes Gewissen einzureden, so dass sie besser manipulierbar sind.

Doch auf diese Aussagen wollen später ausführlicher eingehen.

Wir beginnen mit Absatz 1 und heben die einzigartige Lehre der Zeugen Jehovas hervor. Es gibt nach dieser Lehre zwei Gruppen von Christen, die Satan bekämpft, die gesalbten Christen und die Christen der anderen Schafe.

Zitat Abs. 1: WIR befinden uns im Krieg! Der Teufel kämpft gegen den gesalbten Überrest und die „anderen Schafe“ (Joh. 10:16). In der kurzen Zeit, die ihm noch verbleibt, hat er nur ein Ziel: So viele Diener Jehovas wie möglich zu verschlingen. (Lies Offenbarung 12:9,12.) Können wir den Kampf gegen ihn überhaupt gewinnen? Ja! Die Bibel sagt: „Widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen“ (Jak. 4:7).

Der angeführte Text aus Johannes 10:16 ist aber kein Beweis für diese Behauptung. Wenn überhaupt, kann der Text verwendet werden, um zu veranschaulichen, dass es zwei Arten von gesalbten Christen im ersten Jahrhundert gab: Juden- und Heidenchristen.

Im Absatz 3 heißt es weiter: „Und nach der Geburt von Gottes Königreich im Jahr 1914 war er es, der gegen den Überrest der Gesalbten „Krieg zu führen“ begann.“

Man kann sich eigentlich nur fragen, was Satan vor 1914 gemacht hat. Hat er vielleicht untätig herumgesessen? Hat er den gesalbten Christen einen Vorsprung von 1881 Jahren gegeben, was jedoch von ihm ungewöhnlich sportlich zu sein scheint. Anscheinend war er in einer ziemlich guten Stimmung bis zum Oktober 1914, als die 2520 Jahre zu Ende gingen und er aus dem Himmel geworfen wurde. Dann wurde er aber wirklich wütend. In der Tat, war das der Grund, weshalb er den ersten Weltkrieg begann? Zumindest ist es so, wie wir die Erfüllung von Offenbarung 12:12 verstehen.

Christen wissen aber, warum. Aufgrund ihrer Bibelkenntnisse wissen sie, dass der Erste Weltkrieg zeitlich mit der Geburt des Königreiches Gottes im Himmel zusammenfiel, was für die Erde ein „Wehe“ bedeutete. Weshalb? „Weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, dass er nur eine kurze Frist hat“ (Offb. 12:9-12; vergleiche Matthäus 24:3, 7, 8).“ (w79 15.5. – S. 13 – Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung)

Sie verstanden unter dieser Zeitspanne 2 520 Jahre, die mit dem Sturz des alten davidischen Königreiches in Jerusalem begann und im Oktober 1914 enden sollte.“ (w92 1.5. – S. 6 – Die Generation von 1914 – Warum bedeutsam?)

So, hier haben wir es. Die Beweislage ist so deutlich, wie die Nase auf eurem Gesicht. Das Königreich wurde im Oktober 1914 errichtet. Kurz danach wurde Satan aus dem Himmel geworfen und verursachte in großer Wut den Ersten Weltkrieg als Teil seines Krieges gegen die Gesalbten. Bruder Lett von der Leitenden Körperschaft sagte sogar, dass die Beweise für die Errichtung des Königreiches im Jahr 1914 größer sind, wie für die Schwerkraft, Elektrizität oder der Wind.

Ein Punkt jedoch – obwohl sehr gering und kaum der Rede wert -, ist nicht zu übersehen: der Krieg hat nicht im Oktober begonnen, als der Teufel angeblich hinabgeschleudert wurde. Er begann im August. Nun könnte es sein, dass der Teufel, weil er wusste, dass er im Begriff war zu verlieren, in einem Anfall von Resignation beschloss, der ganzen Kriegssache aus dem Weg zu gehen. (Der Teufel zaudert nie.) Somit hat er also, als er herabkam, in seiner Wut gleich einen sogenannten „Frühstart“ verursacht.

Nun gibt es einige Andersdenkende die der WTG sagt, dass sie mit 1914 alle falsch liegt. Sie  erklären, dass der Teufel in Wirklichkeit im ersten Jahrhundert herabgeworfen wurde; dass, als Jesus das Königtum übergeben wurde, er zur Rechten Gottes zu sitzt und darauf  wartet, ihm seine Feinde zum Schemel seiner Füße zu machen. Es gab keinen weiteren Grund mehr , Satan im Himmeln frei und ungebunden wandeln zu lassen. Mit Jesus war die endgültige Antwort auf Satans Anklage gegeben worden. Sie  glauben, dass Satans Krieg gegen die Gesalbten schon damals begann, in Erfüllung der Worte Jesu: “Satan hat danach verlangt, euch wie Weizen zu sichten”. (Lukas 22:31) Sie mögen argumentieren, dass Satan nicht 1900 Jahre warten musste, bevor er seinen Krieg gegen “euch Männer” führen durfte. Sie gehen sogar so weit zu behaupten, dass die jahrhundertelange als Mittelalter bekannte Periode, ein Beweis für Satans Wut auf seinen Rauswurf ist. Nach der WTG liegen sie natürlich falsch. Die WTG denkt: “Wir wissen das, wir haben die Mathematik auf unserer Seite”.

Vermeide Stolz

In Absatz 4, heißt es: „Der Teufel ist alles andere als demütig. Er ist der Inbegriff von Stolz und Überheblichkeit! Schließlich besaß er die Unverschämtheit, Jehovas Souveränität infrage zu stellen und sich selbst zum Gegengott zu erheben.“

Wie wahr, wie wahr. Nun aber, wie steht es jedoch mit der Kühnheit der leitenden Körperschaft, sich selbst zum exklusiven Mitteilungskanal Gottes zu erheben? Natürlich wäre das in Ordnung, wenn man dafür eine Legitimation oder Beweise hätte, um eine solche Aussage zu rechtfertigen; so etwas wie, das Verwandeln des Rheins in Blut oder eine Teilung der Donau, um zu Fuß hinüberzugehen. Zumindest aber wäre es schön, wenn man in der Lage wäre, auf 100 Jahre unfehlbare, wahre und richtige prophetische Vorhersagen hinweisen zu können.

Die Ironie der nächsten Aussage in Absatz 6 erübrigt jeden weiteren Kommentar:

“Solch ein Stolz wird als „übermäßiges Selbstbewusstsein“ oder als „oft ungerechtfertigtes Gefühl eines Menschen, besser zu sein als andere und sie deshalb verachten zu können“ definiert. Jehova hasst diese Art Stolz.“

Vermeide Materialismus und die Liebe zur Welt

Im Absatz 12 heißt es „Jehova möchte ja, dass wir sorgenfrei leben.“ Allerdings warnt er „Satan kann jedoch unsere Wünsche ausnutzen und er gebraucht dazu die ‚trügerische Macht des Reichtums‘.“           

Zugegeben, wir alle möchten in einem Erholungsgebiet in luxuriösen Wohnungen leben, aber wir können nicht Gott und dem Reichtum dienen, wie der Absatz mit einem Zitat von Matthäus 6:24 darauf hinweist. Somit handeln wir richtig, die Anhäufung von Reichtümern zu vermeiden und nicht unser Vertrauen in sie zu setzen.

33e0cd97f45095357d4033e69a09199eZu einem völlig anderen Thema: Schau dir die Bilder von der „Rivercrest Wohnanlage“ in Fishkill an, die die Organisation vor kurzem für 57.000.000 Dollar gekauft hat, um angeblich ehrenamtliche Mitarbeiter für Warwick unterzubringen. Die nachfolgenden Bilder zeigen einige architektonische Konzepte, wie die Weltzentrale in Warwick aussehen wird.

2b7e860ab638151468900642f54b95caWie auch immer, zurück zum Thema. Es gibt eine Sache, die man einfach hinterfragen muss. Nach 140 Jahren Verzicht auf den Erwerb von materiellen Dingen, wie umfangreichen Immobilienbesitz, warum hat sich die Leitende Körperschaft plötzlich und weltweit das Eigentumsrecht von allen Königreichssälen einverleibt? Warum überlassen sie diese Säle nicht im Besitz der einzelnen Versammlungen, die sie ja mit ihrer eigenen Arbeit und finanziellen Mitteln gebaut haben? Es gibt keinen Beweis, dass Christen des ersten Jahrhunderts den Erwerb von materiellem Besitz, wie Gebäude und Immobilien, verfolgt haben. warwick-front-lobby

Das ist etwas, wofür die katholische Kirche und praktisch jede andere Kirchenorganisation in der Christenheit bekannt sind. Und nun scheint es, dass Jehovas Zeugen diesem Club beigetreten sind.

Gefahr der Unmoral

Der Artikel fährt dann fort, gegen die Gefahr der Unmoral, einem berechtigten Anliegen in dieser Welt, zu warnen. Im Absatz 14 beziehen sie sich auf ‚Sexting‘, das “mancherorts mit der Verbreitung von Kinderpornografie gleichgesetzt wird.”

Wieder einmal machen sie eine Aussage, die externen Quellen zugeschrieben wird, während sie es versäumen, die entsprechende Quelle zu nennen, um es überprüfen zu können. Während wir in keiner Weise eine solche Praxis gutheißen, aber es Kinderpornografie zu nennen, scheint über das hinauszugehen, was es wirklich ist und schadet ihrer Argumentation mehr als zu helfen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass sie den Kontakt mit der Realität verloren haben.

Zusammenfassung

Was kann man also zusammenfassend über diesen Artikel sagen? Jesus brachte es auf den Punkt: Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen [es] wohl, aber handeln nicht entsprechend.” (Matthäus 23:3)

Von Meleti Vivlon, Beroean Pickets und Bruder

 

 

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M.N.

Ihr Lieben, betreffs der Feststellung “Es dreht sich ja immer alles um die Gesalbten … [ganz besonders] alle Glieder der Leitenden Körperschaft”. Hierfür verwende ich schon seit längerem folgendes Akronym: ENSO – kurz für … Egozentrisch/narzisstisch/solipsistisch/omphaloskeptisch. Egozentrisch: Das eigene ICH (Ego) steht im ZENTRUM; alles dreht sich um das eigene Selbst. Das trifft 100% auf die WTG zu. Für sie dreht sich alles nur um sie selbst; sie glaubt sich im Mittelpunkt des gesamten Universums bzw. aller existierenden Multiversen. Narzisstisch: Abgeleitet von der griechischen Gestalt des Narziss, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte. Genauso verliebt in sich selbst und… Weiterlesen »

pit

Lieber Bruder Autor,
diesen Teil deiner Beweisführung verstehe ich nicht.
“Natürlich liegen sie falsch. Wir wissen das. Wir haben die Mathematik auf unserer Seite.”
Kannst du das näher erläutern?
Friede pit

kritikus

Ich möchte mich für diese kritische Betrachtung des WT-Artikels bedanken. Beim Lesen des WT-Artikels vor ein paar Wochen bekam ich richtig körperliches Unbehagen, mir wurde leicht übel. Und es ist seit Jahrzehnten immer dasselbe Spiel, das ich für gottlos, ja für gotteslästerlich halte: Immer meint man, dass ein Christ alles aus eigener Kraft schaffen kann. Mal erhöht er durch fortlaufendes Studieren den “Lebenswert des Blutes” bis zur Vollkommenheit, dann wieder kann er die Lücke zwischen Wollen und Tun schließen, und er kann den Teufel besiegen! Jedes mal braucht man das Opfer Jesu nicht! Diese Menschen bilden sich ein, alles selbst… Weiterlesen »

Horst

Lieber Autor,

“das Verhältnis der Israeliten zu Jehova war von Widerspenstigkeit und Sünde gekennzeichnet”-
eine absolute Wahrheit ! Die wollen viele heute noch nicht wahrhaben. Um die brauchte sich Satan nicht mehr zu bemühen.
Das “auserwählte Volk” hat sich ihm selbst in den Rachen geworfen.

Die JW-Org-Wohnanlage in Fishkill, Kaufpreis 57 Mio. Dollar: Nur noch pervers.

Als Hauptspeise Satans die LK ? Schon verschlungen.

Ich ägere mich nur um die verorenen Jahre, in denen ich die WT-Wahrheit glaubte.

Klaus Karl

Vielleicht noch einen Anmerkung,wenn ich so die Bilder in dem Artikel sehe und die Summen lese,fällt mir ein,daß es eine bedauerliche Tradition gibt,den Namen Christe für selbstüchtigen Gewinn zu missbrauchet.Es begann mit einem Typen der sich Judas nannte,allerdings haben sich die Summen geändert,gegen das was so da so abläuft sind 30 Silberlinge nicht viel.Ich denke aber das Ende solcher Verräter ähnelt sich meistens.
LG
Klaus

Leprechaun@Autor

Lieber Autor, der Titel dieses Threads lautet ja … „können wir gegen den Teufel gewinnen“. An dieser Stelle frage ich mich, was es denn bedeutet gegen den Teufel zu gewinnen. Also, ob man generell dazu in der Lage ist, ihm die „Stirn“ zu bieten… oder keine Chance dazu hat, weil er halt viel mächtiger und intelligenter ist, als wir. Du schreibst: Dass Satan verantwortlich ist für den Zustand der Sünde, in dem wir alle leben Da gebe ich dir Recht, jedoch mit der Einschränkung, dass nicht nur der Satan allein dafür verantwortlich zeichnet, sondern unsere „Ureltern“ ebenfalls. Ansonsten würden wir… Weiterlesen »

Matthäus - Frage an Alle!

Zu diesem Satz im Artikel: “Nun gibt es einige Andersdenkende die der WTG sagt, dass sie mit 1914 alle falsch liegt. Sie erklären, dass der Teufel in Wirklichkeit im ersten Jahrhundert herabgeworfen wurde; ” …möchte ich eine Frage zur Diskussion stellen. Es geht nicht darum was bei der WTG 1914 für eine Bedeutung hat sondern ob der Teufel bereits im ersten Jhdt. aus dem Himmel geworfen wurde. Nach Offenbarung 12 WIRD (Zukunft) ein Krieg im Himmel ausrechen, die Offenbarung wurde zu Ende des 1. Jhdt. geschrieben, Johannes bekam eine Vision von Ereignissen die in “kurzem” (Zukunft) geschehen sollen. Der Großteil… Weiterlesen »

Sanna @ M.N.

Lieber N. M.
Vielen Dank für diesen mir neuen und erhellenden Gedanken bezüglich der Begrifflichkeit der Geistsalbung. Auch danke für den Hinweis auf das Glossar. Sehr gute Erläuterung!
LG Sanna

Johann

Hallo lieber M.N.

Warum so eine scharfe Reaktion auf den differenzierenden Kommentar von Kritikus.
Du hast sicherlich recht mit deiner Erklärung was der Begriff „pharmakía/pharmakós“ in der Bibel bedeutet. Aber auch ich hatte den Eindruck als ob du damit sagen wolltest, dass die Heutige Pharmacie etwas mit Spiritismus zu tun haben könnte. Was du aber sicherlich nicht gemeint hast wenn man deinen Kommentar genau liest.
Deshalb fand ich den Hinweis von Kritikus hilfreich um ein Missverständnis zu klären.
Er wollte dir sicherlich keinen Vorwurf machen.
Ich schätze eure Kommentare sehr und finde es schade wenn man zu hart reagiert auf vermeintliche Missverständnisse.

Liebe Grüße
Johann

kritikus

Lieber M.N.! Ich habe mir schon gedacht, dass du diese Antwort geben wirst. Gut, ich habe den Satz geschrieben, dass pharmakia nichts mit Spiritismus zu tun hat. Ich hatte in der Eile vergessen, das Wörtchen “hier”, d. h. “in diesem Zusammenhang” einzufügen. Ich dachte mir, dass es aus dem Kontext des Kommentars der kleinen Anne ersichtlich sei. Du hast es korrigiert, du hast mich auf die Schlamperei aufmerksam gemacht, ich habe deine Ausführung akzeptiert – und damit sollte doch Schluss sein. Die schiefe Beweisführung der Org. sieht ja so aus: Pharmakia = Gebrauch von Drogen = Spiritismus Tabak = Droge… Weiterlesen »

O.W.Schade@"Entwarnung"

ENTWARNUNG???!!! https://www.jw.org/de/bibel-und-praxis/familie/teens/fragen/keuschheitsversprechen-sinnvoll/ Zum Glück “Entwarnung” oder besser doch nicht? Bei den sechs rechten Kinderhänden, die auf JW.ORG kreisförmig angeordnet sind, handelt es sich mit Sicherheit um keine rechtshändigen Seancen, die dazu dienen sollen böse Geister anzurufen?! Die in der 300% fachen Vergrößerung erscheinenden Fratzen sind nichts weiter als die zufälligen Maserungen des Holztisches?! Die in der Mitte des Kreises erscheinende halbe Fratze, die durch einen Spiegel eine ganze Fratze ergibt, ist nur die optische Täuschung eines Spinners?! Die im Video: “Im Schatten des Wachtturms” gezeigten subliminalen Bilder sind allesamt die Erfindung von Abtrünnigen?! Dass die WTG die Bibel der beiden… Weiterlesen »

StillesWasser

Hallo an alle. Es ist mir ein Bedürfnis euch eine Info mitzuteilen. Wir haben heute als Familienrat beschlossen uns nun doch keinen Löwen anzuschaffen. Warum nun doch nicht, mögt ihr euch fragen?! Nun, wir haben 2 warnende Hinweise beachtet, die uns halfen eine kluge und weise Entscheidung zu treffen: 1. Jesaja 11:7b – Und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind Wir hatten hier das Gefühl die Lage falsch eingeschätzt zu haben. Wenn der Löwe noch ein Baby ist, geht das ja mit der Versorgung noch, aber woher soll man das ganze Stroh für einen ausgewachsenen Löwen herbekommen? Ich… Weiterlesen »