Lügen bekommen automatisch Kinder

Lügen 2.001Gemäß der Bibel wurden die Menschen im Garten Eden mit einer Lüge konfrontiert, mit der sie sich bis heute auseinandersetzen müssen. Als der Mensch überredet wurde, sich an Gottes Rechten zu vergreifen, musste eine Lüge her, um ihn davon zu überzeugen, dass sein Handeln nicht die von Gott angedrohten Folgen haben sollte: “Ihr werdet überhaupt nicht sterben, …”. Der Widersacher versprach sogar eine größtmögliche Freiheit, wenn er behauptete, dass sie durch ihre Rebellion gegen Gott selbst entscheiden könnten, was gut und was böse zu sein hat.

Diese erste Lüge, dass der Mensch nicht sterben würde, machte weitere Lügen erforderlich, um diese erste Lüge zu stützen. Die nächste war die Lüge von der Unsterblichkeit der Seele.

An diese Lüge mussten sich weitere Unwahrheiten anreihen. Die erste Lüge bekam Kinder. S0 wurde dann das Dogma von der unsterblichen Seele der Nagel, an dem das ganze Geschäftsmodell der Katholischen Kirche hängt. Zieht man diesen Nagel aus der Wand, dann fällt alles zu Boden.

Auch die Organisation der Zeugen Jehovas hat so einen “Nagel”: Es ist die Behauptung, dass ihre Organisation die “Organisation Gottes” ist!

Ist es “Gottes Organisation”?  Ist der Wille des Sklaven der Wille Jehovas?

Wenn es wirklich “Jehovas Organisation” ist, dann wird sie automatisch auch vom heiligen Geist geleitet. Etwas anderes ist nicht denkbar. Und aus dieser Einbildung erwächst dann der Aberglaube, dass alles in der “Organisation” von Gottes Willen bestimmt wird. Dann kommt man auch dazu, zu behaupten, dass “der Wille des Sklaven der Wille Jehovas ist.” Und: “Jede Rebellion gegen den Sklaven ist eine Rebellion gegen Jehova”. Wenn das stimmt, ist auch automatisch jedes Wort ein Wort Gottes, und die “Organisation” ist dann der “Mitteilungskanal”. Dann kann es nur den strikten Gehorsam geben. Dann gibt es keine Gewissensfreiheit und keine Freiheit des Individuums.

Dann wird eine Ideologie über das Individuum und über Gott gestellt. Das ist – kurz gesagt – die Realität bei den Zeugen Jehovas geworden. Auf diese Weise bekam die Lüge von der irdischen “Organisation Gottes” viele Kinder. Es entsteht ein grundsätzlicher Konflikt, wenn man immer wieder sagt, dass es “Jehovas Organisation ist, die uns führt”.

Wohin führt das?

Jede Äußerung gegen die “Organisation” muss als Gotteslästerung aufgefasst werden, was man dann nur durch rigorosen Entzug der Gemeinschaft ahnden kann. Wenn es wirklich “Jehovas Organisation” ist, dann handelt es sich automatisch um die “wahre Religion” und alle anderen müssen dann vom Teufel stammen.

Wenn die “Organisation” die “einzig wahre Religion” repräsentiert, dann gibt es nur eine Wahrheit, dann haben alle anderen unrecht, gleichgültig, was sie lehren und leben. (Jede gute Sache der anderen wird man immer als “Werk Satans” hinstellen, denn der “Engel des Lichts” verführt und täuscht dadurch nur die Mitglieder anderer Religionen.) Wenn alle anderen Religionen vernichtet werden, bleibt nur die “Organisation Jehovas” bestehen, und dann kann man nur “innerhalb der Organisation gerettet werden”. Das ist eine ganz logische, zwangsmäßige Abfolge der Gedanken, wenn man nur behauptet, dass die “Organisation” Gottes Organisation ist. Zu einem anderen Schluss kann man dann nicht mehr kommen! Dieses Dogma gilt es dann durch zusätzliche Lügen zu schützen.

Nebenwirkungen des Dogmas

LügenEs führt zu vielen Nebenwirkungen, wenn man gezwungen ist, am Dogma von der “Organisation Jehovas” festzuhalten und gezwungen ist, zu behaupten, dass nur die “Organisation” die wahre Religion ist. Dabei vergisst man, dass wahre Religion oder wahre Anbetung niemals eine Angelegenheit der Gemeinschaft, sondern eine Sache des einzelnen Menschen ist. Nur der einzelne Mensch in seiner Verantwortung vor Gott kann durch sein Leben zeigen, welche “Form der Anbetung” er pflegt.

Wobei noch bemerkt werden muss, dass das Wort Religion einen Bedeutungswandel erfahren hat. Früher verstand man darunter die persönliche Bindung an Gott, heute die Bindung an eine religiöse Gemeinschaft. Bindet man sich aber an eine Gemeinschaft, dann kann es sein, dass man sich nicht an Gott bindet! Früher war es das persönliche, von innerer Wahrhaftigkeit getragene Verhältnis zum Schöpfer, heute ist es nur noch ein Bekenntnis zu einer Gemeinschaft. Aber wenn hier von wahrer Religion gesprochen wird, dann soll damit die persönliche Bindung an Gott gemeint sein, und das ist der Sinn, den die Bibel dem Begriff zumisst.

Eine andere “Nebenwirkung” ist z. B. das Klima der Heuchelei, das in manchen Versammlungen herrscht. Um selbst gut dazustehen und politisch korrekt zu sein, um auf die “Organisation” kein schlechtes Licht zu werfen und um eine Doppelmoral zu vertuschen, ist man auf den Ausweg der Heuchelei angewiesen! Man kann dann gar nicht die nackte Wahrheit sagen, weil es ja gleich gegen die “Organisation Gottes” gerichtet ist. Aber wer heuchelt, belügt zuerst Gott! Wir haben auch bemerkt, dass das Dogma von der “göttlichen” oder “irdischen Organisation Jehovas” automatisch weitere Lügen zur Welt bringt. Ja, Lügen vermehren sich wie die Katzen. Immer wieder werden, wenn man unter allen Umständen an der einen Lüge festhalten will, neue Lügen nötig, um Widersprüche zu überbrücken. Aber kann das gut gehen? Wird am Ende nicht das ganze Lügengebäude zusammenbrechen?

Aber warum macht man so etwas?

Unter den Zeugen Jehovas hört man häufig die Behauptung, dass man “in der Wahrheit sei”. Wie definiert ein durchschnittlicher Zeuge das? Nun, er wird darauf hinweisen, dass er die Wahrheit der Bibel erkannt habe. Er wird es nicht so sehr auf seine Haltung zur inneren Wahrhaftigkeit beziehen, denn das wird selten, zu selten gesagt.

Die innere Wahrhaftigkeit ist keine zur Schau getragene Haltung, die immer dann da ist, wenn auch Öffentlichkeit zur Stelle ist. Sie ist der grundehrliche Umgang mit sich selbst, mit Gott und dem Nächsten. Das zeichnet einen Menschen aus, den Gott wahrgenommen hat, den ER kennt, und mit dem ER vertrauten Umgang hat. So ein Mensch will wahrhaftig sein und bittet Gott um Hilfe, wenn er sagt: “Bringe mir bei, nach deiner Wahrheit zu leben.” (Ps. 25:5)

Dazu gehört der unbedingte Mut zur Wahrheit! Diesen Mut kann man sich nicht leisten, wenn es darum geht, eine Machtposition oder ein Dogma zu verteidigen. Es geht dann zuerst nicht um die Wahrheit oder um Gott, sondern um menschliche Interessen, wie Macht und ihre Erhaltung. Es ist tatsächlich die fehlende Liebe zur Wahrheit, die solche abartigen Früchte zeitigt.

Wie sieht es mit der inneren Wahrhaftigkeit aus?

Ja, wie steht es mit der Wahrhaftigkeit der “Organisation”? Es ist eine oft gemachte Erfahrung, dass man hier doppelzüngig ist und dass man heuchelt. Ebenso eine Erfahrung ist die Lüge (auf BI schon oft behandelt). Auch ist es eine schlimme Erfahrung, dass gerade die Führung dieser Organisation ein Doppelleben führt, dass sie oft richtig redet und lehrt, aber es dann selbst anders macht. Wir kennen die Skandale in Verbindung mit der UN und ihren politischen Töchtern (z. B. OSZE) und ihre Mitgliedschaft in Sektenkartellen. Wir kennen die Geldgier und die kriminelle Art des Spekulierens in Hedgefonds (z. B. GlobalAgInvest). Wir wissen auch vom heuchlerischen Verhalten in Fällen von Kinderschändung unter den Zeugen Jehovas. Uns ist bekannt, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Hier häufen sich Lügen über Lügen.

Handelte es sich um eine der etablierten großen Kirchen, würde man kaum noch ein Wort darüber verlieren, aber hier handelt es sich um die “Saubermänner”, die vor aller Welt immer wieder ihre eigene Rechtschaffenheit und Bibeltreue loben! 

Weitere “Nebenwirkungen”

Ihre Sprache zeugt nicht immer von Wahrhaftigkeit. Wörter wie z. B. “Freude” und “freuen” haben in der Literatur der WTG eine Inflation erlebt. Die Bibel geht damit betont sparsam um! Während die Bibel sie hauptsächlich mit wirklich großen Dingen, wie der Freude an Jehova, der Freude an der Hoffnung und am Glauben verbindet, werden in der Literatur der WTG häufig ganz banale, ja, einfältige Dinge damit verbunden. Da freut man sich über den Dienst, die Kongresse, “neues Licht”, über Änderungen in der Verwaltung, über ein Gespräch, über die Abgabe von zwei Zeitschriften, über eine langweilige Zusammenkunft und über die Tatsache, dass so und so viele Brüder sich am “Hilfspionierdienst” beteiligt haben, man freut sich unbändig über neue Lieder, die kaum zu singen sind.

Man freut sich also über jeden noch so belanglosen “theokratischen Fortschritt”. Man freut sich grundsätzlich über alles, was die “Organisation” sagt oder tut! Ein Zeuge Jehovas hat sich einfach zu freuen! Und deshalb haben sie auch glücklich zu sein! Man muss auch auf die vielen Abbildungen hinweisen, die immer ein positives Bild der Zeugen Jehovas vermitteln wollen. Die meisten Abbildungen zeigen die glücklichen Zeugen Jehovas, die immer lächeln, lachen und fröhlich sind. Es sind Bilder, die ebenso verlogen sind wie die Bilder der kommerziellen Werbung.

Ein anderes beliebtes Wort ist die Begeisterung: Es gibt unzählige “begeisternde Ansprachen”, “begeisternde Erfahrungen“, “begeisternde Zusammenkünfte”, “begeisternde … “ usw. Zeugen Jehovas haben einfach begeistert zu sein, und etwas anderes soll für sie nicht denkbar sein. “Sind wir nicht begeistert, wenn ….?” “Sind wir nicht glücklich, weil …? “Bestimmt wurden wir sehr ermuntert durch …! Solche Sätze sind Standard geworden und wirken schon vom Klang her verlogen, weil sie einfach hohl sind und eben nicht ehrliche Gefühle ausdrücken.

Äußerst beliebt sind auch die Superlative: Alles ist irgendwie bombastisch. Natürlich, wenn die WTG etwas tut, dann ist es immer groß, übergroß und großartig. Weniger geht nicht! Da wird ein unschuldiger Monat zum “größten Monat aller Zeiten” aufgeblasen. Da werden immer wieder Höchstzahlen erzeugt, die nur von leerem Aktionismus zeugen, weil sie Menschenwerk sind, und weil Papier sowieso geduldig ist. Diese Sprache ist entlarvend! Sie ähnelt genau der Sprache von totalitären Systemen. Auch hier sind alle Menschen nichts anderes als glücklich, auch hier ist alles begeisternd und wunderbar, und niemand wünscht sich etwas anderes, als gerade dort zu sein, wo man ist. 

Und wie sieht für viele die alltägliche Wirklichkeit aus?

Es seien ein paar Fragen dazu erlaubt: Wo ist der “freudige Zeuge Jehovas” im grauen Alltag der Versammlungen? Woher kommen die vielen Depressionen, die vielen Entmutigten, Enttäuschten und Unerquickten? Wo gehen jedes Jahr ca. 120000 “glückliche” Menschen hin, die so einfach aus der Statistik verschwinden? Das sind zu beobachtende Tatsachen – trotzdem ist alles wunderbar!

Es fehlt an innerer Wahrhaftigkeit!

Es fällt also in diesem Zusammenhang auf, dass es an innerer Wahrhaftigkeit fehlt. Es fällt auf, dass sich ein Klima der Heuchelei breit gemacht hat. Aber muss das sein? Man könnte ja im Programmpunkt “Örtliche Bedürfnisse” auf wirkliche Probleme eingehen, um gegenzusteuern, um die Geschwister wirklich zu erquicken. Aber das tut man im Allgemeinen nicht. Stattdessen redet man über Ziele im Predigtdienst, über Pünktlichkeit bei der Berichtsabgabe oder über Spenden und Gehorsam. 

Hat man Angst, die Probleme beim Namen zu nennen?

Es kann schon sein, dass man sich scheut, die Mitglieder zu verunsichern, wenn man sagt, dass eben nicht alles “wunderbar” ist in der “wunderbaren Organisation”. Man müsste ja sagen, dass es zu viele gibt, die sich in sich selbst zurückziehen und durch den ewigen Druck entmutigt sind. Man müsste schon ein offenes Wort über die Ursachen der erkaltenden Liebe reden, aber dazu braucht man den Mut zur inneren Wahrhaftigkeit. Man müsste sich eingestehen, sich selbst belogen und betrogen zu haben. Das ist übrigens eine schlimme Eigenschaft von uns Menschen: Wir lügen uns eine Sache schön, wenn ein Konflikt grundsätzlicher Art droht. 

Ein Dilemma

Und wenn man steif und fest behauptet hat, die “Organisation Gottes” auf der Erde zu führen, dann braucht man eine göttliche Legitimation dazu. Wenn man sie nicht hat, muss man sie erfinden. Aus diesem Zwiespalt zwischen Anspruch und biblischer Wirklichkeit erwächst die ganze Theorie vom “geistgesalbten Überrest” und vom “treuen und verständigen Sklaven“. Auch diese Legitimation ist ebenso brüchig wie die des katholischen Papsttums. Aber es gibt in der Bibel keine schlüssige Legitimation des “treuen und verständigen Sklaven”! Man war gezwungen wieder einmal ein Dogma zu etablieren.

Auch andere religiöse Gemeinschaften haben sich durch Lügen in ein Dilemma gebracht. Ein orthodoxer Geistlicher schrieb mir einmal: “Nein, Mutter Kirche kann nicht sündigen! Sie wird vom Heiligen Geist geführt und kann gar nichts falsch machen, denn Gott irrt sich nie!” Und dann erkenne ich die “Leitende Körperschaft” der Zeugen Jehovas wieder, die ja auch in diesem Sine argumentiert.

(Nun wird ja behauptet, der “treue und verständige Sklave” repräsentiere die “Organisation Gottes”, weil er vorhergesagt worden sei. Aber die Worte Jesu sind ein Gleichnis, keine Prophezeiung! Das ist schon auf BI ausführlich behandelt worden.) 

Problemlösung durch Wahrheitstreue?

Probleme können nur durch innere Wahrhaftigkeit gelöst werden. Innere Wahrhaftigkeit muss bei jedem Christen zu finden sein, denn sie ist ein Erfordernis für die Form der Anbetung, die Gott gefällt.

Wenn aber am Dogma von der “Organisation Gottes” festgehalten wird, gibt es keine Lösung des Problems, denn das könnte das Ende der WTG bedeuten. Wir sehen also, dass der ganze Zug durch J. F. Rutherford auf ein falsches, in die Irre führendes Gleis gestellt wurde, als er die Behauptungen über die “Organisation” aufstellte.

Und man stellt ernüchtert fest, dass innere Wahrhaftigkeit und “Irdische Organisation Gottes” unvereinbare Gegensätze sind.

Weil religiöse Organisationen immer von Menschen geführt werden, kann es keine durchgehende Liebe zur Wahrheit geben, weil mit der Wahrheit der Bibel die eigene Machtposition infrage gestellt wird. Ein Mangel an innerer Wahrhaftigkeit ist ein Kennzeichen derer, die Gott nicht kennen. Wer von Gott gekannt sein möchte, muss ein gewisses Maß an innerer Wahrhaftigkeit aufweisen: Jehova, wer darf zu Gast sein in deinem Zelt? Wer darf ausruhen auf deinem heiligen Berg?”  Einer, der ein vorbildliches Leben führt, einer, der in jeder Hinsicht Gerechtigkeit wirkt und aus tiefstem Herzen die Wahrheit sagt.” (Ps. 15:2; 24:3, 4; 25:5)

Das sind tiefgehende Worte! Und wir müssen feststellen, dass Menschen mit dieser inneren Wahrhaftigkeit immer seltener werden. Die Welt um uns ertrinkt nicht nur im vergossenen Blut, sondern auch im Sumpf der Lügen, Täuschungen und der Heuchelei.

Es gibt keine “Organisation“, in der man gerettet wird

Israel wird gerne als eine “Organisation Gottes” beschrieben. Und das ist zum Teil auch richtig: Man hatte einen Tempel mit den priesterlichen Diensten, man hatte einen König und ein gemeinsames Staatswesen. Aber wie sah es mit der Rettung aus? Die Geschichte gibt eine klare Antwort: Nicht die Zugehörigkeit zu Israel rettete vor irgendwelchen Feinden und Bedrohungen, sondern nur der persönlich Glaube an Gott!

In der Rede des Stephanus (Apg. 7:39-43) wird gesagt, dass Gott sich von Israel abwandte, weil Götzendienst es verdorben hatte: “Da wandte sich Gott von ihnen ab.” Im Brief an die Korinther erwähnt Paulus die Tatsache, dass alle Israeliten unter dem Schutz der Wolke das Rote Meer durchzogen, dass alle dieselbe geistige Speise empfangen hatten und alle aus demselben geistigen Felsen getrunken hatten, durch den Gottes Geist wirkte, nämlich den Christus. Und dann heißt es: “Und trotzdem konnte Gott nicht mit ihnen einverstanden sein, wie die meisten von ihnen sich verhielten. Er ließ sie in der Wüste sterben.” (1. Kor. 10:5)

Und dieses Geschehen wird danach als warnendes Beispiel hingestellt. (siehe auch Hebr. 10:16-19)

Und wie stand es mit Einzelnen, die nicht umkamen? Hat sie die Zugehörigkeit zum Staatswesen Israels gerettet? Nein, es war ihr persönlicher Glaube. Zum Beweis betrachte man Israel zur Zeit Jeremias. Der Prophet musste eines Tages die Bewohner Jerusalems auffordern, die belagerte Stadt zu verlassen und zu den Babyloniern überzulaufen, um ihr Leben zu retten. Die damalige “Organisation” sagte sinngemäß etwas anderes: “In der Stadt sind alle sicher, denn der Tempel wird uns beschützen.” Jehova aber sagte durch Jeremia: “Und verlasst euch nicht auf Worte der Lüge, indem man spricht: Der Tempel Jehovas, der Tempel Jehovas ist dies.”

Und durch Jeremia erfahren wir, wie Gott darüber dachte, wenn er Jeremia auf die Stiftshütte in Silo hinweisen lässt, die ebenfalls verging: “So werde ich diesem Hause, welches nach meinem Namen genannt ist, worauf ihr euch verlasset, und dem Ort, den ich euren Vätern gegeben, ebenso tun, wie ich Silo getan habe.”

Damit war der Untergang des Staatswesens Israels gekommen. Es gab danach keine jüdischen Könige mehr, wenn auch der Dienst im Tempel wieder aufgenommen wurde. Aber nicht für immer! Denn Jesus Christus prophezeite über das wieder aufgebaute Jerusalem dasselbe wie Jeremia. Und man soll dabei nicht vergessen, dass der Tempel von den Juden mit der reinen Anbetung gleichgesetzt wurde. Im Jahre 70 wurde Jerusalem mit seinem Tempel zerstört. Es gab fortan keine “Organisation” mehr, in der man hätte gerettet werden können. Es kam das Christentum, das Gott mit Geist und Wahrheit anbetete und keinen Tempel und keine “Organisation” mehr brauchte. (Joh. 4:21-24)

Noch einmal zurück zu Jeremia: Wir lesen, dass eine Sippe von Nomaden in der Stadt Jerusalem vor den Babyloniern Schutz suchte. Es waren Keniter, die sich nach ihrem Vorvater Rechab benannten. Wohlgemerkt, es waren keine Israeliten! Und sie wurden von Jehova gerettet! Sie wurden gerettet, weil sie nicht nur dem Gebot Rechabs treu blieben, keinen Wein zu trinken, sondern auch noch den Glauben ihres Vorvaters an den Schöpfer bewahrt hatten! Dieser Glaube rettete sie! (Jer. 35:1-19)

Oder soll man noch die Worte Jesu aus Lukas 4:25-27 erwähnen? Doch, denn dort sagte er:

“Ich sage euch, wie es ist: Zur Zeit Elias gab es viele Witwen in Israel – damals, als es drei Jahre und sechs Monate nicht regnete. Große Hungersnot herrschte im ganzen Land. Trotzdem wurde Elia zu keiner von ihnen geschickt, sondern nur zu einer Witwe in Zarpath im Gebiet von Sidon. Und zur Zeit des Propheten Elisas gab es viele Aussätzige in Israel. Aber Elisa hat keinen von ihnen geheilt, sondern nur den Syrer Naaman.”

Das sagt alles, wenn es um die Behauptung der WTG geht, dass ein Christ nur als Angehöriger der “Organisation” gerettet wird.

Und wie war es im frühen Christentum?

Das frühe Christentum lässt auch keine “Organisation” erkennen, wie sie Rutherford gezeichnet hat. Eine Führung nach Rutherford’schem Vorbild gab es nicht. Damit soll ja nicht gesagt werden, dass jede Organisation überflüssig ist. Jeder Haushalt ist organisiert, aber die Organisation dient allen Hausbewohnern. Die Hausgenossen dienen nicht der Organisation. Sie schreiben ihr nicht Dinge zu, die sie nicht zu leisten vermag. Auch ein Verlag zum Drucken von Bibeln ist eine Organisation. Man benutzt ihn.

Aber niemals darf der Verlag als etwas bezeichnet werden, das “rettet”, und niemals darf sich der Verlag dazu aufschwingen, über Menschen und ihr Gewissen zu herrschen. Es gab eine Gruppe älterer Männer und Apostel, die am Anfang bei strittigen Glaubensfragen entscheiden mussten. Schon um das Jahr 50 hatten sich falsche Brüder in die Versammlung Jerusalem eingeschlichen, um die christliche Freiheit der Brüder zu belauern, um sie besser versklaven zu können. (Gal. 2:4, 5) Der Apostel Paulus ging gegen diese Menschen vor, nicht eine sogenannte “Leitende Körperschaft”! Wo war sie?

Ja, wo war sie nach dem Jahre 70? In der Geschichte ist keine Spur von ihr zu finden! Aber was wir sehen, sind regionale Versammlungen, wie sie in der Offenbarung von Johannes um das Jahr 95 beschrieben werden. Diese Versammlungen wählten sich eine Führung und organisierten sich so. Aber von einer zentralen weltweiten hierarchischen Führung durch Menschen ist nichts zu sehen, das kam erst später. Im Gegenteil! Jesus Christus im Himmel war Führer und Hirte der einzelnen Versammlungen.

Das machte einen Machtapparat, wie ihn die heutige WTG aufgebaut hat, überflüssig. Aber bald nach dem ersten Jahrhundert entarteten die Versammlungen nach dem bekannten Muster, das Jesus in Matthäus 23 so angeprangert hatte. Nun herrschten Menschen und jetzt erst gab es “Leitende Körperschaften” nach dem Muster von Rutherford u. Co. Nun gab es viele einzelne Kirchen, die meist dasselbe versprachen: “Nur bei uns wird man gerettet!”

So ein Machtapparat ist ebenso überflüssig wie das Königtum der Juden, das sie von Samuel erbaten. Im 1. Buch Samuel (8:4-9) berichtet uns die Bibel, wie die Juden einen König über sich haben wollten, und wie Gott und Samuel darüber dachten: “Im Laufe der Zeit taten sich die älteren Männer Israels zusammen und kamen zu Samuel nach Rama und sprachen zu ihm: ‘Siehe, du bist alt geworden, aber deine Söhne sind nicht in deinen Wegen gewandelt. Setze nun einen König für uns ein, der uns richten soll, wie ihn die Nationen haben.’ Aber die Sache war böse in den Augen Samuels, insofern als sie gesagt hatten: ‘Gib uns einen König, der uns richten soll’, und Samuel begann zu Jehova zu beten. Dann sprach Jehova zu Samuel: ‘Höre auf die Stimme des Volkes in Bezug auf alles, was sie zu dir sagen; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, damit ich nicht König über sie sei.’”

Wir sehen, dass Gott von dieser Idee nicht begeistert war, denn bisher war er der König über Israel, doch nun wollten sie einen Menschen an seiner Stelle haben! Auf einmal wollten sie eine Organisation! Jetzt wollten sie etwas Sichtbares, weil sie nicht in der Lage waren, durch Glauben den Allmächtigen und seine rettende Macht zu sehen. Jetzt brauchten sie einen Menschen, einen König, weil ihr Herz von Gott abgewichen war. War das eine Enttäuschung! Gott erfüllte den Israeliten diesen schlimmen Wunsch, denn das Vertrauensverhältnis war nun vollends zerstört. Samuel musste ihnen noch in aller Deutlichkeit sagen, was der König von den Juden fordern würde und welche Probleme entstünden (1. Sam. 8:11-18). Seine Warnung schloss er mit den Worten ab: Und ihr werdet an jenem Tag bestimmt schreien wegen eures Königs, den ihr für euch erwählt habt, aber Jehova wird euch an jenem Tag nicht antworten.”

Nun beweist die Geschichte Israels mit aller Deutlichkeit, dass Jehova Recht behalten hatte. Die Juden hatten mit ihren Königen kein Glück! Nehmen wir das als warnendes Beispiel für die Schattenseiten einer Organisation, die von Menschen beherrscht wurde. Und diesen schlimmen Fehler will man nachmachen, indem man behauptet, es gäbe eine irdische “Organisation Gottes”? Die Versammlung der Jünger Jesu braucht so einen Machtapparat gewiss nicht, wenn Jesus Christus als Haupt die Versammlung lenkt.

Es wird einmal eine Organisation Gottes geben. Das wird seine Herrschaft durch Jesus Christus sein. Nur diese Herrschaft wird frei sein von der Sündhaftigkeit des Menschen. Dann wird tatsächlich Gott allen alles sein, und diese Organisation wird dann darauf bedacht sein, den Menschen zu dienen und zu ihrem Wohl in der “Freiheit der Söhne Gottes “da zu sein. Rö. 8:20-25

Es wäre schön gewesen, einer Gemeinschaft anzugehören, die wirklich nach dem Muster der frühen Christenversammlungen organisiert wäre. Doch mit der Zeit sind die Früchte reif geworden. Es sind zum großen Teil schlechte Früchte, die einen schlechten Baum erkennen lassen. Das kann nicht anders sein, wenn sündige Menschen herrschen wollen und dabei innere Wahrhaftigkeit und die Anständigkeit verlassen haben.

 

 

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Ausgezeichnter Artikel!

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Die Geschichten mit GlobalAgInvest u.ä. sind schon heftig. Besonders wenn man bedenkt, was durch diese Hedgefonds in vielen Ländern der dritten Welt verursacht wird.

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lg

Klaus Karl

Danke für den Artikel.ich denke die Argumentation,daß Israel tatsächlich eine Art Organisation war,eine Staatsform ,aber jeder einzelne für sein Verhältnis zu JHWH zuständig war,ist einleuchtend,Es hat JHWH nicht gefallen was das Volk forderte und er hat sie gewarnt,Schließlich haben sie auch dafür bezahlt. Die WTG ist aber nie eine von JHWH anerkannte Organisation,oder Staatsform gewesen.Nie hat JHWH,einen Propheten zu ihnen gesandt,warum auch,sie erheben sich ja selbst über Christus und setzen ihre Worte mit JHWHs Wort gleich.Keine einzige ihrer Worte hat sich je erfüllt,aber im Nachhinein stellten sich die Wissenden dar und nur einige wenige hätten etwas falsch verstanden,eine klare Lüge.Ich… Weiterlesen »

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Kurz eine allgemeine Frage: Gibt es jemanden der an diesem Wochenende den Kongress in Zürich-Oerlikon besucht? Ich werde da sein, würde mich freuen wenn ich dort jemanden von euch treffen könnte!

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Vielen Dank für diese ausgezeichneten Artikel mit tiefgründiger Wahrheit – ich hoffe das viele ZJ diese Gedanken erfassen, darüber nachdenken und die rechten Schlüsse ziehen – auch die Worte von Jakobus sollen dazu dienen dies richtig einzuordnen: Jakobus 3:10-11 (NWÜ) Aus demselben Mund kommen Segen und Fluch hervor. Es ist nicht richtig, meine Brüder, daß diese Dinge so weitergeschehen. 11 Eine Quelle lässt doch nicht etwa aus derselben Öffnung das Süße und das Bittere hervorsprudeln? Wie gewinnen Menschen Vertrauen zu Gott, wenn die Lehren „seiner“ Organisation so „wandelbar“ sind? Ist überhaupt vorstellbar, dass Gott so vorgeht, vor allem gerade dann, wenn… Weiterlesen »

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O.W.Schade@alle besorgten Eltern

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