JW.Org – von Menschen oder von Gottes Geist geleitet?

Nachdem mir, beginnend mit dem Jahr 2015 immer bewusster wurde, was wirklich hinter den Kulissen der WTG vorgeht, benötigte ich ein 1 Jahr, um das alles einzuordnen. Zu dieser Zeit besuchte ich noch die Zusammenkünfte, hörte allerdings nach einigen Monaten auf in den PD zu gehen. Mein Gewissen ließ nicht mehr zu; Menschen biblisch zu belehren, um sie letztendlich doch zur Org. zu führen. Wie kann ich etwas weiterempfehlen, wenn ich selbst von dem was ich alles erfahren musste, schockiert war und bin?

Ich versuchte mit meinen Mitbrüdern über einige Punkte zu sprechen, fand allerdings wenig Gehör und erst Recht keine Reaktion. Ich erhielt Antworten wie: „Hör auf nach Fehlern zu suchen“  – „Du denkst zuviel“ – „Wohin sollen wir gehen?“ – „Du bist zu schlau“ – „Früher beim Volke Israel lief auch vieles schief“ von einem KA: „Warum zweifelst du am Sklaven; wenn ich die Anweisung erhalte: Mache beim öff. Vortrag 2 Liegestützen, dann mache ich 10“ oder „Hast ja recht, aber warte auf Jehova.“

Mein Gewissen war trotzdem belastet. Ich konnte das alles nicht stillschweigend dulden und damit zumindest passiv unterstützen. Geht man nicht genau aus diesem Grund in den PD, weil man Menschen über Dinge unterrichten möchte, die sie nicht wissen? Doch zuerst musste ich eine entscheidende Frage klären: Wie wird die Org. geleitet? Von Menschen oder wie behauptet wird vom Geist Gottes?

Auf keinen Fall sollte auf mich zutreffen was Gamaliel sagte: „als jemand erfunden zu werden, der in Wirklichkeit gegen Gott kämpft“ (Apg. 5:39). Im Folgenden versuche ich anhand von 4 Merkmalen gegenüberzustellen, woran man die Führung des Geistes Gottes feststellen kann.

Von Gott ernannt, statt selbst ernannt 

Jehova gebrauchte in der Vergangenheit zweifellos Menschen, um seinen Willen umzusetzen oder bekanntzumachen. Das war in der Regel temporär begrenzt oder auf eine bestimmte Aufgabe bezogen. Das wesentlichste Merkmal ist die Art der Ernennung. Moses, Elia und Jona wurden ganz eindeutig von Jehova ausgewählt. Sie drängten sich nicht in diese Aufgabe, sondern fühlten sich gar nicht fähig dafür.

Oder denken wir an David; wie jeder seiner Brüder nicht in Betracht kam, bis der scheinbar unbedeutendste Sohn Isais durch Jehova ausgewählt wurde. Vergleichen wir das nun mit der Vorgehensweise der WTG, deren Führung sich selbst zum treuen und verständigen Sklaven ernannt hat. Wenn man sich den zugrundeliegenden Text aus Matthäus 24: 45-47 anschaut, fällt auf, dass es sich um eine Gegenüberstellung von 2 Sklaven handelt. Einem treuen und verständigen und einem schlechten Sklaven.

Bzgl. des treuen Sklavens wird seine Identität durch eine Frage ganz klar offen gelassen: „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, dem der Herr die Verantwortung übertragen hat….?“ All das soll während der Gegenwart des Menschensohnes geschehen und der Herr! wird diesen Sklaven benennen.

Nach der Lehre der WTG begann die Gegenwart Christi im Jahr 1918. Vorher kann es also noch keinen treuen Sklaven gegeben haben. Andererseits wird der (angeblich) erste Präsident der WBTS C.T.Russell, als solcher bezeichnet, der im Jahr 1918 gar nicht mehr lebte. (Auszug aus dem WT 7/1922 s. 100: „Darum, wenn er (C.T.Russell) und sein Werk verworfen werden, so ist es gleichbedeutend mit der Verwerfung des Herrn…“)

Wer hat ihn ernannt? Wer hat die folgenden Präsidenten oder Mitglieder der letzten 100 Jahre der sogenannt leitenden Körperschaft ernannt? War es Jesus oder diese Menschen selbst?

Zur Zeit des Propheten Elia, reichte ein Menschenleben nicht aus, um die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Wer bestimmte seinen Nachfolger? Elia selbst? Natürlich nicht, würde jeder ZJ voller Überzeugung antworten; Jehova hat Elisa ausgewählt. Wie kommt es dann, dass es in der Gegenwart genau umgekehrt gehandhabt wird? Jesus als Haupt der Versammlung ist prädestiniert dafür.

Wie Jesus eine Auswahl deutlich macht, kann man gut an dem Apostel Paulus erkennen. Mit der Blendung seines Augenlichtes (vielleicht ist das der Grund für seine erwähnte Behinderung, die ihn immer wieder an diese Begebenheit erinnerte) und der Ansprache: „Saulus, warum verfolgst du mich?“; sandte er ihn aus, um ein Verkündiger des auferstandenen Christus zu werden.

Im Gegensatz dazu, bezeichnen sich Menschen der Vereinigung der Zeugen Jehovas selbst als Gesalbte und treuen und verständigen Sklaven. Zudem werden sie nicht müde, ständig darauf hinzuweisen, das sie die Habe des Christus verwalten und damit die vollste Unterstützung jeglicher anderer Zeugen Jehovas erwarten. In den Bibelberichten von zweifelsfrei von Gott ernannten Personen, kann ich eine solche Herausstellung der verliehenen Position nicht feststellen.

Man beachte die zudem die Warnung Jesu aus Matthäus 24: 5: „ Denn viele werden unter meinem Namen aufstehen und sagen: „Ich bin der Christus (der Gesalbte), und sie werden viele täuschen.“ Vers 24: „Denn es werden falsche Christusse (Gesalbte) auftreten….“

Prophetische Aussagen bewahrheiten sich

Salomo sagte: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“ Genau wie es schon immer gottesfürchtige Menschen gab, standen auch immer wieder Personen auf, die sich als Propheten Gottes bezeichneten. Zuhörer- und Gefolgschaft war ihnen gewiss. Aus der Zeitgeschichte erkennt man, dass ein zahlenmäßiges Missverhältnis von falschen zu wahren Propheten Gottes besteht. Doch wie soll man den wahren Gesandten Gottes erkennen können?

5.Mose 18:21,22 gibt die Antwort: „Woher wissen wir, dass das Gesagte nicht von Jehova kommt? Wenn der Prophet etwas im Namen Jehovas sagt und seine Worte sich nicht erfüllen oder bewahrheiten, dann kommen sie nicht von Jehova. Der Prophet hat sich angemaßt, sie zu äußern. Fürchte dich nicht vor ihm.“ Das erste was man aus dem Text erkennen kann ist, dass kein zeitlicher Druck aufgebaut wird. Ein Israelit sollte ganz in Ruhe abwarten, was der jeweilige Prophet äußerte und abwarten, ob sich seine Worte wirklich erfüllten.

Sobald die Botschaft des Propheten mit schneller Entscheidung verbunden ist, sollte Vorsicht angebracht sein, vielleicht drängt er seine Zuhörer ihm zu folgen, weil die Zeit so knapp ist. Dies kennt man u.a. auch aus heutigen Verkaufsplattformen, ob Kaffeefahrt oder Shopping Kanälen usw. Entscheiden sie sich jetzt, nur eine begrenzte Anzahl vorrätig, nur jetzt so günstig!

Im Zusammenhang damit, kann man sich den seit Jahrzehnten immer wieder getätigten Prophezeiungen der WTG über den Beginn und das Ende der Generation aus Matthäus 24 nicht entziehen. Die Generationslehre ist in der Geschichte der Zeugen Jehovas 18x geändert (man könnte auch sagen – widerrufen) worden. Siehe hier:

https://www.bruderinfo-aktuell.org/die-ueberlappende-generation-protokoll-einer-irrlehre/

Bei jeder Änderung wurde deutlich gemacht, wie dringlich die Angelegenheit trotz allem sei. Es ist ungenommen, den Rat des Petrus zu beherzigen, den Tag Jehovas nicht aus dem Auge zu verlieren. Doch was hat das bitte mit falschen Daten und Prophezeiungen zu tun?

Wird man nicht gerade dadurch vom Nachdenken über die Befugnis des selbsternannten Sklaven abgelenkt, der nicht nur eine, sondern unzählige falsche Prophezeiungen geäußert hat?Dringlichkeit versetzt Menschen in Aktionismus; selten in Wohlüberlegte. Die aktuellste Prophezeiung über den König des Nordens (Russland), trägt die gleichen Züge. Er wird bald zu seinem Ende kommen heißt es; wir stehen also kurz vor dem Eingreifen Gottes.

Die Zeit drängt!

Nun zu dem letzten Teil aus 5.Mose 18: „Fürchte dich nicht vor ihm“. Es liegt auf der Hand, das man sich etwas in Zugzwang fühlt, wenn man eine (vermeintlich) göttliche Prophezeiung hört. Und der Prophet weiß das auch; er arbeitet mit dieser Autorität, selbst wenn diese ihm nicht übertragen wurde, bzw. gerade dann. Es ist also nichts Neues, wenn man mangelnder Nachfolge mit dem Zorn Gottes oder etwas geschickter, mit seiner Traurigkeit gearbeitet wird. Leider ist das bei der WTG auch der Fall.

Der selbsternannte treue und verständige Sklave, umgibt sich mit einem Nimbus der Unantastbarkeit. Egal was passiert, verlasse nie die Organisation heißt es. Nur wer in ihr bleibt, kann HM überleben. Natürlich erzeugt das Ängste. Doch letztendlich rettet uns kein Mensch, nicht mal der wirkliche treue Sklave und schon gar keine Organisation, welche auch immer. Gerettet werden wir durch den Glauben an Jesus und sein Opfer. „Fürchte dich nicht vor ihm (dem falschen Propheten)“, ganz gleich mit welchen Konsequenzen er droht.

Gewissensfreiheit oder Regelwerk

Anhand der Reaktionen Jesu auf die verschiedensten Lebenssituationen kann man erkennen, inwieweit das Gewissen und damit verbunden auch die Menschlichkeit, Regeln überlegen ist.

Zu seiner Zeit gingen die Pharisäer im jüdischen Glauben führend voran. Sie konstruierten eine große Anzahl von Regeln, um den wahren Glauben zu bewahren und besonders genau zu entsprechen. Sie selbst und auch das Volk, sahen sie als die reinste Form der Anbetung an; als von Gott geleitet. Es blieb nicht aus, dass sie ob ihrer Überlegenheit, auf den Rest der Menschen hinabschauten.

Regeln über die persönliche Gewissensfreiheit zu stellen, ist ein klares Zeichen von menschlicher Leitung. In kürzester Zeit wird das Leben überreguliert, man versucht angestrengt sämtliche Regeln zu behalten und zu befolgen, wobei die Authentizität und auch die Menschlichkeit verloren geht. Die Anbetung wird zur Kopfsache, statt eine Herzensangelegenheit zu sein.

Jesus warnte davor mit folgenden Worten: “Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir. Ihre Anbetung ist sinnlos, weil sich ihre Lehre auf Regeln von Menschen stützen.“ (Matthäus 15:8,9)

Dementsprechend ließ sich Jesus von Steuereinnehmern und unmoralischen Personen einladen; die Pharisäer verurteilten ihn dafür. Seine Antwort darauf: „Gesunde benötigen keinen Arzt.“ Auch diese Menschen waren Juden; Brüder und Schwestern im Glauben. Für die Pharisäer waren sie nur schlechter Umgang, den es zu meiden galt. Kommt dir das bekannt vor? Falls ein Kranker den Messias am Sabbat traf, durfte ihrer Meinung nach keine Heilung stattfinden. Die Regel gab ihnen Recht, die Menschlichkeit nicht – Jesus auch nicht.

Die Frau mit dem Blutfluss, durfte nach dem Gesetz ihr Haus während ihrer Unreinheit nicht verlassen. Was sollte sie tun in ihrer Not? Sie hat ja alles versucht, regelgetreu. Nun folgte sie ihrem Gewissen, welches sie trotz allem gehen ließ, um Jesus voll ihres Glaubens anzurühren. Wurde sie von ihm gestraft oder zumindest zurechtgewiesen? Im Gegenteil sie wurde für ihren Glauben gelobt.

Nach einer abstrusen Situation basierend auf Regeln (ich wurde aus der Predigtdienstgruppe entfernt, weil ich keinen Bericht mehr abgab, obwohl ich u.a. mit den Ä. von Haus zu Haus ging), sagte ich einem Ä.: „Regeln sind für Menschen da, nicht umgekehrt“. Einen regelabhängigen Menschen erreicht solch ein Appell nicht mehr, ob er vor 2000 Jahren als Pharisäer lebte oder heute, welcher Konfession auch immer.

Man lehrt JZkinder, sich nicht als Klassensprecher wählen zu lassen, um politisch neutral zu bleiben. Gleichzeitig hat die WTG keine Skrupel, sich als NGO der UN eintragen zu lassen oder als Körperschaft des öffentlichen Rechts, womit man sich zu einem Teil des heutigen Systems macht. Man erstellt Vorgaben, wie man als Christ gekleidet sein sollte; welche Art von GV in der Ehe! regelkonform ist, gleichzeitig hat man keine Probleme damit, unzählige sexuelle Übergriffe auf Schutzbefohlene unter den Teppich zu kehren.

Es ist wie damals; man siebt den Kümmel aus und schluckt das Kamel herunter.

Man verbietet jahrzehntelang die Annahme von Blut; das sei keine Gewissensentscheidung, sondern ein Gebot, entschied die WTG. Seit dem Königreichsdienst von 11/2006 gilt das nicht mehr; eine Behandlung namens Plasmapherese (Entnahme von Eigenblut, mit späterer Rückführung in den Körper) sei nun Gewissensentscheidung. Eine Eigenblutspende vor einer OP, ist aber nach wie vor ein Grund zum Gemeinschaftsentzug (Seite 1, Absatz 1).

In einer menschlich geführten Organisation, gibt es nahezu keine Gewissensentscheidungen. Es gibt Regeln oder Vorgaben, die zur Einheit führen sollen. Diese Einheit wird dann als Segen Gottes gepriesen, womit man wieder seine Geistleitung dokumentieren möchte. Erst wenn eine Regel keine Strafen mehr nach sich zieht, wird eine sogenannte Gewissensentscheidung daraus.

Wer steht im Mittelpunkt?

Im Laufe der Zeit gab es unterschiedliche Namen für die heutigen Zeugen Jehovas. Zu Beginn wurden sie Russeliten  genannt, da sie den Lehren und Schriften von Russell folgten. Danach waren sie unter der Bezeichnung Bibelforscher bekannt. Wie sich dieser Wechsel vollzog, ist mir unbekannt; jedoch habe ich diesen Namen immer positiv gesehen. Hinweg von einer Person, zu dem worum es wirklich geht; um das Wort Gottes.

Außenstehende nannten sie so; das kann nur den Grund haben, dass die Bibel in den Vordergrund gerückt wurde, man sich in dieser gut auskannte und damit argumentierte. Zudem zeigt es an, dass man die Bibel erforschte, ein echter Forscher beurteilt nicht alles endgültig, solange der Prozess des Suchens noch nicht abgeschlossen ist.

Rutherford beschloss 1931 diesen Namen in Jehovas Zeugen zu ändern, mit der Begründung die Namensgebung von Dritten sei unpassend. Trotz dessen nimmt die Umwelt einen wahr, wie man auftritt. Nicht ohne Grund wurden wir jahrzehntelang, als die Wachtturm Leute bezeichnet.

Da ich mich seit 3 Jahren von jeglichen Aktivitäten zurückgezogen habe, kann ich den momentanen Stand schwer beurteilen. Es würde mich allerdings nicht wundern, wenn sich in Zukunft ein Wandel zu der Titulierung  jw.org Leute vollzieht.

Die omnipräsenz des jw.org Logos auf Filmen, Königreichssälen, Kongressen usw. ist unübersehbar dominant. Beim passieren eines Saales ist die dezente Bezeichnung „Königreichssaal der ZJ“ kaum noch wahrnehmbar, in Konkurrenz zu dem blauen Quadrat.

Eine der 3 großen Stärken der ZJ (Bekanntmachung des Namens Gottes, sowie Predigtdienst & Kriegsverweigerung) geht dadurch Stück für Stück immer mehr verloren. Alles dreht sich um die Organisation, die wie immer wieder betont wird, von Gott gebraucht wird. Das ist allerdings nichts Neues, nur das Logo ist neu. Seit Jahrzehnten legitimiert sich die WTG durch diese immer wiederkehrende Formel: Da wir so viel leisten und Erfolg haben, sind wir die Organisation, die Jehova gebraucht.

  • wie glücklich sind wir zum Volk Jehovas zu gehören
  • mit dem Segen Jehovas wurde das Bethel gebaut
  • in Zeiten der Mehrung, war diese auf Jehovas Gunst zurückzuführen
  • die glücklichsten Ehen und Familien gibt es bei den Zeugen von Jehova
  • die jw.org website hat mehr Sprachen als Google
  • der Wachtturm ist die auflagenstärkste Publikation weltweit
  • wir sind die gesetzestreuesten Bürger der Welt
  • das Volk Jehovas ist größer als die Bevölkerung vieler Staaten
  • die NWÜ ist die beste Übersetzung der Bibel, die existiert
  • durch den Sklaven werdet ihr mit bester geistiger Speise versorgt
  • alles geschieht unentgeltlich, ohne Spendenaufrufe, ohne Jehova wäre das unmöglich
  • ZJ waren die ersten Helfer bei dem Wirbelsturm
  • wir sind der Augapfel Jehovas, wenn wir angegriffen werden, kommt HM
  • wieder einmal haben wir diesen oder jenen Gerichtsfall gewonnen

Erfolg wird an Erfolg gereiht; selbst offensichtliche Niederlagen werden rhetorisch in diese Richtung gebogen (siehe Notizen / DSGVO) oder eben völlig verschwiegen. Hier und da wird auch offensiv die Unwahrheit behauptet, wie z.B., das es  bei uns keine Spendenaufrufe gibt. Ob die immer wieder genannten Argumente der Wahrheit entsprechen oder auch nicht; es ist auffällig, das es ständig um die Organisation und ihre Leistungen geht, immer im Sichtspektrum des jw.org Logos.

Wenden wir uns wieder Jesus zu, der wirklich von Gottes Geist geleitet wurde. In Lukas wird berichtet, das er Menschen beobachtete, die sich auf ihre eigenen Gerechtigkeit verließen und in deren Augen andere nichts wert waren und brachte folgenden Vergleich: „2 Männer, ein Pharisäer und ein Steuereinnehmer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten. Der Pharisäer betete: O Gott, ich danke dir das ich nicht wie die anderen bin – Erpresser, Ungerechte, Ehebrecher – und schon gar nicht wie dieser Steuereinnehmer. Ich faste 2x die Woche und gebe ein Zehntel von allem, was ich erwerbe. Der Steuereinnehmer dagegen, traute sich nicht einmal zum Himmel zu schauen und sagte: O Gott, hab mit mir, einem Sünder; Erbarmen.“ (Lukas 18:11-13)

Es fällt auf das der Pharisäer nicht behauptet, alles aus eigenem Antrieb zu schaffen, sondern er führt es (demütig wie er ist) auf Gott zurück, dem er dafür dankt. Trotz dessen versäumt er es nicht, Gott an all die guten Taten zu erinnern, die er vollbringt; bzw. was alle anderen falsch machen, außer seiner Person natürlich. Er legitimiert seine herausragende Stellung, mit der Fehlerhaftigkeit und Passivität anderer. Das muss! Gott doch auch so sehen. Nicht ohne Grund führt Vers 14 weiter aus: „Ich sage euch: Jeder der sich selbst erhöht, wird erniedrigt, aber wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht.“

Jesus selbst handelte danach; nicht das er sich bewusst klein machte („ich durfte während meines Urlaubs beim Saalbau mithelfen…“), sondern er tat was notwendig und angebracht war. Der Situation entsprechend, oft im Sinne der Menschlichkeit. Er inszenierte seine Taten nicht, erzählte sie selbst nicht weiter und wies andere an, über das Gute was er getan hatte, zu schweigen. „Du aber, wenn du den Armen gibst, dann lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit deine barmherzigen Taten verborgen bleiben. Dann wird dich dein Vater, der im Verborgenen zusieht, belohnen“ (Matthäus 6:3,4)

Der von Gott gesandte Messias, stellte sich den Menschen nicht als Sohn Gottes vor. In den meisten Fällen schwieg er dazu. Weder bei Heilungen oder Auseinandersetzungen mit den Pharisäern, nutzte er dies als Argument. Nicht mal seinen Jüngern sagte er; ich bin der Sohn Gottes, also folgt mir nach.

Ich kenne auch keine Aussagen, wie: „Meine Jünger sind die Besten, die Glücklichsten oder was auch immer.“ Er war wirklich der Sohn Gottes, darauf brauchte er nicht ständig hinzuweisen. Worauf er hinwies und Bezug nahm, waren die hebräischen Schriften, ohne langatmige Zusatzerklärungen.

Was für ein Unterschied zu menschlich geführten Organisationen, mit ihrer deutlichen Neigung, sich immer wieder selbst zu erwähnen, statt den, den Jehova dafür vorgesehen hat – Jesus Christus. Achte einmal darauf wie selten Jesus, im Vergleich zu Jehova und der Organisation erwähnt wird. Einzig am Ende von Gebeten kommt er regelmäßig vor; wir sprechen zu Jehova, um am Schluss mit den Worten „im Namen Jesu“ zu enden, ohne wirklich an ihn gedacht zu haben.

Schlussbemerkungen

Die Antwort auf die Frage ob jw.org (ich kann mit diesem „Namen“ nichts anfangen, aber der Begriff ist nun mal von der leitenden Körperschaft selbst gepusht worden), von Menschen oder von Gott geleitet ist, ist deshalb so entscheidend, weil es uns persönlich betrifft. Dabei sollte man sich von Fakten, statt von Behauptungen leiten lassen. Fakten sind nachprüfbar und treffen auf die Allgemeinsituation zu; Behauptungen sind schwer belegbar und können auch Einzelfälle sein.

Es fällt z.B. auf Kongressen immer wieder auf, dass heikle Themen in einer der Ansprachen des Vorsitzenden angesprochen werden. In dieser besonderen Atmosphäre des Beisammenseins und Vertrauens werden diese als Schlussansprache gehalten. Belegen möchte ich das mit der Ansprache des charismatischen Redners Br. Steffensdorfer vom Zweigkomitee Selters (BZK Dortmund 2016 oder 2017). Es war interessant ihm zuzuhören, er hat viel Gutes über die Bruderschaft erzählt, die Zuhörer mit einbezogen, keinem wurde langweilig.

In all diesen Ausführungen kam er unvermittelt auf die leitende Körperschaft zu sprechen. Ohne vernünftige Einleitung bzw. Anlass appellierte er, diesen Männern nicht zu misstrauen. Dann kam der perfekt modulierte Satz: „Brüder, ich kenne diese Männer alle persönlich und deswegen versichere ich euch, dass sie absolut vertrauenswürdig sind!“ Wirkungspause und es ging weiter mit anderen Themen.

Auf diese Weise werden Behauptungen aufgestellt. Aus dem Nichts, in einer emotional günstigen Stimmung wird etwas in den Raum gestellt. Danach geht es schnell weiter im Text (subliminale Flashbotschaft, in dem Fall ohne Bilder). Wie will ich das denn nachprüfen? Zuerst wird gesagt, misstraut dem Sklaven nicht. Was denkt denn nun jeder Anwesende? Ja natürlich nicht, völlig abwegig!  Dann „belegt“ der weithin bekannte Bruder diese Aussage mit seinem Wissen, bzw. seinen Erfahrungen und seiner Autorität. Aus welchem Grund sagt der Redner so etwas? Ich als Anwesender, der Bruder Steffensdorfer nicht kennt, soll Männern, die er kaum kennt, vertrauen, weil er mir das so rät?

Wie unbiblisch ist das denn? „Setzt euer Vertrauen nicht auf Mächtige noch auf einen Menschen, von dem ohnehin keine Rettung kommen kann“ (Psalm 146:3) Da verhält es sich mit Fakten doch ganz anders. Diese kann man in Ruhe nachprüfen, sie sind auch keine Momentaufnahmen, sondern bestätigen sich auf Dauer. Bezogen auf die 4 Hauptpunkte diese Artikels stehen folgende Fakten im Raum:

Sind die Männer die behaupten den treuen Sklaven zu bilden von Gott oder Jesus ernannt worden? Wenigstens ein einziger von ihnen?

Sind die Prophezeiungen über den Beginn von Harmagedon (wie auch unzählige andere) eingetroffen?

Stellen diese Männer eine große Anzahl von Regeln auf, statt darauf zu vertrauen, dass Nachfolger Jesu aufgrund ihres eigenes Gewissens und Glaubens annehmbar vor ihrem Schöpfer stehen können?

Stellt jw.org eigene Leistungen, Erfolge und Absichten in den Mittelpunkt; statt wie Jesus rät, über all das demütig zu schweigen?

Zu welchem Schluss kommst du persönlich?

Oder denkst du: „Aber wohin sollen wir gehen? Es gibt doch nichts Besseres“

Ich habe mir diese Frage ebenfalls gestellt und ich habe auch den Eindruck, dass es (zumindest in der Größenordnung) kaum etwas  Besseres zu geben scheint.

Das Gleiche trifft allerdings auf die Pharisäer zu. Sie waren ungenommen die Besten von allen; keiner war genauer, keiner hat sich mehr angestrengt, mit der Absicht Gott zu dienen. Das Volk wurde mit unzähligen Zusatzregeln belegt, um es rein und annehmbar zu machen. Sie selbst stellten sich in den Mittelpunkt und pochten darauf auf dem Stuhl des Moses zu sitzen. Wer das nicht anerkannte wurde mit Repressalien belegt. Sie und andere sahen sich als die Top-Religion an; das Entscheidende war aber:

Sie erkannten den Messias in seiner Stellung nicht an, stellten sich selbst, statt ihn in den Mittelpunkt. Sie wollten nichts von ihrer Macht abgeben. Jesus enttarnte sie, denn sie waren nicht von Gott geleitet! (Johannes 8: 42-47)

[Gesamt:122    Durchschnitt: 5/5]

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Tommy

Eigentlich alles richtig, aber irgendwie muss man ja den eigenen Anspruch legitimieren der verlaengerte Arm Gottes auf Erden zu sein. Ist bei den Zeugen nicht anders. Und fast jeder dort nickt alles ab.
Wie also sollten wir die Leute wecken?
Tommy

Jurek

Danke für die interessanten Ausführungen, Herr Bernd N. (link des Artikels vom 29.04.2019 einfügen). Wurde da was vergessen, oder habe ich da was übersehen? Wenn man sich den zugrundeliegenden Text aus Matthäus 24: 45-47 anschaut, fällt auf, dass es sich um eine Gegenüberstellung von 2 Sklaven handelt. Einem treuen und verständigen und einem schlechten Sklaven. Interessanterweise in dem Gleichnis aus Mat 24:45-51, geht es nicht um zwei Sklaven, einen verständigen und einen anderen, welcher böser ist, sondern nur um EINEN Sklaven, der zwei unterschiedliche Handlungsweisen zeigt, wie z. B. die aus dem V. 49, andere Mitsklaven zu schlagen =(“aus der… Weiterlesen »

TT22

Der von dir zitierte Vers aus 5.Mose läutete mein Aufwachen ein. Wie kann man diesen Vers anders verstehen, als genau so, wie er in der Schrift steht?! Allein diese Bibelstelle bezichtigt die Org als Lügner und falsche Propheten. Nur dieser eine Vers reicht dazu aus. Dazu muss man ihn aber auch gelten lassen und Gott ernst nehmen! Nicht so bei den Zeugen. Darauf angesprochen faselten sie etwas von „was ist denn ein falscher Prophet, was ein echter…bla bla…Jona…bla bla…“ Ihre Schriftgelehrten haben Jesus degradiert. IHN, der sich opferte, damit wir leben können. IHN, der sich zum Beispiel in Johannes 7x… Weiterlesen »

www.Christusbekenner.de

Genau, es ist doch so offenkundig: Lasche Haltung in Sachen Kindesmissbrauch – Verkultung menschlicher Führer – Bibelfälschung – Verdrehung der eigenen Geschichte – Irrlehren – nicht eingetroffene Daten – Doppelgesichtigkeit in politischen Fragen – Festhalten an unbiblischen Lehren – unerfüllte Prophezeiungen – falsche Lehrer – Teil Babylons der Großen – Kommentarverbot in Zusammenkünften – Rufmord – Ausgrenzung Aufgewachter – Machtmissbrauch durch geistliche Führung – Zitaten-Untreue – talmudähnliches Regelwerk in Privatangelegenheiten – undurchsichtige Finanzpolitik – Ignoranz nötiger Reformen – Verunstaltung Jesu Christi und seiner Rolle – Falschheit … … Und das soll Gottes Organisation sein? Wenn Jehovas Zeugen irgendeine andere Religionsgemeinschaft… Weiterlesen »

Jane

Danke Lieber Bernd N. dafür, dass du der Frage nachgegangen bist, die wirklich eine Schlüsselfrage ist. Auch wir, mein Mann und ich ,stellen uns derzeit die Frage wo und wie der Geist Gottes wirkt. Wirkt er trotz allem in der jw.org? Wirkt er in der evangelischen Kirche? Was macht einen konstruktiven Glauben aus? Was kennzeichnet einen destruktiven Glauben? LG Jane

SubliminalWTG

Hallo ich wollte mich gerne über subliminals bei den Zeugen Jehovas austauschen, ich habe gehört hier gibt es viele Erfahrungen und auch schon Kontakt zu einem Gutachter?

TheJehovaBusiness

Scheint so als ob die Baptisten mehr Königreichsäle brauchen als die Jehovas Zeugen. Oder warum verkaufen die Jehovas Zeugen dauernd ihre Säle an die Baptisten?

959 Cauldwell Ave
959 Cauldwell Ave, The Bronx, NY 10456, USA
https://maps.app.goo.gl/T9RRRnqqzQEj3iDJ7

https://www.globest.com/2019/09/09/cushman-wakefield-arranges-bronx-church-sale/?slreturn=20190812105901

https://www.globest.com/2019/09/09/cushman-wakefield-arranges-bronx-church-sale/?slreturn=20190812105901

Sieht langsam so aus als ob es einen Rahmenvertrag mit den Baptisten gibt.

Und Umschlagshäufigkeit gesteigert wird.

Oder wie im INQ Artikel auch gesagt wird:

“The Watchtower has made a business decision

Lg

Iris

An alle , habe noch etwas aus den Schriftstudien , Band 3 ,, Dein Königreich komme “Seite 177/1914 Ausführungen von Charles Taze Russel über ,, Sekten “. ,, Gewiß , jedermann , der sich irgendeiner dieser menschlichen Organisationen anschließt und ihr Glaubensbekenntnis als das seine annimmt , weiß , daß er sich damit verpflichtet , weder mehr noch weniger zu glauben , als jenes Glaubensbekenntnis über die Sache ausspricht . Wenn sie trotz solcher freiwillig eingegangen Knechtschaft ,, für sich selbst denken ” und aus anderen Quellen Licht empfangen , über das Licht hinaus , das die Sekte genoß ,… Weiterlesen »

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