„Geht und macht Menschen . . . zu meinen Jüngern“

Kommentar zum Studienartikel Nr. 1, – Jahrestext 2020 –

Gestützt auf Matt. 28:19 hat die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas diese Worte Jesu als Jahrestext für 2020 gewählt. Doch irgendwas an diesem Jahrestext machte mich stutzig.

Ja, Matt. 28:19 wird korrekt zitiert, und dennoch, irgendetwas passt nicht zu dem, was der Kontext dieser Stelle aussagt. Unter Berücksichtigung des Zusammenhangs wäre es doch sinnvoller, den Jahrestext konkreter zu formulieren: „Geht und macht Menschen zu Jüngern Jesu “. 

Bevor du jetzt annimmst, es ginge mir um kleinkarierte Spitzfindigkeiten, möchte ich zu bedenken geben: Wenn auch der Text wörtlich zitiert wurde, so lässt er auf sträfliche Weise (um nicht zu sagen: bewusst) offen, zu wessen Jünger wir Menschen machen sollten.

Du wirst als Zeuge Jehovas denken: “Das ist doch klar: … zu Jüngern Jesu natürlich.” Doch da dieser Jahrestext, in diesem Artikel, explizit auf die Predigttätigkeit von Jehovas Zeugen angewendet wird, stellt sich die Frage: Machen Jehovas Zeugen Menschen, mit denen sie die Bibel studieren, wirklich zu Jüngern Jesu oder eher zu einem Zeugen Jehovas? Werden durch die vielgepriesene Predigttätigkeit der Zeugen Jehovas, Menschen zu Christus geführt oder eher zur „Organisation Jehovas“?

Was hatte Jesus im Sinn, als er seinen Jüngern diesen Auftrag erteilte? Das wird uns klar, wenn wir uns das Ende des Matthäusevangeliums anschauen. Jesus steht, kurz vor seiner Himmelfahrt, im Kreis seiner Jünger und sagt:

„Geht hin und macht Menschen „zu meinen Jüngern“, indem ihr sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes tauft“.

Jesus hatte eine Bewegung vor Augen, die eng mit seinem Namen verbunden ist. Seine Jünger sollten in seinem Namen das fortführen, was er begonnen hatte. Sie sollten Menschen zu Christen machen, indem sie diese, auf der Grundlage des Sohnes, zu Gott führen. Der Start dieser „Bewegung“ ist erstaunlich. Den Anfang machte vor allem der Mittelmeerraum mit lockeren Gemeinschaften, doch im Laufe des 1. Jahrhunderts bildeten sich weltweit immer mehr Gemeinden – alles unter der Führung Jesu und des versprochenen Helfers, dem Heiligen Geist.

Jesus beauftragte seine Jünger nicht damit, Kirchengebäude, Gemeindehäuser, Schulungszentren, Übersetzungsbüros und gar Weltzentralen zu bauen oder organisatorische Strukturen zu installieren. Im Gegensatz dazu strotzt der Artikel nur so von organisatorischen Anweisungen und Strukturen, die weniger dem Ziel dienen, Menschen zu Jüngern Christi zu machen, als dem, Menschen zu einer Religionsorganisation zu führen.

In speziellen „Dienstzusammenkünften“ wird immer wieder bis zum Abwinken demonstriert, wie man Menschen schnell und effektiv zu Jehova, sprich, zu seiner Organisation führen kann. Während meiner langjährigen Zugehörigkeit habe ich es nicht einmal erlebt, dass gezeigt wurde, wie man Menschen zu Christus führt, im Gegenteil, Jesus Christus selbst wird als Teil der Organisation positioniert.

Von daher ist es auch nachvollziehbar, dass die Organisation der Zeugen Jehovas mit der, von Jesus Christus selbst festgelegten Taufformel ein Problem hat und eine eigene benutzt. Der letzte Teil dieser ihr eigenen Formulierung, macht deutlich, dass diese Taufe nichts mit Christus zu tun hat. Durch diese Taufe wird ein Mensch kein Christ, kein Nachfolger oder Jünger Jesu, sondern ein Zeuge Jehovas, der mit der Organisation Jehovas verbunden ist, Zitat aktuelle Taufformel:

Bist du dir darüber im Klaren, dass du dich durch deine Hingabe und Taufe als ein Zeuge Jehovas zu erkennen gibst, der mit der Organisation Jehovas verbunden ist“?

Verbunden mit der Organisation, nicht mit Christus. Christus spielt nur insofern eine Rolle, als dass du ihn als Jehovas „Mittel zur Rettung“ zu akzeptieren hast, wie es der erste Teil der Taufformel ausdrückt:

„Hast du deine Sünden bereut und dich Jehova hingegeben und akzeptierst du den Weg der Rettung durch Jesus Christus“?

Und in diesem Sinn fährt der Jahrestextartikel fort, wenn er schon zu Anfang andeutet, Jesus habe vor seiner Himmelfahrt ein spezielles Treffen organisiert, Absatz 2 sinngemäß: 

“Als Maria Magdalẹne und Maria vor dem leeren Grab Jesu standen, kam ihnen Jesus entgegen und gab ihnen die Anweisung: „Geht und erzählt alles meinen Brüdern, damit sie nach Galiläa gehen und mich dort treffen“ (Mat. 28:10).

Die Schlussfolgerung der WTG-Autoren aus diesen Versen ist, Zitat:

„Jesus muss seinen Jüngern etwas Wichtiges zu sagen haben, denn dieses Treffen ist das erste, was er nach seiner Auferstehung organisierte“.

Doch tatsächlich betont Jesus den beiden Frauen gegenüber, weder den Gedanken eines wichtigen organisierten Treffens, noch dass er seinen Jüngern etwas Wichtiges zu sagen hätte, was mit einem Predigtdienstauftrag zu tun hätte. Lediglich die NW-Übersetzung spricht in typischer WTG-Sprache von einem “Treffen und Anweisungen”. Alle anderen Bibelübersetzungen sagen lediglich:

„Jesus beruhigte sie: »Fürchtet euch nicht! Geht, sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa kommen! Dort werden sie mich sehen.“

Jesus wollte die aufgeregten Frauen lediglich beruhigen und sie sollten auch seine Brüder beruhigen. Sie sollten nach Galiläa gehen, dort würden sie den auferstandenen Jesus sehen. Das ist der Kern dieser Begebenheit. Jesus kündigte keine große Predigtdienstzusammenkunft an, auch wenn er bei dieser Gelegenheit seine Jünger aufforderte: „Geht und macht Menschen . . . zu meinen Jüngern“. Erstaunlich, wie es die WTG-Autoren schaffen, aus dieser Begebenheit einen Predigtdienstauftrag für alle Nachfolger Christi zu konstruieren. Da dies aus den Worten Jesu so nicht hervorgeht, versucht man, seinen Worten mit abwegigen Überlegungen und Mutmaßungen die gewünschte Deutung geben.

Waren „mehr als 500 Brüder“ bei Jesu Himmelfahrt zugegen?

Jesus habe auf dem Berg in Galiläa seinen Auftrag angeblich nicht nur den anwesenden Aposteln gegeben, da auch treue Frauen anwesend waren. Da der Engel zu Maria Magdalẹna und Maria gesagt habe: „Dort [in Galiläa] werdet ihr ihn sehen“, müssten also auch treue Frauen dort gewesen sein. Dass mit „ihr“ (Maria Magdalẹna und Maria) alle treuen Christinnen gemeint sein sollen, ist eine wenig überzeugende Schlussfolgerung.

Auch der nächsten Begründung kann man nur folgen, wenn man um drei Ecken denkt. Auf der Grundlage von 1. Kor. 15:6 wird behauptet, dass bei dem angeblichen „Treffen“ auf dem Berg in Galiläa später „mehr als 500 Brüder“ auf einmal dazugekommen und anwesend gewesen wären. Auch hier bezieht man sich auf die NW-Übersetzung, wo wir lesen:

„ … und er erschien Kẹphas, dann den Zwölf. Später erschien er mehr als 500 Brüdern auf einmal“.

Angesichts der Zeitangabe „später“ wird der Eindruck vermittelt, dass die 500 Brüder zu den 11 Jüngern auf dem Berg dazukamen und sich zeitgleich mit ihnen versammelten. Aufgrund anderer Übersetzungen muss man aber schlussfolgern, dass Paulus in 1. Korinther von einer anderen, längeren zeitlichen Abfolge sprach:

„Zuerst hat er sich Petrus gezeigt. Danach allen aus dem engsten Kreis der Jünger. Dann (oder danach) haben ihn mehr als fünfhundert Brüder und Schwestern zur gleichen Zeit gesehen, von denen die meisten heute noch leben. Später ist er Jakobus erschienen und zuletzt hat er sich auch mir (Paulus) gezeigt.“

Aus dem Kontext ist zu entnehmen, dass Paulus hier nicht von Ereignissen sprach, die sich im Laufe eines einzigen Tages abspielten. Der zeitliche Ablauf erstreckte sich über einen langen Zeitraum. Somit ist die Vermutung, dass die 500 Brüder mit den 11 Aposteln zusammen auf dem Berg Jesu Himmelfahrt miterlebten und auch sie diesen Auftrag erhalten haben, willkürliche und eigenzweckdienliche Spekulation. 

Genauso verhält es sich mit den, in  Abs. 5 angeführten „guten Gründen“ zur Annahme, dass der Berg in Galiläa für ein solches Treffen besser geeignet war, als eine Privatwohnung, da die meisten Jünger Galiläer waren. Im Abs. 6 bezieht man sich auf die Aussage Jesu: „Siehe, ich bin bei euch bis zum Ende des Zeitalters“, um deutlich zu machen, dass dieser Auftrag Jesu auch für uns heute noch verbindlich sei und sich nicht nur auf Christen des 1. Jahrhunderts beschränkt.

Natürlich können zu jeder Zeit – also auch heute – Menschen zu Jüngern Christi gemacht werden. Doch die Behauptung, dieser Auftrag Jesu würde heute alleine durch Aktivitäten der Wachtturmorganisation erfüllt und sei im vollem Gange, weil jedes Jahr fast 300 000 Menschen als Zeugen Jehovas getauft würden, ist eine Anmaßung und eine Beleidigung dessen, was die Jünger Jesu in der frühchristlichen Zeit, unter der Leitung Jesu und des Heiligen Geistes, erreicht haben. Wenn wir anhand von Zahlen festmachen wollen, wer heute den Auftrag Jesu erfüllt, dann müssen wir ehrlicherweise zugeben, dass andere christlich orientierte Kirchen und Gruppen zahlenmäßig weit mehr zu bieten haben, sie sind erfolgreicher denn je.

Vor hundert Jahren lebten in Afrika zehn Millionen Christen, heute sind es ca. 350 Millionen.

In Korea ist die Zahl von 300 000 im Jahr 1945 auf heute 11 Millionen gestiegen.

In China gibt es mehr als 100 Millionen Christen. Die missionarisch erfolgreichste christliche Glaubensgemeinschaft ist die Pfingstkirche.

Aber lassen wir diese Zahlenvergleiche. Einen Zeugen Jehovas kann man mit solchen Zahlen sowieso nicht beeindrucken. Seine Standardantwort lautet: „Ja, aber das sind ja nur Namenschristen, keine echten“. Die jährlich 300 000 neuen Zeugen Jehovas, ja das sind die wahren Christen.

Was man über den Begriff „Abschluss des Weltsystems“ wissen muss

Doch noch einmal zurück zu den Worten Jesu: „Ich bin bis zum Abschluss des Weltsystems bei euch“. Aufgrund dieser Worte Jesu glaubt die WTG, eine Verbindung zu den heutige Zeugen Jehovas herstellen zu können. Doch hierzu muss man einiges wissen.

Was hatte Jesus mit dem Hinweis auf den „Abschluss des Weltsystems“ im Sinn? Jehovas Zeugen verstehen unter dem „Abschluss des Weltsystems“ das Ende dieses heutigen religiösen und politischen Systems in Armageddon. Doch der griechische Text gibt dies so nicht her, auch wenn viele Übersetzungen in Matthäus 28:20 vom „Ende der Welt“ sprechen. Hier ist die Elberfelder Übersetzung (sowie auch einige andere) genauer in ihrer Wiedergabe, wenn sie sagt:

„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters (oder bis zum Ende der Zeit, – bis zum Ende des Äons)!

Hier bedarf es einer Worterklärung des Begriffs “Äon”. Selbst die WTG hält es für angebracht, die Vokabel „Äon“ in einer Fußnote zu erklären. Allerdings ist ihre Erläuterung nur bedingt richtig, wenn sie das griechische Wort „Äon“ auf eine Zeitperiode anwendet in der bestimmte Weltverhältnisse in Erscheinung treten würden. Aber richtig ist,  “Äon”bezeichnet einen bestimmten Zeitabschnitt, eine Epoche oder ein Zeitalter.

Die Bibel spricht in der Tat von verschiedenen Zeitaltern oder Zeitabschnitten. Durch den Gesetzesbund führte Gott z. B. das israelitische oder jüdische Zeitalter ein. Und mit dem Opfer Jesu begann ein anderes Zeitalter. Damit wurde eine neue Epoche eingeleitet, in der das wahr wurde, worauf der Gesetzesbund hingedeutet hatte. Das alte jüdische Zeitalter oder Weltsystem ging mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n. Chr. zu Ende. Als daher Jesus seinen Jüngern verhieß: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung dieses Zeitalters“, war ihnen klar, dass Jesus von ihrem Zeitalter sprach, dem Ende des jüdischen Zeitalters. Eine aufmerksame Betrachtung der frühchristlichen Tätigkeiten, auch anhand der Apostelgeschichte, belegt, dass sie den von Jesus Christus erhaltenen Predigtauftrag, unter seiner Führung und in der Kraft des Heiligen Geistes, bis zum Jahre 70 n. Chr. erfüllt hatten.

Produktive Missionstätigkeit?

Das in Matthäus 28:19 beschriebene Ereignis, vor der Himmelfahrt Jesu, hat nicht das Geringste mit dem konstruierten Predigtauftrag zu tun, den Jehovas Zeugen noch vor dem Ende dieses Systems der Dinge erledigen müssen. Dass sich Jehovas Zeugen bei ihrer Missionstätigkeit mehr auf organisatorische und von Menschen erdachte Strukturen verlassen und weniger auf den Beistand Jesu, zeigen die weiteren Absätze mehr als deutlich.

Der Erfolg, so wird der Predigerschar von Jehovas Zeugen eingeimpft, hängt von ihrem geschickten Einsatz, der von der WTG gelieferten Hilfsmittel – Druckerzeugnisse oder Videoclips – und der Umsetzung der organisatorischen Vorgaben ab.  Man vertraut mehr organisatorischen und produktiven Vertriebsstrukturen. Aufforderungen wie: „Wir müssen beim Jüngermachen produktiver vorgehen“, sind gang und gäbe. Ja, du hast richtig gelesen, es geht der WTG um Produktivität. Was diese mit dem Auftrag Jesu zu tun, hat bleibt allerdings ein Geheimnis der WTG.

Was versteht die WTG unter Produktivität?

Hier eine Zusammenfassung der Schlussgedanken dieses Artikels, die verdeutlichen, dass es der Religionsorganisation nicht darum geht, Menschen zu Jüngern Christi zu machen, sondern zu Anhängern und Unterstützern ihrer Organisation.

Die Bibellehrer der WTG werden verantwortlich gemacht, für den „geistigen Fortschritt“ des sogenannten Bibelschülers. Fortschritt wird festgemacht, an dessen Bereitschaft, die von der WTG vorgegebenen Ziele anzustreben und zu erreichen:  Regelmäßig, gerne und vorbereitet, anhand der WTG-Literatur, die Bibel zu studieren und „Fortschritte“ in Richtung Taufe zu machen.

Wer keine Fortschritte in Richtung Taufe macht, wird ausgesondert, weitere Bemühungen mit ihm als Person sind unproduktive Zeitverschwendung. Zitat Abs. 17.18:

„Macht dein Bibelschüler keine kontinuierlichen Fortschritte, musst du dich irgendwann fragen: „Sollte ich das Studium einstellen?“ … Frag dich: „Macht mein Bibelschüler seinen Umständen entsprechend angemessene Fortschritte? Fängt er an, sich an das zu halten, was er lernt?“ (gemeint ist in erster Linie die Beteiligung am Predigtdienst Mat. 28:20). Auch wenn ein Schüler nur langsam vorankommt, sollte er doch kontinuierlich Fortschritte machen. 

18 Wie ist es, wenn jemand schon eine Zeit lang studiert hat, aber kaum oder gar keine Wertschätzung für das Studium zu haben scheint, … er hat noch nie eine Zusammenkunft besucht, nicht einmal das Gedächtnismahl! Und er sagt das Studium oft aus unwichtigen Gründen ab. In so einem Fall wäre es gut, wenn du offen mit ihm darüber sprichst.“

Für diese Art, Menschen zu Christus zu führen, finden wir kein Vorbild aus der Zeit der Apostel. Die Apostel und Evangeliumsverkündiger der Anfangszeit haben Christus und dessen Auferstehung verkündigt und es den Menschen überlassen, ob und wie sie auf diese Botschaft reagierten, ohne Druck aufzubauen oder sie in produktive und unproduktive Bibelschüler einzuordnen.

Eine besonders krasse und verräterische Anweisung wird dem Bibellehrer im Abs. 12 ans Herz gelegt, Zitat: „Bring deinem Bibelschüler bei, wie man betet“.

“Bring ihm bei, wie man betet” – eine fragwürdige Formulierung. Einem Hund bringt man etwas bei, man dressiert ihn für eine bestimmte Aufgabe. Und so hart und polemisch es auch klingen mag: Nichts anderes will die WTG, mit ihrer Schar von Bibellehrern, erreichen – den Bibelschülern etwas beibringen,sie erziehen, zu funktionierenden Marionetten der Organisation.

Genau in diese Richtung gehen dann auch die folgenden Anregungen, Zitat Abs. 14:

Stimmt jemand einem Bibelstudium zu, interessiert er sich vielleicht hauptsächlich dafür, was ihm das Studium persönlich bringt. Doch je mehr er Jehova lieben lernt, desto eher denkt er wahrscheinlich darüber nach, wie er anderen helfen kann, auch denen, die schon zur Versammlung gehören (Mat. 22:37-39). Wenn es passend ist, erwähne ruhig, dass man das Königreichswerk finanziell unterstützen kann.“

Der „Bibelschüler“ muss also Fortschritte machen und was Fortschritte sind, wird klar definiert. Er soll nicht nur an das Paradies denken, an die persönlichen Vorteile eines Bibelstudiums, sondern bereit sein, Opfer zu bringen, Zitat: „Erwähne ruhig, dass man das Königreichswerk auch finanziell unterstützen kann“.

Der Absatz 19 bringt es deutlich auf den Punkt. Es geht nicht darum, Menschen zu Jüngern Christi zu machen, sondern darum, sie zu aktiven, einsatzfreudigen Zeugen Jehovas zu machen, Zitat:

„Womöglich sagt er: „Ich studiere gern die Bibel, aber Zeuge Jehovas werde ich nie!“ Falls er so denkt, … ist es da noch sinnvoll mit ihm weiter zu studieren? Möglicherweise kann er sich nicht vorstellen, jemals von Haus zu Haus zu gehen. Jetzt, wo du weißt, wie er denkt, kannst du ihm besser helfen. Verliere keine Zeit mit einem unproduktiven Studium!“

Statt unproduktive Bibelstudien bei Kaffee und Kuchen zu führen, sollte die Zeit produktiv genutzt werden: Menschen suchen, die erkennen lassen, dass sie „zum ewigen Leben richtig eingestellt“ sind, was immer dies auch bedeuten mag.

Der Jahrestext für das Jahr 2020 dient als Anregung, darüber nachzudenken, wie du im Dienst des Jüngermachens produktiver und schneller Bibelschüler zur Taufe bewegen kannst, um sie zu einem Zeugen Jehovas zu machen. Wie in einem Schneeballsystem produziert man wieder neue Zeugen Jehovas , welche die Organisation mit Zeit und Geld unterstützen.

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Kimon

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Christian

Und auf diejenigen, die schon in der Falle gefangen sind, wird der Druck Geld abzugeben an JW.ORG immer weiter erhöht: https://www.reddit.com/r/exjw/comments/e3bxmm/elders_want_us_to_set_up_monthly_donations_wtf/ Schutzgelderpressung oder Ablasshandel sind noch harmlose Begriffe für das was JEHOVAS ZEUGEN Management und ihre lokalen Helfershelfer machen. Ps: wer SOLCHE Whatsapp Nachrichten bekommt, hat ein begründeten Grund zu Strafanzeige. Wer eine Rechtschutzversicherung hat, und sonst keine Hinderungsgründe, hat damit, insbesondere im Wiederholungsfall, ein wirksamen Rechtsgrund, sich auf dem Rechtweg gegen die Übergriffe von JW.ORG Funktionären zur Wehr zu setzen. Unter Umständen kann auch Schmerzensgeld und Schadenersatz geltend zu machen sein. Lasst Euch rechtlich beraten. Allerdings müsste der RA… Weiterlesen »

O.W.Schön

Neue Lücke, um besser abzocken zu können? Ich bedanke mich bei Andrea Stracke und ihrem Video für den Hinweis, dass JW.Org noch dreister geworden ist, wenn es um die systematische Veruntreuung von Spendengeldern geht. Website JW.Org. – Spenden – Kreis: “Spenden an Kreise werden verwendet, um die Kosten des Kreises zu decken, wie Mietkosten, Betriebskosten oder Unterhaltskosten eines Kongresssaals. Überschüssige Spenden werden möglicherweise dem weltweiten Werk von Jehovas Zeugen zur Verfügung gestellt.” “Überschüssige Spenden werden MÖGLICHERWEISE dem weltweiten Werk … zur Verfügung gestellt”. JW.Org stellt sich selbst einen Persilschein aus und legitimiert sich selbst die Veruntreuung von Spendengeldern! Persilschein von… Weiterlesen »

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Der Jahrestext für das Jahr 2020 “Geht und macht Menschen … zu meinen Jüngern” dient der Anregung, darüber nachzudenken, ob die Hingabe nicht viel eher Jesus gelten sollte. Dafür gibt es viele, berechtigte Gründe. Der Text muss im ganzen Zusammenhang gebraucht werden und dann schaut’s schon ganz anders aus. Wieso? Betrachte doch einmal genau den Text aus Matt. 28:18 bis 20. Jesus ging auf sie zu und sagte: „Mir ist im Himmel und auf der Erde alle Macht gegeben worden. Darum geht und macht Menschen aus allen Völkern zu meinen Jüngern und lehrt sie, sich an alles zu halten, was… Weiterlesen »

Silver

Hallo Leute, ich folge Bruderinfo schon seit über einem Jahr und habe mich bisher nie an einer Diskussion beteiligt, finde aber die Themen und Kommentare super. Meine Lebenssituation ähnelt in vielerlei Hinsicht der euren. Ich bin irgendwann geistig aufgewacht und wurde sogleich mit einer bis dahin nicht gekannten Orientierungslosigkeit konfrontiert. Mir ist aufgefallen, dass ihr aber euren Glauben meistens bewahrt habt. Bei mir ist in der Zwischenzeit der Glaube komplett verloren gegangen. Wenn die Leitung der WTS “Gottes Wort” missbraucht und verändert hat, dann haben die anderen Religionsgemeinschaften, die schon lange vorher existierten, es wohl auch nicht anders gehandhabt. Woher… Weiterlesen »

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Liebe Freunde, der Artikel – und der Jahrestext 2020 – machen das deutlich, was alle schon wissen: JZ betrachten es als Kernaufgabe eines “Christen”, die Religion zu missionieren. Ein wahrer Christ sei nur, wer auch “predigen” geht – wer andere vom “wahren Glauben” überzeugt, indem er ihn missioniert. Es ist nicht falsch, seinen Glauben zu bekennen. Es ist auch nicht falsch, jemanden vom eigenen Glauben überzeugen zu wollen, wenn und weil man meint, dies sei der bessere Weg. Aber JZ sprechen anderen Menschen das Christsein ab, weil diese nicht der Auffassung sind, sie müssten missionieren. Folgende Tatsachen macht der Artikel… Weiterlesen »

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JW.ORG GLORIFIZIERT SICH SELBST! Während Jesus Christus stets dem Vater die Ehre gab, ehrt sich und lobt sich die JW.Org selbst. Damit ist das Eigenlob in Gottes Augen absolut nichtig und wertlos – denn sie hat bereits ihren vollen Lohn. Voll des Eigenlobes: https://www.jw.org/de/jehovas-zeugen/aktivitaeten/beitrag-zum-gemeinwohl/bessere-welt/ Eigenlob stinkt bekanntermaßen: “„Erbärmlich! So wäre mein Leben ohne jw.org. Die Welt tappt auf religiösem Gebiet im Dunkeln, aber die Website ist wie eine Glühlampe, die ich einfach anschalten kann. Auf Knopfdruck kann ich mir Artikel ansehen und anhören, in denen Gottes Sicht der Dinge erklärt wird, und ich bekomme Antworten auf viele Lebensfragen.“ J. C.… Weiterlesen »

www.Christusbekenner.de

“… und führte ihn zu Jesus” (Joh. 1:42). – Ein wichtiger Meilenstein in unserem eigenen Aufwachprozess war, als uns ein kleines dünnes Booklet in die Hände geriet. Schon beim bloßen Durchblättern erkannten wir sofort den qualitativen Plus-Unterschied zur ständigen Aufforderung in der Wachtturm-Literatur der JW.Org “Menschen zur Organisation zu führen”. Deshalb heute unsere Buchempfehlung zur Vertiefung obigen BI-Artikels: Buch-Titel: … und führte ihn zu Jesus – Eine Anleitung zur persönlichen Evangelisation, Autor: William MacDonald, by CLV (Christliche Literatur-Verbreitung, 63 Seiten (bei Amazon sind heute noch einige wenige Exemplare für unter 1 Euro vorrätig, zugreifen!)

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Morden im Norden

Gestern lief in der ARD ein Krimi: “Morden im Norden“. Er spielte im Umfeld der ZJ und ist ziemlich realistisch gemacht. Es gibt sogar Szenen, die im Kongresssaal in München gedreht wurden. Ich kann euch sehr empfehlen. Er geht unter die Haut.

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