Die neue Persönlichkeit anlegen  

Ws8 / 17 p. 17. – 9.-15. Oktober]

Mit diesem WT-Artikel versucht die WTG zu belegen, dass Jehovas Zeugen die „wahren Christen“ sind, da sie fortgesetzt an ihrer neuen Persönlichkeit arbeiten.

Zitat Wt, August 2017: „Die alte Persönlichkeit ablegen…“  JEHOVAS ZEUGEN werden von Außenstehenden immer wieder gelobt. Der Autor Anton Gill schrieb über unsere Glaubensbrüder im nationalsozialistischen Deutschland: „Die Nationalsozialisten [waren] Jehovas Zeugen gegenüber besonders feindlich eingestellt,  . . . 1939 befanden sich 6 000 von ihnen im KZ.“ Wie er weiter ausführt, blieben sie trotz der erbitterten Verfolgung standhaft und bewiesen „Zuverlässigkeit und Gefasstheit“ sowie „Integrität und Solidarität“.

Um die Behauptung zu untermauern, Zeugen Jehovas sind die „wahren Christen“, greift man auf die Zeit der Nazi-Verfolgung im Dritten Reich zurück. Jehovas Zeugen waren zu jener Zeit immer noch bekannt als „die ernsten Bibelforscher“, obwohl sie schon seit acht Jahre den Namen “Zeugen Jehovas” angenommen hatten. Diese „ernsthaften Bibelforscher“ haben Hunderte von christlichen Märtyrern hervorgebracht. Der Glaube dieser Christen ist ohne Zweifel bemerkenswert, aber das war damals, es ist jetzt 80 Jahre her.  Ich frage mich: Haben die Zeugen Jehovas von heute ein Recht, dieses Erbe für sich zu beanspruchen?

Tatsächlich geht die Organisation der Zeugen Jehovas noch viel weiter zurück als in die 1930er Jahre, um zu belegen, Jehovas Zeugen seien Teil einer anerkannten Linie treuer Diener Gottes. Sie glauben und lehren, alle Christen des ersten Jahrhunderts waren auch “Zeugen Jehovas”. Im Umkehrschluss soll damit gesagt werden, Zeugen Jehovas seien die wahren Christen. Ist dieser Anspruch gerechtfertigt?

Um die guten Eigenschaften von Jehovas Zeugen weiter herauszustellen, zitiert man im weiteren Verlauf des Artikels einen Stadionverwalter aus Südafrika.

Zitat Abs. 2: In Südafrika wurden unter Gottes Volk ähnlich gute Eigenschaften beobachtet. Zeugen unterschiedlicher Hautfarbe war es vor einigen Jahren dort nicht möglich, sich frei zu versammeln. Doch am Sonntag, den 18. Dezember 2011, bot sich in dem größten Stadion von Johannesburg ein wundervoller Anblick: Über 78 000 Brüder verschiedener Herkunft aus dem In- und Ausland waren zu einem glaubensstärkenden Programm zusammengekommen. Ein Verantwortlicher der Stadionverwaltung sagte: „Noch nie habe ich in diesem Stadion eine so anständige Gruppe erlebt. Alle sind gut angezogen. Sie haben das Stadion so gründlich gereinigt. Was aber am meisten auffällt: Sie sind wirklich ein buntes, multinationales Volk.“

Man bezieht sich auf einen Kongress von Jehovas Zeugen in Südafrika und den Kommentar eines Nichtzeugen, der so etwas nie zuvor gesehen habe. Mit solchen Aussagen möchte man belegen, Jehovas Zeugen sind wirklich einzigartig. Sie bemühen sich mit der Hilfe von Gottes heiligem Geist und seinem Wort, „die alte Persönlichkeit“ abzulegen. Solche oder ähnliche Kommentare von Außenstehenden werden immer wieder gerne zitiert.

Nun ist nicht zu leugnen, dass Jehovas Zeugen, wenn sie sich in großen Stadien zu ihren Kongressen treffen, ein ganz anderes Profil präsentieren als die Massen derer, die sich normalerweise in großen Stadien versammeln. Vergleichen sie hier aber wirklich Äpfel mit Äpfeln oder Äpfel mit Birnen? Ist es wirklich ehrlich, gut gekleidete Menschen, die sich zu einem religiösen Kongress treffen, mit randalierenden Sportfans zu vergleichen oder mit Fans, die sich zu einem Rockkonzert versammeln?

Hier sollten wir schon fair bleiben. Da wir als Religionsgemeinschaft Einzigartigkeit beanspruchen, wie wäre es mit einem Vergleich zwischen großen Zeugenversammlungen und denen anderer Religionen? Will man uns sagen, wenn sich andere christliche Gruppen zu Kirchentagen oder ähnlichen Veranstaltungen treffen, dass nichts als Chaos zu beobachten ist? Gibt es dort kein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Volksgruppen?

Gibt es Belege dafür, dass “unsere internationale Bruderschaft wirklich einzigartig ist”? Glauben wir wirklich, dass die Zeugen Jehovas die einzigen sind, die unter dem Mikroskop der Medien christliche Eigenschaften zeigen?

Nach dieser Selbstbeweihräucherung fügt der Artikel eine Warnung ein.

Zitat Abs. 4: Es ist eine Sache, die alte Persönlichkeit abzulegen, aber eine ganz andere, sie nicht wieder anzuziehen. …. Warum kann sich jeder ändern, ganz gleich, wie sehr er in eine verkehrte Handlungsweise verstrickt ist? Wie kann man auch als langjähriger Diener Jehovas verhindern, wieder in alte Verhaltensmuster zu verfallen? Solche Erinnerungen sind nötig, da leider einige in ihrer Wachsamkeit nachgelassen haben und wieder zu alten Gewohnheiten zurückgekehrt sind. Nehmen wir also alle die Warnung ernst: „Wer . . . denkt, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle“ (1. Kor. 10:12).

Es folgt nun eine Aufzählung einiger unchristlicher Praktiken. Um sicher zu stellen, dass Jehovas Zeugen in solche Praktiken nicht zurückfallen, steht an erster Stelle, wie üblich, “sexuelle Unmoral“, gefolgt von „Unreinheit, Wut und Lügen”. Wobei die Frage zu prüfen ist, inwieweit sie als Einzelne tatsächlich diese Schlechtigkeiten überwunden haben.

Viele, die diesen Artikel studieren, werden sich jetzt in Gedanken überprüfen und mit einer Art Checkliste abhaken, ob sie schon der „neuen Persönlichkeit“ entsprechen. Wir können uns auch gut vorstellen, wie einige sich selbstgerecht auf die Schulter klopfen, weil sie überzeugt sind, die meisten dieser unchristlichen Praktiken abgelegt zu haben. Es wird aber auch den einen oder anderen geben, der sich ertappt fühlt und sich fragt: „Warum schaffen es die anderen, die „neue Persönlichkeit“ anzuziehen, ich aber nicht?

Die wichtigere Frage für uns alle wäre: Wenn wir keine dieser aufgezählten „Sünden“ mehr praktizieren, oder nur ganz wenige, stehen wir dann wirklich gerecht vor Gott? War das nicht die Haltung der Pharisäer, die eine Fassade der Gerechtigkeit aufrechterhielten, obwohl sie doch zu denen gehörten, die Jesus am meisten verurteilten?

Der Rest des Artikels zeigt uns eine Reihe von angeblichen persönlichen Erfahrungen von Zeugen Jehovas, die gegen sündhafte Eigenschaften wie sexuelle Verfehlungen, Sucht, Wutanfälle und ähnliches erfolgreich gekämpft haben. Und wieder werden wir zu der Annahme verführt, dass es nur unter Zeugen Jehovas möglich ist, sich von solchen Dingen zu befreien, und dass dies in der Kraft Jehovas und des heiligen Geistes geschieht. Mit der Kraft des Geistes Gottes wird es dir möglich sein, vor Gott als annehmbar zu erscheinen.

Wenn dem so wäre, warum dann das Opfer Jesu? Wer das Gesetz erfüllt, lebt durch das Gesetz und braucht keine Erlösung.

„Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum, so glauben wir auch an Christum Jesum, auf dass wir gerecht werden durch den Glauben an Christum und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzeswerke wird kein Fleisch gerecht. Gal 2:16 Luth 2017

Es wird bewusst unterschlagen, dass viele Menschen, die keinen Kontakt zu Jehovas Zeugen  haben, sich dennoch von schädlichen Praktiken befreit haben. Auch andere Religionen können ähnliche Behauptungen aufstellen, indem sie aus ihren eigenen Reihen lebensumwandelnde Fallgeschichten zitieren. Darüber hinaus haben nichtreligiöse Einrichtungen wie die Anonymen Alkoholiker eine lange Erfolgsgeschichte. Sind diese Beispiele das, wovon Paulus in Epheser spricht, die alte Persönlichkeit abzulegen?

Ja, Menschen und Gemeinschaften können uns helfen, alte, schädliche Praktiken abzubauen. Auch Zeugen Jehovas können dem Einzelnen eine starke Gemeinschaft bieten und im Einzelnen dabei helfen, christliche Werte auszuleben, wie alle anderen christlichen Gemeinschaften auch. Sind sie auf diesem Gebiet erfolgreicher? Besitzen sie deshalb alleine Gottes Geist?

Was bedeutet es eine neue Persönlichkeit anzuziehen?

Der Begriff „Neue Persönlichkeit“ ist aus Eph. 4:24 und Kol. 3:10 der NWÜ entnommenen. In anderen Übersetzungen wird dieser Begriff i. d. R. mit “Neuer Mensch” wiedergegeben. Englische Übersetzungen sagen “Neues Selbst” oder “neue Natur”.

Textanalyse von Eph. 4:24 und Kol. 3:10  

In Eph. 4:24 liegt die griechische Wendung καινός ἄνθρωπος “neuartiger Mensch” zu Grunde, in Kol. 3,10 hingegen νέος ἄνθρωπος néos ánthrōpos, “neuer Mensch”, wobei von kainós auf enduringword.com folgendes gesagt wird:

“Es gibt zwei griechische Wörter, die etwas Neues beschreiben. Neos bedeutet, dass etwas zeitlich betrachtet neu ist. Es kann aber auch die Kopie von etwas Altem sein, was erst kürzlich hergestellt worden ist. Das bezeichnet man als neos. Das griechische Wort kainos… beschreibt etwas, das nicht nur zeitlich gesehen neu ist, sondern völlig neu, mit nie da gewesener Qualität. Es ist nicht einfach eine Reproduktion von etwas Altem.”

Allerdings wird das néos in Kol. 3:10 nachfolgend im gleichen Vers mit einer Form von kainós – ἀνακαινούμενον “neuartig gemacht werdend” – in Verbindung gebracht, weshalb das néos in Kol. 3:10 als gleichbedeutend mit dem Eph. 4:24 – kainós betrachtet werden kann.

Hieraus wird deutlich, dass es sich beim Werden des “Neuen Menschen” nicht lediglich um eine UMWANDLUNG oder UMGESTALTUNG von etwas Altem oder  Existierendem handelt, sondern um ein ERSETZEN desselben. Dies bedeutet, dass der Gedanke einer selbst erarbeiteten und schrittweisen Umwandlung seiner vorhandenen Persönlichkeit nicht der wahren Aussage dessen entspricht, was Paulus sagen wollte.

Auch Röm. 12,2 stützt diesen Gedanken der Umwandlung von Aussen. “Werdet verwandelt (Passiv-Verbform des Verbes metamorphóō) durch die Erneuerung des Sinnes” (Robertsons Kommentar stellt hier eine Verbindung zum “Neuen Menschen” (kainós ánthrōpos) her) wirft zusätzliches Licht auf ein korrektes Verständnis des Themas “Die neue Persönlichkeit ENTWICKELN”.

Die ELB hat eine Fußnote zu “Werdet verwandelt”, nämlich “Lasst euch verwandeln”. Hieraus wird deutlich, dass es hier nicht um ein aktivisches Selbst-tun geht (ICH VERWANDELE mich selbst, ICH TUE das), sondern um ein An-Sich-Geschehen-Lassen (Passiv, “Leideform”) – jemand anderes – nämlich Gott durch seinen Heiligen Geist – tut oder bewirkt das AN MIR. Alles, was der Christ laut Röm 12,1 zu tun hat ist, sich Gott darzustellen, also “empfangsbereit” zu sein und sich dem Wirken des Hl. Geistes auszusetzen, der die “Metamorphose” des Denkens und Wollens (Fußnote der ELB) im Menschen bewirkt. Die WTG jedoch verdreht das passivische “Verwandelt werden/Sich verwandeln lassen” aus Röm 12,2 in ein AKTIV, was als Falschauslegung gewertet werden muss.

Hinsichtlich ánthrōpos gilt es auch zu beachten, dass dieser Begriff sich nicht nur auf den einzelnen Menschen bezieht, sondern generisch auf die gesamte “Menschheit”, die menschliche “Rasse” oder “Art”.

Betreffs dieses “Neuen Menschen”/dieser “Neuen Natur”/dieses “Neuen Selbst” heißt es in beiden Versen, er/sie/es solle wie ein neues Kleidungsstück “angezogen”. Nicht das alte Kleidungsstück sollte gereinigt und ausgebessert werden, sondern ganz ersetzt durch ein neues Kleidungsstück welches uns gegeben wird. (Formen von ἐνδύω endýō, “[ein Kleidungsstück] anziehen, [sich damit] bekleiden”).

Auszüge aus Bibelkommentaren

Interessant ist die Strongs-Definition des Begriffes ἐνδύω endýō – Zusatzhinweise in eckigen Klammern und Normaldruck ins Zitat eingefügt:

“Von en [ἐν, in] und dýno [δύνω, sinken] (im Sinne von in ein Gewand sinken); mit Bekleidung ausstatten (buchstäblich oder in übertragenem Sinn) – bekleiden, anziehen (mit), kleiden, anlegen.”

Dies zeigt, dass der “Neue Mensch” nicht “aus sich selbst heraus”, durch eigenes Wollen und eigene Anstrengung “von innen” hervorgebracht werden kann, sondern etwas “von außen” Kommendes, etwas “Gegebenes” ist, was mit Gal 5,22.23 korreliert, wo von der “Frucht DES GEISTES” die Rede ist, d. h., des “Heiligen Geistes Gottes”, der die hier aufgelisteten Attribute durch sein Wirken im Menschen “hervorbringt”.

Dies entspricht auch dem, was diverse Kommentatoren und Nachschlagewerke betreffs Eph. 4:24 sagen:

da ihr ja den neuen Menschen angezogen habt, den Gott nach seinem Bild erschuf und der von wirklicher Gerechtigkeit und Heiligkeit bestimmt ist.“ 

Und Kol. 3:10 sagt:

Jetzt habt ihr neue Kleider an, denn ihr seid neue Menschen geworden. Gott ist beständig in euch am Werk, damit ihr immer mehr seinem Ebenbild entsprecht, nach dem er euch geschaffen hat.   (Großschreibung zur Hervorhebung in allen Zitaten hinzugefügt)

Im Kontext beider Verse geht es um den Kontrast zwischen einer “früheren”, “weltlichen”, ungöttlich/unchristlich/ungeistlichen Lebens- und Verhaltensweise und einem “gottgefälligen, christlichen Menschentum”, welches nach Gott und von Gott erschaffen wird.“

Allein hieraus wird deutlich, dass es sich beim “Neuartigen Menschentum” nicht um ein Erarbeiten von christlichen Eigenschaften handelt. Auch geht es nicht um WTG-organisationsgefällige Eigenschaften, wie das Unterordnen unter das Diktat anderer Menschen oder “Gehorsam” gegenüber den von ihnen erteilten Handlungsanweisungen,  sondern es geht um “große göttliche Dinge”, um das Leben des Menschen in Christus (Kol 3,3.4.15.16a); und um die Zugehörigkeit des Menschen zum “Leib Christi” (Kol 3,14); um das Lob Gottes (Kol 3,16b.17).

Aus all dem wird deutlich, dass es sich beim “Neuen Menschen“ nicht um etwas handelt, das der Mensch AUS SICH SELBST HERAUS, DURCH EIGENE ANSTRENGUNGEN bewirken, “hervorbringen” oder “entwickeln” kann.

Die WTG-Lehre zur neuen Persönlichkeit

Gemäß WTG-Lehre muss die “neue Persönlichkeit” vom einzelnen Menschen “entwickelt” oder „erarbeitet“ werden, um “Gottes Anerkennung zu erlangen“, was im Kontext der WTG bedeutet, sich durch eigene Werke selbst zu erretten, „Werkheiligungstheologie“. “Die neue Persönlichkeit zu entwickeln”, bedeutet gemäß ihrer Ansicht nichts anderes, als sich von einem „weltlichen Ungläubigen” zu einem “eifrigen und gehorsamen Diener Jehovas” zu  entwickeln.

Zitat w2016 Mai S. 20 Abs. 9: – Verändert die Bibel dich weiterhin? –

Um wieder zurechtgebracht zu werden“ und „die neue Persönlichkeit“ ZU ENTWICKELN, sind DAUERHAFTE ANSTRENGUNGEN nötig.

Zitat w74 1. 7. S. 397 Abs. 21, 22 „Bist du wirklich ein „Geistesmensch“?

Während MAN DARAN ARBEITET, eine neue Persönlichkeit ZU ENTWICKELN, muss man natürlich darauf achten, dass die Eigenschaften, DIE MAN ERWIRBT, wirklich von einer geistigen Gesinnung zeugen. …MAN MUSS SICH WIRKLICH ANSTRENGEN, wenn man ein Geistesmensch sein möchte.

Zitat w92 1. 7. S. 27-28Bist du mit toten Werken oder im Dienst Jehovas beschäftigt?

„Auf uns trifft das gleiche zu. WIR MÜSSEN STÄNDIG DARAN ARBEITEN, DIE NEUE PERSÖNLICHKEIT ANZUZIEHEN, UND DÜRFEN NICHT ZULASSEN, DASS SIE DURCH IRGENDWELCHE CHARAKTERZÜGE BEFLECKT WIRD, DIE NOCH VON UNSERER VORHERIGEN LEBENSWEISE STAMMEN.

Fazit der WTG-Exegese

Die irreführende WTG-Auslegung im Sinne von “Neue Persönlichkeit erarbeiten“, geht völlig an der korrekten Bedeutung des NT-Begriffes vorbei. Es handelt sich hierbei um WTG-typische, eigenzweckdienliche und die Bibel missbrauchende Eisegese, durch die JZ auf striktem WTG-“Gehorsams”-Kurs gehalten werden sollen:

  • Predigen, predigen, predigen
  • “Mehr tun”
  • Lückenloser Versammlungsbesuch
  • Lesen und Studium von WTG-Literatur und -Direktiven
  • Familienstudium von WTG-Literatur und -Direktiven
  • Ältesten gehorchen
  • Der LK gegenüber “loyal” sein
  • “Weltliche Arbeit” hinten anstellen
  • “Leben vereinfachen”
  • Keine “höhere Bildung”
  • Kein “Materialismus”

Findet man nur unter Jehovas Zeugen moralisch einwandfreie Menschen?

Die „neue Persönlichkeit“ im Sinne der WTG hat nichts mit dem zu tun, was uns Christus lehrte. Die Neugestaltung kommt von Gott durch Christus, er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Diese neue Person, dieses „neue Selbst“, ist nicht nur eine Person, die sich als moralisch sauber und einwandfrei darstellt. Es gibt viele Menschen, auch außerhalb der Zeugengemeinde, die man in diesem Sinne aufrichtig bezeichnen würde.

Nur weil Jehovas Zeugen von vielen als gut gepflegte, höfliche und äußerlich moralische Personen betrachtet werden, bedeutet das nicht, dass sie ein neuer Mensch sind, der nach dem Bild Christi geschaffen wurde. Dieser neue Mensch wird “in der Gestalt Gottes erschaffen werden, in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit”.

Leider müssen wir auch an Hand dieses Artikels feststellen, dass die Organisation Jesus bei dem Thema „Neue  Persönlichkeit“  außer Acht gelassen hat.

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Heinz G.

“Um die Behauptung zu untermauern, Zeugen Jehovas sind die „wahren Christen“, greift man auf die Zeit der Nazi-Verfolgung im Dritten Reich zurück.” Hierzu sollte man die Hintergründe kennen, die zur Verfolgung der Zeugen Jehovas unter Hitler führte. Es war nämlich nicht der Wunsch des einfachen Mitglieds, unbedingt ein Märtyrer zu werden. Hier ein kleiner Rückblick, wie es zur Verfolgung der ZJ im Dritten Reich kam: Zu Beginn der Hitlerdiktatur hatte der autokratisch herrschende Sektenführer, Präsident Joseph Franklin Rutherford, von Brooklyn aus versucht, sich mit einem Brief vom 25. Juni 1933 Hitler anzubiedern. Er schrieb Hitler, dass auch die ZJ-Organisation die… Weiterlesen »

M.N.

Hierzu ergänzend die Tatsache, dass Historiker wie Prof. M. James Penton die “Begegnung” der Bibelforscher/ZJ-WTG mit dem Nazionalsozialismus als “Zusammenprall zweier gleichartiger totalitärer Systeme” betrachten – Clash der Titanen sozusagen -, von denen eines folgerichtigerweise den Kürzeren ziehen musste. Die Parallelen beider Systeme – des NS-Systems und der WTG – mit einem autokratischen Diktator an der Spitze (Adolf v. den “Judge”) und einer ihm hörigen Hierarchie von Handlangern und Erfüllungsgehilfen – sind unübersehbar. Aus diesem kühlen Grunde werden die ZJ-“Märtyrer” der NS-Zeit in der allg. historischen Rezeption nicht als “moralische Leitbilder” gewertet wie z. B. Niemöller, Bonhöffer, Hansse, Grüber, Wurm,… Weiterlesen »

Paul.Z21

Diese zionistische Lach- und Schwachturmgesellschaft wird niemals verstehen was es heißt, dass Christus das Ende des Gesetzes ist und was es mit dem Thema Gesetz und Evangelium auf sich hat. Ihr gefällt es, die paulinischen Briefe i. S. eines Talmud, einer Mischna und Halacha zu verwenden, womit sie Paulus zu dem macht was er nicht mehr war als er seine Briefe schrieb, nämlich ein Pharisäer. Wenn im Galaterbrief die Werke des Fleisches der Frucht des Geistes gegenüber gestellt wird, dann ist das eine kein Laster- und das andere kein Tugendkatalog mit dem Anspruch, das eine  zu lassen und das andere… Weiterlesen »

Noomi

 
Lieber Antonio
Möchte dir gerne einen Tipp geben, wie du die Übersetzung selbst vornehmen kannst.
 
Hinterlege den engl. Text, dann mit ctrl C kopieren, gehe auf Google – rufen den Übersetzer auf und setze den Text mit ctrl V in die linke Spalte. In ein paar Sekunden erhältst du den Text in deutsch oder in der gewählten Sprache..
 
Der Text darf nicht zu lang sein – aber der von M.N. ist gerade recht. Wenn es ein langer Text ist musst du ihn aufteilen. Ich hoffe, du kommst damit zurecht.
 
LG Noomi
 

Petrus111

Liebe Freunde, JZ streben nach „Sündenlosigkeit“. Dabei ist zu beobachten, dass sie das zunächst an Äußerlichkeiten fest machen (wir versammeln uns und alle sind ordentlich angezogen) und danach am Befolgen  bestimmter Regeln und Standards. Meine Erfahrung mit JZ ist: sie sind keineswegs besonders moralisch. Sie erreichen eine relativ große Konfliktlosigkeit wie folgt: a) Sie überwachen sich gegenseitig – das gegenseitige Denunzieren bei den Sittenwächtern gilt als besonders loyal. b) Sie bleiben unter sich. Da, wo es keine Pluralität gibt, werden Konflikte natürlich unwahrscheinlicher. c) Sie bleiben unter sich und erklären, dass sie für den Rest der Welt keine Verantwortung tragen.… Weiterlesen »

Jesu kleiner Bruder

Liebe Noch-Zeugen-Jehovas! Habt ihr euer aktuelles Bibellese-Programm für diese Woche (13.-19. Nov. 2017) durchgeführt? Welche Höhepunkte wurden euch dazu von eurem sog. “tr. u. verst. Sklaven” präsentiert? Seht bitte in eurem Arbeitsheft nach. Na? … Warum wurde euch Folgendes wohl nicht unterbreitet? … Bibelbuch Obadja – Worauf man hingewiesen werden sollte: “So spricht Gott, der Herr” (Vers 1) oder “Der HERR hat es gesagt!” (Vers 18) – das ist für Obadja stets die Grundlage einer Äußerung seinerseits – Obadja macht nicht auf seinen eigenen Ruf, seine eigene Bekanntheit oder seine eigene Autorität aufmerksam, um Gehör zu erhalten. Obadja – das… Weiterlesen »

Jesu kleiner Bruder

Fortsetzung: Liebe Noch-Zeugen-Jehovas! Nun zum Bibelbuch Jona. Auch mit diesem Bibelbuch solltet ihr euch in dieser Woche (13.-19. Nov. 2017) in eurem aktuellen Bibelleseprogramm beschäftigen? Schaut bitte in euer Arbeitsheft, was war eurem sog. “tr. u. verst. Sklaven” wichtig genug, um erwähnt zu werden? Wurde Jesus Christus erwähnt – speziell seine hohe Stellung und Position, die er heute einnimmt? Das Bibelbuch Jona wäre eine wunderbare Gelegenheit dazu gewesen! Heisst die Zusammenkunft nicht zudem “Unser Leben und Dienst als Christ“? Zählt bitte nach, wie oft kommt das Wort Jesus oder Christus im Text des Arbeitsheftes diese Woche vor? Und im ganzen Arbeitsheft?… Weiterlesen »

Jesu kleiner Bruder

Liebe Noch-Zeugen-Jehovas, in der Woche vom 20. bis 26. November 2017 seid ihr aufgefordert im Rahmen eures angeordneten Bibelleseprogramms das Bibelbuch Micha (Kapitel 1 – 7) komplett zu lesen. Ich möchte euch unbedingt dazu ermuntern, dieses Bibelbuch gebetsvoll und aufmerksam zu lesen und darüber nachzudenken. Achtet bitte dann speziell darauf, was eurem sog. “tr. u. verst. Sklaven” wichtig genug war, euch diesbezüglich in seinem Arbeitsheft für die Zusammenkunft mitzuteilen und noch wichtiger: was er euch zu sagen, verschwiegen hat. Warum tut er das wohl? Hier nun einige wenige, aber wichtige Aussagen, die man im Bibelbuch Micha nicht übersehen darf: Micha… Weiterlesen »

Paul.Z21

Hallo Noomi, Danke für Deine offene Kritik; ich gelobe Besserung! Hier deshalb die revidierte Fassung: Die WTG und das Wesen des Evangeliums Werden die Autoren und Verfasser der Literatur der WTG jemals verstehen was es heißt, dass Christus das Ende des Gesetzes ist und was es mit dem Thema Gesetz und Evangelium auf sich hat? Ihnen gefällt es, die paulinischen Briefe i. S. eines Talmud, einer Mischna und Halacha zu verwenden, womit sie Paulus zu dem macht was er nicht mehr war als er seine Briefe schrieb, nämlich ein Pharisäer. Wenn im Galaterbrief die Werke des Fleisches der Frucht des… Weiterlesen »

Noomi

DANKE  Paul, für die Verbesserung. Du hast mir die Arbeit der Korrektur abgenommen. Habe sie mir die neue Version abgespeichert. Noomi

Lichtspender

Auf dem Nachbarportal “Bruderinfo” hat eine Schwester einen prima Artikel reinstellen lassen mit dem Thema:

Aus einem „Minenfeld“ entkommen.
Er hat mir sehr gut gefallen, und daher möchte ich ihn gern allen BI-aktuell-Lesern empfehlen.

 

 

Lichtspender

  Beim “Persönlichkeits”-Artikel musste ich an 2. Korinther 3:14-18 (bibel.heute) denken. Dort heißt es: “14 Doch bis heute sind sie wie mit Blindheit geschlagen. Ihre Einstellung hat sich verhärtet, denn wenn die Schriften des Alten Testaments vorgelesen werden, liegt für sie eine Decke darüber, die nur durch eine Verbindung mit Christus weggenommen werden kann. 15 Ja, bis heute liegt diese Decke auf ihrem Herzen, wenn aus den Schriften Moses gelesen wird. 16 Sie wird erst weggenommen, wenn das Volk sich zum Herrn wendet. 17 Der Herr ist aber der Geist Gottes, und wo dieser Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 18 Deshalb schauen… Weiterlesen »

Kopfüber

Hallo Lichtspender, Der Vergleich “Minenfeld” ist, wenn ich an einige Gespräche mit Jehovas Zeugen denke, gar nicht verkehrt. “Gespräche” kann man das eigentlich auch gar nicht nennen, wie sie reden. Nein, das ist schon eher ein Minenfeld. Aufmerksam bin ich aber jetzt geworden, weil auf “Wahrheiten jetzt” in diesem Video https://www.wahrheitenjetzt.de/jehovas-zeugen-russland-us-trojaner-der-grund-fuer-den-verbot/ etwas gesagt wird, was offenbar nicht so sehr verkehrt ist, weil ich das aus eigener Anschauung erlebe. Und zwar bei Minute 4:57. Seit meine Bekannte mit Jehovas Zeugen Kontakt hat, geht sie mir ihrem gesamten bisherigen Umfeld um wie ein Bulldozer oder der berühmte “Elefant im Porzellanladen”. Alle Leute,… Weiterlesen »

Noomi

  Hallo Lichtspender Gerade wegen dieser Blindheit fordert ja der verherrlichte Jesus die Gemeinde in Laodicea auf Augensalbe zu kaufen (Offb 3,18) Die Augensalbe von Laodicea war so berühmt, dass sie in die ganze Welt exportiert wurde. Sie brennt zwar bei der erste Benutzung, man musste sich deshalb zur ersten Benutzung überwinden. Die Laodiceer waren stolz in verschiedenen Bereichen. Die Stadt war reich, sie war ein herausragendes Finanz – und Handelszentrum. Die Stadt war bekannt für Textil- und Wollproduktion. Zur seinen Kulturgütern zählte eine medizinische Hochschule. Antike Quellen erwähnt ein Puder aus dieser Gegend, dass man zur Herstellung der Augensalbe… Weiterlesen »

Lawmen

Noch ein Punkt, wo Jehovas Zeugen sich die “Wahrheit” passend machen ist dieses von Ihnen praktizierte Spiel mit den Partnern, denn Jesus lehrte eindeutig gem. Lukas 16:18, dass jeder, der eine Geschiedene heiratet, Ehebruch begeht. Bei den Zeugen ist das so, dass die Ehe gebrochen wird, dann nehmen die eine Zeit lang als Ausgestoßene an den Versammlungen teil und werden dann irgendwann wieder aufgenommen und genau das ist zu meinen aktiven Zeiten recht häufig praktiziert worden.

Noomi

  Hallo Paul. Danke dass du mir geantwortet hast.   Barclay schreibt: Da alle Augensalben der Antike brannten, wenn man sie zum ersten Mal benutze, musste man sich zunächst überwinden, sie weiter zu benutzen. Doch in Laodicea hatte man kein Verlangen danach, sich selbst zu erkennen. Nur der, der das Licht der Welt ist, kann uns sehend machen. (Schreibt Barclay)    Habe daraufhin habe ich wieder mal Johannes 9 gelesen, wo Jesus mit seinem Speichel und Schlamm einen Blinden sehend machte. Er musste sich rechtfertigen und schlussendlich warfen sie ihn aus der Synagoge hinaus. Was damals geschah, ist so bezeichnend… Weiterlesen »

Johnny

Frage an alle: Ist der Altersdurchschnitt des warwick-tuvs über oder unter Mugabe-Niveau? Zum Rücktritt ist es nie zu spät…