Mut als Eigenschaft eines Christen – was bedeutet das?

Quelle: JW.ORG

Die Studienausgabe des Wachtturms vom September 2017 titelt für die Woche vom 20.-26.11.2017: „Sei mutig – und handle!“ Das ist eine ermunternde Überschrift, die darauf hoffen lässt, eine Abhandlung vorzufinden, die Menschen für ihren Alltag bestärkt, zu christlichen Taten anregt und Motivation bietet, seinem Leben durch aktives Tun positive Elemente abzugewinnen.

Heute wurde dieser Artikel in unseren Versammlungen betrachtet

Das Titelbild der Ausgabe, lässt allerdings bereits erahnen, worum es in der Studienausgabe des Wachtturms im Kern geht: Zeugen Jehovas mit ihren Trollys im Straßendienst – und anders als in der Realität, wo sie, im allgemeinen unbeachtet von den Passanten, bei ihren Trollys stehen und sich miteinander unterhalten, wirkt das Bild kommunikativ; Passanten zeigen sich interessiert und führen Gespräche, und im Hintergrund die Polizei. „Handeln“ steht also möglicherweise NUR im Kontext mit der Mission, dem sogenannten „Predigtdienst“? Nun, um dies herauszufinden, müssen wir den Artikel aufmerksam lesen und analysieren.

Eine erste Überprüfung ergibt: das Wort „Mut“ kommt – die Fragen zu den Absätzen nicht mitgezählt – in dem Artikel 55 mal vor.

So oft benutzt, ist es sicher angebracht, den Begriff „Mut“ zu definieren.

Wikipedia definiert wie folgt:

„Mut, auch Wagemut oder Beherztheit, bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen, das heißt, sich beispielsweise in eine gefahrenhaltige, mit Unsicherheiten verbundene Situation zu begeben.

Diese kann eine aktivierende Herausforderung darstellen, wie der Sprung von einem Fünfmeterturm ins Wasser oder die Bereitschaft zu einer schwierigen beruflichen Prüfung (individueller Hintergrund). Sie kann aber auch in der Verweigerung einer unzumutbaren oder schändlichen Tat bestehen, wie einer Ablehnung von Drogenkonsum oder einer Sachbeschädigung unter Gruppenzwang (sozialer Hintergrund einer Mutprobe).

Mut ist eine Charaktereigenschaft, die dazu befähigt, sich gegen Widerstand und Gefahren, für eine als richtig und notwendig erkannte Sache einzusetzen. Dabei können zwei gegensätzliche Zielrichtungen verfolgt werden: Mut erfordert die Entschlusskraft, nach sorgfältigem Abwägen etwas Unangenehmes oder Gefahrvolles zu tun oder zu verweigern. Beides kann mit Nachteilen für die eigene Person verbunden sein und Opfer erfordern. Im Falle der Entscheidung zu aktivem Handeln, kämpft der Mutige für die Durchsetzung eines Rechts, für das Meistern einer gefährlichen Situation oder für die Realisierung eines Wertes gegen Widerstände und Bedrohungen. Im Falle der Handlungsverweigerung besteht der Mut darin, einem als Unrecht (Aufforderung zum Kaufhausdiebstahl), als wertlos (destruktive Mutprobe) oder als gesundheitliche Zumutung (Gruppenzwang zum Rauchen oder Drogenkonsum) erkannten Tun zu widerstehen. Beiden Ausdrucksformen von Mut kommt der gleiche Rang zu. Beide erfordern Wertbewusstsein, eigenständiges Denken, charakterliche Stärke und Durchsetzungsvermögen.“

Sehr gern werden sogenannte biblische Beispiele angeführt, um zum Handeln anzuregen und durch Vorbilder eine Nachahmung zu begründen. Mit dem Leittext aus 1. Chronika 28:20, in dem auch das Wort „mutig“ vorkommt, wird uns nun niemand geringeres, als der designierte König Salomo als Beispiel geboten.

Liebe Schwestern und Brüder in der Versammlung: wenn Ihr, nachdem Ihr auf überflüssige weltliche Bildung verzichtet habt, in Eurem durchschnittlich bezahlten Teilzeitjob tätig seid, um die restliche Zeit im Werk des Missionierens zu verbringen: nehmt Euch kein Beispiel an Frau Bundeskanzlerin Merkel – aber nehmt Euch ein Beispiel an dem König Salomo. Wir möchten darauf hinweisen, dass es in jedem Staat üblicherweise eine Menge Untertanen gibt, aber nur ein Staatsoberhaupt. Dort, wo es sich um eine Monarchie handelt, ist dies ein König oder eine Königin. Und an genau dem nehmen wir uns ein Beispiel!

Gesprächsgegenstand zwischen David und Salomo war der Bau eines Tempels. David wollte dieses Bauwerk gern erstellen, aber Gott erlaubte es ihm nicht, weil an seinen Händen zu viel Blut klebte. David hatte daher schon einmal ein bisschen gespart – also 100 Tonnen Gold und 240 Tonnen Silber. Er übergab also seinem Sohn Salomo Baupläne und Schätze und forderte darüber hinaus das Volk zum Spenden auf, dem dieses auch reichlich nachkam.

Der „Mut“, als König eines Volkes ein großes Bauprojekt anzugehen, für das sowohl die Mittel, als auch die Pläne bereits vorlagen, wird nun dem Mut eines Kriegsmannes – nicht gegenübergestellt – sondern gleichgestellt. Weil David ein unerschrockener Kämpfer war, könne sein Sohn Salomo, ein Feingeist – der Weiseste unter den Orientalen – Mut von seinem Vater lernen und daher das, ihm angetragene Bauprojekt, mutig angehen.

Wir zitieren an dieser Stelle die Verse 4 und 5 des Artikels:

4) “Wäre Salomo nicht mutig gewesen, hätte Angst ihn davon abhalten können, überhaupt anzufangen. Doch nichts zu tun wäre schlimmer gewesen, als zu scheitern.”

5) “Wie Salomo brauchen wir Jehovas Hilfe, um mutig zu sein und bei dem, was er uns aufträgt, Gelingen zu haben. Sehen wir uns dazu Beispiele aus alter Zeit an und überlegen wir, wie wir ebenso mutig sein können.”

Liebe Brüder, wenn es darum geht, aufzustehen und den Alltag zu bewältigen: nehmt Euch ein Beispiel an König Salomo! Mit ein paar Hundert Tonnen Gold und Silber, sowie den Bauplänen für einen Tempel ausgestattet, regierte er über das Volk Israel. Israeliten, die nicht über mehr Bildung verfügten, als für den Dienst für Gott notwendig, vollbrachten großartige Ingenieursleistungen – und wurden vermutlich aus genau den Schätzen bezahlt, die für den Tempelbau bereitstanden. Die Bibel berichtet zwar nichts über die Entlohnung der Arbeiter, aber da es sich nicht um Zwangsarbeit handelte, können wir von einer üblichen Vergütung ausgehen.

Sehr gern werden in den Publikationen der Zeugen Jehovas Könige, Propheten oder Menschen als Vorbilder dargestellt, mit denen Gott direkt handelte. Moses, der Führer eines Volkes, zu dem Gott direkt gesprochen hatte und durch dessen Hand er Wunder wirken ließ; Josua als Heerführer, Paulus, der eine Vision von Gott hatte: dies sind die Vorbilder, die als Maßstab für das tägliche Handeln ebenso benutzt werden, wie der vollkommene Sohn Gottes zu seinen Lebzeiten auf Erden.

In der Tat geht es auch eine Nummer kleiner und so wird Joseph als Beispiel für Mut angeführt, als er der Verführung der Frau des Pharao widerstand. War dies wirklich mutig? Ohne Frage hatte Joseph moralische Bedenken; er befand sich aber auch in einer Zwickmühle. Hätte er den Verführungskünsten nachgegeben und wäre dies herausgekommen, so wäre dies sein Todesurteil gewesen. Da er sich verweigerte, wurde er verleumdet. Gleichwohl: ein moralisches Vorbild und auch ein passendes Beispiel für Mut, das in dem Artikel viel zu kurz kommt.

Auch die Geschichte von Rahab und den Kundschaftern, welche sie versteckte, ist ein passendes Beispiel für Glauben und Mut – also beherztes Handeln.

Der Beginn der Christenheit: das sind die 12 Apostel. Mit diesen fing alles an – sie lebten und lehrten in der Gegenwart des Christus; sie sahen seine Wunder. Diese Menschen sind der Ursprung eines neuen Glaubens, den Jesus durch sein Wirken auf der Erde zwar nicht begründete – denn Jesus begründete keine Religion, sondern definierte den Glauben an Gott neu, woraus die Christenheit mit ihren verschiedenen religiösen Richtungen entstanden ist. Die Apostel waren Männer aus dem Volk, vielfach mit nur einfacher Bildung und sowohl die Evangelien als auch die Apostelgeschichte sind zu unserem Nutzen aufgezeichnet worden. Wenn also dem Mut der Apostel in dem Artikel ganze zwei Sätze gewidmet werden, erscheint das durchaus ein wenig kurz gegriffen.

Da haben wir sie also, die biblischen Beispiele für Mut: Salomo, Joseph, Rahab und die Apostel.

Ab Vers 10 des Artikels erfahren wir nun die Nutzanwendung der biblischen Beispiele:

Zunächst richtet sich der Artikel an „junge Leute“. Wir finden wieder die Worthülse: „geistige Ziele“ vor, ohne dass der Begriff näher erläutert wird. Junge Leute sind „mutig“, wenn sie ihre schulische und berufliche Bildung auf ein Mindestmaß beschränken, sich nicht etwa vorstellen, nur deshalb am Erwerbsleben etwas intensiver teilzunehmen, damit sie für ihre Familie besser sorgen können – und stattdessen „geistige Ziele“ verfolgen.

Hierbei dient Moses als Beispiel: „ … Er wurde von Pharaos Tochter großgezogen und hätte darauf aus sein können, prominent und wirtschaftlich abgesichert zu sein. Nichts anderes hätten seine ägyptische Familie, Lehrer und Ratgeber wohl von ihm erwartet. Moses entschied sich jedoch für die wahre Anbetung. Er vertraute mutig auf Jehova und verzichtete auf den Wohlstand Ägyptens.“

Diese Darstellung ist allerdings nicht ganz richtig. Moses hatte einen Totschlag an einem Ägypter begangen; er glaubte, dies verheimlichen zu können. Bereits am nächsten Tag war offenkundig, dass seine Tat beobachtet worden war und er verbrachte 40 Jahre in der Fremde. Erst danach – und zwar ohne jede weitere Chance auf eine Karriere in Ägypten – wurde er von Gott zum Führer des Volkes berufen.
Wie wir 2. Mose 6:30 entnehmen, hat dem Moses seine gute Bildung im Hause des Pharao jedenfalls erst mal wenig genützt, denn er war so schüchtern, dass er nicht selbst sprechen wollte – daher gab Gott ihm Aaron an die Seite, der das für ihn bei Pharao übernahm.

Im Absatz 13 wird „eine Schwester aus Alabama“ zitiert, die in der Mission für die Religion der Zeugen Jehovas persönliche Erfüllung fand und dies auch bekundete. In ihrer Aussage unterstellt sie, dass beruflicher und wirtschaftlicher Erfolg unerreichbar seien und ein Streben danach somit nicht glücklich mache.

Dabei ist es eine Tatsache, dass inneres Glück und Zufriedenheit in keinem Zusammenhang mit wirtschaftlichem Erfolg stehen. Sowohl wirtschaftlich erfolgreiche Menschen, als auch solche, die aus eigener Entscheidung oder aufgrund der persönlichen Umstände als wirtschaftlich arm anzusehen sind,  können glücklich oder auch unglücklich sein. Menschen definieren ihr Glück über die Familie, über Kinder, über ein Hobby, über eine ausgelebte Begabung, über die wohltätige Hilfe für andere, über ihren Glauben und verschiedenes mehr.

An dieser Stelle, beim Beispiel der „Schwester aus Alabama“ wäre also eine Auseinandersetzung über das Thema „Glück“ und „Zufriedenheit“ angebracht, keinesfalls aber eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Mut“.

Wenn Zeugen Jehovas einen Unfall haben, dann rufen sie den Rettungsdienst. Wenn es brennt, rufen sie die Feuerwehr und wenn sie überfallen werden, dann rufen sie die Polizei.

Sowohl die Arbeit als Retter, als Feuerwehrmann oder als Polizist sind gefahrenvoll; solche Tätigkeiten und Berufe auszuüben, erfordert ständig Mut.

In Vers 14 wird allerdings zu verstehen gegeben, dass es Mut braucht, solche oder ähnliche Berufe gerade nicht auszuüben. Mutig ist es auch, für sich regelmäßige Arbeitszeiten einzufordern, die es erlauben, die von Zeugen Jehovas festgesetzten Versammlungszeiten einhalten zu können und darüber hinaus genug Zeit für die Mission und deren Vorbereitung zu finden.

An dieser Stelle wird wieder einmal deutlich, dass Zeugen Jehovas es ablehnen, sich in die Gemeinschaft der mit ihnen lebenden Menschen einzubringen; gleichzeitig nutzen sie aber alle Möglichkeiten und Vorteile, die die „Welt“ ihnen bietet.

Vers 15 und 16 soll Eltern anregen, ihre Kinder ab dem Säuglingsalter so zu beeinflussen, dass sie ihr Leben in den Dienst der Wachtturmgesellschaft stellen. Dies sei mutig, denn dann ist es den Kindern natürlich kaum möglich, für ihre Eltern zu sorgen – diesbezüglich müsse man also dann auf Gott vertrauen.

Zitat: “Der Ehemann sagt: “Noch bevor unsere Kinder laufen und reden konnten, sprachen wir davon, wie schön es ist, sich als Pionier für die Versammlung einzusetzen. Jetzt wollen sie das auch. Sie verfolgen geistige Ziele und können deshalb besser dem Druck von Satans Welt standhalten und sich auf Jehova konzentrieren.““

Wir halten fest: der Vater erzählt seinen Kindern in einem Alter von ein – zwei Jahren, wie schön es sei, Pionier zu werden!

„Geistige Ziele“ ist gleichzusetzen mit: Mission für die JW-Org. „Sich auf Jehova konzentrieren“ bedeutet: Mission für JW-Org.

Was mit „dem Druck von Satans Welt“ gemeint ist, bleibt in dem Absatz unklar; es handelt sich hier ebenfalls um eine Worthülse der WTG. Ist mit „Druck von Satans Welt“ gemeint, dass der Staat Krippenplätze, Kindergartenplätze und Schulplätze insgesamt vom zweiten bis zum achtzehnten Lebensjahr, also 17 Jahre frühkindlicher und schulischer Bildung bereitstellt, die jedes Kind nach Fähigkeit und Neigung durchlaufen kann, wobei es gefördert und gefordert wird und diverse Wahlmöglichkeiten hat?

Was noch gemeint sein könnte, lesen wir im nächsten Satz:

Zitat: „Ein Vater von zwei Kindern schrieb: „Eltern investieren oft viel Zeit und Mittel, um sportliche, künstlerische oder schulische Talente ihrer Kinder zu fördern. Wie viel sinnvoller ist es, Zeit und Mittel dafür einzusetzen, dass Kinder Ziele erreichen, durch die sie Jehova nahebleiben können. Es macht uns sehr zufrieden, die Fortschritte unserer Kinder zu sehen und diesen Weg mit ihnen zu gehen.“ Jehova segnet Eltern, die ihre Kinder unterstützen, sich geistige Ziele zu stecken und sie zu erreichen.“

Folgende Worthülsen finden wir vor:

  • Ziele erreichen, durch die man Jehova nahe bleiben kann
  • Fortschritte der Kinder – diesen Weg zu gehen
  • Geistige Ziele stecken und erreichen

Und wir erfahren, was es noch mit dem Druck von Satans Welt auf sich hat:

  • Sportliche, künstlerische oder schulische Talente des Kindes fördern

Liebe Eltern, die Ihr Zeugen Jehovas seid: Ihr habt Kinder und diese Kinder haben Talente. Es macht auch Kindern Spaß, das zu tun, was ihnen liegt. Wenn sie Fähigkeiten und Neigungen haben, mit denen sie erfolgreich sein könnten: DAS IST DER DRUCK SATANS. Wenn Eure Kinder gern musizieren oder Spaß an Mathematik haben: lasst sie nicht zu viel Zeit damit verbringen. Bringt ihnen nahe, wie schön es ist, für JW-Org zu missionieren. Bildung, Freizeit, Hobbys: beschränkt es auf das unerlässliche Mindestmaß – verbringt Eure Zeit mit dem Predigtdienst und erklärt Euren Kindern, wie wunderbar und befriedigend dies ist, noch bevor sie laufen und sprechen können!

Die Absätze 17 und 18 beschreiben ebenfalls Situationen, in denen Zeugen Jehovas mutig sein müssen. Zwar erschließt sich einem nicht Eingeweihten nicht, was unter „Rechtsangelegenheiten“, die Älteste behandeln müssen, zu verstehen ist, weil nur Älteste über das Buch „Hütet die Herde Gottes“ verfügen – eine Art Verwaltungsgerichtsordnung für das „religionsgemeinschaftliche Recht“ von Zeugen Jehovas.

Auch erschließt sich nicht, weshalb es für ledige Schwestern mutig sein sollte, MEHR zu predigen, denn der gesamte zweite Teil des Absatzes handelt ja nur davon, dass Schwestern außer Predigen auch das Vorrecht haben, MEHR zu predigen, WOANDERS zu predigen oder eine SONDERSCHULUNG fürs Predigen zu erhalten. Und wieso ist Mut erforderlich, damit eine „ältere Schwester“ einer „jüngeren Schwester“ Hinweise in Bezug auf ihr Äußeres gibt? Dies mag deshalb Mut erfordern, weil manche ältere Schwester überhaupt keine Ahnung davon hat, was gerade angesagt, aber dennoch nicht unschicklich ist. Sind nämlich ältere Zeugen Jehovas in ihrer Ära schon aus der Zeit gefallen, dann können sie 30 Jahre später sicher kaum Hinweise zum Hier und Jetzt geben, was Mode und die äußere Erscheinung betrifft. Solche Ratschläge sind beileibe keine Frage des Lebensalters, solange wir über Erwachsene sprechen. Vielmehr sind solche Ratschläge eine Frage von Kultur, Sitte, Mode, Anlass und gesellschaftlichen Kreisen – nicht aber des Lebensalters der ratgebenden Person.

Ab Vers 19 lesen wir, dass es eine Frage des Mutes für junge Männer darstellt, ein „Dienstamt“ anzustreben und „mehr Verantwortung zu übernehmen“. Dabei wird allerdings außer Acht gelassen, dass jeder linientreue Mann bei Jehovas Zeugen unverzüglich für weitergehende Aufgaben eingespannt wird, um ihn noch mehr für die Organisation einzunehmen. Kriterien sind hierbei weder soziale Kompetenz noch Sachverstand, sondern einzig und allein die Bereitschaft, den Lehren der WTG uneingeschränkt zu folgen und dies auch tatkräftig unter Beweis zu stellen.

Der Schluss des Artikels setzt alles wieder auf Anfang:

Zitat: „Wie für Salomo, so ist Jehova auch für uns da. Sowohl in der Familie als auch in der Versammlung hilft er uns, Mut aufzubringen und Gelingen zu haben. Wenn wir uns mutig für die Anbetung Jehovas einsetzen, wird er uns heute und in Zukunft segnen. Seien wir also mutig und handeln wir!“

Schauen wir uns diesen Absatz an: Gott gewährte Salomo eine Bitte und Salomo erbat sich Weisheit. Salomo war König eines Volkes; sein Vater übergab ihm unschätzbare Mengen an Gold und Silber als „Startkapital“ für den Tempelbau.

Keinesfalls soll in Frage gestellt werden, dass Gott für gläubige Christen ein Hort der Hoffnung ist, der dazu berechtigt, mutig durchs Leben zu gehen. Wenn aber mit einem platten Satz der Tempelbau in Jerusalem mit Deinem und meinem Leben gleichgesetzt wird, dann erscheint das theologisch zu kurz gegriffen und für das tägliche Leben wenig überzeugend, weil die wenigsten Christen gerade mit einem Tempelbau oder vergleichbaren Projekten beschäftigt sind und auch nicht über entsprechende Ressourcen verfügen.

Liebe Schwestern und Brüder, es muss sich dem Leser die Frage stellen, weshalb wir uns kritisch mit diesem und anderen Wachtturmarktikeln auseinandersetzen. Ist dies nicht destruktiv? Und was bietet diese Plattform denn alternativ?

Ich mache es kurz:

In der ersten Hälfte des Artikels werden vier biblische Figuren beschrieben, die als mutig  dargestellt werden.

In der zweiten Hälfte des Artikels werden

  • Eltern dazu aufgerufen, ihre Kinder ab dem ersten Lebensjahr dazu anzuhalten, eifrig missionierende Zeugen Jehovas zu werden
  • Jugendliche dazu aufgerufen, nicht das zu machen, was ihnen Spaß macht oder was ihnen liegt, sondern eifrig missionierende Zeugen Jehovas zu sein
  • junge ledige Frauen dazu aufgerufen, zu missionieren, mehr zu missionieren, woanders zu missionieren und sich besser schulen zu lassen, um noch besser missionieren zu können
  • ältere Frauen dazu aufgerufen, die jüngeren zur Sittsamkeit anzuhalten
  • Männer aufgerufen, mehr für die WTG zu tun

Bei diesem WT-Artikel handelt es sich also um nichts anderes, als die all-sonntäglich stattfindende Drücker-Kolonnen-Motivations-Veranstaltung mit Frage – und Antwortspiel. Mit dem Thema „Mut“ im täglichen Leben zur Lebensbewältigung hat der Artikel ebensowenig zu tun, wie mit Persönlichkeitsbildung oder Schulung der sozialen Kompetenz.

Der Artikel will aber Zeugen Jehovas auch konkret davon abhalten, sich ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend als selbstbestimmte Menschen zu entwickeln.

Daher ist diese Analyse keineswegs destruktiv. Vielmehr ist der WT-Artikel destruktiv und hindert die Anhänger der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas daran, ihre Persönlichkeit im christlichen Sinne weiterzuentwickeln, sich sachgerecht zu bilden und positiv christliche Prioritäten zu setzen. Die Sorge um die Familie soll unter dem Vorwand, Gott werde schon für alles sorgen, der WTG untergeordnet werden.

Wer seine Zeit also NICHT mit dem Vorstudieren und anschließendem „Wachtturm-Studium“ am Sonntagvormittag verbringt, um sich eine Stunde lang anzuhören: „Sei mutig, missioniere mehr, woanders, besser; arbeite mehr für die Org – denn dann arbeitest Du für Gott“, der hat schon viel gewonnen.

Liebe Schwestern und Brüder, wir ermuntern zu folgendem: lest bitte die WT-Artikel unter der Fragestellung: Welchen Wert hat das Thema und der Inhalt für mein tägliches Leben als Christ – inwieweit stützt und stärkt es mich für den Alltag? Inwieweit fordert der Artikel unmittelbar oder mittelbar auf, meinen Einsatz im Rahmen der Religionsausübung zu  steigern und persönliche Belange zurückzustellen?

Nach unserer Analyse befassen sich einige WT-Artikel mit der Feingliederung der Glaubenslehren; eine sehr große Anzahl von Artikeln hat aber keinen anderen Inhalt als: Arbeite für Deine Religionsgemeinschaft – dann arbeitest Du für Gott und bekommst dafür „Gottes Segen“.

Das aber ist nicht die christliche Botschaft, die Jesus seinen Jüngern zu verkünden gebot.

 

 

Mag ich nicht (97)

108 Kommentare zu “Mut als Eigenschaft eines Christen – was bedeutet das?

  1. Silas

    Hallo, Gemeinde!

    Was mir zu diesem Artikel einfällt, ist ein Thema, das wir mal in der Versammlung behandelt haben, da ging es auch um Mut und Treue. Hier wurde das Beispiel von Jael als sehr mutige Frau genannt. Was mich damals stutzig gemacht hat, ist nicht, dass Sie mutig genannt wurde, sondern wofür: Die Organisation erachtete es wohl als Beweis von Mut, wenn man einem flüchtenden Mann ein sicheres Versteck vormacht, ihn bewirtet und auf freundlich tut und ihn dann hinterlistig im Schlaf ermordet. Ich will hier auf keinen Fall Jaels Tat verurteilen, sie hat natürlich vollkommen richtig und im Sinne Yahwehs gehandelt. Aber mutig war ihre Vorgehensweise nicht. Was mutig von ihr war, ist, dass sie sich dadurch gegen ihren Mann aufgelehnt hat, der mit Jabin Frieden hatte und somit Sisera gegenüber das Gastrecht walten lassen musste. Aber eine Frau, die eigenmächtig über den Kopf ihres Mannes hinweg Dinge entscheidet, passt der LK wohl nicht in den Kram...

    Zu den Talenten von Jugendlichen habe ich mir gedacht: Wie hätte die Geschichte Davids wohl ins Rollen kommen sollen, wenn sein Vater ihm verboten hätte, Harfe zu spielen, damit er mehr Zeit für die Organisation hat? Wie hätte er dann Saul mit seinem Instrument begeistern sollen? Für Yahweh ist sicher nichts unmöglich, er hätte einen Weg gefunden, aber er hat sich für den Weg entschieden, das absolut profane und in Bezug auf „Königreichsdienst“ nutzlose musikalische Talent seines Dieners dafür zu verwenden. Also so satanisch können eigene Hobbies wohl nicht sein.

    Liebe Grüße, Silas

    PS: Ich habe es beim Kommentieren häufig, dass das Captcha fehlschlägt, obwohl mein Ergebnis richtig ist. Kann man da was machen?

    1. Horst

      Hallo Silas, bezüglich Deiner Frage: Vergiss bitte nicht, ganz unten Dein Kreuzchen zu setzen bei "Ich stimme zu". Dann klappts.

      1. Silas

        Danke für die Antwort, Horst!

        Aber leider ist das nicht das Problem. Wenn man das Kreuz vergessen hat, kann man ja gar nicht auf „Kommentar abschicken“ tippen. Aber wenn ich das Kreuz gesetzt und das korrekte Ergebnis eingegeben habe, komme ich manchmal trotzdem auf eine Seite, wo steht, dass das Ergebnis falsch sei und ich es noch einmal versuchen solle. Zum Glück ist dann der Kommentar nicht weg, aber manchmal funktioniert dann auch der Button für ein neues Captcha nicht. Also muss ich dann den Kommentar kopieren, die Seite neu laden, einfügen und es nochmal versuchen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit einem Tablet online bin.

        Gruß, Silas

  2. Hupsi

    Danke ihr alle. Ich habe gerade nicht viel Zeit, zu kommentieren. Aber Schneeflocke hat genau die Stellen entdeckt die mich rasend machen....

    "kluge Eltern"

    Sowas macht mich wütend. Suggestive Parolen, mehr nicht.

    Danke Dir, und allen anderen  Kommentatoren für den Konsens...

    Leider habe ich genau zu diesem Thema in der Versammlung erlebt, wie wieder Dreijährige ihre Antworten vorgeflüstert bekommen, und dann mit fröhlicher Kinderstimme ihren Text in das Mikrofon nachsprechen... Was für eine Tragödie, diese Augenwischerei...

    Liebe Grüße und Danke für eure Mühe. ???? Hupsi

     

  3. Florian K.

    Aus gegebenem Anlass ersuche ich alle, die noch Trolley Dienste durchführen, sich vorher immer die Zähne zu putzen. Auch wenn es vermeintlich eh nur um die Optik geht: Ab und zu gibt es doch eine Konversation und da wäre es peinlich, wie eine steirische Jauchegrube im Hochsommer zu riechen.

    1. Nick

      Hallo Florian.

      Hoffentlich ist alles bei dir in Ordnung? !  ????????

      lg Nick

  4. Schneeflocke@ Eltern

    Liebe Zeugen Jehovas Mamas und Papas, die ihr Kinder behüten dürft!

    Ich habe gerade den Wachtturm - Artikel “Sei mutig und handle“ studiert.

    MUT - ja, das könnte ich tatsächlich auch mehr gebrauchen. Ich schätze mutige Menschen, die eintreten für Gerechtigkeit, für ihre Überzeugung als Christ, die sich auf die Seite der Schwachen stellen und diesen sowohl eine Schulter als auch eine Mauer  bieten.

    Jesus war mutig - zweifellos der mutigste, kühnste und kraftvollste Verkündiger seiner Liebe und die des Vaters, der Liebe überhaupt. Er verkörperte sie. Bis zu seinem Tod konnte jeder, der ihn ansah seine Vollkommenheit sehen und wer aus Demut oder Scham  nicht wagte in seine Augen zu blicken, der verspürte es in seiner reinen Anwesenheit.

    Nun las ich in dem Artikel zwei Absätze, nämlich Nr. 15 und 16 und dazu möchte ich gerne etwas sagen. Warum? Weil ich auch eine Mami bin und meine Kinder liebe. Mein Herzenswunsch ist es, dass sie glücklich sind und bleiben. Ich bin sicher, dass Ihr alle Eltern genau das Gleiche für Eure Kinder wünscht.

    Was übermittelt uns der Sklave in diesem Artikel unseren Kindern gegenüber?

    Hier die Original Absätze:

    “Wir beweisen Mut, wenn wir in unseren Kindern den Wunsch wecken, sich geistige Ziele zu stecken und sie zu erreichen. Manche Eltern zögern, ihr Kind zu ermuntern, Pionier zu werden, dort zu dienen, wo sie mehr gebraucht werden, ins Bethel zu gehen oder bei Bauprojekten mitzuhelfen. Sie befürchten womöglich, ihr Kind könne später nicht für sie oder für sich selbst sorgen. Kluge Eltern sind mutig. Sie glauben fest  an Jehovas Verheißungen. (Lies Psalm 37:25; Hebräer 13:5.) Wenn Eltern mutig sind und auf Jehova vertrauen, fällt es auch ihren Kindern leichter, sich mutig auf Jehova zu verlassen (1. Sam. 1:27, 28; 2. Tim. 3:14, 15).

     

    Ein Ehepaar in den Vereinigten Staaten machte es seinen Kindern leicht, sich geistige Ziele zu stecken. Der Ehemann sagt: „Noch bevor unsere Kinder laufen und reden konnten, sprachen wir davon, wie schön es ist, sich als Pionier für die Versammlung einzusetzen. Jetzt wollen sie das auch. Sie verfolgen geistige Ziele und können deshalb besser dem Druck von Satans Welt standhalten und sich auf Jehova konzentrieren.“ Ein Vater von zwei Kindern schrieb: „Eltern investieren oft viel Zeit und Mittel, um sportliche, künstlerische oder schulische Talente ihrer Kinder zu fördern. Wie viel sinnvoller ist es, Zeit und Mittel dafür einzusetzen, dass Kinder Ziele erreichen, durch die sie Jehova nahebleiben können. Es macht uns sehr zufrieden, die Fortschritte unserer Kinder zu sehen und diesen Weg mit ihnen zu gehen.“ Jehova segnet Eltern, die ihre Kinder unterstützen, sich geistige Ziele zu stecken und sie zu erreichen.“

     

    1. Der erste Satz ist unwahr!

    In der Zeitschrift “Eltern“ wurde als erster von 9 Sätzen, die für Kinder wichtig sind, folgender genannt:

    “Ich hab dich lieb, egal was du tust“

    2. Zu “manche Eltern zögern, ihr Kind zu ermuntern, Pionier zu werden, dort zu dienen, wo sie mehr gebraucht werden, ins Bethel zu gehen oder bei Bauprojekten mitzuhelfen.“ - JA!!! Bitte zögert!!!

    “Sie befürchten womöglich, ihr Kind könne später nicht für sie oder für sich selbst sorgen.“ - dazu muss ich leider sagen: Die Befürchtungen sind berechtigt, alles andere wäre Augenwischerei!

    3. Der Satz “Kluge Eltern sind mutig“ stimmt, ist allerdings in diesem Zusammenhang völlig manipulierend und absolut FEHL am Platz! Pfui

     

    4. Das Ehepaar in den Vereinigten Staaten:

    „Noch bevor unsere Kinder laufen und reden konnten, sprachen wir davon, wie schön es ist, sich als Pionier für die Versammlung einzusetzen.“ - ganz ehrlich, ich war schockiert diesen Satz zu lesen!!

    Gibt es diesen Menschen wirklich? Einen Daddy, der seinem Einjährigen, der ihm mit seinen oder ihren zauberhaften (wie von Pur besungenen) Funkelperlenaugen entgegen robbt oder krabbelt oder auf dem Schoß quietschvergnügt auf und ab hüpft, sagt: “Wie schön ist es doch, dich (mein Sohn) bald als Pionier für die Versammlung einzusetzen!!“

    Liebe Org Eltern, das ist absurd. Absolut. So redet kein normaler Mensch. Kein Daddy sagt so einen Satz, oder doch?!?

    5. “Eltern investieren oft viel Zeit und Mittel, um sportliche, künstlerische oder schulische Talente ihrer Kinder zu fördern.“ - dieser Satz alleine stehend wäre treffend und ich könnte aus vollem Herzen zustimmen.

    Die Talente der Kinder zu sehen und ihnen Mut zuzusprechen, diese auch gebrauchen zu lernen, für Eltern und für Kinder und auch für den Geber aller guten Gaben eine wahnsinnige Freude!!

    Leider hat der Nachsatz alles wieder zerstört: “Wie viel sinnvoller ist es, Zeit und Mittel dafür einzusetzen, dass Kinder Ziele erreichen, durch die sie Jehova nahebleiben können.“

    ZEIT und MITTEL einsetzten... das sind die Hauptwörter des Anliegens des Sklaven.

    6. Der letzte Satz den ich kommentieren möchte:

    “Es macht uns sehr zufrieden, die Fortschritte unserer Kinder zu sehen und diesen Weg mit ihnen zu gehen.“

    Wen macht es sehr zufrieden? Uns wen?? Genau: uns Eltern...! Welche Fortschritte der Kinder? Zeit und Mittel? Leben und Opfern? Auf was möchte ich als Mama denn stolz sein? Das mein Kind meinen Erwartungen entspricht? Dass es als süßer Zwerg auf der Bühne niedliche Bibellesungen hält? Dass er schon im Alter von drei Jahren sein erstes Video auf dem Smartphone an den Türen zeigen konnte?

    Dass es bereitwillig seine paar Groschen spendet für einen Millionenkonzern und dafür aufs Eis verzichtet?

    Dass es als Außenseiter MUTIG in der Schule für Jehova kämpft?

    Wer sieht denn dabei die Kinder und ihre wertvollen Seelen???

    Ja. Seid mutig und stark ihr Eltern!

    Schenkt Euren Kindern ihr eigenes freies Leben, schenkt ihnen eure uneingeschränkte Liebe, schenkt ihnen, sie selbst werden zu dürfen!

    DAS erfordert wirklich viel Mut, denn wir JW.org - Mamis trauen uns selbst manchmal nicht, oder wenig. Trauen uns nicht zu, unsere wahren tiefen sanften aber doch so mächtig starken Gefühle zu zeigen. Es fällt uns schwer, in völligem Vertrauen SICHER zu sein, dass Jesus Christus uns selbst führt und leitet, auch und gerade in diesem Punkt! Dass wir richtig sind, wenn wir allein IHM verfallen und unser Glaube fest und unabhängig ist.

    Unsere Kinder sind ebenso wie wir und jeder von uns: geliebte und gewollte Kinder des Höchsten, gezeugt durch Seine Liebe. Verhökern wir sie nicht für Täuschung, Lüge und menschliche List...
    ????????????

    1. Argentum@Schneeflöckchen

      Liebe Schneeflocke,

      das hast Du wunderbar gesagt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

      Alles Liebe und Gottes reichhaltigen Segen für Dich und alle lieben Eltern, die sich angesprochen fühlen.

      In Liebe

      Argentum

       

    2. O.W.Schön@Schneeflocke

      Psycho-Analyse einer unchristlichen Belehrung!

      Liebe Schneeflocke,

      herzlichen Dank für deine mutigen Zeilen an aufwachende Eltern! Ja, wie viele betagte Eltern müssen im hohen Alter ihre Vollzeitdienstkinder aktiv materiell unterstützen, da sie buchstäblich nichts haben!

      Deine treffliche Psychoanalyse einer psychotischen Organisation entlarvt sie als das, was sie tatsächlich ist: Ein ausbeuterisches und verlogenes Verlagswesen. Danke dafür.

      Liebe Grüsse

      O.W.S.

    3. Paul.Z21

      Liebe Schneeflocke!

      Du hast so Recht und Deine Offenheit und Ehrlichkeit hat mich tief in meinem Herzen und meiner Seele bewegt!

      Wenn Kinder sich nicht zu den Menschen und Persönlichkeiten entwickeln dürfen, die sie wirklich und eigentlich sind und sie stattdessen in ein Korsett und in eine Uniform einer scheinheiligen Religionsorganisation gezwängt werden und wenn sie nicht mal solche Christen sein dürfen, wie sie sich unser Schöpfer und sein Sohn wünscht, dann sind wir wirklich jenseits von Eden!

      Der Wt-Studienartikel von letzten Sonntag beweist erneut, dass die WTG ein totalitäres Zwangssystem betreibt und unterhält. Durch sublime Botschaften, Imperative und Drohungen sowie Suggestivfragen übt der Sklave psychische Gewalt und Terror aus. Das sind m. E. Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verletzungen der Menschenwürde, des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts, der Gewissensfreiheit, der Berufsfreiheit und nicht zuletzt des Rechts auf Selbstbestimmung, das den Zeugen ja nur zusteht, wenn sie aufgrund einer verweigerten Bluttransfusion sterben müssen, was schon mehrfach geschehen ist. Wie kommt es, dass solch eine Organisation bundesweit als rechtstreu eingestuft und als K. d. ö. R. anerkannt wurde? Steht die Religionsfreiheit über allem?

      Warum scheut der Sklave höhere Bildung wie der Teufel das Weihwasser, wenngleich er sie sich liebend gern zu Nutze macht, wenn sie seinen Zwecken dient? Weil wirklich gebildete Menschen echte Demut entwickeln aber selbstbewusst und klar denkend genug bleiben, um diese ständige Indoktrinationspropagandamaschinerie in den Publikationen der WTG zu entlarven und zu durchschauen, um sich lächelnd davon abzuwenden und zu distanzieren. Mithilfe des Geistes Gottes kann dies uns allen auch gelingen!

      Grüße

      Paul

    4. Butterblume

      Liebe Schneeflocke

      Dein Kommentar tut richtig gut! Er gibt mir den richtigen Kick, für meine Kinder zu kämpfen! Du schreibst:

      "Liebe Org Eltern, das ist absurd. Absolut. So redet kein normaler Mensch. Kein Daddy sagt so einen Satz, oder doch?!?"

      Leider sind sie noch zu schlimmerem fähig! Der Vater meiner Kinder ist im Ernst fähig ihnen zu sagen, dass sie dann eben sterben bei Harmagedon wenn sie im Kindergarten mitmachen bei den Geburtstagsfeiern! So ganz ohne mit der Wimper zu zucken. Sie sind 3 und 5! Wer sagt sowas kleinen Kindern?!? Sie haben weder Herz noch Mitgefühl!

      Alles Liebe!

      Butterblume

       

       

       

      1. RoKo24

        Liebe Org Eltern, das ist absurd. Absolut. So redet kein normaler Mensch. Kein Daddy sagt so einen Satz, oder doch?!?

        ZJ sind sogar fähig, einem Familienmitglied, was anderes denkt und vor allem biblische denkt, die Liebe zu entziehen um es mit aller Macht auszugrenzen. Man hat dafür sogar Programmpunkte auf div. Kongresse. So viel Böses sagt man sonst immer brutalen und sadistischen Personen nach.

        Vielmehr sollten ZJ auf die Tatsachen schauen. "Ihr müsst die Menschen prüfen, um festzustellen..." https://www.bibleserver.com/text/NLB/1.Johannes4 (Neues Leben Bibel)

        In Vorbereitung zur K.d.ö.R. schrieb RA Armin Pikl eine Stellungnahme zu Jehovas Zeugen und
        Körperschaftsstatus von Ch. Link (ZevKR 43 (1998) - kann man >>hier<< abrufen:

        ab Seite 31, Zitat Kapitel ee)

        Er [Prof. Link] verkennt den Unterschied zwischen “Vollzeitdienern” einerseits, die ihren
        Lebensunterhalt selbst unter anderem als Beamte, Angestellte, Arbeiter usw. bestreiten, sich also wirtschaftlich selbst unterhalten, und andererseits den “Vollzeitdienern”, die als Angehörige der “Sondervollzeitdiener der ordensähnlichen Gemeinschaft der Zeugen Jehovas” das Gelübde ablegen, sich jeder Erwerbstätigkeit zu enthalten, um ihre Kraft voll in ihrem Gottesdienst einzusetzen, ohne durch die Sorge für den eigenen wirtschaftlichen Unterhalt abgelenkt zu werden, und daher von der Wachtturm-Gesellschaft wirtschaftlich unterhalten werden, wobei ihre lebenslange Versorgung, auch im Krankheits-, Alters- und Invaliditätsfall gesichert ist und bei einem Ausscheiden die gesetzliche Nachversicherung bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte durchgeführt wird.

        Seite 34, Zitat:

        Die Religionsgemeinschaft verhält sich somit auch im Bereich des Arbeits- und
        Sozialrechts  r e c h t s t r e u , indem sie für die Krankenversicherung und die lebenslange Versorgung ihrer Sondervollzeitdiener gemäß der derzeitigen Gesetzeslage sorgt.

        Warum dann 2015/16 viele Vollzeitdiener und Sonderpioniere durch die WTG eine Kündigung erfahren haben steht im Widerspruch zu den existierenden Schriftsätzen, wobei Vollzeitdienern bei den ZJ eine lebenslange Versorgung!!! garantiert wurde und wir dies in Programmpunkten zu Kongressen und zu Veranstaltungen nach Kongressende im Sonderprogramm verbal auch so vermittelt bekommen haben.

        Wacht auf!

        Liebe Grüße RoKo

    5. Bird an Schneeflocke

      Liebe Schneeflocke,

      du hast es richtig erkannt. Und dass ist auch der Grund, warum soviele Zeugenkinder im Alter lebensunfähig werden könnten. Auch wir, die aufgewacht sind haben oft mit den Folgen dieser Sekte zu kämpfen.

      Was mich aber an diesem Artikel des Sklaven so zornig macht, ist die Tatsache dass der Sklave zwar MUT einfordert aber selbst in Feigling ist. Feigling ist untertrieben, sie sind Angsthasen und haben Angst dass dies jemand merkt.

      Ein Beispiel aus jüngster Zeit.

      Im November 2017 starte vor Warwick eine friedliche Demonstration um den Sklaven vor der Kamera und dem Beisein der Öffentlichkeit zu gewissen Themen zu befragen. Ziel war einen Konsens zu finden. Was tat der Sklave??!!

      Sie haben trotz Regen alle Wasser Springler Anlagen vor Warwick angeworfen, damit keiner in die Einfahrt kann. Auch einen Lastwagen haben sie Quer geparkt. WAS FÜR FEIGE NARREN.

      Wäre dass nicht die Möglichkeit gewesen um Mut zu zeigen und für Jehova einzustehen? Sie schafften nicht einmal dass, aber verlangen von anderen für sie zu sterben und nicht zu leben.

      Ich wünsche mir von Herzen, dass diesen 7 Personen das Handwerk gelegt wird und sie der Gerechten Strafe überführt werden.

      LG

      Bird

       

       
      ***********Gibt es dafür Beweise?

      1. FDS

        Hallo

        Zumindest die Wasser Sprinkler wurden angeschaltet, das kann man hier sehen.

        https://m.youtube.com/watch?v=iETlFFkHLw8

        Lg

      2. Bird an BI

        Liebes BI Team,

        Leider finde ich noch kein Video zu meiner Feststellung. Diese beruht darauf, dass ich live via Videokonferenz an der Demo Teilnahm. Es wurde dort erwähnt und gezeigt das die Sprinkler Anlagen eingeschaltet wurden. Auch den quer stehenden LKW konnte man schön sehen.

        Ich fragte mich nur, wo sind sie diese FEIGLINGE.

        Schaut euch auch Mal die FLASHMOB vom 5.11 an welche in den amerikanischen Zusammenkünfte stattfanden.

        GLG

        Bird

    6. hei-bea

      Liebe Scneeflocke,

      Wow,wow,wow! Kannst Du bitte jeden Dich berührenden WT-Artikel so deutlich auseinanderneh-

      men?! Ich wäre dabei! Super!

      LG von der, die aus der Kälte des Harzes schreibt                    hei-bea

    7. Liebe Schneeflocke,

      Danke für deine Gedanke zum WT. Ich möchte an dieser Stelle eine persönliche Erfahrung mitteilen.

      Mein großer Sohn  war eine zeitlang im Ausland. Weltreise. Wir haben oft telefoniert. Immer fragte ich ihn, ob er schon eine Versammlung besucht hat. Das war meine größte Sorge.  Das er nicht zur Versammlung geht und von der "Wahrheit "  abgleitet. Eines Tages erzählte er mir ganz erfreut dass er auf einer Farm auf der er arbeitete, eine ältere Dame kennengelernt hat. Er hatte tolle Gespräche mit ihr und sie ließe mir ausrichten,  ich hätte meinen Job als Mutter gut gemacht.  Er sei ein toller junger Mann. Anstatt mich darüber zu freuen,  dachte ich nur daran, dass er jehova nicht untreu wird. Da bekommt man so ein tolle Lob und kann sich nicht freuen,  weil man doch lieber sein Kind im bethel oder sonst irgendwie für die Organisation tätig, gesehen hätte.

      Erst jetzt nach meinem Ausstieg war ich in der Lage  meine Kinder so anzunehmen wie sie sind. Nämlich ein Geschenk.

      Schenkt Euren Kindern ihr eigenes freies Leben, schenkt ihnen eure uneingeschränkte Liebe, schenkt ihnen, sie selbst werden zu dürfen!

      Das habe ich jetzt erst von Herzen zulassen können. Und es ist unbeschreiblich schön, dieses Gefühl im Herz.  Durch solche wachtturm Artikel werden Menschen zu emotionalen Krüppeln gemacht. Man glaubt, gott will das so. Und wird krank.

      Eine glückliche aufgewachte Dorkas grüßt

    8. Zartbesaitet

      Liebe Schneeflocke,

      Worte aus dem Mund einer wirklich liebenden Mutter, die sehr zu Herzen gehen. Vielleicht bekommt das der eine oder andere still hier mit lesenden auch zu sehen; wir würden es zumindest hoffen. Wir selbst sind glücklich, dass wir zumindest halbwegs die Talente und Vorlieben unserer Kinder gefördert haben, dadurch stehen sie heute solide im Leben - wenn auch noch immer mit der ORG verbunden.

      Es brennt jedenfalls das Herz, wenn man deine Zeilen liest, weil man mitfühlt, wenn Eltern sich dazu genötigt fühlen, ihre Kinder der ORG zu "opfern" - ohne sich dessen wirklich bewußt zu sein. Wir selbst waren beide solche Opfer - denn meine Frau bekam überhaupt keine Ausbildung nach der Schule und meine weitere Ausbildung wurde (trotz bester Befähigungstests und guter Noten) abgebrochen, da man dies alles so kurz vor Harmagedon nicht mehr brauche (...jetzt ganze 44 Jahre her!)

      In unseren Gedanken müssen wir jedenfalls all diese Verbrechen an Kindern loslassen, denn wir können - außer hier zu schreiben und zu unserem Vater zu beten - kaum was für diese Kinder tun. Aber wir haben das Vertrauen, dass unser Herr dies sieht und eines Tages diesen Spuk beenden wird - auf seine Weise!

  5. lusan

    Ich liebe diese Ausarbeitungen.

    Danke Bruderinfo

  6. Paul.Z21

    Guten Morgen!

    Mut ist für mich, die Schmach des Christus (Gesalbten) als Ausgeschlossener, Ausgetretener und vermeintlich Abtrünniger als größeren Reichtum zu betrachten als die Schätze der WTG. Diesen Mut wünsche ich uns allen!

    Eine schöne Woche!

    Grüße von Paul

  7. Ulla

    Hallo Fanny,...

    DANKE.....

    es ist eine Art Rückbesuch, der mich zu diesen Fragen brachte, ich sagte der Ex Zeugin, ich werde nachdenken.

    naja....funny isses nicht, wenn wir nur durch Leid zu Gott finden...und die Streitfragen der WTG zum Thema warum es soviel Leid gibt, wieso es so lange zugelassen wird, haben ausgedient.

    Welchen Sinn das alles macht, werden wir im nächsten Leben erfahren, wenn wir bei Gott sein dürfen.

    JETZT zählt die Hoffnung und das Vertrauen, auf Christus zu warten, seine sichtbare Wiederkunft. Die erdenweiten Änderungen, die dann kommen werden...vorher noch die Herrschaft des Antichristen auszuhalten...das wird kein Zuckerschlecken werden...

    Fanny, red mit deinem Sohn einfach offen und ehrlich, HÖR IHM ZU, wieso er was so oder so sieht...oft sind sehr tiefsinnige Gründe in Teenieköpfen, die dann kreisen und kreisen und kreisen...

    LG Ulla

    1. Fanny

      Fanny@Ulla

      Liebe Ulla,es ist nicht so ,dass ich selbst auch keine Fragen mehrhätte.Im Gegenteil! Oft Frage ich mich wie es unser Schöpfer wohl sieht wenn sich dieMenschen  gegenseitig umbringen usw. Für fast alles gibt es eine Bibelstelle aber nicht alle Fragen werden beantwortet.Es ist ein Wunder nachdem man von dieser Org. so enttäuscht wurde, dass man überhaupt noch an Gott glaubt.

      Ja,es ist schon  für so manchen ein Leidensweg sich von dieser .org. zu trennen! Man sieht nach vorne und versucht ein neues Gottesbild zu bekommen und schaut dann wieder zurück wie es früher war.Man hatte doch ein Urvertrauen in diesen Sklaven der plötzlich die Gestalt eines Dämon für mich hat.

      Sind wir froh,dass die Sicht auf unseren Herrn jetzt frei ist und es keinen Sklaven mehr braucht!

      PS Danke für den Tipp bezüglich meinesSohnes.Aber es ist halt die Phase wo Eltern schwierig werden????

      Ich wünsche dir von Herzen alles gute !

      LG Fanny

  8. Ulla

    Lieber Florian,

    ich gebe gerne zu, dass mich die Horror Passagen, das Gemorde, das Gemetzel, von dem im AT berichtet wird, auch sehr irritiert. Was haben sich Menschen nur alles mit ansehen müssen, auch die, die auf der "richtigen" Seite standen...vieles verstehe ich AUCH noch nicht...hadere sehr damit, vor allem, weil wir heute in einer aufgeklärten Zeit leben und gelernt haben, wie traumatische Erlebnisse einen Menschen für immer verändern...bis zum letzten Lebenstag!

    Ich habe aber den Wunsch, das eines Tages zu verstehen, hoffe, dass es eines Tages eine Erklärung für alle Grausamkeiten, die auf diesem Planeten geschehen/sind, kommt. AUSSER der Erklärung, dass der Teufel dran schuld ist (was wären die Religionen wohl ohne ihn)...

    Ich habe mir jahrelang den Kopf darüber zerbrochen, aber im Vertrauen auf die Aussage, dass Gottes Gedanken höher sind als die unseren, warte ich darauf, alles eines Tages zuordnen zu können.

    Das GottesBILD, das wir uns haben von der WTG einimpfen lassen, ist ein grauenhaftes!!!

    Wenn Gottes Sohn nun ganz anders agierte, als er auf Erden lebte, fragt man sich, was es bedeuten mag.

    Durch das Lesen des NT und das Sich Vorstellen, wie es wäre, Jesus heute zu begegnen, konnte ich mich dem Vater wieder nähern. Ich will eines Tages verstehen, wieso Leid zugelassen wird...wie all die Widersprüche unter einen Hut zu bringen sind.

    Müsste ich mich unter Verfolgung für nur EIN Bibelbuch entscheiden, das ich mit in die Zelle nehmen darf, würde ich das Evangelium nach Johannes wählen. Ganz nah an Jesus zu sein, um dem Vater näher kommen zu dürfen...

    Ich verstehe dich also ganz gut, lieber Florian und bin da auch offen und ehrlich.

    Servusli

    Ulla

    1. Fanny

      Fanny@Ulla

      Liebe Ulla als ich heute morgen deinen Kommentar gelesen hatte kam mir einGedanke.Mein Sohn steckt gerade in der Phase in der er alles besser weiß als seine Eltern.Pupertätsphase sozusagen.

      Nun mache ich den Schwenker zum ersten Menschenpaar, sie wollten es damals auch besser wissen als ihr Schöpfer und müssten die Erfahrung machen,dass es besser gewesen wäre auf die Worte JHWH zu hören.Gott wäre nicht Gott wenn er nicht die Möglichkeit gegeben hätte jederzeit zu ihm zurück zu kehren.Besonders in Jesus hat er seine innige Liebe zu uns Menschen gezeigt und es zeigt ,dass er uns nicht als hoffnungslose Fälle sieht.Am Anfang sagte Gott,siehe es ist alles gut .Auch wenn wir unseren irdischen Lauf beenden der mit Leid geprägt war wird Gott zu uns sagen: Siehe es ist alles gut für dich.Die Menschheitsgeschichte zwischen Anfang und Ende ist mit Leid gepflastert aber viele Menschen erfahren Gott erst im Leid oder leiden.Haben wir Jesus nicht auch erst nach dem Leid bei den Zeugens erkannt?

      Sicher konnte  ich nicht alle deine Fragen beantworten aber dann wäre dieser Kommentar 10 mal so lange ausgefallen.

      Wünsche dir noch einen wunderschönen Tag????

  9. Ulla

    Hallo liebe Fox,

    du hast ein wahres Wort gesprochen, wie die Omma ja AUCH schon schrieb: Wir sind Täter und Opfer zugleich. Die ganze Welt ist Schauplatz von Manipulation, Indoktrination und Druck...bei den einen waren es einst politische Manipulationen, der andere ist dem Materialismus zum Opfer gefallen, der andere den Religionen im allgemeinen.

    So funktioniert halt auch Sozialisation von Anbeginn der Menschen: Wir sind nicht dazu gemacht, alleine zu bleiben, wir brauchten andere Menschen, um laufen, sprechen und existieren zu können. Anpassung an bestehende Verbünde, die gerade um einen herum agieren.

    Ich habe festgestellt, dass die Welt voller bunter "Angelhaken" ist und für jeden einen anderen Köder bereithält: Da ist ein Teenager, der Tiere und Natur liebt, da gibts den Köder "Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben". Ein anderer Teenager ist traumatisiert, war einst hilflos ausgeliefert, nun kommt ein Köder "HARMAGEDON" wirds den "Bösen schon zeigen!". Das eine Ehepaar ist in einer Midlife Crisis, sucht Erfüllung, eine Aufgabe, will sich für was gutes einsetzen. Und auch DA gibts einen Köder "Werdet Pioniere!" oä. --- Oder da ist ein Ehemann, der es in der Welt nicht weit gebracht hat, aber als DAG oder Ältester kann er mit seiner Autorität um sich schlagen....Da ist eine Alleinerziehende, die sich nach familiärer Gewalt endlich befreit hat, und, um sich "wert zu fühlen", trotz der vielen Aufgaben mit den Kindern auch noch um den "Hilfspionierdienst" bewirbt. Da es nicht genug "Anerkennung" für "nur Alleinerziehend" in der Versammlung gibt...

    Ich will damit nur sagen, es waren nicht die schlechtesten Beweggründe, wieso manche hier bei ZJ "hängen geblieben" sind. Wer sehnt sich NICHT nach besseren Verhältnissen, nach einer schöneren Zukunft?

    Das schlimme ist, dass man sich dann nur in die EINE Richtung "radikalisieren" ließ und - wenn notwendig, auch noch über "Leichen" geht, zB über die eigene sogar, indem man Bluttransfusion ablehnt.

    Aber eines ist doch sicher: Wieviel Prozent Täter, wieviel Prozent Opfer jeder war, das weiß Jesus Christus am besten. Und er kennt auch die Gründe für unsere radikalen Gedanken, blindlings einer Org. zu folgen...

    Und GOTT SEI DANK können wir unser Herz vor ihm ausschütten...Ohne Christus wäre doch alles vergebens...sinnlos...eine Endlosschleife der Probleme der ganzen Menschen....

    GOTT vergibt uns, wenn wir an Christus glauben, wir müssen aber auch an die VERGEBUNG an sich glauben...dass wir jeden Tag mit Null wieder von vorne anfangen dürfen, weil unsere Fehler nicht angerechnet werden.

    Also wünsch ich allen hier auf BI den HERZENSGLAUBEN weiter zu pflegen. Es wird alles wieder gut, the future is now!

    Servusli

    Ulla

  10. ⒶⓉⒽⒶⓁⒿⒶ

    In Anlehnung des hier vorgetragenen Artikels „Mut als Eigenschaft eines Christen – was bedeutet das?“  heisst es u.a.:
    „Sehr gern werden sogenannte biblische Beispiele angeführt, um zum Handeln anzuregen und durch Vorbilder eine Nachahmung zu begründen… Sehr gern werden in den Publikationen der Zeugen Jehovas Könige, Propheten oder Menschen als Vorbilder dargestellt, mit denen Gott direkt handelte. Moses, der Führer eines Volkes, zu dem Gott direkt gesprochen hatte und durch dessen Hand er Wunder wirken ließ; Josua als Heerführer, Paulus, der eine Vision von Gott hatte: dies sind die Vorbilder, die als Maßstab für das tägliche Handeln ebenso benutzt werden, wie der vollkommene Sohn Gottes zu seinen Lebzeiten auf Erden.“
    Hierzu bringe ich eine Parallele aus einer Zeitschrift der JW.Org hinzu.  Sie ist dem „w09 15. 11. S. 25“ entnommen und liest sich – auszugsweise – wie folgt:

    „Zu den vielen Dingen, die Jesus Christus von seinem Vater lernte, gehörte auch höfliches, liebenswürdiges Verhalten. Obwohl seine Aufgaben oft ungeheuer viel Zeit und Kraft beanspruchten, blieb Jesus immer geduldig und freundlich. Aussätzige, Blinde, denen nichts anderes übrig blieb, als zu betteln, und andere, die Not litten und sich an ihn wandten, erlebten ihn ausnehmend hilfsbereit. Meist tauchten sie ja unangemeldet bei ihm auf, aber er wimmelte sie nie ab. Im Gegenteil, nicht selten ließ er alles stehen und liegen, wenn ein verzweifelter Mensch Hilfe brauchte. Alle, die an ihn glaubten, behandelte er außergewöhnlich rücksichtsvoll (Mar. 5:30-34; Luk. 18:35-41). Wir Christen nehmen uns an Jesus ein Beispiel und sind ebenfalls freundlich und hilfsbereit. So ein Verhalten bleibt nicht unbemerkt: Es beeindruckt Verwandte, Nachbarn und andere, mit denen wir zu tun haben. Außerdem wird Jehova dadurch verherrlicht, und uns selbst tut es auch gut.
    Jesus begegnete den Menschen auch dadurch mit Würde und Respekt, dass er sie mit ihrem Namen anredete. Waren die Religionsführer der Juden genauso eingestellt? Absolut nicht! Sie hielten alle, die nicht im mosaischen Gesetz bewandert waren, für „verfluchte Leute“ und behandelten sie auch entsprechend (Joh. 7:49). Ganz anders dagegen der Sohn Gottes. Martha, Maria, Zachäus und viele andere hörten ihren Namen aus seinem Mund, wenn er sie ansprach (Luk. 10:41, 42; 19:5). Welche Anrede wir heute gebrauchen, richtet sich zwar teilweise nach den Umständen und kulturell bedingten Verhaltensnormen. Aber grundsätzlich begegnen Diener Jehovas ihren Mitmenschen auf liebenswürdige Weise. Sie lassen nicht zu, dass der Respekt, den ihre Glaubensbrüder und andere verdienen, durch Klassenunterschiede gemindert wird.“

    Wie ist das denn so mit s.g. „Vorbilder“, wenn wir ebensolche aus der medialen Welt picken? Gibt es zudem wirklich nichts „Negatives“ über Jesus Christus zu berichten? Dazu fand ich eine Aussage in der neuesten "Hörzu", wo folgende Frage gestellt wurde (ich zitiere): „Gibt es eigentlich noch Höflichkeit?“
    Auszugweise zitiere ich eine Passage daraus:

    „Das Gefühl mangelnder Höflichkeit ist auch ein Wahrnehmungsproblem: Wenn die Mehrheit mehr Höflichkeit möchte, halten sich viele für höflicher, als ihre Mitmenschen empfinden. So wie wir alle die besseren, freundlichen, vorausschauenden Autofahrer sind – wenn bloss die anderen nicht wären!
    Moritz Freiherr Knigge, Nachfahre des berühmten Knigge, findet: „Man sollte nicht denken, man mache alles richtig und die anderen seien alle Banausen. Das ist unhöflich und arrogant.“ Im Übrigen verhielt sich selbst Jesus nicht immer rücksichtvoll: Er warf Bänke um, provozierte absichtlich, schimpfte derb – und blieb trotzdem ein Vorbild.“

    Du kannst ja jetzt die Satzaussage des „JW.ORGA WT’s“ mit der aus der „Hörzu“ vergleichen. A bisserl Wahrheit findet sich eben auch wonders… Looks like nobody's perfect...
    Ich möchte betonen, dass ich hiermit keine Provokation erzeugen wollte!
    Last but not least: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“. (Gandhi)
    Stimmig und grüssend
     
    @THALJA

  11. Horst

    Horst @ Omma u. Oppa:

    Ihr Lieben,

    "Ottonios" Antwort, ohne Gruss und Anrede, bestätigt ja nebenbei meine Vermutung, es könnte sich um einen verbitterten Hardliner ohne diesbezügliche Erfahrung handeln. Sein Schlußsatz ist in Ordnung: "Jeder soll tun, wie er meint..."-

    Aber was mir wichtiger ist:

    Auch bei Eurer Antwort an mich ging mir sofort etwas durch den Kopf, und zwar Matthäus 5:5, da Ihr für mich solche "Sanftmütigen" seid. Und dann nehmen wir noch Vers 7 mit der "Barmherzigkeit" dazu...

    Muss mal gesagt sein.

    Lieben Gruss an Euch Beide

    Horst

     

    1. Iris

      Lieber Horst ,

      ich habe mir nochmal deinen Kommentar an Ottonio durchgelesen . Du kennst die Erziehungsmethoden auch wie wir . Obwohl wir damals noch keine ZJ waren .

      Mein Mann und ich , sind beide Nachkriegskinder . Wir sind streng katholisch erzogen worden . Meine Familie hat neben der Kirche gewohnt . Wir mußten jeden Sonntag in die Kirche . Die war im Winter nicht geheizt . Länger als eine Stunde hätten wir da nicht sitzen können . Jeden Mittwoch noch Schulmesse und in den Pfarrhof zur Heimstunde auch jede Woche . Dazu Abends noch verschiedene Andachten . Und wir mußten da hingehen ! Wir konnten uns das nicht aussuchen !

      ( Wenn manche denken , nur ZJ Kinder wurden zu etwas gezwungen . Wir auch !)

      Unsere Eltern waren sehr streng , da gab es schon Orfeigen , wenn man Wiederworte gegeben hat , oder Prügel , wenn man etwas angestellt hat . Wie oft habe ich auf Holzscheiten knien müssen , wenn ich wiederspenstig war . Doch wenn ich heute darüber nachdenke , würde ich nie auf die Idee kommen , daß meine Eltern sich bei mir entschuldigen müßten . Sie wollten uns Kinder zu anständigen Menschen erziehen . Damals waren die Erziehungsmethoden eben anders . Es war eine schwere Zeit für sie , sie hatten nicht die Annehmlichkeiten wie wir heute . Arbeit rund um die Uhr , kein Luxus , wie Auto , Fernseher oder gar Urlaub . Ich habe nur noch Mitleid mit Ihnen , keinen Zorn .

      Wir dachten auch , wir machen das Beste für uns und unsere Kinder , als wir die sogenannte ,, Wahrheit " angenommen haben . Aus heutiger Sicht weiß ich , daß es falsch war , aber das läßt sich nicht mehr ändern .

      Ich denke , so wie ich meinen Eltern nicht böse bin weil sie das Beste für uns wollten , werden auch unsere Kinder sein , wenn sie JWOrg entkommen sind . Dazu kennen Sie uns zu gut , und ich bin sicher , sie lieben uns trotzdem .

      Liebe Grüße

      Iris

      1. Ottonio

        Liebe Iris.

        Frag deine Kinder doch einfach, wie sie darüber denken. Höchstwahrscheinlich werden sie dir versichern, dass sie dir nichts uebelnehmen. Dann weisst du es genau, und musst es nicht mehr nur vermuten oder "denken".

      2. wahrerchrist

        Wenn hier auch Elternteile wären, die auch wahre Christen sind, würde es ihnen nicht so schwer fallen Fehler einzuräumen. Auch nicht gegenüber ihren eigenen Kindern. Ihr "schlechtes Gewissen" jedenfalls könnte sie nicht davon abhalten.

        Wir hatten und haben kein Problem uns bei unseren Kindern für begangene Fehler zu entschuldigen. Und das fördert unserer Verhältnis zu einander.

        Die Diskussion nimmt so langsam absurde Züge an.

        Wahre Christen haben kein Problem Sünden zu bekennen, weil sie durch ihre Sünden auch nicht versklaven lassen müssen.

        Wo ist denn Euer Problem?

        1. Horst

          Hallo "wahrerchrist",

          absurd sagst Du ???  Na DAS finde ich aber absurd...

        2. Markus1@unwahrerchrist

          Schlaue Worte und doch so genial daneben -

          Christlichen Elternteilen sollte es deinen Worten nach nicht schwer fallen ihre Fehler (gegenüber ihren Kindern) zuzugeben. Da stimme ich mit dir überein.

          Die Frage in Verbindung damit ist nur: Weshalb gibt die WTG ihre Fehler gegenüber ihren Mitgliedern nicht zu???  Weshalb kehrt sie stattdessen ihre falschen Aussagen bzw. ihre falschen Vorhersagen einfach unterm Teppich?

          LG Markus1

      3. Omma@Iris

        Liebe Iris,

        du schreibst an Horst: "Du kennst die Erziehungsmethoden auch wie wir.  .....  Damals waren die Erziehungsmethoden eben anders."

        Der Oppa und ich konnten einige Zeit nicht verstehen, warum unsere Eltern so an uns gehandelt haben.  Auch wir gehören zur Nachkriegsgeneration.  Dann haben wir folgendes gemacht, wir sind sozusagen in die Zeit unserer Eltern "abgetaucht", dass heißt, wir haben uns Bücher und DVD's gekauft, entsprechende TV-Sendungen angesehen, die uns Einblicke in diese Zeit gaben, so langsam lernten wir, und konnten sogar nachfühlen, was es für unsere Eltern bedeutete, in so einer Zeit aufzuwachsen und als Erwachsener zu leben. Wir erkannten auch, wie groß die Beeinflussung, nicht nur ihrer Gedanken sondern auch ihrer Gefühle war. Ihre ganze Persönlichkeit wurde durch diese Zeit geformt. Das konnten sie nicht einfach abstreifen, wie ein altes Kleidungsstück, obwohl durch den Zusammenbruch dieses teuflischen Systems sich alles geändert hatte.

        Durch das Nachsinnen und verarbeiten dieser Dinge, tat sich auch bei uns etwas, so wie es der Sprücheschreiber beschreibt:

        Sprüche 19:11   (Schlachter 2000)

        11 Einsicht macht einen Menschen langsam zum Zorn, und es ist ihm eine Ehre, Vergehungen zu übersehen.

        Wir erkannten auch, dass diese Persönlichkeit bei vielen ZJ, den sogenannten "Urgesteinen" der  damaligen Zeit vorhanden war, und starken Einfluss auf uns nahmen. Sie setzten auch uns junge Eltern massiv unter Druck. Wobei ein Unterschied zu erkennen war, zwischen den Wenigen, die trotz allem eine starke Persönlichkeit ausbilden konnten, aber dadurch in der Versammlung am Rande standen und Außenseiter waren, und Denjenigen, die es gewohnt waren (da man ihnen die Persönlichkeit genommen hatte), zu gehorchen und unterwürfig zu sein. Wir hatten es nicht gelernt, uns zu wehren, obwohl sich alles in uns aufbäumte. Viele wurden durch den Zwiespalt und dem Druck, psychisch krank.  So ging das Leiden in die nächste Generation. usw. usw. usw. ....

        ....  bis heute!   Wir alle haben Fehler gemacht und machen auch weiterhin Fehler.  Wer kann von sich behaupten Vollkommen zu sein?

        Du hast es sehr schön in diesem Satz beschrieben: "Ich denke , so wie ich meinen Eltern nicht böse bin weil sie das Beste für uns wollten , werden auch unsere Kinder sein , wenn sie JWOrg entkommen sind."

        Ja, liebe Iris, darauf hoffen wir!!!

        Sei ganz lieb gegrüßt von Omma und Oppa

         

        1. Iris

          Liebe Omma , lieber Oppa ,

          vielen lieben Dank .????????????

          Iris

    2. Omma@Horst

      D.A.N.K.E    🙂   🙂

    3. hei-bea

      Ach Horst, Du tapferer Ritter,

      ist jeder ein"verbitterter Hardliner", der Deiner Vorstellung vom Umgang mit anderen hier nicht

      entspricht und Deine Meinung bezüglich Entschuldigungen bei Opfern falscher Erziehung nicht

      teilt?!- Wo bleibt da Deine große Güte, Nachsicht und Barmherzigkeit im Umgang mit uns ande-

      ren? - Ich persönlich freue mich immer wieder über die Vielfalt der Gedanken in diverse Rich-

      tungen, die hier (trotz Gegenwind) von mutigen Kommentatoren geäußert werden und meine,

      es sollte doch keiner "persönlich" nehmen oder als "Angriff" werten - auch ein Zeichen christ-

      licher Nächstenliebe, oder?

      Sei mir gegrüßt aus den Wäldern des Harzes                   hei-bea

      1. Ottonio

        Liebe hei-bea.

        Danke für deine Unterstützung.

        Ich möchte das jetzt aber thematisch von der Konstellation Eltern-Kinder trennen. Und nun mehr auf den allgemeinen Unwillen eingehen, sich zu entschuldigen, bei wem oder wofür auch immer.

        Ich möchte es unter dem Gesichtspunkt "Mut" (da es hier ja das Hauptthema ist) beleuchten.

        Das Gegenteil von Mut ist Furcht. Wir handeln oder handeln nicht hauptsächlich infolge zweier Emotionen, also entweder aus Furcht oder aus Liebe.

        Wenn sich nun ein Christ (wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten) sich hartnäckig weigert, sich zu einer Entschuldigung durchzuringen, dann geschieht dies häufig nicht aus Gemeinheit oder Hartherzigkeit oder dergleichen, sondern aus Furcht. Worin könnte diese Furcht bestehen? Nun, jeder der sich zu einer Entschuldigung entschliessen will, riskiert, dass seine Entschuldigung zurückgewiesen wird. Er riskiert, dass die ganze Tragweite der Angelegenheit zur Sprache kommen mag, und er sich mit den Konsequenzen der Tat, wofür er sich entschuldigen will oder soll, konfrontiert sieht.

        Es gehört eine gewaltige Portion Mut dazu, sich dem allem zu stellen. Daher will er dem entgehen und leugnet die Notwendigkeit dessen.

        So viel einfacher ist es also, so zu tun als wäre doch eh alles in Ordnung. Dennoch bleibt da etwas, das noch nicht in Ordnung gebracht wurde, und es bildet ein Hindernis auf dem weiteren Lebensweg.

        Jesus sagte: Wenn du eim Opfer vor dem Altar bringst, und währenddessen fällt dir ein, dass jemand etwas GEGEN dich hat, dann lasse das Opfer vor dem Altar, geh erst zu ihm, versoehne dich mit ihm, und dann kannst du zurückkommen und dein Opfer darbringen.

        Die Liebe vertreibt die Furcht.

        Was kann die vorher erwähnte Furcht vertreiben, die einem Christen den Mut rauben mag, sich aus den oben erwähnten Gründen zu entschuldigen?

        Die Liebe.

        Die Liebe glaubt alles und richtet sich nicht nach den eigenen egoistischen und furchtsamen Gründen. Sie glaubt, dass alles zu einem guten Ende kommen wird.

        Und auch wenn es nicht so geschieht, wie es sich die Liebe erhofft hat, bekommt man ein gutes Gewissen, weil man alles im seiner Macht stehende getan hat.

      2. Horst

        Ach beste hei-bea,

        schenk mir doch auch Deine "große Güte, Nachsicht und Barmherzigkeit" und Deine" christliche Nächstenliebe"

        Grüsse aus dem Süden

        Horst

        1. hei-bea

          Ach, edler Horst,

          es sei Dir tausendfach von Herzen gewährt...

          Der Harz grüßt zurück    hei-bea

        2. Horst

          Meine Liebe,

          ich wünschte, Du könntest mich schmunzeln sehen - aber Deine Antwort hat mich auch

          ehrlich berührt ...

          Übrigens hatten wir unsere ganz lieben Freunde aus Wernigerode diesen Sommer zu Gast und konnten unsere Schlösser, Burgen, Adelsgeschlechte und Grafen im bayrisch-schwäbischen Gebiet vorführen - aber leider bin ich KEIN edler Ritter aus deren Abstammung .

          Lieben Gruss

          Horst

        3. Fox

          Guten Tag Horst,

          da darf ich doch bitte mal was loswerden? Was ein Glück, dass du nicht Nachfahre dieser Garde bist, denn sonst hättest du als jemand, der einfach geradeaus denkt und fühlt, liebenswert und ein beruhigendes Gefühl vermittelnder Bruder unseres Herrn und Königs Jesu gar keine Chance gehabt, dieses quirlig-bunte Häuflein achtsamer weil selbst durch zahlreiche Verletzungen der Seele bemühte Schäflein unseres großen Hirten kennenzulernen. Wir mögen manchmal bocken und mit den Hufen schlagen, mal drängeln, mal gemütlich im Abseits stehen bleiben - aber immer die Herde genießen mit einem Horst, einer hei-bea, Omma & Oppa, Iris, Störti, M.N. und ganz vielen von mir hier nur aus Platzgründen nicht genannten. Es ist ein Grund für ein Dankgebet, dass du so bist wie du bist, auch wenn du deshalb Eintritt zahlen musst in die zu besichtigenden Schlösser.

        4. Horst

          Danke, Fox, danke .............

  12. Ulla

    Liebe Iris,

    du bist sehr tapfer! Ja, du bist MUTIG ! Aussteigen ist nichts für Feiglinge!

    Als ich die Gemeinschaft verließ, waren unsere vier Kinder zwischen 18 und 5 Jahren alt und ich hoffte und betete oft, dass Christus mir vergeben möge. Zu meinen Kindern sagte ich, es täte mir von Herzen leid, sie in diese religiöse Schablone mit reinerzogen zu haben. Sie konnten seitdem beobachten, dass Mama eine immer freiere Christin wurde mit jetzt einem festen Bekenntnis zu ihm.

    Iris, die Schmerzen sind qualvoll, auch für die Kinder. Alle meine vier würden wohl noch immer sagen: DANKE, Mama, dass du uns in der Wahrheit erzogen hast...wir lieben dich, komm doch wieder zurück.

    Aber Iris, das, was hier unterm Strich da steht, ist: SCHADENSBEGRENZUNG auf lange Sicht gesehen!

    Ich würde dich jetzt am liebsten in die Arme nehmen und dich drücken und nicht mehr loslassen, weil ich weiß, wie lange diese seelischen Schmerzen anhalten können. Aber sei gewiss: Der Schmerz "verändert" sich irgendwie: Weniger Tränen, mehr Gebete, mehr innerer Friede ....

    Diesen Frieden, dieses innere und äußere Aufatmen, Jesus hats versprochen, kommt auch bei dir!

    Iris, wenn wir unseren "Tower"-Familien zeigen, dass wir glückliche und stabile Phasen haben, vielleicht neue Fähigkeiten und Hobbies und Interessen entdecken und ihnen nachgehen, dann bauen wir ihnen eine Brücke, die sie erst mal nicht sehen können oder wollen, aber eines Tages zu beschreiten bereit sind.

    Iris, die liebe Omma und der Oppa kennen diese ganze Problematik ja auch wie etliche andere hier, wir sind nicht alleine! Wir sind in Kontakt und stärken uns, hauen in die Tasten....    ; )

    Ich wünsche Dir die Erfahrung, in den Händen Gottes geborgen zu sein mit meiner Lieblings-Bibelstelle aus Joh. 14:23 "Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten. Und mein Vater wird ihn lieben. Und wir werden zu ihm kommen und WOHNUNG BEI IHM NEHMEN."

    Also, liebe Iris, Platz machen! Unsere beiden Höchsten wollen sich bei uns einnisten!    : )

    LLLLLG Ulla

    1. Iris

      Liebe Ulla ,

      vielen Dank für deine zu Herzen gehenden Worte . Du hast auch vier Kinder und kannst mir sicher nachfühlen , wie es uns jetzt geht , nachdem wir JWOrg verlassen haben .Bei Familienfesten waren wir immer 15 Personen . Das fehlt uns schon sehr , weil wir mit allen Kindern , Schwiegerkindern und Enkeln ein gutes Verhältnis hatten .

      Im Gegesatz zu Omma , die viel Schlimmes durchmachen mußte , haben wir jetzt ,, nur " nichts mehr von zwei unserer Kindern gehört .Sie enthalten uns auch ihre Kinder . Unser  großer Sohn ist jetzt 45 Jahre alt . Er sagte , er läßt es sich nicht verbieten , mit seinen Eltern zu reden und sie zu treffen . Er ist auch nicht böse mit uns , weil wir ihn in der Wahrheit großgezogen haben . Wir hatten die Gelegenheit , ihm zu sagen , wie leid es uns tut . Er liebt uns trotzdem , das hat er uns bestätigt und wir spüren es auch .

      Ich kann mir garnicht mehr vorstellen , wie wir mit vier Kindern auf die Kongresse gegangen sind . Zwei große Jungs und zwei kleine Mädchen . Sie sind schon lange verheiratet .

      Jetzt nachdem wir frei sind , haben wir viel Zeit füreinander . Es macht uns viel Freude , die Bibel jetzt ,, anders " zu lesen , ohne Beeinflussung von irgendwelchen  Unterlagen , die wir studieren sollen . Das ist für uns jetzt die neue Freiheit . Wir sind auch nicht unglücklich , aber ein Teil der Familie fehlt halt , das ist traurig und kommt immer mal hoch .

      Wir freuen uns schon , wenn unsere restlichen Kinder und Enkel frei sind und wir wieder eine glückliche Familie sein können , wie vorher .

      Viele liebe Grüße

      Iris

      1. Anna

        Liebe Iris, Ulla, Omma und alle, die ihre Kinder/Enkel an die WTG verloren haben,

        liebe Schwestern und Brüder,

        wir waren alle Opfer, aber auch Täter. Nur jeder von uns hat es ja nur gut gemeint.

        Ich habe mich vor ein paar Jahren bei meinen Töchtern entschuldigt sie in der sogenannten Wahrheit erzogen zu haben. Ist ja nicht mehr zu ändern. Ich stelle es mir schlimm vor organisationstreue Kinder zu haben. Auch unser Bruder @Matthäus und seine Frau leiden ja darunter Kinder zu haben, die weiterhin treu zur Organisation halten.

        Wir, die wir Kinder im Sinne der WTG belehrten, haben ja auch eine Form von Kindsmißbrauch ausgeübt. Mit den besten Absichten. Stundenlanges Sitzen auf Kongressen und Versammlungen, keine Geburtstage mit Kameraden etc.

        Wie die @Zartbesaiteten kürzlich kommentiert haben ist es das Beste, wenn Kinder sehen, dass die Eltern mit ihrer neugewonnenen christlichen Freiheit glücklich sind.

        Herzliche Grüße Anna

         

        1. Fox

          Guten Tag liebe Anna und all ihr lieben Mitleser und -schreiber,

          Anna, du hast so recht damit, dass auch wir Eltern eine Form des Kindesmissbrauchs ausgeübt haben, indem wir unseren Kindern statt des Helmes zur Rettung den Helm zum Aussaugen zur Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit aufgesetzt haben. Und auch diejenigen, welche KEINE Kinder in der Org haben oder deren Kinder vor uns den Weg daraus gesucht und (hoffentlich) gefunden haben sind an diesem Missbrauch beteiligt, denn WIR haben die Organisation im Großwerden unterstützt, haben sie darin unterstützt, durch den wachsenden Machtwahnsinn einiger weniger Männer sich weiter und weiter von jeder Frömmigkeit des Herzens zu entfernen. Und wir haben damit ALLE Kinder in unserem Umfeld massivst geschädigt, so oder mehr als wir selbst geschädigt wurden. Damit sind wir mindestens genauso TäterInnen wie Opfer und das sollten wir auch gut im Sinn behalten, wenn uns wieder einmal der Sinn danach steht, so richtig unbarmherzige Freude über "Aufklärung der Organisations-Missbrauchsskandale" zu empfinden.

          Haben wir unsere Kinder an die Organisation "verloren"? Nein - wir haben sie dort hineingeführt und wo steht, dass es sich dabei um eine Einbahnstraße handelt? Die Frage ist doch viel mehr, wie wir uns jetzt, nach unserer tatsächlichen oder vermeintlichen Freiheit verhalten? Und offensichtlich wurde es hier schon prima auf den Punkt gebracht - wenn wir nicht nur als eine Show vorführen können, wie frei Freiheit tatsächlich ist, sondern dass wir glücklich über diese Freiheit sind, - dann ist das immer noch keine Garantie, dass der Nachwuchs das auch annimmt, aber eine gute Grundlage. Auch Entschuldigungen sind kein Freibrief für ein Nachmachen unserer Loslösung. Wäre ich in der Organisation und meine Mutter hätte sich entschuldigt, mich darin erzogen zu haben wäre dies für mich nur ein Zeichen, wie hoffnungslos sie der "Rotte Korahs" schon angehört! Es könnte somit genau das Gegenteil bewirken. Übrigens widerspreche ich der Aussage, dass das Gegenteil von Mut Furcht ist. Das Gegenteil von Mut ist Mut-Losigkeit, als bar jeder Form des Mutes zu sein. Furcht kann noch zu gewisser Aktivität Anlass geben, Mutlosigkeit hat dafür keine Grundlage mehr. Mutlosigkeit entspricht der tiefsten Form einer Depression, es gibt keine Existenzfragen mehr sondern nur die Frage, warum man noch existiert. Vor diesem Hintergrund kann eine Entschuldigung eher als Zeichen von Furcht gesehen werden denn als Zeichen von Mut. Das bedeutet nicht, dass jede Entschuldigung für ein Fehlverhalten fehl am Platz wäre. Aber das ist keine Messlatte für ein christliches Äußeres, sondern eine Einzelfallentscheidung. Verloren haben wir unsere Kinder in der Organisation erst und nur dann, wenn wir sie als Teil dieses Wahnsinns "respektieren", d. h. aufgeben, ihnen zu vermitteln, wie bemitleidenswert wenig Ahnung sie von Gottes Wort haben. Und hier schließt sich der Kreis. Für uns. Unsere beiden Höchsten werden da erst warm, sie gewähren, dass der Geist mit unaussprechlichen Seufzern vor sie treten kann wo immer uns Gedanken und Worte fehlen.

          Liebe Omma, danke für das Einstellen eurer Erfahrung mit den Eltern. Das kann ich nur bestätigen. Obwohl unsere Mutter so viele Fehler mit uns machte, dass das Leben in der bereits nachfolgenden Generation (unserer Kinder) schon dauerhaft geschädigt ist, war es mehr als nur versöhnlich, ihr Handeln nachvollziehen zu wollen. Mehr noch, die Sicherheit geliebt zu werden trotz aller Fehler (was ihr mit größter Regelmäßigkeit von den Möchtegernchristen unserer Familie vorgehalten wurde), der Blick auf die unendliche Gnade Jesu Christi und des Inbegriffs seines Opfers, nämlich diese Fehler durch seine Liebe zu ersetzen um uns als Kinder Gottes und seine Geschwister anzunehmen war nicht nur seelisch heilsam. Sie war Volldialysepatientin  wegen eines kompletten Nierenversagens, musste 3 mal wöchentlich zur Dialyse - nach dem letzten Besuch bei ihr, zu dem wir fast täglich im Bergpark in Kassel unterwegs waren und sie Gedanken frei äußern durfte, die sie sich über 50 Jahre nicht erlaubt hat, fingen ihre Nieren wieder an zu arbeiten und die Dialyse wurde entbehrlich. Wir haben uns nicht mehr gesehen, aber diese Erfahrung zeigt, wie heilsam ehrliche Anteilnahme ist, denn es heißt nichts anderes, als Teil des anderen zu werden um gemeinsam Teil des Christus  zu sein. Wenn Christus in seiner Sündenlosigkeit bereit war für uns zu sterben, zu was sollten wir Sünder dann unserem Nächsten gegenüber bereit sein?

      2. Ottonio

        Liebe Iris,

         

        du schreibst: "Wir hatten die Gelegenheit , ihm zu sagen , wie leid es uns tut ."

        Das ist sehr wichtig, und ihr habt es getan. Darum geht es mir.

  13. Sylvia Geiser

    Lieber Ottonio

    Du hast wirklich die Wahrheit gesprochen und ihnen den Spiegel vor das Gesicht gehalten. Die Zeugen haben kein Unterscheidungsvermögen, weil sie es nie gelernt haben. Sie sind ganz einfach gestrickt.

    Herzliche Grüsse

    Sylvia

  14. Ulla

    Hallo Ottonio,

    woher willst du wissen, dass es Eltern nicht reut, ihre Kinder so oder so erzogen zu haben?

    Kannst du in deren Herzen sehen? Denkst du, sie müssten hier einen Seelen Striptease hinlegen?

    Eltern versuchen meist, alles so gut wie möglich zu machen...auch als ZJ...Gott allein sieht in die Herzen der Eltern und der Kinder...

    Ich stimme Omma von Herzen zu, dass noch viele Kinder und Enkelkinder beim sichtbaren Kommen des Herrn Jesus durch ihre freigewordenen Mütter, Väter, Omas und Opas gesegnet werden können.

    Wer kann das schon sagen? Wieso steht in der Schrift der Bericht von dem Verbrecher, der kurz vor seinem Tod noch Christus erkannte und dem das Paradies versprochen wurde?

    Wie groß und weit selbst unser menschliches Herz werden kann...und wieviel größer ist die Liebe und Güte Gottes?! --- UNERMESSLICH !

    Gott sei Dank!

    1. Omma@Ulla

      Meine liebe, liebe Ulla,

      ich danke dir von Herzen für deinen Kommentar! Ich wollte auch schon schreiben, doch dann bekam ich eine liebe Mail, und diese war vorrangig.

      Ich glaube, dass Ottonio gar nicht überlegt hat, wie weh er mit seinen Worten uns Eltern getan hat. Auch glaube ich, dass er nicht nachempfinden kann, was für Schmerzen Eltern und Großeltern erleiden, die hilflos mit ansehen müssen, wie ihre Kinder und Enkel in den Fängen der WTG gefangen sind, und diese Liebe mit Hass beantworten (meist ohne Worte!).

      Ich bin ihm ja auch gar nicht böse, und möchte ihn auf keinen Fall verurteilen.  Wahrscheinlich waren es nur gedankenlose Worte.

      Lass dich ganz lieb umarmen und trösten von deiner Schwester Omma

      1. Ottonio

        Liebe Omma,

        das Schlimme an meinen Worten ist, dass sie wahr sind.

        Leider verletzen sie meistens jene, die sich dessen bewusst sind und darunter leiden. Diese Eltern werden sich bei ihren Kindern entschuldigt und um Vergebung gebeten haben. Gott möge ihnen seinen Frieden schenken und ihnen ihren Herzenswunsch erfüllen, dass ihre Entschuldigung das Herz ihrer Kinder erweichen möge und sie ihre christliche Freiheit erlangen mögen.

        Alle anderen jedoch werden meine harten Worte weit von sich weisen, und sich keiner Schuld bewusst sein.

        Ein jeder kann sich im die eine oder andere Kathegorie selbst einreihen.

      2. Iris

        Liebe Omma, liebe Ulla ,

        vielen Dank , für eure lieben aufmunternden Kommentare .

        Es stimmt , ich habe mir schon viele Vorwürfe gemacht , daß ich meine Kinder in der sogenannten ,, Warheit " erzogen habe . Ich dachte , nach langer Suche , das Richtige gefunden zu haben . Da mein Mann und ich beide katholisch erzogen wurden und nie die Bibel kennenlernen durften , freute ich mich als ich endlich eine Bibel von einem netten Ehepaar , die zu mir kamen , erhalten habe .Da ich bei Matthäus angefangen habe , sind mir die falschen Lehren der kath. Kirche sofort aufgefallen und ich habe mit Begeisterung angefangen , die Bibel zu studieren .

        Da wir viel negatives in der kath. Kirche erfahren haben , gefiel uns natürlich die Freundlichkeit der Brüder in der Versammlung . Wir konnten ja nicht wissen , was die sogenannte  ,, Leitende Körperschaft " mit den vielen nichtsahnenden Brüdern vor hatte .

        Das JWOrg ein falsches Spiel mit acht Millionen Menschen treibt , haben wir uns nicht vorstellen können . Wir dachten , es können doch nicht so viele intelligente und gebildete Menschen irren !

        Daß dem so ist , sieht man ja ! Sie weigern sich hartnäckig zuzuhören , wenn wir versuchen , sie über JWOrg zu informieren . So sehr sind sie schon manipuliert und im Wachturm gefangen .

        Aber wir haben es geschafft und auch eine unserer Töchter mit ihrem Mann , die uns liebevoll auf den richtigen Weg gebracht hat , nachdem sie auch entkommen sind . So hoffen wir , daß sich noch viele , aus der Umklammerung befreien können , auch unsere Kinder und Enkelkinder .

         

        Viele herzliche Grüße

        Iris

         

      3. hei-bea

        Liebe  Omma,

        ich glaube nicht, daß Ottonio diese Worte geschrieben hat,um irgendwem wehzutun - es sind

        seine und auch meine Gedanken zu dem Thema und es sollte doch erlaubt sein, diese kund zu

        tun, ohne das sich jemand "angegriffen" fühlt. Es fehlt nun mal oft an "Selbstreflexion" und

        Kinder sind i m m e r "Produkte"(Opfer) ihrer Eltern, bis sie irgendwann die Verantwortung

        für sich selbst übernehmen können und das auch tun.

        Ich war als "Schwester", Mutter von drei Kindern mit meinem "weltlichen" Ehemann in der

        VS immer "Randfigur"! Ich habe meine Kinder zwecks "christlicher" Erziehung mitgenom-

        men aber auch - vollverantwortlich- meinem und dem Wunsch meines Mannes folgend Ge-

        burtstage mit ihnen gefeiert, sie Fußball spielen lassen, Klassenfahrten unternehmen usw.

        "Leicht" war das für mich nicht unbedingt- eine dauernde Auseinandersetzung mit den Äl-

        testen...Aber: meine Kinder und ihr derzeitiges Wohl waren mir wichtiger...Sie sollten sich,

        wenn "erwachsen" s e l b s t entscheiden können, welchen Weg sie etnschlagen wollen...

        So, und nun komme ich zu den "vorbildlichen" Zeugeneltern, die i m m e r , ohne

        zu hinterfragen,gemacht und ausgeführt haben, was von "oben"(der Org) kam: Sie haben

        ihre "Eigenverantwortung" ihren Kindern gegenüber in die Hände wildfremder Menschen

        (oft ohne eigenen Nachwuchs) gelegt und alles so laufen lassen... Und diese Eltern wundern

        sich heute, das zu ernten, was sie gesät haben?! Die Eigenschaft, die meiner Ansicht nach

        den meisten "Zeugen" fehlt,ist: E i g e n v e r a n t w o r t u n g für sich (und seine Kinder)

        zu übernehmen, selbst die Augen aufzumachen, nachzudenken usw...

        Aber "nachdenken", liebe Omma, werden Deine Kinder bestimmt eines Tages und sich

        Eurer Liebe erinnern...Und unserem Herrn ist a l l e s möglich!!!

        Liebe Grüße aus dem Harz    hei-bea

        1. Fox

          Guten Tag liebe hei-bea,

          es ist ein beneidenwerter Zustand, den Kindern tatsächlich eine Wahlmöglichkeit gegeben und erlaubt  zu haben. Beneidenswert für die Kinder, aber ganz real hat es dich sehr, sehr viel gekostet und dein Inneres war zerrissen genug wie sich heute zeigt. Sei gewiss, dass Viele mit dir hoffen und für euch beten, damit sich deine Gesundheit wieder stabilisiert.

          hei-bea, Zeugeneltern sind meines Erachtens nicht automatisch ohne jedes Empfinden von Eigenverantwortung. Gerade durch die Lehre der Zeugen ist es sogar anders herum! Genau deshalb funktioniert das System der Weltfremdheit ja so prima. Als Zeugenpapa oder -Mama legt man doch größten Wert darauf, die Kinder schnellstens zu einer eigenen Entscheidung im "Dienst für Jehova" hin zu erziehen und die lieben Küken werden dafür von jeder Seite gelobt. Bitte behalte dies im Sinn, wenn ich dem gegenüber stelle was du als "freie Wahl" bezeichnet hast. Warum wurden denn so viele Menschen überhaupt Zeugen Jehovas? Viele von ihnen wurden in der sogenannten freien Wahlmöglichkeit erzogen, erhielten durch Schule und manchmal Elternhaus eine lockere religiöse Erziehung, aber durften dem Herdentrieb bei Feierlichkeiten folgen. Richtig? Aber oft war ein einziger psychischer Ausnahmezustand, ein Abweichen von der Regel des geliebten Alltags Anlass, sich mit Zeugens zu unterhalten und ein HB anzunehmen mit allen bekannten Folgen. Eine sogenannte freie Wahl schützt demnach nicht vor Wahnsinn und das zeigt sich heute vielfach in sogenannten Radikalisierungen. Es stand letztens in unserer Zeitung, dass sich Grundschulen große Sorge um die Radikalisierung der Kinder machen, auch deutscher Kinder! Es ist somit falsch, engagierte Mitglieder einer Religion einfach als verantwortungslos zu bezeichnen, als Menschen ohne jede Eigenverantwortung. Es gibt noch nicht einmal eine Garantie, wenn man den Kindern Gefahren von geistiger Manipulation aufzeigt, denn das setzt voraus, dass der Warnende selbst frei ist und nicht wie bei den Zeugen die Macher und Leiter, die Ochsen mit goldenem Nasenring, andere vor Gruppenzwang und ähnlichem warnen.

          Meines Erachtens ist der Erfolg dann am Größten, wenn wir unsere Kinder als eigenständige Persönlichkeiten wahrnehmen, erziehen, lieben (ein schönes Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=ufywJHbhJVs) und sie als solche Gottes gütigen Händen anvertrauen. Das evangelische Lied "So nimm denn meine Hände" sollte nicht zu Beerdigungen, sondern bei der Geburt eines Menschen gesungen werden! (https://www.youtube.com/watch?v=B6Css-2YOk4) Ich als Mama wünsche mir nichts sehnlicher, als dass mein Kind die Hand unseres Herrn sucht, sich von diesem an die Hand nehmen lässt und seinen Weg bis in alle Ewigkeit mit ihm geht. Dass er voll Vertrauen und Zuversicht die Augen schließen kann, gewiss, dass er behütet ist. Ob ich das noch erlebe? Er ist Opfer der Organisation, Opfer seiner Mutter, Großmutter, seiner selbst und auch er hat Opfer gemacht! Mehr und mehr fehlt mir der Mut, blind zu glauben, gerade weil sich mein Herz nach Ruhe sehnt.

        2. hei-bea

          Liebe fox,

          wie schön, von Dir zu lesen. Natürlich "zerreißt" das Leben einen jeden von uns auf irgend-

          eine Weise, aber - mit Hilfe von oben und der unserer Geschwister kommen wir da durch!

          Und der Optimalzustand wäre und ist natürlich die "göttliche "Ruhe, nach der sich unser

          Herz sehnt...

          Ich stimme Dir zu, dass eine sogenannte freie Wahl nicht vor "Wahnsinn" oder der Zuwen-

          dung zu einer Religion schützt. Trotzdem - und das wollte ich mit "Eigenverantwortung"

          ausdrücken - bin ich der Meinung, dass es unverantwortlich von Zeugeneltern ist, ihre

          Kinder kritiklos den Dogmen der Gesellschaft anzuvertrauen : jedes Ding hat mehrere

          Seiten (einfach ausgedrückt) ! Und als verantwortungsvolle Etern zeige ich die auf, egal,

          wie ich persönlich dazu stehe und unabhängig davon, was die Kinder letztendlich mit ih-

          rem Wissen anfangen:  das liegt dann -ab einem bestimmten Zeitpunkt wieder in deren

          (Eigen-)Verantwortung.

          Das ich als Mutter meine inzwischen erwachsenen Kinder im Gebet immer wieder unse-

          rem himmlischen Vater anvertraue ist für mich selbstverständlich und beruhigend. Und

          ich spreche niemandem( auch Zeugeneltern) den aufrichtigen Wunsch ab, das Beste für

          ihre Kinder zu wollen...

          Für Dich, liebe fox, alles Gute und Herbstgrüße aus dem Harz                hei-bea

  15. Störtebeker

     
    Störtebeker an Autor und Alle,
     

     
    im Großen und Ganzen stimme ich dem Artikel zu.
     
    Aber wenn es um biblische Aussagen geht in Bezug auf Moses, dann eben nicht mehr.
     
    Der WT schreibt:
     

    „Hierbei dient Moses als Beispiel: „ … Er wurde von Pharaos Tochter großgezogen und hätte darauf aus sein können, prominent und wirtschaftlich abgesichert zu sein. Nichts anderes hätten seine ägyptische Familie, Lehrer und Ratgeber wohl von ihm erwartet. Moses entschied sich jedoch für die wahre Anbetung. Er vertraute mutig auf Jehova und verzichtete auf den Wohlstand Ägyptens.“

     

    Nur um eines vorab klar zu stellen, ich denke, dass die überwiegende Mehrheit der hier Lesenden meine Einstellung zur WTG kennt.

     

    Der Autor schreibt: „ Diese Darstellung ist allerdings nicht ganz richtig. Moses hatte einen Meuchelmord an einem Ägypter begangen; er glaubte, dies verheimlichen zu können. Bereits am nächsten Tag war offenkundig, dass seine Tat beobachtet worden war und er verbrachte 40 Jahre in der Fremde. Erst danach – und zwar ohne jede weitere Chance auf eine Karriere in Ägypten – wurde er von Gott zum Führer des Volkes berufen.
    Wie wir 2. Mose 6:30 entnehmen, hat dem Moses seine gute Bildung im Hause des Pharao jedenfalls erst mal wenig genützt, denn er war so schüchtern, dass er nicht selbst sprechen wollte – daher gab Gott ihm Aaron an die Seite, der das für ihn bei Pharao übernahm.“

     

    Du schreibst: „... diese Darstellung ist allerdings nicht ganz richtig.“ Deine Darstellung für mich aber auch nicht. Ich denke nicht, dass es sich in diesem Fall um einen „Meuchelmord“ handelte. Das ist für mich ein Mord hinterrücks und hinterlistig ohne sich „Auge in Auge“ zu begegnen. Das war so glaube ich nicht der Fall. Ich denke, das diese Sache eher dem „Übereifer“ des Mose für sein Volk geschuldet war.

     

    2. Mos. 2:11-15 Elb. :11 Und es geschah in jenen Tagen, als Mose groß geworden war, da ging er zu seinen Brüdern hinaus und sah bei ihren Lastarbeiten zu. Da sah er, wie ein ägyptischer Mann einen hebräischen Mann, einen von seinen Brüdern, schlug.

     

    12 Und er wandte sich hierhin und dorthin, und als er sah, dass niemand in der Nähe war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.

     

    13 Als er aber am Tag darauf wieder hinausging, siehe, da rauften sich zwei hebräische Männer, und er sagte zu dem Schuldigen: Warum schlägst du deinen Nächsten?

     

    14 Der aber antwortete: Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt? Gedenkst du etwa, mich umzubringen, wie du den Ägypter umgebracht hast? Da fürchtete sich Mose und sagte sich: Also ist die Sache doch bekannt geworden!

     

    15 Und der Pharao hörte diese Sache und suchte, Mose umzubringen. Mose aber floh vor dem Pharao und hielt sich im Land Midian auf.

    Wenn wir dann berücksichtigen, was wir in Hebr. 11:24-27 Elb. lesen: „24 Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen,

    25 und zog es vor, lieber zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben,

     

    26 indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung.

     
    27 Durch Glauben verließ er Ägypten und fürchtete die Wut des Königs nicht; denn er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren.“
     
    Dann wird für mich vollends klar, dass es sich bei der ganzen Angelegenheit nicht nur um einen niedrigen „Meuchelmord“ gehandelt hat, sondern wie es der Text in Hebräer zeigt um eine Tat des Glaubens und eine Handlungsweise des Mose aus seiner tiefen Überzeugung heraus. Diese Erkenntnis erschließt sich jedenfalls mir aus der Schrift.
     
    Auch dieser Aussage von dir: „Wie wir 2. Mose 6:30 entnehmen, hat dem Moses seine gute Bildung im Hause des Pharao jedenfalls erst mal wenig genützt, denn er war so schüchtern, dass er nicht selbst sprechen wollte – daher gab Gott ihm Aaron an die Seite, der das für ihn bei Pharao übernahm“, kann ich nichts abgewinnen.
     
    Die Bibel sagt in 2. Mos. Elb. 4:10-17
     

    10 Mose aber antwortete dem HERRN: Ach, Herr! Ich bin kein redegewandter Mann, weder seit gestern noch seit vorgestern, noch seitdem du zu deinem Knecht redest; denn unbeholfen ist mein Mund und unbeholfen meine Zunge.

     

    11 Da sprach der HERR zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht stumm oder taub, sehend oder blind? Nicht ich, der HERR?

     

    12 Und nun geh hin! Ich will mit deinem Mund sein und dich unterweisen, was du reden sollst.

     

    13 Er aber erwiderte: Ach, Herr! Sende doch, durch wen du senden willst!

     

    14 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Mose, und er sprach: Ist nicht dein Bruder Aaron da, der Levit? Ich weiß, dass er reden kann. Und siehe, er geht auch schon aus, dir entgegen. Und wenn er dich sieht, wird er sich freuen in seinem Herzen.

     

    15 Dann sollst du zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen, und ich will mit deinem Mund und mit seinem Mund sein und will euch unterweisen, was ihr tun sollt.

     

    16 Er aber soll für dich zum Volk reden. Und es wird geschehen, er wird für dich zum Mund sein, und du wirst für ihn zum Gott sein.“
    Was soll den das nun Negatives aussagen? Es gibt Menschen, die hochgradig gebildet sind, aber sie stottern. So what? Es gibt Menschen, die sehr gebildet sind, aber sie können nicht so gut reden, vielleicht war Moses auch nur zu bescheiden?
    Also, für mich ist diese Auslegung in Bezug auf Mose nicht korrekt. Ich finde, wenn es um die „Hl. Schrift“ geht sollten wir sehr „sensibel“ damit umgehen.

    Lieber Grüße an dich lieber Autor und an Alle „Bibelforscher“
    von Störti

     

     

    1. Argentum@Störti

      Lieber Störti,

      ("Sugar in the morning!" ;-))

      By the way:

      26 indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung.

      Interessante Textstelle, die ich jetzt erst bewusst lese. Wie konnte Moses lange Zeit vor Christus seine Schmach höher schätzen? Geht es hier um die Parallelität der Messiasbedeutung?

       

      Liebe Grüße

      Argentum

      1. Störtebeker

         
        Störti @ Argentum
         

         

         

        Liebe Argentum,

         

        by the way Baby, you look younger than ever, younger than ever!

         

        Deine Frage: „Geht es hier um die Parallelität der Messiasbedeutung?“

         

        Yes, I think so. Moses war in gewisser Hinsicht der damalige Messias (Christus). Insofern war er ein „Schatten“ dessen was schlussendlich durch Jesus Christus kommen sollte. 5.Mos. 18:15,18,19 Elb. :

         

        15 Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören.

         

        18 Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen. Ich will meine Worte in seinen Mund legen, und er wird zu ihnen alles reden, was ich ihm befehlen werde.

         
        19 Und es wird geschehen, der Mann, der nicht auf meine Worte hört, die er in meinem Namen reden wird, von dem werde ich Rechenschaft fordern.
         

         
        So, diese Texte werden von Petrus in der Apostelgeschichte auf Jesus Christus angewendet.
         
        Apg. 3:22,23 Elb. :
         

        22 Mose hat schon gesagt: "Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken, gleich mir. Auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird!

         

        23 Es wird aber geschehen: Jede Seele, die auf jenen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volk ausgerottet werden."
        Deshalb sehe ich es so, wie du auch schon geschlussfolgert hast. Ich denke auch, dass aus der Schrift hervorgeht, dass Moses sich ganz klar zu seinem Volk bekannte, wenn er auch vor der gewaltigen Aufgabe in gewisser Hinsicht Angst hatte. Und wenn man die Geschichte des Volkes Israel studiert, wird einem schnell klar, dass die Angst zu recht bestand.

        Ganz liebe Grüße an dich und an deine Mutti von Störti
        P.S. Wir telefonieren.

         

         

        1. Edelmuth an Störtebeker

          Hallo Störtebeker

          Die Parallelität zwischen Moses und Jesus betrifft nur einen sehr geringen Bereich. Ein bestimmtes Verhalten Moses, z.B. sich für sein Volk, den Juden, aufzuopfern, hat Jesus in die Tat umgesetzt. Auch die Worte, die Moses zu Pharao sprach erfüllten sich wie die Worte Jesu.

          Obwohl Moses als der sanftmütigste Mensch bekannt war, hat er einen Menschen vorsätzlich erschlagen. Darauf stand die Todesstrafe, die Jehova, IHM sei Dank, nicht über Moses vollstreckt hat.

          Auch sein Fehler bei den Wassern von Meribas (5. Mose 32:51) macht ihn für uns als Vorbild ungeeignet. Dieses Vorbild steht allein Jesus zu.

          Ede

        2. Störtebeker

           
          Zu:  "Darauf stand die Todesstrafe, die Jehova, IHM sei Dank, nicht über Moses vollstreckt hat."
           

          Zu der der Zeit, als er den Ägypter erschlug gab es das mosaische Gesetz noch gar nicht. Also bitte nicht auf eine so oberflächliche, von Unkenntnis zeugende, ignorante Art, alles durcheinander werfen.

           

          Störtebeker

           

           

        3. Edelmuth an Störtebeker

          Stimmt, Störtebeker

          Zu der der Zeit, als er den Ägypter erschlug gab es das mosaische Gesetz noch gar nicht.

          Das mosaische Gesetz wurde erst durch Moses überliefert.

          Seit dem feigen Mord Kains an Abel war klar, dass Jehova eine derart schwere Tat aufs Schärfste verurteilen würde.

          Mir sind die Gesetze des damaligen Ägyptens nicht bekannt. Sein Mord an dem Ägypter veranlasste Moses zunächst den Leichnam in der Hoffnung als Mörder unentdeckt zu bleiben zu vergraben. Als er enttarnt wurde floh er, sicherlich nicht aufgrund des Wetters. Moses wusste wohl was ihn erwarten würde.

          Ede

        4. Florian K.

          Lieber Ede, Moses war mitnichten als „der sanftmütigste Mensch“ bekannt, sondern nur er selbst beschrieb sich so. Sein Mord am Ägypter und sein Mordauftrag, durch den er zahlreiche Midianitische Kinder gnadenlos hinrichten ließ, sprechen eine eindeutige Sprache. Dann auch noch Jehova die Schuld am Kindermord zu geben (4. Mose 31:1-17), finde ich besonders geschmacklos.

        5. Störtebeker

           
          Störtebeker an Alle,
           

           
          der erste Mord von dem die Bibel berichtet war der des Kain an seinem Bruder Abel. Dass JHWH eine derart schwere Tat aufs Schärfste verurteilte, dürfte hier wohl jedem klar sein, das können wir ja auch in 1. Mos. 4:1-16 nachlesen.
           
          Dennoch war es in dem Fall so, dass JHWH nicht den sofortigen Tod des Kain forderte (später starb er ja sowieso). 1. Mos. 4:15 Elb. : „Der HERR aber sprach zu ihm: Nicht so, jeder, der Kain erschlägt - siebenfach soll er gerächt werden! Und der HERR machte an Kain ein Zeichen, damit ihn nicht jeder erschlüge, der ihn fände.“
           
          Eine lange Zeit später in Verbindung mit Noah, nach der Flut äußerte sich JHWH wie folgt: 1. Mos. 9:6 Elb. : „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden; denn nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht.“
           
          Das war aber damals nicht eine Sache von „gesetzgebende Gewalt“ (Legislative),„rechtsprechende Gewalt“ (Judikative) und „ausführende Gewalt“(Exekutive), wie das dann später unter dem „Mosaischen Gesetz“ sozusagen „amtlich“ wurde. Für mich ist das eher eine Aussage die eine „Blutrache“ legitimiert.
           
          Wie die Gesetzgebung in Ägypten, zur Zeit des Mose gehandhabt wurde ist mir nicht bekannt. Aber ich kann mir vorstellen, dass sie nicht so human war, wie sie das heute in vielen Staaten der Erde ist. Und ich glaube nicht, dass sie mit ihren “Sklaven“ zimperlich umgegangen sind. JHWH äußerte sich jedenfalls wie folgt, 1. Mos. 3:7 Elb. : „Der HERR aber sprach: Gesehen habe ich das Elend meines Volkes in Ägypten, und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört; ja, ich kenne seine Schmerzen.“ Wie viele Hebräer bei dem harten Sklavendienst ihr Leben verloren haben wissen wir nicht. Ebenso wenig wissen wir über den Ägypter, der einen Hebräer schlug und der dann von Mose umgebracht wurde. Wer weiß denn mit Sicherheit was der noch für „Dreck am Stecken“ hatte. Ich behaupte es nicht, aber ich halte es für möglich, dass hier unter anderem auch 1. Mos. 9:6 mit hineinspielte. Wie gesagt, behaupten tue ich das nicht!
           
          Wie dem auch sei, die Bibel berichtet von vielen, die wirklich schlimme Dinge gemacht haben und denen trotzdem vollständig vergeben wurde, wie z.B. Manasse, David u.s.w. Wenn das was Mose getan hat ein Mord war (die Gesetzgebung heute differenziert auch bei Mord zwischen verschiedenen Härtefällen, niedere Beweggründe, aus Gerechtigkeitsbewusstsein, weil man sich verletzt fühlte, oder auch aus reiner Habgier, Mordlust u.s.w. heraus), dann ist ihm jedenfalls von Gott völlig vergeben worden, wie das auch bei David und anderen der Fall war. Das hat für uns doch auch etwas Beruhigendes, oder?
           
          Das das so ist geht auch aus der Tatsache hervor, dass Mose als Person oder in Verbindung mit dem mosaischen Gesetz in den christlich griechischen Schriften ca. 80 Mal mit Namen erwähnt wird. Bezug genommen wird auf ihn noch viel öfter. Mir ist keine Schriftstelle in den christlich griechischen Schriften bekannt, in der er als Person negativ dargestellt wird.
           
          Wohl aber positiv. Einige Schriftstellen hatte ich diesbezüglich ja schon hier eingestellt. Z.B. Hebr. 11:24-27 oder Apg. 3:22,23.
           
          Hier sind nochmal einige Beispiele: Luk. 24:27 Elb. : „Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er (Jesus) ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf.“
           
          Hebr. 8:5 Elb. : „ ...die dem Abbild und Schatten der himmlischen Dinge dienen, wie Mose eine göttliche Weisung empfing, als er im Begriff war, das Zelt aufzurichten; denn "Sieh zu", spricht er, "dass du alles nach dem Muster machst, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist!".
           
          Offb. 15:3 ELB. : „Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes1 Gottes, und das Lied des Lammes und sagen: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Nationen!“
           
          Ich denke, das mag dazu genügen.
           

           
          Liebe Grüße an alle, die die hl. Schrift ebenso schätzen wie ich
           
          Störtebeker
           

           

           

        6. Florian K.

          Hallo Störti, ich mag Dich sehr. Du hast immer sehr gute Ausführungen, was ich ehrlich schätze. In deinem letzten Kommentar handelst Du den Mord am Ägypter ausführlichst ab und ich denke auch, der Typ kann durchaus mit einem KZ-Wächter verglichen  werden. Aber an Moses Händen klebt auch das Blut von Kindern, die völlig unschuldig sind. Warum lässt Du das vollkommen unkommentiert? LG Florian

        7. Störtebeker

           
          Störtebeker an Florian K. und Alle,
           

           
          Lieber Florian,
           
          zunächst erst einmal bedanke ich mich für dein Lob.
           
          Vor einiger Zeit hatte ich hier einen kleinen Aufsatz eingestellt, in dem ich bemüht war die Frage zu beantworten: „Wieso ich auch Aussagen der hl. Schrift akzeptiere, die teilweise in Frage gestellt werden.“ Es ging da um verschiedene Bibelberichte. Z.B. die Flut der Tage Noahs, der Bericht über Lot (der seine 2 Töchter schwängerte), das Bibelbuch Jona u.s.w. Ich will das jetzt hier nicht alles wiederholen. Wenn du aber Interesse haben solltest dann schicke ich dir die Abhandlung gerne zu. Du musst mir nur deine Mailadresse schicken. Meine ist klaus.stoe@gmx.net. Jeder aufrichtige Leser hier kann mich ebenfalls gerne kontaktieren.
           
          Doch nun zu 4. Mos. 31:1-17. Der Bericht ist mir natürlich bekannt. Ohne jetzt auf Einzelheiten einzugehen gilt für mich (noch einmal, für mich), dass, wenn ich das Strafgericht JHWH´s, das Mose vollstreckte, in diesen Fall den Mose anlaste, dann muss ich das natürlich auch mit anderen Bibelberichten tun.
           
          Wie fast das komplette Buch Josua. Die Einnahme des Landes und der Städte der Kanaaniter Stämme und Völker mit allem drum und dran. Das müsste dann zum größten Teil dem Josua geschuldet sein und nicht JHWH.
           
          Ebenso verhält es sich mit dem Bibelbuch Richter. Auch 1. Samuel und 2. Samuel wären teilweise mit betroffen.
           
          In 1. Sam. 25:26-28 Elb. lesen was Abigail dem David sagte: „Nun aber, mein Herr, so wahr der HERR lebt und du selbst lebst, der HERR hat dich davor bewahrt, in Blutschuld zu geraten und dir mit eigener Hand zu helfen! So sollen nun deine Feinde und alle, die meinem Herrn übelwollen, wie Nabal werden!  Hier nun ist das Segensgeschenk, das deine Magd meinem Herrn gebracht hat, das den Leuten gegeben werde, die im Gefolge meines Herrn ziehen. Vergib doch deiner Magd die Anmaßung! Denn sicher wird der HERR meinem Herrn ein beständiges Haus bauen, weil mein Herr die Kämpfe des HERRN kämpft. Und möge dein Leben lang nichts Böses an dir gefunden werden!
           
          Gemäß diesen Worten kämpfte David die Kriege JHWH´s. Und so sehe ich das auch.
           
          Mit anderen Bibelbüchern verhält es sich ebenso. Wie auch 1. Kö., 2. Kö., 1 Chron., 2 Chron. Aber auch Teile des Buches Ester, Teile der Psalmen, auch ein großer Teil all dessen was in den Propheten steht.
           
          Aber das ist noch nicht alles. Auch die christlich griechischen Schriften können dann nicht authentisch sein. In meiner oben genannten Abhandlung schrieb ich:
           
          „Weder Jesus Christus, noch seine Jünger, noch irgendein Schreiber der christl./griech. Schriften (NT), und derer waren es, wenn man den Brief an die Hebräer auch Paulus zurechnet, ja wohl nur acht verschiedene Personen (jedoch höchstens 9), zweifelten je an, dass die Schriften des AT authentisch sind.
           
          Sie bezogen sich ständig darauf. Zunächst hatten sie ja auch nichts anderes. Ich weiß nicht genau wie viele Zitate oder Bezugnahmen im NT sich auf das AT beziehen, sicherlich gibt es auch hierüber genaue Informationen.
           
          Mir ist soweit jedenfalls bekannt, dass es allein über 300 Prophezeiungen und ca.100 weitere direkte Hinweise im AT gibt, die sich allein auf die Person Jesu Christi bezogen und sich an seinem Leben hier auf der Erde erfüllt haben. Die tatsächlichen Bezugnahmen auf ihn, und allgemein auf das AT sind, so meine ich, unzählig.
           
          Hebräer Kap. 11 (z.B.) ist ein klarer Beweis. Ohne das sogenannte AT könnten wir das NT überhaupt nicht richtig verstehen. Unter anderen auch nicht den Brief an die Hebräer, da spielt das Buch „Richter“ auch sehr stark mit hinein.
           
          Wer den Bericht über Stephanus in Apg. 7:1-53 nachliest wird sehen, was für ein hervorragendes Zeugnis er vor dem Synedrium geben konnte. Das konnte er aber nur, weil er sich so hervorragend in den damals verfügbaren Schriften auskannte.
           
          In Joh. 10:34-36 zitierte Jesus Ps.82:6, in Verbindung damit spricht er vom „Wort Gottes“ und dann sagt er „...und die Schrift kann doch nicht aufgelöst Elb. ( ungültig gemacht NWÜ), werden...“
           
          Soweit einige Zitate aus dem vorherigen Bericht.
           
          Außer Frage steht auch, dass es gemäß der Bibel ebenfalls in Zukunft ein Gericht geben wird. 2. Thess. 2:8-12 Elb. :
           

          „ ...und dann wird der Gesetzlose offenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft;

           

          9 ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge

           

          10 und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Rettung nicht angenommen haben.

           

          11 Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben,

           
          12 damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit.“
           
          Also, in der Bibel ist nicht nur vom sogenannten „Lieben Gott“ die Rede, auch in den christlich griechischen Schriften nicht.
           
          Für mich (nochmal, für mich) gilt, entweder erkenne ich das was ich in der Bibel lese an, oder eben nicht. Wenn nicht, kann ich mir auch eine eigene Bibel schreiben. Ich denke das nennt man dann: Philosophie. In der Philosophie gibt es aber genau so viele verschiedene Wahrheiten, wie es verschiedene Philosophen gibt.
           
          Ich frage mich manchmal wenn so ein Menschlein (Prof., Dr., Dr.) felsenfeste Behauptungen aufstellt: Wer sind wir denn? Ist es nicht so, wie es Jakobus schreibt in Jak. 4:14 Elb. :
           
          „ ...die ihr nicht wisst, wie es morgen um euer Leben stehen wird; denn ihr seid ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet.“
           
          In jungen Jahren habe ich mich sehr viel mit Philosophie beschäftigt, auch mit verschiedenen Religionen. Buddhismus war eine Zeitlang eine Modeerscheinung. Alles mögliche gelesen, Hermann Hesse u.s.w.
           
          Schlussendlich habe ich aber herausgefunden, dass die Bibel für mich (nochmal, für mich) verbindlich ist. Auch wenn ich nicht alles verstehen kann, so ist doch der allergrößte Teil klar und verständlich für mein bescheidenes Fassungsvermögen.
           
          Und nur das, was ich wirklich verstanden habe versuche ich guten Gewissens weiter zu vermitteln.
           
          Ein Freund von wilden Spekulationen diesbezüglich, bin ich nicht. Das habe ich hier auch schon des öfteren zum Ausdruck gebracht. Nach meiner Meinung führen sie genauso in die Irre, wie all die „hochgeistigen“ menschlichen Philosophien.
           
          So, lieber Florian, und ihr alle, die es interessiert hat, ich hoffe das war jetzt nicht zu lang. Ich wusste aber auch nicht wie ich es hätte kürzer machen können.
           

           
          Liebe Grüße Störti
           

           

        8. Ⓖ-Ⓔ-Ⓡ-Ⓓ an Störti

          Lieber Störti,

          es stimmt, wer "dabei" sein möchte, muss seine Bereitschaft dazu bekunden.

          Vor einigen Monaten schrieb ich schon über die Vermutung, dass w i r mitten in einem Ausleseverfahren stecken. Das geht aber schon bis in die Zeit von A+E zurück, Kain und Abel sind die ersten die genommen, oder nichtgenommen sind. Einen Artikel fand ich wo unser "Hineingehen durch die Tür" beschrieben ist:
          Kinder Gottes
           Tilo 3. März 2017 28 Kommentare

          Wir leben nun mal in einem Ausscheideverfahren, unsere Entscheidung ist gleichzeitig die Wahl zwischen Leben und Tod. Wenn auch von einigen Ex-ZJ die Schlacht von Harmagedon verniedlicht wird, es wird ein Scheidungsprozess sein! Dass es in der Zeit des AT immer wieder um Weiterleben oder -sterben ging, haben wir schon bei Zeugens in der Bibel gelesen. Natürlich ist es hart, wenn wir darüber nachdenken, ob unsere glaubenslosen Verwandten und Freunde einmal im Himmel oder auf der Erde existieren werden - die Indizien zeigen deutlich: weder dort noch da.

          Diese Trennung zeigte Jesus in den Gleichnissen, das Unkraut das ins Feuer kommt, deutet keine Allversöhnung an. Daher drängt er in vielen Sätzen auch, dass wir i h n annehmen sollen, denn nur das bedeutet Leben.

          Kopie aus:

          Gericht – Bibel-Lexikon

          1. Strafgericht
          Dieses Strafgericht kann auf der Erde ausgeführt werden, im Rahmen von Gottes Regierung mit den Menschen oder seinem Volk, entsprechend den zur jeweiligen Zeit gültigen Prinzipien der Haushaltung; oder es kann in Zukunft für die Ewigkeit ausgeführt werden, entsprechend Gottes Urteilen.
          Vier schmerzhafte Gerichte hat Gott Jerusalem angedroht (Hes 14,13-21), und sie sind auch häufig auf die Menschheit im Allgemeinen gefallen. Auch in Zukunft werden diese Gerichte auf sie fallen, wie in der Offenbarung gezeigt wird:

          Krieg: Tod durch das Schwert, entweder durch einen äußeren Feind oder durch einen Bürgerkrieg.
          Hungersnot: Sie kann durch einen Mangel im Land oder durch eine belagerte Stadt entstehen.
          Gefährliche Tiere: Dies schließt zweifellos die Verwüstung durch Heuschrecken mit ein, denn sie verwüsten das Land und beuten es aus.
          Pest: Hierdurch wurden schon häufig Tausende hinweggerafft.

          Außer diesen Gerichten gibt es in verschiedenen Gebieten der Erde Feuersbrünste, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Wirbelstürme, Lawinen, Überschwemmungen, Frost, Schiffbruch, Flutwellen etc. Manche davon geschehen jedes Jahr. Sie treten in der indirekten Regierung Gottes auf, Gott verschafft sich dadurch ständig Gehör und zeigt seine Macht (vgl. Hiob 37,13). Neben seiner indirekten Regierung gibt es aber auch oft direkte Gerichte, deshalb sagt der Prophet: „Wenn deine Gerichte die Erde treffen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit" (Jes 26,9). Ach, zu oft sind solche Gerichte als natürliche Phänomene erklärt worden, als bloße Unfälle oder Unglücke, ohne Gott darin zu erkennen, und oft sind sie bald vergessen worden. Sie sollen die Menschen warnen. Wie ein schwacher Regenschauer häufig vor einem Sturm herniederkommt, so sind diese regelmäßigen Gerichte nur ein Vorbote auf den großen Sturm des Zorns Gottes, der mit Gewissheit auf diese schuldige Welt fallen wird, dann, wenn das Horn seines Grimms ausgegossen wird (vgl. Off 6 - 20).
          Jedes Gericht, das heißt jeder Akt des Richtens (griech. krisis), sei es der Toten oder der Lebenden, ist dem Herrn Jesus übergeben worden. Er wird in Jesaja 63,1-3 dargestellt als von Edom kommend, mit gefärbten Kleidern von Bozra, wenn er das Volk in seinem Zorn zertreten und in seinem Grimm zertrampeln wird, und ihr Blut wird sein ganzes Gewand besudeln. Sein Gericht kommt über die lebenden Nationen; aber auch bevor Israel zum Segen wiederhergestellt werden wird, wird Gericht von Gott auf sie fallen (siehe auch Drangsal). Ebenso wird Gott über die bekennende Christenheit Gericht ausüben (siehe Babylon die Große). Die ewige Bestrafung der Bösen wird „ewiges Gericht" genannt (Heb 6,2). Die gefallenen Engel werden zum Gericht aufbewahrt (2. Pet 2,4), und für den Teufel und seine Engel ist das ewige Feuer bereitet (Mt 25,41)...

        9. Florian K.

          Lieber Störti, danke für Deine ausführliche Antwort. Ich verstehe Dich sehr gut, weil ich als Pionier früher auch so argumentiert habe. Allerdings kam irgendwann mal der Punkt, wo ich es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, das alles schönzureden. Es muss ganz einfach möglich sein, ein guter Christ zu sein, ohne an diverse Horror-Storys aus dem AT glauben zu müssen. Das ist zumindest meine Sicht der Dinge. Alles Liebe, Florian

        10. Störtebeker

           

          Lieber Florian K.

           

          Nein, ich versuche nicht etwas schön zu reden, (schon lange) nicht mehr.

           

          Ich versuche vielmehr etwas richtig zu verstehen. Das ist ein großer Unterschied, und ich denke, dass man das an meinen Ausführungen auch erkennen kann.  Wenn ich mir nur etwas schön reden wollte, dann könnte ich es mir leichter machen.

           

          L.G. Störti

           

        11. Florian K.

          Lieber Stöti, dass Du ein aufrichtiger Mensch bist mit besten Intentionen ist mir schon klar. Ich freue mich ja auch ehrlich gesagt immer wieder über Deine profunden Analysen. Das sei Dir unbenommen.Mich stört es aber, wenn die WTG Bibelleser nach folgendem Muster verblödet: Wenn Du ewig leben willst, musst du an Christus glauben. Wenn du an Christus glaubst, musst du auch glauben, dass Moses ein Prophet war. Wenn du glaubst, dass Moses ein Prophet war, musst du alles als wahr akzeptieren, was er damals niederschrieb, inclusive des angeblich von Jehova stammenden Auftrags zum systematischen Kindermord. Diese Art von WTG „Logik“ lehne ich ab und 99,9 % der Menschheit mit mir. Liebe Grüße, Florian 

  16. lusan

    Die Versammlungen können auch umbenannt werden in"Marketing der WTG" . Denn in der Tat ist es nichts anderes. Die vielgepriesene Nächstenliebe findet hier leider keiner mehr. Amen.

  17. Christine

    http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Kreuz-ohne-Haken-Die-Kirche-und-die-Re/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=45682418

     

    1. Aufklärer

      BRAKE NEWS
       
      Eine Gruppe von mutmaßlichen sexuellen Missbrauchsüberlebenden aus dem ganzen Land hat eine Klage gegen $ 66-Millionen-Klage gegen den Zeugen Jehovas eingereicht, hat CityNews gelernt.
      Der Anzug beschuldigt die religiöse Organisation, Regeln und Richtlinien zu haben, die Kindersexverbrecher schützen und Kinder gefährden.
      "Die Politik und das Protokoll der Organisation für den Umgang mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs ist ernsthaft fehlerhaft und führt zu weiteren Schäden für die Opfer von sexuellem Missbrauch und führt zu legitimen Vorwürfen von sexuellem Missbrauch, die nicht gemeldet werden", behauptet sie.
      "Das ist ein Thema, das die breitere Gemeinschaft betrifft, und nicht nur die Zeugen Jehovas", sagt Tricia Franginha. Sie sagt ihre ersten 14 Jahre des Lebens, als ein Zeuge Jehovas mit sexuellem Missbrauch eingereicht wurde.
      "Als Ergebnis ihrer Verfahren, wenn Missbrauch Vorwürfe kommen, sind diese sexuellen Straftäter groß gelassen", sagt Franginha. "Wie die meisten Leute über die Zeugen Jehovas wissen, sind sie diejenigen, die am Samstagmorgen zu dir kommen, wenn deine Kinder zu Hause sind, und für alles, was du weißt, hat diese Person mehr als einmal beleidigt."
      Keiner der Vorwürfe in diesem Anzug wurde in Ontario Superior Court getestet. Ein Sprecher des Zeugen Jehovas sagt, dass die Organisation, obwohl der Anzug eingereicht worden ist, die offiziell noch nicht offiziell erhalten hat, so dass sie die Details nicht kommentieren können.
      "Jehovas Zeugen verabscheuen Kindesmissbrauch und würden niemals jeden Täter abschirmen", sagt Sprecher Mattieu Rozon. Die Organisation sagt auch, dass Gemeindeälteste mit den Missbrauchsrechtsgesetzen des Kindes übereinstimmen.
      Franginha sagt, wenn sie um Hilfe ging, wurde sie stillgelegt.
      "Als ich um 12 Jahre alt war, wurde mir gesagt, dass ich keine zwei Zeugen hatte und ich musste meine Eltern respektieren - nicht darüber zu reden", sagt sie.
      Die Notwendigkeit, zwei Zeugen zu bekräftigen, behaupten, dass Behauptungen des Missbrauchs im Anzug ausgesprochen werden. Menschen, die sexuell missbraucht worden sind, müssen ihren Missbrauch zwei glaubwürdige Zeugen vorstellen, erklärt Franginha, der fügt hinzu, dass die Augenzeugen andere Zeugen Jehovas in der Kirche sein müssen.
      "Das ist natürlich nicht passiert", sagt sie. "Die Natur des Verbrechens ist, dass es geheim ist."
      Der Anzug behauptet auch, dass die Polizei nicht angerufen wird, wenn Behauptungen Oberfläche und stattdessen sie von Kirchenältesten in Kingdom Hall behandelt werden.
      "Es ist unsere Information, die auf Personen beruht, die uns kontaktiert haben, dass die vorhandenen Systeme sich nicht gegen [Missbrauch] bewahren, und wenn Behauptungen gemacht werden, sind unzureichende Maßnahmen vorhanden, um sicherzustellen, dass die Beschwerde die zuständigen Behörden erreicht" sagt Bryan McPhadden, Laien bei McPhadden Samac Tuovi, der die Opfer vertritt.
      Die Opfer suchen 20 Millionen Dollar für Schäden durch sexuellen und geistigen Missbrauch von Älteren, 20 Millionen Dollar für das Versagen, Kinder zu schützen, und weitere 20 Millionen Dollar für die Verletzung der Sorgfaltspflicht.

      1. Ernst

        Auf der Rekordliste der größten Betrugsfälle und Vergleichsfälle der USA stehen die Zeugen Jehovas jetzt schon vor Bernhard Madoff ($ 65 Mio) und irgendwo zwischen Lehmann Brothers, Goldmann und Sachs und Enron.

        Alle Achtung, das nenn ich echt "mutig"!

         

        ps: vermutlich mal wieder alles "Lügen von Abtrünnigen" :-)))))

         

        1. Lieber Ernst,

          solange die Leute an diese Betrugs-Systeme glauben weil sie gefügig gemacht wurden an sie zu glauben, läuft jeder dieser Läden doch ganz normal weiter.

    2. Ⓖ-Ⓔ-Ⓡ-Ⓓ

      Wenn wir Aussteigerforen von anderen Gruppen (Sekten) im Internet aufrufen, dann sollte es nicht überraschen: es sind immer ähnliche Erlebnisse die wir kennen, Erziehungsmethoden, Besonderheit ist die Hervorhebung der eigenen Gruppe (Jehovas Name, Sabbat am richtigen Tag, richtige Taufe, und ganz klar: mit der richtigen alleinseligmachenden Gruppe verbunden), Verhaltensvorschriften durch jeweilige Zentrale, Bekämpfung der Mitbewerber usw.

      Morgen bin ich zu einem Interview geladen, freundlicherweise wurde mir schon ein Manus der Hauptfragen zugestellt, ich zitiere daraus einige. Überlegt was ihr antworten würdet - wer gute Tipps hat, bitte hier melden 🙂

      ...

      Wie definieren Sie eine Sekte, welche Merkmale weist eine derartige Gruppe auf? 

      Welche Gründe sehen Sie für einen Menschen in eine Sekte einzusteigen? Warum ist die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas für so viele Menschen so attraktiv? 

      Welche Zielgruppe fühlt sich am meisten von Sekten angesprochen? Hat sich diese Zielgruppe im Laufe der Zeit verändert? 

      Wie wird der Kontakt zu Sektenmitgliedern und späteren Klienten und Klientinnen hergestellt? 

      Welche Hindernisse gibt es für ein Sektenmitglied, wenn es aussteigen will? 

      Haben Sie ein Fallraster, wie eine Betreuung eines/r Klienten und Klientin aussieht und beziehen Sie die Angehörigen des Sektenmitgliedes ein? Wie lange dauert ein Betreuungsprozess durchschnittlich? 

      Es gibt ja 3 verschiedene Arten des Ausstiegs, nämlich der selbstmotivierter Ausstieg,  der Ausstieg mit Hilfe oder der Ausstoß aus der Sekte. Mit welcher Gruppe von Aussteiger und Aussteigerinnen arbeiten Sie am meisten zusammen? Warum denken Sie, dass gerade diese Gruppe von Aussteigern und Aussteigerinnen am meisten betroffen ist? 

      Welche Dinge muss man nach dem Ausstieg beachten? Mit welchen Problemen sind ehemalige Sektenmitglieder nach dem Ausstieg konfrontiert? Sind die Probleme, die man beim Ausstieg haben kann, abhängig von der Sekte? Wenn ja, können Sie uns Beispiele von den Zeugen Jehovas nennen? 

      Wie unterstützen Sie und Ihre Einrichtung Klienten und Klientinnen beim Verarbeitungsprozess? Bieten Sie Therapiemöglichkeiten an? 

      Wir haben bei unserer Recherche sehr viel über die traditionellen Rollenbilder von Zeugen Jehovas gelesen. Existieren diese immer noch? 

      Gibt es beim Kontakt mit Sekten, sowohl in der Sekte als auch beim Ausstieg genderspezifische Unterschiede? 

      Die „Deprogrammierung“ wurde in den 1970er und -80er Jahren häufig als Methode  angewandt, um Menschen beim Ausstieg aus der Sekte zu helfen. Wurde die „Deprogrammierung“ früher auch in Österreich verwendet. Wenn ja, wird sie heute noch angewendet? 

      In den 80ern und in den 90ern stieg die Anzahl der Sektenmitglieder so rasant an, dass man heute von einem „Sektenboom“ spricht. Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen dem  Sektenboom und den gesellschaftspolitischen Gegebenheiten dieser Zeit? 

      Vernetzen Sie sich während der Arbeit mit Klienten und Klientinnen auch mit anderen Institutionen? Sehen Sie einen Zusammenhang  mit der Sozialen Arbeit? Wo können Sie sich Unterstützung von sozialarbeiterischer Seite vorstellen? 

      Wie schätzen Sie die Entwicklung in der Betreuung in der Sektenberatung ein? Sehen Sie einen erhöhten Bedarf der Sozialarbeit in diesem Tätigkeitsbereich?  

      Wir sind nun am Ende unseres Interviews angelangt. Wollen Sie noch etwas ergänzen? 

      ---------------------

      Ich werde nicht verhehlen, dass auch andere Religionen ihre spezifischen Sekten haben. Bilden die Großkirchen eine Ausnahme? Zeigt nicht das Militär typisches Sektenverhalten (Eidesformel, Gehorsam, Achtung der Vorgesetzten usw.)...

      Danke für die Mithilfe!

      Gerd 

        1. Ⓖ-Ⓔ-Ⓡ-Ⓓ

          Erfahrung macht klug!

           

          Als ich 1997 vom Gütersloh-Verlag eingeladen wurde, ein Buch über mein "Leben als Zeuge Jehovas" zu schreiben, war der Inhalt auf meine Erlebnisse beschränkt. Der Verlag wollte aber gleichzeitig daraus ein Fachbuch über die WTG machen. Da bekam ich auch Warnungen vom "Bruderdienst-Verlag" mich an strenge Regeln zu halten, um mir nicht eine Klage einzuhandeln. Meine neutralen Eingaben waren dem Gü-Verlag zu wenig anklagend, sodass sie selbst recherchierten und diese Inhalte mit Namensnennung der Autorin - aber ohne die Inhalte mir zu zeigen! - vorne einbauten.

           

          Was kam nach Veröffentlichung des Buches? Eine Klagsdrohung der WTG, wenn gewisse Passagen nicht widerrufen werden, dann kommt Klage. Nun kopiere ich Reaktionen von Ex-ZJ aus Infolink, da wird ersichtlich welche Teile moniert wurden, ich hebe die 3 Punkte hervor die in einem Einlegezettel vom Verlag in jedes Buch kam, mit fetter Überschrift:  Richtigstellung

           

          jojo am Dienstag, den 2. Januar, 2001 - 00:34:

           

          Hallo Gerd,

           

           

          ich finde diesen Zettel nicht schlimm aus folgendem Grund:

           

          1. Mit der Herzverpflanzung, da hast du dich ja nun wirklich vertan, denn seit wir Organtransplantationen machen lassen dürfen, ist auch das Herz dabei, denn, wie in WT`s ja auch herausgestellt wird, ist das Herz der Sitz der Beweggründe sinnbildlich zu verstehen, nicht das Organ, also das buchstäbliche Herz.

           

           

           

          2. Mit dem Zivildienst, das weiß doch auch jeder, das dürfen wir erst ganz kurz, also bei diesem immer "gleißenderem" Licht ist jedes Buch mal unaktuell. Wie bei Computern: Wenn du dir einen kaufst ist er schon alt, wenn du das Geschäft verlässt!

           

           

           

          3. Mit der Rente, da weiß ich nichts, ist das auch neu? Bisher war es doch sicher so, dass sie nichts kriegten, oder?

           

           

          Also, du musst bedenken, dass kein "Reiner Weltmensch" sich auch nur im Entferntesten für solche Bücher interessiert. Diese Art von Büchern werden nur von ZJ-Zweiflern oder Christlichen Aufklärern gelesen. Die wissen sowieso, was im Großen und Ganzen abläuft, da wirst du nicht wegen dem Zettelchen unglaubwürdig!

           

          Ich fand dein Buch übrigens deswegen gut, weil es so "normal" geschrieben ist. So echt, und so nachvollziehbar. Nicht so hochgestochen, sondern einfach so wie es dir zumute war, das gefällt mir gut! Man kann dir nachfühlen, man erkennt sich selbst!

           

          -------------------------------------------------

           

          31.12.00

           

          Hallo Gerd,

           

          habe mir gestern Dein Buch gekauft und es in einem Rutsch durchgelesen.

           

          Ich finde es beschreibt die Kritikpunkte der WTG sehr genau. Der Ton ist nicht aggressiv, was das Lesen angenehm macht, wie bei Franz, weshalb ich es gerne weiterempfehlen werde.

           

          Was mir jedoch aufgefallen ist, ist die Richtigstellung des Verlages. Habt Ihr eine Abmahnung von der WTG erhalten? Und warum fällt diese Richtigstellung so harmlos aus?

           

          Die drei aufgeführten Punkte, wurden doch alle bis zu einem gewissen Zeitpunkt praktiziert und erst später geändert. Hätte man dies nicht so ausdrücken können? So entsteht der nicht zutreffende Eindruck, die "bösen Abtrünnigen" behaupten wieder etwas Falsches.

           

          ...Liebe Grüße aus dem Rhein-Neckar-Dreieck

           

          von Lothar

           

          -------------------------------------------

           

          Mit diesem Wissen ausgestattet, überlege ich mir ganz genau w a s ich öffentlich von mir gebe.

          Manche Details habe ich so intus, man könnte sie auch nachts abrufen. Bringe morgen Beispiele.

          Ein Faktor kommt noch hinzu: es ist der Körperschaftsstatus der WTG. Eine Institution die vom Staat den Status der "K.d.ö.R." erhält, ist streng vor Verleumdungen geschützt! Das müssen wir auch bei unseren Eingaben bei BI beachten! Wir schreiben zwar nicht als Verlag sondern als Privatperson, trotzdem hat auch hier die Wahrheitsbewahrung  absoluten Vorrang!

           

          Vorweggenommenes Echo: Ich glaube nicht, dass Gerd fähig ist diesen Fragenkatalog zu beantworten. Noch viel weniger jemand im Bruderinfo. Sie reden alle aneinander vorbei...

           

          Da ich schon ab 1995 im TV,  in drei Live-Sendungen, über Sekten reden durfte, sehe ich dem Interview morgen Nachmittag hoffnungsvoll und völlig gelöst entgegen.

        2. Ⓖ-Ⓔ-Ⓡ-Ⓓ

          Ich möchte noch meine Voraussage einlösen:

          Manche Details habe ich so intus, man könnte sie auch nachts abrufen. Bringe morgen Beispiele.

          Ein Beispiel zur Frage: "Wie definieren Sie eine Sekte..."

          Da nehme ich meist das Beispiel der Urchristen aus Apg. 15:

          1 Und etliche kamen von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr nicht beschnitten worden seid nach der Weise Moses', so könnt ihr nicht errettet werden.

          Sektentypisch ist die Vorspiegelung der Subjektivität: wer sich nicht beschneiden lässt, der kann nicht errettet werden.

          Im Oktober 1995 bin ich im ORF 1 gleich auf die Verse 28+29 übergegangen, habe die sektenhafte Lehre der ZJ mit der Bluttransfusion zitiert. Das werde ich auch heute so versuchen...

  18. M.N.

    Passend hierzu ein Auszug aus dem Glossar, Stichwort "Mut; mutig":

    So wie i. V. mit anderen, positiv besetzten Begriffen wie "Gut", "Loyal", "Richtig", "Treu" etc. usurpiert die WTG die Vokabel "Mut/mutig", um ihre menschliche, eigenzweckdienliche "Predigtdienst verrichten/Zeugnisgeben"-Direktive zu pushen und ihre "Verkündiger"-Befehlsempfänger dazu zu drängen, auf Biegen und Brechen, koste es was es wolle, zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit als Multiplikatoren ihrer Organisationsinteressen und als Produktvertriebler aufzutreten, ungeachtet der daraus für die "Verkündiger"resultierenden Nachteile und Schäden – Beispiele aus "Der Wachtturm":

    15.2.2015 S. 12 Abs. 7:

    "Wie können wir wie Jesus mutig sein? In der Schule: Als junger Mensch beweist du Mut, wenn du dich, ohne zu zögern, als Zeuge Jehovas zu erkennen gibst, selbst wenn dich Klassenkameraden oder andere deswegen auslachen. Daran ist zu erkennen, dass du stolz darauf bist, Jehovas Namen zu tragen. (Lies Psalm 86:12.)"

    Diese extrem kritikwürdige, die Bibel missbrauchende Anweisung zielt auf das Erzeugen einer auf einer "Kamikaze/Selbstmordattentäter"-Trotzreaktion beruhenden, äußerst ungesunden sozialen Selbstisolation, gepaart mit dem Hervorrufen und Pflege eines abgehobenen Elitebewusstseins ("Stolz darauf sein, ein 'Zeuge Jehovas' zu sein") ab und muss als "kaltschnäuziges Schindluder-mit-dem-emotionalen-und-sozialen-Wohlbefinden-junger-Menschen-Treiben" auf Entschiedendste zurückgewiesen und verurteilt werden. Solch machiavellische, menschenverachtende und WTG-eigennützige "Brutal"-Direktiven sind einer gedeihlichen emotional/sozialen Entwickung von Kindern und Jugendlichen diametral entgegengesetzt.

    Der hier missbrauchte Text aus Ps 86,12 "Ich will dich preisen, Herr, mein Gott, mit meinem ganzen Herzen und deinen Namen ewig verherrlichen" hat nichts mit dem Bekenntnis zu einer rein menschlichen Organisation wie der WTG und zu ihrem "Warenzeichen", und nichts mit dem Verbreiten ihrer eigenzweckdienlichen Propaganda zu tun, sondern bezieht sich auf "echtes, reines Gotteslob", auf das Bekenntnis seines Glaubens und Vertrauens in den Allmächtigen, ähnlich dem "Bekenntnis zu Jesus Christus", siehe Mat 10,32; Apg 1,8; Röm 10,9; 1Kor 2,2; Gal 6,14 u. a.; vgl. "Gottes Namen verherrlichen"; "Jesus Christus".

    15.2.2008 S. 10 Abs. 14:

    "Welch schönes Beispiel dieses Mädchen doch für junge Schüler ist, die sich auf Jehova verlassen und Lehrern, Mitschülern und anderen mutig Zeugnis geben!"

    15.4.2005 S. 13 Abs. 13:

    "Eine genaue Erkenntnis des Wortes Gottes gibt uns Zuversicht, sodass wir mutig Zeugnis ablegen können."

    15.6.2001 S. 20 Abs. 10:

    "Unser Glaube motiviert uns, Nachbarn, Arbeitskollegen, Schulkameraden und anderen mutig Zeugnis zu geben (Römer 1:14-16)."

    Im Umkehrschluss wird insinuiert, dass jeder "Zeuge Jehovas", der in irgendeiner Situation nicht in einer der von der WTG auch immer vorgegebenen Methoden "mutig Zeugnis gibt" ein der "Menschenfurcht" erlegener "Feigling" und "Schwächling" ist, der "Gottes Missfallen" erregt und "göttlichen Segens" verlustig geht. Die WTG-"Verbiegung" der "Mut/mutig"-Vokabel ist ein Rabulismus; die wirkliche Bedeutung ist "kecke Tollkühnheit; freche Unbekümmertheit" im "dickfelligen" Hinausposaunen der eigenen WTG-Affiliation vor anderen, i. d. R. uninteressierten bis feindlich gesinnten Menschen.

    (Zitatende)

    So weit so schlecht.

    Wie nun sieht es mit dem "Mut" derer aus, die von ihren Schäfchen lauthals "Mut" beim Verbreiten ihrer Orgpropaganda einfordern?

    Betreffs der zweiten Anhörung in 2017 ("Case Study" 54) bat die ARC angesichts des Ausmaßes, in welchem das australische Landesbüro der Kontrolle durch das oberste JW.Org-Zentralkomitee in Sachen Richtlinienerlass, Verfahrensweisen und Praxis unterworfen ist, darum, ein Mitglied des JW.Org-Direktoriums möge dort zur Stellungnahme erscheinen. Am 31.1.2017 jedoch erteilte das australische Zweigbüro diesem Gesuch kategorisch eine Absage: "A member of the Governing Body will not be available to give evidence."

    Bekannt wurde der im Internet dokumentierte Vorfall, anlässlich dessen oberstes JW.Org-Zentralkomiteemitglied Anthony Morris III in panischer Flucht vor dem Reporter Trey Bundy das Weite suchte und "durch eine hastig geöffnete Seitentür des Bethels entschwand", als letzterer versuchte, ihm einige Fragen zu stellen. Mehr hierzu siehe http://jwsurvey.org/child-abuse-2/governing-body-member-tony-morris-flees-a-journalist-in-the-street

    Am 5.2.2014 erging vom obersten JW.Org-Zentralkomiteemitglied Gerrit Lösch gegenüber dem kalifornischen Kammergericht in San Diego folgende krass irreführende Aussage in Antwort auf eine an ihn ergangene Vorladung i. V. mit der Abhandlung von Kindesmissbrauchsvorwürfen: "Ich bin nicht, noch war ich jemals ein Vorstandsmitglied, ein leitender Direktor, ein Bevollmächtigter, Mitglied oder Angestellter der Wachtturmgesellschaft. Ich leite nicht die operativen Tagesgeschäfte der Wachtturmgesellschaft, noch habe ich diese jemals geleitet. Ich bin gegenüber der Wachtturmgesellschaft nicht rechenschaftspflichtig. Ich verfüge über keinerlei persönliche Autorität noch habe ich jemals darüber verfügt, die Unternehmenspolitik der Wachtturmgesellschaft festzulegen oder darüber zu entscheiden."

    Ist das "Mut" - oder schnöde "Feigheit vor dem Feind" und die von der JW.Org so lautstark verurteilte "Menschenfurcht"? "Du, der du anderen predigst 'Sei mutig und trage deine Haut zu Markte, ungeachtet der Folgen für dich', bist du selbst feige?"

    Sollen doch die da unten die heißen Kartoffeln aus dem Feuer holen - WIR möchten uns damit nicht die Finger verbrennen.

    Eine feine Gesellschaft, und wahrhaft leuchtende Beispiele für "Mut"!

    Gruß,
    M.N.

  19. lawmen

    Lieber Micha,

    Deinem Beitrag kann ich nur zustimmen. Ich persönlich hatte ab 1985 mehrere Jahre das Vergnügen, einer Versammlung in einer Kleinstadt in NRW anzugehören. Da hieß es noch, dass der "treue und verständige Sklave" vom Überrest gebildet wurde, der von denen im Himmel direkt mit der Speise zur rechten Zeit versorgt wird. Dass diese 144000 eine symbolische Zahl sein musste, war mir damals schon klar, und die Speise über diesen Mitteilungskanal war im Laufe der Zeit sowas von fehlerhaft, dass man sich fragen musste, warum merkt das in den Versammlungen keiner? Dann hielt ein Vorzeige-Bruder einen Vortrag und verwies auf die korrekte Kleidung eines Zeugen Jehovas. Die Betonung lag da mehrfach auf der korrekten Bügelfalte einer schicklichen Hose. Bei dem Heimbibelstudium, was bei uns ablief, habe ich dann zu unserem vorwitzführenden Aufnehmer ....ähh vorsitzführenden Aufseher unter Bezugnahme auf diesen Vortrag gesagt: Soso, nicht die Bibel, nicht die Alte, wichtig ist die Bügelfalte...die Kinnladen des armen klappten herunter und nach einigen Wochen stellte sich dann heraus, dass der Vortragsbruder auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt wurde. Der Ausschluss war fällig....

    Da ich mit Kritiken nicht zurückhielt, legte man mir nahe, meinen Ausschluss schriftlich mitzuteilen.

    Da ich mir aber nichts vorwerfen konnte, was das rechtfertigte, habe ich schiftlich mitgeteilt, dass ich weiterhin jedem helfen würde, der Hilfe bedarf..

    Über Mitbrüder habe ich dann erfahren, dass von der Bühne des Königreichssaales verkündet wurde, ich hätte schiftlich meinen Ausschluss mitgeteilt....eine Lüge!

    Jeder, der einer Lüge zuneigt, wird Gottes Königreich nicht ererben...!!!

    Jetzt nehme ich über diese Website zur Kenntnis, dass der treue und verständige Sklave nur noch aus wenigen besteht und .....

    In dem Sinne...

  20. Micha

    Lieber Bruder Bert

    Vielen Dank für deinen Artikel, sehr zutreffend. Die WTG verseucht die Welt tonnenweise mit ihrem Geschreibsel. So langsam scheint es, dass sie nicht mehr weiß, was sie noch schreiben soll. Sie könnte doch einfach mal das  Maul halten Pred.10:14 und Pred. 3:7b. Aber das geht ja schon mal gar nicht, sie müssen uns ja, so meinen sie, mit " geistiger Speise zur rechten Zeit" versorgen. Was dabei herauskommt zeigt der WT-Artikel zum Thema Mut. Er strotz nur so vor an den Haaren herbeigezogenen Argumenten wie es bei 1914, Generation und vielem anderen auch der Fall war.

    Ihr lieben Zeugen Jehovas       Wenn ihr wirklich euern Mut zeigen wollt, dann widersprecht doch einfach mal den Ältesten, dem Kreisaufseher, der LK oder dem Wachtturm! Sprecht  die Themen UNO-Mitgliedschaft, Vertuschung von Kindesmißbrauch, Verwendung von Spendengeldern an! Verlangt Einblick in die Finanzgeschäfte, fordert euren Königreichssaal zurück! Verweigert eure Spende oder den Stundenbericht. Fordert die Offenlegung des Hütebuches und des gesamten Briefverkehrs, der hinter eurem Rücken abläuft! Erhebt euch von euren Plätzen und verlasst den Saal wenn sie wieder mal mit der überlappenden Generation oder ähnlichem Schwachsinn kommen! Zweifelt die Rechtmäßigkeit von Rechtskommitees an und sträubt euch gegen das Kontaktverbot mit Ausgeschlossenen! Erscheint im Königreichssaal ohne Krawatte, Frauen in Hosen! Schwänzt die Zusammenkünfte und verweigert jegliche Begründung oder Entschuldigung! Nehmt beim Abendmahl von Brot und Wein! Bekennt euch laut und deutlich zu Christus und macht deutlich, dass ER euer Herr ist und nicht der Sklave!

    Ich wünsche euch den Beistand des Vater und des Sohnes und allen eine schöne Woche   LG Micha

    1. Fanny

      Fanny@Micha
      Hatte gerade denselben Gedanken wie du! Uns wird ja gerne und des öfteren vorgeworfen wir würden hier Unwahrheiten verbreiten und übertreiben aber die Ältesten oder die Brüder in den Versammlungen mit diesen Tatsachen zu konfrontieren würde echten Mut vorraus setzen.Man würde sich nichts vergeben nach der Wahrheit zu forschen.Aber es ist wie ein Bollwerk, das nicht bröckeln darf.Da bedarf es eines Phyrotechnikers der Stück für Stück alles in die Luft sprengt.????
      Lg Fanny

    2. Petrus111

      Lieber Micha,

      revoltieren ist bei JZ zwecklos.
      Warum sollte man versuchen, den Laden von innen heraus durch eine Revolution zu verändern oder zu verbessern.
      Das einzige, was hilft, ist, die Unterstützung zu entziehen.
      Wer nicht austreten kann, weil ihn soziale Gründe hindern, der sollte jedenfalls nicht mehr den Unsinn verbreiten, den die WTG verzapft, der sollte den Geldhahn zudrehen und die "theokratischen Aktivitäten" quasi einstellen.

      Nichts hindert einen Christen daran, seinem Nächsten Liebe zu erweisen - man kann sich also weiterhin seinen lieben Verwandten, den Älteren, Gebrechlichen und Minderbemittelten widmen, solange sie einen lassen.

      Ich hatte mich (mangels Studium und genauerer Kenntnisse) nicht wirklich von den Lehren der WTG distanziert, habe sie aber in den letzten 20 Jahren auch nicht mehr nach außen vertreten. Mein soziales Umfeld hatte ich weiterhin unter JZ; dort hatte ich gute Freunde und viele Bekannte.

      Nach 20 Jahren war es den JZ zu dumm mit mir und sie haben mich unter einem Vorwand rausgeschmissen.

      Das tat mir wegen meiner Freunde, die sich strikt an das Kontaktverbot halten, zunächst leid und auch weh - aber ich habe meine christlichen Energien umgelenkt - es gibt auf dieser Welt so viel Gutes zu tun - da muss man nicht im Umfeld von JZ sein, um christliche Nächstenliebe zu üben (der "Predigtdienst" gehört m.E. keineswegs zu dem, was man zu Werken der Nächstenliebe zählt - es ist das eigenwirtschaftliche Drückerkolonnenmodell der JZ - hat mit Nächstenliebe nichts zu tun).

      Also: Unterstützung so weit wie möglich einstellen - der Org den Hahn abdrehen - das hindert einen nicht, weiterhin mit den Menschen, die man liebt, umzugehen.

      Ich glaube, sowas nennt man passiven Widerstand.

      beste Grüße

      Petrus111

  21. Horst

    Lieber Autor Bert,

    ich schätze diese Betrachtungen der Studienartikel ausserordentlich, da sie immer wieder die gebetsmühlenartige Einseitigkeit der "geistigen Mangelspeise" beweist, welche aus jedem beliebig herausgestelltem Schlagwort (in diesem Fall "Mut") unter unglaublichen geistigen Verrenkungen, die nur dieser Organisation zu eigen sind, die gleichen Schlussfolgerungen offenbart.

    Unter anderem kann ich kein "neues Licht" erkennen, es ist der gleiche Müll, den man uns vor 50 Jahren vorgesetzt hat. Da hiess es vielleicht "Ausharren" oder "Gehorsam" statt "Mut", das Drumrumgerede war damals schon dasselbe.

    Richtigen "Mut" konnte ich schon damals unter den "linientreuen Gehilfen" in der Versammlung nicht erkennen. Sie waren eher feige, kleinmütig und hinterlistig.

    Mut gab es bei den sogenannten "kleinen" Verkündigern - und das gab mir schon immer die Hoffnung, dass diese "Geringsten unter Euch", wie sie Jesus bezeichnete, auch von ihm belohnt werden.

  22. Ömmelchen

    Nur noch kurz auf die Schnelle : heute 23:15 Uhr auf Phoenix "Kreuz ohne Haken" - Die Kirche und die Rechten; eine Dokumentation über die Folgen einer klaren Positionierung für die Flüchtlinge. "Durch ihre klare Position in der Flüchtlingefrage haben sich die Kirchen Feinde gemacht und sind Angriffen von Rechts ausgesetzt. Beleidigungen, Morddrohungen, Körperverletzung - Das ist der Preis, den viele Pfarrerinnen, Pastoren und Priester für ihr Engagement bezahlen müssen." (Wird leider nicht wiederholt.) Diese Menschen helfen wirklich, ohne zu missionieren und legen dabei echten Mut an den Tag. Und wie viele Christen in aller Welt werden wegen ihres Glaubens verfolgt und bekennen sich trotzdem dazu ("Gesichter der Verfolgung"; Sendereihe auf Bibel-TV). Vielleicht sollten Zeugen mal ins Fernsehprogramm schauen, wenn sie was über echten Mut lernen wollen.

    1. Ernst

      Es gibt auch einen neuen Film über die Zeugen Jehovas:

      http://www.tiff.net/tiff/apostasy/

      http://jwsurvey.org/apostates/news-bulletin-2017-film-apostasy-premieres-toronto-spain-london

       

      ps:

      der extremistische Zeugen Jehovas Watchtower war auch in England schon Gegenstand polizeilicher Untersuchungen:

      http://www.telegraph.co.uk/news/religion/8791196/Police-inquiry-over-Jehovahs-Witness-magazine-mentally-diseased-article.html

    2. Ottonio

      Wiederholung am Fr, 06.10. ,  02:15- 3:00 Uhr auf Phoenix "Kreuz ohne Haken"

  23. Zartbesaitet

    Danke für diese Analyse. Es ist einer von vielen Artikeln dieser Sorte, die JZ in ihren Publikationen immer und immer wieder herausbringen. Obwohl meine Frau und ich uns sehr zurückhalten hier zu urteilen und zu verurteilen mag vielleicht die spezielle Situation meiner Frau hier bestätigen, was das Resultat einer solchen Manipulation ist.

    Wir beide haben uns über 40 Jahre in den Dienst dieser ORG gestellt gehabt. Mit allen Stufen dazwischen um der ORG (nicht Gott oder Jesus Christus) zu dienen. Man meinte nur ständig Jehova zu dienen - in Wirklichkeit war es Dienst an Menschen - und heute schält sich im Besonderen heraus: Dienst an einer verwerflichen Organisation, die Menschen in Gefangenschaft und Manipulation hält.

    Ich selbst - erst im Jugendlichen-Alter in diese ORG hineingestoßen - hatte ja vorher zumindest ein wenig die Chance, meine eigenen Talente zu fördern. Durfte eine musikalische Ausbildung genießen, gute Schulen besuchen (die am Ende unter Druck der Eltern vorzeitig abgebrochen wurden - z.B. keine Matura oder Abitur zu machen, denn studieren würde ich ja dann nicht mehr...). Aber immerhin, es war etwas da.

    Meiner Frau wurde alles verwehrt: Man förderte keines ihrer Talente; weder im künstlerischen Bereich oder so manch anderes - nicht mal eine ganz normale Lehre durfte sie machen, also keine Berufsausbildung, sondern nur Teilzeitarbeit ab 15 mit geringer Bezahlung und dafür gleich mal in den Pionierdienst. Und sie würde sowieso jung heiraten, also was soll das Ganze...

    Das Gute: wir lernten uns in der Pionierschule kennen. Eines der ganz wenigen guten Dinge, die wir in unserer Lebensgeschichte in Verbindung mit der ORG sehen.

    Danach nur noch Pionierdienst, Dienen wo Hilfe not tat, Aushilfe als Familie in Versammlungen, als Ältester - es waren insgesamt 8 Versammlungen während unserer "theokratischen Laufbahn".

    Und heute - das könnte man jedem Zeugen, der diese Artikel "schluckt" ohne Widerrede ins Stammbuch schreiben: Heute ist meine Frau über 50 und sucht seit einem Jahr - dem Zeit unseres Ausstieges - ihre Bestimmung, ihren Sinn, ihre Vorlieben, ja sogar ihre Talente. Ja - wir wissen, Jesus Christus ist heute Mittelpunkt, wir kennen jetzt tatsächlich - im Vergleich zu früher - unseren Platz vor Gott und seinem Sohn. Aber im Leben ist vieles jetzt besonders bei meiner liebe Frau eine Baustelle. So nach und nach tastet sie sich vor - und wir sind sicher wir schaffen es gemeinsam und sie wird so nach und nach ihre Stärken und Talente herausfinden, die ihr verwehrt wurden zu nutzen.

    Aber genau dorthin führt dieser Artikel! Und die Lüge dabei ist, dass eine "theokratische Laufbahn" als Lebensaufgabe hingestellt wird. Wie ist es jedoch mit den Bethelmitarbeitern und den Sonderpionieren, die im reifen Alter plötzlich vor das "Nichts" gestellt wurden? Denen wurde auch versprochen, dass dies eine "Lebensstelle" sei - als welchen Hohn werden es viele, die dabei aufgewacht sind (und wir kennen welche) empfinden!

    Das Schlimme ist - bei unseren Kindern und vielen anderen sind wir zum tatenlosen Zusehen verurteilt. Ist aber auch gut so, denn wenn unsere Worte hier auch ein wenig Bitterkeit mitschwingen haben lassen - wir sind trotzdem sehr glücklich über die gewonnene Freiheit und unsere Verbindung zu Christus. Und wir haben die Liebe kennen gelernt und dürfen sie jetzt allen zeigen - auch denen, die dort noch drin sind. Denn wir überlassen es unseren beiden Höchsten, hier noch jene zu retten, die SIE herausholen möchten. Und können in der Zwischenzeit denen, die uns für unsere jahrzehntelangen Dienste heute verachten und meiden Liebe demonstrieren, die sie bis dato nie gekannt haben. Und bei einigen hat dies schon Wirkung gezeigt und große Fragezeichen im Gesicht erzeugt, denn wenn man die Versammlung verläßt muss man ja nach deren Diktion extrem unglücklich und gottlos werden. Wir haben vor einiger Zeit einen guten Spruch gelesen - der trifft auf das alles zu:

    "Sei glücklich - damit provozierst du sie am Meisten!"

    1. O.W.Schön

      "Sei glücklich - damit provozierst du sie am Meisten"!

      Lieber Zartbesaitet!

      Für deine ehrlichen, offenen und auch mahnenden Worte möchte ich mich herzlich bedanken. Ja, meine Frau und ich gehören zu denjenigen, von denen du geschrieben hast, dass ihnen eine lebenslange Karriere (O-Ton Pionierschule) versprochen wurde, die dann jäh nach 15 Jahren Vollzeitdienst per Kündigung per Post beendet wurde: Danke und Tschüss!

      Vor allem dein letzter Satz beinhaltet soviel Wahrheit. JW.Org kann es einfach nicht ertragen, dass aufrichtige  Menschen außerhalb von ihr glücklich und zufrieden sein können. Noch viel weniger verkraften sie es, wenn gläubige Christen getrennt von ihr zu tiefgreifenden religiösen Erkenntnissen kommen.

      Für eine narzistische Organisation, die völlig unreflektiert und selbstverliebt in ihr eigenes Spiegelbild blickt, ist göttlicher Segen getrennt von ihr einfach nicht DENK-BAR! Unvorstellbar also für sie, dass gerade sie den göttlichen Zorn auf sich ziehen könnten.

      In christlicher Liebe

      O.W.S.

       

       

    2. Omma@Zartbesaitet

      Ihr lieben Zartbesaiteten,

      mit eurem Kommentar habt ihr den direkten Weg in unser Herz getroffen.  Viele Dinge aus meinem Leben sind wieder hochgekommen.

      Du schreibst: "Meiner Frau wurde alles verwehrt ....." Genauso war es bei mir, es ging soweit, dass ich keine Persönlichkeit mehr hatte.  Als ich den lieben Oppa kennenlernte, tat meine Mutter alles, um mich von einer Heirat abzuhalten, denn sie hatte bereits anderes mit mir vor, ich sollte Pionierin werden.  Als der Oppa und ich darum kämpften, endlich heiraten zu dürfen, gaben sie nach, wir standen aber fortan unter Beobachtung.  Es mussten ja Schwierigkeiten auftreten, denn meine Mutter hatte sich geweigert, mir zu zeigen, wie man einen Haushalt führt, obwohl ich sie immer wieder darum gebeten hatte.

      Dann kam in den Augen meiner Eltern die nächste "Sünde", wir entschieden uns für Kinder, obwohl doch "das Ende vor der Tür stand", unsere Töchter wurden 1972 und 1974 geboren. Als sich unsere Kinder dafür entschieden, für eine gewisse Zeit, in den Pionierdienst zu gehen, galten sie als der Stolz unserer Eltern.  Wir standen mal wieder ganz hinten in der letzten Reihe, obwohl wir für alle und jeden in der Familie da waren und für sie sorgten, dabei verbrauchte der Oppa seine wenigen verbliebenen Kräfte (vielleicht der Grund für seine vielen Erkrankungen).

      Du schreibst: "Heute ist meine Frau über 50 und sucht seit einem Jahr - dem Zeit unseres Ausstieges - ihre Bestimmung, ihren Sinn, ihre Vorlieben, ja sogar ihre Talente."  Ja, ihr Lieben, nutzt eure Zeit (!!!), denn es kommen viel zu schnell die Jahre, an denen man kein Gefallen hat.

      Prediger 12:1-5   (Hoffnung für alle)
      1 Denk schon als junger Mensch an deinen Schöpfer, bevor die beschwerlichen Tage kommen und die Jahre näher rücken, in denen du keine Freude mehr am Leben hast.
      2 Dann wird selbst das Licht immer dunkler für dich: Sonne, Mond und Sterne verfinstern sich, und nach einem Regenschauer ziehen die Wolken von neuem auf.
      3 Deine Hände, mit denen du dich schützen konntest, zittern; deine starken Beine werden schwach und krumm. Die Zähne fallen dir aus, du kannst kaum noch kauen, und deine Augen werden trübe.
      4 Deine Ohren können den Lärm auf der Straße nicht mehr wahrnehmen, und deine Stimme wird immer leiser. Schon frühmorgens beim Zwitschern der Vögel wachst du auf, obwohl du ihren Gesang kaum noch hören kannst.
      5 Du fürchtest dich vor jeder Steigung und hast Angst, wenn du unterwegs bist. Dein Haar wird weiß, mühsam schleppst du dich durch den Tag,....

      Nicht, dass ihr denkt, dass wir unsere Ohren hängen lassen, doch merken wir recht deutlich (der Oppa wird Anfang des Jahres 70 und ich bald 66), manche Dinge gehen einfach nicht mehr.  Wir sind aber dennoch glücklich darüber, was noch geht. Es ist ein Leben der kleinen Schritte, aber es sind Schritte in der Freiheit, die glücklich machen, die großen Sprünge überlassen wir den Jüngeren.

      Wir möchten mit unserem Lieblingsspruch diesen Kommentar schließen:

      Johannes 14:27   (NGÜ)

      27 Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern, und lasst euch nicht entmutigen!

      Ganz liebe Grüße von Omma und Oppa

      1. Anna

        Liebe Omma, liebe Schwestern und Brüder,

        Danke dir herzlich für deinen Kommentar an die @Zartbeseiteten. Ist schön von dir zu lesen.

        Dem Autoren über den WT-Artikel "Mut" auch vielen Dank. Dir und allen, die Kinder/Enkel usw. verloren haben weil diese die WTG mehr lieben als die Eltern/Großeltern alles Liebe. In der Hoffnung die Angehörigen mögen aufwachen.

        Mein Mann hatte ja obwohl hineingeboren wirklich vernünftige Eltern. Er durfte an der Uni studieren. Wie du weißt liebe Omma haben die Eltern und Großeltern bei Hitler und in der DDR viel erlebt.

        Sie waren aber dem Christus näher als der WTG. Kürzlich habe ich von einem Bruder in Baden erfahren, dass er ausgeschlossen wurde, einfach weil er den Christus und JHWH liebt. Wie armselig. Ich bewundere ihn für seinen Mut!

        Wir haben ein schönes Wochenende mit unserem Bruder @Matthäus und seiner Frau verbracht. Es geht aufwärts und das ist sehr schön für mich. Es tut soooo gut mit Brüdern zusammen zu sein.

        Herzliche Grüsse Anna aus dem Regen

         

    3. Petrus111

      Liebe Zartbesaitete,

      Ihr nennt einen wichtigen Gedanken: jedem JZ wird der soziale und emotionale Untergang vorausgesagt, wenn er "in die Welt" geht bzw. zurückkehrt.

      Es ist sicherlich richtig, dass es Drogenkranke oder Kleinkriminelle gibt, die sich zu JZ bekehrt haben und aufgrund einer Beseeltheit in dieser Religion von ihrer Sucht losgekommen sind. Es gibt auch Menschen, die in einem völligen religiösen Vakuum lebten, die Sinnfrage stellten und sich dann zu JZ bekehrten. Also es gibt Beispiele dafür, dass JZ Leute aus einem Sumpf rausgeholt haben.

      Das ist aber nicht die Regel.

      Die Leute, die nicht schon gestört waren, als sie zu JZ kamen, können die Sekte verlassen und danach ins normale Leben zurückfinden.

      Sollte dies jemandem nicht gelingen, so liegt es nicht an "der Welt", sondern daran, dass JZ Kinder und Jugendliche zu lebensuntüchtigen sozial isolierten Menschen heranbilden, die in der normalen Welt daher nicht zurechtkommen. M.N. hat dazu einen sehr passenden Kommentar abgegeben. Das gleiche machen sie mit den Erwachsenen in ihren Kreisen.

      beste Grüße

      Petrus111

    4. Iris

      Liebe Zartbesaitet ,

      Auch wir dachten fast vierzig Jahre Jehova zu dienen .

      Jetzt , nach unserem Ausstieg im April , wissen wir , welchem geldgierigen Moloch wir unsere Zeit und unsere Kinder geopfert haben .

      Eine unserer Töchter und ihr Mann , stehen seit einigen Jahren im Pionierdienst . Auch sie opfern bereitwillig ihre ganze Zeit , das müssen sie ja , um die vorgegebenen Stunden zu erreichen .

      Bei unserem letzten Besuch , ( sie wurden nach Mönchengladbach geschickt , drei Stunden Autofahrt ) hatten wir festgestellt , wie sich unsere Tochter verändert hatte . Sie war nicht mehr die fröhliche junge Frau , wie wir sie kannten . Sie war verschlossen , gestresst und uns als Eltern gegenüber nicht mehr so liebevoll , wie wir sie kannten . Mir bricht es das Herz , wenn ich nur dran denke .

      Als ich ihr sagte , daß wir die JWOrg verlassen würden , gab sie zur Antwort : ,, Du weißt ja , was jetzt kommt . Ich liebe Jehova mehr , als meine Familie !" Damit war alles gesagt . Seitdem kein Ton mehr .

      Sie hatte Mut bewiesen , so wie es die Org verlangt . Nur versteht sie die Worte Jesu in Matt 10:37 falsch , wo es heißt :,, Wer Vater und Mutter ........mehr liebt als mich , ist es nicht wert , mein Jünger zu sein ?

      Sie lieben nicht Jesus Christus , sondern sind JWOrg gehorsam !

      Noch haben sie nicht gemerkt , wie sie manipuliert werden , doch das böse Erwachen wird kommen .

      Auch wenn es noch dauern wird , wir geben die Hoffnung nicht auf , unsere Kinder wenn es soweit ist , in ihrer Verzweiflung aufzufangen , denn unsere Liebe gebührt auch unserer Familie , so wie es unser himmlischer Vater und sein Sohn geboten haben .

      Bis es soweit ist , werden wir auch , so wie ihr , unsere Liebe weitergeben , an Menschen , die sie dringend benötigen , und unser Leben neu ordnen . Trotzdem sind wir jetzt glücklich und froh , dem Stress , den wir ausgesetzt waren , entflohen zu sein . Jetzt können wir unsere freie Zeit wie wir wollen genießen .

      Ihr seit noch ein ganzes Stück jünger als wir , da könnt ihr noch ein Bäumchen pflanzen und zusehen , wie es wächst . Das ist auch Freude !

      Viele liebe Grüße

      Iris

      1. Florian K.

        Mein Beileid, liebe Iris. Jetzt verweigern Sie vorsätzlich das Gebot: „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ Dafür gibt es keine Ausrede. Es ist die schwerste Sünde, die ein Mensch begehen kann.

        1. Ottonio

          Eltern, die ZJ sind, drangsalieren ihre Kinder deren junges Leben lang mit WTG-Vorgaben.

          Die Kinder verzichten ihr Leben lang zunächst auf Geburtstagsfeiern, Weihnachtsfeiern,..., später auf unbeschwertes Verliebtsein, usw. Wieviele Tränen werden sie wohl vergossen haben, und Kummer und Einsamkeit haben sie wohl ertragen, weil das so "richtig" war. Sie folgen einem vorgegebenen Weg, heiraten evtl. sozusagen "standesgemäß", folgen einen Weg der Aufopferung, um u.a. nicht die "Liebe" ihrer Eltern zu verlieren, ...

          ... und dann sagen diese Eltern auf einmal: "Oooch, wisst ihr, wir haben euch euer Leben aufgrund eines Irrtums versaut. Ja mei, so ein Pech aber auch."

          Wieviel unbewusste Wut werden diese Kinder verspüren? Und wie wird sich diese Wut wohl äussern?

          Ich vermisse sehr oft die reuevolle Selbstreflexion der Eltern.

        2. Fanny

          Fanny@ Ottonio

          Hallo Ottonio,es ist immer leicht mit erhobenen Finger da zu stehen und zu sagen: Da hast du aber eine Schuld begangen!Als sich meine Eltern 1972 taufen ließen dachten sie,sie tun das richtige und natürlich haben sie uns Kinder ebenfalls in der Wahrheit erzogen.Erst wenn man erkennt,dass man etwas falsch gemacht hat kann man es ändern.

          Bei uns ist es umgekehrt,mein Vater ( mittlerweile dement) ist noch ein Bruder wohingegen ich erkannt habe ,das die Organisation uns belügt undbetrügt.Sollte ich meinen Eltern jetzt Vorwürfe machen ,dass sie mein Leben verhunzt haben?

          Wenn du selbst Kinder in dieser Organisation hast dann bleibt es dir überlassen dich bei ihnen zu entschuldigen .Wie andere Eltern oder Kinder dies handhaben musst du ihnen überlassen.Mein Vater muss sich bei mir nicht entschuldigen und Buße tun.

          LG Fanny

        3. Omma@Fanny@alle

          Liebe Fanny,

          dein Kommentar drängt mich, noch einmal das Thema Kinder/Eltern aufzugreifen, und aus unserem Leben zu berichten. Ich möchte mich kurz fassen, hoffentlich gelingt es mir auch.

          Wir alle haben unterschiedliche Anlagen mitbekommen, und dann hat uns unser weiteres Leben geformt, dazu gehört auch, wie wir erzogen worden sind.

          Es gibt starke Persönlichkeiten, einfach Kämpfertypen, oft mit starken Nerven. Sie lassen sich nicht so schnell unterkriegen, stehen mit beiden Beinen auf dem Boden. Dann gibt es aber auch Kämpfertypen mit schwachen Nerven, die durch die Erfahrung der Brüchigkeit in ihrem frühen Leben nicht die Möglichkeit hatten, eine starke Bodenhaftung zu entwickeln. Sie wollen alles richtig machen, brauchen aber Bestätigung von anderen, die ihre Unsicherheit ausgleichen sollen.

          Dann gibt es aber auch Menschen, deren Persönlichkeit gebrochen wurde, sie haben sich selbst sozusagen im Laufe ihres Lebens verloren.

          Alle diese verschiedenen Persönlichkeiten begeben sich auf den Weg durchs Leben, viele heiraten und bekommen Kinder. Eigentlich gibt doch jeder sein Bestes, er kann nicht mehr geben, als wie er selbst hat. Und wenn wir ehrlich sind, wer macht denn schon alles richtig, keiner ist vollkommen. Und es gibt nur sehr wenige, die eine ideale Kindheit hatten.

          Unsere Großeltern nicht - Weimarer Republik mit schlimmen Entbehrungen.

          Unsere Eltern nicht - Naziregime, zweiter Weltkrieg.

          Und wir nicht - Nachkriegsgeneration, die eine sogenannte geprügelte Kindheit durchmachen mussten, die aber auch von den eigenen Kindern symbolisch geprügelt wurden. Wir standen überall dazwischen, waren immer nur die Bösen, niemand glaubte uns.

          1975 ? - das habt ihr euch nur eingebildet.  Psychischer Druck auf junge Familien? - Aber doch nicht von der Org., davon wollen wir nichts wissen!  usw. usw. usw. ....

          Und heute - machen die Eltern von heute auch wieder Fehler. Als treue Zeugen merken sie es aber nicht, auch nicht, wie sie ihre Kinder wieder unter Druck setzen, oft noch schlimmer, weil subtiler!  Sie rauben ihren Kindern die Kindheit, die Jugend, ja ihre Persönlichkeit und - - - zeigen dabei mit dem Finger auf ihre Eltern, auf uns.

          WER TRÄGT NUN DIE SCHULD???  Sind wir nicht alle Täter und Opfer gleichzeitig?  Wenn ich zurückblicke, sehe ich nur eine Menge Müll, will ich das? Ist es nicht besser nach vorn zu schauen, und alles in die Hände unserer Beiden Höchsten zu legen?

          Philipper 3:8+9, 13-16   (NGÜ)

          8 Mehr noch: Jesus Christus, meinen Herrn, zu kennen ist etwas so unüberbietbar Großes, dass ich, wenn ich mich auf irgendetwas anderes verlassen würde, nur verlieren könnte. Seinetwegen habe ich allem, was mir früher ein Gewinn zu sein schien, den Rücken gekehrt; es ist in meinen Augen nichts anderes als Müll. Denn der Gewinn, nach dem ich strebe, ist Christus;
          9 es ist mein tiefster Wunsch, mit ihm verbunden zu sein. Darum will ich nichts mehr wissen von jener Gerechtigkeit, die sich auf das Gesetz gründet und die ich mir durch eigene Leistungen erwerbe. Vielmehr geht es mir um die Gerechtigkeit, die uns durch den Glauben an Christus geschenkt wird – die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und deren Grundlage der Glaube ist.

          13 Geschwister, ich bilde mir nicht ein, das Ziel schon erreicht zu haben. Eins aber tue ich: Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt,
          14 und laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen, um den Siegespreis zu bekommen – den Preis, der in der Teilhabe an der himmlischen Welt besteht, zu der uns Gott durch Jesus Christus berufen hat.
          15 Wir alle, die der Glaube an Christus zu geistlich reifen Menschen gemacht hat, wollen uns ganz auf dieses Ziel ausrichten. Und wenn eure Einstellung in dem einen oder anderen Punkt davon abweicht, wird Gott euch auch darin die nötige Klarheit schenken.
          16 Doch von dem, was wir bereits erreicht haben, wollen wir uns auf keinen Fall wieder abbringen lassen!

          Einen lieben Gruß an dich liebe Fanny, und an alle anderen

          von  Omma und Oppa

        4. Iris

          Liebe Omma ,

          habe diesen Kommentar erst jetzt gelesen . Wie recht du hast ! Das Wichtigste ist , jetzt nach vorne zu schauen . Wir dürfen uns von nichts und niemanden mehr , von unserem Weg abbringen lassen .

          Viele liebe Grüße

          Iris

        5. Hupsi

          Liebe Omma, eine wunderbare Zusammenfassung so sehr gut beobachtet und durchlebt. Ganz meine Erfahrung. Danke für diesen menschlichen warmen Schmuckstück Text.

          In Liebe

          Hupsi

        6. Hallo Ottonio,

          Ich muss dir recht geben. Auch wenn es mir schwer fällt. Meine große Tochter ging mit 18 aus der Org.  Sie wollte einfach nur ihr Leben leben. Es war damals für mich, wie wenn man mir ein Körperteil wegreisst. Furchtbar schmerzhaft. Depressionen,  nicht mehr leben wollen.  Ich habe mein Kind nie hängen lassen, war trotzdem für sie da. Aber es war wie eine unsichtbare Wand zwischen uns. Nicht innig.

          Dann wurde mein Sohn ausgeschlossen,  obwohl er die  bereute. Aber ich stand fest zur Organisation.  Es sei wohl Gottes Wille.  Die Ältesten werden schon wissen warum. Ein Jahr besuchte er jede zusammkunft. Stellte dann einen Antrag auf Wiederaufnahme.  Er wurde aufgenommen.  Und ich spürte damals schon wie unglücklich er war, er hat es getan uns zuliebe. Aber ich habe da keine Sekunde an ihn gedacht,  sondern nur" nicht noch ein Kind an satan verlieren". Egoismus pur.

          Erst seitdem ich selbst den Schritt aus der Organisation gemacht habe und all dieses Wissen habe, wer diese Organisation wirklich ist, verstehe ich was ich ihnen angetan habe. Und deswegen habe ich die Gespräche gesucht, mit all den Menschen um mich herum,  die die Organisation schon vor langer Zeit verlassen haben. Habe mich von tiefstem Herzen entschuldigt.

          Bei meinen Kindern, Bruder, Schwager .....

          Menschen, denen  ich all die Jahre unterstellt hatte, sie hätten ihren Glauben verloren.  Dabei Musste ich feststellen, dass ihr Glaube teilweise stärker und tiefer als mein eigener war.

          Das Verhältnis zu meiner Tochter ist heute so wie es zwischen Mutter und Tochter sein soll. Innig, offen und ehrlich.  Wir sind füreinander da, ich genieße das omasein. Früher hatte ich das alles mehr oder weniger heimlich getan. Wie furchtbar.  Was diese Organisation Menschen antut, so ein großer Mühlstein  gibt es gar nicht.

          Es gehört für mich zur Vergangenheitsbewältigung, mich zu entschuldigen. Für diese Überheblichkeit. Mein Sohn ist immer noch voller Wut und Aggression weil seine Jugend verloren ist. Das wird wohl noch eine weile dauern.

           

          Also, all ihr lieben, die ihr den Weg  hinaus schon geschafft habt. Verzweifelt nicht, fasst Mut.

          Liebe Grüsse

          Dorkas

        7. Ottonio

          Liebe Dorkas.

          Du hast mich verstanden.

          Inwieweit dir nun Gott bei deinem Sohn helfen kann, liegt nun bei deinem Sohn.

          Gott hilft jenen, die "zerbrochenen Herzens" sind. Dadurch, dass du dich (auch) bei deinem Sohn entschuldigt hast, gibst du sozusagen Gott die "Berechtigung", dich zu tragen und zu stützen. Und vielleicht, wenn es dein Sohn irgendwann erlaubt, wird deine Entschuldigung durch Gottes Einwirken auch in seinem Herzen Früchte der Vergebung hervorbringen. Ich wünsche es dir.

           

        8. Horst

          Hallo Ottonio,

          erlaube mir zu diesem Thema, obwohl ich nicht angesprochen bin, einen Einwand:

          Du schreibst u.a., dass erst die Entschuldigung der Eltern Gott die "Berechtigung" gibt, die Kinder zu '"tragen und zu stützen".

          Das ist sehr theoretisch m.E. zutiefst unchrichstlich.

          Ich weiss, wovon ich rede.

          Auch ich hatte eine verlorene Kindheit, wobei ich jetzt kein "Weihnachten" vermisste, höchstens den Kontakt mit Gleichaltrigen beim Aufwachsen. Ich "studierte" mit 6 Jahren das "Babylon"-Buch, , ich hörte nur "Vernichtung" und "Harmageddon", ich fuhr als kleiner Junge bei -20 Grad mit dem Fahrrad in den "Felddienst" und kniete mit nackten Knieen auf groben Holzscheiten im dunklen Hausgang wegen "Ungehorsam". Während andere Kinder zum Baden gingen, sass ich am Sonntagnachmittag beim Wachtturm-Studium, obwohl ich das Wenigste verstand. - aber an all diesem war nicht mein Vater schuld, sondern die Doktrin, der er erlegen ist.

          Deiner Meinung nach müsste man z.B. sagen, dass sich die gesamte Kriegsgeneration bei ihren Kindern entschuldigen müsste, dass sie ihnen das "3. Reich" angetan haben -nur als Beispiel. Dabei wollten auch die meisten nur "überleben".

          Hier muss man schon sehr differenzieren.

          Übrigens hat sich mein Vater, bis zu seinem Lebensende an verantwortlicher Stelle in der Versammlung, nie bei mir "entschuldigen" müssen.

          Allerdings fand er einen Weg, nach meinem Ausstieg über 35 Jahre lang einen familiären Kontakt zu mir zu halten, ohne dass wir in dieser Zeit auch nur ein Wort über die "Lehre" gewechselt hätten.

          Das Einzige, was mein Vater je zu mir gesagt hat, war die Bermerkung, dass er es heute "wahrscheinlich nicht mehr ganz so streng" handhaben würde.

          Als ich kurz vor seinem Tod mit 93 Jahren ihm einige kleine Wünsche erfüllte und er sich darüber freute, lächelte ich ihn an und sagte ich ihm nur die Worte "Ehre Vater und Mutter" ... Ich habe ihn meinen schmerzlichen und langjährigen Verlust nicht nachgetragen, und ich bin froh darüber.

          Ich erzähle Dir diese privatesten Dinge nur deswegen, weil ich Deine Bemerkungen an einige unserer Kommentatoren für nahezu fundamendalistische Theorien halte, und es könnte sein , dass Dir die menschliche Erfahrung zu diesen Theorien fehlt.

          "Gottes Einwirken in meinem Herzen" benötigte keine "Entschuldigung meines Vaters" -

          also mit Verlaub ..... dann wäre ich nicht besser als das, was Du anprangerst.

        9. Omma@Horst

          Lieber Horst,

          als ich über deinen Kommentar mit dem Oppa heute Mittag sprach, ging das nicht ohne Tränen, denn deine Reaktion deinem Vater gegenüber, kurz vor seinem Tod, haben mich tief ergriffen.

          Der Oppa wurde ganz still, und sagte leise: "Ich glaube, das können unsere Kinder gar nicht mehr."

          Ja, lieber Horst, wie ich schon auf dieser Seite schrieb, war die Kindheit vom Oppa und mir, alles andere als ideal, und die Folgen dieser Erziehung, unserer Zeugeneltern, werden uns wohl auch bis ans Ende unseres derzeitigen Lebens begleiten.

          Aber auch wir haben unsere Eltern in Frieden gehen lassen, ohne von ihnen eine Entschuldigung zu erwarten, ja wir haben nicht einmal an diese Möglichkeit gedacht. Mein Vater hatte uns ja ganz plötzlich verlassen, aber meine Mutter wurde ein Pflegefall. Ich war völlig überfordert, da auch der Oppa meine Hilfe nach einer OP brauchte, ich kam kaum zum Essen, und dann der Druck von der Org., wie sollte ich das alles nur schaffen, Pflege Tag und Nacht, in den Predigtdienst gehen, die Versammlungen besuchen? Ich war ständig im Zwiegespräch mit meinem himmlischen Vater: "Bitte hilf mir, gib mir bitte die Kraft, sie ist doch meine Mutter, wer weiß wie lange ich sie noch habe."

          Ja, lieber Horst, genau wie du, hatte ich die belastende Vergangenheit völlig ausgeblendet und dachte auch: "Du sollst Vater und Mutter ehren."  Und das war nicht nur eine Pflichterfüllung für uns, sondern kam von Herzen.

          Ich möchte meinen Kommentar mit deinen Worten schließen: "Gottes Einwirken in meinem Herzen" benötigte keine "Entschuldigung meines Vaters" - , genauso sehen wir es auch!!!

          Sei ganz lieb gegrüßt von Omma und Oppa

        10. Ottonio

          Es hat noch keinem Christen jemals geschadet, sich bei denen zu entschuldigen, die durch ihn Leiden erfahren haben. Natürlich mag er sich im Recht sehen, sich berechtigt gefuehlt haben so zu handeln. Oder der andere mag die Groesse haben daeueber hinwegzusehen und ohne Entschuldigung zu verzeihen...  darauf pochen, dass der andere auch so zu verzeihen hat darf er meines Erachtens aber nicht.

          Aber nun gut, ich moechte es dabei nun bewenden lassen. Jeder soll darüber nachdenken und dann tun wie er meint.

        11. Lichtspender

          Lieber Ottonio,

          deine Ansicht über das Vergeben ist völlig biblisch.

          In Lukas 17:3, 4 heißt es (bibel.heute) unmissverständlich:

          "Seht euch also vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er Reue zeigt, vergib ihm. 4 Und wenn er siebenmal am Tag an dir schuldig wird und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: 'Es tut mir leid!', sollst du ihm vergeben!"

          Natürlich gibt es Vieles, was man einfach ohne großes Aufheben entschuldigen kann -- in Liebe. Aber es gibt eben auch ernstere Vergehen, die nicht einfach so entschuldigt werden können und dürfen. Man könnte sonst den Täter sogar unterstützen, wenn er sein Handeln an weiteren Opfern fortsetzt.

          Unser himmlischer Vater geht genauso vor, er vergibt nicht einfach alles so, denn er ist nicht der "liebe Gott". Wann Gott vergibt, wird schon durch das Mustergebet deutlich:

          Wir müssen Gott um Vergebung unserer Fehler bitten (im Gebet = Bitte). Und außerdem müssen wir andere, die uns um Vergebung bitten, vergeben. Sonst vergibt uns Gott nicht, wenn wir ihn bitten. Also 2 Bedingungen.

          In unserer Versammlung wurde das Vergebungsprocedere nicht so differenziert.

          Immer wieder wurde gelehrt von der Bühne: "Man muss einfach alles vergeben."

          Dann gab es noch den Vortrag "Hegst du Groll oder vergibst du?". So als gäbe es nur diese beiden Möglichkeiten: Grollen oder aber vergeben. Dass jemand z.B. einen Missbrauch nicht vergeben kann ohne zu grollen oder eine Ehefrau ihrem untreuen Ehemann nicht vergibt, ohne deshalb gleich vor Groll zu vergehen, diese Alternative wurde nicht eingeräumt. Typisches Schwarz-Weiß-Denken.

          Mehrmals haben ich über ein Jahr hinweg, wenn das Thema Vergebung im Bibellesen oder in Programmpunkten angesprochen wurde, in Kommentaren versucht, zu zeigen, dass die Vergebung ernsterer Sünden durchaus einer entsprechenden Entschuldigung und Reue des Täters bedarf und keinesfalls vom Opfer einfach Vergebung eingefordert werden darf. Man müsse zwischen der Bereitschaft zu Vergeben (bei einem wahren Christen stets vorhanden) und dem tatsächlichen Vergebungsakt (bei ernsteren Vergehen nach einer Entschuldigung/Reue) unterscheiden.

          Dies wurde nicht akzeptiert. Ich schrieb diesbezüglich sogar nach Brooklyn und nach Selters. Diese deckten die Ältestenschaft aber 1 Jahr lang in ihrer falschen Ansicht. Erst später habe ich verstanden, warum: Die Missbrauchsfälle! Die WTG möchte, dass Opfer einfach verzeihen und dass kein Wirbel um solche Vorkommnissse gemacht wird.

          Schließlich bekam ich Kommentarverbot und wurde mundtot gemacht.

          Das half mir dann aber -- Christus half mir! -- genauer hinzusehen: Was läuft in dieser Organisation wirklich, und sind die Lehren, die ich anderen vermittle, wirklich biblisch.

          Letztlich war diese schmerzvolle Zeit für mich ein Segen.

          Ich bin soooooo unendlich dankbar, nur ein freier Christ sein zu dürfen.

          Ich bin überzeugt, dass in den kommenden Jahren noch viele, viele Brüder erwachen werden. Es wird sich noch eine erstaunliche Eigendynamik entwickeln, je mehr Brüder und Schwestern mit ein wenig Grips dahinterkommen, welchem Irrtum sie lange Jahre erlegen sind. Die Dummis, Blauäugigen und Schönredner werden es wahrscheinlich leider nie erkennen -- es sei denn, sie machen in der Organisation mal eine Erfahrung, die sie doch stutzig macht und sie zum Prüfen veranlasst.

           

           

      2. Omma@Iris

        Liebe Iris,

        als ich deinen Kommentar an unsere lieben Zartbesaiteten las, habe ich erst einmal euer Bild aufgerufen und wollte, bevor ich Antworte, in eure lieben Augen sehen. Das blieb nicht ohne Folgen, denn jetzt muss ich mit feuchten Augen weiterschreiben.

        Ja, liebe Iris, du hast Recht, unter dem Einfluss von JW.ORG verändern sich die Menschen, und das Schlimme ist, sie merken es nicht einmal. Wir haben es ja auch nicht bemerkt, wir haben in aller Aufrichtigkeit gehandelt.

        Ein extremes Beispiel ist Paulus. Als er noch der Verfolger Saulus war, hätte kein Christ sich ihm zu erkennen geben können, ohne sich in Lebensgefahr zu begeben. Wie hätten andere Christen ihm je helfen können aufzuwachen?

        Aber unser Herr Jesus sah sein aufrichtiges Herz und schritt persönlich ein, indem er ihm erschien. Schlagartig wurde aus dem grausamen Verfolger selbst ein Christ, also jetzt selbst ein Verfolgter.

        Diese Begebenheit kam mir vor einiger Zeit in den Sinn, beim Lesen von Matthäus 24   (Hoffnung für alle):
        21 Denn es wird eine Zeit der Not kommen, wie sie die Welt in ihrer ganzen Geschichte noch nicht erlebt hat und wie sie auch nie wieder eintreten wird.
        22 Wenn Gott diese Leidenszeit nicht verkürzen würde, könnte niemand gerettet werden! Aber seinen Auserwählten zuliebe wird er diese Zeit begrenzen.«
        29 »Unmittelbar nach dieser großen Schreckenszeit wird sich die Sonne verfinstern und der Mond nicht mehr scheinen. Die Sterne werden aus ihrer Bahn geschleudert, und die Kräfte des Weltalls geraten durcheinander.
        30 Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und alle Völker der Erde werden jammern und klagen. Sie werden sehen, wie der Menschensohn in großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommt.
        31 Mit gewaltigem Posaunenschall wird er seine Engel aussenden, und sie werden seine Auserwählten aus allen Teilen der Welt zu ihm bringen.«
        Nach dieser großen Schreckenszeit wird es also noch die Völker der Erde geben, denn sie werden sehen, wie der Menschensohn in großer Macht und Herrlichkeit kommt. An anderer Stelle lesen wir, er kommt wie ein Blitz, also für alle übernatürlich sichtbar.

        Das ist die Stelle, die mich an Saulus erinnert, jetzt wurde er gläubig, das hatte er gebraucht.

        Meine Überlegung ist, könnten die Auserwählten nicht auch Menschen sein, die ein gutes Herz haben, aber erst das übernatürliche Erscheinen unseres Herrn Jesus brauchen, um zu ihm, aus den Völkern, versammelt zu werden?

        Das ist keine Behauptung, sondern nur eine Überlegung. - Diese Überlegungen geben mir Hoffnung, auch für unsere Kinder und Enkel.

        Fakt ist aber folgendes, was im Vers 44 steht:
        44 Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!«

        Wir wünschen euch viel, viel Kraft von unseren Beiden Höchsten, denen wir auch unsere Kinder und Enkel anvertraut haben.

        Ganz liebe Grüße senden euch, mit einer festen Umarmung, Omma und Oppa

  24. Der Artikelschreiber rechnet wohl mit dem kurzen Gedächtnis seiner Leser. Es ist noch garnicht so lange her, als man genauso für den sogenannten Predigtdienst trommelte, weil das Ende kurz bevor stehe. Ich denke an die 70er Jahre. Auch damals sollten die Schäfchen keine ordentliche Berufsausbildung mehr machen und Haus, Hof und private Rentenversicherung (in den USA üblich) opfern.

    Heute leben die damals  leichtgläubigen Opfer an der Armutsgrenze und müssen von dem bösen weltlichen Staat Hilfe annehmen. Verschließen diejenigen, die das Desaster 1975 miterlebt haben heute die Augen, statt die Jungen vor dieser neuerlichen Verdummung zu warnen, keine vernünftige Berufsausbildung zu machen, die einigermaßen zukunftsicher ist.

    Es gibt auch andere Mitglieder in diesem Verein, die sich einen Dreck um diese Verdummung im Wachtturm  kümmern. Ich kenne einen in der Versammlung angesehenen (!) Unternehmer, der vor Jahren als kleiner Handelsverteter an den Haustüren klingelte. Heute hat er gewaltig im Gesundheitswesen expandiert, mehrere  hundert Mitarbeiter und zahlreiche neue kostspielige Gebäude erstellt.

    Ein paar Hunderter in der Tasche des Kreisdieners in der Dienstwoche "glätten" etwaige Unstimmigkeiten bzw. lassen diese garnicht erst aufkommen.

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