Was ist der Mensch in der Wachtturm-Organisation?

Fühlst du dich geliebt? Oder hast du das Gefühl ausgenützt zu werden? Diese Fragen bewegen uns immer dann, wenn wir uns nicht sicher sind und das Gefühl haben, dass man nur unsere guten Taten schätzt, aber nicht uns als Person. Wie oft hat man gehört, dass jemand, der sich bedanken wollte, sagte: „Wie kann ich das wieder gut machen!“ Und danach geschah dann nichts. Dann war es geradeso, als wäre nichts geschehen.

Und dann gab es Menschen, die sagten nicht viel, aber sie hatten eine gute Meinung von uns und zeigten auf stille Weise, dass sie uns gern hatten. Da fühlten wir uns geliebt! Wir wollen ja alle geliebt werden! Wir wollen geliebt werden, weil wir selbst anderen einen Platz in unserem Herzen geschenkt haben. Ist es dann zuviel verlangt, wenn wir es auch von anderen erwarten?

Denken und danken sind im Deutschen verwandt und ähneln dem hebräischen Sprachgebrauch, wenn hier „segnen“ damit zu tun hat, über einen anderen gut zu denken und zu sprechen. Solange man eine gute Tat oder eine Gabe nur annimmt und sie nicht dazu führt, dass man dankt und gut über den anderen denkt, wird Diebstahl geübt. Denn der Urheber der guten Tat wird an seiner menschlichen Würde bestohlen. Wenn er es merkt, weiß er, dass er nur ausgenützt und nicht geliebt worden ist.

Meine Beobachtungen

Ich fasse meine Beobachtungen zusammen: Die „ewige und wunderbare Organisation“ wird wie ein Götze verehrt und lässt keine anderen „Götter“ neben sich zu.  Wer an Gott glaubt, wird gezwungen, an die Organisation zu glauben! Wer nicht an die Organisation glaubt, dem wird auch der Glaube an Gott abgesprochen. Es ist wie beim Volk Israel. Hosea kritisierte die Herstellung der Götzen-Kälber und sagte:

„Dann behaupten sie noch: „Menschen, die Gott opfern, müssen das Kälbervieh küssen!“ (Hos. 13:2) 

Heute sagt man: „Wenn du Gott dienen willst, musst du an die Organisation glauben!“ Heute lautet die Frage: „Glaubst du an die Organisation?“ Wenn du „Nein!“ sagst, wirst du Schwierigkeiten bekommen, wenn du auf deiner Meinung beharrst.

In der Organisation spielt der einzelne Mensch fast keine, die Organisation aber die Hauptrolle. In ihrer Arbeit geht es zuerst um ihr Wohl und nie um das Wohl der Menschen. Das mag stark übertrieben klingen, ist es aber nach meiner langen Erfahrung nicht.

In meinen Gesprächen mit langjährigen und ehemaligen Ältesten fragte ich kürzlich nach ihrem Eindruck im Hinblick auf die Seelsorge in der Versammlung. Einhellig wurde gesagt, dass es damit in ihrem Erfahrungsbereich eher schlecht als gut bestellt gewesen sei. Seelsorge sei immer nur eine Sache Einzelner gewesen, aber für die große Mehrheit der Ältesten nur eine Sache am Rande, wenn man von privaten Ermunterungen zum Predigtdienst absieht.

In den Veröffentlichungen ist viel die Rede davon, „bekümmerten Seelen tröstend zuzureden“.  Es wurde viel über den Dienst an Schwachen, Alten und Trauernden geschrieben. Man weiß also, wie es im Christentum auszusehen hat. Und wenn man davon ausgeht, dass ein Ältester treu und brav die Anweisungen im Wachtturm oder im Ältestenbuch befolgen soll, dann wundert man sich über diesen Widerspruch zwischen Theorie und  Praxis. Aber diese kleine Bemerkung vom wirklichen Zustand der Seelsorge in der Organisation ist ja nur ein Beispiel für ihre Sicht auf den Menschen: Der einzelne Mensch soll nur dem Zweck dienen, den die Organisation verfolgt. Überall finden wir den erschreckend herzlosen Umgang mit Menschen wieder!

Dazu ein paar Beispiele

Jedes Mal, wenn eine spektakuläre Voraussage der WTG nicht eingetroffen ist, gab es nicht nur Enttäuschte, sondern auch Geschädigte, weil  sie darauf  ihr Leben aufgebaut hatten.  In der Zeit nach 1975 haben sehr viele Menschen die Organisation verlassen, nachdem sie feststellen mussten, dass ihr Lebensbau zusammengestürzt war. Anstatt mit Umsicht und Verstand sein Leben zu gestalten, verschob man alles auf die Zeit danach, auf das Paradies.  Dazu überredete die Organisation. Wichtige Entscheidungen sind nicht getroffen worden, weil „das Ende ja so nahe war!“  Später war es dann zu spät.

Die Schuld wurde den Opfern dieser unbiblischen Voraussagen zugeschoben. Sie hätten ja nicht darauf vertrauen sollen, meinte man. Aber wer daran zweifelte, wurde mindestens schief angesehen und „misstraute dem Sklaven“! Und wer dem Sklaven misstraute, misstraute Gott. Mit dieser primitiven Gleichung erstickte man Kritik.

Die doktrinären Entscheidungen der Leitenden Körperschaft (LK) führte mitunter zu katastrophalen Ergebnissen: In der Mitte der sechziger Jahre nahmen Brüder in Malawi sogar den Verlust des Lebens auf sich, um einem falsch verstandenen Neutralitätsbegriff zu gehorchen. Dieser Neutralitätsbegriff  galt aber anderswo für die Zeugen Jehovas nicht! Kann man das verstehen?

In Mexiko erwarben die Brüder durch Bestechung von Beamten eine Bescheinigung, die besagte, dass sie an den Wehrübungen als Reservisten teilgenommen hatten. Die Leitende Körperschaft wusste davon und hat dieses Verhalten nicht kritisiert! Waren die Brüder in Mexiko neutral? Sie waren Reservisten. Sie durften es sein, weil das Immobilienvermögen der WTG in Mexiko nicht gefährdet werden durfte! Und es wäre gefährdet worden, wenn die Brüder sich öffentlich zu dem bekannt hätten, was sie sein wollten.

Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen hatten in vielen Staaten die Möglichkeit, einen sozialen Dienst zu leisten, um nicht in der Armee dienen zu müssen. Aber dummerweise hatte der Staat diese Möglichkeit „Ersatzdienst“ genannt, und „Ersatz“ wurde von der LK nicht gestattet! Und wie viele junge Männer verdarben ihre Karriere, ihre Ausbildung und damit auch einen Teil ihres Lebens, weil sie ins Gefängnis gingen und später als vorbestraft galten? Was nützte es ihnen, wenn Jahre später „neues Licht“ aufging und von da an der soziale Dienst erlaubt war?

Hat jemals die LK daran gedacht, wie es von den Betroffenen aufgefasst worden ist? War es ihr gleichgültig, dass viele der Organisation den Rücken kehrten? Ja, es war ihr egal, denn man hat sich nie entschuldigt! Man sprach in diesem Kontext von „Reinigung“ oder „Sichtung“. Damit wollte man sagen, dass sich gerade jene von der Organisation getrennt hatten, die durch ihren Weggang zeigten, dass sie „nicht von unserer Art waren“ (1. Joh. 2:19).

2015 wurden sehr viele Sonderpioniere gebeten, sich selbst zu versorgen und im Pionierdienst zu bleiben. (link) Plötzlich standen 50- bis 60-jährige vor dem Nichts, weil sie keine Arbeit finden konnten. Sollten sie zum Sozialamt gehen? Ja, sie sollten! Die WTG hat ihr „Problem“ dem Staat vor die Tür gekarrt. Nun stand ihnen auch der Weg zu den Tafelläden offen, die von der Katholischen Kirche oder anderen Sozialverbänden unterhalten werden. Dort hätten sie dann alte und verarmte Geschwister aus der Versammlung treffen können, die ebenfalls auf die Hilfe der Kirche angewiesen waren. (Das ist Tatsache.)

Jahrzehnte lang wurde den jungen Leuten in der ORG dringend geraten, keine höhere Bildung anzustreben. Ja sogar das Erlernen eines Berufes wurde verpönt; man solle lieber in den Pionierdienst gehen. Heute stehen viele Vollzeitdiener buchstäblich vor der Frage, wovon sie leben sollen, weil sie keinen Beruf erlernt hatten und eher dem Rat der LK gehorchten,  als „ehrliche Vorsorge zu treffen“. (2. Kor. 8:21) Gab man diesen Rat aus Liebe zu den Menschen? Oder ging es der Organisation zuerst um ihre Interessen?

In den Medien ist in den vergangenen Jahre der Kindesmissbrauch in christlichen Religionen zum Dauerthema geworden. Bedauerlicherweise gehören auch die Zeugen Jehovas dazu. Man kann ihnen nicht vorwerfen, dass es den Kindesmissbrauch und andere sexuelle Abscheulichkeiten in ihren Reihen gibt, aber man muss ihnen vorwerfen, dass sie Täter schützen und ihre bösen Taten vertuschen. Nach außen betont man, sich um das Wohl der Kinder zu sorgen, aber nach innen werden die Opfer des Missbrauchs im Stich gelassen.

Es ist zu oft vorgekommen, dass die Betroffenen unter Druck gesetzt wurden, wenn sie nur darüber sprachen, was sie bedrückte. Und wer das Thema in die Öffentlichkeit trug, wurde geächtet. Warum? Man wollte „keine Schmach auf den Namen Gottes“ bringen! Aber war das liebevolles Interesse am Wohl der missbrauchten Kinder? Nein und noch mal Nein! Hier geht es um den Götzen „Organisation“! Hier geht es niemals um das Wohl der Kinder! Es ist ein Skandal, dass in der ganzen Welt die Kinder entrechtet sind; es ist ein Skandal, dass es innerhalb der Organsiation nicht besser ist! Es ist ein Skandal, dass es nur um das Ansehen des Götzen geht und nicht um das Leben der Kinder und die Gefühle der Eltern! Durch das Wegsehen, das Vertuschen und Unterdrücken der Wahrheit ist großer seelischer Schaden entstanden, für den sich die Organisation aber in keiner Weise verantwortlich fühlt!

„Alles fürs Königreich!“

Es steht der Verdacht im Raum, dass die WTG ihr Geld in Fondseinlagen vermehrt. (link) Dass darunter auch aggressive Agrar-Fonds gehören, die mit landgrabbing (Landraub) große Flächen zusammen bringen und dabei kleine Landwirte vertreiben und eigentlich brotlos machen, ist auch bekannt geworden. Könnten unter den betroffenen Kleinbauern auch Zeugen Jehovas sein?  An diese Möglichkeit muss man denken! Und da wird so ein hilfloser Mensch vertrieben, der am Wochenende im Predigtdienst seine Zeitschriften verteilt, von einer gerechten neuen Welt spricht und nicht ahnt, dass seine „Brüder“ in der LK durch ihre Investition die Munition für diesen Landraub geliefert haben. Wenn die LK kein Herz für diese Menschen hat und sich an deren Elend bereichert, dann nützt es ihr wenig, von Liebe zu reden. Und wenn die Betroffenen keine Zeugen Jehovas waren, dann waren es immer noch Menschen, an denen man sich als „christliche“ Religionsgemeinschaft versündigte! Dasselbe trifft auch auf die Beteiligung der WTG an Rüstungsfirmen zu! Ist das Liebe zum Menschen? Ist das der Respekt vor Gott?

Als in Deutschland die regionalen Baukomitees gegründet wurden, verbot man, den Begriff „Baukomitee“ in der Öffentlichkeit zu gebrauchen! Warum? Man wollte „keine schlafenden Hunde wecken“. Wer könnten die „schlafenden Hunde“ gewesen sein? Das kam ans Licht, als nach schweren Unfällen auf den Baustellen der WTG Gerichtsprozesse sie dazu zwangen, die Bauhelfer gesetzmäßig bei der Bauberufsgenossenschaft zu versichern! Das hatte man alle die Jahre vorher nicht getan! Auch an dieser Stelle möchte ich fragen: War das ehrliche Vorsorge für die Brüder? Wie hat man diese Bauhelfer betrachtet? Hat man sich für sie verantwortlich gefühlt? Hat man aus Liebe die Brüder nicht versichert? Oder war es Habgier?

Diese Beispiele zeigten mir, wie man in der LK über Menschen in der Organisation denkt. Es wäre noch sehr viel dazu zu sagen, aber es würde das Bild nicht verschönern. Wenn man von Einzelfällen absieht, dann ist es doch so, dass die Organisation ein Problem schafft und die Geschwister in den Versammlungen dürfen es lösen.  Und da hilft es nichts, wenn man in Erfahrungsberichten Schönfärberei betreibt und die Organisation sich selbst zur treusorgenden Mutter hochstilisiert. Hilfe kam, wenn sie denn geleistet wurde, von einzelnen Mitgliedern einer Versammlung. Aber trotz dieser guten Vorbilder in christlicher Liebe bleibt die Tatsache, dass in der oberen Etage der LK einzelne Menschen immer nur „Randfiguren“ sind. (Das Wort „Randfiguren“ habe ich dem Schreiben eines Kreisaufsehers entnommen.)

Wie kann man das erklären?

Wir sind immer dazu erzogen worden „gute Prediger der Guten Botschaft zu sein“. Unser ganzes Interesse an Bibel und Glauben wurde so auf den Predigtdienst eingeengt, dass wir gar nicht zur Besinnung kamen. So wurde der Predigtdienst für viele zur zweiten Natur, der sich alles zu fügen hatte. Das eigentliche Christentum, das sich um die Liebe herum kristallisiert, haben wir dadurch fast aus den Augen verloren.  Wir haben oft vergessen, wie sich das Leben anfühlt, wenn es nicht auf einen einzigen Zweck gerichtet ist, sondern unter dem Sonnenschein der Liebe steht. Man hat eine Art Christentum großgezogen, das sich fast nur auf  die Organisation und ihre Interessen richtet. Es richtet sich zuerst nicht auf den Mitmenschen und seine Bedürfnisse. Es geht nicht um die Liebe zum Nächsten, sondern um die Organisation. Das steht im Gegensatz zu vielen Aussagen im NT.

In der ORG wird der Mensch auf seine Nützlichkeit reduziert!

Er soll zuerst einem vordergründigen Zweck dienen. Tut er das  nicht,  dann wird er schnell zur Randfigur.  In den Versammlungen der Zeugen Jehovas gibt es etwas, was es im frühen Christentum kaum gab: Menschen die man als schwach abstempelte und zu Randfiguren machte. Wer nicht mehr den erwarteten Nutzen bringt, wird abgedrängt, fällt fast dem Vergessen zum Opfer! Wie viele alte Menschen verdämmern irgendwo, ohne dass Älteste nach ihnen sehen? Gewiss, es geht nicht allen so. Aber das Problem ist so groß, dass es auffällig wird. Aus meiner Erfahrung ist es mir noch bewusst, dass jahrelang (!) von Hirtenbesuchen die Rede war. Man fertigte fleißig Listen an, die schließlich leer blieben. Die meisten Ältesten sagten sinngemäß: „Halte dich warm und lass es dir gut gehen!“.

Die „geistig Schwachen“ kommen vielleicht in ein Schulungsprogramm, um sie zu besseren Verkündigern zu schulen. Dazu dienen auch die Besuche, die aufgrund der monatlichen Berichte durchgeführt werden. Schulung besteht in der Regel darin, dass man mit ihnen ein Buch „studiert“, das die Grundlehren enthält. Aber wer kümmert sich um das spezielle, persönliche Problem des Betreffenden? Das scheint nicht sehr zu interessieren. Es geht zuerst um den Predigtdienst, den man tatsächlich als die Grundlage des Glaubens ansieht! Und daher kommt auch die Einbildung, dass man durch Mitnehmen eines „schwachen Verkündigers“ in den Predigtdienst seinen Glauben stärken kann!

Auch wenn ein Ältester aus Alters- oder Gesundheitsgründen sein „Amt“ abgibt, wird er schnell zur Randfigur. Er ist nicht mehr nützlich, ist kein Antreiber mehr und kein „anspornender“ Redner. Er ist nicht mehr prominent und hat keinen Platz mehr unter den Ältesten, die vorher gern auf seinen Rat gehört hatten. Aber nun ist er ein Niemand, und er lernt schnell, wie es ist, ganz unten bei den Schwestern zu sitzen.

Die Schulungswut der WTG und wohin sie führt

Es gibt mittlerweile für jede Personengruppe, die im Predigtdienst steht und noch mehr leisten könnte, eine „Schulungsvorkehrung“. In den Schulungen geht es natürlich auch um das Christentum des täglichen Lebens, aber mehr noch um den Predigtdienst. Alles wird diesem Dienst untergeordnet. Es ist wie das Motivationstraining eines Unternehmens und es unterscheidet sich davon nur unwesentlich. Im Prinzip geht es nicht so sehr um das Wachstum in der Liebe und im Glauben, sondern um das Wachstum der Organisation. Die Verkündiger lernen sehr viel: Feingeschliffene Rede, fehlerfreie Sprache, korrekte Betonung, lächelndes Benehmen, den Gebrauch perfekter Technik, das Überwinden von Argumenten und Einwänden, das propagandistische Argumentieren und das Verblüffen durch anscheinende Bibelkenntnis. Alles ist auf Hochglanz polierte Technik! Aber die Schattenseite besteht im Verlust von Authentizität, warmer Menschlichkeit und Ehrlichkeit. Hinter der Technik verschwindet der Mensch.

Man tut so, als könnte man alles lernen, sich alles anlesen und durch platte Nachahmung glänzen. Aber ist es wirklich so? Kommt es nur auf die Technik an? Die Alten sagten: „Das Herz macht den Redner!“ Und Paulus war ein authentischer Mensch und wusste, dass die Kraft des heiligen Geistes durch nichts zu ersetzen war. Er verzichtete auf antike Rhetorik und wollte nichts weiter wissen, als ‚Christus, und ihn an den Pfahl gebracht’. (2. Kor. 2:1-5)

Die Schulungswut der WTG erzieht dazu, ein gut funktionierendes Rädchen in ihrem Getriebe zu werden, ein „guter Verkündiger“ und ein organisationshöriger Mensch. Und das muss nichts mit Glauben zu tun haben, denn ich habe so einige „Vollzeitdiener“ gekannt, denen ich nicht ansehen konnte, was sie eigentlich glaubten, oder ob sie überhaupt Glauben besaßen. Was ich aber bei vielen „Vollzeitdienern“ und Ältesten gesehen habe, war ein Elitedenken, eine Überheblichkeit im Demutsmantel, die sich oft erschreckend äußerte.

Wenn die LK einen Brief an die Brüder schreibt, schließt sie gewöhnlich mit der Beteuerung, sie zu lieben. Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu! Als ein Ältester auf die dubiose Geldvermehrung der WTG hingewiesen wurde, war seine Antwort: „Alles fürs Königreich!“ Das zeigte mir wieder einmal, dass erstens Organisation und Königreich im Denken dieser Leute eins geworden sind und zweitens, dass damit jede Untat gut geheißen wird. Wie war noch mal das Motto der Jesuiten? „Der Zweck heiligt die Mittel!“ Und wer so argumentiert, hat gewiss keine Liebe zu den Menschen. Er denkt dann ebenso wie die Pharisäer in den Tagen Jesu. Sie sagten über ihre Mitbürger: „Verfluchte Leute sind das!“ (Joh. 7:49) Auch sie liebten die Menschen nicht und verachteten sie. Die Menschen waren den geldliebenden Pharisäern nur Mittel zum Zweck und Religion eine Möglichkeit, um an Geld zu kommen. Wie wenig hat sich seither geändert!  (link)

Es ist in der Bibel enthalten: Wer einem Götzen dient, wird dem Götzen gleich! Und der Dienst für die Organisation ist ein Götzendienst. Angeblich steht die Organisation im Dienst Gottes. Aber an ihren Früchten erkennt man etwas anderes, denn sie atmet nicht den barmherzigen Geist Gottes, seine Liebe zu den Menschen, sein Mitgefühl und seine Demut. Statt dessen herrschen Habgier, Geschäftsgeist und Machtstreben. Dann wundert sich niemand mehr über das schlimme Menschenbild in der Organisation.

 

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Iris

Lieber Tilo , vielen , vielen Dank , für diesen wunderschönen , gutdurchdachten Kommentar . Es ist alles genauso , wie wir es erlebt haben . Die vielen fleißigen Brüder , die sich Jahrzehnte angestrengt haben , ihr Bestes zu geben und auf vieles in ihrem Leben verzichtet haben , können einem wirklich leid tun . JWOrg ist wie eine Ameisenkönigin , die von ihren fleißigen Volk gefüttert und verwöhnt und verteidigt wird , damit der ganze Ameisenstaat aufrechterhalten wird . Was mit den einzelnen Arbeitern passiert , ist der Königin egal , weil nur sie wichtig ist . Viele… Weiterlesen »

ProJesus

Vielen Dank, lieber Tilo, du hast deine Beobachtungen wunderbar in Worte gefasst. Es sind die Beobachtungen, die jeder machen kann, der nur genauer hinsehen möchte. Ich könnte zu jedem — aber wirklichem jedem deiner Punkte — mehrere selbst gemachter Erlebnisse und Erfahrungen erzählen, die die Wahrhaftigkeit deines Artikels nur bestätigen würden … ich packe aber nun meinen Koffer: Urlaub … und nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. 🙂

lusan

Der Artikel spricht aus meinem Herzen.

 

Es ist ein Tatsachenbericht und keine Schönfarberei

David

Lieber Tilo,

vielen Dank für diesen offenen Bericht über die wahren Zustände in der Zeugen Jehvoas Organisation.

Danke.

 

Ps:

Ich kann jungen Menschen nur raten:

Du willst Gott, den Herrn, ehren? – Mach Dein Tor – Jetzt.

Du den Herrn ehren, durch Anwendung Deines Verstandes? Durch Bildung? – Macht Dein Tor -Jetzt.

Du willst Deinen nächsten lieben wie Dich selbst? Mach Dein Tor – Jetzt.

Du willst heiraten? – Mach dein Tor. Jetzt.

Du willst ein Haus? – Mach Dein Tor. Jetzt.

Du willst ….. ? – Mach Dein Tor. Jetzt.

Wie sagte Jesus, schon vor 2000 Jahren? JETZT, hat Gott begonnen sein Königreich aufzurichten….

 

Omma@Tilo

Lieber Tilo, ich danke dir von Herzen, für diesen Artikel.  Ja, auch wir, der Oppa und ich, können alles genauso bestätigen, wie du es beschrieben hast, so war unser Leben in der Organisation. Wir sind unendlich froh und erleichtert, dass uns unsere Höchsten geholfen haben, diesem unmenschlichen System zu entfliehen. Oft, wenn wir daran denken, was wir in den letzten Jahren alles erlebt haben, wie uns unsere Höchsten beigestanden und Kraft für alles gegeben haben, kommen uns Tränen der Dankbarkeit, denn ohne ihre Hilfe wäre das alles nicht möglich gewesen, ja, vielleicht hätten wir es nicht einmal überlebt. So manches… Weiterlesen »

Heinz G.

Was der Kreis – “Aufseher” (schönes Wort!  kenne ich aus anderen geshlossenen Anstalten) als “Randfigure”n bezeichnet, nannte man zu meiner Zeit “Fußvolk”. Mit dem traf sich die Prominenten und Reichen der Versammlung nur dienstlich. Privat gab es  keinerlei  Kontakte. Die Cliquen blieben unter sich. Dem Kreis-Kontrolleur wurde bei jedem Besuch ein großer Schein zugesteckt und man hatte seine Ruhe. Gerne half der Prokurist dem Selbstständigen, wie man einen Kreiskongressbesuch von der Steuer absetzen kann. Die Schlupflöcher (siehe Mexiko) wurden nicht nur von der “geistgesalbten” Führung genutzt, sondern auch von den Cleveren in der unteren Etage. Wer mal hinter die Kulissen… Weiterlesen »

FDS

Schulungen für den Predigdienst, scheint aber bei den Zeugen nichts zu bringen. Mit ihnen kann man kein normales Gespräch führen. Sie blicken bei dem wirrwar an Lehren warscheinlich selbst nicht mehr durch. Was sie gut können ist : Dumm Grinsen, die Polizei rufen, weglaufen. Und im weglaufen sind sie wirklich Weltmeister.

Nachfolgend ein Link von ,Christian Comedy Channel’. Wenn man dort auf den Reiter Videos klickt, kann man sich das Drama der Zeugen angucken.

,,Stumm Stellen, dumm Grinsen, Polizei rufen und weglaufen”. So sieht mittlerweile das predigen mit dem Wachtturm-Rollator aus. Unglaublich.

https://m.youtube.com/channel/UCsLDqZAKWjiU7yUEIiYaWdA

@ProJesus

Einen schönen Urlaub Dir/Euch,…bin auch gerade am packen😁

freel

Bei mir funktionieren die Links leider nicht :/ und ich bräuchte sie um jemanden es zeigen zu können und damit auch beweisen. vlt hätte jemand die Links für mich 🙂 Und weiß noch jemand zufällig wo geschrieben steht dass die Organisation sich als “Mutter” sieht?

Danke euch 🙂

lusan

Wer sich auf die Versammlung verlässt, der ist verlassen. Daran werdet ihr meine Jünger erkennen, dass ihr Liebe unter euch habt. Diesen Umstand wird man vergebens bei JW suchen. Gerade bei den älteren Zeugen stelle ich immer wieder fest, dass sie sich von der Versammlung im Stich gelassen fühlen. Das gelebte Christentum gegenüber allen, insbesondere bei den eigenen Brüdern, sucht jeder nur vergebens. Jeder tut daher gut daran, sich sein eigenes funktionierendes soziales Netzwerk aufzubauen. Genau das ist auch der Grund, weshalb sich viele eine Auszeit nehmen, um dann endgültig aus diesem System WTG auszusteigen. Wohl dem, der die Kraft… Weiterlesen »

Rob

Rob.
Erwartet von den Zeugen keine Vollkommenheit.Das ist unfair,auch wenn Ihr die Wahrheit
schreibt. Es gibt Gruppen die sind so schlimm,das Über 90% denen man die Wahrheit sagen
würde es nicht Aushalten.Die Nachkommen des Molech.Die Olympier.Die Satanisten und die
Elitegruppe Luzifers.diese haben auch Organisationen,und Satan ist der Herr der Welt.
Betet darum das Ihr Bestehen könnt,denn die Drangsal kann lange dauern.

Neoveritas

Lieber Tilo, alles was Du geschrieben hast, kann ich voll und ganz unterschreiben. Es kracht im Getriebe dieser angeblichen Organisation Gottes so mächtig, dass man jeden Tag mit dem finalen Kolbenfresser rechnen muss. Sehr gut erinnere ich mich an die Briefaktion für Malawi. Ich war damals noch ein Kind, erinnere mich aber an meinen Vater, der eifrig Briefe an Präsident Banda schrieb. Heute kann ich diese unsinnige Aktion nur mit Erschrecken beurteilen. Warum sollte man das Leben von tausenden Brüdern durch solch eine unsinnige Vorgabe erschweren wollen? Gleiches gilt für den Ersatzdienst. Ich habe diese idiotische Regelung nie verstanden. Jungen Brüdern wurde… Weiterlesen »

Dominikus KLEIN

An Bruderinfo und allen Kommentarschreibern!
Viele gute Argumente gegen die Zeugen Jehovas aber …WARUM WENDED IHR NIE DIE BIBEL ZUGUNSTEN DER ZEUGEN JEHOVAS AN?…frage ich mich als Atheist!
Ihr die ständig die Bibel zitiert, kennt Ihr nicht die Apostelgeschichte?
Guckt Euch doch einmal Apostelgeschichte 5:33-39 an und beherzigt den Rat denn der Pharisäer Gamaliel den Hohen Rat gab: “Lasst von diesen Menschen ab und lasst sie gewähren! Denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen ist, so wird es zunichtewerden; 39 ist es aber von Gott, so könnt ihr es nicht vernichten”.
Gruß Domi
 

Ulla

Hallo Domenikus Klein, wenn du wie ich schon länger hier mitliest, wirst du feststellen, dass die meisten Schreiber sehr wohl einen Unterschied zwischen den Zeugen Jehovas als Menschen und dem “goldenen Kalb JWORG.” machen. Die meisten, die hier mitschreiben, haben ganz liebenswerte, kreative Menschen dadurch verloren, dass sie es mit ihrem persönlichen Gewissen nicht mehr vereinbaren konnten, blind einer Menschenorganisation zu vertrauen, nachdem sie alle Fakten und deren Geschichte näher beleuchtet hatten. Wir bezeichnen uns deshalb gerne als Aufgewachte, denen nichts mehr am Herzen liegt, als den Noch Schlafenden zu helfen, ein PERSÖNLICHES Verhältnis zu unserem Vater und seines Christus… Weiterlesen »

David

Dominikus Klein, Du verwechselst (schlichtweg) die Rollen,  welche die Akteuere in dem von Dir zitierten Berichts in Apg. 5:33 ff einnehmen: Erstens, weder Bruderinfo noch irgendwelche Kommentatoren hier sehen sich in der Rolle des “Hohen Rates”! Im Gegenteil, die Jehovas Zeugen sehen sich, als JW.ORG aber auch als einzelne, in der Position (alleinigen Stellvertretung) Gottes. Und maßen sich Gesetzgebungs- und Richter- und Urteilshoheit nicht nur über ihre eigenen Mitglieder, sondern auch über Regierungen und alle  übrigen Menschen an. Zweitens, Vernichtungsfantasie und Vernichtungswille, aber auch buchstäbliche (psychischen, geistigen) Vernichtungstaten, sprich Eliminierung eines jeden, der sich nicht bedingungslos dem tuvS unterwirft, haben… Weiterlesen »

O.W.Schön@alle Zweifler

JW.Org-Indoktrination und ihre Folgen fürs Gehirn: Liebe Zweifelnde, “JW.Org – macht die Welt ein bisschen besser”: https://www.jw.org/de/jehovas-zeugen/aktivitaeten/beitrag-zum-gemeinwohl/bessere-welt/ Tatsächlich nimmt das Gehirn des Menschen durch die JW.Org Infiltration und Indoktrination erheblichen Schaden, wie der obige Anspruch der JW.Org-Macher deutlich beweist! Leichte Neurose: Zitat: “JW.ORG ist für viele auf der ganzen Welt eine große Hilfe.” Schwere Neurose: Zitat: “Diese Website hat meine Ehe gerettet.” Leichte Psychose: Zitat: “Dank der Website jw.org hat mein Leben wieder einen Sinn.” Schwere Psychose: Zitat: “Erbärmlich! So wäre mein Leben ohne jw.org.” Und zu guter Letzt endet der Org. treue Zeuge Jehovas in der totalen Schizophrenie, wie… Weiterlesen »