Stephen Lett und die Katastrophenhilfe der Jehovas Zeugen – „Eigenlob stinkt“

Sich selbst zu loben, gilt, je nach Situation und Kulturkreis, als anmaßend und selbstüberschätzend und wird häufig mit der Redewendung „Eigenlob stinkt“ kritisiert. Man spricht auch metaphorisch von (Selbst)-Beweihräucherung. Eigenlob ist also nicht gerade beliebt, wird aber dennoch zu Marketingzwecken oder als Seelenbalsam geduldet! In der Werbung ist Eigenlob eine allgemein anerkannte Strategie, und kaum ein Konsument nimmt daran Anstoß, er weiß diese Art des Eigenlobs richtig einzuschätzen. Anders sieht es aus, wenn sich Kirchen, Religionsorganisationen oder „Männer Gottes“ mit ihren Taten der Nächstenliebe über den Klee rühmen.

Auch Jehovas Zeugen machen da keine Ausnahme, im Gegenteil: Sie befinden sich an der Spitze derer, die sich durch Eigenlob, auf dem Gebiet der Nächstenliebe, von anderen besonders absetzen wollen. Mit schönen Worten umschreiben sie alles, was ihre Organisation bezüglich ihrer „Katastrophenhilfe“ angeblich bewirkt hat.

Link zum Video: Eigenlob stinkt HIER

Gib auf ihrer Website https://www.jw.org/de/ den Suchbegriff „Katastrophenhilfe“ ein und du wirst auf eine Flut von Berichten, voller Eigenlob, stoßen, so dass der Eindruck entsteht, Jehovas Zeugen bedienen sich der einzig wahren Hilfsorganisation, die der Menschheit aus wahrer Nächstenliebe hilft.

Es ist normal und nicht verwerflich darauf hinzuweist, was man geschafft hat. Aber: Wo es nur noch um das Eigenlob geht, wo die Selbstgefälligkeit zur steten Inszenierung wird, da wird es peinlich oder lächerlich.

„Des Ruhmes Würdigkeit verliert an Wert, wenn der Gepriesene selbst mit Lob sich ehrt.“ William Shakespeare

Unter dem Deckmantel der Nächstenliebe nutzen auch Jehovas Zeugen, wie viele kirchliche Organisationen und deren Unterorganisationen, staatliche Steuervorteile und die Hilfsbereitschaft unbezahlter Ehrenamtlicher zur Gewinnmaximierung aus, indem sie Gebäude für religiöse Zwecke errichten und dies dann als Katastrophenhilfe deklarieren. Auf ihrer Website und auf JW Broadcasting betont man immer wieder: “Wir als Organisation sorgen dafür, dass ihr alles habt, was ihr braucht. Ja, wir unterstützen dabei Jehova.”

Kommt es irgendwo auf der Welt zu einer Naturkatastrophe, sind Jehovas Zeugen in der Regel sofort zur Stelle, um zu helfen, damit ihre Brüder im Dienst für Jehova weiter tätig sein können. Ob die Triebfeder echte christliche Liebe ist, sei dahingestellt. Nächstenliebe eignet sich wahrlich nicht zur Selbstbeweihräucherung. Nächstenliebe sollte nicht den Menschen ehren, sondern vielmehr Gott. Im Hebräischen wird für Eigenlob das Wort hallel, also: „Ein Halleluja auf sich selbst singen“ gebraucht.

Wie schräg und peinlich es klingt, wenn Menschen ein “Halleluja” auf sich selbst anstimmen, zeigt sich immer wieder in den Ansprachen und Druckerzeugnissen von Jehovas Zeugen. Als Beispiel mag eine Rede zum Thema „Katastrophenhilfe durch JW.Org“ dienen, die Stephen Lett, ein Mitglied der leitenden Körperschaft anlässlich der Jahreshauptversammlung der Zeugen Jehovas 2019 hielt.

Natürlich stellt er den Namen und die Ehre Jehovas in den Vordergrund. Er beginnt mit der Aussage: „Jehova ist ein Wunderbarer Gott, ein Gott des Trostes … Satan ein grausamer Gott“.  Dieser Aussage wird ein Zeuge Jehovas natürlich zustimmen, ohne zu registrieren, dass er hier schon manipuliert wird, denn er soll und wird verstehen: „Jehovas Organisation ist eine liebevolle Organisation“. Doch ob das, was Stephen Lett da bzgl. des Gottesnamens von sich gibt, wirklich zur Ehre Gottes gereicht, ist fraglich. Satan ist die eigentliche Ursache von Katastrophen denn er habe die Menschen von Jehova getrennt. Deshalb beeinflusst Jehova das Wetter nicht mehr zum Nutzen der Menschen.“

Nun, darüber muss man erst einmal gründlich nachdenken. Satan ist dafür verantwortlich, dass die Menschen von Gott getrennt sind, ok, so lehrt es die Bibel. Und deshalb ist ein „liebevoller Gott“ nicht mehr bereit, das Wetter zugunsten der Menschen zu beeinflussen? Ob Lett mit dieser simplen Bibelauslegung Gott Ehre bereitet, ist mehr als fraglich. Beschreibt er hier nicht eher einen beleidigten und rachsüchtigen Gott? Ja, er könnte die Geschicke des Menschen leiten, wenn er wollte, aber er will nun nicht mehr. Aber auf diese theologisch fragwürdige Interpretation wollen wir hier nicht weiter eingehen.

Nur so viel: Ich erinnere mich an eine Aussage, in der auch schon das Gegenteil gesagt wurde. Vor dem Hintergrund, dass Jehovas Organisation für ihr Bauvorhaben auf einer Insel Sand benötigte, behauptete man stolz: „Wir sind überzeugt, dass Gottes Hand im Spiel war, indem er das Wetter zu unseren Gunsten beeinflusste“. Und sollte dir diese Aussage so unglaublich dumm erscheinen, dann höre dir an, mit welcher einfältigen geistigen Speise Jehovas Zeugen von ihrer leitenden Körperschaft ernährt bzw. gehirngewaschen werden. Zu finden auf Bruderinfo aktuell Beeinflusst Jehova das Wetter für Jehovas Zeugen, mit einem Ausschnitt aus JW Broadcasting.

Also, Jehova ließ einen Hurrikan aufziehen und sorgte so dafür, das seine Organisation ihr Bauvorhaben durchführen konnte? Warum der Gott von Jehovas Zeugen nicht in die Wetterabläufe zum Nutzen der allgemeinen Menschheit eingreift und nur zum Nutzen seiner Organisation, das bleibt ein Geheimnis der WTG. Den leichtgläubigen Zeugen will man so wahrscheinlich verdeutlichen, seht her: Gott ist mit uns. Und so nehmen sie es auch auf und erzählen sich stolz diese „auch so schöne Erfahrung“. Was ist das für ein Gottesbild, das die WTG hier zeichnet? Und dennoch spricht Lett von einem liebevollen Gott, einem Gott des Trostes.

“Diesem Titel wird Gott gerecht, weil er Jehovas Zeugen motiviert Katastrophenopfern zu helfen.” Demnach kann Gott seinem Anspruch nur gerecht werden, wenn Menschen ihn unterstützen? Gott beschränkt sich auf die Motivation von Menschen, die bereit sind, Katastrophenopfern zu helfen. … und wir, Jehovas Zeugen, sind Gottes Werkzeuge. Lett behauptet also, Gott Jehova lässt Katastrophen zu, obwohl er sie verhindern könnte. Aber in seiner unendlichen Liebe motiviert er Menschen, den Opfern zu helfen? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber irgendwie kann ich dieser Logik nicht folgen.

In diesem Zusammenhang ist da noch eine weitere Frage zu klären: Motiviert Jehova nur Jehovas Zeugen zur Nächstenliebe? Oder sind auch die vielen Helfer weltlicher oder religiöser Hilfsorganisationen von Gott motiviert? Im Selbstverständnis der leitenden Körperschaft natürlich nicht. Eine besonders verwerfliche und gesteigerte Form des Eigenlobs ist es, sich hervorzuheben und andere schlecht zu machen. Wir hier sind die Guten und dort, die anderen sind die Schlechten.

Auch die von Lett rhetorische Frage: „könnt ihr euch vorstellen wie dankbar Jehova für die Hilfe ist, die wir notleitenden Menschen erweisen“ dient kaum der Ehre Gottes. Ja, du hast richtig gehört: Jehova ist dankbar für das, was wir (gemeint sind natürlich nur Jehovas Zeugen) für notleidende Menschen tun. Jehova könnte zwar alles so beeinflussen, dass keine Notlage eintritt, aber glücklicherweise hat er ja uns, die Diener Jehovas, damit wir die Not der Menschen lindern können.

„Wir sorgen dafür, dass unsere Brüder alles haben, was sie brauchen, um Jehova weiter zu dienen“. 

Wieder so eine anmaßende Behauptung: Wir (die ORGANISATION), sorgt dafür, dass es euch gut geht. Diese Aussage dient weniger dem Lob Gottes, sondern ist ein Eigenlob auf die Verantwortlichen einer Organisation.

Und weiter: „Wir sorgen dafür, dass unsere Brüder auf lange Sicht ihre geistigen Gewohnheiten nachkommen können“. 

„Geistige Gewohnheiten“ ist eine typische WTG-Worthülse. Sie beschreibt die Aktivitäten, die einzig und allein der Förderung ihrer Organisationsinteressen dienen. Mit Ausübung und Pflege echter Spiritualität und Nächstenliebe hat dieser eigennützige Aktionismus nichts zu tun. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn die folgenden angeführten Beispiele für Nächstenliebe eher dazu gedacht sind, die Aktivitäten, wie Versammlungsbesuche und Predigtdienst, nach einer großen Katastrophe, zu gewährleisten. 

Mit schönen Worten und Bildern, unterlegt mit gefühlvoller Musik, wird dem Zuhörer suggeriert, dass die “Organisation Jehovas” für alle nur das Beste will. Sie ist für euch da, kümmert sich um eure Belange, und nur in Verbindung mit dieser Organisation könnt ihr glücklich sein und bleiben. Diese schönen Worte und Bilder erinnern nicht nur an Marketingstrategien, nein sie sind eben solche.

Kirchen und Religionsorganisationen stehen oft unter Verdacht, im Namen der Nächstenliebe Milliardengeschäfte zu machen. Diesen Verdacht weisen Jehovas Zeugen jedoch weit von sich. Den Kirchen der “falschen Religiion” trauen sie so etwas zu, aber nicht ihrer eigenen, der “Organisation Jehovas”. Doch es verdichten sich Hinweise, dass es sich bei dem „Katastrophenhilfe-Programm“ von Jehovas Zeugen um eine riesige Betrugsmasche handelt. Wie es aussieht, ist „EX JW Analyzer“ einem riesigen Skandal und einem gigantischen Betrugssystem der JW.Org auf der Spur. “Ex JW Analyser” Katastrophenhilfe- Skandal

Wie EX-Zeugen berichten, nutzt die JW.Org ihr Katastrophenhilfe-Programm, um richtig Cash zu machen. Tatsache ist, dass die WTG, im Rahmen eben dieses Programms, zehntausende freiwillige Helfer in Costa Rica mobilisierte und diese dann 106 Königreichssäle, die durch einen Wirbelsturm zerstört wurden, erneuerten und neu errichteten. So sorgte man dafür, dass die Brüder ihre „geistigen Bedürfnisse“, wie Versammlungsbesuch und Predigtdienst, auch nach einer großen Katastrophe wieder durchführen konnten.

Doch dann stellten viele  der freiwilligen Helfer erstaunt fest, dass von den 106 Sälen nun 54 frisch renovierte oder gerade neu errichtete, zum Verkauf angeboten wurden. Und sobald ein wieder aufgebauter Saal zum Verkauf steht, darf er von den Brüdern nicht mehr benutzt werden – auch nicht für Zusammenkünfte. Wer von den vielen freiwilligen Helfern auf Costa Rica rechnete damit, dass von den 106 wieder erbauten Königreichssälen anschließend 54 Säle zu Cash gemacht werden und die „geistigen Bedürfnisse“, wie Versammlungsbesuche und Predigtdienst nun zur Nebensache werden?

Hätten die Brüder und Schwestern mit dem gleichen Feuereifer, ihr Geld, ihre Kraft und ihre Lebenszeit eingesetzt, wenn sie darüber informiert gewesen wären, dass im Anschluss über die Hälfte der Säle zu Geld gemacht wird? Außerdem berichten einige der freiwilligen EX-Katastrophenhelfer davon, dass die JW.Org tausendfach bevorzugt die Häuser reicher Brüder renovierte, um anschließend die Versicherungssumme zu kassieren. Ja, diese von Lett in den schönsten Farben beschriebene Katastrophenhilfe der JW.Org scheint sich offensichtlich in die gigantische Bautätigkeits-Geldmaschine der WTG einzureihen. Die von Lett in schönen Worten vorgetragene Strategie des Eigenlobs ist nichts anderes, als eine Verdummung der vielen Ehrenamtlichen Katastrophenhelfer und Geldspender.

Im Eigenlob ist die Führung der Jehovas Zeugen Spitze, was auch die offensichtlich gestellten Statements der Katastrophenhelfer und derer, denen geholfen wurde, belegen. Diese von Lett auf der Jahrestagung 2019 vorgetragene Inszenierung ist nicht nur lächerlich sondern auch peinlich. Nächstenliebe eignet sich wahrlich nicht zur Selbstbeweihräucherung, und sollte nicht als Mittel der Missionierung eingesetzt werden. Wie sagte William Shakespeare:

„Des Ruhmes Würdigkeit verliert an Wert, wenn der Gepriesene selbst mit Lob sich ehrt.“ William Shakespeare“

 

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Wer ist Steffen Lett?

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Wird im Artikel erklärt:

Als Beispiel mag eine Rede zum Thema „Katastrophenhilfe durch JW.Org“ dienen, die Stephen Lett, ein Mitglied der leitenden Körperschaft anlässlich der Jahreshauptversammlung der Zeugen Jehovas 2019 hielt.

In der Überschrift wurde der Vorname leider falsch geschrieben, danke für den Hinweis.

Es ist schon sehr seltsam, was so ein Fratzenmacher an Worthülsen los lässt. Ein anderer kann das nur mit viel Whisky ertragen. Wenn man das ‘dahinter’ versteht, wozu die “Hilfe” dient und verwendet wird und welches Geschäft durch die Hintertür gemacht wird, hat das alles nichts mehr mit Glauben zu tun. Die Bibel trägt den Tenor, kostenfrei habt ihr empfangen, kostenfrei gebt. Wer aus Glaubensgründen die Bibel für eine Gewinnerziehlungsabsicht hernimmt und dem nachjagd, handelt nicht nach dem Willen Gottes und wird seinen Lohn erhalten. Jesus sagte, sie haben bereits ihren Lohn…

LG RoKo

Wie viele Zeugen Jehovas leisten auf den Intensivstationen Deutschlands ärztliche Hilfe für covid-19 Patienten? Durch das ständige Schlechtreden universitärer Bildung hat die Organisation auch nicht zu einer Linderung des ärztlichen Fachkräftemangels auf Intensivstationen beigetragen. Falls ein ORG-Funktionär jedoch selbst beatmungspflichtig wird, ist er selbstverständlich froh darüber, dass jemand anders Medizin studiert hat und ihm das Leben rettet.

Sprüche 27: 2 Lobe dich nicht selbst, lass das andere tun!

Ja, so ist die “WTG”, Gewinnmaximierung unter zu Hilfenahme salbungsvoller, leerer Phrasen und inhaltslose Worthülsen. Ich selbst kann dieses Streben der “WTG”, nach Finanziellen Vorteile bestätigen. Zwar war die Grundlage hier keine Katastrophe, aber für die vielen Versammlungen, denen ihr hart erarbeitete Kö-Saal unterm Hintern weg verkauft worden ist, und sie heute noch dafür zahlen müssen, war das mit einer Katastrophe vergleichbar, denn das Ergebnis was das gleiche, der Saal war weg ! Aktuell in unserer Region war es so, das 3 Versammlungen in einen Saal gepfercht wurden, da die man die Säle zu Geld gemacht hat. Bei einigen Sälen… Weiterlesen »

… und Bescheidenheit duftet. 2. Korinther 10:12, 13, 17, 18, Hfa: “Wir würden es natürlich niemals wagen, uns mit denen zu vergleichen, die sich überall selbst empfehlen, oder uns gar auf eine Stufe mit ihnen zu stellen. Wie unverständig sie doch sind! Sie richten ihre eigenen Maßstäbe auf, um sich dann selbst daran zu messen. 13 Wir dagegen überschätzen uns nicht so maßlos. Wir möchten ausschließlich mit Gottes Maß gemessen werden, und dazu gehört auch unsere Arbeit bei euch. 17 Es heißt doch: »Wenn jemand auf etwas stolz sein will, soll er auf das stolz sein, was Gott für ihn getan hat!«… Weiterlesen »

“Ich will mich nicht besser machen als ich bin” sagt so mancher und macht andere schlecht.

hm… komisch finde ich, das Herr Lett über Katastrophenhilfe spricht aber selbst scheinbar sehr teure Herrenausstattung hat… Ich bin ja kein Uhren-Experte, aber wenn ich das richtig gesehen habe, wäre das eine Rolex Submariner in Gold. Die gibts so ab 32’000 EUR. Dazu noch das goldene Kettchen um die Kravatte, die goldenen Manchetten-Knöpfe und ich nehm mal an, keinen Anzug ab der Stange sonder einer nach Mass. Wenn man dann noch den Siegelring etc. die er sonst so trägt dazu rechnen würde, könnte man sicher sagen, dass man auf eine Gesamtsumme von 40’000-50’000 EUR kommen würde. Irgendswie ist dieses Bild… Weiterlesen »

Liebe Freunde, Katastrophenhilfe und JZ – das ist wirklich ein Witz! 1) JZ helfen sich untereinander. Das ist vielfach zu beobachten – sie haben nur sich, weil sie ja alle anderen Menschen als Weltmenschen ablehnen und nur als Objekt der Bekehrung betrachten. In diesem inneren Zirkel gibt es Beziehungen zwischen Menschen, die die Merkmale einer Freundschaft aufweisen – auch wenn es eben nur bedingte Freundschaften sind. 2) Es mag durchaus sein, dass JZ auch Katastrophenhilfe für ihre “Brüder und Schwestern” organisieren – aber sie bleiben dabei innerhalb ihrer Religionsgemeinschaft – die Hilfe ist ausdrücklich nur für sie selbst vorgesehen –… Weiterlesen »

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