Getaufte Kinder als Nachwuchs für die Wachtturm-Organisation?  Teil 2

Durch die Hintertür kommt JW.Org ins Kinderzimmer!

Zeugen Jehovas wird viel Rat im Hinblick auf die Erziehung ihrer Kinder gegeben. Die Eltern sind die ersten Vertrauenspersonen im Leben des Kindes! Die WTG benutzt die Eltern, um sich der Kinder zu bemächtigen. Gewissermaßen durch die Hintertür kommt die Organisation in Kinderherzen. Eltern werden zu Mittätern, denn Kinder glauben zuerst ihren Eltern. Deshalb ist es nützlich, wenn man die Eltern dazu benutzt, um die Kinder zu beeinflussen.

Es wurde von der WTG viel über Kindererziehung geschrieben, viel Richtiges und auch Falsches. Wenn es sich um linientreue Zeugen Jehovas handelt, werden sie alle Erziehungsratschläge strikt umsetzen, weil sie ja von  „Jehovas Organisation“ kommen, also als Gottes Anweisungen gesehen werden! Diesen internen Anleitungen wird blind vertraut. (Etwas Gegenteiliges ist die Außendarstellung der WTG im Hinblick auf Kindererziehung: Hier ist von Meinungs- und Gewissensfreiheit die Rede, von Freiwilligkeit und von freier Entfaltung des Kindes. Zur Erlangung der Körperschaftsrechte verfasste man eine Broschüre, um die Öffentlichkeit zu täuschen.)

Prägung durch den Einfluss der Organisation

Nach diesen Empfehlungen beginnt die Erziehung schon im Mutterleib, wo der Mutter geraten wird, dem werdenden Kind biblische Geschichten vorzulesen! Diese Belehrung soll dann anhalten, bis die Kinder erwachsen sind. Was steht gewöhnlich im Mittelpunkt dieser Belehrung? Es ist ganz klar die Literatur der WTG. Die Kinder werden also in der Regel mit Kommentaren und fragwürdigen Erklärungen zur Bibel „gefüttert“, aber nicht so sehr mit der Bibel selbst. Ist unter diesen Umständen ein eigenes Glaubensleben möglich? Ich meine ein Verhältnis zu Gott, das auf Gottverbundenheit basiert? Seit der Jahrtausendwende kommen noch niedliche Videos dazu, die eigens für Kinder produziert werden. Da werden die Standardlehren der WTG durch Sophia und Kaleb kindlich fassbar dargestellt. In diesen Videos wird alles behandelt, was  später von einem Zeugen Jehovas erwartet wird: Gehorsam gegenüber jeder Autorität in der Versammlung, Einsatzfreude im Dienst für die WTG, „Dringlichkeitsbewusstsein“ und „immer im Dienst für Jehova reichlich beschäftigt zu sein“. Der Schwerpunkt liegt nicht auf der christlichen Persönlichkeitsentwicklung des Kindes, sondern auf dem Predigen von Haus zu Haus! Die christliche Persönlichkeit wird zwar nicht ausgespart, aber dem Predigen untergeordnet. Und da steht mir wieder eines von vielen ähnlichen Erlebissen vor Augen:

Es war Freitag. Ein kaltfeuchter Freitagabend im Herbst. Gegenüber vom „Königreichssaal“ ist ein Parkplatz, der von den Zeugen benutzt wird. Um zum Saal zu kommen, musste man die Straße überqueren. Am Fußgängerüberweg saß ein Mann am Boden und konnte sich nicht erheben. Er bat die vorübereilenden Zeugen um Hilfe beim Aufstehen, weil sein Knie beschädigt war. Unglücklicherweise war er in der Stadt als Alkoholiker bekannt. Und so kam es, dass ihm keiner auf die Beine half. Es war die starre und kalte Haltung von Menschen, die sich unbedingt für viel besser hielten, als dieser stadtbekannte Trinker. Es war die Haltung von Menschen, die sich Christen nannten, aber vergessen hatten was Christentum eigentlich bedeutet. Diesem Mann konnte man nicht predigen, also war er Luft. Erst als meine Frau zu ihm kam, bekam er Hilfe, für die er sich bedankte. Aber er hatte auch bemerkt, wie hartherzig die anderen waren.  Ich betone noch einmal, dass ich ähnliche Erlebnisse auch anderswo hatte! Auch die Vorübergehenden sind von der Organisation erzogen worden.

Erziehung zur Großzügigkeit

Zur Erziehung der Kinder gehört auch das „freiwillige“ Spenden von Geld und Zeit. Anschaulich wird auf die Kinder eingewirkt, um sie zum Spenden ihres Taschengelds zu bewegen.  Man kann in einem Spiel eine Münze durch ein Labyrinth ins Zentrum schieben, in dem der Spendenkasten der Versammlung steht. Oder man sieht ein Video, in dem ein Kind durch einen Eisverkäufer angeregt, ein Eis kaufen möchte. Da sieht es aber  in Gedanken seine Mutter, die einen großen Schein in den Kasten wirft. Und sofort weiß das Kind, was es mit seiner Münze zu tun hat. Mit solch subtilen Botschaften wird der Sinn der Kinder regelrecht gefüttert.

Man kann das Ziel der Verführung des Kindes so zusammen fassen: Das Kind soll fest verinnerlichen, dass alles, was im „Werk Jehovas“ getan wird, für Gott getan wird! Das Werk der WTG ist Gottes Werk! Das ist wie ein Mantra. Und die Organisation ist der „Rettungsdampfer“, der alle jene in Sicherheit bringt, die auf ihm sind! Schon die Kinder werden dazu erzogen, den Ältesten immer zu gehorchen und dem „Rettungsdampfer“ blind zu vertrauen, um ihm Leben, Zeit und Geld zu opfern.

Und was machen die Eltern,

wenn sie linientreue Zeugen Jehovas sind? Sie machen genau das, was die WTG von ihnen erwartet, denn sie ist ja für sie das „Sprachrohr Gottes“! Die Erziehung der Kinder gerät unter dem Einfluss der WTG zur Dressur und Abrichtung. Es ist das erklärte Ziel, die Kinder fest an die Organisation zu binden. Bindet sich das Kind auch an Gott? Es wird den Eltern geraten, ihr Kind nicht auf eine Karriere „in der Welt“ vorzubereiten. sondern den „Pionierdienst“ schmackhaft zu machen. Ein Studium an einer Universität wird als glaubenszerstörend hingestellt. Und dabei machen die Eltern mit. Sie werden zu Erfüllungsgehilfen der WTG. Sie sorgen bei ihren Kindern dafür, dass sie Predigtdienst „über alles lieben“, dass Kongresse „immer schön sind“, dass Zusammenkünfte immer „kostbare geistige Speise bieten“, dass das höchste im Leben der „Vollzeitdienst“ ist und dass Gehorsam „sich immer auszahlt“. Sogar das kindliche Spiel, das der Bildung der Fantasie und der Kreativität dienen soll, wird umfunktioniert: „Jetzt spielen wir Predigdienst!“, „Jetzt über wir ein Traktat an der Haustür anzubieten!“, „Sag doch einmal die Früchte des Geistes auf!“, „Ihr könntet doch Zusammenkunft spielen!“, „Jetzt üben wir ein Zeitschriftenzeugnis!“ und „Jetzt üben wir eine Verteidigung vor Gericht!“.  In dieser Erziehung spielt die Weg-Doktrin eine starke Rolle: Frühkindliche Prägung und spätkindliche Dressur sorgen dafür, dass die Seele des Kindes u. U. zu kurz kommt. Dann erfüllt sich Sprüche 22:6 auf ungünstige Weise!

Wenn es um das Ansehen der Organisation geht, leisten Eltern, vielleicht unbewusst, auch einen schlechten Dienst an ihren Kindern. In dem krampfhaften Bemühen, den schönen Schein aufrecht zu erhalten, nehmen sie ihr Kind nicht einmal dann in Schutz, wenn es missbraucht worden ist. Statt zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten, verordnen sie Schweigen! Dann kann es sein, dass sich das Kind später einmal so äußert:

Ich bin erst vor zwei Jahren drauf gekommen, dass meine Eltern mitverantwortlich sind und das Klima für den Missbrauch geschaffen haben. Diese Erkenntnis hat mich erschüttert. Meine Eltern haben mich für ihre Religion verkauft. Sie haben nach der Aufdeckung keine Nachsorge betrieben. Ich habe mich mithilfe einer Therapie und eines Netzwerkes zum Sek­tenausstieg vom Kult (der Zeugen Jehovas) gelöst. Jetzt bin ich kein schweigendes Opfer mehr. Ich habe Würde. Ich bin jemand.“(Aus einem Bericht vor einer staatlichen Kommission.)

Die Folgen der Dressur

Diese Dressur führt zu kuriosen Erscheinungen. Da tragen kleine Jungen schon im Vorschulalter Anzug, Krawatte und eine Aktentasche wie der Kreisaufseher. Sie machen „Notizen“ während der Zusammenkunft, auch wenn sie noch nicht schreiben können. In der Predigtdienstschule standen sie auf kleinen Trittleitern, um ans Mikrofon zu kommen. Sie lernen sehr früh Kommentare zu geben, d. h. sie reden nach, was ihnen zugeflüstert wird. Später lesen sie vom Wachtturm ab. Wenn sie älter sind, haben sie sich schon ein gewisses Standardvokabular der WTG angeeignet. Man beachte, dass Sprache das Denken prägt! Und wenn sie später noch treu auf dieser Linie bleiben und sich politisch korrekt verhalten, werden sie Dienstamtgehilfen, die mitunter wie Kopien von Kreisaufsehern auftreten. Immer wieder bemerkt man die Dressur. Man wird den Eindruck nicht los, dass sie eine eingeübte Rolle spielen und oft nicht in sie hineinpassen. Ähnliches kann man von den kleinen Mädchen sagen, die nur eine Aufgabe haben sollen: Vollzeitdienst als Pionierin oder Missionarin. Mutterrolle und Familie sind nicht unbedingt gefragt, solange sie jung sind.

Und immer stehen der „Dienst“ und die Treue zur Organisation an erster Stelle!

Sollten die Kinder einmal im Vollzeitdienst stehen, dann sieht man es nicht gern, wenn er unterbrochen wird. Und eines Tages werden die Eltern alt und sind hilfsbedürftig. Sollen die Kinder mit ihrem „heiligen Dienst“ aufhören? Zuerst sollte man andere für die Eltern aktivieren. Es wurde empfohlen, die Versammlung mit der Betreuung zu belasten. Es scheint den linientreuen Leuten nichts auszumachen, den Eltern gewissermaßen ein „Corban!“ hinzuwerfen (Mark. 7:8-13). Was würde Jesus sagen? Vielleicht dies: „Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer!“

Mitunter entpuppen sich dann solche Kinder als arrogante, hartherzige Menschen, wenn es um ihre Eltern geht. Ohne Verständnis für Alter, Krankheiten und Schwäche erwarten sie von den Eltern alle Zusammenkünfte zu besuchen und sich bis zum Tod am Predigtdienst zu beteiligen. Und es kann noch schlimmer kommen: Manche Eltern trennen sich aus guten Gründen von der Organisation. Sie trennen sich, weil ihr Gewissen es nicht mehr zulässt, in diesem „Betrieb“ mitzuarbeiten. Sie trennen sich, weil sie aus der Bibel(!) erfahren, wie Christentum auszusehen hat und was sie in ihrer Versammlung vergeblich gesucht haben. Es mag das erste Mal sein, dass sie eine klare Entscheidung aufgrund der Bibel und ihres Gewissens treffen. Und jetzt sind die Kinder, soweit sie selbst Zeugen Jehovas sind, empört und bestrafen die Eltern mit Verachtung, Verleumdung und völliger Missachtung. Die Eltern werden allein gelassen! Den Eltern bricht oft das Herz, wenn sie erleben müssen, wie sich die Erziehung unter dem Patronat der WTG auf Menschen  auswirkt.

Das ist dann die traurige Frucht der falschen Erziehung, die auf Organisations-Gehorsam abgestellt wurde und nicht unbedingt auf die Stimme des Herzen, auf Liebe und Barmherzigkeit. Zum Glück sind nicht alle Zeugen Jehovas so dumm-treugläubig. Deshalb lassen sie ihren Kindern Luft zum Atmen. Allerdings werden solche Familien nicht auf die Kongressbühne eingeladen.

Worunter viele Zeugen Jehovas leiden

Psychologen, die psychisch kranke Zeugen Jehovas behandeln, beklagen immer wieder, dass ihre Patienten unter großen Ängsten leiden. Ein ewig schlechtes Gewiesen macht den Menschen krank. Dieses schlechte Gewissen wird anerzogen. Es wird anerzogen durch die WTG und bei den Kindern durch Mithilfe der Eltern. Dadurch kann das Gewissen Schaden nehmen. Dann ist es nicht mehr der Kompass im Leben, sondern der Schienenstrang in die Neurose. Das ewige „es ist nie genug!“ schadet nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen.

Die Rolle der Liebe

Die Liebe sollte ja das Merkmal sein, das alle Nachfolger Jesu auszeichnet. Denn das persönliche, von Verantwortung getragene Verhältnis zu Gott kann nur durch Liebe erreicht werden, weil „Gott Liebe ist“ (1. Joh. 4:8). Was wir aber bemerkt haben, ist die Dressur und die psychologische Beeinflussung an der entscheidenden Stelle: Im Gewissen. Wer sich in diesen Bereich hineinwagt, kann nur zweifelhafte Motive haben! Nur ein Mensch, der sein Gewissen dazu benutzt, Liebe zu leben, kann überhaupt an Gott glauben, und zwar so glauben, dass der Glaube den Höchsten für ihn sichtbar und erfahrbar macht. Liebe ist ein Pflanze, die nur unter dem Sonnenschein der Liebe gedeiht. Das sollte das Fundament einer guten Erziehung sein, und nicht eine Parteidoktrin, welche die Liebe verfälscht, erstickt und in eine falsche Richtung lenkt. Psalm 94:12, 13 betont, wie Erziehung auszusehen hat:

„Wie glücklich ist der, den du erziehst, Jehowah, den du belehrst aus deinem Gesetz. Das schafft ihm Ruhe vor den bösen Tagen,…“

Das Gesetz Gottes ist Liebe. Und wo der Geist Gottes herrscht, da ist Freiheit! In dieser von Gott geschenkten Freiheit darf kein Kind für einen Organisations-Zweck erzogen werden! Und nun wäre es an der Zeit noch ein persönliches Wort an die Eltern zu richten. Ich bin selbst Vater von Kindern und habe bemerkt, wie verbohrt ich manchmal war, weil ich alles richtig machen wollte. Dieses „richtig“ aber war von den Sonderlehren der WTG beeinflusst. Ich habe mich bei meinen Kindern dafür entschuldigt. Nun möchte ich mit aller Aufrichtigkeit eines alten Herzens noch sagen:

„Liebe Eltern! Schreibt in der Erziehung eurer Kinder den Liebesbrief Gottes in ihr Herz, aber lasst nicht zu, dass sich irgendjemand einmischt, der nur seine liebes- und lebensfeindliche Ideologie verfolgt! Folgt eurem Herzen, das genau weiß, was Liebe ist! Pflanzt Liebe und nicht Hass. Haltet das Gewissen für einen heiligen Ort, den es zu schützen gilt! Wehrt euch um euretwillen und für eure Kinder gegen die Verführung! Lasst eure Kinder unter dem Sonnenschein der Liebe wachsen. Sie sind doch euer Fleisch und Blut! Ihr liebt sie doch! Lasst das Haus von Jehowah bauen, und nicht von fremden Menschen. Führt eure Kinder zuerst zu Jesus und nicht zu einer Religionsgemeinschaft. Denn ihr seid für eure Kinder verantwortlich. Gegen die Liebe, wie sie Jesus in der Bergpredigt beschrieben hat, darf man nicht arbeiten. Schützt die kleine Welt eurer Kinder. Haltet sie von allem fern, was dem Geist des Evangeliums widerspricht. Lass nicht zu, dass eure Kinder später gehorsame Sklaven einer Organisation werden, die selbst ein Teil dieser Welt geworden ist, auch wenn sie das Gegenteil behauptet. Bedenkt, dass man einen Baum immer an den Früchten erkennt! Liebe Eltern! Nehmt das Wohl eurer Kinder ernst und nehmt sie vor den Verführern jeglicher Art in Schutz.“

 

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Luisa

Lieber Tilo, einen von Herzen kommenden Dank für diesen so treffend geschriebenen Bericht. Es berührt mich gerade sehr, weil ich oft genauso gedacht habe. Viel Kummer und Leid hätte ich meinem Kind ersparen können. Ich versuche jetzt, zu retten, was zu retten geht und unterstütze seinen Weg zurück “ins Leben”.

Martin

Hallo ihr lieben Nochzeugen Nachdem BI schon vor einigen Wochen über das neue Bauvorhaben der WTG in Buenos Aires informierte, https://www.bruderinfo-aktuell.org/neue-wtg-hauptzentrale-fuer-argentinien-in-buenos-aires/ hat nun auch JW.Org offiziell reagiert und ihre Anhängerschaft mit einer mageren und nichts aussagenden Presseerklärung Informationen geliefert, obwohl das Bauvorhaben schon vor über einem Jahr begonnen wurde. Keine Information darüber wer das Projekt baut und was es kostet und wie es finanziert wird. Es ist zu vermuten das, wenn BI nicht schon informiert hätte, erst nach Fertigstellung des Projekts eine Mitteilung erfolgt wäre. So viel zu der Bereitschaft der WTG ihre Schäfchen zu informieren was sie so alles… Weiterlesen »

Nachdenker an Tilo

Dank dir für diese 2 tollen Beiträge die ehrlich und schonungslos aufzeigen was die Organisation mit ihren Schäfchen und vor allem mit den Kindern macht. Sie werden einer natürlichen und fröhlichen, ungezwungene Kindheit beraubt. Einer für die weitere Entwicklung so wichtigen Zeit, die nur wiederkehren wird und das Schlimmste daran ist das ihre “liebevollen” Eltern allen Ernstes glauben das sie das Beste für ihre Kinder tun wenn sie blind den Befehlen der Organisation folgen. Eigentlich verstoßen sie gegen das Selbstbestimmungsrecht und Sorgerecht der Kinder, die sie zu willenlosen Kreaturen heranziehen denen jegliche sozialen Kontakte und Kompetenzen fehlen. Eine Schande und… Weiterlesen »

Anna

Lieber Tilo, liebe Schwestern und Brüder, das hast du so wunderschön geschrieben. Ich habe mich wie du auch bei meinen Kindern entschuldigt. Zum Glück sind sie ausgestiegen, jedoch nicht ohne Wunden davongetragen zu haben. Mir tun die Mitleser aufrichtig leid die hier posten, dass sie keinen Kontakt zu organisationstreuen Kindern und Enkeln haben. Wie gemein und menschenverachtend. Den armen Kindern in den Versammlungen wird dann auch noch stets ein schlechtes Gewissen eingeredet. Z.B weil es Mitschülern kein Zeugnis gibt. Es geht immer darum mutig zu sein um Jehova eine Freude zu machen. Und dann noch das broadcasting und die vielen… Weiterlesen »

David

Hallo Tilo,

vielen, vielen Dank für die Thematisierung dieses Themas einerseits, und die – wenn die Bemerkung erlaubt ist – gute Abhandlung andererseits.

Lg

David

Ps: zum Teil 1 werde ich später noch was schreiben.

Petrus111

Liebe Freunde, danke für den Artikel. Ich meine, dass Eltern von JZ für die Kindererziehung völlig falsche Werte vermittelt werden, die sie dann entsprechend weitergeben bzw. bei der Erziehung umsetzen. Fleiß, Disziplin, Durchhaltevermögen, Ehrlichkeit: das sind natürlich gute und richtige Werte. Aber womit werden diese Werte kombiniert?! Kindern von JZ wird das Leistungsevangelium vermittelt – und nicht die Liebe und Gnade Gottes. Meine Erfahrung ist, dass Kinder von JZ, die gegen diese Art der Erziehung opponieren (was grundsätzlich gut ist), häufig ihren Weg selbst nicht finden, von den Eltern fallen gelassen werden und dann tatsächlich scheitern. Und dann heißt es:… Weiterlesen »

Ulla

Lieber Tilo, dein Mitgefühl und deine Aufrichtigkeit deinen Kindern gegenüber hat mich zutiefst berührt…auch ich habe mich bei meinen Kindern dafür entschuldigt, dass ich “euch in diese religiöse Schablone mit reinerzogen habe”, das haben sie sogar schriftlich bekommen, in einem letzten fruchtlosen Familiengespräch 2013. Seitdem bluten unser aller Herzen sicherlich wegen der Ächtung. Aber vielleicht arbeitet meine Entschuldigung irgendwann in ihren Seelen. Dafür bete ich immer und immer wieder. Da ich ein “hoffnungsloser Optimist” bin, kann ich gar nicht anders, als zu hoffen, dass sie wach werden durch das Leben, das ich als freie Christin führe. Man landet NICHT in… Weiterlesen »

www.Christusbekenner.de

Wenn man bereits als Baby, Kleinkind, Kind oder Jugendlicher – durch die Eltern und andere – mit der “Droge” JW.Org “gespritzt” wurde, ist der Ablöse-Prozess von dieser “Sucht” nicht einfach. Die “Entgiftungs- und Entziehungs-Kur” kann durchaus seine Zeit benötigen und auch schmerzhaft sein. Als hilfreich haben viele das gebetsvolle tägliche Bibellesen empfunden, durch das der Heilige Geist nach und nach Heilung bewirkt. Viele, die ihre “Laufbahn” bei den Z.J. schon als Kind begannen, haben sich ihr ganze Leben mit dem Gedanken gequält, dass sie nicht genug tun, um Gott zu gefallen …. Doch der Heilige Geist kann durch Bibellesen beispielsweise… Weiterlesen »

Horst

Lieber Tilo, Dein grossartiger Appell im letzten Absatz Deines Artikels hat mich sehr berührt. Das kann nur jemand schreiben, der persönlich mit der Materie betroffen war oder ist. Die Natur des Menschen gibt ihm automatisch ein, was für seinen Nachwuchs das Beste ist. Die ZJ-Doktrin vergewaltigt jedoch bereits die Eltern. Unter ihr formen sie ein10-jähriges Robotermonster mit Anzug und Krawatte, welches Dinge nachplappert, die es noch gar nicht verstehen kann. Sie rauben seine Kindheit, sein Aufwachsen , seine Sinne und seine künftige Existenz, indem sie ihm die Perversität einer Organisation einimpfen, die ihm vermittelt, durch die Spende seines Eisgroschens “Jehovas… Weiterlesen »

Ulla

Lieber Tilo,
wie haben denn deine Kinder auf deine Entschuldigung reagiert? Hast du ihr Herz erreichen können? Sind sie noch Teil der Org oder sind sie frei geworden?
LG Ullla

Wildblume

Lieber Tilo,
einen gaaanz liebevollen, herzlichen warmen Dank von mir für diese beiden schönen Beiträge von Dir!
Du hast mein Herz erreicht, mich berührt und gewonnen.
Weil ich Opfer und gleichzeitig Täter bin….
Es ist nichts weiter hinzuzufügen!
Danke
Wildblume

Schneeflocke

Auch ich möchte mich für die beiden Artikel sehr bedanken. Sie haben mich sehr zum Nachdenken und auch wiederum in meine eigene Wahrnehmung gebracht. Dass Kinder für unseren Gott ganz besonders und schützenswert sind, sehen wir überall in seiner Schöpfung. Im Tierreich und auch bei uns Menschen; das fleischlich gewordene Ebenbild Gottes übte ebenfalls durch sein Wesen eine besondere Anziehungskraft auf Kinder aus und er umarmte sie liebevoll. Nach dem ersten Teil habe ich sehr in mich selbst hineingefühlt, wie ich es als 11-jähriger Täufling empfunden habe. Ich denke aber auch, man kann meine Erfahrung nicht Verallgemeinern, trotzdem möchte ich… Weiterlesen »

Opa Klaus

Meine Frau und ich waren in Ost und West Anfang der 50er als Jugendliche zu den Z.J. eingestiegen. 1956 heirateten wir in Düsseldorf und mit 6 Kindern (erstes ab 1958, einzig getauft durch Drängeln eines ‘Ältesten’) stiegen wir alle gemeinsam 1979 aus. Wir haben keine “Interessierten” in die WTG gebracht. Die liberale Einstellung von uns Eltern hat sich ausgezahlt. Keiner von uns 8 Personen hat sich einer religiösen Gruppe oder deren Ideologie angeschlossen. Atheist ist keiner geworden. Nur wir beiden Senioren befassen uns intensiv mit der Bibel. Mit unseren 6 Kindern und 11 Enkeln sprechen wir über das was wir… Weiterlesen »

Tilo

An alle Kommentatoren:
Ich möchte mich ganz herzlich für die zusätzlichen Anregungen und die Schilderungen der eigenen Befindlichkeit von jenen bedanken, die sich als Kinder haben taufen lassen! Das sind für mich wertvolle Zeugnisse, weil ich selbst als Erwachsener getauft worden bin und mir daher diese Seelenzustände von Kindern fremd sind.
Vielen lieben Dank!
Tilo

Omma

Hallo, ihr Lieben, die Offenheit unserer lieben Schneeflocke gibt mir den Mut, auch etwas aus unserem Leben zu berichten. Der Oppa und ich hatten keine ideale Kindheit (wir waren von Geburt/früher Kindheit an bei den ZJ), ich wurde mit 13 J. und der Oppa mit 16 J. getauft. Später erzählte mir der Oppa, dass es wohl damals „üblich“ war, sich auch taufen zu lassen, denn andere taten es ja auch. Bei mir war es die Angst, Harmagedon nicht überleben zu können, wenn ich nicht getauft wäre. Obwohl ich immer eine feste Bindung an meinem lieben Himmlischen Vater hatte, denn anders… Weiterlesen »

Stachelbeere

Lieber Tilo, mit den zwei Beiträgen, sprichst du sehr deutlich an, was uns Eltern von zwei kleinen Kindern, fast das Herz zerreißt und extrem belastet: die unbiblische, negative Beeinflussung durch die Belehrung in der Versammlung. Zwar haben wir fast alles an Aktivitäten zurück gefahren was geht, doch gehen wir noch in die Zusammenkünfte (auch das wird immer unregelmäßiger). Unsere Kinder werden von uns zu Hause nicht mit der Literatur der Org.belehrt. Sie wissen nicht von uns was die Org.,die LK, der Berichtszettel, die Dringlichkeit d.Predigens,etc. Doch durch die Versammlung bekommen sie es mit. Sie hören dort immer wieder Harmagedon, Predigen,… Weiterlesen »

Demetrius

Wenn man das so liest kommt einem der Vergleich mit dem alten Israeliten in den Sinn. Es ist eine gute Beschreibung dazu in Micha 3:1-7 zu finden. In Micha 6:8 wird beschrieben was Jehowah von uns erwartet.

Zartbesaitet

Danke lieber Tilo für diese beiden Abhandlungen. Klassisch gesehen geschieht es genauso in den Versammlungen und Familien. Mit dem Hintergrund der Vollzeitdienstvergangenheit und dem häufigen in „HIlfe-Not-Versammlungen“ gesandt werden hatten wir es einfacher, unsere Kinder alternativ zur „Literatur-Erziehung“ aufwachsen zu lassen. Wir gaben ihnen so viel Liebe wie wir konnten und taten Dinge, die abseits des Standards war. Ich ging mit meinen Söhnen ins Fussballstadion oder zum Eishockey (was sie alles heute noch gerne machen), organisierte auch Sport innerhalb der Versammlung (was alles hinter vorgehaltener Hand Kritik bei den Mitältesten hervorrief); agierte auch alternativ im Umgang mit dem Predigtdienst, indem… Weiterlesen »

Fox

Lieber Tilo, diese Art der Kindererziehungsverführung funktioniert (auch) so gut, weil die Grundlage sehr schwammig gehalten wird. Zum einen wird ja bereits den Eltern vorenthalten, dass es ein “Gesetzbuch” der Ältesten gibt, auf dessen Inhalt die “normalen” Zeugen Jehovas gar keinen Anspruch zur Einsicht haben. Ganz sicher gäbe es eine Reihe weniger Zeugenmütter in deren Reihen, wenn die Frauen wüssten, dass zur “besonderen Vorsicht” vor Schwestern gewarnt wird, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden, dass sie nicht dulden dürfen, dass ihre Kinder als Heranwachsende mit jemandem vom andern Geschlecht zusammen in der Öffentlichkeit Hand in Hand gehend gesehen werden… Weiterlesen »

O.W.Schön@Jugendliche

Sich unbedingt jetzt fürs Bethel bewerben!

Liebe junge Zeugen Jehovas!

Da in England bereits die ersten Londoner Bethel-Grundstücke verkauft worden sind und mit Ihnen auch gleich die Alt-Gedienten ihren Hut nehmen dürfen (weltweite Praxis von JW.Org, die Altgedienten-Mitarbeiter auf die Strasse zu setzen) werden nun wieder Arbeitsplätze frei für Temple Farm. Für das neue Bethel in England, in Essex Temple Farm werden Hunderte neuer junger Bethelmitarbeiter gesucht, da die älteren Mitarbeiter im Zuge des Neubau gleich mit entsorgt werden. Also unbedingt jetzt bewerben!

Dringend neue Bethelmitarbeiter gesucht:
https://tv.jw.org/#de/mediaitems/VODMinistryExpandMinistry/pub-jwb_201905_3_VIDEO

O.W.S.