Glauben und Leben als Zeuge Jehovas

Basis und Glaubensgebäude für das tägliche Leben

Du bist ein Zeuge Jehovas. Seit einigen Jahren – vielleicht schon seit sehr vielen Jahren bist Du Mitglied in dieser Glaubensgemeinschaft. Aber Du siehst Dich nicht als Mitglied einer Gemeinschaft – sondern Du siehst Dich als Christ, der nicht einfach einen Glauben hat, sondern der seinen Glauben lebt, dessen Glaube also bestimmender Teil der Lebensführung ist. Dein Glaube bestimmt Deine Werte. Es ist Dir wichtig, Deinem Glauben entsprechend zu leben. Du hast Dein berufliches Umfeld so gewählt, dass du an Deiner Glaubensausübung nicht gehindert wirst. Es muss Zeit sein für die Zusammenkünfte, für Deine persönliche Bibelbetrachtung und natürlich für das Wichtigste: den Predigtdienst.

 

Worauf basiert Dein Glaube? Die Antwort ist ebenso einfach wie komplex: Dein Glaube basiert auf der Heiligen Schrift – auf dem Wort Gottes. Du hast durch ein gründliches Studium der Bibel für Dich erschlossen, dass Gottes Wort die religiöse Wahrheit über Gott enthält. Und daran glaubst Du nun – es ist Deine feste Überzeugung.

Du glaubst an die Bibel, also glaubst Du auch daran, dass Gott auf der Erde durch die durch seinen Geist geleitete Organisation handelt. Was von dort kommt, das ist das, was gut für Dich ist. Diese Organisation ist weltumspannend, spricht mit einer Sprache, versorgt inzwischen 8 Millionen Zeugen Jehovas zeitgleich mit der gleichen geistigen Speise. Als Volk Gottes in der Neuzeit kann man sich gesegnet fühlen, wenn man zu dieser großen Bruderschaft gehören darf.

Was macht die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas aus? Nun, als Zeuge Jehovas ist es Dir wichtig, für Deinen Glauben einzutreten. Was versteht man darunter? Es handelt sich um den Predigtauftrag, welchen Jesus seinen Jüngern gab – auch Du bist ein Missionierender, und somit musst Du Dich immer wieder schulen lassen, um in die Welt hinauszugehen und zu missionieren.

Die Dienstzusammenkunft ist darauf ausgerichtet, aber letztlich sind es auch die Vorträge und die Wachtturmartikel, die Dich immer wieder – Woche für Woche – dazu anhalten, Deinen Dienst für Gott zu verrichten.

Dabei ist zweierlei wichtig: Du musst Dich in der Bibel auskennen, denn sie ist Grundlage des Predigtauftrages. Also musst Du Dein Bibelwissen immer wieder auffrischen. Und Du musst Dir die Notwendigkeit des Predigens immer wieder vor Augen führen, um im Eifer nicht nachzulassen.

Die Zusammenkünfte sind also im Wesentlichen ein ständiges Training für den Predigtdienst. Und was sind sie noch? Was erfährst Du außerdem für Dein tägliches Leben – inwieweit bekommst Du Inspiration, Spiritualität, seelische Erhebung?

An dieser Stelle möchten wir kurz innehalten und eine Frage stellen:

Ist derjenige, der jemanden auf einen Irrweg aufmerksam macht, gleichzeitig verpflichtet, ihm den richtigen Weg zu weisen?

Nimm folgende Situation: ein Auto hält neben Dir und der Fahrer fragt: geht es auf diesem Weg nach München? Und Du antwortest: nein, das ist die falsche Richtung. Wenn Sie hier weiterfahren, kommen Sie nicht auf den Weg nach München – Sie entfernen sich von Ihrem Ziel. Es ist die falsche Richtung. Nun fragt der Fahrer: wie fahre ich denn richtig? Und Du antwortest: ich kann Ihnen nur sagen: dieser Weg führt nicht nach München – er führt nämlich dort und dort hin – und das liegt nicht mal annähernd in der Nähe von München. Es ist der falsche Weg. Aber den richtigen Weg kann ich Ihnen nicht sagen – besorgen Sie sich eine Karte, schalten Sie ihr Navigationsgerät ein oder fragen Sie jemanden anders – ich weiß es nicht.

Wenn jemand Dir glaubhaft macht, dass Dein Weg des Glaubens in die falsche Richtung führt, muss er Dir deshalb nicht den „wahren Glauben“ aufzeigen. Aus dem Gleichnis mit dem breiten und dem schmalen Weg folgern Zeugen Jehovas, dass es nur den einen wahren Weg, eben den schmalen Weg des Glaubens gibt, dem man folgen sollte – und das ist ihr Weg. Darauf kommen wir später zu sprechen.

Folgendes kennzeichnet die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas seit jeher:

Die Gläubigen in der Gemeinschaft werden in Einheiten organisiert, die von der Größe her überschaubar sind und es erlauben, dass ein kleines Führungsgremium alle Personen kennt und persönlich betreut. Sehr kleine Einheiten sind dabei schwierig; sie sollten wachsen; übersteigt die Anzahl der Verkündenden ca. 100 Personen, so wird die Einheit geteilt. Dies alles dient nur einem Zweck: der effektiven Verkündung.

Allerdings sollen Versammlungen auch deshalb nicht so groß werden wie eine städtische Kirchengemeinde mit tausenden von Mitgliedern, weil in diesen kleinen Einheiten ein überschaubarer und kontrollierbarer Sozialraum gegeben ist, der aber gerade groß genug ist, um in sich zu funktionieren. Jeder kennt jeden; man sieht und beobachtet – es gibt eine soziale Kontrolle. Ob dies gut oder schlecht ist, lassen wir zunächst dahingestellt.

Diese kleinen Einheiten werden regelmäßig zu großen Zusammenkünften zusammengerufen. Dies dient der geistigen Belehrung, so sagt man den Gläubigen. Es hat aber den wesentlichen Zweck, der relativ kleinen Schar von Anhängern vor Augen zu führen: „Wir sind in Wirklichkeit doch ganz schön viele!“

Den Mitgliedern der Versammlung wird mit großer Vehemenz deutlich gemacht, dass es ihre Pflicht ist, Kongresse zu besuchen. Dabei werden die Entbehrungen und Opfer, die der Besuch einer solchen Veranstaltung mit sich bringen kann, keineswegs verschwiegen – statt dessen gibt es Erfahrungsberichte darüber, wie besonders entbehrungsreich und aufopferungsvoll mancher Kongressbesuch war – und wie groß die Segnungen waren, die man dafür erfahren hat.

Die so in großen Sälen oder gar Stadien Versammelten hören sich – mit Kind und Kegel, mit Baby und Greis, stumm in Reihe auf Sitzschalen ohne Lehne sitzend, stundenlang aus schlechten Lautsprechern und Echohall der Stadionrückseite die ermunternden Ansprachen an – und das tagelang.

Hierdurch entsteht – und zwar besonders dadurch, dass diese Veranstaltungen alles andere als vergnüglich sind, ein großes Gemeinschaftsgefühl – und je größer das Opfer, desto größer ist auch das Gemeinschaftsgefühl.

Welche „Arten“ von Zeugen Jehovas gibt es?

Nun, da wäre zunächst die oberste Führung. Man weiß von diesen Menschen – es sind ausschließlich Männer – dass sie durch die Organisation voll versorgt werden und ihr Leben damit verbringen, in den Zentralen und auf großen Tagungen die Geschicke der Zeugen Jehovas zu leiten.

Und: ja, die halbe Menschheit besteht aus Frauen, aber die Leitungsebene – auf allen Ebenen der Leitung, besteht bei Zeugen Jehovas nur aus Männern. Selbst der Trupp, der für die Sauberkeit der sanitären Anlagen auf Kongressen sorgt, besteht zwar auch aus Frauen, wird aber von einem Mann geleitet. Führungspositionen für die theologische Sparte, aber auch für jegliches strukturelle oder organisatorische Aufgabe: nur Männer.

Dann gibt es die Mitarbeiter in den Zentralen. Sie arbeiten für Unterkunft und Logis; sie leben wie Mönche im Kloster. Sie arbeiten für den Orden. Außerdem gibt  es die Vollzeitprediger, die entweder im Reisenden Dienst oder als Vollzeitprediger in den Versammlungen missionieren. Und dann gibt es die „Versammlungsverkündiger“ in den Versammlungen; die Versammlungen werden von einer (nur männlichen) Ältestenschaft geführt. Aber: diese Versammlungsverkündiger machen 95 % der Gläubigen aus.

Wie leben diese Menschen? Nun, es sind Einzelpersonen, Ehepaare und Familien, wobei die Menschen einem Beruf nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Soweit: normal – nichts Auffälliges.

Was ist jedoch auffällig, ohne aufzufallen?

Nur Du als Zeuge Jehovas weißt, was Dir Woche für Woche in der Versammlung erzählt wird und was Du also beachtest, um weiterhin in der Organisation anerkannt und akzeptiert zu sein: Lebe für Jehova. Gib Deine Zeit und Deine Mittel für das Werk. Gehe predigen. Du bist ein Gott hingegebener Christ. Du gehörst nicht mehr dir. Opfere Dich auf.

Und das machst Du: Du besuchst die Zusammenkünfte, Du belehrst Deine Kinder, Du betreibst ein persönliches Bibelstudium, Du gehst in den Predigtdienst. Du pflegst den Saal, Du fährst zu Kongressaufbauten; Du besuchst Kongresse. Du bist in der Bauregion behilflich und verbringst Deine Wochenenden, Deinen Urlaub oder Deine Zeit als Rentner auf Baustellen zur Errichtung neuer Immobilien.

Das Wichtigste aber ist der Predigtdienst!

Nun frage Dich folgendes: Du lebst als Familienmitglied, als Arbeitskollege, als Nachbar in einem sozialen Umfeld. Du hast somit Herausforderungen zu bestehen – wie jeder Mensch. Die Spiritualität Deiner Religion sollte Dir helfen, mit diesen Herausforderungen fertig zu werden. Als Teil einer Bürgerschaft in Deiner Stadt, in dem Land, in dem Du lebst, beanspruchst Du das, was Dir die soziale Gemeinschaft und der Staat bieten. Du kannst kulturelle Veranstaltungen besuchen, Du rufst die Feuerwehr, wenn es brennt; das Rote Kreuz oder der Samariterbund holen Dich ab, wenn Du eilig ins Krankenhaus musst.

Beteiligst Du Dich daran? Wirst Du durch Deinen Glauben dazu aufgefordert, Dich hier einzubringen? Überlege bitte folgendes:

Was bieten Dir die wöchentlichen Zusammenkünfte und die Kongresse?

Was bietet Dir die biblische Belehrung? Es ist der Glaube an Gott und an das bald verwirklichte irdische Paradies. Um dieses zu erlangen, musst Du heute missionieren. Das ist der wichtige Gottesdienst – alles dreht sich mittelbar oder unmittelbar darum.

Es gibt nichts anderes. Wenn Dir erlaubt wird, Dich „maßvoll zu erholen“, dann dient auch das nur der Herstellung Deiner Kraft für – na für was? Die Familie wird hochgehalten – für was? Kann die Frau in Teilzeit oder gar nicht arbeiten, um mehr Einsatz im Dienst zu zeigen? Können die Kinder nach einer Ausbildung den Vollzeitdienst anstreben? Wie steht die Organisation zu bürgerschaftlichem Engagement? Wenn es die Einstellung wäre: wir machen unsers – lass die anderen das andere machen – wenn man also demgegenüber neutral eingestellt wäre, dann ginge es ja noch. Nein, Engagement auf der zivilgesellschaftlichen Ebene wird verteufelt! Übertrieben?

Wir zitieren das Frieden – Buch – 1986 – Kap 11 Abs. 26

„Einige mögen einwenden: „Aber viele Organisationen der Welt tun Gutes, arbeiten zum Schutz und für die Gesundheit, die Bildung und die Freiheit des Volkes.“ Es stimmt, daß gewisse Organisationen einige wenige Schwierigkeiten, unter denen das Volk zu leiden hat, vorübergehend beheben. Doch sie sind alle ein Teil der von Gott entfremdeten Welt. Und sie veranlassen die Menschen, ihre Aufmerksamkeit auf den Fortbestand des gegenwärtigen Systems der Dinge zu richten. Keine dieser Organisationen befürwortet Gottes Regierung über die Erde — das durch seinen Sohn regierte Königreich. Übrigens mögen selbst Kriminelle Kinder aufziehen, für sie sorgen und wohltätige Werke für ein Gemeinwesen tun. Würden aber diese Dinge es rechtfertigen, kriminelle Organisationen auf irgendeine Weise zu unterstützen? (Vergleiche 2. Korinther 6:14-16.)“

Folgende Tatsachen sind unbestreitbar: Zeugen Jehovas haben ihre Glaubenslehren seit ihrer Entstehung grundlegend geändert. Sie haben mehrfach das unmittelbare Eingreifen Gottes und das Ende der Welt vorhergesagt; die Gläubigen haben ihr Leben danach ausgerichtet und ihre Anstrengungen für die Organisation erhöht in der Erwartung eines baldigen Endes des Systems. Der letzte diesbezügliche Hype war 1975, als 6000 Jahre Menschheitsgeschichte angeblich zu Ende gingen. Die neueste Lehre ist die der „überlappenden Generation“, mit der man zu erklären versucht, dass die „Generation“ seit 1914 zwar ausgestorben ist, dennoch das Ende der Welt noch nicht gekommen ist, aber bald kommen wird.

Die Belehrung in den Zusammenkünften der Zeugen Jehovas ist immer indirekt oder direkt darauf ausgerichtet, die Mitglieder aufzufordern, zu missionieren oder sich anderen Teilen der Arbeit für die Organisation zu widmen. Dies wird als Gottesdienst angesehen. Die Predigten helfen für den Alltag nicht weiter. Ganz offen wird erklärt, dass man sich mit vielen Problemen nicht befassen müsse, weil diese die „Welt“ betreffen, mit der man nichts zu tun habe.

Frage Dich an dieser Stelle:

Sollte die Religion Dir dienen oder Du der Religion?
Die Frage ist nicht: solltest Du Gott dienen oder sollte Gott Dir dienen.
Die Frage ist: Sollte die Religion Dir dienen oder Du der Religion?

Gott dient den Menschen: durch sein Wort, durch die Erlösung durch das Opfer seines Sohnes, durch seinen heiligen Geist, mit dem er alle stärkt, die an ihn glauben. Gott löst keine Probleme. Gott hilft durch sein Wort, Probleme zu vermeiden; liegt es nicht in der Hand des Menschen, so hilft Gott, die Folgen der Unvollkommenheit zu ertragen; schlussendlich hat jeder gläubige Mensch die Hoffnung auf Erlösung und kann sich deshalb in Gottes Hand geben. Aber was tut die Religion für ihre Gläubigen? Was tut Deine Religion für Dich?

Es gibt viele falsche Wege, die daher nicht zum Ziel führen.

Es gibt aber auch mehr als einen Weg, der zum Ziel führt. Es gibt schnelle lange Wege. Es gibt langsame kurze Wege. Es gibt auch Umwege, die vielleicht ihren Reiz haben, auf jeden Fall aber dennoch zum Ziel führen. Die Menschen sind unterschiedlich – und diese Unterschiedlichkeit ist nicht nur gottgewollt, sie ist auch von Gott so geschaffen worden. Gott wollte keine Uniformität. Die Wege jedes Einzelnen zu Gott sind unterschiedlich. Jeder muss diesen Weg selbst gehen – aber nicht allein. Manchmal sieht man die Fussspuren eines Menschen, wenn er seinen Weg macht. Manchmal sieht man diese Spuren aber auch nicht. Das kann daran liegen, dass der Mensch eine Pause macht, es kann daran liegen, dass der Wind die Spuren verweht oder der Regen sie verwaschen hat – es kann aber auch daran liegen, dass Gott ihn eine Weile getragen hat, weshalb er keine Spuren hinterließ. Das weiß nur Gott und der jeweilige Mensch alleine – die anderen wissen es nicht.

Zeugen Jehovas sind überwiegend dafür bekannt, ehrlich, gesetzestreu und moralisch zu sein. Sie halten die Familie hoch und gelten als fleißig. Dies hat allerdings auch eine Kehrseite: Zeugen Jehovas entledigen sich ihrer sozialen Probleme, indem sie den „reuelosen“ Sünder ausschließen. Reuelos sein bedeutet aber vielfach, für sich einfach zur Zeit keinen anderen Weg zu sehen oder nicht die Kraft zu haben, etwas bestimmtes zu tun oder zu lassen. Zeugen Jehovas kümmern sich nicht um zerrüttete Familien, um Drogensüchtige oder um Leute mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Die, die damit nicht auf akzeptiertem Wege klarkommen, müssen die Gemeinschaft nicht nur verlassen – niemand aus der Gemeinschaft darf ihnen danach noch helfen, denn solche Menschen sind zu meiden. Und wer solche Probleme hat, kommt erst gar nicht in die Gemeinschaft hinein. Leben Zeugen Jehovas also christlich? Sind sie Christen, weil sie ihre Hauptaufgabe darin sehen, andere für ihren Glauben zu missionieren?

Frage Dich folgendes: Jesus gab seinen 12 Jüngern einen Missionsauftrag. Was geschah bezüglich der christlichen Lehre seit dem 1. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert? Waren alle, die seither getauft wurden, keine Christen? Welches Buch druckte Gutenberg zuerst und in damals unvorstellbar großer Auflage? Informiere Dich im Internet über die Verbreitung von Bibeln durch Bibelgesellschaften. Informiere Dich außerdem über heutige Christenverfolgung und vergleiche es mit dem, was Du bislang glaubtest.

Wie lebten die ersten Christen im ersten und zweiten Jahrhundert? Ist uns aus der Bibel oder sonst wie überliefert, dass die Menschen, die sich zu diesem „neuen Glauben“ bekehrten, deshalb zu Wanderpredigern wurden? Die Menschen bekannten sich zu ihrem Glauben, die versammelten sich in Gruppen und lebten ihren Glauben im Alltag.

Aber gehen wir noch einen Schritt zurück: was wissen wir über Jesus? Er wurde geboren – dann gibt es eine Episode, als er 12 Jahre alt war und dann: 18 Jahre später, mit 30 Jahren, nahm er sein Werk auf, welches er 3 ½ Jahre später schon auf der Erde beendete. Er sammelte 12 Jünger um sich, die sein Werk fortsetzten. War sein Vater Joseph ein Pionier? Oder seine Mutter Maria? Oder die Tausende, die mit Heiligem Geist gesalbt wurden: nahmen sie den Vollzeitdienst auf? Darüber sagt die Bibel gar nichts. Diese Menschen lebten in ihrem Alltag als Christen. Selbst Angehörige des römischen Militärs bekehrten sich – wechselten deshalb aber nicht ihren Beruf.

Der „falsche Weg“, der irgendwohin führt, ist breit und bequem.

Der Weg zu Gott ist weitaus schmaler. Aber es ist nicht nur ein Weg – es gibt deren viele. „Wahrheit“ ist nicht „relativ“, aber Wahrheit ist gleichwohl nicht für jeden gleich – so wie die Menschen nicht alle gleich sind. Dienst Du Deiner Religion oder dient sie Dir?

Daraus folgend: ist das, was Du innerhalb Deiner Religion tust, wirklich Gottesdienst? Lebst Du als Christ unter Christen und Andersgläubigen? Christen sind Nachfolger Christi. Sie sind nicht Christus. Die christliche Religion ist weltweit verbreitet worden. Die Bibel ist überall verfügbar. Für einen Christen muss es heute nicht mehr darum gehen, zu missionieren, sondern es muss darum gehen, seinen Glauben als Christ zu bekennen und durch seinen Lebenswandel und sein Bekenntnis den christlichen Geist in die Welt zu bringen.

Jesus verhielt sich nicht taktisch – er tat nicht gute Werke, um die Menschen zu Gott zu bekehren. Er half und heilte jeden.

So sollte ein Christ seinem Nächsten auch nicht deshalb helfen, weil er einen guten Eindruck als Christ machen möchte und um den Weg zu einem missionierenden Gespräch zu ebnen, sondern ohne Hintergedanken einfach deshalb, weil er seinen Nächsten liebt wie sich selbst, weil Geben schöner ist als Nehmen – weil man jeden Menschen als seinen Mitmenschen annimmt, egal, welcher Religion dieser angehört.

Als Zeuge Jehovas möchtest Du das Richtige tun. Du möchtest Gott dienen. Will Gott, dass Du den Rest der Welt zur „Organisation“ führst, oder will Gott, dass Du Dein Leben in der sozialen Gemeinschaft mit Deinem Umfeld in christlicher Nächstenliebe führst? Was meine ich damit?

Als meine Mutter starb, gab es eine Traueransprache im Königreichssaal. Meine 3 Geschwister hatten nach dieser Ansprache keine Zeit, mit dem Vater in sein Haus zu fahren und ihn an diesem Abend zu begleiten. Alle drei erklärten, sie hätten am nächsten Morgen eine Verabredung zum Predigen – daher könnten sie nicht verweilen. Nur ich – der Uneifrige, der Glaubensschwache, der Materialistische, der mit der „Welt“ zu sehr Verwobene – ich hatte Zeit und verbrachte den Abend mit meinem Vater. So war das – und das ist, was ich meine und wovon ich spreche.

Was tut ein gläubiger Christ, um seinen Glauben zu zeigen? Was tut Deine Religion für Dich in Deinem täglichen Leben? Und was möchte Gott von Dir tatsächlich? Suche Deinen Weg – nimm Umwege – aber erreiche Dein Ziel. Und erkenne, wenn Du völlig die falsche Richtung eingeschlagen hast.

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Loeschblattlaus

Hallo allseits, eine gute Gelegenheit, mich hier zu outen. Bin seit einiger Zeit stiller Mitleser hier und sehr froh, BI gefunden zu haben – oder hat BI mich gefunden? Ich bin seit vielen Jahren “in der Wahrheit”, praktisch in dieser (nicht immer ganz so) groß geworden. Bin jede Woche in der Versammlung, gehe in den Dienst, ein unauffälliger “Mitläufer” eben. Aber innerlich tut sich seit geraumer Zeit sehr viel, ich bin sehr bewegt über die immer größer werdende Anzahl von Details, mit denen ich irgendwie klar kommen muss. Ich bin kein DAG oder Ältester, und mittlerweile froh darüber, weil ich… Weiterlesen »

Tony

GLAUBEN UND LEBEN ALS CHRIST, CHARAKTERISTIKA EINES CHRISTEN 1. Er oder sie müssen an Jesus glauben. Das heißt Ihn durch ein bewussten Glaubensakt als eigenen Herrn und Erlöser annehmen und Ihn als HAUPT anerkennen. Er oder sie müssen zu Ihm geführt werden . Matth. 11:28 : ” Kommt zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken”. Römer 10:9-11 ” Wenn du also mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und mit deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden…..darum heißt es in der Schrift : ”… Weiterlesen »

M.N.

Ihr Lieben, die Sache mit dem “Breiten und dem schmalen Weg” ist auch so ein Dauerbrenner. Der Begriff “Der schmale Weg” wird von der WTG zur Stützung ihrer “Nur wir haben die ‘Einzig richtige Religion'”-Vermessenheit usurpiert mit der Behauptung “Nur wir – die WTG/’Jehovas Zeugen’ – sind ‘Die Wenigen’ auf dem ‘Schmalen Weg, der zum Leben führt’ – alle anderen Religionen sind falsch, satanisch und auf dem ‘Breiten Weg in die Vernichtung'”. Betreffs eines solchen (Miss-) Verständnisses schreibt der Theologe Roland Hardmeier: “Jesus lehrte NICHT, dass es ZU ALLEN ZEITEN NUR WENIGE sind, die seine Herrschaft akzeptieren. Was er sagte,… Weiterlesen »

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