Geldanlage im Namen von Gottes Königreich?

Fragezeichen 2.001Fixnews Vor Menschenaugen zwar verborgen, regiert „das Königreich Gottes unter Jesus Christus“ bereits seit dem Jahr 1914, zumindest wird das von den irdischen Vertretern seither unermüdlich gepredigt. Was nicht so recht dazu passen mag, ist der  Verdacht, dass sich diese irdischen Vertreter durch Unredlichkeit und Geldliebe hervortun, wie wir noch sehen werden.

 

Der englische Begriff Landgrabbing ist Geldanlegern bekannt und zu einem negativ besetzten Begriff verkommen. Man versteht darunter den riesenhaften Aufkauf von Ackerland überwiegend in den ärmeren Ländern wie Indien, Südamerika, Asien und Afrika, um in großem Stil Nahrung anzubauen. Global.001

Unter dieser Klientel oft skrupelloser Spekulanten befinden sich Privatpersonen, aber auch Regierungen und Organisationen, die teils ganze Landstriche entweder gewaltsam an sich reißen oder aufkaufen.

Landgrabbing ist als Geldanlage in Verruf geraten, weil die Praxis der Landnahme an die Kolonialzeit erinnert, als arme Bauern einfach von ihrem Land vertrieben wurden mit der Folge von Hunger und Elend für die Ärmsten unter ihnen.

Kann man sich vorstellen, dass Jesus Christus von seinen „irdischen Vertretern“ erwartet, die „irdische Habe“ des Königreiches, konkret das Vermögen für das weltweite Werk auf diese dubiose Art und Weise zu vermehren? Geld dürfte beim Thema Königreich eher weniger im Fokus des Interesses stehen, besonders dann, wenn es durch gierige Spekulanten erworben wurde. Selbst die Menschen in dieser ach so bösen Welt verurteilen diese Art der Geldvermehrung.

Spekulanten, die mit einflussreichen Banken zusammenarbeiten, versuchen sich damit zu rechtfertigen, dass man gegen die Geisel des Hungers angesichts der wachsenden Weltbevölkerung etwas unternehmen müsse. Ihr Rezept ist die industrielle Bewirtschaftung großer fruchtbarer Flächen unter Einsatz von Dünger und modernsten Maschinen.

Dadurch kann der Ertrag verdoppelt, wenn nicht gar verdreifacht und der Profit entsprechend gesteigert werden. Damit ist die Rechtfertigung ad absurdum geführt. Man spricht nicht darüber, was auf den verschiedenen Konferenzen, die von den Agrarfonds veranstaltet werden, publik wird. In erster Linie geht es darum, Investoren zu gewinnen. Experten sprechen leichthin über die Geldvermehrung mit Hilfe von Agrarfonds und ignorieren das schwere Los der betroffenen Menschen. Jim Rogers z. B. betonte, dass man sich in Zukunft wundern würde, wie rasch die Preise für Lebensmittel und damit die Rendite der Inverstoren steigen würden.

Da werden auf den Konferenzen mit wissenschaftlicher Akribie Strategien zur Geldvermehrung beschrieben. Global 2.001Auf der Website von „Global AgInvest“ sah man vor Jahren ein vielsagendes Bild: Von einer riesigen Agrarfläche rollten nicht Strohballen sondern Geldrollen! Inzwischen wurde dieses entlarvende Bild wieder entfernt. Man erzeugt industriell Lebensmittel und exportiert sie in Länder, wo man dafür Höchstpreise erzielt.

 

 

Im Erzeugerland selbst wird man von diesem Geldsegen kaum etwas spüren. Was bleibt, sind Verbitterung und Armut der von ihrem Land vertriebenen Kleinbauern.   Während man in der westlichen Hemisphäre im Überfluss der Nahrungsmittel untergeht, haben diese Menschen kaum das Nötigste zum Überleben. Die Geldgier der Anleger stößt das Tor zur Ausplünderung unserer Welt auf! Es geht um den Hungertod von Millionen Menschen, die bedenkenlos dem Gott des Profits geopfert werden.

Wer sich über diese verkürzte Darstellung der Situation hinaus für Details interessiert, kann sich darüber im Internet informieren. Was uns hier jedoch besorgt macht oder fassungslos werden lässt ist, dass sich auch unsere Vertreter des Königreiches Gottes scheinbar dafür nicht zu schade sind und zusammen mit anderen skrupellosen Profiteuren auf diesen Zug der Geldvermehrung aufspringen, es geht um die „watchower bibel und tract society“.Global 3.001

Unter dem Link https://www.globalaginvesting.com/Conferences/LastYearAttendees?eventId=10 sind die Listen der Teilnehmer bei den jährlich stattfindenden Veranstaltungen von „Global Aginvest“ einzusehen, die in diesem Geschäft als Investoren agieren.

In dieser langen Liste findet sich unter „W“ auch die „watchtower bible and tract society“. Im Jahre 2012 konnte man sie auch noch im Investorenverzeichnis finden, das inzwischen aber nur noch über ein Passwort zugänglich ist. Ungläubig erstaunt? Das war ich auch, als ich mich mit dem Thema der Agrarfonds beschäftigte.

Ich habe mir ein Investorenverzeichnis und die Teilnehmerlisten verschiedener Veranstaltungen angeschaut, die von Agrarfonds organisiert worden waren. Dass man dort  Geldinstitute wie die Deutsche Bank findet, überrascht nicht weiter.

Überraschend und für einige sicher verstörend ist jedoch die Tatsache, dass dort auch die „watchtower bible and tract society“ vertreten ist. Welche Gründe könnte sie dafür haben? Nimmt sie an den Konferenzen teil, um Stoff für einen Artikel im Erwachet! zusammenzutragen? Das ist wohl eher unwahrscheinlich! Wer sich in solch einer dubiosen Gesellschaft tummelt, hat mit den anderen Teilnehmern ausschließlich nur das eine Ziel im Auge, nämlich möglichst schnell möglichst viel Geld zu scheffeln.

Der bittere Preis der unstillbaren Profitgier, den die ärmsten Bevölkerungsteile in den betroffenen Ländern bezahlen, ist nur die eigene Existenzvernichtung! Mit dieser perfiden Handlungsweise schlägt die WTG ihren König Jesus Christus mitten ins Gesicht und tritt seinen Aufruf zur Nächstenliebe mit Füßen.

Der Prophet Amos geht auf die hemmungslose und menschenverachtende Habgier der geistigen Führer seiner Tage ein, wenn er schreibt: „Hört dies, die ihr nach dem Armen schnappt, ja um den Sanftmütigen der Erde ein Ende zu machen, indem ihr sagt: ,Wie lange wird es dauern, bis der Neumond vorüber ist und wir Getreide verkaufen können? Und der Sabbat, damit wir Korn zum Verkauf anbieten können; um das Maß klein zu machen und den Preis groß, um die Waage des Betruges zu fälschen, um Arme für ein paar Silberstücke zu kaufen oder für den Preis von ein Paar Sandalen und damit wir Getreideabfälle verkaufen können?“ Amos 8:4

Folgende Firmen und Gesellschaften beraten finanzstarke Investoren aus aller Welt zu dubiosen Geldanlagen und Finanzgeschäften im globalen agrarwirtschaftlichen Sektor: BILDER werden eingefügt! Solche Firmen managen Anlagevermögen im unvorstellbaren Gesamtwert von nahezu 500 Billionen (also 500.000 Milliarden!) US-Dollar.

Obwohl diese Geschäfte nicht gegen bestehendes Recht verstoßen, sind sie ethisch doch keinesfalls zu rechtfertigen. Unwillkürlich fragt man sich, warum nun ausgerechnet die „watchtower bible and tract society“, bekannt als Tugendhort, Leuchtfeuer für die wahre Religion und Zentrum der wahren Anbetung dort als Konferenzteilnehmer gelistet ist.

Die Antwort mag einfach, der Grund profan sein: vielleicht möchte die Gesellschaft einfach ihre Milliarden aus dem Verkauf ihrer Gebäude und Areale des alten Stammsitzes in New York möglichst gewinnbringend anlegen. Was bietet sich da besser an, als in das lukrative Agrar-Investment-Geschäft einzusteigen?

Da aber der Sklave mit seinen selbsterkorenen Propheten trotz mehrmaliger Anläufe anscheinend immer noch nicht weiß, wann Harmagedon kommen wird, nutzt er vorher die Zeit bis dahin und macht noch schnell gründlich „von der Welt Gebrauch“, um die diesseitigen Früchte der wundersamen Geldvermehrung zu genießen. – „Pecunia non olet“ oder Geld stinkt nicht – das wusste schon der römische Senat und besteuerte seine öffentlichen Bedürfnisanstalten.

Der Sklave täte wirklich gut daran den Rat Jesu zu beherzigen, den er einst einem gläubigen reichen Mann gab: „Wenn du vollkommen sein willst“, sagte Jesus zu ihm, „dann geh, und verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen – du wirst dann einen Schatz im Himmel haben –, und komm, folge mir nach!“ Mat. 6:21 NeÜ

Doch statt die Armen zu unterstützen, nimmt er ihnen über Spenden lieber noch die letzten Groschen ab, um sie angeblich im weltweiten Königreichswerk zu investieren.

Welch merkwürdiges Bibelverständnis.

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Roby

Die Watch Tower Society nimmt nicht nur bei Global AgInvesting teil, sondern war auch beim InvestHedge Forum 2011 im Britischen Museum in London dabei, wie man aus der Teilnehmerliste ersehen kann (Hedge Fund Intelligence, Sep. 13, 2011). Die Website habe ich in meinem Kommentar eingefügt. Das ist aber auch nicht verwunderlich, schließlich müssen sie ja die 1 Milliarde aus dem Verkauf der Gebäude in Brooklyn irgendwie anlegen. Dazu kommen ja noch die Verkäufe der stillgelegten Zweigbüros. Außerdem werden immer mehr Kö.- und Kongress-Säle in besten Lagen verkauft und auf billigen Baugrund mit kostenlosen Freiwilligen neu errichtet. Übrigens waren sie auch… Weiterlesen »

ManfredF

Wie macht die WTG wirklich Geld? Nun in einem Artikel der Welt von 2015 steht:

“Die Religionsgemeinschaft kaufte ihr mehr als 68.000 Quadratmeter umfassendes Zentrum 1969 dem Pharmaunternehmen Squibb Pharmaceuticals ab – für drei Millionen Dollar.”

Verkauft wurde der Komplex inzwischen für rund 1.000 Millionen USD. Also eine Wertsteigerung um das 333 fache. In nur 46 Jahren. Pro Jahr hat sich also der Wert um rund 724% vermehrt. Es gibt keine andere Anlage, die so viel Gewinn in so einer Zeit erwirtschaftet hätte.

Immobilien, die man günstig kauft, von Freiwilligen umsonst renovieren lässt ist das Geschäft mit Zukunft.

ManfredF

Lieber Matthäus du hast einen wichtigen Satz gesagt “Wie ernst es der WtG mit den eigenen Lehren ist” Wenn die WTG wirklich glauben würde, dass Jesus 1914 wiedergekommen ist und Harmagedon längst überfällig ist, dann würde sie keine Immobilien anhäufen es sei denn sie glaubt ernsthaft, diese Immobilien würden von Gott in Harmagedon geschützt und nach Harmagedon kann sie weitermachen wie bisher und überflüssiges Geschreibsel als Belehrung verkaufen. Ich denke, die Führung interessiert sich nur für die Macht und im Hintergrund gibt es einige Besitzer von Aktien der WTG die auch einen finanziellen Nutzen davon haben. Aber das GEfühl über… Weiterlesen »

Ingolf Mann

Ich habe aufgehört zu lesen als ich erfuhr, dass die LK sich an dem Geschäftsmodell beteiligt, dass Bauern ausbeutet und zur Vermehrung der Leiden führt. Da kommen mir zwei Dinge in den Sinn: Im Buch Frieden und Sicherheit – wie zu erlangen, wird jeder ZJ verurteilt der durch seine Beteiligung an einer gemeinnütziger Organisation hilft das Leid der Menschen zu lindern. Was genau das ist, was Jesus getan hat. Erst heilen und dann Predigen siehe Bergpredigt. Aber dem Zeugen wird vorgeworfen, er würde durch seine Unterstützung einer solchen Organisation Satans System das Leben verlängern. Andererseits ist es in Ordnung als… Weiterlesen »