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RoKo
 RoKo
(@roko)

Liebe Mitschreiber. Peetha nannte im Kommentar #42569 zur deutschen Geschichte in den Nachkriegsjahren die sowjetische Besatzungszone. 

Aber in Österreich gab es die Besatzungszonen ebenso, wusste ich noch gar nicht. Was lief in Österreich "anders", so es nicht zu einer Teilung Österreichs und Wiens kam wie es in Deutschland ablief?

Haben die Österreicher unter uns ein paar wissenswerte Angaben?

@Peetha Kleine Pointe von mir: Die Sowjets sind weg. 

LG

Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 22. Juli 2021 12:14
Gerd
 Gerd
(@gerd)
Veröffentlicht von: @roko

Aber in Österreich gab es die Besatzungszonen ebenso, wusste ich noch gar nicht. Was lief in Österreich "anders", so es nicht zu einer Teilung Österreichs und Wiens kam wie es in Deutschland ablief?

Meine Erinnerungsrädchen drehen sich. Der Schreckensfeind waren die Russen. Dabei machte gerade ich mit einem von der Kampftruppe im April 45 eine herzliche Erfahrung. Die Panzer hielten direkt in Wien vor unserem Haus. Ein Russe sprang runter und kam lächelnd direkt zu mir und sprach freundlich was ich nicht verstand. Eine Nachbarin konnte tschechisch und der sagte er ich sehe seinem Sohn genau ähnlich. Dann hob er mich auf den Panzer und ich blickte runter ins Innere, dort erschrak ein anderer Kamerad von meinem Gönner und winkte dann zu mir rauf und lachte herzlich - oh, ich schweife ab...

Dann später ab 1949 in der grafischen Ausbildung erinnere ich mich an einen Politiker - Franz Ohla - der mit seinen Sozialisten(!) einen Kommunistenputsch verhinderte. Die Diktaturen der besetzten Gebiete von uns ostwärts, wie CSSR, Ungarn, Polen... waren mir damals schon geläufig. Historie von Wiki:

...Von 1945 bis 1948 und von 1969 bis 1970 war er [Ohla] Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat. 1949–1957 war er Vorsitzender der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter. In dieser Position war er im Oktober und November 1950 führend an der Auflösung der Oktoberstreiks kommunistischer Arbeiter beteiligt. Die Streikenden hatten u. a. Weichen der Wiener Straßenbahn mit Beton ausgegossen, um den Verkehr zu blockieren, und Rollkommandos in Betriebe entsandt, deren Arbeiter sich ihrem Streikaufruf nicht freiwillig anschlossen.

Die anfangs spontane, später vielfach erzwungene Arbeitsniederlegung wurde von ÖVP und SPÖ als Putschversuch der KPÖ interpretiert; der ÖGB erklärte am 7. Oktober 1950: „Der Anschlag auf die Freiheit der österreichischen Arbeiter und Angestellten ist abgewehrt …“[2]. Tatsächlich stellte man sich damals in Ostösterreich und im sowjetischen Sektor Wiens die Frage, ob die Rote Armee zu Gunsten der Streikenden eingreifen und ebenso wie die KPÖ eine Regierungsumbildung fordern werde.

Dies geschah jedoch nicht. Die der ÖVP-SPÖ-Regierung gegenüber loyalen Gewerkschafter behielten die Oberhand: Olah rüstete Aktivisten aus seiner Bauarbeitergewerkschaft mit Schlagstöcken aus, lieh bei Unternehmern Lastautos aus und trat den kommunistischen Rollkommandos auch im sowjetischen Sektor Wiens schlagkräftig entgegen, während die Polizei hier nach Anweisung der Besatzungsmacht nicht einschreiten durfte.[3]Die Kommunisten hatten mittlerweile aus Moskau erfahren, dass die Sowjetunion mitten im Koreakrieg keinen Unruheherd in Österreich haben wollte, und gaben letztlich auf....

Das war unser Glück! Ich wohnte im 5. Bezirk, britischer Sektor, arbeitete im 4. Bezirk, sowjetischer Sektor. Ich erlebte auch wie sich Sowjets und Engländer trafen und sich friedlich mit Händen und Füßen unterhielten, die wenigen Wörter die sie konnten, waren in deutsch...

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 22. Juli 2021 14:57
pit
 pit
(@pit)

Da hinterlässt du bei mir viele Fragezeichen, lieber Gerd.

Kriegt man den Schmäh automatisch, oder muss man sich den dazuverdienen?

Unter welchen Umständen kann man mit einem Streik eine Regierung stürzen?

Wie wird durch einen Streik die Freiheit des Arbeiters bedroht?

Was unterscheidet die östlichen Besatzungsdiktaturen von den westlichen?

AntwortZitat
Veröffentlicht : 23. Juli 2021 8:25
Gerd
 Gerd
(@gerd)
Veröffentlicht von: @pit

Da hinterlässt du bei mir viele Fragezeichen, lieber Gerd.

Kriegt man den Schmäh automatisch, oder muss man sich den dazuverdienen?

1950 waren die roten Gewerkschafter dominant, die Kummerln in der Minderheit. "Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will!" so hieß es, ich war auch Mitglied, noch 5 Jahre kein Zeuge. Davon träumen nun 2021 die Sozi in der Opposition.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 23. Juli 2021 8:52
pit
 pit
(@pit)

Politik ist halt immer ein Opfer der Geschichte. Wenn die Ideologie nicht länger haltbar ist, wird jedes Programm zur Farce. So stehts auch um die Zeugen.

Jedes Pyramidensystem ist zum Scheitern verurteilt.

Ich frag mich, wie unsere Nachkommen unser Handeln sehen werden. Wahrscheinlich werden sie sagen: "Das war eine Horde verrückter Idioten. Dass der Kapitalismus eine Sackgasse war, weiß doch jedes Kind."

Aber so wie das Pendel, so kommt auch alles wieder. Später, im neuen Gewand. Innen dieselben hohlen Phrasen.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 23. Juli 2021 12:03
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