„Erziehungsmaßnahmen durch die Organisation Jehovas“ – ein Beweis für Gottes Liebe?

Kommentar zum Studienartikel – Wt März 2018  

„Jehova erzieht die, die er liebt“.” Hebr.12: 6

Vordergründig geht es in diesem Artikel um „Erziehungsmaßnahmen Jehovas“. Doch bei näherer Betrachtung erkennt man, dass dieser Wachtturm-Studienartikel und jener, in der folgenden Woche, die Autorität der Ältesten, die sich mit erzieherischem Tadel, Gemeinschaftsentzug und Dissoziation befassen, stärken soll. Es wird zwar von der Erziehung durch Jehova und seinem Wort gesprochen, doch der Großteil der Zeugen wird im Hinterkopf vermerkt haben, dass es in Wirklichkeit um Erziehung durch die „Organisation Jehovas“ geht.

Zitat aus dem Folgeartikel: „Lass dich von Jehova erziehen und werde weise.“ 

Abs 14: „Durch diese Speise (des Sklaven), die in unterschiedlichster Form zur Verfügung gestellt wird, werden wir angeleitet oder erzogen. Fragen wir uns: „Veranlasst mich immer wieder einmal ein Vortrag oder Artikel dazu, mein Denken und Verhalten zu ändern?“ Wenn ja, dann können wir uns freuen. Wir lassen uns von Jehova formen und erziehen.“

„Ein Vortrag oder Artikel“ – jedem Zeugen ist klar, dass die Anleitung durch Artikel oder Vorträge aus der Feder des Sklaven stammt und oft nichts mit dem zu tun hat, was uns die Bibel lehrt. Im Gegenteil: Alle Belehrung und Erziehungsmaßnahmen des „Sklaven“ dienen den Zielen der Organisation. „Wir lassen uns von Jehova formen“, bedeutet im Klartext: Unsere Kinder und Neuinteressierte werden zu organisationtreuen Funktionären geformt.

Zitat Studienwachtturm Juli 2018, S. 21, Abs. 20:

„Heute warnt uns Jehova unter anderem durch Bibelberichte und unseren Veröffentlichungen oder Hinweisen von Glaubensbrüdern. Wenn wir darauf hören, wird Jehova barmherzig sein“.

Halten wir fest: Berichte aus der Bibel werden mit den Veröffentlichungen der WTG und dem, was uns heute Mitmenschen – Glaubensbrüder – als Hinweis geben, gleichgestellt.

Doch zurück zu Abs. 1. Hier wird die rhetorische Frage gestellt: „WORAN denkst du bei Zucht oder Erziehung? Vielleicht an eine Bestrafung?“  Weiter wird richtigerweise darauf hingewiesen, dass Bestrafung nicht der Grundgedanke in der Erziehung ist, sondern, Zitat: „In der Bibel bezieht sich Erziehung vor allem auf Schulung, wie sie beispielsweise ein heranwachsendes Kind bekommt.“

Richtig, aber warum denken viele von uns Zeugen Jehovas sofort an Bestrafung, wenn von Erziehung gesprochen wird? Wahrscheinlich deshalb, weil in der Literatur der Organisation, einschließlich der Art, wie Bibelverse in der NWÜ übersetzt werden, der Gedanke der Zucht und Bestrafung mehr betont wird, als der Gedanke der Erziehung.

Die irreführende Argumentation geht weiter, wenn der Artikel im Abs. 3 behauptet: Wir gehören zur Christenversammlung, dem „Haus Gottes“ (1. Tim. 3:15). Daher respektieren wir Jehovas Recht, Regeln aufzustellen und uns liebevoll zu korrigieren, wenn wir sie verletzen. Wenn wir etwas Falsches getan haben und wir die Folgen davontragen müssen, erinnern uns Jehovas Erziehungsmaßnahmen daran, wie wichtig es ist, ihm als unserem himmlischen Vater zu gehorchen.“ (Gal. 6:7).

Natürlich hat Gott das Recht, Regeln und Gebote aufzustellen, wer wird das bestreiten wollen? Aber die Frage ist doch, ob die Regeln und Gebote, die menschliche Organisationen erteilen, wirklich Gottes Regeln sind oder ob diese nur den Interessen einer Organisation dienen sollen.

Hier ein weiteres Zitat aus dem Folgeartikel: „Lass dich von Jehova erziehen und werde weise“,

Abs. 12: “Eine der größten Prüfungen für manche Eltern hat mit dem Verhalten gegenüber einem ausgeschlossenen Kind zu tun. Eine Mutter, deren ausgeschlossene Tochter von zu Hause auszog, gibt zu: „Ich suchte nach Schlupflöchern in unseren Veröffentlichungen, um mit meiner Tochter und mit meiner Enkelin Zeit zu verbringen.“ Dann sagt sie: „Aber mein Mann erklärte mir liebevoll, dass wir es nicht mehr in der Hand haben, wie es mit unserem Kind weitergeht, und dass wir uns nicht einmischen dürfen.“

Es geht in diesem Wt-“Studienartikel” wieder mal um das menschenverachtende Kontaktverbot der WTG, welches als Erziehungsmaßnahme Jehovas präsentiert wird.

Man beachte: Jetzt ist es nicht nur mehr die „ausgeschlossene” Tochter, die zur Unperson erklärt wird, sondern sogar auch die Enkelin, ein unschuldiges Kind. Die WTG erhöht die Wucht ihrer Exkommunizierungsdoktrin und verhängt nun eine “Sippenhaft” über Angehörige der exkommunizierten Person. Das ist nur noch als kriminell zu bewerten und hat nichts mit Erziehungsmaßnahmen Gottes zu tun.

In der Geschichte der „Organisation Gottes“ finden wir genug Beweise über ihre Regeln und Gebote, die ihren eigenen Vorstellungen entsprachen, aber nichts mit Gottes Geboten zu tun hatten. Der gesamte Artikel ist mal wieder eine Vermischung von Wahrheiten, Halbwahrheiten und geschickter Täuschung. Für einen Zeugen Jehovas gilt: „ Die Vorgaben der Organisation als Erziehungsmaßnahmen kommen  von Gott, denn die Organisation handelt im Auftrag Gottes und wer unsere Anweisungen ablehnt, lehnt die Erziehung durch Gott ab“. So einfach ist das.

Am Ende von Absatz 4 werden die folgenden Fragen zur Diskussion gestellt und wir werden bemerken, dass es weniger um Erziehung geht, als vielmehr um die Folgeleistung von Anweisungen durch die Organisation.

Zitat: „Welche Art Schulung segnet Jehova? Mit Schulung oder „Erziehung“, die sich auf biblische Grundsätze stützt, helfen wir unserem Kind oder Bibelschüler, ein Jünger Jesu zu werden“.

Die Aussage dieser Behauptung ist: Ob du ein Nachfolger Jesu wirst, hängt von der Erziehung durch Jehova ab. Gemeint ist aber auch hier: Es hängt vom Schulungsprogramm der Organisation Jehovas ab. Die Bibel wird zwar  als das wichtigste Lehrmittel zur „Erziehung in der Gerechtigkeit“ genannt, aber unterschwellig werden wieder die Schulungsmittel der Organisation als Lehrmittel angepriesen. Denn gleich im nachfolgenden Absatz 5 heißt es:

„ … erkennst du Jehovas Liebe in seiner Erziehung, egal ob sie nun durch sein Wort (die Bibel) erfolgt, oder durch biblische Veröffentlichungen, oder Älteste?  Wenn wir sie, die Bibel und die Druckerzeugnisse der Organisation, beim Lehren verwenden, lernt unser Kind oder Bibelschüler, alles zu verstehen und zu halten, was Jesus geboten hat. Jehova segnet diese Schulung, die Neue ausrüstet, wiederum anderen zu helfen, Jünger zu werden.“

Das Ziel der Erziehung besteht angeblich darin, Kinder und Neue zu Jüngern Jesu zu machen, tatsächlich aber werden sie zu Jüngern der WTG herangezogen. Um ihr Bestreben, die Ältesten zu Funktionären der WTG zu formen, auch biblisch untermauern zu können, war man bereit, bestimmte Bibelstellen in der NWÜ so zu manipulieren, dass eine Zurechtweisung und Manipulation durch „Qualifiziertes Personal“ erforderlich und geboten  erscheint, siehe

Galater 6:1, NWÜ: „Brüder, wenn auch ein Mensch einen Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird, so versucht ihr, die geistig Befähigten, einen solchen Menschen im Geist der Milde wieder zurechtzubringen, während du dich selbst im Auge behältst, damit nicht auch du versucht wirst“.

Die revidierte Ausgabe in Englisch geht sogar noch weiter. Dort hat die WTG sogar ein zusätzliches Wort, nämlich “Qualifikationen” eingefügt, um ihrer Interpretation Gewicht zu verleihen. Es gibt keine andere Übersetzung, die Galater 6:1 in diesem Sinn wiedergibt. In anderen Übersetzungen heißt es lediglich: „Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht.“

Beachte, dass Begriffe wie “Qualifikationen” oder “Älteste” dort nicht erwähnt werden. Es wird nicht von „Befähigten“ oder „qualifizierten Ältesten“ gesprochen, sondern von „geistlich gesinnten Gliedern“ der Christenversammlung. Das kann jeder Christ sein, nicht nur die Ältesten. Im Sprachgebrauch der Zeugen Jehovas scheinen aber nur Älteste das Recht zu haben, andere zurechtzubringen, da nur sie die notwendige „Qualifikation“ im Sinne der WTG haben.

Es ist die Pflicht aller gottesfürchtigen Gläubigen, einen Mitgläubigen sanft zu erinnern, wenn er einen falschen Schritt gemacht hat. Es wird jedoch keine Autorität zur Erziehung gewährt. Diese Verantwortung eines gottesfürchtigen Gläubigen endet, nachdem er die Person auf den falschen Schritt hingewiesen hat, denn wie in Galater 6, 4-5 weiter klargestellt wird: “Denn jeder wird seine eigene Last [oder Verantwortung] tragen”.

Im Absatz 6 wird dieser Anspruch auf Autorität für die Ältesten noch deutlicher herausgearbeitet, wenn vom Verlust gewisser Vorrechte oder gar Gemeinschaftsentzug gesprochen wird.

Zitat Abs. 6: „Wieso ist auch der Verlust von Vorrechten oder ein Gemeinschaftsentzug ein Zeichen von Gottes Liebe? Manchmal gehört zur Erziehung mehr als Rat oder Zurechtweisung. Schwerwiegende Sünden können zum Verlust von Dienstvorrechten führen. Selbst diese Maßnahme ist ein Zeichen für Jehovas Liebe.“

Was man mit dieser Maßnahme erreichen möchte, wird im gleichen Absatz auch erklärt: Der Betreffende soll einsehen wie wichtig es ist, mehr zu studieren, nachzudenken und zu beten. Dadurch könne er Jehova angeblich wieder näherkommen und mit der Zeit dann vielleicht wieder Vorrechte erhalten.

Beachte: „ … mehr studieren“ (jeder Zeuge denkt dabei an die Publikationen der WTG und weniger an die Bibel) bringt uns, nach Ansicht der WTG, Gott näher. Auch der nächste Satz: „ … ein Gemeinschaftsentzug spiegelt Jehovas Liebe wider, denn er schützt die Versammlung vor schlechten Einflüssen“, zeigt, worum es in Wirklichkeit geht. Was schlechter Einfluss ist, entscheidet die WTG. Sicher, wer Sünde „treibt“ sollte ermahnt werden und die Gemeinde sollte sich von solch einer Person, für eine gewisse Zeit, zurückziehen. (Siehe 1. Korinther 5:11 und 2. Korinther 2 : 6,7)

Der Gemeinschaftsentzug wird von der WTG in erster Linie gebraucht, um gefährliche Kritiker aus der Organisation zu entfernen und zu isolieren. Wer Sünde treibt, kann der Versammlung auch nicht vorstehen, das ist richtig. Aber lasst uns für einen Moment nachdenken: Existierten in der Versammlung des ersten Jahrhunderts „Privilegien“, die verliehen und möglicherweise wieder weggenommen wurden? Worin bestehen solche angeblichen “Privilegien”? Nun, in der Regel geht es dabei weniger um die Stellung eines Ältesten, sondern um “Privilegien”, wie den Pionierdienst, den Mikrofondienst, das  Kommentieren oder das Vorrecht, Ansprachen und Vorträgen zu halten.

Handelt es sich beim Verlust von Privilegien um Belehrung – oder eher um eine Art der Züchtigung? Es handelt sich eindeutig um eine Züchtigung. Doch bisher wurde in diesem Artikel keine biblische Grundlage, für die Autorität zur Züchtigung oder Disziplinierung, durch Mitglieder einer christlichen Gemeinde, bereitgestellt.

Begründet wird die Autorität heutiger Ältester, einen Gemeinschaftsentzug durchführen zu dürfen, mit den Worten des Apostel Paulus, aus 1. Korinther 5:6-11. Doch beachten wir: Paulus schrieb im 1. Korintherbrief an die ganze Gemeinde, nicht nur an die Ältesten. Es war die ganze Gemeinde, die ermahnt wurde, keine Gemeinschaft mit Brüdern zu haben, die vorgaben Christen zu sein, aber weiterhin unmoralisch lebten  oder Götzendiener, Schmäher, Säufer und Erpresser waren. Paulus sagte: „Müsstet ihr nicht traurig und diesen Mann aus eurer Gemeinde ausschließen?“

Wer sollte sich schämen und den Sünder ausschließen? Das war eindeutig die Gemeinde. Paulus hat den „Gemeinschaftsentzug“ nicht verhängt, diese Entscheidung überließ er dem einzelnen Gläubigen in der Gemeinde. Es gab keinen verordneten Ausschluss. Dies wird auch durch seinen 2. Brief bestätigt, in dem er sagt: „Die meisten von euch haben sein Verhalten bestraft, damit soll es gut sein.“ Jetzt könnt ihr ihm vergeben und ihn ermutigen, denn er soll nicht verzweifeln.“

Eine fiktive Geschichte die verdeutlicht worum es der WTG wirklich geht 

Zitat Abs. 13: „Graham hatte ein Problem mit Stolz“. Aha. Woran war zu erkennen, dass Graham mit seinem Stolz zu kämpfen hatte? Na klar: „Er hatte eine kritische Einstellung gegenüber den Ältesten, die an seinem Gemeinschaftsentzug beteiligt waren.“

Kein Wort darüber, dass man Handlungen der Ältesten, die auch fehlbare Menschen sind, durchaus auch einmal kritisch hinterfragen sollte. Nein – eine kritische Einstellung ist generell schon ein Zeichen von Stolz. ES KÖNNTE ABER AUCH EIN ZEICHEN VON WAHRHEITS- UND GERECHTIGKEITSLIEBE SEIN.

Aber nein, jetzt wurden natürlich Bibeltexte, die Stolz und dessen Auswirkungen behandeln, mit ihm besprochen. Die Wirkung war –  angeblich – erstaunlich. Er erkannte: Nicht die Ältesten waren das Problem, sondern er und seine Einstellung. Von da an machte er schnell Fortschritte.

Halten wir die unterschwellige Botschaft fest: Wer das Handeln der Ältesten kritisiert, hat ein Problem mit Stolz. Das Problem bist immer du selbst. Nie sind es die Ältesten. Wenn du das erkannt hast, wirst du Fortschritte machen. Welche Fortschritte das sind, kannst du dir sicher denken, Zitat sinngemäß: „Er besuchte regelmäßig die Zusammenkünfte, studierte eifrig und betete täglich. Außerdem kam er seiner Verantwortung als Familienoberhaupt nach, was seine Frau und Kinder sehr freute“. … seit Kurzem darf er im Königreichssaal wieder die Mikrofone reichen, was er sehr schätzt.“

Der Segen Jehovas lässt also nicht lange auf sich warten, er DARF wieder das Mikrofon reichen, toll – das schätzte er sehr. Möchtest du ähnliche Vorrechte wahrnehmen? Dann nimm jede Zurechtweisung Jehovas (der Organisation, durch die Ältesten) demütig an.

Zitat: „Sein Beispiel zeigt: Wenn sich jemand vor Gott demütigt und Zurechtweisung annimmt, fließen die Segnungen nur so über!“ 

Die Schlussfolgerung, die sich aus dieser fiktiven Lektion ergibt ist: Egal wie man dich behandelt, bleibe demütig, ertrage die Ungerechtigkeit und vor allem kritisiere nicht die Ältesten, denn diese sind vom heiligen Geist in ihre Stellung versetzt worden. Kritik an den Ältesten ist gleichbedeutend mit Kritik am „Sklaven“. Wer den „Sklaven“ kritisiert, verliert seine geliebten Privilegien in der Versammlung und damit die Liebe Gottes – eine perverse Argumentation.

Ich bin mir sicher, dass wahrscheinlich Tausende von Ältesten und Dienstamtgehilfen, die zu Unrecht entbunden wurden, weil sie mit Ältesten in Konflikt gerieten, hier schlucken werden. Jeder, der sich gegen solche Willkür stellt, ist stolz und hat einen hochmütigen Geist. Man verweist dich auf Sprüche 16:18, „Stolz geht einem Sturz voraus und ein hochmütiger Geist dem Straucheln“.

Zitat Abs. 9: „Hast du Vorrechte in der Versammlung, vielleicht auch ein gewisses Ansehen? Bemühst du dich dann besonders, demütig zu bleiben? Schreibst du deine Fähigkeiten oder das, was du erreicht hast, Jehova zu? (1. Kor. 4:7). Der Apostel Paulus schrieb: „[Ich sage] jedem, der sich unter euch befindet, nicht höher von sich zu denken, als zu denken nötig ist, sondern so zu denken, dass er gesunden Sinnes sei.“ (Röm. 12:3).

Natürlich: Stolz ist eine gefährliche Eigenschaft. Aber die WTG verwendet hier die Aussagen der Bibel für nichts anderes, als den Versuch, Menschen klein zu machen, um sie für ihre ureigenen Interessen zu benutzen. Die WTG braucht unmündige Menschen, deshalb erzieht sie ihre Diener zum Kadavergehorsam und erwartet von ihnen blinde Gefolgschaft. Der innere Mensch wird versklavt und zum ergebenen Diener geformt. Organisationen wollen keine freien Menschen, sie wollen folgsame Knechte.

Weiter wird orakelt: Statt verärgert oder verbittert zu sein, sollte er Jehova, in der neuen Situation, weiter nach besten Kräften dienen. Von Jehova korrigiert zu werden, ist ein Zeichen seiner Liebe. Denken wir daran: Wenn wir uns demütigen, gibt er uns nicht auf, lies 1. Petrus 5:6,7: „Erniedrigt euch daher unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch zur gegebenen Zeit erhöhe, wobei ihr all eure Sorge auf ihn werft, denn er sorgt für euch.“

Ja, das steht da wirklich: Seid vor Gott demütig. Der Haken ist nur, dass es hier nicht Gott ist, der uns eine Zuteilung gibt oder wegnimmt, sondern eine menschliche Organisation. Nicht Jehova formt uns liebevoll zu einer Marionette, sondern eine Organisation und zwar so, dass wir am besten in ihre Struktur passen.
Dazu braucht man Menschen, die formbar sind wie Ton, um aus ihnen,  nicht selten so etwas wie einen Wegwerfartikel zu machen.

Die Organisation macht die Menschen durch Drohungen furchtsam und feige. Ihre Erziehung bewirkt, dass alle immer auf die Führung und auf die Menge schauen und nicht auf ihr Gewissen. Die Organisation hat immer die Masse im Blick, niemals den einzelnen Menschen. Und der Einzelne unterwirft sich aus Furcht fast bedenkenlos der Masse.

Diese beiden Wachtturm-Studienartikel verfolgen nur ein Ziel: Die Autorität der Ältesten als Handlanger der Organisation zu manifestieren. Es wird zwar von der Erziehung durch Jehova und seinem Wort gesprochen, doch es ist ein Leichtes zu erkennen, dass es um Erziehung durch die „Organisation Jehovas“ geht.

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