Die sieben Briefe Jesu und was wir daraus lernen können.

Siebeb Briefe.001Die Briefe aus Offenbarung 2 u. 3 an die sieben Versammlungen in Ephesus” “Smyrna” “Pergamon” “Thyatira” “Sardes” “Philadelphia” und “Laodizea” wurden dem Apostel Johannes diktiert. Der Autor ist der verherrlichte Jesus Christus. Wenn Johannes sich durch Inspiration am „Tag des Herrn“ befand, müsste man diese Briefe auch als eine Bestandsaufnahme über den Zustand der Christenversammlungen am „Tag des Herrn“ auffassen.

Diese Briefe bieten ein vielschichtiges Bild dieses Zustandes. Da werden ernste Vorwürfe gegen die Duldung falscher Apostel, gegen das Erkalten der Liebe, gegen geistige Schläfrigkeit (laues Christentum), Götzendienst (geistiger Ehebruch) und Materialismus (Streben nach Geld) erhoben. Daneben findet sich aber auch Lob für diejenigen, die ihren ersten Glaubensäußerungen treu geblieben sind. Es ist also ein gemischtes Bild!

Das kann eigentlich nur bedeuten, dass in den Christenversammlungen des Herrn im Zeitenlauf alles nebeneinander zu finden ist: Zwischen den beiden Extremen des Glaubens und des Unglaubens existieren Gefahren, gegen die der einzelne Christ anzukämpfen hat, wenn er treu bleiben will.

Wer oder was ist aber die Versammlung des Herrn, die hier als Gesamtheit durch sieben einzelne Versammlungen im damaligen Kleinasien beschrieben wird? Wenn man dieses Thema durch die Jahrhunderte verfolgt, dann fällt nur eins auf: Es gab immer den Abfall von der Lehre Christi, und es gab immer wieder Menschen, die das Christentum ernst nehmen wollten. Es ist keine Religionsgemeinschaft bekannt, welche den Glauben über die Jahrhunderte in Reinheit bewahrt hätte; es gibt keine Gemeinschaft, die von den in den Briefen getadelten Verhaltensweisen frei geblieben wäre. Es gab sie nicht, es gibt sie nicht!

Das Christentum hat nur immer in einzelnen Menschen existiert, die sogar bereit waren, mit ihrem Leben für ihre Glaubensüberzeugung einzutreten. Eine Gemeinschaft, die es durchgehend bewahrt hat, gab es wohl nicht. Jeder Mensch wird an seinem Verhalten gemessen und nicht am Verhalten der Allgemeinheit. Jeder hat seine eigene Verantwortung! Das wird immer wieder deutlich, wenn am Schluss eines Briefes betont wird, dass nur der, der siegt, belohnt wird. Hier ist der einzelne Mensch gemeint (Offb. 2:7, 11, 17, 26; 3:5, 12, 21). In einer Welt, die von Satan regiert wird, wächst „Unkraut neben Weizen“ (Mat. 13:24-30; das Gleichnis vom Unkraut auf dem Felde).

Wovor müssen sich Christen denn bewahren?

Briefe.001Sie müssen wachsam sein, wenn sie vielleicht einer Gemeinschaft angehören, die ihre geistige Wachsamkeit einschläfert und ihren Mitgliedern einreden will, dass alles der Wille Gottes sei, was die Führung tut. Sie müssen für ihren treuen Glauben selbst kämpfen! Das wird schon einmal deutlich, wenn man die Worte Jesu an die Versammlung Ephesus liest:

„Ich kenne deine Werke und deine Arbeit und dein Ausharren, und dass du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft , die sich Apostel nennen, und du hast sie als Lügner erfunden.“ (Offb. 2:2)

Dieser Kampf dauert für einen Christen ein Leben lang, denn immer sieht er sich als Adressat der Briefe Christi, dem „Thron des Satans“ oder der „Synagoge Satans“ gegenüber. Eine friedliche Koexistenz gibt es da nicht! Jeder, der Jesus nachfolgt, hat die Pflicht, sich selbst und andere in Frage zu stellen, wenn es um den Glauben und seine Inhalte geht. Auch wenn gesagt wird, dass man denen, welche die Führung übernehmen, gehorchen muss, bedeutet dies nicht, alles nur stumm und ergeben abzunicken und gut zu heißen.

Nein, man macht sich als Christ schuldig, wenn man billigt, was Gott verboten hat (Römer 14:22). Die Beröer sind für uns beispielhaft und Paulus hat sie nicht kritisiert, als sie seine Worte mit der Schrift prüften! Soviel Liebe zur Wahrheit muss sein; sie muss auf beiden Seiten sein, auf der Seite des Lehrers und auf der Seite des Schülers. Gemäß den Worten Jesu im Brief an die „Versammlung Ephesus“ gab es dort solche Menschen. Sie haben die Führung auf die Probe gestellt und sie als Lügner erfunden.

Man darf sich durch falsche Apostel nicht verbieten lassen, alles zu prüfen, alles mit der Bibel in der Hand und mit dem eigenen Gewissen zu prüfen! Wer das Nachprüfen verbietet, hat unlautere Absichten! Die Wahrheit hat nichts zu fürchten! Nur Betrüger haben allen Grund kritisches Nachforschen zu fürchten. Und da hat die WTG keine Sonderrechte! Jesus jedenfalls lässt keine Ausnahme zu. (Ein Verbot des Nachprüfens findet sich in kmx, 9/2007, und nicht nur dort! Ähnliche Versuche sind auch von der Katholischen Kirche u. a. bekannt.)

Dieser Kampf gegen teuflische Einflüsse zieht sich wie ein roter Faden durch die Briefe. An Smyrna richtet Jesus die Worte:

„Ich kenne deine Drangsal und deine Armut (du bist aber reich) und die Lästerungen von denen, welche sagen, sie seien Juden, und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans.“ (Offb. 2:9)

Die „Lästerungen von Seiten der Juden“ waren und sind immer noch Gotteslästerungen; es ist mehr als nur Spott, wie er von Außenstehenden gepflegt wird. Diese Lästerungen kamen bestimmt von den Juden, aber sie kamen auch aus der Mitte der Christen, von Menschen, die in der Versammlung an die Spitze gekommen waren. Diese Menschen straften durch ihr Verhalten der Lehre Jesu und Jehovas Lügen. Das kann unterschiedliche Gestalt annehmen, das muss nicht offen zu Tage liegen. Es können falsche Gedanken und Lehren sein, die von Gott entfremden, die ihn falsch darstellen. Es können Gedanken sein, die von Jesus und dem wahren Wert seines Opfers ablenken und ausdrücken, dass es nur auf das eigene Bestreben, auf die eigenen Werke und Verdienste ankommt, wenn man gerettet werden will.

Diese „Werkgerechtigkeit„ ist ein altes Erbe der Pharisäer und ist in vielen Veröffentlichungen der WTG zu finden. (Das ist schon oft genug diskutiert worden. Und jeder, der hier auf BI liest, wird das wissen.) Was sind denn im Sinne des NT`s Juden? Die Antwort ist einfach: In Römer 2: 28, 29 wird ausgeführt, dass nur der ein Jude (ein „Lobpreiser Jahs“ ) ist, der es innerlich (d. h. durch Glauben) ist und dessen Lob von Gott kommt. Und wieder kommt es allein auf Gottes Anerkennung an!

In diesen Zusammenhang passt auch sehr gut, was Jesus den Versammlungen Pergamon und Thyatira schreiben lässt:

„Ich weiß, wo du wohnst, wo der Thron Satans ist; und du hältst fest an meinem Namen und hast meinen Gauben nicht verleugnet, auch in den Tagen , in welchen Antipas mein treuer Zeuge war, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist.“ (Offb. 2:13)

„Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du dort solche hast, welche an der Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, ein Ärgernis vor die Söhne Israels zu legen, Götzenopfer zu essen und Hurerei zu treiben. Auch hast du solche, welche in gleicher Weise die Lehre der Nikolaiten festhalten.“ (Offb. 214, 15)

„Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du das Weib Isebel duldest, welche sich eine Prophetin nennt, und sie lehrt und verführt meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen. Und ich gab ihr Zeit, auf dass sie Buße täte, und sie will nicht Buße tun von ihrer Hurerei. Siehe, ich werfe sie auf ein Bett und die, welche Ehebruch mit ihr treiben, große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken.“ (Offb. 2:-22)

Nikolaiten, Bileam und Isebel

Wenn hier von Nikolaiten, Bileam und Isebel die Rede ist, dann geht es nicht um die historischen Personen, sondern mehr um die Verhaltensweisen dieser Menschen, die früher einen verderblichen Einfluss ausüben konnten. Hier sind es Personen innerhalb der Versammlung Jesu, welche sich der gleichen Verfahrensweisen bedienen, die Bileam und Isebel auch benutzten, um ihre bösen Absichten zu verwirklichen. Keinesfalls sind es Außenstehende, wie man immer glauben machen möchte; es sind nicht die Anhänger der „falschen Religion“, es sind Personen an der Spitze der Christenversammlung, sonst würde Jesus nicht von ihnen sagen, dass es „Apostel“ seien. Hier handelt es sich einfach um den von den Aposteln prophezeiten Abfall vom Glauben Jesu und um den Antichristen.

Über Nikolaus und die Nikolaiten wissen wir nur sehr wenig, aber aus den Anmerkungen der Kirchenväter erkennt man, dass die Nikolaiten eine promiskuitive Lebensweise pflegten, die durch Hurerei geprägt war. Wollen wir „Hurerei“ auf den Bereich des Glaubens übertragen, dann ist hier zuerst der geistige Ehebruch zu nennen. Geistiger Ehebruch wurde auch von den Juden des Gesetzesbundes gepflegt, wenn sie sich mit heidnischen Nationen verbündeten und dort Schutz suchten.

Denselben Vorwurf aber muss man auch der WTG machen, wenn sie in der ganzen Welt staatliche Anerkennung und Schutz sucht, anstatt sich an Jehova zu wenden. Und dieses Schutzsuchen geht ja noch weiter! Über die vielen Beziehungen zu überstaatlichen Organisationen (der UNO und deren Ableger) ist schon viel berichtet worden. Auch Sektenkartelle, in denen sich der Abschaum der heutigen religiösen Welt wiederfindet, werden von der WTG gebraucht, um die eigene Macht zu festigen. Das ist religiöser Lobbyismus. Das ist alles geistiger Ehebruch! Interessanterweise kann man den Ausdruck Nikolaiten mit Volksbeherrscher übersetzen! Im Brief an die Versammlung Ephesus werden Nikolaiten und falsche Apostel gleichgesetzt.

Und was ist an Bileam besonderes? Welches Motiv hatte er, um die Israeliten zu Hurerei und Götzendienst zu verführen? Es war seine Gewinnsucht oder Habgier (2. Petr. 2:15)! Und seine Tücke brachte ihn dazu, sie zu befriedigen. Käme es im Fall Bileams nur darauf an, sich von buchstäblicher Hurerei und Götzendienst fern zu halten, dann wäre der Name Bileams überflüssig. Entsprechende Warnungen sind fester Bestandteil des christlichen Glaubensgebäudes. Es geht auch um geistige Hurerei.

Gewinnsucht scheint auch bei der WTG zu herrschen. Und nicht nur hier! Auch andere Gemeinschaften wollen Geld, und noch mehr Geld! Um des materiellen Vorteils willen werden gute christliche Grundsätze geopfert. Ist Religion ein Mittel zum Gewinn? Leider ist es so geworden. (Im 2. Brief an Timotheus (6:5) bemerkt Paulus, dass es Leute gibt, die meinen, dass Gottergebenheit ein Mittel zum Gewinn sei.) Heute werden ahnungslose Mitglieder einer Religionsgemeinschaft ausgebeutet, ausgebeutet mit dem Hinweis, das sei alles ein Gott wohlgefälliger Dienst. Die WTG hat in dieser Hinsicht seit 15 Jahren enorm dazugelernt. Wenn es um Geld geht, ist jede List und jeder Betrug gut genug. Aber ebenso wie der Fluch des Bileam von Gott in einen Segen verwandelt wurde, so ist es auch heute. Auch die Habgier des „Sklaven“ und seine Hurerei mit politischen Mächten verhindert nicht das Wirken des Geistes Gottes auf einzelne Menschen.

Zusammen mit Bileam wurde auch Isebel erwähnt. Was lehrt uns diese Frau? Auf keinen Fall ist sie nur ein schlechtes Vorbild für Frauen, die ihre Männer dominieren wollen. So jedenfalls will es die WTG Glauben machen; siehe „Offenbarungs-Buch“. Nein, sie ist eher ein Fall dafür, wie „Frauen“ (Religionsgemeinchaften) versuchen, die staatliche Macht für ihre Zwecke zu nutzen. Isebel benutzte die Macht ihres Mannes Ahab dazu, den Götzendienst in Israel zu etablieren. Sie nutzte die Macht des Königs zur Förderung ihrer Religion, des Baalskultes.

Das nutzten staatlicher Macht und Anerkennung!

Sie nutzte staatliche Macht! Und was tut die WTG anderes, wenn sie staatliche Anerkennung anstrebt? Und ist es nur Anerkennung, Anerkennung vom „wilden Tier“? Wird das „wilde Tier“ nicht eines Tages versuchen, die Nachfolger Jesu zu „töten“, wie es in Offenbarung 11:7-10 prophezeit wird? Jeder, der auf dem wilden Tier reitet, wird von ihm zerrissen werden. Es kann doch für Nachfolger Jesu nicht „normal“ sein, Anerkennung von der Welt Satans zu erheischen. Da wird ja wirklich Jesus über den Mund gefahren und gesagt: „Das sehen wir anders!“ Es bleibt dabei, dass seine Nachfolger kein Teil der Welt sein dürfen! Auch diese Lehre kann man aus den Briefen Jesu in der Offenbarung ziehen, wenn es heißt, dass Pergamon den Glauben angesichts des „Thrones Satans“ und angesichts der Tatsache, dass sie dort waren, „wo der Satan wohnt“, die Treue bewahrt hatte. Nein, es ist viel mehr als nur Anerkennung!

Der Staat gibt ja auch Privilegien, wenn er die Körperschafsrechte in Deutschland verleiht. Dann erhält die WTG gesetzgeberische Macht, Eigenständigkeit, Steuerfreiheit und das Recht, Steuern zu erheben. Und dies alles dient dazu, die eigene Position und die Macht über Menschen zu festigen. Auf diesem Weg ist sie nun schon weit fortgeschritten!

Und dann will man kein Teil der Welt sein? Glaubt man das? Das kann man nur glauben, wenn man sträflich einfältig ist. Aber dann steht man in der Gefahr, die Missbilligung Christi zu erfahren. Das kann schlimm enden, wie Jesus in den sieben Briefen immer wieder betont.

Die Geschichte lehrt, dass von Pergamon der Kaiserkult ausging. Die Provinzialpriester des Heil- und Wundergottes Asklepius waren auch die Priester des Kaiserkultes. Und wieder bemerkt man die unheimliche Nähe der Religion zum Staat. Wenn man die Worte Jesu an die Versammlung Laodizea liest, möchte man an die WTG denken:

„Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und bedarf nichts. Und weißt nicht, dass du der Elende und der Jämmerliche und arm und nackt bist. Ich rate dir, Gold von mir zu kaufen, geläutert im Feuer, damit du reich werdest; und weiße Kleider, damit du bekleidet werdest, und die Schande deiner Nacktheit nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen kannst.“ (Offb. 3:17, 18)

Aber „Laodizäa“ bildete sich ein, ungeheuer reich, geistig reich zu sein! So dümmlich kann man sein, wenn man den Boden des Christentum unter den Füßen verloren hat und auch die Realität nicht mehr wahrnimmt. So blind kann man werden, wenn man sich einbildet, Gottes unfehlbarer „Mitteilungskanal“ zu sein und keinen guten Rat mehr zu benötigen. So hartherzig und unbarmherzig kann man werden, dass man auf die Gefühle der Schafe keine Rücksicht mehr zu nehmen hat, weil man ja Gottes Sprachrohr ist! Anstatt das „geläuterte Gold“ der Bibel zu behalten, wird von der WTG eine christusfeindliche Theologie fabriziert. Statt „Gold“ wird zunehmend Stroh als „geistige Speise“ verteilt.

Aber denken wir nicht so sehr an die WTG, denn sie hat einen Richter, der sie beurteilt und richten wird. Wir wollen uns davor in Acht nehmen, ebenso selbstgefällig zu werden, so blind und so armselig und so nackt.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man feststellen, dass sich die Prophezeiungen Jesu, die in den sieben Sendschreiben enthalten sind, vor unseren Augen erfüllen. Sie haben sich immer erfüllt, durch alle die Jahrhunderte hindurch in denen Christen für ihren Glauben verantwortlich kämpften. Dieser Kampf wird uns nicht abgenommen! Wir können die Welt durch Glauben besiegen!

 

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