Der Brunnenvergifter Teil 4 -Wie der Teufel tatsächlich wirkt

„Da fiel ein großer Stern vom Himmel, der wie eine Fackel brannte. Und er fiel auf ein Drittel der Flüsse und Wasserquellen. … Da wurde ein Drittel des Wassers bitter. Viele Menschen starben durch das Wasser, denn es war ungenießbar geworden.“ (Offb.8:10, 11)

Es geht mir nicht gut. Ich fühle mich von allen Seiten bedroht, seit mir richtig bewusst geworden ist, in welcher Welt ich leben muss. Es ist die Welt, die vom Brunnenvergifter beherrscht wird. Und ich bin doch nur ein schwacher Mensch, hilflos, manchmal ausweglos und eingeengt. Da könnte ich mutlos werden, und manchmal bin ich es auch.

Wie der Teufel tatsächlich wirkt

Zum ersten Mal habe ich ganz klar und deutlich wahrgenommen, wie der Teufel wirkt und arbeitet. Bisher bildete ich mir ein, seine Methoden zu kennen. Oft genug wurde ich ja mit einfachen, handlichen Sätzen gefüttert, die einen schwachen Abglanz des Bösen wiedergaben. Es war geradeso, als wenn er nur auf Bestellung käme, dass ich ihn fast als harmlos für mich, der ich fest an Gott glaube, ansehen musste. Ich wurde vor falschen Gefahren gewarnt und richtete meinen Blick auf diese eher harmlosen Gefahren.

Die Gefahren, so dachte ich, lägen in mir begründet, in meinem Stolz, in mangelnder Demut, in zu geringer „Erkenntnis“, in meinem Hang selbst zu denken. Das kommt mir heute so unbedeutend und in die falsche Richtung weisend vor, wie die vielen angeblichen schweren Sünden der Kleinbürger, die eigentlich nur Schwächen sind. Indem man seine Aufmerksamkeit aber auf die Kleinigkeiten richtet, verliert man das Eigentliche aus dem Blick. Und wie sah mein Glaubenskampf, mein Kampf gegen den Einfluss Satans im Lichte der WTG-Doktrin aus? Das kann man heute immer noch lesen: Beten, Studieren, Zusammenkommen und Predigen. Ich bildete mir ein innerhalb der Organisation  geschützt zu sein.

Wenn man  das alles macht, kann man treu bleiben! So wird es behauptet! Wenn man sich danach richtet, dann hat der Satan angeblich keine Chance! „Erkenne deine Schwächen und tu etwas dagegen, dann hat der Satan keine Chance!“ So einfach wurde gestrickt, so oberflächlich wurde geraten.

Wie ein giftiger Pilz

Ich kannte einen alten Professor (Karl Gleu), den ich in meinen jungen Jahren besuchte. An diesem Mann fiel mir auf, dass er oft sagte: „Wenn ich den Fernseher anschalte, dann schaut überall der Satan heraus!“ Das war in den 70er Jahren, und ich hielt diese Aussage für übertrieben, für die Marotte eines alten Mannes. Im Stillen lächelte ich darüber. Heute denke ich anders. Heute sehe ich es ebenso, denn die Welt wird von einem giftigen, schwarzen Pilz zersetzt. Dieser Pilz arbeitet lautlos, in der Dunkelheit. Man bemerkt ihn nicht so schnell. Er durchdringt alles. Er zersetzt alles. Das Ende der Zerstörung ist der Tod.

Satan hat es immer verstanden, als harmlos aufzutreten. Er hat sich mit Lügen getarnt und seine Opfer getäuscht und betäubt. Wenn die Opfer beginnen, seinen Einfluss zu spüren, dann sind sie schon so betäubt, dass sie diesen Einfluss zuerst leugnen. Sie ahnen, dass der Teufel sie irgendwie beeinflusst, aber sie versuchen, seine Wirksamkeit zu verdrängen. Der Teufel bemächtigt sich des Gewissens; er verbiegt es und manipuliert es. Und er erzeugt in seinen Opfern eine sonderbare Furcht vor ihrer eigenen Erkenntnis, so dass sie versuchen, diese Erkenntnis vor sich selbst zu verbergen.

Wenn ein Zeuge Jehovas sich treu an die Anweisungen der Organisation gehalten hat, dann sollte es ja unmöglich sein, dermaßen vom Satan manipuliert zu werden, dass man nicht merkt, wie er doch Platz genommen hat und die Opfer in Sicherheit wiegt. So kann der Mensch der Verblendung erliegen, wenn der Brunnenvergifter es will.

Worauf es tatsächlich ankommt

Der letzte Vers des 119. Psalms lautet so:

„Wie ein verlorenes Schaf verirrte ich mich. Suche deinen Diener, denn deine Gebote vergaß ich nicht!“

Wie ist es möglich, dass sich der Schreiber dieses Psalms verirrte? Er hat doch Gottes Gebote nicht vergessen! Er war doch von einer starken Liebe zum Gesetz seines Gottes erfüllt. Es war doch sein Leben!

Wir müssen weiter denken, als es die WTG nahe legt. Zuerst muss ein Mensch einsehen, dass seine eigenen Bemühungen im Glaubenskampf zwar notwendig, aber nicht ausreichend sind, um zu siegen. Ein anderer Psalm legt es uns nahe: „Wenn Jehowah das Haus nicht baut, dann arbeiten seine Bauleute vergeblich.“ (Ps. 127:1) Es kommt für Christen darauf an, dass der Himmel über sie wacht und beschützt! „Sola scriptura!“ ist schon eine richtige Forderung. Aber ohne den anleitenden und einsichtgebenden Geist Gottes kann sie ihre Wirkung nicht richtig entfalten.

Wie der Pilz unser Glaubenshaus zerstören kann

Der Teufel ist klug. Er kennt sich gut aus mit den menschlichen Schwächen, und er nutzt sie für seine Zwecke brutal aus. Der Apostel Petrus spricht zwar vom „brüllenden Löwen“, aber damit sagt er ja nicht, dass sich der Satan durch Gebrüll ankündigt. Er kommt durch Hintertüren zu uns herein. Er schleicht sich durch List und Tücke zu uns. Er umgarnt uns mit Schmeicheleien. Er spricht von Sicherheiten, von Bruderschaft und Liebe. Er redet mit einer sanften Stimme, die vor Freundlichkeit und angeblichem Verständnis trifft. Er appelliert an unser Gerechtigkeitsgefühl, an unseren Hang zu Wahrheit, Freiheit und Unabhängigkeit. Und unter seiner Einflüsterung erscheint uns so vieles logisch und vernünftig, dass wir meinen, uns selbst recht geben zu müssen. Wir beginnen uns selbst zu belügen und merken nicht, dass es Satan ist, der uns anlügt.

Methoden des Bösen: Zuerst die Verfälschung der Motive und der Ideale…

Er hat ein reiches Arsenal an Waffen, die er einsetzen kann. Es ist aber auffällig, dass alles nur ein Ziel hat: Gott durch böse Taten verleugnen zu lassen. Um zu schlechten Taten zu verleiten, werden Motive verfälscht.

Ein biblisches Beispiel dafür? Bitte, hier ist es: Jesus hat die Pharisäer und Schriftgelehrten als Schlangenbrut bezeichnet, die dem Gericht der Gehennanicht entgehen würde. Er hat ihr Verhalten also mit der Auslöschung bedroht. Und dabei wollten sie doch nur alles genau und richtig machen! Sie hatten doch am Anfang edle Motive!

Um dieses Ziel zu erreichen, haben sie zuerst Regeln formuliert, die dabei helfen sollten, Gott zufrieden zu stellen. Das begann fast unmerklich und wurde mit der Zeit immer mächtiger. Später wurde aus den Regeln ein eigenes Gesetz, das sie für so wichtig ansahen, dass nur durch die Befolgung dieses Gesetzes ewiges Leben möglich sein sollte. Das Motiv war also Gott zu gefallen. Doch in der Praxis wurde daraus ein Legalismus, der Barmherzigkeit und Treue zu Gott außer acht ließ.

Dieser Legalismus führte zwangsläufig auch zur Heuchelei. Dadurch wurde die Person Gottes in ein schlechtes Licht gerückt und der Weg zur Rettung, der über Jesus führen soll, versperrt. Verstehen wir nun, warum Jesus sagte, dass sie über das weite Meer und das trockene Land reisten, um einen einzigen Anhänger zu machen, der dann noch schlimmer werden würde, als sie selbst (Mat. 23:15)?

Noch ein Beispiel für verfälschte Motive: Im Wachtturm vom 15. 09. 19 lautet ein Studienartikel: „Kommt zu mir… und ich werde euch neue  Kraft geben“. Es soll die Frage beantwortet werden, wie man zu Jesus kommt, Zitat Abs- 4-7

„Eine Möglichkeit, zu Jesus zu kommen, besteht darin, soviel wie möglich über das zu erfahren, was er sagte und tat.“ … Wir können auch zu Jesus kommen, indem wir uns entscheiden, uns taufen zu lassen und seine Jünger zu werden. …  Eine weitere Möglichkeit, zu Jesus zu kommen, ist, zu den Ältesten zu gehen, wenn wir Hilfe brauchen. Diese Männer sind „Gaben“, die Jesus gebraucht, um für seine Schafe zu sorgen. … Wir kommen der Einladung von Jesus nach, wenn wir uns Jehova hingeben und uns taufen lassen.“ (zitiert aus den Absätzen 4, 5, 7)

Fällt uns auf, dass an keiner Stelle des Artikels vom Glauben die Rede ist? Glaube wird schlicht ausgespart und der Fokus auf die Taufe gelenkt. Es scheint den Autoren ausreichend zu sein, auf die Notwendigkeit des Lernens von Jesus hinzuweisen und dann zu folgern, dass daraufhin die Taufe folgen könnte. Gewiss, auf das Gehörte kann die Taufe folgen, doch kommt ja in diese Reihenfolge noch der Glaube als unbedingte Voraussetzung für die Taufe: „Der Glaube kommt aus dem Hören der Botschaft und die Verkündigung aus dem Wort von Christus.“ (Rö. 10:17)

Bei allen im NT erwähnten Taufen war immer der Glaube die Voraussetzung, um zu Jesus zu kommen, d. h. in eine enge und persönliche Beziehung zu ihm zu treten! Und wie sieht die Taufe bei den Zeugen Jehovas aus? Man wird nur Mitglied einer Organisation, denn sie hat sich in das Taufgelöbnis eingeschmuggelt.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes wird nicht ausdrücklich getauft. Wir sehen auch an diesem kleinen Beispiel, wie ein Motiv verfälscht werden kann. Der Weg zu Jesus führt zwangsläufig über eine Organisation. So wird es dem Täufling eingeredet, ohne dass er es deutlich merkt. Sie stellt sich als das Tor für seine Schafe dar; es ist zuerst nicht mehr Jesus Christus, der die Tür zu Gott für seine Schafe sein soll, sondern die Organisation:

„Ich bin das Tor zu den Schafen. … Ich bin das Tor. Wenn jemand durch mich hineinkommt, wird er gerettet.“ (Joh. 10:6, 9) Und noch ein deutliches Wort von Jesus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.“ (Joh. 14:6)

Neben dem falschen Motiv für die Taufe haben wir es hier auch noch mit eine Verfälschung der Begriffe zu tun. Im letzten Absatz des Artikels wird noch gefordert, aus dem richtigen Motiv heraus zu handeln. Doch es wird nicht auf das „richtige Motiv“ aufmerksam gemacht. Welches Motiv sollte man haben, um wie Christus zu handeln und zu leben? Ist es nicht die Liebe? Aber von der Liebe zu Jesus ist nicht die Rede, nur von der Liebe zu den Menschen, denen man predigt.

(Dieser Artikel ist ein gutes Beispiel dafür, dass man Jesus erwähnt, über ihn schreibt, aber letztlich doch verleugnet!)

… dann die Korruption des Gewissens

Wie hoch achtet die WTG das Gewissen des Einzelnen? Aus vielen gemachten Erfahrungen kann man dies entnehmen: Es hat keinen Wert, wenn es um die Interessen der Organisation geht. Dann steht der Gehorsam über dem Gewissen!

… und die Korruption der Bibel

Man kann in der Geschichte der Zeugen Jehovas bis an den Anfang zurückgehen, um festzustellen, dass menschliche Ansichten immer über dem Wort Gottes standen. Das fing bei Russell und seiner „Pyramidologie“ an, setzte sich bei Rutherford mit seinem Buch Das vollendete Geheimnis fort und ist bis heute in fast jedem WT-Artikel festzustellen. Das ist Fakt! Und das ist kein menschliches Unvermögen, sondern Methode geworden. Es ist Methode, weil der Brunnenvergifter auch in die WTG eingedrungen ist!

Indem Satan das Gewissen und die Bibel manipuliert, bekommt er Herrschaft über die Menschen!

Welchen Wegweiser haben wir Menschen im Leben? Wenn es nicht das Wort Gottes, sein heiliger Geist und das Gewissen des Menschen sind, was bleibt dann noch übrig? Nichts! Man könnte sich an seinen Verstand halten und ihn zum alleinigen Maßstab erklären. Aber wohin das führt, kann man aus der geschichtlichen Erfahrung ablesen: ins moralische Chaos, in die Beliebigkeit und die Unverbindlichkeit. Es führt in die Sinnlosigkeit!

Es gibt heute so viele Ideen und Bemühungen, um die Krankheit der Welt zu heilen, aber bevor sie ausgesprochen werden, weiß der Zuhörer schon, dass sie nicht wirklich nützen. Da stehen wir heute! Wir haben den Glauben an die Machbarkeit des menschlichen Glücks durch den Menschen bereits verloren! Da beginnt es zu dämmern! Somit sind wir eigentlich am Ziel, am Ende! Und wir bemerken, dass der Brunnenvergifter ganze Arbeit geleistet hat.

Er hat es geschafft, den meisten Menschen einzureden, dass „da oben nichts ist“. Er hat es geschafft, alle Ideale auszuhöhlen, sie mit falschen Inhalten zu füllen. Und die meisten Menschen glauben ihm, wenn sie diesen schön klingenden Idealen folgen, die durch seine Lügen und Fälschungen verändert worden sind. Immer noch setzen sie sich für „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ ein. Unter dieser Fahne ziehen sie fast alle in den Krieg. Auf religiösem Gebiet ist es dann das Ideal des „rechten Glaubens“ und der „Ehre Gottes“, für das man sich einsetzt. Und sie merken nicht, dass sie gegen ihren Bruder und gegen sich selbst kämpfen, dass sie gegen ihren eigenen Willen leben.

Heute ist der Mensch auf dem besten Wege, sich selbst zu verlieren, sich auszulöschen. So gut hat der Brunnenvergifter gearbeitet. Er beherrscht die Menschen, weil er das Wort Gottes verfälschen lässt, Gott und Jesus leugnet und das Gewissen missachtet. Damit fallen wesentliche Wegweiser weg.

Und in dieser Welt müssen Jünger Jesu leben!

Beim Lesen der Bergpredigt Jesu stand die Frage auf: Wie kann man in so einer Welt nach den Worten Jesu leben? Und ich muss danach leben, um ein Christ zu sein. Aber wie soll das gehen? Ich nehme nur die Forderung Jesu, jemanden, der mein äußeres Gewand nimmt, auch mein inneres zu geben und jemanden, der mich auf die rechte Wange schlägt, auch noch die linke hinzuhalten. Was würde mir in dieser Welt unweigerlich widerfahren, wenn ich völlig gewaltfrei in ihr leben wollte? Wäre ich verloren, weil ich diesen Worten Jesu folgen wollte? Nein, ich wäre nicht verloren! Jesus, der die Welt besser kennt als ich, würde mir helfen und mich, wenn nötig schützen! Davon bin ich überzeugt.

Aber dadurch, dass ich seinen Worten glaubensvoll gehorche, verhindert er auch, dass ich mich den Bösen gleich mache (Ps. 37:1-8). Denn alles läuft darauf hinaus: So will es der Brunnenvergifter. Er will erreichen, dass ich mich auf Rache besinne, auf Rechthaberwollen und auf den Egoismus. Er will, dass ich meine eigene Gerechtigkeit verteidige und nicht auf Gottes Gerechtigkeit warte. Er will mich von meinem Weg zu Gott abbringen. Er will mich auf seine Seite ziehen.

Ich muss kämpfen!

Und ich muss kämpfen. Das macht müde. Es macht müde, wenn man sich immer wieder mit der Frage auseinandersetzen muss: Warum glaube ich?

Ich finde mich wieder, wenn ich in der Bibel lese. Ich stoße auf Habakuk, der zu seinem Gott schrie:

„Warum lässt du mich Unrecht sehen? Warum schaust du dem Verderben zu? Warum sehe ich nur Frevel und Gewalt, erlebe Zwietracht und Streit?“ Oder denke ich an Jeremia: „Du bist gerecht, Jehowah, wie könnte ich mit dir streiten? Dennoch muss ich mit dir über das Recht reden. Warum haben die Bösen Erfolg?

Weshalb können Abtrünnige sorglos sein?“ Und ich bemerke die Verzweiflung dieser Männer, höre ihren Hilferuf und sehe, dass sie müde geworden sind.

Ich zweifle nicht an Gott, aber manchmal verstehe ich ihn nicht. Aber ich will es wenigstens versuchen. Aus den Antworten, die Habakuk und Jeremia bekamen, entnehme ich, dass Kampf die lebenslange Aufgabe eines gläubigen Menschen ist. Da gibt es keine Entlassung aus dem Kampf. Warum soll ich kämpfen, wenn ich so müde bin? Mein Verstand sagt mir, dass es ein Ende des Bösen gibt, aber das Herz sehnt sich nach Erleichterung und Frieden. Meine Gedanken richten sich auf die Zukunft, die Gott durch Jesus gestalten wird. Aber mir wird einfach die Zeit lang. Ich bin dabei, zu verdämmern. Ich habe Sehnsucht nach dem Tod und seiner Ruhe. Was kann ich tun, wenn ich bedenke, dass ich ein Mensch nur bin? Wie soll ich kämpfen, wenn mich der Kampf so müde gemacht hat? Das sind so meine Gedanken, wenn ich melancholisch bin, wenn eine große Nachdenklichkeit mit ausfüllt.

Zu Jeremia sagte Gott: „Wenn du mit Fußgängern läufst, und sie dich schon ermüden, wie willst du den Lauf gegen Pferde bestehen? Wenn du dich nur im Land des Friedens sicher fühlst, wie wirst du dich dann im Jordandickicht (bei Raubtieren) verhalten?“ Und Habakuk konnte, gestärkt durch Gott, auf seine Befreiung warten: „Dennoch will ich jubeln über Jehowah, will mich freuen über den Gott meines Heils!“

Daran will ich denken. Und ich will auch an Paulus denken, der einsah, warum er kämpfen musste:

„Von allen Seiten werden wir bedrängt, sind aber nicht erdrückt; wir sind oft ratlos, aber nicht verzweifelt, wir werden verfolgt, sind aber nicht verlassen, wir werden niedergestreckt, gehen aber nicht zugrunde. … Weil wir zu Jesus gehören, werden wir als Lebende ständig dem Tod ausgeliefert, damit sein [Jesu] Leben auch an unserem sterblichen Körper offenbar wird.“. (2. Kor. 4:8-11)

Ich will kämpfen!

Jesus Christus sagt mir, dass ich wie ein Schaf unter Wölfen leben muss. Er weist mich auf Feindschaft und Verrat hin, er warnt mich vor meinen eigenen Angehörigen, die meine Stellungnahme für ihn missbilligen könnten. Ich muss ihn mehr lieben, als mich selbst und andere Menschen! So habe ich es in seiner Rede in Matthäus 10 gelesen. Und das trifft auf uns alle zu, die wir uns zum Menschensohn bekennen!

 „Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen nicht kennen will, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel nicht kennen. Und wer nicht sein Kreuz/Pfahl auf sich nimmt, ist es nicht wert, mein Jünger zu sein!“ (Mat. 10:32, 38)

Das Wort Gottes sagt mir, dass mein Glaube geprüft werden muss, dass ich ein Leben lang kämpfen muss, dass ich bis zum Ende aushalten muss! Das ist eine gewaltige Aufgabe; es ist eine Aufgabe, die mein Leben ausfüllt. Und da muss ich zurückblicken, ich muss mir bewusst machen, dass ich für diesen Kampf immer die nötige Kraft erhalten habe. Gott und Jesus haben mich nicht allein gelassen! Ich war nie verlassen, auch wenn ich eine lange Zeit mit einer Organisation verbunden war, die eindeutig zum Weltreich Satans gehört. Und wenn ich die Frage stelle warum Gott zugelassen hat, dass ich bei den Zeugen Jehovas gelandet bin, dann finde ich auch darauf eine Antwort:

Brunnenvergifter sind überall!

Zunächst einmal will ich feststellen, dass ich auch in einer anderen Religionsgemeinschaft hätte landen können. Das wäre unter Umständen dasselbe „in Grün“ gewesen. Alle Religionsgemeinschaften sind in derselben Lage: Sie sind nicht aus der Welt, sie sind in der Welt. Sie sind keine Freiräume, in denen man unbehelligt als Christ leben kann. Überall ist der Einfluss des Bösen, und eine Gemeinschaft schützt eben nicht davor, vom Teufel versucht und angegriffen zu werden. Gleichgültig, wo ich bin: überall ist der gleiche Kampf für den Glauben, für das Gewissen und für die Wahrheit zu führen. Überall muss ich mich von Tag zu Tag bewähren, muss ich zeigen, wem ich vertraue, wem ich folge und wer mein Ein und Alles ist. Also bleibt mir der Kampf nicht erspart!

Ich muss als Mensch allein kämpfen; niemand kann mir auch nur einen kleinen Teil des Kampfes abnehmen. Deshalb kann ich nie sagen, dass ich durch Menschenkraft gesiegt hätte. Ich kann nur sagen, dass ich mit Gottes Kraft gesiegt habe und siegen werde. Das ist für mich wichtig. Meine Mitkämpfer können mich wohl aufmuntern, können mir Mut machen, aber kämpfen muss ich allein. Durch meinen Kampf kann ich beweisen, an wen ich glaube, wem ich vertraue und wer mein Ein und Alles ist.

Das waren meine Gedanken, in denen ich mich lange aufgehalten habe. Ich bin nicht der Meinung, dass sie originell oder einzig sind. Nein, ich weiß, dass viele andere Menschen auch so denken und fühlen. Mit diesen Menschen fühle ich mich verbunden, sie sind über Raum und Zeit meine Geschwister. Und sie alle standen und stehen unter dem gleichen Einfluss desselben Geistes Gottes, der ein gutes und wirkungsvolles Gegengewicht zum bösen Geist des Brunnenvergifters ist. Das macht mich froh! Das lässt mich hoffen! Denn ich sehe, dass Gott das Wunder des Glaubens durch Jesus Christus immer gewirkt hat und heute noch wirkt. Dieser gute Geist Gottes, diese starke Kraft zum Guten wirkt an Menschen und beweist dieser Welt, dass es eine Macht gibt, die das Böse besiegen kann! Und damit bin ich zufrieden!

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Ein wahrhaft berührender Artikel! Vielleicht passt dazu noch folgendes Gedankenspiel: Eines Tages berief Satan, der Teufel, eine Generalversammlung seines großen Dämonenheeres ein und hielt eine Rede über seine Taktiken und Strategien: „Wir können die Menschen noch nicht daran hindern, sich gläubig und religiös zu geben. Viele gehen in ihre Gottesdienste, beten, lesen in der Bibel und halten an biblischen Werten fest. Doch wir können etwas anderes tun: Wir können vermeiden, dass sie eine beständige, intime Beziehung mit Christus pflegen. Und darauf müssen wir all unsere Bemühungen konzentrieren, denn wenn sie diese Verbindung mit Jesus erreichen, ist unsere Macht über sie… Weiterlesen »

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Bitte klärt mich auf?

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“Eine weitere Möglichkeit zu Jesus zu kommen ist zu den Ältesten zu gehen”. Zitat aus Wachturm. .. Für mich klingt das Erschreckend. Und jeder, oder fast jeder JW.Orgler” schlückt”das!

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