Das Volk, dessen Gott Jehova ist!

[Gedanken zum WT-Artikel (15.11.14) auf Seite 18] “Glücklich das Volk, dessen Gott Jehova ist”  Von Meleti Vivlon, Beroean Pickets

CaravanUnsere Betrachtung dieses Artikels wird uns nicht über den ersten Absatz dieses Studienartikels hinausführen. Er beginnt mit:

Viele Menschen, die sich heute wirklich Gedanken machen, kommen schnell zu dem Schluss, dass populäre Religionen, ob christlich oder nichtchristlich, der Menschheit nicht viel Gutes bringen.“ (Abs. 1)

Mit den Worten „Menschen, die sich heute wirklich Gedanken machen“, bezieht sich der Artikel auf die, die ihr Vermögen zum kritischen Denken gebrauchen, um das zu beurteilen, was sie um sich herum wahrnehmen. Solch kritisches Denken ist nützlich, da es uns davor schützt leicht verführt zu werden. Jehovas Zeugen werden ermuntert das Verhalten der populären Religionen kritisch zu betrachten um andere über ihre Verfehlungen zu warnen. Allerdings gibt es einen großen „blinden Fleck“ in unserer Betrachtungsweise. In Wirklichkeit werden wir vom kritischen Denken abgehalten, wenn wir populäre Religionen, zu denen wir auch gehören, betrachten.

(Lasst uns darüber keinen Zweifel haben. Eine Religion, die sich damit rühmt acht Millionen Anhänger zu haben, mehr als viele Nationen auf Erden, kann kaum noch als marginal bezeichnet werden.)

Lasst uns „denkende Menschen“ sein und beurteilen. Lasst uns nicht vorgefasst Schlüsse ziehen, die für uns, von anderen schön verpackt wurden.

Einige meinen, solche Religionen könnten nicht Gottes Zustimmung haben, weil ihre Lehren und das Verhalten ihrer Mitglieder Gott falsch darstellen. (Abs. 1)

Jesus sprach von solchen religiösen Systemen, als er sagte:

„Nehmt euch vor den falschen Propheten in acht, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie raubgierige Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Matth. 7:15,16)

Was es bedeutet ein Prophet zu sein

Ein Prophet zu sein, ist mehr als die Zukunft vorherzusagen. In der Bibel bezieht sich der Ausdruck auf jemand, der inspirierte Äußerungen spricht; also jemand, der für Gott oder in seinem Namen spricht. [[1]] Daher ist ein falscher Prophet jemand, der Gott, durch seine falschen Lehren, entstellt. Als Zeugen Jehovas werden wir diesen Satz lesen und in stiller Zustimmung, mit dem Kopf nicken und an die Religionen der Christenheit denken, die weiterhin die Dreieinigkeit, die Hölle, die Unsterblichkeit der menschlichen Seele und Götzdienst lehren; Religionen die den Namen Gottes vor der Masse verheimlichen und die die Kriege der Menschen unterstützen. Solche können einfach nicht Gottes Segen haben.

Jedoch, genau diese kritische Betrachtung wenden wir nicht auf uns selbst an.

Ich habe das persönlich erlebt. Ich habe hoch intelligente Brüder gesehen, die erkannten, dass eine zentrale Lehre von uns falsch ist, trotzdem akzeptieren sie sie weiter und sagen: „Wir müssen geduldig sein und auf Jehova warten“, oder „Wir dürfen nicht vorauseilen“, oder „Wenn es falsch ist, wird Jehova es zu seiner Zeit korrigieren“. Das tun sie automatisch, weil sie mit der Voraussetzung arbeiten, dass wir die wahre Religion haben und deshalb sind das alles Nebensächlichkeiten. Für uns ist das zentrale Thema die Rechtfertigung der Souveränität Gottes und die Wiederherstellung seines Namens an seinen eigentlichen Platz. Nach unserem Verständnis ist es das, was uns unterscheidet; das ist es, was uns zu dem einen wahren Glauben macht.

Niemand behauptet, dass die Wiederherstellung des Namens Gottes an den, in den Schriften eigentlichen Platz, unwichtig wäre, noch behauptet irgendjemand, dass wir uns nicht unserem Souverän, dem Herrn Jehova, unterwerfen sollten. Aber, daraus das Unterscheidungsmerkmal für den wahren christlichen Glauben zu machen, verfehlt das Ziel. Jesus weist auf was anderes, als er uns die Kennzeichen seiner treuen Jünger nannte. Er sprach von Liebe, Geist und Wahrheit. (Joh. 13:35; 4:23,24)

Was zeichnet wahre Christen aus?

Da Wahrheit ein Unterscheidungsmerkmal ist, wie werden wir die Worte von Jakobus anwenden, wenn wir mit der Wirklichkeit konfrontiert werden, dass eine unserer Lehren falsch ist?

„Wenn daher jemand weiß, wie er das tun soll, was recht ist, und es doch nicht tut, so ist es ihm Sünde.“ (Jak. 4:17)

Die Wahrheit zu sagen ist richtig. Eine Lüge zu sagen, ist es nicht. Wenn wir die Wahrheit kennen und nicht sagen, wenn wir sie verheimlichen und Ersatzlügen zulassen, dann „ist es eine Sünde“.

Viele, die auf unsere Mehrung hinweisen, – wie sie jetzt haben – und behaupten, dass das ein Beweis von Gottes Segen sei, verschließen ihre Augen. Sie ignorieren die Tatsache, dass auch andere Religionen wachsen. Weit wichtiger, sie ignorieren was Jesus sagte:

„Liest man vielleicht jemals Trauben von Dornsträuchern oder Feigen von Disteln?  Ebenso bringt jeder gute Baum vortreffliche Frucht hervor, aber jeder faule Baum bringt wertlose Frucht hervor; ein guter Baum kann nicht wertlose Frucht tragen, noch kann ein fauler Baum vortreffliche Frucht hervorbringen. Jeder Baum, der nicht vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ihr werdet also diese [Menschen] wirklich an ihren Früchten erkennen.“ (Matth. 7:16-20)

Beachte dass beide, die wahre und die falsche Religion, Früchte hervorbringen. Was die wahre von der falschen unterscheidet ist die Qualität der Früchte. Als Zeugen sehen wir die vielen guten Menschen, die wir treffen – liebenswürdige Leute die gute Werke tun um Notdürftigen zu helfen – und schütteln traurig unseren Kopf, wenn wir uns wieder mit der Gruppe am Auto treffen und sagen, „Solche netten Leute. Sie sollten Zeugen Jehovas sein. Wenn sie nur die Wahrheit hätten.“ In unseren Augen, wird durch ihre falschen Glaubensvorstellungen und ihre Verbindung mit Organisationen, die Falsches lehren, all das Gute was sie tun, aufgehoben. In unseren Augen sind ihre Früchte verdorben. Wenn also falsche Lehren der entscheidende Faktor sind, was ist dann mit unserer nicht eingetretenen Reihe von Vorhersagen zu 1914-1919; unserer Lehre der „anderen Schafe“, dass den himmlischen Ruf Millionen verweigert, sie zwingt Jesu Gebot in Lukas 22:19 zu missachten; unserer mittelalterliche Anwendung von Gemeinschaftsentzug; und das Schlimmste von allem, unserer Forderung zu einer bedingungslosen Unterordnung gegenüber Lehren von Menschen?

Wahrlich, wenn wir „populäre Religionen“ mit einer Bürste anmalen, sollten wir dann nicht dem Grundsatz von 1. Petr. 4:17 folgen und uns selbst anmalen? Und wenn die Farbe haften bleibt, sollten wir uns dann nicht zuerst selbst reinigen, bevor wir auf die Fehler anderer hinweisen? (Luk. 6:41,42)

Aufrichtige Zeugen, die immer noch hartnäckig an der Regel festhalten, dass wir von solchen kritischen Gedanken ausgenommen sind, werden auf die weltweite Bruderschaft und ihre Bereitwilligkeit, Zeit und Mittel für die vielen Bauprojekte, unser humanitäres Hilfswerk, jw.org und dergleichen beizutragen, hinweisen. Wundervolle Sachen, aber ist es Gottes Wille?

„Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘“  Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit.“ (Matth. 7:21-23 NWT)

Wir lieben es mit dem Finger auf andere christliche Glaubensgemeinschaft zu zeigen!

Bewahre uns Gott, das wir, in diesen Worten unseres Herrn, eingeschlossen sein sollten. Denn wir lieben es mit dem Finger auf jede andere christliche Glaubensgemeinschaft auf Erden zu zeigen, um zu zeigen, dass diese Worte auf sie zutreffen; aber auf uns? Niemals!

Beachte auch, dass Jesus die machtvollen Werke, wie Prophezeien und Dämonenaustreibung, nicht in Abrede stellt. Der entscheidende Punkt ist, ob sie den Willen Gottes tun. Wenn nicht, dann sind sie Täter der Gesetzlosigkeit.

Was aber ist Gottes Wille? Jesus fährt fort es in den nächsten Versen zu erklären:

„Jeder nun, der diese meine Worte hört und danach handelt, wird mit einem verständigen Mann verglichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Und der Regen strömte hernieder, und die Fluten kamen, und die Winde wehten und schlugen gegen jenes Haus, aber es stürzte nicht ein, denn es war auf den Felsen gegründet worden. Ferner wird jeder, der diese meine Worte hört und nicht danach handelt, mit einem törichten Mann verglichen, der sein Haus auf den Sand baute. Und der Regen strömte hernieder, und die Fluten kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus, und es stürzte ein, und sein Zusammensturz war groß.“ (Matth. 7:24-27 NWT)

Jesus, als Gottes einziger, ernannter und gesalbter Mitteilungskanal, bringt Gottes Willen für uns zum Ausdruck. Wenn wir seinen Worten nicht folgen, bauen wir vielleicht immer noch ein schönes Haus, ja, aber wir bauen es auf Sand. Es wird der Flut, die über die Menschheit kommt, nicht standhalten. Es ist für uns wichtig, dies während der nächsten Woche im Sinn zu behalten, wenn wir die Schlussfolgerung aus diesem, zwei artikellangen, Thema betrachten.

Worum Es Wirklich Geht

Der Rest des Artikels bespricht die Gründung der Nation Israel, als ein Volk für Jehovas Namen. Erst wenn wir den Artikel der nächsten Woche studieren, werden wir die Absicht dieser zwei Artikel verstehen. Allerdings, die Grundlage dafür, wird schon im nächsten Satz von Absatz 1 gelegt:

Ihrer Ansicht nach gibt es jedoch in allen Religionen aufrichtige Personen, die Gott bemerkt und als seine Diener auf der Erde betrachtet. Diese Personen müssten nicht unbedingt ihre verkehrte Religion verlassen und Gott in einer separaten Gemeinschaft dienen. Denkt Gott aber genauso?“ (Abs. 1)

Der Gedanke, dass Rettung nur innerhalb der Grenzen unserer Organisation, erlangt werden kann, reicht bis in die Tage Rutherfords zurück. Der Absicht dieser zwei Artikel, genauso wie in den zwei vorhergehenden, ist, uns noch loyaler gegenüber der Organisation zu machen.

Der Artikel fragt, ob der Gedanke, dass man in einer falschen Religion bleiben und trotzdem Gottes Anerkennung finden kann, Gottes Ansicht ist. Wenn, nach Betrachtung des zweiten Studienartikels, die Schlussfolgerung ist, dass man so nicht Gottes Anerkennung finden kann, dann mögen wir genau nach dem Grundsatz gerichtet werden, den wir anderen auferlegen. Denn wenn wir schlussfolgern, sie müssten „unbedingt ihre verkehrte Religion verlassen und Gott in einer separaten Gemeinschaft dienen“, dann, angesichts unserer falschen Lehren, ruft die Organisation ihre „denkenden“ Mitglieder zum Verlassen auf.

___________________________________________

 

 

[1] Die samaritanische Frau erkannte, dass Jesus ein Prophet war, obwohl er nur von vergangenen und gegenwärtigen Geschehnissen sprach.

[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

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Max

Hallo Glückliche Zeugin, Du hast hier Galater 6:15,16 zitiert um den biblischen Beweis für ein „Neues Israel Gottes“ zu belegen. Leider hast du aus der Neuen Weltübersetzung zitiert, die diesen Vers, wie so oft auch andere Verse der Bibel, manipuliert wieder gibt. Wenn sie sagt: „Denn weder Beschneidung ist etwas noch Unbeschnittenheit, sondern eine neue Schöpfung [ist etwas]. Und alle, die nach dieser Regel des Benehmens ordentlich wandeln werden, über sie komme Frieden und Barmherzigkeit, ja über das Israel Gottes“. Tatsächlich erweckt diese Übersetzung den Eindruck als ob es sich um eine Gruppe handelt die sich nach den Gesetzen Gottes… Weiterlesen »

Bruderinfo1

Liebe glücklich, also für mich reicht es absolut nicht was Du hier vorgetragen hast. Was hat bitte schön Römer 9:6 mit Deiner Argumentation zu tun? Wäre schön, wenn Du meine Fragen und die Fragen der anderen Kommentare auch beantworten würdest. Die WTG hat darauf nämlich keine Antwort, deshalb interessiert mich was Du persönlich denkst. Im Moment pickst Du Dir einfach die Sachen raus, die für Dich WT konform erscheinen. Aber Du bzw. der Wachtturm hat eine Behauptung aufgestellt, die zu beweisen oder klar zu begründen ist, wir haben das nicht gemacht. Allein folgende Worte Jesu reichen aus um die beiden… Weiterlesen »

Matthäus an Glückliche Zeugin

Hallo Glückliche! Du bist überzeugt dass ZJ jene sind die Jesus bzw. sein Vater ausgewählt haben. Bist du davon wirklich überzeugt? Ist das logisch, jene die genau die Früchte hervorbringen die Jesus in Matth. 7:15 als Warnung angekündigt hat. Es gibt keine andere heutige Religionsgemeinschaft auf die das intensiver zutrifft als ZJ. ZJ haben nicht nur die Warnung der Bibel -siehe Offenb. 22:18,19- wie keine andere Gemeinschaft missachtet. Ein mir bekannter Ältester hat einmal ans Bethel die Worte geschrieben: “Hätte die LK die Bibel je ernst genommen, dann hätten sie die meisten ihrer Druckschriften nie herausgeben dürfen!” …und hat er… Weiterlesen »

Bird an Glücklich

Liebe Glückliche, wenn der Vater ein Volk heute hat, dann Frage ich mich gerade warum er dann alles Jesus über geben hat? Ist es nicht viel mehr so das Jesus dieses Volk führt und wir seine Zeugen sind? Mich würde einmal die Belegstelle aus dem NT interessieren wo steht, das wir den Namen Jehova bekanntmachen sollen. Wo doch im NT dieser Name ja gar nicht steht. Das Evangelium das wir verkündigen sollen liebe Glückliche ist das Jesus für uns gestorben ist und wir uns zu ihm bekennen sollen und ihn als den Herrn bekennen. Was sagt Jesus selbst. LUK 21:8… Weiterlesen »

Elfi

Liebe Glückliche! Du stellst fest: Dann bin ich ja mein ganzes Leben einer Lüge gefolgt! Wie soll man damit fertig werden? 53 Jahre habe ich der WTG geglaubt und dann erkannt, dass sie mich belogen und betrogen hat! Was haben mein Mann und ich getan? Wir haben die Wahrheit gesucht! Und die Wahrheit ist allein Jesus Christus! Wir haben ihn gefunden und als unseren Heiland angenommen und sind ihm von Herzen dankbar, dass seine Liebe uns da rausgeholt hat! “Ich bin der Weg, die WAHRHEIT un das Leben, zum Vater kommt man ausschließlich durch mich! “Johannes 10:6 Das erfordert Umdenken… Weiterlesen »