Brunnenvergifter – 1. Teil

„Da fiel ein großer Stern vom Himmel, der wie eine Fackel brannte. Und er fiel auf ein Drittel der Flüsse und Wasserquellen. … Da wurde ein Drittel des Wassers bitter. Viele Menschen starben durch das Wasser, denn es war ungenießbar geworden.“ (Offb.8:10, 11)

Als sich im Dezember 2018 die Russisch-Orthodoxe Kirche der Ukraine vom Moskauer Patriarchat trennte, konnte man vom Patriarchen aus Moskau hören, dass in der Ukraine eine „Kirche Satans“ entstanden sei. Das kommt einem bekannt vor. So haben immer die Führer einer Kirche gerufen, wenn sich eine Absplitterung von ihrer Gemeinde bildete. Jedes Mal wurde die neue Sekte mit den übelsten Ausdrücken bedacht. Hier scheint jeder jeden, der nicht seine religiöse Ansicht teilt, als Kind des Teufels zu bezeichnen. Und die WTG macht hier keine wirkliche Ausnahme!

Auch sie bezeichnet Menschen, die ihr aus moralischen Gründen den Rücken kehren als „Küchenhelfer Satans“. Ich habe lange darüber nachgedacht, und mir kam früh der Verdacht, dass alle jene, die andere Menschen so betrachten, ebenfalls Diener der Dämonen sind. Das  klingt hart und es könnte der Eindruck entstehen, dass ich hier selbstgerecht über andere urteile. Dieser Gefahr bin ich mir bewusst. Deshalb will ich sachlich vorgehen und die Bibel sprechen lassen.

Der Herrscher dieser Welt

Nach Jesu Worten ist Satan der Herrscher dieser Welt. Es ist nötig, ausdrücklich auf diese Tatsache hinzuweisen, weil die Welt die Gestalt des Bösen verniedlicht und sie für eine Figur benutzt, um gruselige Filme zu drehen. Doch der Schauer, der manchen Zeitgenossen dabei über den Rücken läuft, täuscht vielleicht darüber hinweg, dass das Böse allgegenwärtig ist und eine ernste Bedrohung für uns alle darstellt. Die Bibel gibt uns ein anschauliches Bild vom bösen Einfluss:

„Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen dämonische Mächte, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis, gegen die bösartigen Geistermächte in der unsichtbaren Welt.“ (Eph. 6:12) 

„Dieser Gesetzlose wird mit Satans Hilfe auftreten und alle möglichen Machttaten, Zeichen und Wunder vollbringen und die Menschen verblenden. Sie werden ihm erliegen, weil sie es abgelehnt haben, die Wahrheit zu lieben, die sie gerettet hätte.“ (2. Thes. 2:9)

Diese Warnungen vor dem Teufel, seinen dämonischen und menschlichen Helfern sind nicht zu übersehen. Man kann sie als Christ nur ernst nehmen. Das Wirken des Bösen konzentriert sich besonders auf eine Person: auf Jesus Christus.

Und das hat seinen Grund,

denn Jesus ist für seine Schafe „der Weg, die Wahrheit und das Leben“! (Joh. 14:6) Jesus ist die Wahrheit über Gott, der Weg zu Gott und das Leben durch Gott. Er wird deshalb in der Bibel mit einem richtungsweisenden Grundstein verglichen, an dem sich die Geister scheiden (Joh. 9:39), und von dem alles abhängt. Er sagte selbst: „Niemand kommt zum Vater, außer durch mich!“ Der christliche Glaube steht oder fällt mit Jesus Christus! An Jesus kommt kein Mensch vorbei! Damit ist Jesus die Zentralfigur des christlichen Glaubens!

„Denn vor dem Namen von Jesus soll sich jedes Knie beugen – im Himmel, auf der Erde und unter der Erde. Und jede Zunge soll bekennen: ‚Jesus Christus ist der Herr!’ Das geschieht, um die Herrlichkeit Gottes, des Vaters, noch größer zu machen.“ (Phil. 2:10, 11)

Wenn die Rolle Jesus so wichtig ist, dann liegt es für den Satan nahe, diese Rolle zu relativieren oder zu leugnen. Und das genau tut der im NT erwähnte Antichristus! Gerade weil Jesus für seine Schafe der Weg oder die Tür zu Gott ist, muss seine Bedeutung vom Antichristen heruntergespielt werden. Da die Dämonen auch auf ihre Weise an Gott glauben, d. h. sie können seine Existenz nicht gut leugnen, müssen sie Christus leugnen  oder ihn in ein falsches Licht rücken.  Jesus und die Apostel haben vor den Betrügern aus dem geistigen Bereich gewarnt. An Timotheus schrieb Paulus:

„Der Geist Gottes sagt ausdrücklich, dass am Ende der Zeit manche vom Glauben abfallen werden. Sie werden auf betrügerische Geister achten und den Lehren dunkler Mächte folgen – getäuscht von scheinheiligen Lügnern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind.“(1. Tim. 4:1; auch: 2. Kor. 11:4; Gal. 1:7; 1. Joh. 2:18, 4:3; Offb. 16:14)

Den Lehren dunkler Mächte folgen heute viele Menschen, und es ist gleichgültig, ob sie politischen oder religiösen Verführungen erliegen. Besonders in der christlichen Religion gibt es so viele, sich widersprechende Sonderlehren über Jesus, dass ein verzerrtes Bild von Jesus entsteht. Ich will hier nicht auf die Dogmen und Vorstellungen der großen Kirchen eingehen, auch nicht auf die vielen Sonderlehren der kleineren Gemeinschaften, sondern auf die der Zeugen Jehovas.

Das verzerrte Christusbild der Wachtturm-Organisation

Es lohnt sich einen Blick auf die diversen „Lehren“ des „Sklaven“ zum Thema „Jesus Christus“ zu werfen:

  1. Behauptung: Jesus soll der Erzengel Michael sein. Er wird also als Engel gesehen!
  2. Er kam angeblich erst 1914 auf den Thron, und nicht unmittelbar nach seiner
  3. Behauptung: Jesus ist zuerst das Sühnopfer für die 144000. (Die Bibel: Rö. 3:22-24; 1. Joh. 2:2; 4:10)
  4. Er bedient sich angeblich der WTG als Sprachrohr und Werkzeug. Er ist ihr Führer.
  5. Behauptung: Durch Jesus werden nur die 144000 wiedergeboren; alle anderen sind im Sinne von Joh. 1:12, 13; Rö. 8:14-17 und Gal. 3:26, 27; 4:5-7 keine Kinder Gottes!
  6. Behauptung: Jesus hat nur die 14400 mit dem heiligen Geist versiegelt, was dem ganzen NT widerspricht! (Die Bibel: Eph. 1:13; 4:30; 2. Kor. 2:22)
  7. Behauptung:Nur die 14400 gehören zur Familie Gottes, alle anderen können Freunde Gottes werden. (Die Wahrheit steht hier: Eph. 1: 6, 7, 11, 13; 2:19-22)
  8. Jesus darf nicht angerufen werden! (Die frühen Christen beteten zu Jesus! 1. Kor. 1:2, 9; Apg. 7:59, 60)
  9. Beim Gedächtnismahl dürfen nur die „Geistgesalbten“ (144000) von Brot und Wein nehmen! Alle anderen dürfen auch bei dieser Gelegenheit keine Gemeinschaft mit Jesus haben. (Die Wahrheit ist hier: 1. Kor. 10:16, 17)
  10. Jesus dient hauptsächlich als Vorbild für den Predigtdienst.
  11. Jesus ist die „Grundlage für Reue“ (2. Tauffrage), nicht der eigentliche Retter, in dessen Namen ein Christ unbedingt getauft werden muss.

(Es gibt noch mehr Ungereimtheiten; fast alle sind auf BI-aktuell behandelt worden.)

Wie kommt es zu diesem verzerrten Christusbild?

Ist es Unvermögen der „Leitenden Körperschaft“? Ist es Denkschlamperei? Oder ist es die normale Irrtumsfähigkeit des Menschen? Auf keine dieser Fragen kann ich mit „Ja“ antworten! Man möchte keinem Menschen Unrecht tun, aber in diesem Fall kann ich mich gewissen Einsichten nicht verschließen. Ich habe lange gezögert, eine Schlussfolgerung zu ziehen. Aber nun geht es nicht mehr.

Die Ursache

Immer wieder weisen die Apostel auf die überragende Stellung Jesu hin: Er ist der Sohn Gottes! Er ist das Haupt der Christengemeinde, der „Stein“, an dem sich die Geister scheiden. Er ist durch seinen Opfertod der Retter aller Treuen, ihr König und Bruder im Himmel. Er ist das Wort Gottes, der durch seinen Geist schon in den Propheten wirkte (1. Pe. 1:10 11) und derjenige, der das Wort Gottes in Erfüllung gehen lässt. Gott hat alles seinem Sohn übertragen, damit er die Menschen retten kann, die glauben. Kann man das alles „wegerklären“? Kann man an den Worten aus 1. Joh. 4:1-5 vorübergehen?

„Ihr Lieben, glaubt nicht jedem, der behauptet, er sei mit Gottes Geist erfüllt, sondern prüft, was er sagt, ob es wirklich von Gott kommt. Denn viele falsche Propheten verbreiten ihre Lehren in der Welt. Ob jemand den Geist Gottes hat, könnt ihr an diesem Merkmal erkennen:Wer bekennt, dass Jesus als wirklicher Mensch zu uns kam, hat den Geist Gottes.Wer sich nicht zu Jesus bekennt, gehört auch nicht zu Gott.“

Fast jeder Aussteiger macht an sich diese besondere Erfahrung

Er beginnt die Bibel ganz bewusst ohne die WTG-Brille zu lesen und stellt schnell fest, dass die Rolle Jesu von der WTG umgedeutet oder verfälscht wird. Er stellt schnell fest, dass man ihm einen Christus vor Augen gestellt hat, den es so in der Bibel nicht gibt! Jesus wird zwar häufig erwähnt, aber man nimmt nur das von ihm an, was den eigenen Zwecken dient. Das machen viele Kirchen so. Der Bibelleser aber, der sich der Bibel ausliefert, wird rasch feststellen, dass er an Christus selbst nicht vorbeikommt. Er liest, dass er Jesus anrufen sollte oder sogar muss. Nach einigem Zögern gewöhnt er sich dann daran, Jesus persönlich zu danken.

Und irgendwann stößt er auch auf Offenbarung 9 auf das Bild der Heuschrecken, die aus einem Abgrund herauskommen und fragt sich: „Das sollen die „Geistgesalbten“ sein? Das sollen die Verkündiger des Evangeliums sein? Und der Engel des Abgrunds Abaddon oder Apollyon, soll Jesus sein?

Was hat er da gelesen? In Offenbarung 9:1 steht, dass ein „Stern“, der vom Himmel gestürzt war, den Schlüssel zum Abgrund erhält und den Abgrund öffnet. Aus Kapitel 8:10 weiß er, dass der „Stern“ vom Himmel gestürzt war, auf die „Wasser“ fiel und sie vergiftete, so dass die Menschen daran starben. In Offenbarung 12 wird er vom Krieg im Himmel lesen und erfahren, dass Satan und seine Engel auf die Erde verbannt worden sind. Und er wird wieder an den „Stern“ denken, wenn er sich an den Widersacher erinnert, der als „glänzender Morgenstern“ bezeichnet worden ist und dass Paulus ihn in 2. Kor. 11:14 als „Engel des Lichts“ bezeichnet hat.

Er wird vielleicht auch daran denken, dass Jesus selbst sagte, dass er den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel gefallen sah (Luk. 10:18) und dass Jesus in Joh. 12:31 sagte, dass „jetzt der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen“ wird.  Also wenn ein „Stern“ aus dem Himmel geschleudert worden ist, dann kann es nur der Satan sein! Und der Aufgewachte wird denken: „So kann man Jesus „wegerklären! Und ich habe das lange geglaubt.“ In ihm kommt ein schlimmer Verdacht auf: Sollte die WTG tatsächlich bemüht sein, Jesus „wegzuerklären“? Wenn Jesus kein Engel ist, was dann? Und wie erklärt sie den Text aus Offenbarung 20:1: „Dann sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der den Schlüssel zum Abgrund … hatte.“ ?

Allein schon die Tatsache, dass Jesus kein Engel ist, gibt zu vielen weiteren Schlussfolgerungen Anlass. Denn wenn Jesus auch die Engel geschaffen hat (Kol. 1:15-23), dann kann er selbst kein Engel sein. Im Brief an die Hebräer stellt der Apostel deutlich klar, dass Gott, als er zu Jesus sprach, sich nicht an einen Engel wandte! (Hebr. 1:4-14) Ich möchte hier nur zwei Verse daraus zitieren:

„Er (Jesus) steht so hoch über den Engeln, wie der Sohnesname, den er erbte, jeden Engelsnamen übertrifft.“

„Oder hätte Gott jemals zu einem Engel gesagt: „Setze dich an meine rechte Seite, bis ich deine Feinde zur Fußbank für dich gemacht habe?““

 Für die WTG ist der „Engel des Abgrunds“ Jesus Christus, den sie also als Abaddon und Apollyon kennzeichnen will. Aber wenn es ein Engel ist, dann kann hier nicht Jesus gemeint sein. Und die WTG behauptet nun, dass es doch Jesus sein soll! Der aufgewachte Bibelleser wird weiter forschen und feststellen, dass ganz allgemein die Rolle Jesu heruntergespielt worden ist. Er wird sich erinnern, dass jeder Zeuge Jehovas sein Gebet schon mit der Formel „Im Namen Jesu, Amen!“ abschließt, aber sonst von Jesus eher am Rande die Rede ist. Ganz anders ist es in den Briefen der Apostel, in denen die wirkliche Rolle Jesu beleuchtet wird. Und es gehen ihm die Augen auf, wenn er dies liest:

„Heiligt den Christus als Herrn in euren Herzen“ oder: „Lasst Christus, den Herrn, die Mitte eures Lebens sein!“ (1. Petr. 3:15)

Ich habe ganz bewusst nur den ersten Teil dieses Verses zitiert, denn immer wenn dieser Text in den Schriften der WTG erwähnt oder zitiert wird, dann geht es nur um die Verteidigung der Botschaft und darum, dass man es mit Milde und tiefem Respekt tun sollte. Der erste Teil des Textes wird nur einmal im Zusammenhang erklärt, und zwar im BuchEinsichten über die Heilige Schrift auf Seite 1117 im 1. Teil. Sonst wird auf den ersten Teil von 1. Petr. 3:15 nie eingegangen! Ich finde das schon bemerkenswert.

Ist Christus bei den Zeugen Jehovas die Mitte ihres Lebens?

Darüber kann man nachdenken, und je mehr man im NT liest, um so deutlicher wird die Antwort sein: Christus ist bestimmt nicht die Mitte des Lebens, wenn man ein Zeuge Jehovas ist! Denn in der Mitte steht eindeutig die Organisation. Alles dreht sich um sie. Sie ist das Koordinatennetz, nach dem sich alles richten muss. Es wird zwar behauptet, dass sie durch den Geist Gottes gelenkt wird, aber viele ihrer Taten beweisen das Gegenteil (siehe Mitgliedschaft in politischen Organisationen wie UN, OSZE und viele andere, unethische Bankgeschäfte, staatliche Anerkennung, Mitgliedschaften in Sektenkartellen wie WANGO, CESNUR). Fast alles, was Jesus Christus für seine Jünger tut, wird der Organisation oder dem Vater zugeschrieben. Jesus wird als Engel, als Dienstbote des Vaters gesehen, als Vorbild eines gehorsamen Dieners. Ist das aber so?

Die Trennung von Jesus

Der Antichrist und seine Helfer wollen von Christus trennen! Innerhalb der Wachtturm-Organisation ist es verboten, Jesus anzurufen! Ich darf demzufolge kein persönliches Verhältnis zu Jesus haben! Ein Zeuge Jehovas darf nicht zu Jesus beten, um ihm zu danken und um seine Hilfe zu bitten! Denn dieses beglückende Verhältnis ist nur über eine persönliche Beziehung zu ihm möglich. Und die persönliche Bindung an Jesus ist ohne Kontakt zu ihm nicht denkbar.

Aber wer Jesus Christus direkt im Gebet anruft, muss damit rechnen, exkommuniziert zu werden.  Und noch etwas ist den normalen Zeugen nicht zugestanden: Es ist die geistige Wiedergeburt, die ein Mensch erfährt, wenn er sich im Namen des Vaters, des Sohnes und der heiligen Geistes taufen lässt. Nach Meinung der WTG erfährt nur der eine geistige Wiedergeburt, wer mit Christus zusammen das Reich Gottes regiert, also wieder die ominösen 14400. Aber gemäß den Worten Jesu und seiner Apostel beginnt jeder Christ nach der Taufe ein neues Leben. Er erfährt dadurch eine geistige Wiedergeburt, weil er dann nicht mehr im Geist der Welt lebt, sondern unter dem neuen Geist, den Gott durch Christus gibt (Joh. 3:3-8; Gal. 3:26-29; 1. Joh. 5:1; 1. Petr. 1:22, 23; 2:2). Seine Wiedergeburt  beginnt bei der Taufe, sonst hätte Jesus das nicht sagen können:

„Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ (Joh. 3:5)

Die Taufe im Wasser sollte ja im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes erfolgen!  Davon hängt seine geistige Wiedergeburt ab. Aber wie lautet die Taufformel bei den Zeugen Jehovas?

Auch beim Gedächtnismahl, das seine Jünger zur Erinnerung an Jesu Opfertod feiern, hat die WTG den „anderen Schafen“ verboten, vom Brot und vom Wein zu nehmen. Das ist ungeheuerlich! Denn wenn ein Christ von den Symbolen nimmt, zeigt er, dass er mit Christus verbunden ist:

„Denn mein Fleisch ist wirkliche Speise und mein Blut ist wirklicher Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt innerlich  mit mir verbunden und ich mit ihm.“ (Joh. 6:55, 56)

Und wenn er nicht die Symbole nimmt? Ja, dann hat er mit Jesus wohl keine Gemeinschaft. Es geht ja nicht nur um die Symbole, sondern um ihre Bedeutung. Es geht darum, mit dem Sohn und dem Vater verbunden zu sein. Wer nicht von den Symbolen nimmt, deutet wohl an, dass er sich nicht zum Sohn bekennt. Und das kann ernste Folgen haben:

„Denn wer den Sohn leugnet, hat keine Verbindung zum Vater. Wer sich aber zum Sohn bekennt, gehört auch zum Vater.“ (1. Joh. 2:23)

So verhindert man bei den Zeugen Jehovas schon bei der Taufe, im Gebet und erst Recht beim Gedächtnismahl, den Zutritt zu Jesus!

(Die Gnostiker stritten das Opfer Jesu ab, indem sie behaupteten, bei der Taufe Jesu sei ein vom Himmel kommender Christus auf den Menschen Jesus gekommen, der ihn vor seinem Tod wieder verlassen hatte. Jesus brachte also seinen vollkommenen menschlichen Leib nicht als Sündopfer dar! Es bedeutet, dass der Mensch Jesus als einfacher Mensch auch starbt und nicht als Opfer für die Menschheit. Damit war der Sohn Gottes geleugnet!)

Stand der Name Gottes jemals im NT?

Und man kann Jesus noch auf andere Weise leugnen. Von der WTG wird behauptet, dass Gottes Name anfangs im NT stand. Sie ist stolz darauf, das Tetragrammaton wieder in den Text des Neuen Testaments eingeführtzu haben, nachdem die abtrünnigen Christen ihn angeblich daraus entfernt hatten!  Das ist eine völlig unbewiesene Behauptung! Denn in den über 6000  erhaltenen frühen Handschriften des Neuen Testaments ist keine einzige zu finden, die den Namen Gottes bzw. das Tetragrammaton enthält! Im Hinblick auf die Bedeutung Jesu ist es auch sehr befremdlich, wenn im Text der NWÜ an einigen Stellen, wo eindeutig von Jesus die Rede ist, „Jehova“ eingefügt wurde. Damit wird die eigentliche Bedeutung Jesu einfach auf seinen Vater verschoben. Dazu ein Beispiel:

Die NWÜ übersetzt Rö. 10:13 so: „Denn jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden.“ Im griechischen Grundtext aber steht: „Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“ Paulus zitiert hier aus dem Propheten Joel. Aber wen meinte er? Wessen Name war jetzt in der christlichen Ära so wichtig, dass er unbedingt angerufen werden musste, wollte man gerettet werden? Der Textzusammenhang macht es deutlich, denn er spricht eindeutig von der wichtigen Rolle Jesu. Das erkennt man beim Lesen der Verse 9 bis 12. Auch Petrus drückte sich so aus: Apg. 2:21. Auch Petrus meinte ausdrücklich Jesus, wenn man seine Worte im Zusammenhang betrachtet!

Durch diese geschickte Verschiebung des Schwerpunktes lenkt man die ganze Aufmerksamkeit auf Jehova, auf Gott. Das ist eigentlich Bibelfälschung, denn Gott hat die Rettung der Menschen in die Verantwortung seines Sohnes gelegt! Jesus hat diese Aufgabe übernommen und deshalb führt an ihn kein Weg vorbei:

„In keinem anderen ist Rettung zu finden, denn unter dem ganzen Himmel gibt es keinen vergleichbaren Namen. Nur dieser Name ist den Menschen gegeben worden. Durch ihn müssen wir gerettet werden.“ (Apg. 4:12)

Das sagten die Apostel, nachdem sie einen Menschen durch „den Namen Jesu“ geheilt hatten und deshalb angeklagt worden waren. Die religiösen Führer wollten ihnen verbieten, weiter über „diesen Namen“, d. h. über Jesus Christus zu reden. In Rö. 10:14 sehen die Zeugen Jehovas immer den Vater Jesu, Jehova. Aber gerade Jehova war den Juden bekannt! Der Name Gottes musste ihnen nicht bekannt gemacht werden. An Gott glaubten sie, aber an den Messias Jesus nicht. Deshalb musste Jesus verkündigt werden.

Jeder ist dazu aufgerufen, über seine Stellung zu Jesus nachzudenken. Denn er sollte wissen, was Jesus dazu sagte:

„An mir müssen sich die Geister scheiden! „Ich bin in die Welt gekommen, um solche, die nicht sehen, zum Sehen zu bringen und jenen, die sich für sehend halten, zu zeigen, dass sie blind sind.“(Joh. 9:39)

 

[Gesamt:114    Durchschnitt: 5/5]

Ähnliche Artikel

neueste älteste
Benachrichtige mich bei
Iris

Lieber Tilo , wieder mal ein toller Vortrag , der bestimmt viele ehemalige ZJ an das erinnert , was sie zu ihrem Austritt veranlasst hat , wie auch mich . Besonders das Bild im ,, Offenbarungsbuch ” mit den Heuschrecken die aus dem Abgrund kommen , um angeblich die Menschen im ,, Predigdienst ” zu quälen . Im Buchstudium war uns das , was da gesagt wurde , garnicht bewußt , was es wirklich bedeutet . Uns wurde ja eine fertige Lösung präsentiert , die wir ohne Widerspruch und ohne groß nachzudenken, hingenommen haben und auch geglaubt haben . Groß… Weiterlesen »

Edelmuth

Hallo Tilo Das verzerrte Christusbild der Wachtturm-Organisation Es freut mich sehr, dass du dieses Thema über das verzehrte Christusbild aufgreifst. In der Tat haben Zeugen Jehovas ein verzehrtes Christusbild. Aber sie sind im Vergleich zur gesamten Christenheit ein verschwindend kleines und unbedeutendes Häufchen. Die überwiegende Mehrzahl aller Christen sieht Jesu als ein geschenkeverteilendes Baby, wobei die Geschenke nur an wohlhabende Christen, die es sich leisten können, gehen. Du hast recht! Dih/ese Auffassung von Christus ist wirklich gruselig. Jesus ist inzwischen ein mächtiger König geworden, dessen Opfer wir unser Leben verdanken. Das müssen wir neidlos anerkennen. Ede Welche Auffassung lieber Ede… Weiterlesen »

Wildblume

Lieber Tilo, vielen vielen Dank für diese geistige Speise! Du beschreibst genau den Weg, auf dem ich mich gerade befinde. Jesus Christus ist für mich persönlich die Mitte geworden, das Zentrum meines Glaubens. Ich merkte ja schon lange, dass ich mich irgendwie in der Organisation nicht wohlfühlte. Das war ein ganz diffuses Gefühl. Als dann von aussen ein deutliches Signal kam, das mich aufwachen ließ, war nach inneren Krisen und Kämpfen meine erste Handlung als Christin, die direkte Entscheidung, zum Christus und zum Vater gehören zu wollen. Das habe ich dem Vater im Gebet auch mitgeteilt. Wie in Deiner Beschreibung… Weiterlesen »

Wildblume

Ich wollte noch was fragen.
Jesus Christus war der Anfang der neuen Erkenntnis bei mir.
Mit dieser Erkenntnis Christi als Mitte im Glaubensleben
ergeben sich bei mir aufbauend viele verschiedene neue Erkenntnisse.
Ist diese Reihenfolge (zuerst die Erkenntnis über Christus und dann andere Erkenntnisse)
bei Euch auch so gewesen? Oder seid Ihr über eine andere Thematik auf den richtigen Weg gekommen?
Wildblume 🌼🌼🌼

RoKo

Danke Tilo. Die Zeugen Jehovas hatten nun vor fast einer Woche ihren Kongress in Berlin und den verbundenen Kongressstätten. Sie hatten das Motto “Die Liebe versagt nie”. Doch gerade bei ZJ versagt die Liebe wie wir wissen sehr oft und war oft gar nicht vorhanden sondern vorgespielt. Der Berliner Komiker Mario Barth hat sein Motto auf ein T-Shirt gedruckt. “Nicht labern – machen!”. Christus sagte, “wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, war tut ihr da besonderes?” Ja was? Es soll das Kennzeichen von Liebe ausmachen, woran wahre Nachfolger zu erkennen sind. Nicht was sie für große Töne sprucken,… Weiterlesen »

M.N.

Vielen Dank, lieber Tilo, für diese inhaltsreichen Ausführungen. Zu Deiner Feststellung “in der Mitte steht eindeutig die Organisation. Alles dreht sich um sie” möchte ich noch hinzufügen: “…und/oder Jehova.” Denn wenn man sich z. B. die Auslassungen des neuen “Regionalkongresses” anschaut (Lloyd Evans hat bereits eine Analyse des Freitagprogrammes erstellt), so erschlägt einem der hyperinflationäre, mittlerweile obsessiv anmutende Gebrauch der “Jehova”-Vokabel geradezu. “Jehova Jehova Jehova Jehova Jehova JEHOVA…” – 10000000 Mal “Jehova”, immr nur “Jehova”, alles ist “Jehova”, alles dreht sich nur um “Jehova”, alle LIIIIEBEN nur “Jehova”… keine Erwähnung von Jesus Christus, zumindest in den behandelten Passagen. Die WTG-“Religion”… Weiterlesen »

Kimon

Lieber Tilo, Liebe Leser, Liebe Brüder, Die WACHTURMSORGANISATION MISSACHTET UNUNTERBROCHEN DAS WORT JESU CHRISTI Unser Herr und Erretter Jesus Christus gibt uns den Beweis dafür. Seine Worte sind unmissverständlich klar: ” Wenn ihr in MEINEM Wort bleibt, seid ihr WIRKLICH meine Junger, und ihr werdet die WAHRHEIT kennenlernen, und die Wahrheit wird euch frei machen” ( Johannes 8:31,32). Folgende Beweise zusätzlich zu den oben Aufgeführten sprechen dafür, dass Zeugen Jehovas NICHT im Wort CHRISTI geblieben sind: 1) DIE TAUFE: Das fundamentalste im Leben eines jeden Christen. Was sagt Christus? “Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben… Weiterlesen »

www.Christusbekenner.de

Der Artikel hat es schön auf den Punkt gebracht: Ohne Jesus geht es nicht – an ihm führt kein Weg vorbei. ZJ wird immer eingebläut, Menschen zur Organisation zu führen. Die Bibel hingegen zeigt im NT von Anfang an, dass Menschen zu Jesus geführt werden müssen — nicht zu einer Organisation: Hier nur ein paar wenige Beispiele: Johannes 1:35-37: “Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger; und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm! Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.” Johannes 1:40-42: “Einer von den zweien,… Weiterlesen »

Claudia

An Jesus führt kein Weg vorbei.

Joh. 10,9

Kimon

Hallo Tilo,
tut mir Leid. Es ist mir ein Fehler unterlaufen.
Zu Beginn habe ich folgenden Satz geschrieben: ” Folgende Beweise zusätzlich zu den oben Aufgeführten sprechen “dagegen”…
Richtig wäre sprechen “dafür”…
Bitte , wenn möglich korrigieren! Danke und liebe Grüße
Kimon

Django

Lieber Tilo, danke für deinen praxisbezogenen Artikel. Eine Frage stellt sich mir aber: Was hat der angeführte Text aus Joh. 6: „Denn mein Fleisch ist wirkliche Speise und mein Blut ist wirklicher Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt innerlich mit mir verbunden und ich mit ihm.“ (Joh. 6:55, 56) mit den Abendmahlsymbolen zu tun? Kapitel 6 handelt ungefähr ein Jahr vor dem Abendmahl und im Kontext geht es darum, dass Jesus den lieben Juden beizubringen versucht, dass Er das Manna, das wahre Brot vom Himmel ist und dass es lebenswichtig ist an ihn als Erlöser zu… Weiterlesen »

Fox

Guten Abend Tilo, du hast dir viel Mühe gemacht, Jesus wieder dort zu platzieren wo er für Christen hingehört. Das ist anerkennenswert. Danke. Dass die Bibel Jesus als “einziggezeugten Sohn” (Joh. 3:16) ausweist und nicht als zum Sohn gemachten Engel erklärt sich selbst. Mich erstaunt, wie blind ich war, mir diese Tatsache durch eine kleine Gruppe selbsternannter Erklärer ferngesteuert verdrehen zu lassen! Die Einbindung Jesu in der Bibel beginnt m. E. nicht mit dem Evangelien. Nehmen wir doch bitte die Zeugeninterpretation von der “Verteidigung der Souveränität Jehovas”. Muss sich unser himmlischer Vater irgendwie verteidigen? Satan wusste als Geschöpf sehr genau,… Weiterlesen »

Stachelbeere

Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen, wie ich mich fühle, nachdem ich diese klaren, erklärenden, biblischen Ausführungen gelesen habe. Auf der einen Seite bin ich unendlich glücklich und dankbar endlich auf dem Weg zu sein, unseren Herrn Jesus in die Mitte meines christlichen Lebens rücken zu können. Zu lernen ihn die Achtung, Würde, Liebe und Ehre entgegenzubringen die ihm zusteht. Und da geht es mir ähnlich wie dir, liebe Wildblume, es fällt mir immernoch schwer mit Jesus zu sprechen, ich bin mir einfach noch unsicher, wie ich Jesus richtig in meine Gebete einfügen kann. Auf der anderen… Weiterlesen »

Ulla

Lieber Tilo, dein Artikel auf dem Grund der heiligen Schrift ist wieder Laabsal für die Seele. Hab vielen Dank! Zur Zeit habe ich etliche Gelegenheiten, mit Bekannten über Christus zu sprechen. Es ist so wunderbar, weil “Geben tatsächlich glücklicher macht als Nehmen”, denn schon beim Zeugnisgeben kommt pure Freude in meinem Herzen auf. Hab vielen Dank, dass du die Rolle unseres Erlösers so klar und deutlich herausgestellt hast. WEIT ÜBER ALLE ENGEL… Dabei fiel mir 1. Mose 11 ein. Schon damals benutzte Satan menschliche Herrschergier, eine Gier, die er aus sich heraus auf Menschen projezierte. Bei NIMROD hatte er anfangs… Weiterlesen »

TT22

Als ich anfing an den Lehren der ZJ zu zweifeln, hatte ich noch Kontakt zu meiner Familie, die den ZJ angehört. Damals sagte einer von ihnen “Zeig mir doch anhand der Bibel, was wir angeblich falsches lehren” Ich war zu der Zeit noch nicht so weit und nannte ihm nur solche Sachen wie die Immobilien, die Henrietta Riley Stiftung usw. Mittlerweile könnte ich ihm ganze Listen aus der Bibel zeigen, die deren Lehren Lügen strafen. Könnte – niemand von ihnen redet mehr mit mir. Heute bin ich froh, dass sie, als ich meine Zweilfel zum Ausdruck brachte, sofort den Kontakt… Weiterlesen »

Ulla

Hallo an alle, ich möchte mit Euch einen Gedanken teilen, der mir heute beim Lesen von Mat. 4 gekommen ist und in Zusammenhang mit der Tatsache steht, dass wir hier auf BI schon etliche biblische Beweise gesammelt haben, dass Jesus KEIN Engel ist. Auch ist er nicht der Erzengel Michael, von dem Dan. 10:13 sagt, dass Michael nur “EINER DER HÖCHSTEN Engelsfürsten” ist… (also gibt es mehrere Erzengel). Wäre Jesus “nur ein besonderer Engel Gottes” gewesen, wie es die JWOrg. lehrt, was wäre dann für Satan besonderes dran gewesen, Jesus dazu zu bringen, ihm auch nur “einen Akt der Anbetung”… Weiterlesen »

Claudia

Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch

Gute Nacht

pit

Hallo ihr Lieben. “ejeh asher ejeh”. “bin” ist ein besonderes Verb. Es kann nicht alleine stehen, so wie “Ich umarme”. Da muss man ja fragen: Wen umarmst du? Die, meines Erachtens, beste Übersetzung ist: Ich bin euch zugewandt, für euch da. Eine Form des Wirkens für (Kein Schreibfehler Für wen?). Gott äussert sich immer zu etwas hin. Denn ER ist ein wirkender Gott. “Ein Fleisch”. In der Schöpfungsordnung steht. Als Mann und Frau schuf ER sie. Als gleichberechtigte, zueinander hinwirkende Personen. Erst nach dem Sündenfall ordnet ER die Frau dem Mann unter. Als Resultat, nicht als Strafe. Denn ER wusste… Weiterlesen »

Omma

Lieber Tilo, danke für deine hervorragende Ausarbeitung des Artikels! Eigentlich wollte ich dir einige Dinge aufzeigen, die mich besonders bewegt und begeistert haben, doch schnell merkte ich, dass ich dann fast deinen gesamten Artikel wiederholen müsste. Du zeigst sehr deutlich, wie es sich auswirkt, die Bibel OHNE WT-Brille zu lesen, es führt uns zu unserem Herrn Jesus Christus dem Sohn Gottes. Genauso haben wir es auch gespürt. Plötzlich erkannten wir die ungeheure Wichtigkeit unseres Herrn, und dass die WTG uns bewusst daran gehindert hat, zu ihm zu kommen. Sie handeln wie die Pharisäer der Tage Jesu: Matthäus 23:13-15 (Schlachter 2000)… Weiterlesen »

Scroll to Top