Die Entdeckungen von Barbara Anderson 2. Teil

Das Leben und die Entdeckungen von Barbara Anderson Teil 2

Komplette Übersetzung, nicht lektoriert. Eine ehemalige Mitarbeiterin aus dem Bethel in Brooklyn berichtet über ihre Erfahrungen und Hintergründe aus dem Zentrum der WTG.  Quelle: https://www.watchtowerdocuments.com/barbara-anderson.html

Überraschende Funde

Eine außerordentliche Entdeckung war, daß William H. Conley, ein Bankier aus Allegheny, Pennsylvania, der erste Präsident der in 1881 gegründeten Wachtturm Gesellschaft war, und nicht Charles Taze Russell. Dies war ein aufregender Fund, denn niemand im Hauptbüro wusste, dass Conley der erste Präsident, noch dass Russels Vater Joseph Vizepräsident, und Charles Taze Geschäftsführer und Finanzdirektor war.

Die Ernennung gründete sich auf den Kauf von 10-Dollar-Anteilen. Da ich die Quelldokumente unmittelbar nach Auffinden derselben weitergab, bin ich mir nicht sicher, was die genaue Anzahl von Anteilen betrifft, die Conley kaufte, doch ich glaube, es waren 350 für 3500 Dollar. Jedoch erinnere ich mich, dass Joseph Lytel Rutherford 100 Anteile für 1000 Dollar, und Charles Taze 50 Anteile für 500 Dollar kaufte.

Als ich auf Seite 576 der neuen Zeugen-Geschichtschronik nachschaute, die die Information über Conley enthielt, erschien es mir merkwürdig, dass Karl Adams die Tatsache betreffs der Vizepräsidentschaft Joseph Rutherfords ausgelassen hatte, sowie die Information hinsichtlich der Anzahl von Anteilen, die von jedem damals gekauft worden waren.

Diese wichtigen Tatsachen waren auf der ersten Seite eines kleinen roten, in Karton gebundenen bilanzbuchartigen Heftes eingetragen, in dem ich auch die originale handgeschriebene Organisationssatzung fand. Das Papier war zweifach gefaltet und eine Seite auf der Innenseite des Heftes eingeklebt. Auf der Grundlage von Handschriftenvergleich zweifle ich nicht daran, dass es Maria, die Frau von Charles Taze Russel, war, die diese erste Satzung aufgeschrieben hatte. Ich fand dieses Heftchen in einem alten Aktenordner, in einem Aktenschrank, der sich in einem begehbaren Betongewölbe innerhalb der Wachtturm-Finanzabteilung 25 Columbia Heights befand.

Anlässlich einer meiner häufigen Streifzüge durch alte Aufzeichnungen des Wachtturm-Hauptbüros fand ich im Karteiraum der Geschäftsführung auf dem Boden eines alten Aktenschrankes eine betagte, mit Zwirn umwickelte braune Papiereinkaufstüte. Die Tüte enthielt das Verhandlungsprotokoll des legendären kanadischen Verleumdungs-Gerichtsprozesses von 1913, den Pastor Russel gegen den Geistlichen J. J. Ross angestrengt hatte. Als der Fall am 4. April 1913 vor das Große Schöffengericht kam, entschied dieses gegen Verhängung einer Strafanzeige, da es nicht genügend Beweise für die Aufrechterhaltung einer Anklage gab, und der Fall wurde eingestellt (Brooklyn Daily Eagle, 8. Juli 1916 Seite 12).

Kurz zuvor wurde mir gesagt, dass sich vor etlichen Jahren im Archiv der Schreibabteilung eine Kopie dieses Protokolls befand, aber dass es dann verschwand. Ich weiß jetzt, dass meine Entdeckung bestätigt, dass es im Wachtturmarchiv eine Kopie für Karl gab, um eine wichtige Frage zu beantworten, für die sich viele Rechercheure interessierten: „Wie beantwortete Pastor Russel die Frage eines kanadischen Gerichts, ob er Griechisch lesen könne“.

Ich reichte die Tüte, samt ihres wichtigen Inhaltes an Karl weiter, ohne irgendwelches Material gelesen zu haben. Es ist sicherlich merkwürdig, dass sich Karl weder dann noch später in dem Zeugen-Geschichtsbuch hinsichtlich dieses beachtenswerten Verleumdungsprozesses äußerte, der damals die Titelseiten führender kanadischer Zeitungen dominierte.

In der gleichen Reihe in einem anderen alten sehr runtergekommenen braunen Papiersack gab es einige hundert vergilbte Briefe und Dokumente, von deren Existenz niemand wusste. Diese Briefe waren an Rutherford geschrieben als Antwort auf Rutherfords Fragen an Bibelforscher (so nannte man die Zeugen vorher) um ihrer Erfahrungen an Verfolgungen im 1. Weltkrieg zu relativieren. Darin erzählten Bibelforscher, wie sie es ablehnten die Fahne zu grüßen und dafür geschlagen, geteert und gefedert und ohne Anklage ins Gefängnis gebracht wurden. Rutherford veröffentliche viele dieser Briefe im Goldenen Zeitalter Magazin, später Trost, heute Erwachet genannt. Ebenfalls waren in dem Sack wichtige Briefe, vergessene Dokumente und interessante Zeitungsausschnitte die sich auf diese schwierigen Jahre bezogen.

In vier alten Schreibtischen mit Ordnern im gleichen Bürotrakt fand ich eine Menge von unterschiedlichen Bildern und Postkarten. Darin waren Bilder von Kongressen, professionelle und private Fotos des dritten Präsidenten, Nathan Homer Knorr, bildpostkarten an Knorr andressiert auch eine von seine Frau Audrey bevor sie heirateten. Auch waren darin niemals veröffentlichte Studio Fotos von Charles Taze Russell. Ein besonderer Fund war das erste von 16 Fotos die man je im Hauptquartier gesehen hat, außen und innen Aufnahmen des frühen Bibelhauses mit vielen Fotos von Pastor Russell, wie er an seinem Schreibtisch sitzt.

In einem dieser Ordner fand ich persönliche Fotos von Josef F Rutherford, dem zweiten Präsidenten. Das waren für mich abscheuliche und widerliche Entdeckungungen. Rutherford war in einem dunklen einteiligen armlosen Badeanzug, der ihn bis zu den Hüften kleidete so wie es in den Zwanzigern üblich war. Er hatte einen großen Bauch und erschien als ob er Freude daran hat, von einem großen Patio den Ozean zu übersehen. Auch gab es Leute, die auf Sofas lagen. Ein Foto, das ich nicht vergesse – eine Nahaufnahme, wo er die Zunge so weit wie möglich rausstreckt. Das war für mich schlimm.

Ich ging auch durch die Akten aus der Zeit des 4. Präsidenten, Fred Franz, als er schon blind war und sein Büro nicht mehr brauchen konnte. Ich fand Briefe von Rutherford aus den 30igern an Franz. In einem Brief fragte Rutherford um Fragen aus der laufenden WT Ausgabe zu beantworten. In jeder Ausgabe gab es ja die Rubrik „Fragen von Lesern“. Der Brief bestätigte mir, dass Franz seit 1926 zum Stab der Herausgeber der Schreibabteilung gehörte und Bibelforscher sowie Schreiber der Publikationen der Gesellschaft war und alle Fragen im WT beantwortete. Jedoch wurde Rutherford alles zugeschrieben. Das wunderte mich nicht, da Rutherford ja beanspruchte 23 Bücher und 68 Broschüren geschrieben zu haben obwohl Franz sie ja schrieb. 

Der Olin Moyle Gerichtsfall

In der Bücherei der Rechtsabteilung fand ich 2 Bände, die die Abschrift eines Rechtsfalles im Oktober 1940 – Olin R. Moyle gegen 12 Wachtturm Direktoren, WTBS von Pennsylvanien und WTBS Inc von New Yorkbetrafen. https://www.manfred-gebhard.de/19392Moyle.htm

Ich las die Bücher, sah, das Moyle seinen Rechtsfall im Gericht gewonnen hatte und das Gericht ihm 30.000 Dollar Vergütung zusprach. Da ich den Rechtsfall nicht kannte, brachte ich die Bände dem Karl Adams der sehr überrascht war, was ich ihm aushändigte. Er bestätigte, dass er keine Kenntnisse von dem Rechtsfall hatte, der bis 1943 ging. Ich fand es schon komisch, zu glauben, dass Karl nichts über diesen Fall wusste, da er damals 41 Jahre alt war, als der Prozess stattfand und er nur ein paar Jahre später die Mitarbeit im Bethel aufnahm, zu einem Zeitpunkt, als das Moyle Urteil unter den Zeugen immer noch gut bekannt war. So wichtig auch der Fall war, er wurde nicht im Geschichtsbuch der Zeugen abgehandelt. Nachdem ich das Bethel verließ wurde mir diese Frage von 2 prominenten Ältesten und deren Frauen gestellt als ich Burbank in Kalifornien besuchte. Es war mein Job als Hauptgeschichtsforscher des Zeugenbuches das sie faszinierte und auch der Grund, dass sie zum Abendessen von meinem Gastgeber geladen wurden.

George Kelly, ein langjähriger Zeuge, den ich an diesem Abend traf war der persönliche Sekretär im Bethel des wohl bekannten Zeugen Anwalts Hayden C. Covington (In 138 Fällen die dem Obersten Gericht in Sachen Zeugen Jehovas zugingen, bearbeitete er 111 Fälle).

Olin Moyle war der Anwalt der Wachtturmgesellschaft von 1935 bis Rutherford ihn 1939 rauswarf und durch Covington ersetzte, der die Gesellschaft in der 1940 Flaggengruß Frage in öffentlichen Schulen im Minersville School District vertrat. Der andere Mann, der Kelly in das Burbanker Haus eines prominenten Ältesten begleitete wo ich Gast war, war Lyle Reusch, auch ein langjähriger Zeuge in den USA und besonderer Repräsentant der WTBS in den USA der 1935 seinen Vollzeitdienst im Bethel begann. Beide erklärten ihre Enttäuschung und Missfallen darüber, dass der Moyle Fall nicht im Geschichtsbuch der Zeugen von 1993 aufgenommen wurde.

Sie waren beide sehr interessiert zu erfahren, wie die Führer der WTG und speziell Rutherford ihren eigenen Zeugen Anwalt im Wachtturm bloßstellten. Was den Fall anbelangt, zeigt der Bericht, dass Moyles Probleme damit begannen, dass er Rutherford einen persönlichen Brief schrieb in dem er seine Abneigung gegen Rutherfords ausgefallenen Trink- und Verhaltensgewohnheiten gegenüber anderen kritisierte, ein Verhalten, dass er persönlich beobachtete und daraus schwere Anklagen erhob. Arthur Worsley, ein langjähriger Bethel Mitarbeiter, der Kelly und Resuch gut bekannt war, war einer der Leute, die gegenüber Moyle Klage wegen der Übertretungen Rutherfords erhoben. Rutherford war so verletzt von Moyles Kritiken, dass er ihn und seine Frau aus dem Bethel warf und ihre persönlichen Dinge sofort auf den Bürgersteig stellte.

Darüber war Moyle entsetzt, doch die Fakten zeigten, dass er nicht gleiches mit gleichem bezahlte. Rutherford und seine Kollegen unterstellten im Wachtturm Moyle einen schlechten Charakter, was Moyle dazu veranlasste eine Klage gegen alle beteiligten Parteien anzustreben. Ich nannte den Namen von Arthur Worsley und Kelly und Reusch bestätigten mir, dass ein falsches Zeugnis in der Untersuchung gegeben wurde. Ich erzählte ihnen, dass ich mit Arthur Worsley nach dem Lesen des Manuskripts gesprochen habe – über seine Aussage zur Wachtturm Verteidigung. Olin Moyle beschwerte sich darüber, dass an einem Morgen im Frühstücksraum des Bethels Arthur Worsley ungerechtfertigter Weise öffentlich ohne Grund von Rutherford angegriffen wurde.

In der Gerichtsverhandlung jedoch nahm Arthur Worsley diese Aussage zurück und behauptete, dass die Anklage Rutherfords berechtigt gewesen sei. Er sagte, die Zurechtweisung wäre legal gewesen, was Moyle überraschte. Ja, Arthur Worsley erzählte uns diesen Zwischenfall im Frühstücksraum und verdammte Rutherford für die Erniedrigung. Wir erklärte warum er vor Gericht unter Eid aussagte, keine ausfallende Äußerungen von Rutherford am Betheltisch gehört zu haben, oder warum er verneinte, dass der Brandy am Tisch glorifiziert wurde, wo er uns doch tatsächlich das Gegenteil darlegte.

Auf den Punkt gebracht: er fürchtete Rutherford würde ihn ebenfalls aus dem Bethel rausschmeißen, wenn er Moyles Klage unterstütze und er hat doch niemanden wo er dann Unterkommen könne. So sagte er vor Gericht die Unwahrheit aus Angst vor Repressalien von Rutherford. Trotzdem entschied das Gericht, dass Rutherford und andere WT Manager der üblen Nachrede schuldig waren. Arthur erzählte, dass die WT Offiziellen sehr wütend darüber waren, Moyle 30.000 Dollars zahlen zu müssen und dass sie es in Silbermünzen auszahlten und ihn Judas nannten.

Diese Moyle Historie zu ignorieren bedeutete, dass der Wachtturm eine böse und unerfreuliche Geschichte nicht weißwaschen konnte und das würde das fragliche Bild der Organisation infrage stellen. Eines war an diesem Abend klar, diese Brüder drückten ihr Missfallen an dem Moyle Rechtsfall aus und erkannten den offensichtlichen historischen Revisionismus der WT Führer als unverhohlene Geschichtsfälschung an, wo das Vorwort doch in dem Buch davon spricht, dass es „objektiv und ehrlich sei“ 

Suche nach Antworten

Einmal gab mir Karl Adams Teile der Scheidungspapiere von Russell, besonders das vom Kreuzverhör. Er gab mir nicht das Protokoll vom Kreuzverhör der Maria Russell. Ich fragte auch nicht warum. Jahre später las ich es aus Neugier. So wurde mir ersichtlich, warum Karl Adams es mir nicht gab, der Grund war die Aussagen der Maria. Er konnte sich vorstellen das ich erstaunt sein würde, wenn ich lesen würde, dass das Gericht glaubte Russell sei schuldig. Sie bewies, dass die schmutzigen Gerüchte die ihr Gatte Russel über sie verbreitete nicht der Wahrheit entsprachen. Er behauptete, sie wäre eine Kämpferin für Frauen Rechte (damals eine schmutzige Beleidigung), dass sie darauf aus sei den Wachtturm zu kontrollieren (die Zeitschrift) und dass sie ihn verließ, weil sie prominent sein wollte. Bis heute werden diese Falschanklagen gegenüber der Frau Maria Russell von der Wachtturmorganisation aufrechterhalten.

Weiter erforschte ich, dass Charles Taze Russell und seine Frau eine Zöllibatsehe eingegangen waren. Das war für mich total überraschend. Als ich nachfragte, ob das mit ins Buch eingearbeitet werden sollte sagte die Leitende Körperschaft „nein“ weil es Brüder zum Straucheln bringen könne. Eine Hauptlehre der Zeugen ist es, das mit dem Wegsterben der Apostel Ende des 1. Jahrhunderts ein großer Abfall aufkam, der Scheinchristen hervorbrachte aus denen die katholische Kirche hervorging.

Dem gegenüber behaupten die Zeugen, dass es immer „wahre“ Christen auf Erden seit dem Tode des letzten Apostels bis in die Tage von CT Russell gab und dass er und seine Mitstreiter sich eng an die Lehren Christi und der Apostel hielten. Ein denkwürdiges und langes Dokument stammt von Karl Adams, der so wahre Christen identifiziert.

Meine Nachforschung ergab, dass es vier Punkte oder Standards gab, welche die „Söhne des Königreiches“ miteinander verband. Drei davon waren die Zurückweisung der Dreieinigkeit, das Höllenfeuer und die Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Jedoch war der vierte Standard der schwierigste. Es musste das Lösegeld Christi akzeptiert werden, so wie es Jehovas Zeugen definieren.

Die Schreibabteilung holte viele Bücher rein. Es war faszinierend zu lesen, wie die Lollarden, die Waldenser, Sozinianer und Anabaptisten und die arianische Bewegung so dachten. Als Folge der Analyse erfuhr Karl Adams von mir die überzeugenden Fakten, dass es diese Generation wahrer Christen basierend auf die Standartlehre nicht gab. Karl Adams schloss das Projekt ab und versprach, diese Untersuchung würde nie wieder gemacht werden wobei diese Lehren immer noch existieren und nicht verworfen wurden.

Schließlich hieß es im Buch Jehovas Zeugen – Verkünder von Gottes Königreich: „Wahres Christentum war zu keiner Zeit gänzlich ausgelöscht. Über die Jahrhunderte gab es immer solche, die die Wahrheit liebten“ und dann fügte man die Namen solcher Personen bei.

 Gründe der Anklage gegen Rutherford

In einem anderen Papier, das Karl mir gab, untersuchte ich die 1917-1918er Periode um zu sehen, was zur Anklage gegen Rutherford und seiner Mitgenossen durch die Vereinigten Staaten führte. Es ging um das Spionagesetz vom 15.5.1917 und dem Versuch diesem zu entsprechen, auch die Ablehnung der Rekrutierung und den Einzug in den Militärservice der USA während des 1. Weltkrieges. Als Rutherford erfuhr, dass die Regierung die Seiten 247-253 im Buch „Das vollendete Geheimnis“ im Fokus hatte, ließ er diese Seiten aus allen Kopien herausschneiden. Später, als er erfuhr, dass die Verbreitung des Buches eine Verletzung des Spionage Gesetzes sei, stellte er die Verbreitung ein.

Trotz all seiner Bemühungen wurden Rutherford und 7 andere seiner engsten Mitarbeiter zu langen Gefängnisstrafen im Bundesgefängnis verurteilt aber kurz nach Kriegsende wieder frei gelassen.

Als Karl Adams und ich Rutherfords Protokolle im Fall „Rutherford / USA“ lasen, waren wir ziemlich platt über die Liebesdienerei und versöhnlichen Aussagen mit denen er das Gericht aber auch die Regierung mit sich versöhnen wollte, eine Regierung, die er vorher als „satanisch“ bezeichnete. Er war bemüht, die Regierung auf jedem erdenklichen Wege zu besänftigen. Wie Karl Adams es feststellte, war Rutherford schuldig, seine Integrität als Christ aufgegeben zu haben indem er Kompromisse machte. Wir kamen zu der Schlussfolgerung, dass Rutherfords Schuld in der Sache der Grund war, weshalb er nach Haftentlassung mit voller Wucht nun vielmehrt das Königreich verkündete, ganz gleich, ob dies Verfolgung für die Brüder bedeutete oder nicht.

Eines war durch meine Forschung klargeworden. Rutherford machte sich daran, Probleme zu schaffen indem er Religion und Regierungen sowie Geistliche anging und die Geistlichen dadurch aufstachelte Taten gegen die individuellen Bibelforscher zu unternehmen. So konnte er laut „Verfolgung“ schreien.

In den 2 Jahren, wo ich Karl Adams zuarbeitete in Forschung der Geschichte habe ich manche Überraschung zutage gebracht, gute und schlechte über die Organisation. Trotz der Dinge wurde mein Glaube nicht in Zweifel gezogen. Doch ich war enttäuscht über das Verhalten der Organisation. Jedoch war es meine Natur, den Dingen die ich gelehrt bekam zu vertrauen. Das Verhalten der Wachtturmführung sah ich als menschliche Unvollkommenheit an und nicht als Beweis dafür, dass die Glaubensgemeinschaft als Ganzes falsch ist.

Nicht zu vergessende Personen

Als ich erfuhr, dass ich Teil der Schreibabteilung werden sollte, dachte ich, es wäre ein Vorrecht täglich mit den meist geistlich tätigen Männern zusammen zu arbeiten, Männern, die die Herde mit aktueller geistiger Speise versorgten. Die Direktoren der Schreibabteilung waren 3 Mitglieder der Leitenden Körperschaft: Lloyd Barry, Jack Barr und Karl Klein.

Der Hochschulabsolvent Lloyd Barry war der Kopf der Abteilung (er begann dort 1992 mit dem Bemühen jungen Zeugen höhere Bildung auszureden, eine Ansicht, die 2005 im November geändert wurde). Ich mochte ihn sehr. Eines Tages erzählte ich ihm, dass ich gern die Korrespondenz mit dem Neuseeland Zweigbüro las. Er wollte unbedingt sofort wissen, wie es ist, vertrauliche Dinge zu lesen. Er vergaß, dass ich im Auftrage von Karl Adams das tat. Als ich ihn daran erinnerte, musste er lachen.

Lloyd Barry war aus Neuseeland und ich las einen Bericht über den Missionar Frank Dewar der Neuseeländer war und der auf seinen Evangelienreisen in Indonesien der 1930er Jahre mich an den Charakter von Crocodile Dundee erinnerte. Kein Berg war hoch genug, kein Fluss tief genug um Frank von der Verkündigung der Botschaft abzuhalten. Lloyd Barry erzählte mir, das Frank Dewar sein Lieblingsmissionar war.

In dem neuen Buch auf Seite 446 eröffnete Karl Adams dass Frank Dewar auf dem Weg nach Siam war und er einen Halt in Kuala Lumpur einlegte bis er genug Geld zusammen hatte die weitere Reise anzutreten. Dort hatte er einen Unfall – ein LKW holte ihn vom Fahrrad. Nach seiner Erholung mit nur 5 Dollars in der Tasche bestieg er den Zug von Singapur nach Bangkok. Im Glauben und Vertrauen an Jehova fuhr er im Werk fort.

Doch in dem Buch wurde die menschliche Not in der er sich danach befand nicht erwähnt. Nachdem Unfall wurde er bewusstlos und erwachte in einem Bett in einem runtergekommenen Hotel das, wie Frank später erfuhr, sehr anrüchig war. Dort wurde er gepflegt bis er gesund war – von freundlichen Huren. Es wäre eine ehrliche Geschichte in dem neuen Buch gewesen, die man aber lieber weg ließ. Freundliche Huren die sich mehr um einen Missionar der Wachtturmgesellschaft kümmerten als die Wachtturmgesellschaft selber, passte nicht in ihr Bild.

1989 war es mir klar, dass Karl Kleins beste Jahre hinter ihm lagen. Er war senil, kränklich und ganz infantil, ein Mann den die Leute mieden wegen seiner besonderen Art zu sprechen offensichtlich exzentrisch aufgrund des Alters.

Ende 2. Teil

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Der erste Teil war ja was “Aufklärung” über die WTG anbelangte nicht sondelich aufschlussreich, sondern lediglich eine Darstellung des Lebenslaufs von Barbara Anderson im Zusammenhang mit der WTG. Im 2. Teil jetzt aber eine Reihe von Einzelheiten, welchen menschlichen fleischlichen Geist die Führung offenbarte, die sich selbst gerne als die vom Heiligen Geist geleitete Organisation darstellt. Die eigene Geschichte wird nicht der Wahrheit gemäß sondern geschönt dargestellt und alles, was diesem geschönten Bild widersprechen würde, einfach ausgelassen… Hinsichtlich C.T. Russels Ehe wird von Zöllibatsehe gesprochen, was wohl soviel heisst, daß es eigentlich keine richtige Ehe war, welche ja auch geschlechtliche… Weiterlesen »

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In USA brennen weiter Königreichssäle. Schon mehrere sind abgebrannt. Behörden vermuten Brandstiftung. Und ermitteln in beide Richtungen, Versicherungsbetrug durch die Jehovas Zeugen selbst, oder andere.

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