1 9 1 4: Ein goldenes Kalb

Goldenes Kalb .001Das ist eine magische Zahl, wenn man an die Bedeutung denkt, die diesem Jahr von der WTG zugemessen wird! Keine Jahreszahl spielt eine größere Rolle als diese! Diese Zahl ist Dreh- und Angelpunkt einer ganzen verschrobenen Theologie; sie ist ein Dogma geworden, von dem aus einem leblosen Leib mit künstlichem Atem ein wenig Dasein eingehaucht wird. Es ist ein wesenloses Dasein ohne eigene Kraft und Wirklichkeit, ein Schatten, der angebetet und verehrt wird, kurz: ein Götze.

 

Link zum Video Wachtturm-Satire: https://www.youtube.com/watch?v=lcy91lwRf1A

Ein wenig Geschichte

Die Ideengeschichte “1914” beginnt für die WTG mit ihrem “Propheten” C. T. Russel, der zu Beginn den Adventisten sehr nahe stand. Von den Adventisten hatte er die Idee der Endzeiterwartung, vielleicht auch den Wunsch, nach Daten auszuschauen, um diese Erwartung mit einem möglichst nahen Zeitpunkt zu nähren. Er kam auf eine Idee, die auch andere schon hatten: Die große Pyramide von Gizeh wurde für ihn die “Bibel aus Stein”. In ihren Maßen erblickte er den “Göttlichen Plan der Zeitalter”. Nach der Regel: “Ein Zoll für ein Jahr” bastelte er aus ihren Maßen, zusammen mit biblischen Begebenheiten, einen Zeitplan für Gottes Handeln. Als Ergebnis hatte er schon früh behauptet, dass die “Zeiten der Nationen”, die Jesus in seinen Endzeitprophezeiungen erwähnte, “sieben Zeiten” sein sollten, die sich mit einer Prophezeiung Daniels aus Kapitel 4 decken sollten. Es ging hier um einen Traum Nebukadnezars, in dem ihm eine “sieben Zeiten” lang dauernde Unterbrechung seiner Herrschaft prophezeit worden war.

Russel meinte, dass diese “sieben Zeiten” sich auf die Zeit zwischen dem Ende des letzten jüdischen Königtums und der Errichtung des Reiches Gottes beziehen sollten. Einen biblisch begründeten Grund für diese Annahme gibt es nicht, aber der Glaube Russels an seine eigenen Gedanken ersetzte diese fehlende Sicherheit. Am Ende dieser “sieben Zeiten” sollte das Reich Gottes auf der Erde beginnen. Russel wurde “konkret” und behauptete, dass 1914 das Jahr sei, in dem die alte Welt enden und das Reich Gottes unter Christus beginnen sollte:

Zwei Zitate aus Russels Schriftstudien

(Keine Angst! Die Zitate werden absichtlich kurz gehalten, weil man sich in Russels Satzgestrüpp zu leicht verheddert.) Und mit dem Ende des Jahres 1914 wird, was Gott Babylon nennt, und was die Menschen Christentum nennen, verschwunden sein, wie schon aus der Weissagung gezeigt wurde.” (Studie 6) 

“Rufe dir ins Gedächtnis, dass die Schrift uns zeigt, dass das volle Ende der Macht der Heiden oder Völker in der Welt der Zeit der Trübsal, die ihren Sturz hervorruft, am Ende des Jahres 1914 herbeigeführt sein wird, und dass einige Zeit vor jenem Datum die letzten Glieder der Kirche Christi “verwandelt” und verherrlicht werden.” (Studie 10)

Diese beiden Zitate sind gewiss nicht vollständig, aber sie geben einen Eindruck von der Bedeutung, die Russel dem Jahr 1914 beimaß. In vielen anderen Zusammenhängen hat er dieses Jahr immer wieder als das Jahr gesehen, in dem Jesus Christus als Richter der Welt wiederkommen sollte. Kurz gesagt: Er hat mit diesem Jahr Harmagedon gemeint.

Die Geschichte verlief anders

Russel.001Im Oktober 1914 warteten Russel und seine Gefährten darauf, in den Himmel aufgenommen zu werden. Als das nicht geschah, verkündete er selbstbewusst: “Die Zeiten der Nationen sind zu Ende!”

Das war eine Aussage ohne sittlichen Nährwert. Man kann ja zu jedem Zeitpunkt irgendetwas behaupten, was sich im unsichtbaren Bereich abspielen soll. Er hätte auch sagen können: “Jesus Christus ist im Himmel König geworden!” Aber das sagte erst sein Nachfolger Rutherford, als Russel schon lange tot war. Er musste es sagen, weil ein neues Datum für das Ende der Welt anstand: 1925.  Jetzt konnte man so argumentieren: Jesus setzte sich nach seiner Auferstehung zur Rechten Gottes und wartete bis 1914 darauf, als König regieren zu können. 1914 dann begann er als König im Himmel zu regieren. Seine erste Amtshandlung war dann der Sturz Satans aus dem Himmel (Offb. 12:9). Seither also soll Jesus schon regieren. 2014 feierte die WTG dann “Einhundert Jahre Königreich”. Nun denn: Herzlichen Glückwunsch!

Zu erwähnen wäre noch, dass auch 1925 und 1975 die Welt Satans nicht unterging. Aber das soll hier keine Rolle spielen. Es war das alte Spiel der falschen Propheten, die mit solchen Ankündigungen auf sich und ihre kruden Ideen aufmerksam machen wollen.

Einhundert Jahre Königreich?

Königreich.001Das Datum von 1914 lässt sich nicht mit der Bibel und der allgemein anerkannten Chronologie beweisen. (Auf BI sind schon Abhandlungen dazu erschienen.) Dieses Datum lässt sich einfach mit den Worten Jesu vom Tisch wischen: “Von jenem Tag und jener Stunde hat niemand Kenntnis.” Und wir könnten noch hinzufügen: “Auch C. T. Russel und J. F. Rutherford und F. Franz nicht”!  Nun wurde ja die unsichtbare Gegenwart und der Beginn der königlichen Herrschaft Christi mit 1914 verbunden. Lässt sich das beweisen – oder widerlegen? Also fragen wir uns:

Wann begann Jesus im Himmel zu herrschen?

Wir wollen unscheinbar beginnen. Und wir beginnen mit dem 2. Psalm. Der Psalm spricht davon, dass die Könige der Erde gegen Gott und seinen Gesalbten rebellieren. Warum? Sie wollen die Herrschaft des Königssohnes nicht. In den Versen 4 und 5 lesen wir:

Der in den Himmeln wohnt, wird darüber lachen. Jehova spottet über ihr Tun. Aber wenn die Zeit gekommen ist, wird er voller Zorn mit ihnen reden, mit seinem Zorn wird er sie erschrecken: “Ich, ja ich, habe meinen König eingesetzt – auf Zion meinem heiligen Berg!”

Das wurde natürlich von der WTG auf 1914 bezogen. Aber stimmt das? Als die Apostel am Beginn ihres Weges wegen einer Verfolgung beteten, erwähnten sie im Gebet den 2. Psalm (Apg. 4:24-26). Es ist bemerkenswert, dass sie schon im Jahre 33 die Tatsache erwähnen, dass sich der Psalm 2 erfüllt hat. Könnte es sein, dass Jesus schon 33 auf seinen Thron kam?

Wir sehen weiter. In seiner Ansprache zu Pfingsten 33 (Apg. 2:34, 35) nimmt Petrus Bezug auf den Psalm 110. Der Psalm 110 beschreibt die Einsetzung eines Königs, eines himmlischen Königs, nämlich Jesus Christus:   “Der Ausspruch Jehovas an meinen Herrn ist: “Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde als Schemel für deine Füße hinlege.”” (Ps. 110:1)

Es fällt auf, dass Petrus von der Tatsache spricht, dass Jesus zur Rechten Gottes sitzt und Herr über alles geworden ist: Tatsächlich ist David nicht in die Himmel aufgestiegen, sondern er sagt selbst: “Der Herr sprach zu meinem Herrn: ‘Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde als Schemel für deine Füße hinlege’.”

Hat Jesus schon nach seiner Auferstehung im Jahre 33 als König im Himmel regiert? Wartete er von da an darauf, dass seine Feinde ihm endgültig unterworfen würden? Wir wollen etwas genauer hinsehen und schauen noch einmal auf den 2. Psalm. Im Vers 7 steht: Und sein König wird bekannt geben, was Jehova beschlossen hat: ‘Er sprach zu mir: ‘Du bist mein Sohn! Heute bin ich dein Vater geworden’.”

Wir müssen uns fragen, ob Jesus nicht schon seit einer Ewigkeit der Sohn Gottes war. Natürlich war er das! Aber warum sagt der Psalmist, dass Jehova “heute” , als er ihn auf den Thron setzte, Vater geworden war?

Das hat mit der altorientalischen Sprachgewohnheit zu tun: Die Thronbesteigung im Psalm 2 wird als der Geburtstag des Königs gesehen. Wenn Jehova Vater geworden ist, dann hat er den König gewissermaßen als seinen Sohn “geboren“. Als er also Jesus zum König machte, wurde er als König sein Sohn und Jehova wurde in einem neuen Sinne Vater. Es kann sich aber auch auf die Auferstehung Jesu beziehen, wie es Paulus in Apostelgeschichte 13:32 sagt. Hier wurde also Gott der Vater des auferstandenen Jesus in seiner neuen Stellung als König.

Auch der Ausdruck “zur Rechten” ist eine Redewendung, die auf einen Stellvertreter hinweist. Die Rechte (Hand) ist ein Ausdruck besonderer Macht und Stärke und bezeichnet eine herausragende Stellung, etwa die eines Königssohnes, der den Thron bestiegen hatte. Darum wird der himmlische Jesus häufig als zur Rechten Gottes befindlich beschrieben. (Mat. 26:64; Luk. 20:42; 22:69; Eph. 1:20, 21; Hebr. 1:3; 8:1; 12:2;   1. Petr. 3:22) Zur Rechten Gottes, das ist die Stellung als Zweithöchster; mehr ist für Jesus nicht möglich, und man kann sich nicht vorstellen, dass es 1914 noch eine Stufe höher hätte gehen können. Nein, Jesus war nach seiner Auferstehung ein König im Himmel!

Im Brief an die Hebräer beschreibt Paulus die himmlische Stellung Jesu nach seiner Auferstehung. Paulus verbindet den Psalm 2 mit Psalm 110. “… [Gott] hat am Ende dieser Tage durch seinen Sohn zu uns geredet, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt … hat.” (Hebr. 1:2)

“Zu welchem Engel sprach er zum Beispiel jemals: ‘Du bist mein Sohn; ich, ich bin heute dein Vater geworden‘.” (Hebr. 1:5)

”Mit Bezug auf den Sohn: ‘Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde als Schemel deiner Füße hinlege.’?” (Hebr. 1:13)

 “So hat sich der Christus ebenfalls nicht selbst dadurch verherrlicht, dass er ein Hohepriester wurde, sondern [von Gott], der in Hinblick auf ihn sprach: ‘Du bist mein Sohn, ich, ich bin heute dein Vater geworden. So wie er auch an anderer Stelle sagt: ‘Du bist Priester für immer nach der Weise Melchisedeks’.” (Hebr. 5:5, 6)

Es ist deutlich, und man kann kaum daran zweifeln, dass Paulus den auferstandenen Jesus als himmlischen König sieht. Dieser Gedanke zieht sich durch den ganzen Hebräerbrief. (Es scheint, dass der Psalm 110 im NT das häufigste Zitat aus den hebräischen Schriften ist.) Aber nicht nur dort finden sich Hinweise auf den regierenden König! Wir schauen auf einige Stellen aus dem NT:  “Er hat uns von der Gewalt der Finsternis befreit und uns in das Königreich des Sohnes seiner Liebe versetzt.” (Kol. 1:13)

Christen waren also schon unter einem König! Das konnte nur sein, wenn Jesus von Gott auf seinen Thron erhoben worden war. “Als nächstes das Ende, wenn er seinem Gott und Vater das Königreich übergibt, wenn er Regierungen aller Art und alle Gewalt und Macht zunichte gemacht hat. Denn er muss als König regieren, bis alle Feinde unter seine Füße gelegt sind.” (1. Kor. 15:24, 25)

Das bezieht sich hier auf das Ende des Millenniums, wenn die Menschheit mit Gott wieder völlig versöhnt ist und Jehova die Herrschaft übernimmt. Aber bis dahin – so schreibt Paulus – muss Jesus als König regieren! Und der Apostel spricht vom Regieren im Präsens, nicht im Futur. Paulus schreibt dies aus der Sicht eines Menschen im Jahre 55!

Auch die Offenbarung beschreibt Jesus als regierenden König, und das nicht auf die Zukunft bezogen, sondern auf das Ende des ersten Jahrhunderts: Wer siegt, dem will ich gewähren, sich mit mir auf meinen Thron zu setzen, so wie ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.” (Offb. 3:21)

Das war am Ende des ersten Jahrhunderts eine vollendete Tatsache. (Hier könnte man einwenden, dass die Offenbarung die Zukunft beschreibt. Das ist schon richtig, aber sie beschreibt auch Dinge, die waren und die sind (Offb. 1:19))

In den Reden der Apostel, besonders bei Paulus, fällt immer wieder auf, dass sie von Jesus als regierenden König sprechen. Seine Inthronisierung wird nie in die Zukunft verlegt!

Wir müssen uns noch der Frage zuwenden: wie lange wird Jesus regieren?

In Lukas 1:30-33 steht: “Da sagte der Engel zu ihr: „Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gunst bei Gott gefunden; und siehe, du wirst in deinem Schoß empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden; und Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, und er wird für immer als König über das Haus Jakob regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben.”

Und in Offb. 22:5 heißt es: “Auch wird es keine Nacht mehr geben, und sie haben kein Lampenlicht nötig, noch [haben sie] Sonnenlicht, denn Jehova Gott wird ihnen Licht geben. Und sie werden für immer und ewig als Könige regieren.“  Der Kontext dieses Textes zeigt, dass mit “sie” Jehova und Jesus Christus gemeint sind; im Vers 3 ist die Bezugnahme auf den Thron Gottes und des Lammes.

Dann finden wir noch eine Zeitangabe in Offb. 20:6“Glücklich und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat; über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und werden als Könige die tausend Jahre mit ihm regieren.”

Wir bemerken, dass Jesus ein ewiger König ist, der in einer besonderen Zeitspanne von 1000 Jahren zusammen mit den Teilhabern der ersten Auferstehung regieren wird. Es ist die besondere Zeit des Millenniums. Es ist die Zeit der völligen Wiederherstellung und Heilung der Menschheit.

Das ist eine Aufgabe von anderen, die Jesus als himmlischer König zu erfüllen haben wird. Diese Aufgabe beginnt aber erst nach Harmagedon. Und nur auf diese Periode bezieht sich der Hinweis, dass er für 1000 Jahre regieren soll. Aber als himmlischer König regiert er immer – egal in welcher Funktion, mit welchen Aufgaben.

Und was machen wir mit Offenbarung 12?

Dieses Kapitel beginnt mit einem Blick zurück. Am Anfang wird eine Frau beschrieben, die von der Sonne umhüllt ist. Unter ihren Füßen ist der Mond und ihr Haupt wird von zwölf Sternen gekrönt. Dieses Bild erinnert an einen Traum Josephs, der in 1. Mose 37: 9-11 beschrieben wird: In diesem Traum sah er seine Eltern als Sonne und Mond, seine Brüder als 11 Sterne.

Könnte es sein, dass dieses Bild noch einmal aufgegriffen wird, um eine Wirklichkeit abzubilden, die viel größer ist? Es wäre doch möglich, in diesem Bild eine “Nation” zu erblicken, die den Messias hervorgebracht hatte. Das war zuerst das Volk der Juden, im weiteren Verlauf der Geschichte die Versammlung Jesu, das Israel Gottes, das dann gemäß Vers 17 als “Übriggebliebene ihres Samens” bezeichnet wird, und das vom Teufel verfolgt wird.

Das soll als Einleitung reichen. Wir schauen auf die Verse 7-10, wo uns geschildert wird, was im Himmel wirklich geschah: “Und Krieg brach aus im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, … doch gewann er [der Drache] nicht die Oberhand, auch wurde für sie keine Stätte mehr im Himmel gefunden. Und hinabgeschleudert wurde der große Drache – die Urschlange – der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt; er wurde zur Erde hinabgeschleudert, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeschleudert. Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: “Jetzt ist die Rettung und die Macht und das Königreich unseres Gottes und die Gewalt seines Christus herbeigekommen, …”

Das sieht so aus, als wird hier die erste Amtshandlung des inthronisierten Königs beschrieben. Satan wurde aus dem Himmel verbannt!  War das 1914? Der Text gibt keinen Hinweis auf einen Zeitpunkt. Es wird nur angekündigt, dass der Satan große Wut hat, weil er weiß, dass seine Zeit abläuft. Für die Nachfolger Jesu auf der Erde bedeutet dies ein Wehe, eine Zeit der Verfolgung. Diese Verfolgung ist nicht erst seit 1914 zu spüren oder besonders heftig, nein, die Geschichte des Christentum berichtet von Anfang an davon. (Wenn Mr. Rutherford ein paar Monate eingesperrt wurde, dann nur, weil er sich gegen ein amerikanisches Gesetz vergangen hatte. Das passierte damals vielen anderen Journalisten auch. Aber von Verfolgung kann man hier nicht sprechen. Wer es dennoch tut, betreibt Geschichtsfälschung.)

Nun brach ja 1914 im August der 1. Weltkrieg aus. Eine amerikanische Zeitung griff etwas von Russel auf und titelte am 30. August die Schlagzeile: 

„Das Ende aller Königreiche im Jahre 1914“

„Der Ausbruch des schrecklichen Krieges in Europa hat eine außergewöhnliche Prophezeiung erfüllt“, hieß es in diesem Hauptartikel. „Während der vergangenen fünfundzwanzig Jahre haben die ‚Internationalen Bibelforscher, die am besten als ‚Millennium-Tagesanbruch-Leute‘ bekannt sind, durch ihre Prediger und durch die Presse der Welt verkündet, dass der Tag der Rache, der in der Bibel prophezeit ist, im Jahre 1914 anbrechen werde. ‚Blickt nach dem Jahre 1914 aus!‘ ist der Ruf von Hunderten reisender Evangelisten gewesen, die als Vertreter dieses befremdenden Glaubens landauf, landab zogen und die Lehre verkündigten, dass das ‚Königreich Gottes herbeigekommen‘ sei.“ (Eine Kopie des Artikels ist im Internet zu finden.)

Das war nicht die Erfüllung einer Prophezeiung, denn das Ende aller Königreiche kam nicht 1914! Russel hatte für dieses Jahr das Ende der Menschenherrschaft vorhergesagt und damit den Beginn des Millenniums, nicht den 1. Weltkrieg. Dieses Ereignis kam gerade zur rechten Zeit, um die Spekulationen anzuheizen.

Den 1. Weltkrieg hätte er ahnen können, wenn er nicht amerikanisch gedacht und gefühlt hätte. In Europa hat man sehr wohl den großen Krieg vorhergesehen. Zum Beispiel entstand 1911 in Berlin das Gedicht eines jungen Mannes mit dem Titel “Der Krieg”. (Wer es nicht kennt, sollte es sich vortragen lassen: Dieser junge Mensch, Georg Heym, sprach aus, was andere in Europa ebenfalls kommen sahen.

https://www.youtube.com/watch?v=Q47RlG9NwFU  Text: Georg Heym / Konstantin Wecker, Vertonung: Konstantin Wecker (Von der CD OHNE WARUM 2015)

https://www.youtube.com/watch?v=NTsD7v9_0BI) Text: Georg Heym

Nun ist dieser fürchterliche Krieg schon fast einhundert Jahre vorbei. Rückblickend sehen wir ihn als den Beginn einer modernen, industrialisierten Kriegführung. Er hat den Grund gelegt für viele weitere Kriege. In der Geschichte der Neuzeit war er der Beginn des eigentlichen Weltkrieges, der bis heute die ganze Welt überzieht.

Und was gab es für Kriege vor 1914! Wir wissen von den schrecklichen Kriegen in der Folge der Reformation; der in Frankreich dauerte 100 Jahre, der in Deutschland 30 Jahre. Alle diese Kriege reihen sich zwanglos in das ein, was Offenbarung 12:12 sagt: “Wehe der Erde und dem Meer!”

Geht man in die Einzelheiten, dann ist man versucht zu sagen, dass die “Zeit des Endes” nicht 1914 begonnen hat, sondern schon viel früher. Wie oft haben die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten das Ende der Welt deutlich gesehen? Dass sie sich täuschten, dürfen wir ihnen nicht vorwerfen. Sie brachten nur zum Ausdruck, was sie über ihre Zeit dachten, wie sie ihre Zeit empfunden haben. Erst dieses Denken und Empfinden macht eine “Zeit des Endes” aus!

Was spricht also dagegen, wenn wir annehmen, dass Jesus kraft seines Amtes als himmlischer König den Satan schon unmittelbar nach seiner Auferstehung aus dem Himmel warf? 1914 muss das nicht gewesen sein!

 

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Die Karikatur ist übrigens falsch! 1914 ist nur die Plattform auf der derzeit 7 goldene Kälber grasen.AJA

Micha

Lieber O.W.S.
Zunächst Dein Zitat:
“Genau! Die irrsinnigen und aberwitzigen Lehren eines Gewaltherrschers namens Joseph Rutherford sollte man nicht länger ernst nehmen. Seine Erben, siehe Lebenserfahrung von Matthäus, regieren mit eiserner Faust, Gewalt und Unterdrückung. Sie sind selbsternannte Gewaltherrscher…..”

Internationaler Währungsfond…Weltbank…UNO…Welthandelsorganisation…Börsen…Ratingagenturen…
Scientologie… und wie die Würgearme dieses riesigen Kracken heißen mögen, eines gehört noch dazu-
es heißt WTG
LG Micha

Annonym

Hallo Anna,
den genauen Wortlaut kann ich nicht mehr wiedergeben. Aber der Sinn ist so gewesen, und das habe nicht nur ich so verstanden, dass wir voll auf die Organisation Jehovas Vertrauen sollten um nicht auf Grund der Rasanten Veränderungen vom Wagen Jehovas zu fallen.
Aber ich denke, es handelte sich eher um persönliche Interpretation des Redners, und kein neues Licht.
Er zitierte dann auch noch einmal den Wachtturm, wo Sinngemäß gesagt würde „auch wenn vom menschlichen Standpunkt aus gesehen die Entscheidungen des Sklaven Sinnlos erscheinen sollten wir sie akzeptieren.
Liebe Grüße
Annonym

Martin & Paul Z21 @ all

Wir werden in den nächsten Tagen die einschlägigen Werke Jonssons und Furulis einer kritischen historischen, theologischen und juristischen Gewissensprüfung unterziehen und danach darüber urteilen, wer hier eigentlich um welches goldene Kalb tanzt.
Wie wir der LK Einhalt gebieten wollen? Fürs erste werden wir eine Resolution mit 95 Thesen an die Türen der Besprechungräume der Zweigkommitees und der LK nageln!
Veritas est adaequatio rei et intellectus

peter baumgartl

an F & frei – zu deinem letzter Kommentar an p/m-z irgendwatt – mir hat jefallen, wie Du die 70 ´ger Jahreszahl(en) biblisch ohne viel Worte klar gestellt hast. da wird´s wohl klack/klack jemacht haben an P&M Z irgendwatt die letzten paar Tage ham euch mit Sicherheit schon ins schleudern gebracht und das IHR mutig seid, zeigt eure Absicht, die Aussagen von C.O.J. + R.F. zu lesen / zu prüfen aude sapere jut soo – denn ik bin mir da sicher : did habt ihr bisher nich jemacht – denn zwischen lala & blabla da jibt did schon noch nen… Weiterlesen »

Martin & Paul Z21 @ Matthäus

Die Feder ist mächtiger als das Schwert. Das ist zwar keine biblische Weisheit aber dennoch wahr wie schon oft und vielfach erfahren habe. Morgen zeig ich Dir meine/unsere erste Resolution. “Das Rennen geht weiter!”

Julia@Martin &PaulZ21

Hallo, danke für die Info, du hast Recht und ich freue mich, dass du uns an dem teilhaben lässt, was du vorhast. Ich bin gespannt. Das Problem mit den familiären Bindungen innerhalb der ORG haben wohl die meisten hier. Auch meine Familie und ich. Ausnahmslos alle Kontakte hatten wir in der ORG, alle Verwandten, alle Freunde, so, wie es eben vorgegeben wird. Dann steht man – wenn man sich zurückzieht – erst einmal alleine da. Nachdem ich mich meinem engeren Familienkreis im letzten Jahr erklärt habe (alles, was ich über die Hintergründe herausgefunden habe), hat es nicht sehr lange gedauert… Weiterlesen »

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