Wie Älteste vor der australischen ROYAL COMMISSION überführt werden!

Horlay.001Zum Beispiel Max Horley, ein Ältester der Zeugen Jehovas, bei seiner Zeugenaussage zum Thema Kindesmissbrauch in Australien vor der Kommission.

Der folgende Artikel wurde von einem NICHT-ausgeschlossenen Leser von JWSURVEY.ORG geschrieben.

Wie bereits in vielen Zeitungen und Medien auf der ganzen Welt berichtet wurde, geht die australische ROYAL COMMISSION den Hinweisen nach, dass Zeugen Jehovas in Australien 1006 Missbrauchsfälle an Kindern NICHT der Polizei gemeldet haben. 100 dieser Fälle seien angeblich Wiederholungstätern zuzuschreiben.

Der Beweis kommt nicht von „Ausgeschlossenen“ oder „Satan“, wie es die WTG gerne behauptet, sondern von MUTIGEN OPFERN, die sich gemeldet haben. Ebenso von Ältesten, die über diese Fälle berichtet haben und interne Unterlagen der WTG an die Öffentlichkeit brachten. Diese Unterlagen bestätigen genau das, worüber Kinderschutz-Aktivisten und Betroffene die Wachtturmgesellschaft und die Öffentlichkeit informiert haben.

Auf folgende Missstände wurde hingewiesen:

  1. Die Opfer wurden mit den Tätern in geschlossenen Räumen zusammengebracht, um dort ihre Aussagen vor den Ältesten (alles Männer) zu erörtern. Welche Peinigung und Demütigung das doch für ein Kind sein muss.
  2. Anzeige bei der Polizei wurde NICHT zugelassen, auch wenn der Missbrauch bewiesen wurde. Dem Opfer wurde gesagt, still zu sein, da man sonst gemieden würde. (Man muss sich das einmal vorstellen. Eine Straftat wird einfach unter den Tisch gekehrt.) Klingt schrecklich, nicht wahr?
  3. Für beide, für das Leben der Opfer und für die Organisation, hat sich diese Vorgehensweise zu einem spektakulären Schaden entwickelt. Wobei es für das Opfer schlimmer ist, weil es ja weiterhin mit dem Täter leben muss.

Derjenige, der dies liest und es nicht glauben will, vertraue uns bitte, bis er alles selbst geprüft hat. Dies kannst und solltest du auch tun. Die Wachtturmgesellschaft hat diesen Opfern NICHT die Möglichkeit eingeräumt, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie wurden in geheimen Ältestensitzungen unter Ausschluss der Familie befragt. Welch ein Kontrast zu dem, wie die ROYAL COMMISSION in Australien in dieser Sache vorgeht. Dies geschieht öffentlich. Jedermann kann sich informieren.

Die ROYAL COMMISSION veröffentlicht den gesamten FALL online. Jeder kann diese Videos ansehen. Selbst die Dokumente und der Schriftverkehr werden veröffentlicht. Wie beschämend für die angebliche Organisation Gottes. Die Kommission hat sich bisher mit zwei Fällen beschäftigt. Die Namen der betreffenden Personen wurden mit BCB und BCG angegeben. Die Kommission hat untersucht, wie die Wachtturmgesellschaft mit den Fällen umgegangen ist. Beide Fälle liegen 20 Jahre zurück. Bisher hat die Kommission die Aussage von den beiden Opfern und den fünf beteiligten Ältesten.

Hier sind ein paar allgemeine Punkte, die aus der Beobachtung des Verfahrens gewonnen werden können. (als ich das schrieb, hatten wir erst den Tag 3 der Anhörung verfolgt. Weitere Tage werden noch folgen.) 

Hier findet ihr ein You-Tube-Video der Anhörung.

https://www.youtube.com/watch?v=M94krxNcJQg&list=PLkzrUMKiXNLIiu-nYpELJla70dL4-GI-9#t=2088

Aber schon in diesen 3 Tagen war zu sehen, dass die Strategie der WTG im Umgang mit der Kommission zu scheitern drohte, mindestens aber anfing zu bröckeln.  Es ist schwer zu glauben, dass die Ältesten, wie sie behaupten, von der Rechtsabteilung der Wachtturmgesellschaft nicht richtig betreut wurden.

Alle fünf an den Fällen beteiligten Ältesten erweckten den Eindruck, als wollten sie sagen: „Wir sagen nicht, dass in der Vergangenheit alles PERFEKT lief. Für jeden von uns war dies eine neue Situation. Keiner wusste so recht, wie er damit umgehen sollte. Aber wir haben das Problem erkannt und daraus gelernt. Auch wurden die Probleme ordnungsgemäß geregelt. Bitte vertraut uns, es ist alles in Ordnung. Bitte schenken sie dem Mann hinter dem Vorhang, (gemeint sind diejenigen, die die Missstände aufdecken möchten) nicht ihre Aufmerksamkeit“

Doch das Problem der Ältesten ist, dass die Kommission vorbereitet und gut informiert ist. Daher hinterfragen sie alles mehrmals. Man kann es direkt in den Gesichtern der Ältesten erkennen, wie unwohl und unsicher sie sich fühlen. Erstens hat sich nun gezeigt, dass die Ältesten in beiden Fällen schreckliche Unfähigkeit bewiesen; es wurde sogar eine aktive Täuschung nachgewiesen. Es wurde festgestellt, dass Max Horley einen Brief an das Zweigbüro schrieb mit dem Hinweis, man sollte diesen Fall nicht zu ernst nehmen. Dieses Schreiben wollte er der Kommission vorenthalten und sagte, er habe es verloren. Damit wollte er die Schwere des Missbrauchsfalles herunterspielen.

Es ist aber nicht nur die Inkompetenz der Ältesten, die beteiligt waren, sondern auch der Versuch zu vertuschen.

Dino Ali .001 Am dritten Tag wurde z. B. Dino Ali unter EID befragt. Vor der Kommission behauptet Ali mündlich wie schriftlich, dass er und seine Kollegen den Fall des jungen Mädchens (BCG) gegen ihren Vater (angeblich ein Freund von ALI) genauestens untersucht haben. Das Komitee kam zu dem Ergebnis, dass der Vater aufgrund von Mangel an Beweisen nicht ausgeschlossen werden könne, obwohl sie den Aussagen des Mädchens glaubten. Sie hatten aber keine weiteren Zeugen und kein Geständnis vom Vater. Ali hat daraufhin festgestellt, dass in diesem Fall Aussage gegen Aussage steht.

Ali gab zu, dass jeder der an diesem Fall beteiligten Ältesten damit einverstanden war, den Fall abzuschließen.
Zu seiner großen Überraschung zeigte ihm die Kommission eine Reihe von seinen alten, handschriftlichen Notizen. Sie brauchten recht lange, bis Ali zugab, dass es seine Notizen waren, die er während der Untersuchung des Missbrauchs schrieb. Ali, wie im Protokoll festgehalten und im Video zu sehen ist, war sichtbar unwohl zu Mute und versuchte, um den heißen Brei herumzureden. Er hatte aber bald keine andere Wahl als zuzugeben, dass es seine eigenen Notizen sind, die die Kommission offensichtlich aus den Unterlagen der Versammlung erhalten hatte.

Die Kommission veranlasste Ali, seinen eigenen Bericht zu lesen, seine eigenen Notizen. Darin beschuldigt nicht nur die Tochter, BCG, den Vater des Missbrauchs, sondern auch BCG‘s Mutter bestätigte Ali, dass der Vater die beiden jüngeren Töchter missbrauchte. Auch die älteste der vier Töchter erklärte Ali, dass sie missbraucht worden war.

Klingt schlimm? Es wird schlimmer.

Weiter hinten in seinen Notizen hatte Ali mit seiner eigenen Hand das Geständnis des Vaters, dass er den Missbrauch begangen hat, niedergeschrieben. Die Kommission wies daher darauf hin, dass es weit davon entfernt war, nur einen Zeugen und kein Geständnis zu haben. Dino Ali hatte eigentlich drei Zeugen und ein Geständnis – genügend Beweise für die Schuld des Vaters.

Nachdem er sowohl grober Fahrlässigkeit als auch offensichtlicher Lüge überführt wurde, verbringt Ali den übrigen Teil seiner Zeugenaussage damit, vergebens zu versuchen, den Richter davon zu überzeugen, dass diese drei Zeugen und das Geständnis in Wirklichkeit nicht drei Zeugen und ein Geständnis wären.

Es wurde auch schnell klar, dass die Wachtturmgesellschaft zwar so tat, als ob sie einige Dinge geändert habe, aber da, wo es wirklich wichtig gewesen wäre, wurden offensichtlich keine Änderungen vorgenommen, und alle Ältesten bestätigten dies unter Eid.

Die zwei Zeugen Regel.

Es ist weiterhin Praxis, dass drei Männer eine Betroffene von sexueller Gewalt verhören, manchmal vor ihrem Täter. Auch die Richtlinie, der Polizei keine Meldung zu machen, sofern es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, besteht weiter. Geändert hat sich nur, dass die Opfer nicht mehr davon abgehalten werden sollen, die Polizei einzuschalten. Die Kernprobleme sind in der Wachtturm-Organisation immer noch lebendig und wirksam vorhanden. Trotz des Versuchs der Wachtturmgesellschaft, der Kommission eine andere Version zu präsentieren, hat die Kommission allein in den ersten drei Tagen diese Schilderung zerschlagen.

Das Versagen ist für die Wachtturm-Organisation von oben bis unten systemisch. Dies sind nicht die Handlungen einiger „fauler Äpfel“ oder inkompetenter Männer. Jeder einzelne Älteste, mit Ausnahme von Ali, hat bestätigt, dass er bezüglich dieser Probleme direkten gedruckten Richtlinien gefolgt ist. In der Tat fühlten sich diese Ältesten nicht in der Lage, von diesen Richtlinien abzuweichen, auch wenn sie damit nicht einverstanden waren. Die folgende Aussage von Max Horly ist typisch für die wiederholten Antworten der befragten Ältesten…

Richter Mc Clellan.001Richter Peter McClellan: „Mr. Horley, ich verstehe, wie die Kirche organisiert ist, aber was das Verfahren betrifft, bedeutet dies, dass die Untersuchung in einem Fall wie diesem, den Anschuldigungen einer Frau, vollständig von Männern durchgeführt wird; Richtig?“ 

Max Horley: „Es tut mir leid, die….“

Richter McClellan: „Die Untersuchung in der Kirche wird vollständig von Männern durchgeführt?“

Horley: „Das ist richtig, ja.“

Richter McClellan: „Glauben sie, dass dies angebracht ist, wenn die Anschuldigungen von einer Frau und vielleicht von einer jungen Frau kommen?“

Horley: „Dies ist – dies ist die Vorgehensweise, die dafür vorgesehen ist.“

Richter McClellan: „Ich weiß, aber ich habe Ihnen eine andere Frage gestellt.“

Horley: „Also, das betrifft wohl meine persönlichen Gefühle. Ich glaube, ich wäre immer noch an die Weisungen des Zweigbüros gebunden.“

Dies ist während der mündlichen Verhandlung immer wieder zu hören. Älteste befolgen Anweisungen, und sie können die Anweisungen nicht in Frage stellen, auch wenn sie mit ihnen nicht einverstanden sind. Und sie sind damit nicht einverstanden.

Unter Druck geraten, sind die meisten befragten Ältesten mit der Wachtturm-Politik nicht einverstanden. Von den vier Ältesten, die besonders zu den wichtigsten Bedenken der Kommission befragt wurden, gaben drei (Max Horley, Doug Jackson und Kevin Bowdich) schließlich teilweise oder vollständig zu, dass das Verfahren fehlerhaft war und geändert werden müsste. Nachfolgend einige Auszüge aus dem Protokoll, die das bestätigen.

Stewart.001Mr. Angus Stewart, Berater der Kommission: „Der Punkt ist, verstehen sie, dass es in Gegenwart der beschuldigten Person sehr schwierig für das Opfer ist, alles zu sagen, was mit ihm passiert ist?“

Max Horley: „Absolut, ja.“

Stewart: „Und auch in Gegenwart von anderen Männern, mindestens zwei Ältesten; ist das richtig?“

 

Horley: „Das ist wahr, ja.“

Stewart: „Somit ist es also kein Verfahren, das notwendigerweise die ganze Geschichte ans Tageslicht bringt, nicht wahr?“

Horley: „Offensichtlich nicht während der ersten Sitzung, und wie es sich in diesem Fall zugetragen hat; ja.“

Angus Stewart:: „Das Problem, Mr. Jackson, wird auf diese Weise nicht wirklich behandelt, oder? Das Problem…“

Jackson Don.001Doug Jackson: „Nein“

Angus Stewart:: … „der gesamte Aufbau der Verfahrensweise mit zwei männlichen Ältesten, ein männlicher Beschuldigter, und dann eine Frau in einem Umfeld, in dem sie sich nie wohl fühlen könnte und aufgefordert wird, intime Details sexueller Natur zu erzählen, – dieser Aufbau funktioniert nicht, oder?“

Jackson: „Nun, ich stimme zu, euer Ehren, wirklich.“

Angus Stewart: „ Das ist kein guter Prozess, oder?“

Bodewich.001Kevin Bowdich: „ Er könnte besser sein.“

Nur ein Ältester, Dino Ali, bestand stur darauf, dass dieser Ablauf gut war, obwohl seine widersprüchlichen und manchmal bizarren Antworten an die Kommision entweder auf einen Mann hindeuteten, der absichtlich stur die Möglichkeit ausschließt, dass seine Kirche Mängel haben könnte, oder auf einen Mann, der Angst davor hat, der Wachtturmgesellschaft öffentlich zu widersprechen, oder auf einen Mann mit so eingeschränktem kritischen Denkvermögen, dass er einfache Logik und Beweise nicht verstehen kann.

Hier ist ein weiteres typisches Beispiel dafür, wie der Richter versucht, ihn ans Wasser zu führen,… aber Mr. Ali weigert sich, dieses zu trinken, als es um die Diskussion ging, ein Opfer von sexueller Gewalt vor ein Drei-Mann-Komitee zu bringen.

Richter McClellan: „Und Sie denken immer noch, dass es ein angemessener Prozess für eine junge Frau ist, die Anschuldigungen zu sexuellen Übergriffen gegen ihren Vater vorbringt, oder?“

Dino Ali: „Ich glaube, es ist ein Prozess, um verstehen zu können, was passiert ist. Ich verstehe, wie schwer es für sie gewesen sein muss.“

Richter McClellan: „Aber aufgrund des Umstandes, wie dieser Prozess durchgeführt wurde, war sie nicht dazu in der Lage, ihnen all das zu sagen, was ihr passiert war, und sie ihnen hätte erzählen können. Verstehen Sie das?“

Dino Ali: „Richtig, richtig. Ich verstehe das.“

Richter McClellan: „So… demnach haben sie drei eigentlich gar nicht die ganze Geschichte erhalten, weil der Prozess dies nicht zugelassen hat. Verstehen Sie das?“

Dino Ali: „Das verstehe ich auch.“

Richter McClellan: „Nun… lässt das nicht die Schlussfolgerung zu, dass es einen Mangel in diesem Prozess gibt?“

Ali : „Nein!“

Also… von den vier Ältesten, die befragt wurden, stimmten drei zu, dass der Ablauf Mängel hat und bewiesen dadurch, dass die Sorgen der Kommission berechtigt waren. Aber der vierte Älteste weigerte sich zuzugeben, dass der Ablauf Mängel hat, selbst wenn diese Mängel nachweisbar sind.

Wartet… ich sagte vier Älteste. Gab es da nicht noch einen fünften?

Ja, den gab es, Ältester Joseph Bello. Aber er verbrachte nicht viel Zeit im Zeugenstand.

Eigentlich erschien er nur, um nervös und beschämt eine Aussage zu präsentieren und zu bestätigen, dass er und das Missbrauchsopfer BCB und ihr Ehemann in Betracht gezogen hätten, ihre Geschichte der ROYAL COMMISSION offen mitzuteilen. Doch dann kam er zu der Überzeugung, dass er damit nichts bewirkt, außer dass er Jehovas Namen in den Schmutz ziehen würde.

Daraufhin sagte der Berater der Kommission, Mr. Stewart: „Ich entnehme ihrem Glauben, dass Jehova ein liebender Gott ist?“

Joseph Bello: „Definitiv!“

Stewart: „Würde Jehova dann nicht mehr um das Opfer besorgt sein als um seinen eigenen Namen?“

An diesem Punkt sollte man meinen, Mr. Bello würde diesen „Olivenzweig“ nehmen, der ihm angeboten wurde. Aber stattdessen gab er folgende Einsicht darüber, warum die Wachtturmgesellschaft lieber Vergewaltiger freilaufen ließ, als den Opfern zu helfen.

Joseph Bello: „Jehova wäre um das Opfer besorgt, aber er ist ebenfalls um seinen Namen besorgt, das sagen uns die Schriften“.

Mit anderen Worten… nein…. Pfui!

Oh, und bevor er den Zeugenstand verließ, gab er ebenfalls zu, dass er keine wirkliche Ahnung davon hatte, wofür es die Kommission gab, oder was sie tat, und das – obwohl er mehrere Wochen zuvor berufen wurde. Er stellte keine Nachforschungen an. Als der erstaunte Richter ihm sagte, dass er doch durch die Nachrichten von der Arbeit der Kommission gehört haben müsste, entgegnete Mr. Bello, den Nachrichten nie zu folgen. Das Gesicht von Richter McClellan nach dieser Antwort spricht tausend Worte.

Das ist nur ein kurzer Auszug aus der „Büchse der Pandora“, die geöffnet und von den Ältesten über den Boden der Kommission verteilt wurde. Nicht ein einziger Ältester hat sich mit Ruhm bekleckert. Sie alle brachen bei der Befragung entweder in einem gedämpften, beschämenden Chaos in sich zusammen oder zeigten sich selbst als unvernünftige, trügerische Fanatiker.

Wer sich dazu entscheidet, die Videos anzusehen und die Aufzeichnungen zu lesen, nehme bitte die erschütternden Aussagen von BCB und BCG dazu. Hört aufmerksam zu, wenn sie davon berichten, wie ihr Leben durch die Männer zerstört wurde, die sie hätten beschützen und lieben sollen.

Hört zu, wenn sie davon berichten, wie die Ältesten und die Richtlinien der Wachtturmgesellschaft sie in eine schreckliche Situation gebracht haben. Beachtet ihren Mut und ihren Schmerz.

Und bedenkt, dass diese nur zwei von möglicherweise tausenden von Opfern auf der ganzen Welt sind, die die Wachtturmgesellschaft im Stich gelassen hat. Sie tut es weiterhin, bis ein Gesetz, Geldstrafen und die öffentliche Meinung sie dazu zwingen werden, ihre mittelalterlichen Ansätze zum Kindesmissbrauch zu überdenken.

Hier nun eine stichpunktartige Zusammenfassung all dessen, was im Verlauf der weiteren Vernehmung durch die australische ROYAL COMMISSION ans Tageslicht kam.

Es ist noch unvollständig, da angesichts der Fülle an Material (ganz zu schweigen von dessen „Traurigkeit“) immer noch Dinge offenbar werden, und die Anhörung noch nicht zu Ende ist.

 

Älteste nehmen Missbrauchsopfer nicht ernst und wischen ihre Klagen einfach beiseite.

Beispiel: Jugendliche Tochter ist nackt in der Dusche, hat die Tür zugeschlossen, obwohl ihr Vater (ein „ernannter Diener“ in der Versammlung) ihr das verboten hat, damit er jederzeit zwecks Missbrauchs zutritt hat. Der Vater bricht vor Zorn die Tür ein und knallt ihr diese dabei ins Gesicht, was ihr ein blaues Auge einbringt.

In der Versammlung von einem Ältesten daraufhin angesprochen, „was ist dir denn passiert?“ antwortet sie: „Mein Vater hat die Badezimmertür aufgebrochen und sie mir dabei ins Gesicht geknallt“, reagiert er amüsiert mit: „Ach wirklich? Hat er das?“ Sie wird nicht für voll genommen.

Unter den Ältesten herrschte Kumpanei und gegenseitiger Schutz.

Dieser Zeuge Jehovas, der seine Tochter missbrauchte, wurde erst nach Bekanntwerden einer außerehelichen Beziehung ausgeschlossen. Der schwere Missbrauch innerhalb seiner eigenen Familie spielte nur unter ferner liefen eine Rolle und lief so nebenbei mit.

Die „Zwei-Zeugen-Regel“ ist unzureichend,

da Täter ihre Taten nicht vor Zeugen verüben und deshalb ihre „Schuld“ nicht festgestellt werden kann. Dies begünstigt ein Klima, in dem pädophile Zeugen oder auch andere ungeniert ihren Trieben frönen und Kinder missbrauchen können. Sie können darauf bauen, dass den evtl. Klagen ihrer Opfer entweder kein Glauben geschenkt wird, oder Aussage gegen Aussage steht und nichts unternommen werden kann. Die Anwendung der „Zwei-Zeugen-Regel“ ist falsch, da sie völlig den historisch/kulturellen Kontext, in dem sie steht, ignoriert.

Bemerkung zur „Zwei-Zeugen-Regel“   http://www.bruderinfo-aktuell.org/wp-admin/post.php?post=2114&action=edit

Täter werden aufgrund fehlender „Zeugen“  trotz Anklage eines Opfers nicht „schuldig“ gesprochen“ und haben weiter Zugriff auf Kinder ihrer Familie und Kinder der Versammlung. Selbst wenn sie als „schuldig“ erfunden wurden, dann aber pflichtgemäß „bereuen“ und „zurechtgewiesen“ werden, wird seitens der Organisation nichts getan, um ihre Familie/Kinder, aber auch andere Kinder in und außerhalb der Versammlung zu schützen. Die Versammlung wird nicht gewarnt und damit großer Gefahr ausgesetzt. Trotz „Zurechtweisung“ ging der Missbrauch innerhalb der Familie weiter.

Zitat aus WT v. 01.11.1995 über Kindesmissbrauch: Was können Älteste tun?

Wenn sich ein Glied der Versammlung an die Ältesten wendet, weil ihm plötzlich Gedanken oder “verdrängte Erinnerungen” daran kommen, als Kind mißbraucht worden zu sein, werden normalerweise zwei der Ältesten beauftragt, Hilfe zu leisten. Sie sollten den Betroffenen freundlich ermuntern, sein Hauptaugenmerk jetzt darauf zu richten, mit der psychischen Belastung fertig zu werden. Die Namen der Mißbrauchstäter, an die sich der Betreffende “erinnert”, sollten streng vertraulich bleiben.

Wird die Beschuldigung zurückgewiesen, sollten die Älstesten dem Ankläger erklären, daß rechtlich nichts weiter unternommen werden kann. Und die Versammlung wird den Beschuldigten weiterhin als unschuldig betrachten. Gemäß der Bibel müssen zwei oder drei Zeugen vorhanden sein, damit rechtliche Schritte unternommen werden können (2.Kor.13:1; 1. Tim. 5:19). Selbst wenn sich mehr als eine Person an einen Mißbrauch durch dieselbe Person “erinnert”, ist die Natur dieser Erinnerungen doch zu ungewiss, um ohne weitere belastende Beweise rechtliche Entscheidungen darauf zu stützen. Das bedeutet nicht, daß solche “Erinnerungen” als falsch (oder als wahr) betrachtet werden. Aber bei einem Rechtsfall muß man sich an die biblischen Grundsätze halten.

Schwere Fehleinschätzung seitens der Wachtturmorganisation

Der Missbrauch von Wiederholungstätern wurde nur mit „Unreinheit“, „unabsichtlichem Sündigen aus momentaner Schwäche“, nicht aber mit „Zügellosem Wandel“, „vorsätzlichem und wiederholtem Vergehen“ gemaßregelt. Älteste beherrschen ihr Regularium nicht. Trotz „Zurechtweisung“ ging der Missbrauch weiter. Grundsätzlich ist der Wachtturmgesellschaft vorzuwerfen, dass sie den Missbrauch von Kindern eher als unmoralische Handlung bewertet, nicht aber als ein Verbrechen.

Vor Männern im Zuge von „Rechtsverfahren“

Werden weibliche Missbrauchsopfer auf der Basis von organisatorischen Vorschriften gezwungen, sich (1) ohne moralische Unterstützung, (2) vor Männern, (3) ihren Peinigern zu stellen und (4) intime Einzelheiten preiszugeben, was ihre seelische Not und ihr Trauma noch erheblich vergrößert. Ein jeder dieser Aspekte verletzt sämtliche derzeitigen in „weltlichen Verfahren“ üblichen Regeln, die sich auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse betreffs psychologischer Traumata von Missbrauchsopfern und auf den korrekten Umgang mit diesen stützen.

Keine Betreuung der Opfer.

Kommt es tatsächlich zu einem Gemeinschaftsentzug eines Mißbrauchstäters, weil er seine Schuld zugegeben hat, kümmert es die Organisation nicht, was die Täter weiter anrichten, und welche Gefahr sie sowohl inner- als auch außerhalb ihrer Familie und der Versammlung darstellen. Die Organisation wäscht ihre Hände in Unschuld: „Wir haben unsere Schuldigkeit getan, was jetzt kommt, ist uns egal. Wir sind nicht die Polizei“ etc. Es geht der Wachtturmgesellschaft einzig und allein um ihren „Ruf“ und um den „Schutz“ ihres Images als „reine“ Organisation Gottes.

Die internen „Rechtsverfahren der Zeugen Jehovas“ missachten staatliche Autorität

und das Strafgesetz, indem sie Missbrauch, wie gesagt, nicht als „Verbrechen“, sondern lediglich als „Unmoral“ einstufen. Existierende und potentielle, zukünftige Missbrauchsopfer werden nicht geschützt. Es fehlt an völliger Kooperation zwischen ZJ und professionellen Kinderschutzorganisationen, die über echtes fachliches Knowhow im Umgang mit Opfern verfügen.

Durch die niedrige Qualität und die Mangelhaftigkeit von Maßnahmen ist eine fachlich fundierte, echte, gehaltvolle Hilfeleistung für Missbrauchsopfer nicht gegeben. Die Wachtturmgesellschaft ruht sich bequem auf über die Jahre in WT-Publikationen verstreut veröffentlichten Wischiwaschi-Artikeln aus, die angeblich alles beinhalten, was Missbrauchsopfer zur Bewältigung ihrer seelischen Nöte und Traumata benötigen, wie z. B. das im Juli vom Mitglied der leitenden Körperschaft, A. Morris III, stolz präsentierte Erwachet aus dem Jahr 1982.

Grundessenz aller Hilfeleistung: „Auf Gott warten, er wird’s schon richten. Heile, heile Gänschen, im Paradies wird alles gut“.

Die JW.ORG-Behauptung, „betreffs Kinderschutz waren wir die Ersten, wir sind Vorreiter, und sind damit die Besten“, wurde gründlich weggewischt. O-Ton Kommission: „Wir wollen nicht wissen, wer der Erste war, oder wie es früher war, sondern: Wie ist es jetzt, hier und heute, und was sind die jetzigen offenkundigen Mängel in JZ-Verfahrensweisen, die korrigiert werden müssen?

Das Recht des Opfers und seiner Angehörigen, zur Polizei zu gehen, wird von den örtlichen Ältesten nicht zwingend angesprochen. Dies geschieht nur, wenn es absolut nicht zu vermeiden ist, um -wenn irgend möglich – den „Ruf“ der Org. zu „schützen“. Die JW.ORG will „nicht schlecht dastehen“. Das Schicksal des MOs ist ihr hierbei egal.

Missbrauchsopfern wird unter Verweis auf 1. Tim 5:13 (nicht „schwätzen“) verboten, mit Personen ihres Vertrauens über ihr Trauma zu reden, was sich außerordentlich schädlich auswirken kann. Ihnen wird geboten: „Schluck es runter, bring es hinter dich, warte auf Gott, er wird’s schon richten“. Sie sollen ihren Kummer aussitzen („Wirf deine Bürde auf Jehova“), alles herunterschlucken und geduldig auf Gottes Hilfe warten, anstatt ihnen echte, psychologische Hilfe zu geben, oder sie bei der Suche danach zu unterstützen.

Die autoritäre JZ-Befehlsstruktur

Anweisungen kommen strikt von oben nach unten. Entscheidungen werden in diktatorischer top-to-bottom-Manier gefällt; niedere Hierarchieebenen, wie z. B. örtliche Zweigkomitees, können nur gehorchen. Behauptungen, „wir dürfen LK-Anweisungen an Landesgegebenheiten anpassen“, sind reine Verschleierungstaktik; niedere Hierarchieebenen haben de facto keinerlei Mitspracherecht betreffs endgültiger Entscheidungen. In Australien mag man einen „biblischen Grundsatz“ verschieden von der LK verstehen, vor allem in Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten; wenn jedoch die LK nicht zustimmt, muss sich Australien beugen, wider besseren Wissens.

Ein australischer Aufseher, Spink, versuchte eine extreme Verschleierungstaktik. Er wollte den Eindruck erwecken, Australien habe die Freiheit, Änderungen ohne die LK vorzunehmen. Hiermit hatte er jedoch beim vorsitzenden Richter keinen Erfolg, der dies glatt durchschaute und die diktatorische Befehlsstruktur innerhalb der Wachtturmgesellschaft klar feststellte.

Jegliches JZ-Regelwerk könnte nur von der LK geändert werden. Nur sie allein hat Entscheidungs- und Befehlsgewalt. Nur die LK entscheidet, wie die Schrift auszulegen und anzuwenden ist; alle anderen haben zu gehorchen und Anweisungen umzusetzen,.

Jehovas Zeugen müssen erstarrten Strukturen folgen mit der Begründung, „dem Wort Gottes“ zu folgen, wobei andere „alte Strukturen“, wie z. B. die Steinigungsstrafe, bequem, aber inkonsequent umgedeutet werden. Die Wachtturmgesellschaft ignoriert in ihrer „Schriftauslegung“ völlig den historisch/kulturellen Kontext, in welchem bestimmte Gesetze, wie z. B. die des mosaischen Bundes oder „Frauen sollen schweigen“, gegeben wurden. Sie reißt einzelne Passagen aus ihrem textuellen Umfeld heraus und legt sich alles so zurecht, wie es in ihre jeweilige autoritäre, von der leitenden Körperschaft diktierte, Kirchenpolitik passt.

Die Tatsache, daß JZ-Regularien einem steten Wandel unterworfen sind und laufend „verbessert/berichtigt“ werden müssen, gepaart mit der Tatsache, daß andere, ebenfalls „bibelbasierte“ Kirchen, zu einem völlig anderen Verständnis der gleichen „biblischen Grundsätze“ kommen, zeigt zum einen, dass es mit der „göttlichen Leitung“ der JW.ORG nicht sehr weit her sein kann, und dass es andererseits auch nicht möglich ist, zu einem „absolut wahren“ Verständnis biblischer Aussagen zu kommen. Somit ist es unmöglich, JZ-Verfahrensweisen absolut „biblisch“ begründen/belegen“ zu können und „göttliche Autorität“ für diese zu behaupten.

Fortsetzung folgt!

 

Mag ich nicht (5)

41 Kommentare zu “Wie Älteste vor der australischen ROYAL COMMISSION überführt werden!

  1. BREAKING NEWS

    News Alerts

    BREAKING NEWS

     
    Wie die The Sunday Business Post berichtet, geht die JW.ORGgegen die Blogs mit Leaks von Avoidjw.org aus Irland vor.
    Was es bringen soll, ist sicherlich schleierhaft. Die Leaks sind online und haben sich weltweit verteilt. Einzig und allein gibt es mehr Werbung für die internen Dokumente. Auch dies wurde bereits durch Wahrheiten jetzt! unter Beweis gestellt.
    Spannend jedoch ist, dass die WTG aktuell anfängt, aggressiver als sonst, Gerichte einzusetzen um Meinungen und Informationen zu unterdrücken. So die Bücher von Konja Rohde und Misha Anouk. Es wird spannend, was passiert, wenn das Buch von Lloyd Evans in Deutschland erscheint.

    Ist es ein Überlebenskampf, da die Selbstdarstellung immer weniger geglaubt wird, selbst von eingeschlossenen Zeugen Jehovas?
    https://www.wahrheitenjetzt.de/jehovas-zeugen-die-wachtturm-gesellschaft-geht-gegen-avoidjw-org-vor/

  2. O.W.Schade

    ERINNERUNGSLÜCKEN - GEDÄCHTNISLÜCKEN - BEWUSSTSEINSLÜCKEN

    Max Horley, verantwortlicher Aufseher des australischen Zweigbüros, kämpft nicht nur mit Erinnerungslücken, sondern jetzt auch mit Bewusstseinslücken. Laut der Tagespost von Dienstag, dem 28. Juli 2015 gab er folgendes zu Protokoll:

    "Seit 1950 seien den Zeugen Jehovas 1006 Fälle von Kindesmissbrauch bekannt geworden. Alle diese Fälle seien intern behandelt worden, statt sie bei der Polizei anzuzeigen. Man sei sich damals nicht bewusst gewesen, dass es sich um kriminelles Vergehen handle."

    Wie gut, dass es BI und ihre Schreiber und deren Kommentatoren gibt. Natürlich helfen wir alle gerne weiter, so gut wir es können, um die durch JW.ORG-Anwälte entstandene Amnesie zu heilen und ihre krankhaften Erinnerungs-, Gedächtnis- und Bewusstseinslücken wieder aufzufüllen. Von Herzen und immer wieder gerne! Natürlich leisten wir auch Rechtsbeistand-Erinnerung: Kindesmissbrauch war in Gottes Augen schon überall und zu allen Zeiten ein kriminelles Vergehen! Außer in Kanaan, glaube ich?
    Die wurden dafür aber auch von Gott vernichtet, meine ich oder etwa nicht? Da war doch mal was mit Gottes Volk und Kinderopfern und Kanaanitern und Vernichtung und so...ich kann mich irgendwie nicht mehr so genau daran erinnern, ist schon so verdammt lang her...

    Lückenfüller
    O.W.S.

    Lückenfüller
    O.W.S.

  3. M.N.

    Ihr Lieben,

    da hier bereits Einiges an Kommentaren betreffs der am letzten Freitag erfolgten Geoffrey Jackson-Aussage gepostet wurde, möchte ich hier lediglich meine eigenen bescheidenen „Erkenntnisse“ zum Besten geben, und zwar speziell hinsichtlich Herrn Jacksons Definition des Selbstverständnisses der „Leitenden Körperschaft“, die es in dieser Form m. W. bisher noch nicht gegeben hat:

    Das oberste JW.ORG-Zentralkomitee versteht sich also als „Hüter und Wächter unserer Lehre (engl. ‚guardians of our doctrine‘) auf der Grundlage der Verfassung, der Bibel.“ Das ist ja nun mal eine „hochinteressante“, und sehr bezeichnende Definition. Um vom Schluß her zu beginnen: Die Bibel – das inspirierte Wort Gottes – ist also für die JW.ORG-Oberen nichts weiter als eine „Verfassung.“ So so. Natürlich kann man, wenn man sich die Erklärungen zum Begriff „Verfassung“ so anschaut, eine gewisse „Affinität“ zwischen Bibel und einem „zentralen Rechtsdokument oder zentralen Rechtsbestand eines Staates“ behaupten – allein mir scheint, eine solche Anschauung verkennt das zentrale Wesen und den Grundcharakter dessen, was die heilige Schrift in ihrer Grundessenz ausmacht. Für mich ist die Bibel kein „Rechtsdokument“, sondern immer noch eine persönliche Offenbarung eines liebenden Vatergottes, ein „Brief“ und eine Anleitung an seine Kinder. Die Bibel auf die Vorstellung einer „Verfassung“ zu reduzieren verrät bereits exemplarisch, wes Geistes Kind die JW.ORG und ihre allein befehlsgebenden Oberbosse doch sind: Es geht hier nur um „Anweisungen, Gesetze, Vorschriften, Rechtsnormen, Direktiven, Regeln, Handlungsvorschriften“ usw. „DAS müßt ihr tun, und DAS, und auch DAS, …“. Tun tun tun machen schaffen leisten schwitzen arbeiten sich anstrengen … JW.ORG-Denken ist legalistisch, genauso, wie Pharisäerdenken nur um Regeln, Vorschriften, Direktiven, … und um kleinliche Einhaltung derselben kreiste. Von Gottes Liebe, von seiner Führung und leitenden Hand, die er zu den Menschen ausstreckt, von echt geistlichem Gehalt, vom Vermitteln von Zuversicht keine Spur. Für JW.ORG ist die Bibel nichts weiter als eine „Verfassung.“ Wie hohl, wie platt, wie armselig, wie menschlich begrenzt und kurzgegriffen das doch ist.

    Sodann: Unsere „Lehre“ muß „behütet“ und „bewacht“ werden. Hier weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll.

    Gehen wir mal davon aus, JW.ORG hätte keine „eigene Lehre“ (was nicht der Fall ist, denn „unsere Lehre“ wird ja von Herrn Jackson ganz klar von der Bibel abgetrennt und als „separate, zu behütende Entität“ aufgeführt, die lediglich „auf der Bibel BERUHT“, und über die es zu „wachen“ gilt), dann befände sich alle „Lehre“ in der Bibel und wäre mit ihr gleichbedeutend. Und was sagt die Bibel selbst über sich bzw. darüber, wer ihr „Hüter und Wächter“ ist? „Das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit.“ – Jes 40,8; 1 Pet 1,25. „Das Gesetz JHWHs ist vollkommen und erquickt die Seele; das Zeugnis JHWHs ist zuverlässig und macht den Einfältigen weise. Die Vorschriften JHWHs sind richtig und erfreuen das Herz; das Gebot JHWHs ist lauter und macht die Augen hell. Die Furcht JHWHs ist rein und besteht in Ewigkeit. Die Rechtsbestimmungen JHWHs sind Wahrheit, sie sind gerecht allesamt.“ – aus Ps 19.

    Glaubt JW.ORG allen Ernstes, SIE müßte oder könnte über Gottes Wahrheit „wachen“ und sie „schützen“? Welch vermessener Anspruch dies doch ist. „Ich habe sie nicht gesandt und sie nicht beauftragt – auch nicht zu ihnen geredet.“ – Jer 14,14 et al.

    Nun wissen wir aber alle, daß „Bibel/Heilige Schrift“ und JW.ORG-„Lehre“ zwei komplett verschiedene, und scharf voneinander zu trennende Dinge sind, wenngleich auch Jehovas Zeugen immer wieder gerne vollmundig behaupten: „Wir haben keine ‚separate Lehre‘ – alles, was wir glauben, kommt direkt aus der Bibel.“ Ja klar doch, und 2 mal 2 macht 5. Allein Herrn Jacksons Statement zeigt mehr als deutlich, daß dem eben nicht der Fall ist. Da gibt es „unsere ‚doctrines‘, die auf der Verfassung der Bibel ‚beruhen‘ “ – aber in Verletzung des Grundsatzes aus 1 Kor 4,6 weit darüber hinausgehen bzw. überhaupt nichts mehr mit der Bibel zu tun haben, denke man z. B. nur an die „zweiteilige Generations“-Lehre, die „Predigtdienst“-Regularien des „Dienstberichtens“, die „Null Kontakt mit Ausgeschlossenen“-Direktive, etc. pp. Wie hier bereits früher ausgeführt, erfüllt in JW.ORG-Denken die Bibel auf weiten Strecken nur Alibifunktion.

    So, und nun behauptet Herr Jackson, er und seine Mannen würden JW.ORG-Dogmen „behüten“ und „bewachen“. Da wedelt doch der Schwanz glatt mit dem Hund. Was ist denn mit „Neuem Licht“, sehr nichtverehrte JW.ORG-Herren? Wie steht es denn mit den pausenlos mutierenden, euphemistisch „verbessertes Verständnis“ genannten „neuen Lehren“? Wie steht es mit der Forderung, mit dem „rasend rasch sich vorwärtsbewegenden ‚himmlischen Wagen‘ hektisch und atemlos ‚Schritt zu halten‘ „?Kann man hier von einem „Behüten und Bewahren“ der „reinen Lehre“ reden – oder von einem permanenten, unverfrorenen, und zweckdienlichen Hinbiegen von „Glaubenssätzen“, wie es die jeweilige Situation gerade erfordert? Beispiel „zweiteilige Generation“: Als offenkundig wurde, daß die bisherige Lehre von der „Generation von 1914″ selbst auf Biegen und Brechen nicht mehr aufrechtzuerhalten war, da die Menschen i. A. eben nicht 110+ Jahre alt werden – schwupps: Zweckdienliches „Neues Licht“, durch das man das „Ende der Generation“ mal eben so bis in die Mitte des 21. Jahrhunderts hinausschob und sich wieder Luft zum Atmen verschaffte und sich damit vorerst mal über die Runden rettete. Wären die LK die „Hüter und Wächter“ der Lehre, dann würden ZJ heute noch an Pyramidologie, die Tafel der Zeitalter etc. glauben. Entweder oder, Herr Jackson: Entweder „Hüter und Wächter“ – oder „pausenlose Neuoffenbarer und Verkünder ‚verbesserten Verständnisses‘ „. Beides geht nicht. Wieso sollte z. B. die „1975 kommt Harmagedon“-Doktrin „behütet“ werden? Muß geistiger Müll „behütet“ werden? Nun, wenn jemand nichts anderes zu tun hat und dies sein Hobby ist, bitte sehr …

    Wenn es etwas gibt, das die JW.ORG-LK NICHT tut, dann dies: Über die reine und unverfälschte Wahrheit des Wortes Gottes zu „wachen“ bzw. darüber, daß diese rein und unverfälscht anderen Menschen vermittelt werden. WTG „Lehre“ ist ein wüster Haufen von talmudähnlichen, menschengemachten, menschlich ersonnenen, zurechtgeflickten und -gezimmerten Theorien, Thesen, Hypothesen, Behauptungen, Luftschlössern … durchsetzt mit frommen pseudobiblischen Aussagen und Privatmeinungen Hansi Müllers, Sepp Maiers, und Hans Wursts.

    Und was – außer ihren eigenen, unbewiesenen und unbeweisbaren Anspruch, von „Gottes Geist geleitet zu werden“ (den in gleicher Weise die Propheten der Mormonen, Uriella, der Papst, die weiße Bruderschaft von hl. Kreuz, … – und auch ich selbst und wir alle hier – für sich geltend machen) – befähigt diese 7 Männlein vom Turm mehr als andere denkende und des Lesens mächtige Menschen (nicht zu reden von „echten“ Bibelgelehrten, Philologen und theologischen Schwergewichten, die das Thema von der Pike auf beherrschen), die Bibel zu verstehen und verbindlich für andere auszulegen? Da kommt also irgend eine Frage auf. Jeder der 7 Gralsritter zieht sich lesend und betend in sein Kämmerlein zurück; sodann kommen sie wieder zusammen, und entscheiden: „OK, so wird’s gemacht, und basta.“ Wer gibt die Garantie und den Beweis dafür, daß das, was diese 7 soeben gerade ausgeheckt haben, mehr Wert besitzt als das, wie ich, du, oder Hans Wurst die Bibel verstehen? Ach ja – weil sie „Gesalbt“ sind? Gibt es da nicht derzeit noch 14114 mehr „Gesalbte“ quer über die Erde verstreut? Warum sollen wir gerade das, was die 7 in Brooklyn als „die Wahrheit“ verstehen, auch als solche annehmen und nicht das, was der 95-jährige Bruder Enrique Gonzales in Guatemala vom heiligen Geist geflüstert bekommt? Ach ja, den anderen 14114 wurde ja unlängst per WT-„Studienartikel“ mitgeteilt: „Ihr habt GAR NICHTS zu melden – nur wir hier im Hauptbüro sind die Bosse, und ihr haltet die Klappe und gehorcht wie alle „anderen Schafe“ auch.“

    Da behauptet ein junger Grazer Hotelangestellter (Gerrit Lösch): „Ganz plötzlich wurde mir bewußt, daß ich ein Geistsohn Gottes bin.“ Da stellt sich ein mit 15 Jährchen die Schule verlassend, und ab da WTG-Doktrin kolportiert habender untersetzter Australier hin und verkündet: „Ich wurde aufgrund meiner ‚geistigen Qualifikation‘ in die LK berufen.“ OK, Jungs, damit das mal klar ist: Mir wurde soeben bewußt, daß ich die Reinkarnation Alexanders des Großen bin und dazu ausersehen, die Völker Europas und die U.S.A unter meine Herrschaft zu bringen. Oder warum nicht gleich Lord Xenu von Andromeda, Herrscher der interstellaren Konglomeration vom goldenen Stern? Der Phantasie sind halt keine Grenzen gesetzt, und man kann das Träumen nicht verbieten, auch den 7 vom blauen Logo nicht. Alles, was man kann ist, den blasphemischen Anspruch dieser sich selbst ernannt habenden „Propheten“ in seiner grenzenlosen Vermessenheit und Lächerlichkeit klar festzustellen, und ihm jegliche(n) Wahrheitsgehalt und Verbindlichkeit abzusprechen.

    Betreffs anderer „Highlights“ in Herrn Jacksons Vorstellung, seiner Hybris und abschätzigen Herablassung der Kommission gegenüber („Sie verstehen das halt nicht. Das ist nun mal das Problem, wenn weltliche Kommissionen versuchen, die Bibel zu erklären. Darf ich ihnen helfen? Lassen sie mich ihre Aussagen richtigstellen“ und andere „Leckerbissen“) werde ich mich u. U. in einem separaten Post äußern, denn sonst wird das hier zu lang.

    Herzliche Grüße,
    M.N.

    1. Nachdenker an M.N

      Hallo M.N. ,
      freut mich schon auf deinen nächsten Post zu diesem Thema. Dieser Kommentar ist seit langem das Beste in seiner Art und das mit der feinen Ironie und Sarkasmud. Einfach Klasse.
      Nachdenker

    2. Anna

      Lieber Mein Name, liebe Schwestern und Brüder,

      auch ich freue mich schon auf deinen nächsten gut gewürzten Kommentar. "Hüter und Wächter", das erinnert doch mehr an die griechische Mythologie. Da gibt es den Höllenhund Cerberus der den Eingang zur Unterwelt bewacht.

      Die 7 und ihre Helfer sind ja wohl eher Wächter über die Gedanken der Brüder.

      Danke jedenfalls M.N.

      Schönen Tag wünscht Anna

  4. O.W.Schade

    PSYCHOLOGISCHE KRIEGSFÜHRUNG AUF HÖCHSTEM NIVEAU!

    "Briefing" von Brother Jackson durch die besten Anwälte, Chef-Ideologen und Strategen der JW.ORG:

    1. Fahre auf keinen Fall in das etwa 1.050 Kilometer entfernte Melbourne, wo in den Jahren von 2005 bis 2011 alles begann und die etwa 6.160 dokumentierte Fälle von Missbrauch vorliegen.
    2. Treffe unter keinen Umständen irgendwelche Opfer von Missbrauch und von sexueller Gewalt. Das könnte als Eingeständnis gewertet werden.
    3. Widerstehe dem menschlichen Impuls, Dich mit den Tausenden von Opfern zu solidarisieren und echtes Mitgefühl zu zeigen. Das könnte den Damm zum Einsturz bringen und für JW.ORG richtig teuer werden.
    4. Spiele die Situation mit Deinem kranken/ im Sterben liegenden Vater voll aus. Dass Du trotz der schwierigen Situation zur Anhörung erschienen bist, macht Dich unter den 8 Millionen Zeugen Jehovas auf Anhieb sympathisch.
    5. Lege Deine Bibel nicht aus der Hand und gebe Dich als Global Player. Lass es so aussehen, als würden wir alle Zusammenhänge kennen, die ehrenwerten Herren der Royal Commission aber nicht.
    6. Betone immer und immer wieder das "Spirituelle Dilemma" der verantwortlichen Ältesten und bringe Beispiele dafür, dass man nicht wissen kann, ob Missbrauchs-Opfer wirklich die Wahrheit sagen.
    7. Weigere Dich vehement, auf Einzelfälle von Missbrauch einzugehen. Das könnte die Emotionen wecken und Mitgefühl bei den Eltern hervorrufen.
    8. Schütze Deine eigene Emotionalität, in dem Du körperlich von allem abgeschottet bleibst und Deinen engen Video-Konferenzsaal nicht oder nur für kurze Pausen verlässt.
    9. Stelle Jesus Christus als unseren Herrn dar und gebe Dich unterwürfig dem Herrn gegenüber. Thematisiere nicht unnötig das viele Leid der betroffenen Opfer. Das tut hier nichts zur Sache.
    10. Betone erneut die Souveränität der JW.ORG und stelle eindeutig fest, dass wir weltweit denken und operieren und alles unter Kontrolle haben.
    11. Lenke erneut und unverdrossen vom eigentlichen Problem ab und erzeuge Mitleid für das "Spirituelle Dilemma" der treuen Hirten. Welchen der angeblichen Missbrauchs-Opfer kann man denn wirklich glauben und vertrauen? Das ist die eigentliche Katastrophe und das wahre Spirituelle Dilemma.

    Was haben die betroffenen Kinder von sexuellem Missbrauch mit "Psychologischer Kriegsführung" zu tun? Absolut nichts! Müssen diese Kinder den Rechtfertigungs-Auftritt von G. Jackson wirklich verstehen?
    Nein! Alles was die australischen Kinder wollten, war eine unversehrte Kindheit zu erleben, nicht mehr und nicht weniger.

    In Trauer gegenüber den Opfern
    O.W.S.

    1. Tomaso

      Hallo OWS,

      ist das fiktiv oder gibt es hierfür Belege?

      LG Tomaso

      1. O.W.Schade@Tomaso

        KEINERLEI SOLIDARITÄT MIT DEN OPFERN!

        Hallo Tomaso,

        das "Briefing" von G. Jackson war natürlich rein fiktiv und basierte auf seiner Körpersprache und den hilfreichen Händen, die ihm immer wieder blitzschnell etwas zuspielten. Dennoch kenne ich Fälle, in denen es genauso ablief. Während die "unschuldigen Diener der Versammlung" sowohl juristisch als auch theokratisch bestens "gebrieft" waren, rannten die gutgläubigen Opfer vor Gericht ins offene Messer und zerbrachen in ihrer Persönlichkeit vollends. Hier zeigt sich das wahre Gesicht von JW.ORG und es gibt absolut kein Mitleid mit den Opfern.

        Getrennt von allen anderen, von oben herab mit der Bibel in der Hand per Video-Konferenz. Die gesamte Körpersprache könnte nicht eindeutiger sein. Vollkommen distanziert von jeglichem Mitleid für die Opfer und peinlichst darauf bedacht, auch nicht die geringste Solidarität für die Opfer aufkommen zu lassen. Sehen so die himmlischen Könige der Neuen Welt aus? Ich glaube es offen gesagt nicht! So sehen menschliche Verlierer aus, die sich auf Kosten von Tausenden von Missbrauchsopfern profilieren. Armselige Männer, die das Leid von Kindern als Bühne ihrer selbst missbrauchen und vollmundig irgendwelche Bibeltexte in den Raum werfen, anstatt den Opfern Wiedergutmachung anzubieten.

        Moralischer Show down per live stream
        O.W.S.

        1. Janus

          Hallo,
          ich habe mir soeben die 3 Stunden Geoffrey-Show aus Australien angesehen. Ich hoffe ich gebe es trotz meiner schlechten Englischkenntnisse einigermaßen korrekt wieder.

          Zu dem Punkt 4: Er hat seinen Vater als Grund erwähnt, warum er sich die aktuellen Anhörungen in diesen Tagen nicht angehört hat. Meines Erachtens erfolgte die Erwähnung ca. 3 mal. Da Youtube keine offizielle Quelle dafür ist, hätte er vermutlich dem Livestream folgen müssen. Hier möchte ich nicht Richter spielen, aber ich fand den Umfang der Erwähnung bei weitem vertretbar.

          Zu dem Punkt 6: Dazu hat er eine bemerkenswerte Aussage gemacht, ich hoffe ich habe diese richtig verstanden, auch wenn sie im Nachgang einigen Aussagen widersprach. Ein Kind lügt in der Regel nicht, ein zweiter Zeuge ist zu einem Handeln der Ältesten (i.S. des Kindeswohls, nicht Konsequenzen gegen dem Täter) nicht notwendig. Die Anhörung vor den Ältesten dient eher den Folgen für den Täter. Hier wird eine interessante Trennung gemacht, welche praktisch nicht in dieser Form möglich ist. Opfert man vielleicht große Teile des australischen Zweigs?

          Ich denke eher weniger, dass es eine gelungene Kriegsführung war. Neben vielen interessanten Aussagen (z.B. die LK sind die "Guardians of the Doctrine" *Kopfkino*) und tonnenweise Dummpulver, war der Ablauf sehr beobachtenswert. Blumiges Ausweichen wurde durch mehrfaches Nachfragen abgewürgt, die Selbstsicherheit war an einigen Stellen nicht gegeben und ein Verschleiern wurde fast immer unterbunden. Die Ausrede das er als Verantwortlicher des Schreibkomitees von zentralen Themen nichts weiß, brachte er nur solange, bis er mit den Fakten konfrontiert wurde. Welche waren das? Das er zur LK gehört, und daher zentrale Fakten kennt.

          Wie ging es weiter? Gelder für einen Opferfond beisteuern - vorstellbar. Änderung der Vorgehensweise eines Rechtskomitees inkl. Einbeziehung von Frauen - vorstellbar, Entschuldigung bei den Opfern - muss man drüber nachdenken, Kindesmissbrauchsvorwürfe - müssen nicht Lügen von Ausgeschlossenen sein.

          Dann gab es noch fragwürdige Aussagen zu untätigen Verkündigern. Amüsant war die "Wahrheitsfindung" zum Thema Ausgeschlossene. An der Richtlinie wird sich aber nichts ändern, dies stellte er klar.

          Soweit einmal das, was mir neben der Apple Watch von Geoffrey aufgefallen ist, stark komprimiert. Ich denke es bleibt spannend. Loben muss man das Team der Komission, sehr gut vorbereitet, ruhig und saubere Argumentation. Und natürlich hoffen, dass die geschundenen Kinderseelen wenigstens ein wenig Gerechtigkeit erfahren und weitere von diesem Schicksal verschont bleiben. Doch wie schrieb schon Goethe: "Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."

          Ein schönes Wochenende an alle.

          Es grüßt
          Janus

        2. Bruder

          Hallo Janus,
          wo hast du dir die Vernehmung angeschaut? Gibt es einen Link?

        3. Janus

          @Bruder

          Hier der Link:
          https://www.youtube.com/channel/UCCZ6rs9OvQLaoydMR6GjsqQ
          Ist Tag 8, Part I&II

          Als Christ kann man eigentlich nur heulen sobald man es sieht, wenn man noch aktiv ist/sein muss, nur verzweifeln. Ist es denn so schwer zu sagen: "Ja", "Nein", "Ja, wir haben einen Fehler gemacht!"? In der Versammlung lasse ich mich von Jedem mit Worten bedenken, welche ich auf Arbeit nie hören würde, aber die glorreichen 7 (jetzt die "Guardians"?) haben selbst Demut nicht nötig? Fehler werden mit Worten verdeckt. Was hat uns Christus beigebracht? Was lesen wir in Hesekiel 34:15-19? Wird der Herr, wird sein Sohn wirklich diese Personen bei sich haben wollen und ihnen Frage&Antwort stehen wie Geoffrey denkt?

          Um das mit etwas Positiven zu beenden, hier noch ein anderer Link, den ich sehr schön fand: http://meletivivlon.com/2015/08/13/the-fruit-bearing-tree/

          Es grüßt
          Janus

        4. Omma@O.W.Schade

          Lieber O.W.S.,

          zu deiner Frage: "Sehen so die himmlischen Könige der Neuen Welt aus?"

          In der Offenbarung habe ich folgende Dinge gelesen, auf die ich bis heute nicht gestossen war.

          Offenb. 6:9-11
          9 Nun öffnete das Lamm das fünfte Siegel. Da sah ich am Fuß des Altars die Seelen derer, DIE UMGEBRACHT WORDEN WAREN, weil sie an Gottes Wort festgehalten und sich zur Botschaft von Jesus bekannt hatten.
          10 Mit lauter Stimme riefen sie: »Du heiliger und gerechter Herrscher! Wie lange dauert es noch, bis du über die Bewohner der Erde Gericht hältst und sie dafür zur Rechenschaft ziehst, dass unser Blut an ihren Händen klebt?«
          11 Daraufhin erhielt jeder von ihnen ein weißes Gewand, und es wurde ihnen gesagt, sie sollten noch eine kurze Zeit Geduld haben. Ihre Zahl sei noch nicht vollständig; denn auch unter ihren Geschwistern, die wie sie Gott dienten, gebe es noch solche, denen es bestimmt sei, dasselbe Schicksal zu erleiden und FÜR IHREN GLAUBEN ZU STERBEN.

          Offenb. 20:4-6
          4 Dann sah ich Throne und sah, wie denen, die darauf Platz nahmen, die Aufgabe übertragen wurde, Gericht zu halten. Es waren die Seelen derer, DIE HINGERICHTET WORDEN WAREN, weil sie sich zur Botschaft von Jesus bekannt und an Gottes Wort festgehalten hatten; sie hatten das Tier und sein Standbild nicht angebetet und hatten sich das Kennzeichen des Tieres nicht auf der Stirn oder auf der Hand anbringen lassen. Jetzt wurden sie wieder lebendig und regierten tausend Jahre lang zusammen mit Christus.
          5 Das ist die erste Auferstehung. Die übrigen Toten wurden nicht zum Leben erweckt, bis die tausend Jahre vorüber waren.
          6 Glücklich, wer zu Gottes heiligem Volk gehört und an der ersten Auferstehung teilhat! Über diese Menschen hat der zweite Tod keine Macht; vielmehr werden sie Gott und Christus als Priester dienen und während der tausend Jahre mit Christus regieren.

          Abgesehen davon, dass ich die Sache mit den 144000 noch etwas anders sehe, stellt sich mir die Frage, wer von den "Hohen Herren" hat denn den Märtyrertod erlitten, der ihm die Berechtigung gibt, mit Christus die 1000 Jahre als Könige zu regieren?

          Sei ganz lieb gegrüßt von Omma

        5. O.W.Schade@Omma

          "HALTET EUCH WARM UND WOHLGENÄHRT"

          Liebe Omma,

          wäre es auch nur ansatzweise denkbar, dass sich Jesus Christus vom Leid SEINES geschundenen Volkes völlig distanziert hätte und dass er die kriminellen Machenschaften der Pharisäer in Schutz genommen und sie vor der römischen Justiz öffentlich verteidigt hätte? Wohl kaum!

          Ist es auch nur im entferntesten vorstellbar, dass Jesus Christus mit völlig leeren Händen erschienen wäre und nichts, aber wirklich auch nichts für die Opfer von sexueller Ausbeutung übrig gehabt hätte? Noch nicht einmal ein aufrichtiges Wort der Entschuldigung und des ehrlichen Bedauerns?

          Wer die Evangelien der Bibel aufrichtig liest, versteht auf Anhieb, dass es nicht nur die Rolle Jesu nicht zulassen würde, so menschenverachtend zu handeln, sondern dass es seine einzigartige Persönlichkeit niemals erlauben würde, so abgebrüht und berechnend zu agieren und zu taktieren!

          Warum also, liebe Omma, sollte sich Jesus mit diese herzlosen Personen im Himmel umgeben, geschweigen denn seine Herrschaft mit ihnen teilen???
          Kannst Du mir hierfür auch nur einen plausiblen Grund liefern, warum er das jemals tun sollte?

          Ganz liebe Grüße
          O.W.S.

    2. O.W.Schade

      "UNSRE KINDER SCHÜTZEN"

      Hallo JW.ORG,

      nach dem "Jackson- Desaster" möge bitte noch eine abschließende Frage erlaubt sein. Vor WEM sollen wir unsre Kinder schützen? Vor einem imaginären Geist, der geräuschvoll und undefinierbar nach unsren Kindern greift? Vor einem übermenschlichen dämonischen Wesen, so wie im Kinder-Video gezeigt, das Kindern Angst einjagt und sich dann spurlos im Nichts auflöst? Das kann doch wohl nicht im entferntesten Euer Ernst sein!

      Warum sagt Ihr denn nicht offen und ehrlich, wovor Zeugen-Eltern ihre unbedarften Kinder tatsächlich schützen müssen! Nun denn, dann sagen wir es von BI eben all den Nicht-Wahrhaben-Wollenden-Eltern, was Sache ist:
      1. Schützt Eure Kinder vor Glaubensbrüdern und teilweise auch vor Glaubensschwestern, die es sexuell auf Eure Kinder abgesehen haben. Die Täter waren in aller Regel als Kinder selbst Opfer von sexueller Gewalt.
      2.Schützt Eure Kinder vor Männern in verantwortlichen Stellungen, die ihre Autorität und Macht missbrauchen, um Eure Kinder sexuell auszubeuten. Diese "ernannten Diener" sind absolut gefährliche Leute und sie werden regelrecht getrieben. Sie sind oft eiskalte Wiederholungstäter und zu Euren Kindern ausgesprochen lieb und warmherzig!
      3. Schützt Eure Kinder vor dem Blendwerk von JW.ORG. Über Jahrzehnte hinweg hat die WTG/JW.ORG sexuellen Missbrauch an Kindern verheimlicht, vertuscht und gedeckelt. Sie trägt am Australien-Desaster die Hauptschuld! Und sie weiß es auch!
      4. Schützt Eure Kinder vor der sogenannten leitenden Körperschaft. Sie ist über das globale Ausmaß des sexuellen Missbrauchs unter Zeugen Jehovas bestens informiert. Und sie weigert sich weiterhin beharrlich, hart und unnachgiebig gegen Sexualstraftäter vorzugehen. Sie hat, laut Spiegel-Online, das Paradies für Pädophile im geistigen Paradies erst ermöglicht!

      Unsre Kinder schützen!
      O.W.S.

    3. O.W.Schade

      JW.ORG REAGIERT AKTUELL AUF DIE ROYAL COMMISSION MIT DER ALTBEWÄHRTEN STRATEGIE:
      Möglichst nur die halbe Wahrheit preisgeben und die Halbwahrheiten strategisch geschickt platzieren

      "Jehovas Zeugen unterstützen die Aufklärungsarbeit zum Schutz vor Kindesmissbrauch". Das behauptet jedenfalls derzeit JW.ORG auf ihrer Website. Die "lange Liste der Aufklärung" soll den Lesern die aufgeklärte JW.ORG näher bringen und ihnen suggerieren, dass die WTG schon längst ihrer Zeit voraus ist. Wir meinen es ernst mit dem Schutz von Kindern, so ihre Selbstwahrnehmung und ihr Selbstbild.

      Was JW.ORG einmal mehr verschweigt, ist die Kehrseite ihrer "ehrenhaften Medaille". Die konsequente Verweigerung ihrer Aufklärungsarbeit mit allen Polizei- und Justiz-Behörden! Bis auf wenige Ausnahmen verweigert die WTG seit Jahrzehnten die Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz. Und selbst das ist nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit behindert sie in den meisten Fällen die Polizei- und Justiz-Arbeit, indem sie die Opfer massiv unter Druck setzt und jegliche Auskünfte gegenüber Behörden ablehnt.

      Unser "lieber Bruder" G. Jackson bemühte sich nicht nach Sydney, um irgendeine Form von Aufklärungs-Arbeit zu leisten, sondern um perfekte Image-Arbeit zu leisten! Ein kleiner, jedoch für JW.ORG ganz entscheidender Unterschied. "Möge unser guter Ruf und die vielen Spenden niemals versiegen"...

      O.W.S.

  5. Nachdenker Freigeist

    Bin so froh das endlich mal was Handfestes gegen diesen Club unternommen wird. Vielleicht kann man ihm ueber diese Verfahren dasHandwerk legen. Es waere an der Zeit dafuer. Ich wuensche mir nur sehr das es in Deutschland auch endlich so grosse oeffentliche Verfahren und so ein Medienhype gibt. Endlich Fakten die man nicht mehr wegleugnen kann.
    Nachdenker

  6. vie ratée

    Hallo ihr lieben!

    ) es gibt hier unter diesem Link eine Petition im Internet, die aufgrund der vielen Missbrauchsfälle ins Leben gerufen wurde: (ich weiß nicht, ob es hier schon gepostet wurde)

    change.org/p/internal-revenue-service-revoke-501-c-3-status-of-the-watchtower-bible-amp-tract-society?tk=_403RbBP3tN02gCUE_rohYIDzy75JQwTCYhNxvotDCM&utm_source=petition_update&utm_medium=email

    Zitat: Verantwortungsvolles Handeln für die IRS wäre es daher auch, den Status 501 (3) der Watchtower Bible & Tract Society als steuerbefreite gemeinnützige Organisation zu widerrufen

    Vielleicht möchte der ein oder andere auch noch seine Stimme abgeben..

    Herzliche Grüße

    1. O.W.Schade@vie ratee

      ...UND SCHON WIEDER KEINE GUTE STRATEGIE!

      Unser lieber Bruder Jackson per Video-Übertragung aus dem fernen Sydney. Auch das ist reine Körpersprache und besagt, dass er sowohl der Befragung und der Anhörung als auch dem Leid der betroffenen Opfer fern bleiben wird, zumindest körperlich. Vermutlich wird er völlig kühl und distanziert antworten und von allem unberührt bleiben. Er ist ja auch buchstäblich, körperlich, viel zu weit weg, als dass ihm etwas unter die Haut gehen könnte!

      Der "American Way of Life und die Texanische Cowboy-Mentalität" sind offenkundig keine guten Ratgeber und die auf pures Image bedachten "Star-Anwälte" der JW.ORG fahren eine falsche Strategie nach der anderen. Warum wir das auf BI so unverblümt behaupten können? Weil der Sexuelle Missbrauch an Kindern einer eigenen Dynamik folgt und ein hohes Potenzial an krimineller Energie in sich birgt. Mit amerikanischem Größenwahn und mit amerikanischen Allmachtsfantasien ist dem globalem Phänomen des tausendfachen und ungestraften Missbrauchs unter Jehovas Zeugen mit Sicherheit nicht beizukommen.

      Solange die JW.ORG unsere Kinder nur als Konsumenten und als Ware betrachtet, werden alle ihre Strategien hoffnungslos scheitern. Es geht nämlich in Wirklichkeit um kleine Menschen, deren Seelenheil uns Erwachsenen anbefohlen worden ist. Dann würden die Glieder der sogenannten leitenden Körperschaft alles daran setzen, persönlich anwesend zu sein, sich den aufrichtigen Fragen der Jury ehrlich stellen und gemeinsam mit "uns allen weinen" und überlegen, wie man den Karren wieder aus dem Dreck ziehen kann. Doch weit gefehlt! Aus dem fernen Sydney, aus dem fernen Brooklyn, aus dem fernen Warwick. Die leitende Körperschaft hat sich vom "Volk Gottes" bereits Kilometer weit entfernt! Oder waren es doch eher Meilen? Völlig egal, jedenfalls diesen Männern!

      Übrigens, vie ratee! Deine Idee der Petition und der Aberkennung der Gemeinnützigkeit halte ich für die EINZIG richtige Strategie.

      O.W.S.

  7. Frank & Frei

    die öffentliche Befragung gibt der Öffentlichkeit die Armut dieser Endzeitsekte preis. Kadavergehorsam nach oben, durch und durch, man ist doch "Ältester" und damit zum "Gehorsam" ggü den 7 Sitzriesen verpflichtet. Langsam komm Bewegung rein. Wenn die WT Chargen erst einemal so richtig merken, wie sie benutzt wurden können sie gar nicht so viel essen, wie sie kotzen wollen.
    Aber leid tun sie mir nicht. Sie handeln eigenverantwortlich, sie müssen nicht mitmachen, sie können ihr Amt abgeben und die Oberhanseln allein auf dem Mist, den sie verzapfen sitzen lassen. Aber noch wirkt in ihnen der Gedanke, dass sie "Fürsten" in der neuen Ordnung sein wollen. Solche Fürsten - nein Danke,

  8. Jens

    Die 2-Zeugenregel könnte doch von der LK in bestimmten Fällen wie zum Beispiel Kindesmissbrauch geändert werden. Es ist schon komisch dass ich weder Gerrit Lösch noch Morris sich dem Gericht gestellt haben als sie dazu aufgefordert wurden, Stellung zu beziehen. Sonst präsentiert sich die LK doch in Videos und in den Zeitschriften der ZJ gerne. Da hätten sie doch die Gelegenheit gehabt, sich zu dem Prozedere zu äußern... Ich habe mal in einem Forum gelesen, dass die LK professionelle Hilfe / Angebote von Experten (keine ZJ) bezüglich Kindesmissbrauch abgelehnt haben und das Ganze intern regeln wollen ohne Externe...

  9. A.Anderson

    Mal eine Frage in die Runde. Wie ist der rechtliche Status der Zeugen Jehovas in Australien? Falls es ähnlich gelagert wäre wie in Deutschland würde ich den ganzen Rummel nicht verstehen. Es gibt doch so etwas wie das Beichtgeheimnis, welches auch durch das weltliche Gesetz gedeckt ist. Genau so, wie ein Pfarrer oder Anwalt stillschweigen zu bewahren hat, wäre es doch auch in diesen Fällen?

    Das Ganze riecht mir etwas nach "Medienrummel". Wobei man aber auch bedenken muss, dass die Zeugen Jehovas gerade mit anderen Religionsgemeinschaften stark ins Gericht gehen und sie als "Große Hure Babylons" bezeichnen, wenn da mal was schief läuft. Von daher geschieht es hier schon recht.

    1. Florian

      Hallo Anderson,
      ich glaube nicht dass das Beichtgeheimnis hier greifen kann, oder?
      Liebe Grüße
      Florian

    2. kritikus

      "Beichtgeheimnis"

      Das Beichtgeheimnis hat dann seine Berechtigung, wenn es sich um Vorfälle handelt, die nicht mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt geraten. Liegt aber der Fall so, dass es ein Verbrechen ist, dann denke ich, ist der Schutz durch das Beichtgeheimnis nur ein Versteck für Verbrecher.
      Die Katholishe Kirche hat unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses große Verbrecher gedeckt! Mehr noch, sie hat Verbrecher beschützt.
      Was nun die juristische Seite des Beichtgeheimnisses angeht, so kann es durchaus ein Versteck für JW.ORg sein; man würde diese ORG dann aufgrund des Körperschaftsstatus ebenso behandeln wie die großen Kirchen. Alle zusammen haben ein lebhaftes Interesse daran, das Beichtgeheimnis zu wahren.

      Die moralische und biblische Seite ist eindeutig so: Verbrechen dürfen nicht vertuscht werden!
      (Siehe dazu 2. Mose 23:2 und 3. Mose 5:1) Die Zwei-Zeugen-Regel stammt aus dem Gesetz Mose, und wer sie mit aller Gewalt halten will, muss auch die anderen Gesetze halten.

    3. bruderinfo1

      Lieber Anderson,

      herzlich willkommen gleich mal zu aller erst!

      Auf den ersten Blick würde man dazu tendieren, bei einer rechtlichen Gleichstellung der WTG z. B. zur RKK, vom Schutz im Beichtgeheimnisses auszugehen.

      Das greift aber m. E. hier nicht:

      1. Bei den Missbrauchsfällen, die zur Diskussion stehen handelt es sich nicht um Geständnisse des Täters, also Beichten, sondern um Anklagen des Opfers. Das ist schon mal ein riesengroßer Unterschied.

      2. Geht es in Australien ja auch immer wieder darum, dass nicht einem einzelnen Pfarrer bzw. Ältesten was erzählt wurde sondern 3 Personen in einem "Rechtskomitee".

      Soweit ich weiß gibt's übrigens auch Gesetze in verschiedenen Ländern, die besagen, dass bei Schwerverbrechen auch ein Pfarrer unter Beichtgeheimnis verpflichtet ist die Polizei zu informieren.

      Lg
      Bruderinfo1

  10. kritikus

    Vor der Royal Commission machen die Ältesten keine gute Figur: Das ist so der Eindruck, den man beim Verhör bekommt. Man möchte nicht in der Haut der Ältesten stecken, die dort in aller Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen müssen. Und vielleicht dämmert es einem von ihnen, dass “nichts sorgsam verheimlicht, was nie bekanntwerden und an die Öffentlichkeit kommen wird.” (Luk. 8:17) So jedenfalls hat es Jesus Christus formuliert.

    Diese beschämten Männer können einem leid tun: Da haben sie in Treu und Glauben gemeint, alles richtig zu handhaben, weil sie auf Anweisung von oben gehandelt haben und der Überzeugung waren, dass alles Gottes Wille gewesen sei. Nun müssen sie hoffentlich beschämt feststellen, dass sie sich gegen einfache und, wie ich meine auch klare Moralbegriffe der Bibel vergangen haben! Wie sieht nun ihr Gewissen aus? Wie denken sie nun über sich? Wenn sie ehrlich mit sich selbst sein können, dann müssten sie sich doch vor sich selbst ekeln. Und ich hoffe, dass so mancher Mitläufer wach wird und bereut. Und ich hoffe für ihn, dass er mit seinem Gott ins Reine kommt. Das würde auch bedeuten, dass er diesen Weg nicht fortsetzen kann.

    Wer nicht hier ankommen kann, und das Tribunal führte uns so einen Mann vor, der ist erst recht zu bedauern. Auch wenn er verblendet und verführt wurde, muss sich doch irgendwo eine Stimme hören lassen, die ihm sagt: “Du hast Schuld auf dich geladen!” Wenn sich diese Stimme nicht meldet, was soll dann werden?

    Aber wie steht es mit den Drahtziehern? Was machen die geistigen Brandstifter, die sich rigoros über das Gewissen der Menschen hinweggesetzt haben, die verboten haben, darauf zu hören, wenn es um Belange der ORG ging? Sie sind jahrelang oder noch länger immer wieder darauf hingewiesen worden, dass ihre Handlungsweise falsch ist. Haben sie kein Gewissen? Doch sie haben ein Gewissen. Aber wer das Gewissen überhört, überhört auch die Stimme Gottes, denn die spricht ja im Gewissen! So offenbart sich vor dem australischen Tribunal eine ganz moderne Sünde: Die Gewissenstaubheit.

    So ein wenig erinnern mich die verantwortlichen Männer auch an den Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. Und zwar gerade in der Haltung zum Gewissen und zum Kadavergehorsam. Hermann Göring betonte, dass er nach seinem Gewissen gehandelt habe. Andere redeten sich auf Befehle von anderen hinaus und sagten, dass sie hätten gehorchen müssen. Damit wollten sie die Schuld auf die Vorgesetzten schieben. Aber am Ende entstand der Eindruck, dass es erbärmliche moralische Zwerge waren, die jede Anständigkeit außer Acht gelassen hatten, weil es um ihre Karriere ging.

    Vor der Royal Commission entschuldigte einer seine falsche Handlungsweise damit, er habe den Namen Gottes rein erhalten wollen; es sollte keine Schmach auf Jehovas Name gebracht werden. Und was hat er dadurch bewirkt, dass er sich sittlich falsch verhielt? Hat er dadurch Gottes Namen geehrt? Was werden die Opfer ihm vorwerfen? Wie denken vielleicht die Opfer selbst über Gottes Gerechtigkeit?
    Im Munde aller dieser Leute ist immer Mat. 6:33. Und sie verstehen es in der Regel so, dass sie das Königreich suchen. Und das ist dann Predigen und Predigen. Aber in dieser Forderung Jesu geht es um SEINE Gerechtigkeit, denn auch das Reich Gottes ist eine Folge dieser göttlichen Gerechtigkeit. Ja, wie steht es mit der Gerechtigkeit Gottes? Hat sie Urlaub, wenn sich ein Komitee mit einem Fall von sexueller Nötigung oder gar mit Inzest oder Missbrauch befassen muss? Man kann beim besten Willen keine Gerechtigkeit bemerken. Was wir aber bemerken ist Parteidisziplin jenseits aller Menschlichkeit!

    Und wieder mischt sich eine Erinnerung in meine Gedanken: Die Verfahrensweisen der Leitenden Körperschaft ähneln der von kommunistischen Zentralkomitees. “Die Partei hat immer Recht!” “Der Einzelne ist nichts, die Partei ist alles!” Das waren so die Schlagworte meiner Jugend. Und nun habe ich ein Dejavue!

    Man wollte keine Schande auf den Namen Gottes häufen! Das ist in der Tat ein starkes Argument. Wenn es in diesem Zusammenhang auch nur eine Spur von Richtigkeit hätte, dann haben die Richter in Israel also ständig Schmach auf Gottes Namen gehäuft, wenn sie böse Menschen schuldig sprachen. Wenn man überhaupt Gott Schande bereiten kann, dann doch nur durch eine böse Tat. Aber durch Vertuschung der bösen Tat verhindert man doch die Beschmutzung des göttlichen Namens nicht! Welche herzlose Denkschlamperei herrscht denn hier? Oder ist es noch schlimmer, nämlich ein jesuitisches Argument, eine bewusste Täuschung? Es scheint mir das letztere zu sein. Es geht also nur um das Ansehen der ORG. Das aber hat mindestens jetzt einen gewaltigen Schaden genommen. Ein Baum wird an seinen Früchten erkannt! Diese große Wahrheit darf man hier gelassen aussprechen.

    1. bruderinfo1

      Lieber kritikus,

      Kompliment für Deinen Kommentar. Besser kann den Kern der unbiblisch Denk- und Handlungsweise der jw.org-hörigen nicht offenlegen.

      Wieviel Älteste und Kreisaufseher werden noch begreifen, dass mit Ihnen alles steht und fällt? Auf ihnen gründet sich die ganze Misere: Die ständige Heuchelei während der dienstwoche, die Depressionen der Selbszweifler, die nie zur Ruhe kommen wg. Leistungsdruck des Sklaven. Ältestenpetze und Rechtskomitees, die nicht eine Funken biblischer Grundlage haben. Sie sind die Machtbasis des selbsternannten Sklaven.

      Gewissenstaubheit und Denkschlamperei nehme ich in meinem Wortschatz neu auf, wenn ich darf 😉

      Lg
      Bruderinfo1

    2. O.W.Schade@kritikus

      DIE MENSCHLICHE TRAGÖDIE HAT BEREITS EINEN NAMEN IN AUSTRALIEN: JW.ORG

      Hallo kritikus!

      Eine menschliche Tragödie bahnt sich an und es ist immer noch "nur" die Spitze des Eisberges. Niemand, auch nicht die sogenannte Leitende Körperschaft kennt das wahre Ausmaß der Katastrophe. Auf der einen Seite befinden sich die geschundenen Kinderseelen, über 6000 gebrochene Seelen an der Zahl, die von gut 1000 sexuellen Straftätern in über 9000 dokumentierten sexuellen Übergriffen in ihrer körperlichen Unversehrtheit verletzt und zerstört wurden.

      Auf der anderen Seite befindet sich ein "Häufchen Elend", verantwortliche Älteste, die auf Gott und die Bibel vereidigt werden und die die volle Wahrheit nicht sagen können und auch nicht dürfen. Schließlich haben sie bei ihrer Taufe nicht nur Gott und Christus die Treue geschworen, sondern auch der WTG/JW.ORG. Nun wird auch deren Gewissen schamlos vergewaltigt und missbraucht. Die Körpersprache der Männer spricht Bände und viele von ihnen brechen, bei aller Kunst der Vertuschung und der Verschleierung, in sich zusammen wie Kartenhäuser!

      Eine menschliche Tragödie auf beiden Seiten. Beide Lager verlieren jegliches Vertrauen in die Selbstjustiz einer absolut fahrlässig handelnden WTG/JW.ORG. Welcome to Australia, dear brother Jacksson!

      Für Deine messerscharfe Analyse und Deinen objektiven Sachverstand möchte ich mich an dieser Stelle, lieber kritikus, herzlich bedanken. Nur so kommt man den wahren Tätern auf die Spur.

      MfG
      O.W.S.

      1. Mein lieber O.W.Schade!

        Du hast geschrieben: "Nur so kommt man den wahren Tätern auf die Spur." Da fällt mir zum wahren Täter noch der Teufel ein. In Joh. 8 bezeichnet Jesus ihn als den ersten Lügner, den Vater der Lüge und als Totschläger! Und er sagte auch, dass jeder, der diese Dinge ebenso tut, ein Kind dieses Bösewichts ist. Wir haben ja in diesem Skandal alle Zutaten zusammen! Da ist die schamlose Lügerei, da sind die totgeschlagenen Opfer (Missbrauchte und verführte Älteste) und der Urheber, der Drahtzieher, der Übervater der JW.ORG. Ich muss gestehen, dass ich erst JETZT das wahre Ausmaß dieser Katastrophe sehe. Und bei aller Zurückhaltung und dem Wunsch, mich nicht zum Richter aufzuspielen, muss ich doch die Worte Jesu so anwenden und verstehen. Er hat sich ganz radikal, wahr und einleuchtend genau ausgedrückt. Und ich bin aurichtig froh, dass ihm alle Gewalt und Macht gegeben wurde, um die Wrke des Teufels abzubrechen. Dafür sei Jehowah Dank!
        Alles Liebe! kritikus

    3. Barnabas

      Hallo,
      heute wende ich mich zum ersten Mal an die Runde.
      Vielen Dank für diesen treffenden Kommentar "kritikus".
      Er spricht mir mehrfach aus dem Herzen.
      Zunächst hast Du wohl den Kern getroffen mit deiner Aussage des "Jesuitischen" Arguments.
      Wer Ignatius Loyola und seine gegründeten Jesuiten studiert und ihre Unterwanderung in sämtliche Bereiche des Lebens zum großen Zwecke wird erstaunt sein wie verflechtet die .ORG dabei ist.
      Das Papsttum und ihre Werketreue sind näher an der .ORG wie man sich vorstellen kann.
      Leider erfassen es kaum Älteste oder Mitbrüder in ihrem vollen Vertrauen in die .ORG.

      Zum anderen möchte ich im Namen aller Mißbrauchsopfer Danke sagen, dass unser Herr Jesus die Dinge nun nach so vielen Jahren zu "seiner" Zeit offenlegt. Auch wenn man den Prozess anschaut wie freundlich und "liebevoll" Staatsanwalt und Richter versuchen den Brüdern vor Augen zu führen, welche Schändlichkeit geschah, erkenne ich die Liebe unseres Gottes darin zur Umkehr und Reue zu verhelfen.
      Auch wenn dieser und andere Prozesse und deren Ausgang kaum Wunden heilt wird doch klar, dass unser Gott sich nicht verspotten läßt. Schon gar nicht wenn "Sein Name" darin verwickelt wurde.

      Gerne möchte ich etwas über das Prozedere bei mir persönlich berichten:
      Ich selbst wurde über Jahre von Brüdern in verantwortlicher Stellung missbraucht. Beide dienten als DAG, einer später(!) im Bethel Selters, der andere als Pionier im Fremdsprachigen russischen Gebiet. Als ich den Mut hatte es anzusprechen wurde es als "Kinderspiele" abgetan. Der erste hatte sich nach Jahren bei mir persönlich entschuldigt und ich habe ihm vergeben und hege keinen Groll. Den zweiten traf ich nie wieder. Als ich später selbst im Bethel diente brachte ich die Sache nochmals vor das Zweigkomitee. Bruder W.R. war sehr freundlich und R.K. ebenfalls. Ich empfand es damals als liebevoll, dass ich weiter dienen durfte...ähm.. ja richtig.. man erklärte mir, dass meine Sünden so weiß wie Schnee geworden sind... ähm.. hatte ich nun Sünde begannen? Und man fragte sofort im Peronalbüro an und schaute in den Unterlagen was mit den beiden Tätern geschah. Nach wenigen Minuten kam die Antwort aus dem Büro: Beide seien ausgeschlossen und es läge nichts in den Akten vor. Folge? Die Sache hatte sich damit für die Brüder erledigt. Aber ist es damit erledigt?
      Nein! 1. Dem Opfer, nämlich mir wurde keine weitere Hilfe, kein weiteres unterstützen oder nachfragen, keine Zeit oder Aufmerksamkeit geschenkt. Ich wurde einfach alleingelassen mit meinem Problem. 2. Die Täter wurden nicht gemeldet und mir auch keine Empfehlung in dieser Sache gegeben.
      Kann ich nun sicher gehen, dass diese nicht weiter Kinder missbrauchten? Sind Kinder anderer Konfessionen weniger Wert in Gottes Augen?

      Als Jahre später weiter Folgeschäden bei mir eintraten und ich selbst als Ältester vor einem Komitee stand fielen alle Ältesten aus allen Wolken..Mißbrauch ... hmm.. was hat das mit den Folgeschäden zu tun.. da sind wir überfordert.. und Hilfestellung nachdem man dann als Vorbild (Bethelit,Ältester,Pionier in jungen Jahren) vom Sockel fiel.. Fehlanzeige... statt dessen öffentlicher Tadel und Entzug der Vorrechte als Ältester und über ein Jahr keine Kommentare in den Zusammenkünften.
      Mir geht es gut. Aber dieser Fall zeigt die Unfähigkeit mit solch einer schweren Situation umzugehen.

      Das war nicht die einzige Situation sondern ich kenne viele Brüder und Freunde die missbraucht wurden und deren Behandlung.
      Dabei gibt es auch für Älteste und alle Beteiligten etwas ganz einfach auf geistlichem Gebiet was jeder Christ tun kann:
      BETE MIT und FÜR deinen Bruder/Schwester! Und unser Gott wird Heilung schenken, denn sein Arm ist nie zu kurz wie ich selbst erleben durfte.

      Euer Barnabas

      1. Tirza

        Lieber Barnabas,

        du hast mein von Herzen kommendes Mitgefühl un danke für deinen
        Kommentar und das du so offen von dir erzählt hast un ein gutes Herz
        zeigst, dass nicht verhärtet und verbitert ist.
        Ja, ich denke auch, dass alles, zu seiner Zeit offengelegt wird, was derzeit noch
        verborgen ist; ist auch schriftgemäß.
        Danke, dass du uns auch daran erinnerst und das kann amn nicht oft genug tun -----
        beten ---- vor allem auch füreinander!

        Ich schließe dich in meine Gebet von Herzen ein & liebste Grüße
        Tirza

      2. O.W.Schade@Barnabas

        Hallo Barnabas!

        Danke dafür, dass Du Dich hier auf Bruderinfo so mutig geoutet hast und allen Missbrauchsopfern ihren Glauben an die Gerechtigkeit zurück geben möchtest. Jehova und Jesus Christus legen alle bösen Werke zu ihrer Zeit offen und gewähren unter ihrer Herrschaft letztendlich Heilung.

        Dass Du trotz Deines Mehrfach-Missbrauches nicht verbittert bist und von Herzen heraus vergeben konntest, spricht für Deinen großen Glauben und für Deine tiefe Liebe zu Gott und zu Christus. ich denke, solche Menschen sind auf BI stets willkommen.

        Vielleicht finden sich, durch Dein Beispiel angeregt, noch viele Opfer , die so mutig sind wie Du, um mit ihrem Missbrauch an die Öffentlichkeit zu gehen. Zum einen, um ihr Trauma aufzuarbeiten und zu verarbeiten und zum anderen, um auch hier in unserem Land das Unrechts-System JW.ORG zu entlarven und unsere Kinder vor Ort endlich zu schützen!

        Jetzt ist die Zeit
        O.W.S.

      3. SabineKönig

        Lieber Barnabas!
        Ich bin hier meist nur Mitleser und schreibe selten.
        Aber Dein Bericht hat mich sehr bewegt.
        Zuerst möchte sagen,wie mutig ich es finde,daß du alles so berichtest,dann will ich erzählen,was ich erlebte,bez.der "Unfähigkeit,mit solchen schweren Dingen umzugehen".
        Vor einigen Jahren begleitite ich einen mir nahe stehenden lieben Bruder zu einem Ältesten,denn er wollte über seine Mißbrauchserfahrung durch einen älteren Bruder in Kindertagen berichten.Ich sehe noch das Gesicht des Ältesten vor mir-wie es in Sekunden aschfahl wurde.
        Das Gespräch dauerte nur sehr kurz,wenige Tage später erhielt mein lieber Freund und Bruder folgende Anweisungen:
        Er sollte ein Gespräch mit dem Täter suchen und ihm vergeben.
        Er sollte die Sache als verjährt ansehen.
        Er sollte über diese Sache mit NIEMANDEM reden-gleiche Anweisung für mich!
        Und fertig.
        Ich war sprachlos und bin es bis heute,bez.dieses Falls.
        Der Bruder schleppt diesen Rucksack bis heute,obgleich er sagt,es gehe ihm gut.
        Aber ich glaube,in der Seele einer Person verjährt sowas nicht.

        1. Man sollte auch Verständnis mit den Leuten im "Rechtskomitee" haben. Diese haben keine psychologische Ausbildung, sondern sind nur von der "Mutter" in Brooklyn über so heikle Themen informiert. In meinen jungen Jahren erlebte ich als Teil des Komitees einige Besonderheiten in der Beratung. Ein Beispiel: da kam einmal ein verheirateter gleichaltriger Bruder. Er war am Tag davor beim Betriebsausflug seiner Firma dabei. Da lud ihn dann eine nette Kollegin noch auf einen Kaffee in ihre Wohnung, Rest selbst ausdenken...
          Was tun nach so einer Beichte? Ich verlangte, dass er auch seine Ehefrau informieren soll, wenn sie ihm verzeiht, dann würde ich mich bei den anderen zwei Komiteemitgliedern für eine Begnadigung einsetzen. Sie verzieh ihm - und ich machte nur Meldung bei den anderen zwei Brüdern, am Ende waren wir alle froh nicht "amtshandeln" zu müssen.

          Aus meinen Aufzeichnungen in Buchform:

          ...Ein Grund, warum viele junge Zeugen im frühen Alter heiraten und oft früh geschieden werden: Vorehelicher Sex ist verboten, auch „Masturbation“. Als ich dieses Wort zum ersten Mal in einer Leserfrage des englischen WT fand, mußte ich mittels Wörterbuch erkunden, was das bedeutet. Da hieß es im WT einleitend: „From time to time...“, also von Zeit zu Zeit, kamen Anfragen nach Brooklyn, in der sich ZJ aus aller Welt erkundigten, ob sich jemand selbst befriedigen darf oder nicht. Die WTG schämt sich nicht, auch dafür Regeln und Vorschriften bindend festzulegen. Insider waren sich einig, solche Fragen beantwortet der „Sexexperte“ – wie ihn Egon nannte – Freddy Franz. Der spätere Präsident der WTG, war zeit seines Lebens Junggeselle und starb im hohen Alter unverheiratet. Er blieb diesbezüglich bei den Vorschriften der 1930er Jahre. Egon sagte nur spöttisch, der müßte eigentlich sehr viel Erfahrung für diese Leserfrage einbringen...

          Den jungen ZJ wird hinsichtlich „Masturbation“ nicht etwa geraten: „folge deinem Gewissen“ oder: „besprich dies vielleicht mit deinen Vertrauten“. Nein, die Antwort auf die genannten Leserfragen lautete, das sei etwas sehr Sündhaftes, es erging ein striktes Verbot. Ich erlebte später, beim „theokratischen Gericht“, wie ein junger Bruder uns aufsuchte und bekannte, häufig zu „masturbieren“. Wir drei Männer des „Rechtskomitees“, reagierten verlegen und gaben ihm „theokratischen Rat“. Dieser junge Mensch wirkte danach befreit, als käme er direkt aus einem Beichtstuhl.
          Ich führe dieses, zugegebenermaßen etwas peinliche, Beispiel nur deswegen an, weil es signifikant für alle totalitären Gruppen ist...

          Daher von Laien nicht mehr erwarten als diesen kognitiv zusteht, die Menschlichkeit, oder die Empathie, die bleibt natürlich am Prüfstand!

        2. SabineKönig

          Ich erwarte von Ältesten-oder sonstwie Laien-keinen psychologischen Rat.
          Aber zumindest die Empfehlung mir anderweitig Hilfe zu suchen,wenn mein Problem über ihre Kompetenzen hinausgeht!
          Zumal Kindesmißbrauch eine Straftat ist.
          ...Aber dann käme ja möglicherweise ans Licht,was besser unter der Decke bleiben soll...

        3. Verärgerter Zeuge

          Hallo an alle!
          Das Thema „Missbrauch“ wird nun zum zweiten mal in kurzer Zeit auf JW Broadcast angesprochen.
          https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=en&u=http://tv.jw.org/&prev=search
          Nach dem fragwürdigen Videoclip mit Caleb und Sophie, nun ein angeblicher Erfahrungsbericht einer jungen Frau die in ihrer Kindheit missbraucht wurde. Titel des Videoclips: „Ich verdanke Jehova so viel“
          Der Film beginnt mit einer düster traurigen Stimmungsszene, Meer und dunkel Wolken und einer jungen Frau, die erzählt was ihr mit 14 Jahren passierte. (Diese ganze Geschichte ist natürlich nicht nachprüfbar, es scheint daher eine fiktive Erzählung zu sein)
          Bemerkenswert ist die Aussage dass sie von einem guten Freund der Familie mehrfach missbraucht wurde, zu einer Zeit, da sie offensichtlich noch nicht mit den Zeugen Jehovas verbunden war. Erstaunlich das man angesichts der zurzeit laufenden Verfahren gegen die WTG, in diesem Film nicht den Mut hat, das Ereignis dieses Missbrauchs wenigstens in die Versammlung der Zeugen zu verlegen. Es gäbe doch sicher unter den 10 000 Fällen von Missbrauch in den eigenen Reihen ein Fall, den man in dieser Art hätte thematisieren können. Dann wäre zumindest hier eine gewisse Ehrlichkeit zu erkennen.
          Der Film schildert dann weiter dass diese junge Frau unter diesem Missbrauch psychische Belastungen zu ertragen hatte. Aber dann, eines Tages kam Licht in ihr betrübliches Leben.
          Zwei Zeugen Jehovas kamen an ihre Tür. Angesichts der zurzeit laufenden Offenlegung von Missbrauchsfällen in den Reihen der Zeugen Jehovas soll wohl die Botschaft dieses Films lauten, seht her Jehovas Zeugen sind diejenigen die solchen Menschen helfen wieder Fuß zu fassen in ihrem Leben.
          Schon ihr erster Eindruck war, diese Menschen meinen es ehrlich mit mir. Im Königreichssaal fühlte sie sofort die echte Liebe die man ihr entgegen brachte. Die Botschaft die sie von den Zeugen aus der Bibel vermittelt bekam: „Gott nimmt ihre rechte Hand und führt sie in ihrem Leid.“
          Nun ist diese Botschaft für sich gesehen sicherlich hilfreich für Menschen in dieser Situation. Trost und Hoffnung bei Gott zu suchen ist in jeder belastenden Situation gut. Doch wenn man damit dem Opfer signalisieren möchte „lass die Dinge auf sich beruhen, versuche sie wegzustecken und sprich nicht darüber“, wie es ja die übliche Praxis bei den Zeugen ist, dann wird dieser gute Rat missbraucht.
          Ohne Umschweif kommt der Film dann auf die wesentliche Botschaft für Missbrauchsopfer in den Reihen der Zeugen zu sprechen.
          „Ich habe Jehova so viel zu verdanken und setze mich nun als Bibellehrer ein“, so ihre Aussage. Die Botschaft hier: „Denke nicht so viel über ein Problem nach sondern denke darüber nach wie du Jehova danken kannst. Als Bibellehrer von Haus zu Haus gehen um anderen Menschen zu helfen hilft auch dir. Auch hier ist die grundsätzliche Aussage nicht verkehrt. Anderen Menschen, die in Not sind zu helfen, hilft auch dir deine Probleme zu ertragen, bliebe nicht die berechtigte Vermutung das es hier der WTG nicht um die Problembewältigung der Opfer geht sondern um ihre eigenen Interessen.
          Wie üblich bei uns Zeugen Jehovas wird der Predigtdienst als das Mittel zur Lösung aller persönlichen Probleme aufgezeigt. Natürlich gibt man zu das damit die Probleme noch nicht vollständig ausgeräumt sind. Aber wenn da noch etwas bleibt was dich bedrückt dann mache etwas Sport oder sonst etwas was dir Freude macht und denke an die Verheißungen Jehovas.
          Elegant umgeht hier die WTG die wirklichen Probleme für Missbrauchsopfer, die sich in unseren Reihen auftun. Es wird nicht auf das tatsächliche Leiden dieser Menschen eingegangen, sonder es wird noch verstärkt durch Anweisungen wie:
          „Mit dem Täter ein Gespräch suchen und ihm zu vergeben.
          Er sollte die Sache als verjährt ansehen.
          Nach Möglichkeit nicht die Behörden einschalten.
          Über diese Sache mit niemanden reden und die Angelegenheit Jehova überlasen“.
          Missbrauchsopfer werden als Störenfriede gesehen die nur die Reinheit der Organisation in Frage stellen wollen.

  11. Matthäus

    Eigentlich das gleiche "Spiel" wie die WTG oder JW.org die Täter schützt und Opfer "im Regen stehen lässt"!

    Der Umgang mit Wahrheit und Opfern am Beispiel von Anders Christensson

    Am 8. April 2003 wurde in Schweden im Rahmen der Sendereihe „Mission Investigate“ eine Produktion ausgestrahlt, die „Kindesmißbrauch unter Zeugen Jehovas“ zum Thema hatte und über fünf verschiedene Fälle berichtete:

    1. Ein Ältester mißbraucht minderjährige Jungen. Er zwingt sie unter anderem zu oralem Geschlechtsverkehr. Er wurde vor Gericht für schuldig befunden.
    Er gesteht auch sein Verbrechen. In den Gerichtsprotokollen ist dokumentiert, daß die Versammlung das Problem fünf Jahre vor der Verurteilung kannte.

    2. Ein Dienstamtgehilfe mißbraucht seine beiden Stieftöchter. Die Ältesten überzeugen ihn, es der Polizei nicht zu berichten. Er wurde aus seiner Stellung in der Versammlung entfernt, aber es wurde ihm nicht die Gemeinschaft entzogen.

    3. Ein Ältester mißbraucht ein vierzehn Jahre altes, geistig behindertes Mädchen. Die Schule, die sie besucht, berichtet es der Polizei, er gesteht bei der Polizeiuntersuchung. Er wird aus seiner Stellung als Ältester entfernt, es wird ihm nicht die Gemeinschaft entzogen. (Dem Bericht des Sozialdienstes zufolge belästigte er auch mindestens zwei andere Kinder).

    4. Ein Ältester gesteht auf Grund der Sendung, daß er ein dreizehn Jahr altes Mädchen sexuell angegriffen hat. Vier zusätzliche Zeugen melden sich, um zu sagen, daß er auch sie belästigte. Dieser Älteste amtiert als Hilfskreisaufseher und Sonderpionier.

    5. Der 26-jährige Anders Christensson berichtet, wie er und seine Schwester Johanna belästigt wurden. Es handelt sich um zwei Brüder, die mehrfach Kinder in der Versammlung belästigten. Der älteste von ihnen „A“ wurde 1973 geboren. Anders wurde 1977 geboren und zuerst vom älteren Bruder belästigt. Die Belästigung begann, als sie noch minderjährig waren, aber der Mißbrauch hörte nicht auf bis Anders 1991 vierzehn und der Belästiger 18 Jahre alt waren. Der Belästiger wurde 1988 getauft. In Schweden wird Belästigung ab einem Alter von 15 Jahren nach Erwachsenenrecht behandelt.

    Neben Anders belästigte der ältere Bruder mindestens vier andere Kinder. Dies schloß Anders Schwester Johanna ein, die sechs Jahr jünger ist als der Belästiger. Der Mißbrauch von Johanna hörte 1991 auf, als sie zwölf Jahre alt war. Anders Mutter und die Mutter des Belästigers wurde 1985 getauft und beide Väter kurz danach. Die Belästigungen hielten an während beide Eltern Mitglieder der Versammlung waren, und für mehr als zwei Jahre nachdem der ältere Belästiger getauft worden war.

    Das jüngere der beiden Brüder belästigte Kinder bis Mitte der Neunziger, als alles aufgedeckt wurde. Dem jüngeren Bruder wurde daraufhin die Gemeinschaft entzogen und der ältere, der Dienstamtgehilfe war und im Bethel in Schweden diente, wurde aus seiner Stellung genommen und aus der Bethel-Familie entlassen. Er wurde privat getadelt und angewiesen, sich bei Anders und seiner Familie zu entschuldigen.
    Anders Eltern drängten die Ältesten, die zwei jungen Männer in eine Therapie gehen zu lassen, aber die Ältesten hielten dies für keine gute Idee und natürlich folgten die Eltern der „theokratischen Anweisung“.

    1. Matthäus

      Die Wachtturm-Gesellschaft antwortete am 5. Mai 2003 mit Anzeigen in mindestens vier großen schwedischen Tageszeitungen:
      Jehovas Zeugen antworten auf die Vorwürfe im Programm „Mission Investigate“

      In der Ausgabe der Fernsehsendung „Mission Investigate“ vom 8. April 2003 wurde Jehovas Zeugen vorgeworfen, „Pädophile zu beschützen“.

      Das Programm schildert unter anderem einen gewissen Fall, in dem eine Person, ein 26 Jahre alter Mann, in seiner Kindheit leider sexuell mißbraucht worden ist. Er wurde als ein Fall von Pädophilie angeführt, was als Belästigung eines Kindes durch eine erwachsene Person definiert wird. Dieser Bericht war, wie andere Aussagen im Programm, sowohl irreführend als auch be- trügerisch aus den folgenden Gründen:
      · Fakt - Beide beteiligte Personen waren Kinder (ungefähr 8 und 4 Jahre alt) als die geschlecht- lichen Handlungen zwischen ihnen begannen, um 1980; sie waren beide mindjährig (unge- fähr 14 und 10 Jahre alt) als die geschlechtli- chen Handlungen 1987 beendet wurden.

      · Fakt - Die geschlechtlichen Handlungen zwischen den Jungen begannen fünf Jahre bevor
      einer ihrer Eltern Zeuge Jehovas wurde. Die geschlechtlichen Handlungen endeten, bevor
      einer der Jungen Mitglied der Versammlung wurde, im Herbst 1988 und Frühjahr 1991.

      · Fakt - 1996, nachdem die Jungen und ihre Eltern bereits einige Jahre Zeugen Jehovas waren, wurden die Ältesten der Versammlung über die geschlechtlichen Handlungen informiert, die in der Vergangenheit begangen worden waren. Die Familien beschlossen, den Fall nicht der sozialen oder gesetzlichen Obrigkeit zu berichten. Die Ältesten respektierten die Wünsche der betroffenen Familien.

      · Fakt - Der älterer Junge hat niemals als ein Ältester oder reisender Aufseher in einer der Versammlungen der Religions- gemeinschaft der Zeugen Jehovas gedient. Fernsehzuschauer, die Gerechtigkeit und Ehrlichkeit achten, haben es geschätzt, diese wichtige Auskunft zu erhalten. Wir sind bestürzt, daß jene, die „Mission Investigate“ produzieren, diese und andere sachdienliche Tatsachen übergehen. Unsere Mitglieder und Interessierten werden tief verletzt durch die Tatsache, daß Falschdarstellungen benutzt werden, um zu versuchen, Jehovas Zeugen mit sexueller Belästigung von Kindern in Verbindung zu bringen. Wir werden deswegen alle gesetzlichen Möglichkeiten in Anspruch nehmen, die notwendig sind, diese falschen Darstellungen zu stoppen.

      Unsere Richtlinien sexuellen Mißbrauch gegen Kinder betreffend sind wohlbegründet und werden durch die Bibel gestützt. Eine Person in verantwortlicher Stellung in der Versammlung, die des sexuellen Mißbrauches gegen Kinder für schuldig befunden wird, wird aus seiner Stellung entfernt. (1 Tim 3:1, 2) Von allen Zeugen Jehovas wird erwartet entspre- chend dem hohen Niveau zu leben, das in der Bibel zu finden ist, was bedeutet, in körperlicher, geistiger, moralischer und spiritueller Hinsicht rein zu sein. (2 Kor. 7:1; Eph 4:17-19; 1 Thess 2:4)

      Das Schwedisches Gesetz fordert von Priestern oder Dienern einer Religionsgemeinschaft nicht, die sexuelle Belästigung eines Kindes zu berichten. Unsere Organisation hat es allerdings immer akzeptiert, daß das Opfer, die Familie des Opfers oder nahe erwachsene Verwandte - oder wer auch immer einen Fall von Kindesmißbrauch kennt - das absolute Recht haben, ihn zu berichten. Jehovas Zeugen verabscheuen sexuellen Mißbrauch von Kindern. Wir lieben unsere Kinder. Es ist von großer Bedeutung für uns, dass die Kinder sicher und geschützt sind. Wir behandeln das mit dem größten Ernst.

      Bengt Hansson Vorsitzender Zweigkomitee

      Wer den gesamten Bericht mit Orig. Inseraten einsehen möchte der Link folgt!

      1. Matthäus

        Siehe Seite 9:
        http://datei.sektenausstieg.net/literatur/WTGmiss2.pdf

        1. Matthäus

          Ein pikantes Detail wie das in Schweden gelaufen ist - vielleicht sollte man das der
          Royal Commission in Australien zu kommen lassen?

          Während der Bericht ausgestrahlt wurde erhielten Anders und seine Familie viel Unterstützung aber auch entwürdigende Reaktionen von Mitglieder von Jehovas Zeugen. Viele ihrer Freunde haben den Kontakt abgebrochen und ihnen vorgeworfen „Handlanger Satans“ zu sein.

          Die Versammlung, zu der Anders gehört, reagierte mit Schweigen – ein Verhalten, das weiter den Eindruck verstärkt, dass Jehovas Zeugen Opfer von sexuellem Mißbrauch nicht unterstützten sondern stattdessen den Täter schützen.

          Zusammen mit Janne Josefsson entschied Anders, das Zweigbüro in Arboga anzurufen, um die Verantwortlichen zu fragen, warum sie sich entschieden haben dem Mißbraucher zu glauben und nicht Anders.

          Er bekam Lars-Erik Eriksson an das Telefon, der sich weigerte, die Frage von Anders zu beantworten und ihn aufforderte seine Fragen schriftlich in einem Brief zu formulieren. Als Janne Joseffson um Erlaubnis bat, etwas zu fragen, legte Lars-Erik Eriksson auf.

          Eine der Tageszeitungen, bei denen um Anzeigenplatz nachgefragt wurde aber ihn verweigerte, war Dagens Nyheter. Der Herausgeber der Zeitung und Redaktionsleiter Jan Wifstrand entschied sich für diesen Weg nachdem ihm selbst ein einfaches Interview mit den Verantwortlichen von Jehovas Zeugen verweigert worden war.

          „Wenn sie mit uns nicht darüber reden wollen, was tatsächlich vor sich geht, dann sollen sie auch keine Gelegenheit haben, eine Anzeige zu kaufen, um es zu tun“ fügte er hinzu.
          Die von Jehovas Zeugen veröffentlichte Anzeige ist eine Antwort, die sich nur mit einem einzigen Beispiel von Mißbrauch auseinandersetzt und alle anderen Beispiele, die in dem Bericht erwähnt wurden, unberücksichtigt läßt.

          REPORTER: Jan Josefsson
          RESEARCH: Lars-Göran Svensson
          PHOTO: Rune Bergström
          EDITING: Åke Toresson http://www.svt.se/granskning/reportage.asp?S=2993&A=2993

          Die Sendung hatte eine enorme Wirkung in der Öffentlichkeit.
          Die Wachtturm-Gesellschaft versuchte daraufhin, Klage gegen das Programm einzureichen. Die schwedische Pressefreiheit erlaubt aber ein Gerichtsverfahren gegen eine Presseinstitution erst nach Genehmigung durch die höchste gesetzliche Autorität. Der Justizminister wies jedoch die Beschwerde der Wachtturm- Gesellschaft, die Sendung sei eine Verfolgung der Zeugen Jeho- vas, in allen Punkten zurück.

          Im weiteren reichte die Wachtturm-Gesellschaft eine Beschwerde bei der Swedish Broadcasting Commission, einer unabhängigen Prüfungskommission, ein. Diese nimmt solche Klagen an und prüft, ob es Grund für Kritik an einem Programm gibt. Das Ergebnis hat aber keine rechtliche sondern lediglich ethische Bedeutung.

          Die Wachtturm-Gesellschaft legte dem Prüfungsausschuß durch ihren Anwalt eine über 20seitige Klageschrift vor. Die Vorwürfe darin konzentrierten sich ausschließlich auf den Fall Anders Christensson und ließen die vier anderen in der Sendung behandelten Fälle außer acht.

  12. Freigeist

    Danke für Deine Darlegung. Das hier ist ein Meilenstein in der Geschichte der Rechtsprechung. Leider oder zum Glück befinden wir uns erst am Anfang. Wie es aussieht, wird demnächst in Deutschland ein weiterer Missbrauchsfall öffentlich gemacht werden.
    Warten wirs ab.

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