Emotionale Erpressung durch Schuldgefühle

Manipulation durch Schuldgefühle ist die häufigste Strategien der emotionalen Erpressung. Sie sind ein äußerst wirksames und beliebtes Mittel, um Menschen zu manipulieren.   “Wenn du das nicht tust was wir von die erwarten, dann bist du für die Folgen verantwortlich”.

Solche Sätze bewirken, dass man alles akzeptiert und sich dem Druck unterwirft. Zurzeit beherrscht z. B. nur ein Thema die Medien, impfen, impfen, impfen. Menschen, die diese Impfhysterie hinterfragen erfahren, dass sie als Impfverweigerer von der Politik und auch von den Impfbefürworter, für den eventuellen Tod von Menschen verantwortlich gemacht werden, sie laden Blutschuld auf sich.

Selbst Kindern wird von einigen Politikern Schuldgefühle erzeugt. In einem Telefonat erklärte ein bekannter Politiker in Deutschland einer 10 Jährigen Schülerin: „wenn du die Abstand- und Maskenregeln nicht einhältst musst du mit den Tod deiner Großeltern rechnen.“ Mit anderen Worten, du könntest für den Tod deiner Eltern verantwortlich sein.

Zeugen  Jehovas” haben schon immer die Erfahrung gemacht, wie es ist, mit einem schlechten Gewissen zu leben. Auch die leitende Körperschaft, die Führung der Zeugen Jehovas, hat Schuldgefühle als “Erziehungsmittel” eingesetzt, indem sie den “Predigtdienst” zu einem “Gesetz” für jeden Christen erhoben. Wer den “Dienst” nachlässig wird Blutschuld auf sich zu laden. Ist diese Befürchtung biblisch zu begründen?

Der Wachtturm führt als Begründung Hes. 33:1-7 an, Zitat  WT 15.01.08 S. 4 Abs. 2 :

„Jeder Diener Gottes muss die lebensrettende Botschaft aus Gottes Wort bekannt machen. Unsere Aufgabe ähnelt der eines Wächters, der warnt, sobald Gefahr droht. Wir möchten bestimmt nicht, dass wir für das Blut derjenigen, die in Lebensgefahr sind, zur Rechenschaft gezogen werden”. Hes. 33:1-7

Der Apostel Paulus weist wiederholt darauf hin, dass unsere Rettung nicht von “Gesetzeswerken” abhängig ist. Welche „Gesetzeswerke” meinte der Apostel? Zunächst sprach er in diesem Zusammenhang von dem Gesetz Mose, das die unvollkommene Menschheit nicht zu erfüllen vermochte. Dazu gehören aber auch die von den geistigen Führer der Juden auferlegten Erweiterungen des mosaischen Gesetzes, die von den  Menschen als schwere Lasten empfanden wurden. Diese Erweiterungen werden praktisch zu Gesetzeswerken, da sie praktisch wie ein Gesetz zu erfüllen waren.

Die verbindlichen Forderungen von Werken, wie z. B. der Predigtdienst, wird von unserer Organisation zwar offiziell nicht als “Gesetz” benannt, aber ist er für alle von uns “verbindliche” Verpflichtung. Die Organisation geht sogar so weit, dass sich keiner die Loskaufsvorkehrung von Jehova zur Rettung durch die Taufe zu Nutze machen kann, wenn er nicht wenigstens ansatzweise zeigt dass er ein „regelmäßiger Verkündiger“ ist.

Bei vielen stellen sich Schuldgefühle gegenüber Gott ein, wenn sie nicht das von ihr Organisation vorgeschriebene Tätigkeitsprogramm unterstützen. Diese Schuldgefühle, und der Gruppenzwang gibt dieser Organisation als die zuständige Autorität die Mittel in die Hand, diese Forderungen zu erzwingen . Die Erfüllung des “Predigtdienstauftrages” bezeichnet man als notwendig, um Gottes Gunst und Wohlwollen zu erlangen. Ihr nicht oder auch nur halbherzig nachzukommen würde bedeuten “Blutschuld” auf sich zu laden.

Jehovas Zeugen werden also für das Leben ihrer Mitmenschen verantwortlich gemacht, und Hesekiel 3:18 wird gebraucht um diesen absurden Gedanken zu stützen. Ein Wächter, der seiner Aufgabe nicht nachkommt, wie es hier in Hesekiel beschrieben wird, lädt natürlich Blutschuld auf sich. Aber diesen Tatbestand auf alle Menschen anzuwenden, die sich Gott und seiner Rettung zuwenden ist eine Last, die kein Mensch erfüllen kann, und von unserem Schöpfer auch nicht auferlegt wurde.

In diesem Zusammenhang wird gerne die Aussage des Apostel Pauls aus Apg. 20:26-28 zitiert, „ich bin rein vom Blute aller Menschen,”  Doch auch hier haben wir wieder einen Beweis dafür, das Aussagen der Bibel und der Apostel in unserer NW-Übersetzung tendenziell übersetzt werden, um sie dem Dogma des Predigtdienstes anzupassen. Paulus spricht hier nicht vom Blute aller Menschen, sonder wie es der Kontext zeigt, vom Blut der ihm anvertrauten Schafe.

Paulus wollte hier zum Ausdruck bringen, dass er seinen von Christus persönlich erteilten Auftrag nach besten Kräften nachgegangen ist. Er sprach zu den AUFSEHERN DER CHRISTENVERSAMMLUNG und ihrer eigenen Verantwortung, und zwar den ihnen anvertrauten Schafen gegenüber, nicht von einem öffentlichen Predigtdienst und einer Grundsätzlichen Blutschuld gegenüber allen Menschen. Siehe z.B. die Übersetzung nach Zink:

“So will ich am heutigen Tage in Gottes Gegenwart sagen: Kein Versäumnis bedrückt mein Gewissen! Wenn ihr (die Glieder der Christenversammlung) das Leben nicht findet, meine Schuld ist es nicht! Ich habe euch alles eröffnet. So schützt nun ebenfalls sorgsam die euch anvertraute Herde, über die euch der Heilige Geist gesetzt hat, um sie zu weiden und bewahren. Apg. 20:26 – 28 Zink-Übersetzung

In neuerer Zeit werden diese unglaublichen dogmatischen Ansichten aus der Zeit Rutherfords nicht mehr so drastisch dargestellt. Dennoch wird dieselbe Grundidee ständig in subtiler Weise geäußert. Die Hervorhebung des Predigtdienstes als das Hauptanliegen eines jeden Christen ist zum Hauptmaßstab dafür geworden, ob jemand als Ältester qualifiziert ist oder nicht. In 1. Tim. 3 : 1-7 werden die Anforderungen beschrieben, die ein Mann aufweisen muss, um als Aufseher dienen zu können. Kein Hinweis ist dort zu finden dass er im Haus zu Hausdienst führend voran gehen muss. Kein Hinweis darauf, dass der Predigtdienst das Hauptanliegen eines Ältesten zu sein hat.

Seine Aufgabe nach der Schrift ist es, sich um Kranke, Bedürftige, Witwen, Waise und Bedrückte oder geistig Schwache zu kümmern. Älteste werden zwar immer wieder aufgefordert sogenannte “Hirtentätigkeit” zu tätigen, doch der Hauptzweck dieser in der Regel von zwei Ältesten durchzuführende Dienst besteht darin, dafür Sorge zu tragen, das der “Verkündiger” weiter Ermuntert wird gemäß seinen Möglichkeiten eifrig im Predigtdienst zu stehen, und sich auch sonst an allen Versammlungstätigkeiten zu beteiligen. Ein Verkündiger, der gemäß seiner Verkündigerdienstkarte als “starker Verkündiger” zählt, wird so gut wie nie einen Hirtenbesuch erfahren. Im Gegenteil, er muss damit rechnen für die “schwachen Verkündiger” als Hilfeleistender eingesetzt zu werden.

Es gibt sicherlich viele Älteste, die sich bemühen ihren anvertrauten Schafen ein wirklich guter Hirte zu sein, und sich gedrängt fühlen dem Auftrag eines Ältesten, so wie ihn Paulus definierte nachzukommen. Aber da ihre verfügbare Zeit von der Organisation mit allen möglichen Erwartungen belegt ist, von Organisatorischen Aktivitäten bis zum von ihnen erwarteten Einsatz im Predigtdienst, bleibt ihnen so gut wie keine Zeit und Kraft, um diesem Gebot des Hirtendienstes nachzukommen, zumal sie selbst auch mit den alltäglichen Problemen zu kämpfen haben.

Es wird ihnen sogar gesagt, dass sie ihren Brüdern am besten helfen, wenn sie mit ihnen im Predigtdienst stehen, hier könnte man auch gleichzeitig Hirtenarbeit leisten. Solche Argumentationen zeigen, wie man den “Predigtdienst” zu einem Dogma macht, und wie sich alle anderen Interessen diesem Dogma beugen müssen. So werden menschliche Vorgehensweisen über die Heilige Schrift gesetzt. Im Ergebnis fühlen sich diese Männer, die sich wirklich um die Herde Gottes kümmern möchten, behindert und eingeengt, das zu tun was sie normalerweise und nach ihrem Gewissen zum Nutzen der Herde tun müssten.

Der “Predigtdienst” wird für sie zu einem “Gesetz” erhoben. Die Anweisungen der Organisation, die ” Gesetzeskraft” hat, bewirkt deshalb häufig, das Werke wie sie in der Bibel nicht nur von Hirten, sondern eigentlich von jeden Christen erwartet wird, als zweitrangig gesehen werden. Damit machen sie den oben zitierten Rat des Apostel Paulus aus Apg. 20:26-28 ungültig.

Der Pionierdienst, für jeden Christen verpflichtend?

Ein weiteres Beispiel dafür, wie die Organisation christlichen Dienst zu einem ” Gesetzeswerk” macht, liefert der Wachtturm vom 1. Aug. 1990 (Zitat) 

“Einige mögen geneigt sein, den Vollzeitpredigtdienst (Pionierdienst) als Ausnahme zu betrachten. Doch da irren sie sich, den Kraft des Hingabegelübdes ist jeder Christ verpflichtet, seine ganze Zeit Dienst (Predigtdienst) zu tun, es sei den, Umstände, über die er keine Gewalt hat, verunmöglichen es.” Zitat Ende

Wie der Artikel im Zusammenhang zeigt bedeutet  Vollzeitdienst für einen Zeugen Jehovas, entweder als Pionier,  Vertreter der Organisation im reisenden Dienst, oder als Bethelmitarbeiter, tätig zu sein. Alles andere, von dem jemand glaubt, er könne damit Vollzeitdienst darbringen, fällt nicht unter diese Definition Vollzeitdienst, und wird von der zuständigen Autorität nicht für verbindlich erklärt. Die Bibel ermuntert uns, Gott mit ganzem Herzen und ganzem Sinn und Kraft zu dienen, aber die Organisation bestimmt für jeden von uns, was das im einzelnen bedeutet.

Immer wieder werden wir aufgefordert den Pionierdienst ins Auge zu fassen, denn nur so kann man Jehova wirklichen Dienst darbringen. Es nicht zu tun, obwohl man dazu vielleicht in der Lage wäre, würde einen Mangel an Glauben offenbaren, ja noch schlimmer, man würde Blutschuld auf sich laden.

Während einer Sitzung der leitenden Körperschaft, bei der es um die Betonung für den “Pionierdienst” ging, machte sich L. B.  Sorgen um die Einstellung von jungen Zeugen in Amerika. Er war einige Jahre Zweigaufseher in Japan, und wies darauf hin, das in Japan die meisten jungen Leute nach der Schule sofort in den Pionierdienst gingen. Er fügte hinzu: ” in Japan ist das die Sache”.

Als ein anders Glied der Leitenden Körperschaft seine Hoffnung zum Ausdruck brachte, das dies doch wohl hoffentlich nicht der einzige Grund sei, sondern die Liebe zu Gott und dem Wunsch anderen zu helfen, und nicht weil es “die Sache ” sei, war man doch etwas irritiert. Lange Zeit galten die jungen Verkündiger aus Japan als Vorbild für alle jungen Verkündiger in anderen Ländern, doch im Nachhinein muss man feststellen, das trotzt des Einsatzes von so vielen Pionieren der Verkündigerrückgang in Japan nicht aufzuhalten war. Es war wohl doch nur „die Sache” oder Gruppenzwang, aber keine wirkliche Berufung. Diesen Gruppenzwang bestätigten auch Missionare, die in Japan dienten.

Auf der eben Erwähnten Sitzung der Leitenden Körperschaft wurde beschlossen, den Pionierdienst und den Ferienpionierdienst oder Hilfspionierdienst praktisch als moralische Verpflichtung für jeden festzulegen, der nicht auf irgend welche Umstände verweisen konnte, die es ihm nicht ermöglichten. Das damalige Mitglied der leitenden Körperschaft Raymond  Franz hob darauf hin die Hand und sagte: „wenn dies wahr sei, dann sollten wir Glieder der leitenden Körperschaft doch die ersten sein, ein Beispiel zu geben.”

Er fragte weiter: „Wie viele von uns haben den ihre Urlaubszeit für den „Ferienpionierdienst” genutzt?” Wir könnten es doch, aber tun wir es auch? Und wir wollen uns doch nicht auf unser Alter als Grund berufen, wo wir doch in unseren Schriften regelmäßig alte und auch kranke Menschen die im Pionierdienst stehen als Vorbild hinstellen. Sagen wir durch solche Beispiele eigentlich nicht, dass es so gut wie keinen Grund gibt im Pionierdienst zu stehen? Wenn wir es nicht selbst tun, warum sollten wir andere dazu drängen?”

Einige starrten mich an, nach diesen Äußerungen sagte Raymond Franz, aber es kamen keine Kommentare dazu.“ Bestimmte Tätigkeiten oder Werke zu Gesetzeswerke zu machen, mag den Anschein großer Hingabe und Eifer für Gott und die Königreichsinteressen erwecken, wie das auch zur Zeit der Pharisäer war. Doch das betonen solcher selbst erdachten “Gesetzeswerke” verrät eigentlich nur sittliche und geistige Trägheit.

Äußerliche Konformität ist kein zuverlässiger Indikator ob jemandes innere Beweggründe aufrichtig sind. Das Leben und die Zeit von Menschen zu regeln, indem man ihr Denken und ihre Bemühungen auf bestimmte Tätigkeiten lenkt, die vorbestimmte Ziele der Organisation fördern sollen, das alles dient nicht dazu, Spontanität und wahre Glaubenswerke hervorzubringen. Es dient eigentlich nur dazu, mit einem guten Bericht Anerkennung von der Organisation zu ernten. Doch was sagt eine “gute Verkündigerdienstkarte” über eine Person wirklich aus?

Sagt die Verkündigerdienstkarte etwas darüber aus um was für einen Menschen es sich handelt? Worin besteht seine Hilfe für andere? Wie verhält er sich bei der Arbeit? Wie viel Zeit verbringt er mit Hirtentätigkeit? Tut er anderen etwas Gutes? Ist er aufrichtig bemüht Hilfsbedürftigen zu helfen? Handhabt er Krisen in seinem und dem Leben anderer in Liebe und Sorge für andere? Kurz gefragt, sagt diese Karte wirklich etwas über jemanden aus, aufgrund dessen wir dann seine Fähigkeiten, und noch wichtiger, sein Geistiggesinntsein beurteilen?

Es gab und gibt viele angesehene Männer in unserer Organisation die ihre Besorgnis über die Sinnlosigkeit und demotivierende Wirkung der Verkündigerdienstkarte zum Ausdruck brachten. Einige schrieben als Antwort auf eine besondere Anfrage der Organisation hin, andere aus eigenem Antrieb heraus. Doch all diese überlegungen, die auch von viele Brüdern schriftlich vorgetragen wurden, sind der leitenden Körperschaft nicht mehr als eine kurze Betrachtung wert, man sieht sie an und legte sie beiseite. Äußerungen dieser Art waren einfach nicht das was die meisten Männer der leitenden Körperschaft hören wollten.

An der religiösen Tätigkeit von Tür zu Tür ist an sich nichts zu sehen, was der Bibel widerspräche. Allerdings muss auch gesagt werden, dass auch nichts in der Bibel dafür spricht oder als Erfordernis für jeden Christen verlangt wird. Was eindeutig als falsch gesehen werden muss, ist der damit verbundene Zwang, der Versuch, bei uns Schuldgefühle zu erzeugen. Nichtteilnahme wird als Untreue gegenüber Gott bewertet, als ein nicht einhalten seines Hingabegelübdes. Man wird als Stolz und Bequem hingestellt, wenn man seinen Eifer nicht durch ganzherzigen Predigtdiensteinsatz unter Beweis stellt. Wenn man solche Gedanken liest, kommen einem unweigerlich Jesu Worte in den Sinn die er über die geistlichen Führer seiner Tage äußerte:

„Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schulter der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihren Finger bewegen”. Matt. 23 : 4

 Was war das schwere an den Lasten die von den Pharisäern auferlegt wurden?

Es waren Ergänzungen und Erweiterungen des Gesetzes, die zusätzlich zu den Gesetzen Jehovas von den Schriftgelehrten und Pharisäern dem Volk auferlegt wurden. Doch, worin bestand die “schwere Last” für die Menschen, sich vor dem Essen die Hände zu waschen? Andere Vorschriften forderten einfach, dass man gewisse Dinge nicht tat, oder an gewissen Tagen keine Arbeiten verrichtete. War das eine schwere Last?

Die einzelne Handlung war nicht unbedingt eine schwere Last. Das schwere und verwerflich daran war, dass das einhalten dieser Vorschriften als Maßstab der eigenen Gerechtigkeit vor Gott angesehen wurde. Nicht das tun und lassen solcher Vorgaben an sich war also die schwere Last, sonder das man den Maßstäben unvollkommener Menschen entsprechen musste.

In ähnlicher Weise ist auch die Tätigkeit von Haus zu Haus für viele keine Last oder mühevolle Leistung, denn die meisten von uns gehen ihr sowieso nur routinemäßig nach. Auch das simple ausfüllen eines Berichtszettels ist nicht schwerer als sich vor dem Essen die Hände zu waschen. Die Last liegt in der Bedeutung, die unsere Organisation diesen Dingen gibt, in der Art und Weise, wie man sie als Indikator benutzt, als Beweis dafür, ob man Gott aufrichtig ergeben ist oder nicht.  Ständig wird  vor Augen geführt, dass die Hingabe an Gott fragwürdig ist, wenn man diesen Maßstäben nicht entsprecht. Man wird dann als Menschen ohne Glauben und Gerechtigkeit angesehen, als fleischlich gesinnte Menschen, ohne Spiritualität.

Die Folge ist, dass unser Gewissen in seiner Entfaltung behindert und eingezwängt wird. Bei unseren Dienst für Gott führten Menschen die Zügel. Durch die Unterordnung wurde der Dienst, der eigentlich Freude machen sollte, für viel von uns zu einer ermüdenden Last. In welchem Gegensatz dazu steht doch die Einladung des Sohnes Gottes:

„Kommt doch zu mir; ich will euch die Last abnehmen! Ich quäle euch nicht und sehe nicht auf euch herab. Stellt euch unter meiner Leitung und lernt bei mir; dann findet euer Leben Erfüllung. Was ich anordne, ist gut für euch, und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.”  Matt. 11:28-30 g. N.

Was können wir tun, um uns von dieser Last zu befreien? Immer mehr Verkündiger geben keinen Bericht mehr ab über ihre Tätigkeit, oder zumindest keine Zeitangaben. Sie machen ihren Dienst so, wie sie es für wichtig erachten, indem sie sich um hilfsbedürftige Brüder kümmern.

Und es ist befriedigender sich um wirklich hilfsbedürftige Personen zu kümmern, als sich an irgend welchen fragwürdigen und oft auch sinnlosen Traktataktionen zu beteiligen, die doch nur den Sinn haben uns im Dienst von Haus zu Haus beschäftigt zu halten. Lassen wir uns nicht durch Angstgefühle zu einer Tätigkeit drängen, von der wir nicht überzeugt sind, nur weil wir befürchten ” Blutschuld” auf uns zu laden.

Lassen wir nicht zu, dass man den Predigtdienst für uns zu einem Prüfstein macht. Wichtig ist, dass wir Menschen erreichen. Das wie ist dabei nicht wichtig, ob formell oder informell. Solange wir den Menschen ein freundliches und sinnvolles Zeugnis geben, sei es durch Worte oder Taten, ist es auch nicht nötig einen Berichtszettel über unseren Zeiteinsatz anzugeben, es sei denn, wir möchten das unser Zeiteinsatz doch irgendwie zur Kenntnis genommen wird.

 

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Nicht nur Schuldgefühle werden produziert.

Die von Jehovas Zeugen gelebte Liebe ist eine reine Geschäftsliebe.
Bringst du die Leistung nicht, die von den Einzelnen in der Gruppe erwartet wird, ist diese Liebe schnell erloschen. Das ist auch der Grund weshalb sich immer mehr verabschieden.

Die Sektenstrukturen können gar nicht deutlicher sein.
Die Augen werden immer mehr geöffnet und die einzige Alternative heißt aussteigen.

Schön das viele aufwachen.

Liebe Freunde, vielen Dank für den Artikel. Dass JZ mit Schuldgefühlen arbeiten und ihre “Schäfchen” auf diese Weise dazu animieren wollen, für die Org tätig zu sein, ist wohl richtig. Einige Prämissen, die scheinbar in dem Artikel unterstellt werden, müssen jedoch ohnehin hinterfragt werden: JZ entnehmen den angeblichen Predigtauftrag aus Matthäus 24 als ihre Missionsverpflichtung. Diese Interpretation ist jedoch falsch – es gibt eine solche Missionsverpflichtung für alle Christen in Wirklichkeit nicht. Ein Christ ist verpflichtet, seinen Glauben zu bekennen. Ein Christ ist nicht verpflichtet, als Wanderprediger seinen Glauben an andere zu missionieren. Angenommen, dass es einen solchen Missionsauftrag für… Weiterlesen »

So übersetzt Apg. 20:26, 27 jetzt die aktuelle revidierte Neue-Welt-Übersetzung: “Darum rufe ich euch heute auf, zu bezeugen, dass ich rein bin vom Blut aller Menschen, denn ich habe mich nicht zurückgehalten, euch den ganzen Rat Gottes mitzuteilen.” So übersetzte die alte Neue-Welt-Übersetzung: “Darum rufe ich euch am heutigen Tag auf, zu bezeugen, daß ich rein bin vom Blut aller Menschen, denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Rat Gottes mitzuteilen.” Bei allen anderen Bibelübersetzungen aber fehlt “Menschen” (siehe http://www.bibleserver.de). Obwohl die JW.org vielfach und schon vor Jahren darauf aufmerksam gemacht worden ist, dass “Menschen” nicht im griechischen Grundtext erscheint… Weiterlesen »

Wenn man sich sich alte WT-Ausgaben ansieht, hat man tatsächlich das Gefühl, dass es noch um das ehrliche Aufarbeiten eines bestimmten Themas ging. Heute will man den Leser in eine bestimmte Richtung lenken bzw drängen. Es geht nur noch um Indoktrinierung. Eine ähnliche Tendenz sehe ich leider auch in der Presse bzw TV. Objektive Berichterstattung weicht immer mehr einer Wachtturm-ähnlichen Gehirnwäsche. Hier die Guten, dort die Bösen. Ganz ohne Gott. Der grüne Pass entspricht in diesem Vergleich der Taufe. Die Geretteten, die Guten, die verbal auf „die böse Welt“ der Grünpasslosen draufschlagen dürfen. Deren Vernichtung und Nichtteilnahme am neuen Paradies… Weiterlesen »

Die Vorgaben bezüglich des Predigtdienstes widersprechen biblischen Vorgaben. Wir lesen in ApG von der Begebenheit, wie Stephanus und andere Männer ausgewählt wurden um sich unparteiisch der Bedürfnisse der neuen Christen anzunehmen. Warum? ApG 6:2 erklärt, die Apostel befanden es für nicht gut, das Wort Gottes und das Gebet zu vernachlässigen um Aufgaben an den Tischen (Ausgabe der täglichen Mahlzeiten) zu verbringen. Schon da wurden somit die verschiedenen Aufgaben herausgestellt und nicht jeder alle Arbeiten verrichten soll. In seinem Brief an die Epheser hält Paulus fest: ” Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten,… Weiterlesen »

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