Identitätskrise durch Gemeinschaftsentzug?

Als er starb war er gerade 19 Jahre alt. Er starb durch eigene Hand – und viel zu jung. Warum? Mit dieser Frage ließ er seine rat- und fassungslosen Angehörigen zurück. Auf einem Zettel, den er kurz vor seinem Tode geschrieben hatte, stand nur: „Weil mir nicht zu helfen war.“

Ich kannte diesen jungen Zeugen Jehovas als hübschen und umgänglichen Menschen, der schon als Kind in die Gemeinschaft hineingewachsen war. Er verhielt sich innerhalb der Gemeinschaft tadellos, bis er ein Mädchen kennenlernte, das nicht zu den Zeugen Jehovas gehörte. Es kam zu einer Liebesnacht und damit war auch schon das Ende dieses jungen Lebens eingeläutet. Die Sache wurde bekannt und dem jungen Mann wurde die Gemeinschaft entzogen. Ich weiß nicht, was in der Verhandlung vor dem Rechtskomitee gesprochen worden ist. Aber ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass der junge Mann ein uneinsichtiger  Sünder war, der keine Spur von Reue hatte erkennen lassen. Man ging einfach hart mit ihm um, obwohl Jesus Christus etwas ganz anderes fordert.

Hat nicht er als der Menschensohn nach verlorenen Schafen gesucht und sie durch Barmherzigkeit, Liebe und Milde zur Umkehr gebracht? (Jak. 5:19) Jedenfalls war er ein paar Tage später tot. Er hatte sich erhängt, weil er für sich keinen Ausweg sehen konnte. Er war mit dieser „Maßnahme“ überfordert, und wo Hirten helfend eingreifen sollten, wurde er zurückgestoßen.

Darum der Zettel „Weil mir nicht zu helfen war.“ Das war das schreckliche Ende einer Identitätskrise, die durch rigide, menschenfeindliche Vorschriften einer Organisation ausgelöst worden war, die sich als christlich beschreibt. Es war das Ende eines kostbaren Lebens, dass hätte schön werden können.

Und er war nicht das einzige Opfer, das mir begegnet ist. Ich kannte eine Zeugin Jehovas, die seit ihrer Jugend an Psychosen litt, oft manisch war und in der depressiven Phase nicht zurechnungsfähig sein konnte. Gewiss, die Versammlung stand oft verunsichert da und ermahnte sie. Wenn sie sich selbst wieder in der Gewalt hatte, war sie Pionier (!) und das, was man eine „eifrige Zeugin Jehovas“ nannte. Als sie über 40 Jahre alt geworden war, verliebte sie sich in einen Mann, der sie später schamlos ausnützte.

Es kam das vor, was man als Hurerei bezeichnet. Da wurde sie ausgeschlossen! Man beachtete ganz genau das sogenannte „Theokratische Gesetz“ und dachte sich nicht viel dabei, obwohl sie unter Tränen (!) um Barmherzigkeit und Hilfe bettelte! Sie geriet als Kranke in eine Identitätskrise, die dann durch Suizid endete. Auch sie starb letztlich an einer tödlichen Mischung aus blindem Unverständnis und kalter Herzlosigkeit.

Identitätskrisen

Sie sind altbekannt, denn immer wieder gab es Menschen, die darunter litten, weil sie sich ihrer Identität plötzlich nicht mehr sicher waren. Zum Beispiel spricht man schon seit dem Beginn der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert vom Verlust der Identität bei Arbeitern, die vom Land in die Stadt kamen und am Fließband oder an Maschinen arbeiteten und sich gar nicht mehr mit der Arbeit und ihrem Erzeugnis identifizieren konnten. Die Arbeit in der Industrie führte zur Entfremdung, auch zur Entfremdung mit dem Nebenmann.

Das soll bei den Handwerkern des Mittelalters noch anders gewesen sein: Sie hatten im Beruf, in den Zünften und in der Gesellschaft einen Platz, der ihnen Identität gab. Ihre Welt war geordnet und überschaubar. Das gab Sicherheit.

Eine Identitätskrise entsteht meist dann, wenn die eigenen Leistungen oder Erwartungen hinter den Ansprüchen der Umwelt zurückbleiben und beides nicht in Einklang gebracht werden kann. Sie entstehen dann, wenn die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens schwindet und ein Mensch eigentlich nicht weiß, wo er zu Hause ist, denn Identität hilft uns, einen Platz in der Welt zu finden. Sie hilft uns zurechtzufinden und uns als Person zu verstehen. Sie kann eine geistige Heimat sein und Halt geben. Aber nur dann,  wenn die Umwelt die Luft zum Atmen lässt und uns wohlwollend aufnimmt, und nicht dauernd als nörgelnder, unzufriedener Zuchtmeister auftritt. Nur dann fühlt man sich eingebunden und respektiert.

Hier erkennen wir uns selbst als Menschen; wir erkennen uns im Herzen der anderen, weil wir um unser selbst willen geliebt werden. So eine Umwelt stiftet wirkliche Identität!

Und woher bezieht ein Zeuge Jehovas im Allgemeinen seine Identität?

Wir wollen daran denken, dass die Zeugen Jehovas eine in sich geschlossene Gemeinschaft sind und dass Kontakte nach außen allgemein verpönt sind, weil Außenstehenden oft als „schlechter Umgang“ betrachtet werden. Wir wollen auch daran denken, wie eingespannt der normale Zeuge ist, wenn er alle Vorgaben der WTG genauestens einhalten will. Er wird dann kaum noch Zeit haben, mit Außenstehenden zusammen zu sein. So entfremdet er sich im Laufe der Jahre immer weiter mit seiner Umwelt und wächst immer enger mit der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas zusammen, die scharf auf ihn achtet, damit es so bleibt.

In der engen Gemeinschaft seiner Mitgläubigen wird mit dummen Klischees gearbeitet, um die Außenwelt als generell böse, abstoßend und gefährlich darzustellen. Am liebsten wäre es den Verantwortlichen, wenn ein Zeuge nur zum Zwecke des „Zeugnisgebens“ mit Außenstehenden Kontakt hätte. Und so ist der durchschnittliche Zeuge Jehovas fest in seine religiöse Gemeinschaft eingebunden: Sie ist ihm in vielen Fällen Heimat und Zuhause, ja sogar Vater und Mutter; hier hat er seinen Platz, und er findet nur in ihr Sinn und Inhalt seines Lebens.  Die meisten Zeugen werden ihre Identität aus dieser engen Gemeinschaft  schöpfen.

Identitätsstiftung durch Propaganda?

Bei den Zeugen Jehovas wird dem Mitglied auch gleich eine Weltanschauung geliefert, die ihm eine Scheinidentität stiftet. Mit der Behauptung, dass er eigentlich in der einzigen Organisation sei, mit der Gott handelt, wird ihm gesagt, dass er unter Gottes persönlichem Schutz stehe, solange er die Organisation anerkenne und in ihr diene. Dass in dieser Weltanschauung eine grobe Schwarz-Weiß-Malerei betrieben wird, fällt den meisten Zeugen nicht auf. Die ganze Ideologie der WTG zielt darauf ab, den Zeugen Exklusivität einzuhämmern, indem sie sagt, dass Gott nur sie im Auge hat, dass alle anderen vernichtet werden und nur sie Harmagedon überleben werden.

Die Ideologie behauptet dauernd, dass wahre Liebe und wahrer Glaube nur innerhalb der Organisation zu finden sind. Sie färbt alles schön und spricht ständig von einem „geistigen Paradies“, und sie betont, dass es für jeden ein großes Vorrecht sei, darin zu leben!

Diese Propaganda trägt mit dazu bei, dass man sich in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas zu Hause fühlt. Man identifiziert sich mit der Gemeinschaft und mit der Organsiation!

Die Gefahr der starken Identifikation mit der Organisation

An diese künstliche oder angenommene Identität kann man sich so sehr gewöhnen, dass man jeden Angriff auf die Organisation instinktiv abwehrt, denn jede Kritik stellt nicht nur die Organisation infrage, sondern auch das eigene Leben! Wer sich ganz und gar der Organisation verschrieben hat, verträgt es nicht, wenn man Kritik übt, denn damit gerät die einzige Sicherheit in Gefahr, die ein „treuer Zeuge Jehovas“ hat, wenn er sich immer wieder sagt, dass er „in der Wahrheit“ sei und nur „in der Organisation Gottes gerettet werde“. Für ihn ist es eine Frage um Leben und Tod!

So versagt er es sich, auch nur ansatzweise darüber nachzudenken, was die Kritik zum Inhalt hat. Er übt Verdrängung und hat, wie es Erfahrungen zeigen, großen Erfolg damit. In seinem Bewusstsein strahlt eine Leuchtreklame mit der Schrift: „Lieber mit dem Sklaven Unrecht haben, als eigene Wege gehen!“ Das Licht dieser Reklame ist so grell, dass alles andere überstrahlt wird. Und so dringt keine Kritik, keine Erschütterung und kein Zweifel in diesen Menschen ein.

Man kann den „treuen Zeugen Jehovas“ mit der Nase auf einen Skandal stoßen, man kann vernünftig und ruhig mit ihm darüber sprechen, man kann ihn an seiner Ehre als Christ packen und auf sein Gewissen und die Bibel verweisen – es hilft nichts! Unerschütterlich wird er mantraartig wiederholen, dass er der Organsiation und Jehova treu bleiben wolle.

Und man wird beobachten, wie er auch noch stolz darauf sein wird, wenn er auf seinem Standpunkt beharrt, die Augen verschließt, sein Gewissen einlullt, Ausreden findet und meint, Gott einen guten Dienst damit zu erweisen. Er wird stolz darauf sein, die Treue zur Organisation nicht gebrochen zu haben.

Und dabei spielen, so sonderbar es mir immer vorgekommen ist, moralisch-sittliche Erwägungen keine Rolle, denn die Organisation macht angeblich keine Fehler! Was ist das? Ist dies die Unvernunft, von der Jesus in Mark. 7:22 sprach?

Lauert im Hintergrund etwa die Angst davor, mit dem Annehmen von Kritik sich selbst infrage zu stellen und sich eventuell als Mitschuldiger zu fühlen? Ist es die Furcht vor der Einsicht, dass man betrogen worden ist und man sich hat betrügen lassen? Dann ist es wohl eher die Angst vor der Wahrheit und ein Mangel an Wahrheits– und Gerechtigkeitsliebe. Dann ist die eigene Person mehr wert als die Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes. Dann hat man natürlich eine furchtbare Angst vor dem Verlust seiner geliehenen Identität!

Die Angst vor dem Verlust wird gewollt erzeugt

Ich möchte behaupten, dass dieser gefürchtete Verlust von der Führung gut kalkuliert ist. Man weiß aus vielen Erfahrungen, dass ein Verlust an persönlicher Identität bei den Zeugen Jehovas zu Depressionen, psychosomatischen Erkrankungen, auch zum Suizid führen kann.  Trotzdem – oder gerade deshalb – ist der Gemeinschaftsentzug im Laufe der Jahrzehnte ein immer stärkeres Mittel in der Hand der Organisation geworden, um alle Mitglieder „auf Spur zu halten“. Er ist ein Machtinstrument in den Händen machtgieriger Menschen geworden und hat nur scheinbar mit „liebevoller Zucht“ zu tun. Mit der Androhung des Gemeinschaftsentzuges erpresst man alle, auch jene, die sich nicht genau daran halten und es doch wagen, mit „Abtrünnigen“ zu sprechen oder sie zu grüßen.

Was ist das für eine Religionsgemeinschaft, die ihre Mitglieder erpressen muss, damit sie ihr gehorchen und bei ihr bleiben? Man redet den Mitgliedern ein, dass man Gott gehorchen müsse – und das wollen Christen ja auch – und der Organisation, weil sie „Gottes Sprachrohr“ sei. Es wird doch tatsächlich blinder Gehorsam gefordert. Damit hat man sich sternenweit vom Geist des Christentums entfernt, denn die Bibel fordert den Gehorsam, der auf Einsicht, Verantwortung und Respekt vor Gottes Wort, und auf die Liebe zu Gott und den Mitmenschen gebaut ist!

Warum kann ein normaler Zeuge das nicht sehen? Er kann es nicht sehen, weil er zuerst in der Bibel nicht so richtig Bescheid weiß. Er kennt zwar viele Bibelstellen, die praktisch zum Argumentieren sind, aber für sich allein doch nur Schlagzeilen darstellen. Es fehlt häufig am Verständnis des Textzusammenhangs und damit am Verstehen grundlegender biblischer Aussagen. Der durchschnittliche Zeuge Jehovas hat sich daran gewöhnt, nicht wirklich über Bibeltexte nachzudenken, um den tiefen Sinn zu erkennen.

Ein banales Beispiel: In Amos 8:11 steht:

„Seht, es kommen Tage, <spricht Jehowah> da schicke ich Hunger ins Land. Es ist nicht der Hunger nach Brot, es ist kein Durst nach Wasser, sondern sie lechzen nach den Worten Jehowahs.“ Damit lässt man es bewenden, um anschließend zu sagen: „Jehova schickt den Menschen einen Hunger nach seinem Wort und wir können ihn durch unser Predigen stillen!“

Und was sagen nun die nächsten Verse?

Deshalb sind auch viele ehrlich gemeinte Worte umsonst. Sie können im Allgemeinen nichts ausrichten, weil es am Bibelverständnis fehlt, weil es an Ehrlichkeit mangelt, und weil die eigene Gerechtigkeit schwerer wiegt, als die Gerechtigkeit Gottes, und weil die Angst vor einer Identitätskrise eine Einsicht wirkungsvoll verhindert.

Aber damit ist auch ein Problem deutlich geworden: Es besteht darin, dass bei so manchen Zeugen Jehovas die Nähe zu Gott fehlt! Auch Jesus Christus führt in ihrem geistigen Leben ein Schattendasein.  Und weil so vielen diese Nähe zu Gott und Jesus fremd ist, geraten sie in eine Identitätskrise, die sie wie die Pest fürchten.

Natürlich habe ich unter den Zeugen auch andere Menschen kennengelernt. Zuerst ist an ihnen eine gewisse, gesunde Ichstärke zu beobachten. Und dann merkt man auch, dass sie die Anordnungen und Androhungen der Organisation nicht so todernst nehmen, wie es erwartet wird. Sie orientieren sich lieber an der Liebe als an Vorschriften, an Vernunft eher, als an sinnlosen Anordnungen, am Geist der Bibel eher, als am Ungeist des Wachtturms.

Das tun sie leger und freundlich, weil sie die Nähe zu Gott erfahren haben und alles, was mit der Organisation zu tun hat, als vielleicht hilfreiches Beiwerk sehen, das sie nutzen können, um ihr eigenes Glaubensleben zu leben. Sie kämen nicht auf die Idee, die Organisation zum Götzen zu erheben. Im Mittelpunkt ihres Lebens stehen Gott und sein Sohn. Diesen Platz überlassen sie eben nicht der Organsiation! Sie haben ihre eigentliche Heimat bei Gott!

Aus ihren Reihen stammen zum größten Teil jene, die sich von der Gemeinschaft zurückziehen, die sich als „Aufgewachte“ sehen und froh sind, das christlich verbrämte Unrecht der Organsiation ganz hinter sich zu lassen. Eine Identitätskrise ist bei ihnen nicht zu erkennen, höchstens die Trauer um den Verlust von ehemaligen Freunden, die sie nach dem Ausscheiden auch nicht mehr grüßen dürfen. Die dann eintretende Einsamkeit überwinden sie leichter, weil sie Gott „sehen“! Sie sind sogar glücklich darüber, weil sie durch ihre Entscheidung für Gott und Christus eingetreten sind.

Und Jesus Christus? Was tut er? Ich greife gern auf eine Begebenheit aus seinem Leben zurück. Da hatte er einen Blinden geheilt (Joh. 9:1-38), der voller Freude war und auch deutlich sagte, wer ihn geheilt hatte: „Jesus“.

Dieses Bekenntnis führte dazu, dass er aus der Synagoge ausgeschlossen wurde. Als Jesus davon erfahren hatte, suchte er ihn, fand ihn und fragte, ob er den Menschensohn kenne. Als der Geheilte fragte, wer der Menschensohn sei, war die einfache Antwort: „Er steht vor dir und spricht mit dir.“

Da war der Geheilte in seinem Glauben angekommen! Da folgte er voll Freude seinem Herrn. Und nun kann ich mir nicht vorstellen, dass der Menschensohn jemanden vergisst, der sich zu ihm bekannt hat, die Organisation verließ oder hinausgeworfen wurde. In der Offenbarung (3:20) sagt der Menschensohn: „Ich stehe an der Tür und klopfe an. Wenn jemand mir öffnet, werde ich mit ihm zu Abend essen.“

Der tiefe Sinn dieser Aussage besteht doch darin, dass Jesus mit seinen Jüngern eine enge Gemeinschaft pflegt; ein gemeinsames Essen ist eine Tischgemeinschaft, eine Gemeinschaft für das Leben. So handelt Jesus! So habe jedenfalls ich es erfahren und viele andere auch.

 

Und nur auf diese Weise kann man einer drohenden Identitätskrise entgehen: Man muss Gott wirklich kennen oder sehen, sich in seiner Nähe aufhalten und Jesus die Tür öffnen, damit man das Abendessen mit ihm einnehmen kann.

 

 

 

 

Mag ich nicht (15)

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123 Kommentare zu “Identitätskrise durch Gemeinschaftsentzug?

  1. Mario Enge

    @RoKo

    Hallo RoKo, ich hab dir ne email geschrieben. Ist die angekommen?

    Gruß

    Mario

  2. Meeris

    Petrus111, danke für deine aufschlussreichen Ausführungen.

    Danke auch an Boas und Zartbesaitet für die lieben Worte. Auch über die lieben E-Mails von Ulla und Omma habe ich mich sehr gefreut. Werde baldmöglichst antworten, aber da ich nur auf dem Handy Internet habe, dauert es immer etwas länger mit dem Tippen.

    Finde es sehr spannend eure Geschichten und Erfahrungen zu hören. Es zeigt, dass es nicht einfach ist, aber man es dennoch schaffen kann ausserhalb der Org ein neues, glückliches und christliches Leben zu führen. Es gibt einem wirklich Mut zu sehen, dass man nicht alleine ist.

    1. Meeris

      Liebe Stachelbeere

      Deinen Kommentar hatte ich irgendwie übersehen. Ja, kann dich gut verstehen, dass manche Punkte in der Versammlung zum Weglaufen sind. Manchmal ging ich auch gut gelaunt hin und frustriert heim. Das ist ein wirklicher sehr schöner Gedanke mit "fürchtet euch nicht", den Du angeführt hast. Mein Lieblingstext momentan ist Psalm 62:8 "Vertraut auf ihn zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht."

      Ein schönes Wochenende und Gottes Segen wünscht euch,

      Meeris

      1. Störtebeker

         

        Hallo Meeris,

         

        nun möchte auch ich dich noch hier bei BI-aktuell willkommen heißen.
        Zu: „Aber irgendwie fällt mir der Gedanke noch schwer, dass es ok ist nirgends dabei zu sein, denn wir sollen uns ja versammeln umso mehr wir den Tag herannahen sehen.“
        Ich denke M.N. hat dir dazu etwas konstruktives geschrieben, wie du ja auch schon bemerktest.

        Tatsache ist, dass die WTG-Vertreter nicht möchten, dass ein einfacher Zeuge Jehovas die

        spirituelle Erfahrung macht Gott zu kennen; sie wollen vielmehr, dass er glaubt, seine Rettung

        hänge davon ab, dass er Erkenntnis- "geistige Speise zur rechten Zeit"- aus den Publikationen der

        Gesellschaft in sich aufnimmt. Bedauerlicherweise ist das bei den meisten, oder ich möchte sagen

        bei all den anderen Religionen mehr oder weniger ähnlich.

        Innerhalb der sogenannten Christenheit gibt es etwa 40 000 verschiedene Denominationen. Eine davon die ZJ. Manche sind radikaler als andere aber eins haben sie alle gemeinsam, sie wollen Macht über andere ausüben. Entweder ist es Einer oder es ist eine Gruppe, die von sich behaupten wir sind näher an Gott dran, und wir wissen etwas, was ihr nicht wisst, deshalb, wenn ihr Gott gehorchen wollt, müsst ihr uns gehorchen. Es ist immer das gleiche Strickmuster.

        Deshalb ist meine Meinung, Religion braucht kein Mensch! Das ist jedenfalls meine Überzeugung. Natürlich ist es jedem selbst überlassen was er glaubt, macht und tut. Aber mir braucht mit Religion keiner mehr zu kommen. Religion und „freies Christsein“ sind zwei verschiedene Dinge.

        Wir brauchen unseren himmlischen Vater, den Sohn Gottes, Gottes Wort die Bibel (Sola Scriptura), und Gleichgesinnte.

        Wir sollten „freie Christen“ sein, und wenn schon „Zeugen“, dann natürlich „Zeugen Jesu“. Wir brauchen nicht organisiert sein, und keiner Religion angehören und sollten auch keine neue Religion gründen wollen. Deswegen brauchen wir auch keinen „Namen“ wir sind einfach „Christen“.
        Wir sind Gleichgesinnte. Wir können uns treffen, was viele von uns ja auch regelmäßig tun, einander besuchen, einander austauschen per Internet, Telefon u.s.w., wenn möglich einander besuchen wenn jemand krank ist.
        In kleinen Gruppen das Abendmahl feiern. Wir mache das seit einigen Jahren. Alle nehmen von den Symbolen. Es ist eine ganz andere Art das Abendmahl zu feiern, als wir es von den Zeugens kennen. Es ist wie bei den ersten Christen, sie kamen in Privathäusern zusammen, und das war eine ganz natürliche, entspannte Sache.
        Das kannst du alles in der Apostelgeschichte nachlesen. Sie hatten keine Kirchen, keinen Königreichssaal, keine Kongresshallen und keinen „Zähldienst“ und das ganze andere Brimborium wie du es bei den Kirchen und bei den ZJ vorfindest.
        Zum Schluss möchte ich nur noch sagen, ich betrachte uns als die eine Herde, die bemüht ist auf die Stimme des wahren Hirten zu hören (auf die Stimme von „Fremden, Dieben und Plünderern“ habe ich 35 Jahre gehört, jetzt nicht mehr). Wir sind das Volk das dem Christus vom Vater her übergeben wurde, von dem Jesus selber sagte: „...es ist bei meinem Vater nicht erwünscht, dass auch nur einer von diesen Kleinen verloren geht. Wir sind als Brüder Christi, als Leib des Christus, die Zweige, die mit dem wahren Weinstock Jesus Christus verbunden sind und die der Weingärtner, der Vater in liebevoller Weise reinigt, damit sie mehr Frucht tragen. Joh. 10:1-16, Matth. 18:14, Eph. 4:4, 1. Kor. 3.16, Joh. 15:1-5 u.s.w.
        Ich habe in den letzten 6 Jahren wesentlich mehr Freunde und echte Christen aus mehreren Ländern, darunter Länder wie USA, Polen, Österreich, Italien, und sogar Peru persönlich kennengelernt, als in den 35 Jahren bei den ZJ. Und dazu habe ich noch Kontakte übers Internet und Telefon, die ich aber bisher noch nicht persönlich getroffen habe. Und ich weiß, dass es sehr vielen hier so geht.
        Noch im Oktober diesen Jahres hatten wir ein Treffen mit 47 Personen. Solche Meetings sind schon viele durchgeführt worden, und werden immer wieder durchgeführt. Sie werden nicht offiziell über BI-aktuell organisiert, sondern privat. Wenn du die Möglichkeit hast bemühe dich Gleichgesinnte kennenzulernen. Über die Kontaktadressen ist das möglich. Ich es nur empfehlen. Für heute mag das erst einmal genügen.

        Grüße an dich und alle Gleichgesinnten
        von Störti

        1. Störtebeker

           
          Ich „kann“ es nur empfehlen sollte es heißen.

        2. Boas

          Lieber Störti,

          ich finde das ganz wichtige und schöne Gedanken von Dir. Was mir besonders gut gefallen hat: Wir sind Schafe (Christen) die sich gefunden haben. Bez. die unser Hirte gerufen und zusammengeführt hat und bilden dadurch eine Herde. Wir brauchen nicht organisiert zu werden unter dem Dachverband einer Kirche oder Religion. Wir brauchen keine Titel; Keine Macht; Kein Kirchenvermögen. Jesus ist unser Hirte und ER lenkt und führt uns.

          Und gibt es mal eine Meinungsverschiedenheit wie die Tage, wo das Gras denn grüner ist, so regeln wir das auf die von Jesus gewünschte Weiße in Liebe.

          LG Boas

        3. Meereswoge

          Liebe Meeris, nun denke ich, das Störti nicht der Letzte mit seinem Willkommensgruß ist, sondern ich das "Bummerl" habe. So sagt man glaube ich, in Süddeutschland als "Letzter".

          Sei auch von mir  herzlich Willkommen. Auch ich darf hier durch die vielen lieben Kommentare immer wieder die Liebe und Zusammengehörigkeit fühlen.

          Weißt Du liebe Meeris, Dich belastet das Doppelleben sehr. Eine Schwester schrieb mal in ihrem Kommentar, das sie es nicht so als Doppelleben empfindet. Da wir ja nicht unseren Schöpfer und unseren Herrn Jesus verlassen haben. Die ZJ lieben ja auch Gott und Jesus und das sah sie als Grundlage. Das half mir persönlich, mich nicht als Heuchler zu fühlen.

          Ich kann mich noch daran erinnern, das wir früher im PD Wert darauf legten christliche ZJ  genannt zu zu werden und sogar die Leute verbesserten. Ich weiß nicht, wann diese Bezeichnung abhanden gekommen ist.

          Sei Dir bitte ganz sicher, wann und wie Du die Zeugen verlassen willst. Jesus sagte, wer einen Turm bauen will, soll die Kosten berechnen. Durch die vielen Kommentare versteht man erst, was da so auf jeden zukommt, der seine, oft Jahrzehnte lange "Heimat" verläßt. Manchmal ist auch erstmal ein "nicht mehr kommen", ein Anfang des Weggangs, um neue Kontakte und Freundschaften zu knüpfen, um nicht allein zu sein.

          Bespricht den neuen Weg mit unseren Höchsten, das Du Sicherheit bekommst und setze Dich bitte nicht selbst unter Druck.

          Von Herzen wünsche ich Dir den Segen unserer Höchsten und ihren Frieden

          In Liebe verbunden....??Meereswoge

  3. Meeris

    Meeris@Omma

    Vielen Dank für die Mühe.

    Der Kommentar von M.N. ist in der Tat sehr interessant. Muss ich mir am Wochenende nochmals in Ruhe anschauen und darüber nachsinnen.

    http://www.bruderinfo-aktuell.org/index.php/liebesentzug-eine-zuchtmassnahme-jehovas-oder-doch-emotionale-erpressung/#comment-37494

  4. Meeris

    Danke euch allen für das herzliche Willkommen heissen und für die lieben Kommentare.

    @Ulla: Werde mich gerne einmal bei dir melden. Vielen Dank für den Tipp mit dem Bibelserver. Diese Seite benutze ich oft und hatte dabei wie ihr feststellen müssen, dass gewisse Bibeltexte nur bei der NWÜ anders sind...

    @Ede: Ich muss für mich den Schritt mit dem offiziellen Austritt wagen, denn jeglicher kleiner Kontakt mit den Brüdern bringt mich mittlerweile emotional durcheinander. Ich kann ja doch nicht mit ihnen offen sprechen und das bisschen Whatsapp schreiben oder einmal im Jahr ein Treffen ist für mich nur "oberflächlich" und soll lediglich dazu dienen mich zu ermuntern in die Org zurück zu kommen. Es fühlt sich für mich wie ein Doppelleben an, weil ich weiss, dass keiner überhaupt noch mit mir Schreiben würde, wenn sie von meinen Recherchen und Meinung über die Org wüssten. Ich möchte in allen Dingen aufrichtig sein und muss daher so schmerzhaft es ist diese Leute zurück lassen. Im Herzen werden sie jedoch immer bleiben.

    @Roko: Danke für den Hinweis mit dem E-Mail Account, werde ich mir mal bei Gelegenheit ansehen.

    @Omma: Werde mich gerne bei dir melden. Wegen der Schwester muss ich fairerweise dazu sagen, dass sie wirklich sehr viel für mich getan hat. Das ich heute noch lebe und mich nicht unter den Zug geschmissen habe verdanke ich unter anderem ihr und dafür bleibe ich ihr auch ewig dankbar. Ich weiss dass sie es mit ihrer Reaktion nur gut gemeint hat und denkt diese "liebevolle" Zurechtweisung wäre von Gott gewollt und dass sie mir damit hilft meine Einstellung zu überdenken. Sie hat sich nach längerer Zeit auch ab und zu dann allerdings sehr kurzgebunden via Whatsapp gemeldet und einmal hatten wir uns seither auch mal wieder getroffen, dabei habe ich dann natürlich extrem darauf geachtet, was ich sage. Ich glaube sie wollte sehen ob eine Änderung spürbar ist. Seit ich aber für mich den Entschluss des Ausstiegs gefasst habe, habe ich mich auf keine weiteren Treffen mit Brüdern eingelassen, da diese Beziehungen ohnehin keine Zukunft mehr haben und es den Kontaktabbruch dann für beide Seiten nur noch schwerer macht als es ohnehin schon ist. Ich liebe meine baldigen Exbrüder nach wie vor und möchte ihre Denkweise respektieren. Sie wissen es ja nicht besser und ich hätte früher durch die Indoktrination genauso gehandelt. Ich möchte für mich einfach loslassen können ohne Groll gegen die Org. Aber es ist ganz schön schwierig die WT-Brille vollständig loszuwerden.

    Ich wünsche euch einen schönen Abend,

    Meeris

    1. Ede an Meeris

      Guten Morgen Meeris

      Es fühlt sich für mich wie ein Doppelleben an, ...

      Das ist verständlich. Woher kommt dieses Gefühl? Es kommt daher, dass du noch im alten Denken, das dir die Organisation vermittelt hat, nämlich die Zeugen Jehovas als Gottes Volk und die anderen da draußen, verhaftet bist.

      Wie wäre es mit ... du und Jehova bzw. Jesus und die anderen da draußen? Dann spielt es keine Rolle mehr, ob Zeugen Jehovas mit ihren Lehren, die beiden großen christlichen Kirchen mit ihrer Trinitätslehre, die Adventisten mit ihren Bräuchen aus dem mosaischen Gesetz und die Moslems, die Juden ... es kommt allein auf dich und dein Verhältnis zu Gott an.

      Ede

    2. Petrus111

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      Hallo Merris,
      Du hast viele gute Hinweise erhalten; hier meine Tipps für Dich:
      a)    Mein Lebenslauf und meine Karriere - vom Glaubensstatus, Aktivitäten etc. waren ähnlich wie bei Dir - ich kann das alles gut nachvollziehen.
      b)    Auch ich habe wenig Familie, viele Bekannte und Freunde außerhalb der Versammlung - auch das kann ich also gut nachvollziehen.
      c)    Deine Strategie für den Ausstieg ist sehr gut - dafür brauchst Du keine Hinweise. Gehe davon aus, dass die Ächtung von Seiten der JZ schon umfänglich sein wird. - Rede mit Deinem Arbeitskollegen offen und sage ihm, was Du vorhast - und frage ihn, wie er damit umgehen wird. Suche auch da dann einen für Dich gangbaren Weg…
      d)    Nun aber zu etwas, was in den Kommentaren an Dich bislang so nicht benannt wurde: Du bist ein gläubiger Mensch, der seinen Glaubensweg weiter gehen möchte.
      Es gibt keine Religionsgemeinschaft, die den umfänglich wahren Glauben hat.
      Was JZ aber von anderen Religionsgemeinschaften unterscheidet, ist folgendes:
      Sie sind fundamentalistisch und sie sind in ihren Strukturen totalitär. Das betrifft die Organisation.
      Was den Glauben betrifft, unterscheidet sie von anderen Gemeinschaften, dass sie eine Werksgerechtigkeit predigen: man erlangt Rettung durch Taten - und zwar Taten für (Gott?!) die Org.
      Es ist ja nicht so, dass man „einmal gerettet - immer gerettet“ ist; und es ist auch nicht so, dass man lustig sündigen kann und das Opfer des Erlösers auf diese Weise mit Füßen treten kann, ohne dass dies von Gott (negativ) gewürdigt wird. Wohl aber ist es so, dass es vorsätzliche und fahrlässige Sünden gibt, dass es fortgesetzte und einmalige Fehltritte gibt und dass man sich gar nicht, ein bisschen oder völlig in seinem Lebensweg als Christ zeigen kann. Das ist aber auch schon alles.
      Will sagen: als konditionierter JZ hat(te) man ein schlechtes Gewissen, wenn man nicht genug im Sinne der Org getan hat. DAVON muss man sich völlig lösen - und auch diesen Prozeß hast Du ja schon weit gebracht: Du hast die Selbsterfahrung gemacht, dass Du in Abwesenheit von JZ Deinem Gott näher kommen kannst, bist Du aber den JZ ausgesetzt, entfernt Dich das von Deinem Erlöser.
      Du musst bitte völlig verstehen, dass die fundamentalistische unspirituelle Werksgerechtigkeit bei JZ theologischer Unsinn ist. Gott erwartet von den Menschen - und Jesus erwartet von seinen Nachfolgern, dass sie christlich leben - nicht dass sie alle selber Christus sind.
      Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst - und liebe Gott. Das ist alles. Werke der Nächstenliebe - dort, wo Dich das Leben hinstellt, sind alles, was Gott wünscht - und das man an ihn glaubt.

      Gott offenbart sich durch seine Schöpfung, durch den Erlöser, durch seinen wirkenden Geist. Wie sich Gott Dir offenbart, so ist er für Dich - und das ist dann zwischen Dir und Gott in Ordnung. Gläubige Menschen müssen nicht in ihren definitiven theologischen Überzeugungen übereinstimmen, um sich gegenseitig als Christen anzuerkennen. Kirche(n) bieten eine Organisationsstruktur, in der sich Gläubige zusammenfinden können - es bleibt aber Raum für den individuellen Glauben, für die höchstpersönliche Gottvorstellung und Gott-Erfahrung. Das ist in Ordnung, das darf so sein und das muss so sein, weil jeder Mensch ein anderes Empfinden hat. Kalt und warm sind keine absoluten (Wahrheits-)Begriffe, sie sind für jeden eine individuelle Wahrheit. Wenn mir kalt ist, so ist das für mich wahr. Bei gleicher Temperatur (die physische Angabe der Temperatur ist eine Wahrheit) kann es Dir warm und angenehm sein - das ist dann für Dich wahr.
      JZ haben einen absolutistischen Anspruch in Bezug auf die Bibel, in Bezug auf die Gottesvorstellung und Gottes-Wahrnehmung. Das ist materiell, nicht spirituell. DAS muss man einmal verstehen und akzeptieren, dann findet man auch zu (seinem) wahren Glauben - jedoch nicht zur allumfassenden Wahrheit, die für alle gleich gültig ist. Nicht über Werksgerechtigkeit, nicht über Taten für die Org, die angeblich Gott vertritt, sondern über christliche Spiritualität mit und aufgrund des Wortes Gottes kommt man Gott näher - und nur so kommt auch Gott einem näher.
      Für Deine (demnächst) ehemaligen Glaubensbrüder kannst Du nichts tun - sie müssen das oben gesagte selbst verstehen und für sich anwenden/realisieren… und wenn sie Dich meiden wollen, dann verlieren sie sehr viel - …
      Mich hat ein „guter Kumpel“ mal gefragt: wieso will man in einem Verein bleiben, der einen nicht mehr will?! Das war für mich eine Schlüsselbemerkung, die mir sehr geholfen hat, mich emotional und gedanklich abzunabeln. Ich lese und schreibe in diesem Forum, um denen zu helfen, die in diesem Prozeß sind und Hilfe brauchen und suchen. Du findest mich bei den Kontakten im norddeutschen Raum mit meiner kryptischen E-Mail-adresse. Schreib mich gerne an, wenn Du Dich persönlich austauschen möchtest.
      beste Grüße

      Petrus111

      1. Meeris

        Vielen Dank Petrus111, das klingt für mich alles sehr schlüssig und sehe ich im Prinzip auch so. Aber irgendwie fällt mir der Gedanke noch schwer, dass es ok ist nirgends dabei zu sein, denn wir sollen uns ja versammeln umso mehr wir den Tag herannahen sehen. Die ersten Christen hatten ja auch Zusammenkünfte, Dienstämter, etc. Aber wie du sagst ist in keiner Gruppierung die absolute Wahrheit zu finden und man kann wahrscheinlich auch nirgends dabei sein ohne hinter allen Glaubensätzen der Gemeinde zu stehen, sonst heisst es man verursacht Spaltungen.

        @Tommy und Ede, ja da habt ihr recht, es braucht Zeit. Das Denken der Org sitzt in manchen Bereichen leider noch fest und kostet viel Mühe das vollständig los zu werden. 🙁

        1. Omma@Meeris

          Liebe Meeris,

          ich möchte dir gern zu diesem Thema, noch einmal den Kommentar von "M.N." ans Herz legen

           

          http://www.bruderinfo-aktuell.org/index.php/liebesentzug-eine-zuchtmassnahme-jehovas-oder-doch-emotionale-erpressung/#comment-37494

           

          Ich hoffe, ich habe den richtigen erwischt, denn ich musste ganz schön zurückblättern.

          Ganz liebe Grüße von Omma und Oppa

        2. Omma@Meeris

          Liebe Meereis,

          hier noch einmal die Omma.  Ich glaube, der Link lässt sich nicht öffnen, daher sicherheitshalber hier noch einmal mit Datum, wann der Kommentar erschienen ist.

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          http://www.bruderinfo-aktuell.org/index.php/liebesentzug-eine-zuchtmassnahme-jehovas-oder-doch-emotionale-erpressung/#comment-37494
          05. Dez, 05:10

        3. Stachelbeere

          Liebe Meeris,

          Nun möchte ich dich auch endlich mit einer herzlichen Umarmung hier bei BI begrüßen. Es ist schön von dir und deinen Empfindungen zu lesen.

          Uns ( meinem Mann und mir) geht es in vielen Dingen zur Zeit genauso wie dir. Auch wir haben noch keinen endgültigen Schlussstrich unter JW.ORG gezogen. Du hast das Doppelleben angesprochen und das man zu den Brüdern oft  nicht aufrichtig sein kann, weil man anders denkt,man fühlt sich dann ohne Grund schlecht oder schuldig,  Das ist für uns auch sehr belastend. Wir haben auch liebevolle, ehrliche, freudige Freunde, aber das Bewusstsein, das sie sich alle abwenden würden, wenn sie wüssten, wie wir denken, das tut schon sehr weh. Dabei ist man doch der gleiche Mensch, nur auf der Suche, Gott unserem Vater und seinem großen Sohn näher zu kommen. Aber das was in der Versammlung gelehrt wird, hat nicht mehr viel mit Gottes gütiger Liebe und Barmherzigkeit zu tun, das ist fast nur noch zum Weglaufen. Wie viele liebe Mitschreiber schon erwähnt haben, braucht es Zeit und viel Geduld diesen endgültigen Schritt zu gehen. Einfach gesagt,schwer gemacht...

          Vor kurzem habe ich im Fernsehen die letzten Minuten einer Sendung gesehen, bei der es um christlichen Glauben ging. Ganz zum Schluss sagte der Reporter: " Das Evangelium lässt sich mit 3 Worten zusammenfassen: 'Fürchtet euch nicht!'" Mich hat das innerlich tief berührt, erbaut. So möchte ich dir, liebe Meeris, allen Mitlesern hier und auch mir mit der liebevollen Aufforderung unseres Herrn Jesu Christi Mut machen, egal was noch kommt: " Fürchtet euch nicht!"

          Herzliche Grüße

          Stachelbeere

        4. Petrus111

          Hallo Merris,

          du hast in meinem Kommentar so vieles missverstanden, dass ich darauf noch mal eingehen muss:

          Aber irgendwie fällt mir der Gedanke noch schwer, dass es ok ist nirgends dabei zu sein, denn wir sollen uns ja versammeln umso mehr wir den Tag herannahen sehen.

          Ich habe nicht gesagt, dass "man nirgends dabei sein soll". Es gibt heute viele christlich orientierte Religionsgemeinschaften und auch unorganisierte Christen, die sich in Hauskreisen treffen etc. Ich sage auch nicht, dass bei JZ "alles falsch" ist. Ich sage folgendes: JZ sind fundamentalistisch und sie sind materialistisch im Gegensatz zu "spirituell". Ihre Hoffnung ist materieller fleischlicher Natur - nicht spiritueller Natur. Ihr Glaube ist gegenständlich, nicht geistig und geistlich. Ich meine aber, dass die Hoffnung, die die Bibel vermittelt, eine spirituelle ist, zu der man zu geistiger Erhebung in der Lage sein muss, sonst kann man diese Hoffnung nicht erfassen. Es geht bei der Hoffnung, die Gott den sündigen Menschen gibt, eben nicht um das Häuschen im Grünen und ewigwährendem irdischen Tralala - in einer - logisch - vollkommenen ewigen irdischen Welt, in der es zwar keinen Tod, dafür aber auch keine Geburt mehr gibt.

          Man kann sich ohne weiteres einer anderen (Religions-)Gemeinschaft anschließen - und man muss nicht mit allem übereinstimmen, weil die meisten Gemeinschaften das auch nicht verlangen. Zum einen wird eine Diskussion und eine eigene spirituelle Entwicklung zugelassen, zum zweiten wird vielfach nur ein Grundkonsens vorausgesetzt - und vielfach nicht mal das. Religion soll geben, nicht nehmen und verlangen. Die Gemeinschaft ist für die Mitglieder da - nicht umgekehrt.

          Die ersten Christen hatten ja auch Zusammenkünfte, Dienstämter, etc.

          STOPP. - Hebräer 10:25+26  - sind nicht Teil der 10 Gebote. Und wir sind nicht die ersten Christen. Es handelt sich um eine Feststellung von Paulus an die Hebräer, die damals ihre Berechtigung hatte und über die wir heute gerne sprechen können, um darüber zu diskutieren und zu fragen: was bedeutet das heute für mich.

          Methode JZ: weil die ersten Christen es taten, müssen wir es genauso tun. Weil die ersten Christen es nicht taten, ist es unchristlich; insbesondere, wenn es aber irgendwelche Nichtchristen taten...
          Das ist aber keine zulässige Argumentation.

          Aber wie du sagst ist in keiner Gruppierung die absolute Wahrheit zu finden und man kann wahrscheinlich auch nirgends dabei sein ohne hinter allen Glaubensätzen der Gemeinde zu stehen, sonst heisst es man verursacht Spaltungen.

          Doch, kann man! Man darf und muss seinen Glauben und seine Auffassungen täglich hinterfragen, vor neuen Situationen neu interpretieren. Heute gibt es Dinge, die es früher nicht gab. Diese Dinge muss man in den Kontext des Geistes der heiligen Schrift bringen. Und wo liegt dann die Wahrheit, das Richtige, das Gute?! Niemand weiß es - und doch muss man weiterleben - mit diesem Neuen und den vielen Fragen, die sich daraus ergeben.

          Das Leben besteht aus so vielen Elementen, die auch teilweise Zielkonflikte darstellen - und jeden Tag muss man neu entscheiden, wie man damit umgeht.

          JZ erklären: sie hätten "die Wahrheit" ; sie "sind in der Wahrheit". Das ist ein Absolutheitsanspruch, den sie aber jeden Tag selbst durch ihre sich wandelnden Auffassungen in Frage stellen. Davon muss man sich lösen, um bei JZ rauszukommen.

          Fazit: man darf und kann sich anderen Gruppen anschließen - und man kann auch bei JZ bleiben. Für meine Begriffe haben JZ den christlichen Geist nicht nur nicht erfasst, sie widersprechen diesem täglich, indem sie die christliche Nächstenliebe ersetzt haben durch den Dienst in der Org, der angeblich das Größte ist, was man aus Nächstenliebe tun kann. In Wirklichkeit sind JZ verführt, der Org zu dienen und glauben, es wäre Gottesdienst und Nächstenliebe.

          Und da gibt's eben Gemeinschaften, die sich sowohl in der Spiritualität als auch in der gemeinschaftlichen Ausübung von Nächstenliebe deutlich näher am christlichen Geist bewegen als JZ - so meine ich.

          Hat das jetzt noch ein bisschen geholfen? Verstehst Du, was ich meine? Und: ja, wenn man bei JZ raus ist, muss man erst wieder laufen lernen....

          beste Grüße

          Petrus111

           

           

  5. ULLA

    Liebe Meeris,

    erst mal möcht ich dich hier herzlich willkommen heißen, ich lese und schreibe seit 2 Jahren hier auf BI mit. Wenn ich deinen zu Herzen gehenden Bericht so lese, dann kommen ständig innere Meldungen: "kenn ich", "war bei mir auch so" uä... Psychotherapeutische Hilfe hat mich immer wieder stabilisiert, durchzuhalten, was an Folgeschäden auftauchte.

    Ich stieß einst durch eine Frage zur Auferstehung, die ich googelte, auf BI.

    DU BIST NICHT ALLEIN mit deinen (berechtigten) Zweifeln und Überlegungen. Ich würde sagen du bist grade am AUFWACHEN!

    Wenn es dir ähnlich wie mir geht, dann hast du Zeiten, in denen du (ohne WTG-Brille) unendlich viele AHA Erlebnisse beim Bibellesen hast. Ich lese sehr gerne in der "Hoffnung für alle". Eine liebe Mitschreiberin, FOX, machte mich einst auf die Möglichkeit aufmerksam, den "Bibelserver" einzugoogeln, dann hast du in kurzer Zeit etliche andere Übersetzungen, mit denen du einen bestimmten Bibeltext vergleichen kannst....

    Du beginnst eine spannende Reise, die zwar hin und wieder durch ein Tal der Tränen, aber dann auch wieder über saftige Wiesen führt. Über das "Glossar" oder vergangene Artikel hier kannst du dich einlesen, in was du auch immer schon gerne tief schürfen wolltest.

    Ich wünsche dir aber auch die nötige innere Kraft und Ausgeglichenheit. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Unser Geist arbeitet oft im Schnellschritt und die Seele keucht ächzend hinterher, braucht mehr Zeit...

    Du kannst mich gerne anmailen, wenn du möchtest, da ich weit weg von dir lebe, in Nürnberg (Bayern):

    megan.moosbach@gmail.com

    Ich wünsche dir Mut zu Sprüche 18:15 "Ein kluger Mensch möchte sein Wissen vergrößern, darum läuft er mit offenen Augen und Ohren durch die Welt." HFA

    Unser lieber himmlischer Vater und sein Sohn Jesus Christus mögen dich weiterhin an die Hand nehmen und dich aufmuntern. Halt durch! Es lohnt sich, liebe Meeris!

    LG ULLA

  6. Meeris

    Hallo zusammen

    Ich lese schon seit einem Jahr mit und hege den Wunsch die Organisation zu verlassen.

    Kurz zu meiner Geschichte, ich bin in der sogenannten "Wahrheit" aufgewachsen, aber war nie die vorbildlichste Zeugin Jehovas, war selten vorbereitet und gab auch selten Kommentare. Dennoch machte ich von Zeit zu Zeit während den Ferien den Hilfspionierdienst, weil ich das "Richtige" tun wollte und ich glaube auch um die Anerkennung der Brüder und Schwestern zu erhalten. Ich habe allgemein viel Mobbing erfahren in meinem Leben und suchte daher vielleicht auch die Anerkennung der Versammlung. Ich fühlte mich aber immer nie wirklich gut genug und hatte oft ein schlechtes Gewissen. Selbstwertgefühl gleich Null. Gott spürte ich nicht, aber ich funktionierte. Hatte dann angefangen innerhalb der Organisation eine Fremdsprache zu erlernen, was mir auch Spass machte, aber ich merkte schnell, dass mein eigentliches Problem der fehlender Freude am Predigtdienst daran liegt, dass mein Glaube selbst nicht richtig vorhanden war und wenig Bibelkenntnis vorlag. Ich wurde depressiv mit starken suizidalen Gedanken. Eine Schwester hatte sich mir dann angenommen und mich zu einer Psychologin gebracht, wo ich dann mit einer Therapie angefangen hatte. Auch habe ich mit Reisen angefangen, was mir sehr gut tat. Jedoch dauerte es jeweils nicht lange nach den Reisen bis ich wieder in mein stoisches Funktionieren hereinkam. Irgendwann ging ich nicht mehr in den Predigtdienst, besuchte aber noch die Zusammenkünfte. Weil man es auf die Psyche schiebte hatte dies keinerlei Auswirkungen auf die Kontakte, aber unter den Brüdern hatte ich immer das Gefühl mich nicht öffnen zu können und nicht mich selbst sein zu können. Es fühlte sich wie ein Mienenfeld an, aufpassen was man sagt sonst geht die Miene hoch. Bei einer Kurzreise hatte ich dann mal die Liebe zu Gott spüren können und mich daraufhin entschlossen eine Versammlungsauszeit zu machen, um zu analysieren warum ich ausserhalb der Versammlung Gott spüren kann aber in der Versammlung nicht. Die Ältesten kamen dem Wunsch nach und liessen mich in Ruhe. Der Kontakt mit einzelnen in der Versammlung bestand zum Teil weiterhin bis ich mal ein paar harmlosere Kritik an der Organisation fallen liess und es eigentlich auch eher Fragen waren. Die Schwester mit der ich eine Zeit lang auch eine Art Therapie machte und ich dachte ihr kann ich offen sagen wie ich mich fühle, da sie meine ganze Geschichte der Vergangenheit kennt, gab mir dann in einer E-Mail zu verstehen, dass ich zwar inaktiv wäre, aber es deutlich spürbar sei, dass ich die Organisation verlassen würde und sie mich daher schon als Ausgeschlossen sieht. Ich bin in ein totales psychisches Loch gefallen, da sich dann daraufhin auch die andere gemeinsame "Freundin" fast ganz von mir zurück gezogen hatte. Ich hatte dann aus Angst vor einem Ausschluss im Internet geforscht wie andere mit dem Ausschluss umgingen und bin dann unter anderem auf die Seite von Bruderinfo gestossen, wo alles seinen Lauf nahm. Ich habe viel gelesen und auch mal die Bibeln verglichen. Mir wurde immer klarer dass mein Gefühl nicht trügt und an den Sachen, die ich in der Versammlung wahrgenommen habe etwas dran ist. Als ich funktionierte respektive noch zur Versammlung ging aber gar kein richtiges Verhältnis zu Gott hatte hatten die Brüder zu mir normal Kontakt und als ich eine Auszeit machte um meinen Glauben aufrichtig zu prüfen nahmen viele Abstand obwohl mein Lebensstil nicht anders ist als zuvor. Dies liess mich erkennen, dass es schon Sektenstrukturen hat. All die Informationen Australian Royal Commission, Annabell Puppe, etc. taten dann das übrige. Ich bin kurz davor den Ausstiegsbrief abzugeben, aber leide schon sehr darunter, denn ich mochte die Brüder wirklich. Einzelne versuchen hier und da im Whatsapp mal zu zeigen, dass sie an mich denken oder möchten sich sehr selten mal treffen, aber wenn man ehrlich ist, ist es nur ein Versuch mich zurück zu gewinnen. Würde ich meine Meinung offen kundtun wäre sofort funkstille.

    Nun bin ich in einer Glaubenskrise, denn ich weiss nicht was Gott jetzt eigentlich wirklich von mir möchte bzw. was wirklich wahr ist. Wenn ich versuche für mich selbst in der Bibel zu lesen verstehe ich vieles nicht bzw. die Zusammenhänge. Auch hier bei Bruderinfo gehen die Ansichten teilweise auseinander. Wo also kann man wirklich die Wahrheit finden, ist das für uns Menschen überhaupt möglich? Gibt es im süddeutschen Raum nahe schweizer Grenze irgendwelche Hausbibelkreise, wo man sich anschliessen könnte? Wäre an neuen biblischen Kontakten interessiert, jedoch möchte ich meine E-Mail Adresse nicht öffentlich zugänglich machen, da ich den Ausstiegszeitpunkt selbst wählen möchte. Aber eure Erfahrungen in Bezug auf die Bewältigung des Ausstiegs also z.B. wie man auch nachher im Denken von der Orgstruktur frei werden kann und Umgang mit der Ächtung könnte in dieser Situation schon ermutigend sein. Ich habe zum Glück auch ausserhalb schon gute langjährige Freundschaften (leider aber nicht Bibelinteressiert) und nur ein Familienmitglied bei den Zeugen, das aber auch mitaussteigen wird. So gesehen muss ich "nur" den Verlust der Gemeinschaft verkraften und nicht den Verlust der Familie. Allerdings arbeite ich noch mit einem Bruder in einem kleinen Team. Der weiss zwar alles und auch meine Ausstiegspläne scheint mich aber bisher nicht verpetzt zu haben.

    Sorry, das ganze ist jetzt ganz schön lange geworden, aber es tat gut es sich einmal alles von der Seele zu schreiben.

    Viele Grüsse,

    Meeris

    1. Ella

      Liebe Meeris,

      ich möchte Dir ein von Herzen kommendes Hallo senden und dir Danke sagen, dass Du Dich hier so mutig mit Deiner Geschichte, Deiner Unsicherheit und Deinen Zweifeln zeigst.

      Und mit all diesen Dingen, die in Dir sind, möchte ich Dich willkommen heißen.

      Du bist auf dem Weg und hast bereits viele Erkenntnisse und Erfahrungen gewonnen und bist dabei auszusortieren, was in das neue ungewohnte hineinpasst und das andere legst Du weg, manches kommt direkt in den Müll, anderes holst Du vielleicht nochmal hervor und prüfst es, immer in dem Dir eigenen Tempo, kannst hier auf dem Portal stöbern oder bei den Kommentaren Deine Fragen oder auch Deine ganz persönliche Meinung äußern.

      Und das Wichtigste ist Dir schon begegnet, ganz persönliche Erfahrungen mit unserem Schöpfer.

      Er wird Dir auch helfen, Deine Schmerzen bezüglich der menschlichen Enttäuschungen zu heilen und neue authentische Beziehungen zu entwickeln, die Dich auch lieben, wenn Du eine andere Meinung äußerst.

      Vielleicht hast Du meine Diskussion mit Opa Klaus ja mitbekommen und ich muss wirklich schmunzeln, wie oft Du von "Spüren" sprichst. Das ist genau das, was ich zu sagen versuchte.

      Leider bin ich zu weit von Dir entfernt, um persönlich in Kontakt zu treten, aber vielleicht gibt es ja jemanden, der näher wohnt.

      Viele liebe Grüße von

      Ella

      1. Boas

        Liebe Meeris,

        auch von mir eine herzliche Umarmung aus der Ferne. Da musste ich unter den vielen Kommentaren an Dich schon richtig suchen, um Deine Lebensgeschichte zu finden.

        Ist das nicht richtig toll, hier sein Herz ausschütten zu können, ohne gleich Kritik einstecken zu müssen? Und wie viele dich hier bereits vor Tagen Willkommen geheißen haben? Ich bin von den Geschwistern, die hier schreiben, hin und weg. Und zwar wegen ihrer Liebe. Das ist z. B. eine Antwort, was Gott von uns Menschen erwartet.

        Glauben kann ich Dir leider nicht geben. Denn Glauben ist etwas, was man nicht sehen kann. Manche können ihn spüren. Und er kann auch wachsen oder schrumpfen. Und nicht von allen wird von Seiten Gottes das gleiche Maß erwartet, wie es Lukas 12:48b verdeutlicht:

        "... und wen man über vieles setzt, von dem wird man mehr als das Übliche verlangen."

        Also gibt es das Übliche. Und zum Üblichen dazuzuzählen ist keine Schande. Was den Glauben betrifft, er wird irgendwann weggetan, wenn man die Erfüllung des Glaubens gesehen hat. Oder sollte ich eher die "Zerstreuung des Zweifels" sagen. Was aber für immer bleibt, ist die Liebe.

        Was macht einen Christen wirklich aus? Ist es ein umfangreiches Wissen der Bibel? Jede Prophezeiung deuten zu können? Einer der "einigen Evangeliumsverkündiger" zu sein, die es auch im ersten Jahrhundert gab? Für was war Dorkas bekannt? Dafür das sie alle paar Monate HiPi war? Oder war es ein möglichst klares Verständnis von so genannten Grundlehren der Bibel? (Man sehe sich auf JW.ORG mal die lange Liste der ehemals richtigen Verständnisse der Bibel an, die sich als falsch herausgestellt haben. Und die Liste ist mit Nichten vollständig.)

        Was macht einen Christen wirklich aus? Woran wird man Jesu Nachfolger erkennen. Daran, dass sie Menschen wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, wenn sie Fragen haben?

        Auf Dich kommt bestimmt noch eine wunderbare schöne Zukunft zu. Voller Selbstwertgefühl und viel Lachen und Freude. Sei herzlich von mir Willkommen geheißen.

        Boas

    2. Ede an Meeris

      Guten Morgen Meeris

      Herzlich willkommen auf BruderInfo

      Würde ich meine Meinung offen kundtun wäre sofort funkstille.

      Du kannst dir hier alles von der Seele reden, wie der „Schnabel“ dir gewachsen ist. Dafür wird dich hier keiner kritisieren.

      Ich bin kurz davor den Ausstiegsbrief abzugeben, aber leide schon sehr darunter, denn ich mochte die Brüder wirklich.

      Das verstehe ich gut. Anderen (ehemaligen) Brüder ergeht es ebenso. Lass dich deshalb nicht drängen. So lange du noch Mitglied dieser Glaubensgemeinschaft bist, dürfen die Brüder mit dir reden und du erhältst dir damit deine Kontakte, die dir lieb geworden sind.

      Nun bin ich in einer Glaubenskrise, denn ich weiss nicht was Gott jetzt eigentlich wirklich von mir möchte bzw. was wirklich wahr ist. Wenn ich versuche für mich selbst in der Bibel zu lesen verstehe ich vieles nicht bzw. die Zusammenhänge.

      Das erging mir und anderen ebenso. Wenn du Zeit hast lies in Ruhe die Bibel. Du wirst die Dinge beim Lesen besser verstehen. Verstehst du etwas nicht, kannst du hier nachfragen.

      Bau dir ein persönliches Verhältnis zu Gott auf, das dir keiner zerstören kann. Jehova und Jesus werden dich nie enttäuschen. Sie sind großartig und wunderbar und werden dir alle Dinge sagen, die du wissen musst.

      Ede

      1. Mario Enge

        @Ede

        Hallo Ede, du sagst zu Meeris: "Jehova und Jesus werden dich nie enttäuschen."

        Meinst du nicht auch, das der Gott der sich bei den Wachtturmleuten Jehova nennt, eindeutig nicht unser himmlischer Vater ist? Ich habe 13 Jahre diesen Gott angebetet, dieser Gott hat mich von Jesus Christus entfernt!

        Ich kann mir vorstellen das du keinen falschen Gott meinst aber Jehova kann jeder sein.

        Dieser Gott, der den Namen unseres himmlischen Vater missbraucht, ist auch großartig und wunderbar und lässt auch viele Dinge erzählen die man meiner Meinung nach, nicht wissen muss und die zur (Ent) Täuschung beitragen!

        Der wahre Gott sagt, wir sollen falsche Götter noch nicht mal erwähnen!

        Glaubst du, Jehova ist der wahre Gott?

        Gruß, Mario

        1. RoKo an Mario

          Lieber Mario, M.N. hat einen Kommentar hinterlassen, der auch Deinen Fragen Antworten gibt.

          http://www.bruderinfo-aktuell.org/index.php/identitaetskrise-durch-gemeinschaftsentzug/#comment-37667

          kurz: JHWH hat seinen Sohn als einzigen Mittler (als DEN Mittler) eingesetzt, damit wir Menschen zum Vater gelangen können. Meines Erachten derzeit nicht, aber künftig zurückgeführt zum vollkommenen Zustand. So auch die Textstelle. Gott wird denen ein Belohner, die ihn [ernsthaft] suchen. Heb 11:6. Er wird. Zeitform: Futur

          Die WTG nennt sich selbst und die LK, sie würde auch zu Gott führen. Wenn man der WTG folgt, finde man Rettung. Ewiges Leben sei zu finden, wenn man alle Zusammenkünfte besucht und alle Anweisungen der LK umsetzt. usw.

          Welche Aussage ist wahr?

          Ich denke, dass nach Galaterbrief 1:6,7 gemäß Übersetzung HFA sehr treffend formuliert: "Ihr meint, einen anderen Weg zur Rettung gefunden zu haben? 7 Doch es gibt keinen anderen! Es gibt nur gewisse Leute, die unter euch Verwirrung stiften, indem sie die Botschaft von Christus ins Gegenteil verkehren wollen." 

          LG RoKo

           

    3. Mario Enge

      @Meeris

      Hallo Meeris, auch von mir ein herzliches Willkommen.

      Es grüßt dich aus dem Havelland,

      Mario

    4. RoKo an Meeris

      Liebe Meeris,

      Auch von mir ein ♥ Willkommen ❣ Deine Gefühle sind keineswegs abzuweisen. Auch ich empfand diese Eindrücke innerhalb der Versammlung so wie Du sie beschreibst, unsere Eindrücke gleichen sich also. Das Mienenfeld ist ein guter Vergleich. Ja man muss sehr aufpassen, keine Zündung zu verursachen. Eigentlich ist das doch ein signifikanten Zeichen genau dafür, dass dort in der Menschengruppe wenig Liebe vorherrscht. Oder? Die Bibel beschreibt doch die Liebe (agápē) so: https://www.bibleserver.com/text/ELB.HFA.GNB.NeÜ/1.Korinther13.4-7

      Psyche: Ich habe eine eher zufällige Erfahrung mit der ich einmal konfrontiert wurde, die tippe ich mal vor und poste sie die Tage noch. Vielleicht hilft sie Dir in Deiner persönlichen Beziehung zu und mit unserem Gott.

      Email: Nur ein Hinweis, wenn Du eine neue Email anlegst, bei gmail, web, gmx oder sonstwo, kennt die Adresse keiner weiter und Du kannst offener mit dem Kontakt umgehen. Oder Du schreibst private Kontakte an, die hier schon ihre Kontakte veröffentlicht haben. Funktioniert auch. Unter dem Button >über uns findest Du private Kontakte, auch in Deiner näheren Umgebung. Alle haben sich dort nicht eingetragen, ich selbst auch nicht, ebenso wegen dem familiären Umfeld. Die meisten Schreiber sind aber oft weiter weg. Aber per Email kann man gut Verbindung halten auch über große Distanzen und Kontinente hinweg.

      Bibel: Bibellesen ist immer gut. Tipp, lese auch mal in anderen Übersetzungen statt nur die NWÜ. Mir persönlich gefällt Hoffnung für Alle und deren Ausdrucksstil. Einfach etwas verständiger formuliert. Aber auch die Elberfelder oder die Neue evangelistische Übersetzung, die auch Gottes Namen niederschreiben. Wenn man sie als Buch will, kann man sie im Handel erwerben. Online gibt es viele Übersetzungen mehr, z.B. auf www.bibleserver.com. Da gibt es 11 deutsche Übersetzungen und viele weitere Sprachen. Zudem kann man dort gut Übersetzungen vergleichen, so wie oben im Link dargestellt

      Aus vielen Kontakten von Lesern und Mitschreibern wurden schon einige neue Freundschaften. Nimm Dir soviel wie Du möchtest. Das ist eine so unbeschreibliche neue Freiheit, einfach schön. LG RoKo

      1. Willkommen all ihr Aussteiger, besser: Herausgerufenen!

        Nun ist eure vorhergesehene Zeit gekommen, um in die bleibende Zukunft einzusteigen. Vielleicht wurdet ihr auch schon zuvorerkannt und nach Ablegung eurer Eignung, durch eine Art Reifeprüfung in einer Endzeitsekte, ist nun die Stunde eurer Entscheidung gekommen.

        So wie bei den Weltmächten, bis hin zu Einzelpersonen, die noch nicht geboren waren, kannte Gott deren Ziele, bis hinein in deren Herz. Gott ist der Bildner, Beispiel Jeremia 1:

        5 Ehe i c h dich im Mutterleibe b i l d e t e, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoße hervorkamst,...habe ich dich bestellt.

        Der Allmächtige von sich sagt, in Jesaja 46:

        ...ich Gott bin und gar keiner wie ich;10 der ich von Anfang an das Ende verkünde, und von alters her, was noch nicht geschehen ist; der ich spreche: Mein Ratschluß soll zustande kommen, und all mein Wohlgefallen werde ich tun;

        Höre in dich hinein, spürst du etwas in diese Richtung? Eph. 1:

        3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christo, 4 wie er uns auserwählt hat in ihm vor Grundlegung der Welt, daß wir heilig und tadellos seien vor ihm in Liebe; 5 und uns zuvorbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesum Christum für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens...

        Spürst du etwas in diese Richtung? Die geistliche Salbung (zutreffendes Wort) darf ein durch den Geist Berufener, niemals versäumen!

        ۶ ͡๏_͡๏ ٩

    5. M.N.

      Liebe Meeris,

      Deine Beobachtung/dein Empfinden, innerhalb des "Geistigen Paradieses" der "einzig wahren Organisation Gottes" GOTT weder finden noch spüren zu können ist so à propos wie sie zutreffend ist (von Jesus Christus reden wir hier mal gar nicht).

      Der Grund ist der, dass Gott - JHWH, der Vater Jesu Christi, zu dem Jesus als "Der Weg" führt - in der WTG genausoviel oder genausowenig zu finden ist wie bei der dt. Post, bei IBM, VW/MBW/Mercedes/Audi..., der unteren Baubehörde von Hintertupfingen oder bei/in einer sonstigen, rein menschlichen Organisation. Oder bei Scientology, bei denen es ja um alles außer den Gott der Bibel und um Jesus Christus geht.

      Die WTG ist ihrem Wesen nach ein rein menschlicher, einzig auf die Förderung seiner eigenen Geschäftsinteressen bedachter Medienkonzern. Der einzige Unterschied zu anderen Medienkonzernen wie Axel Springer, Bertelsmann u. a. ist der, dass sich die WTG der Bibel bemächtigt hat und einige wenige ihrer Aussagen in eisegetisch/eigenzweckdienlich entstellter Version für ihr Mission Statement usurpiert (Jes 43,10a; Mat 24,14; Apg 1,8), um an die in tieferen Seelenschichten ihrer Befehlsempfänger befindlichen Emotionen, ihre "Sehnsucht nach Gott" zu appellieren und diese vor ihren - der WTG - machiavellischen Karren zu spannen, um so die Klinkenputzertruppe im Dogmen- und Produktvertrieb am Tanzen zu halten.

      Die heutige WTG geht ihrem Wesen und Ursprung nach auf den "Richter" Rutherford zurück, der sie aus den Überbleibseln der von ihm zerschlagenen Hinterlassenschaften des "Pastors" Russel neu geschmiedet hat wie weiland Sauron "den einen Ring" im Feuer von Mount Doom. Und dazu kann man betreffs der WTG nur noch sagen: Ganz der Papa - wie der Herr so's Gescherr, der Apfel fällt nicht weit vom Pferd. Im Glossar gibt es folgende Aussage betreffs Rutherford:

      Ohne eine Kenntnis der mit Rutherford, seinem Wirken und Wesen verbundenen Tatsachen ist ein klares Verständnis der heutigen WTG und der "Zeugen Jehovas" nicht möglich. Alles, was die WTG bzw. "Jehovas Zeugen" aus- und kennzeichnet – ihr absolutistisch/despotisch/diktatorisch/megaloman/protzig/totalitäres Gehabe; ihr anmaßend/auftrumpfend/herrisches, strikt "Demut", unbedingten "Gehorsam" und absolute Unterwerfung forderndes Herrschergebaren; der harte, kalte, und unmenschliche Geist, der sie durchweht; ihr unablässiges, drakonisches Einfordern von äußerster Einsatz- und Leistungsbereitschaft für "Die Organisation/Die Gesellschaft"; die Obsession vieler ihrer Hierarchiefunktionäre, ihren Mitgläubigen Rüffel, Rügen und "Zurechtweisungen" erteilen zu müssen; ihre neurotisch/pathologische Aversion gegen jegliche "Kritik"; ihr aggressives und rigoroses Vorgehen gegen Dissidenten, "Feinde" und "Gegner"; ihr lautstarker Anspruch, die "einzig Wahren" und allwissend-Erleuchteten zu sein, gepaart mit Doppelbödigkeit und Heuchelei, was das Nichtbefolgen ihrer eigenen, von ihren Befehlsempfängern mit drakonischer Härte eingeforderten Anordnungen, Befehle und Vorgaben betreffs "Einsatz", "Demut" und "Opferbereitschaft" anbelangt – all dies lässt sich direkt auf die Persönlichkeit und das Wesen Rutherfords zurückführen und findet sich in ihm in nuce verkörpert. Im Lichte dieser Tatsachen ist es nicht übertrieben, die WTG als "Rutherfords Organisation", und "Jehovas Zeugen" als "Jünger" oder "Nachfolger Rutherfords", als "Rutherforditen" zu bezeichnen.

      (Zitatende)

      De facto ist Rutherford - als Schöpfer der WTG - ihr "Gott" - oder sollte man vielmehr sagen - ihr GÖTZE, denn er hat sich an die Stelle (eines) Gottes gesetzt und eine gottgleiche Machtstellung über seine "Glaubensbrüder" an sich gerissen, die er nicht als "Geschwister", sondern als ihm absolut weisungsgebundene Lakaien und Untergebenen betrachtete und behandelte. Für mehr Info diesbezüglich siehe im Glossar den Eintrag "Rutherford, Richter". Da dort diverse Passagen in Englisch zitiert sind, empfiehlt sich bei nicht ausreichenden Eng-Fertigkeiten die Verwendung von translate.google.com.

      Rutherford hat mit Gott/mit echt göttlich/christlichem Wesen genauso viel gemein wie die zarte Elfe mit einem durch einen Wald donnernden und alles plattwalzenden Schützenpanzer. Da kommt keine Freude auf. Rutherford war ein kalter, brutaler, aufbrausender, machiavellischer Machtmensch, Diktator und Tyrann, der keinerlei Skrupel kannte und jeden, der nicht 1000%ig mit ihm übereinstimmte und sich nicht seinem autokratisch/totalitären Diktat bedingungslos unterwarf,  zerstörte und vernichtete. Die Beweise hierfür sind unleugbar und erdrückend. Seine ihm ergebenen Vasallen und Handlanger kopierten ihn in dieser Hinsicht. Dieser (Un-) Geist floss in seine Schöpfung - die WTG - ein, ging darin auf und durchsetzte sie wie der Tintentropfen das Wasser im Glas, setzte sich mit Rutherfords Nachfolger, dem knorrigen Knorr, fort, manifestiert(e) sich in vielen ihrer Hierarchiefunktionäre und "geronn" im post-Knorrschen, obersten WTG-Zentraldirektorium der "Leitenden Körperschaft", das im Laufe der Zeiten ebenfalls außerordentlich autokratische Alphamännchen-Herrschertypen beinhaltete. Macht verdirbt, und absolute Macht verdirbt absolut, besonders, wenn sie von charakterlich kleinen Individuen wie viele der sog. "Ältesten" und "Aufsehern" ausgeübt wird  - diese Weisheit findet innerhalb der WTG vollste Bestätigung.

      Die WTG atmet den Geist Rutherfords. Dies erklärt den weltweit zu beobachtenden, die Org kennzeichnenden Ungeist an Härte, Strenge, Arroganz und Überheblichkeit - und das völlige Fehlen an echter Geistigkeit, an Spiritualität, an echt christlichem Wesen und an Gottausgerichtetsein. In der WTG nach Gott zu suchen bzw. ihn dort zu erwarten ist genauso, als zu erwarten, von Al Capone oder von den Führern kongolesischer Rebellentruppen geistliche Leitung zu erhalten und psychisch/seelisch betreut zu werden. Der WTG geht es einzig um ihren Selbsterhalt - deshalb ihr unablässiges Antreiben ihrer Drückerkolonnentruppe zu immer weiterer, immer mehr Leistung - nur nicht "nachlassen", denn das könnte ja den Fortbestand von "Gottes Organisation" in Frage stellen. Für die Org dreht sich alles einzig um ihren Selbsterhalt.

      Auf die WTG trifft Jesu (von der WTG traditionsgemäß mit selbstgerechtem Fingerzeig auf andere verdrehte) Aussage zu "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen". "Früchte" = Auswirkungen, Konsequenzen, Resultate. Die "Früchte" der WTG - eine Riesenhalde verrotteter, stinkender, von Würmern zerfressener und zu Brei zerlaufener Früchte - sprechen eine laute Sprache: Deprimierte, frustrierte, enttäuschte, ausgebrannte und innerlich leere Menschen allüberall, müde, immer weiter auf ein pausenlos für "BAAAALD" versprochenes "Ende" zu warten, die wie der Esel mit der unerreichbaren Karotte vorm Maul vorgeführt werden, aber dabei immer weiter "keep smiling" ihr "begeistertes" und "freudiges" Zahnpastalächeln im Geistigen Sonne Wonne Freudenparadies zur Schau stellen - nichts als Fassade, nichts als Fake, als potjomkische Dörfer, dieweil die Adern an ihren geballten Fäusten in ihren Hosentaschen immer mehr hervorquellen. Wie lange das noch so weitergehen wird ...?

      Kurz: Nach GOTT kann man in der WTG lange suchen - den wird man dort nie finden. Das gleiche trifft auf Jesus Christus zu. Der Gott oder Götze, der in der WTG regiert ist einer, vor dem man fliehen sollte, dass man Schuhe und Strümpfe verliert. Der wahre GOTT, Christus und die Bibel werden in der WTG nur alibimäßig bemüht, sie dienen ihr als "smokescreens and mirrors" zwecks Pushen ihrer rein menschlichen Agenda schnöder Geschäftsinteressen. "Ein pseudoreligiöser Zeitschriftenverlag..."

      Gruß,
      M.N.

      1. Benkenobi

        Was du hier schreibst ist absolut richtig! Ich danke dem Herrn Jesus, dass sein Wort durch diese pseudochristliche Propaganda hindurchgestrahlt hat. Der Beginn meines Erkennens waren zwei Bibelverse: Kolosser 1,15-20; Kolosser 2,9;

        LG, BenKenobi

         

      2. Mario Enge

        @M.N.

        Hallo M.N., RoKo hat mich auf deine Worte aufmerksam gemacht.

        Ich hatte GOTT in der WTG gesucht. Und war mir auch sicher ihn dort gefunden zu haben, mit der Zeit konnte ich aber den Anblick der "Früchte" nicht mehr ertragen. Als meine Frau nicht mehr zur Vers. gegangen ist, war ich erstaunt, was die Zeugen für Luschen sind. Da geben sie immer an, das die Versammlung der einzige Rettungsdampfer auf der Erde ist, aus irgendeinen Grund ist meine Frau nicht mehr auf diese lebensrettende Arche und was machen die ganzen Rettungsschwimmer, "bestell mal zu Hause schöne Grüße" mit einem dusseligen Grinsen :).

        Ich fand das Verhalten der Zeugen schon immer sehr merkwürdig und hab GOTT oft im Gebet gefragt, ob er es wirklich möchte, das jeder der zu seinem Volk gehören will, bekloppt wird.

        Da fing doch irgendsoon Möchtegernbekehrer nach der Versammlung im Saal an mich zu kritisieren, wegen meiner sehr häufigen Zuspätkommerei. Zum Glück war da meine Frau noch bei, eine Provokation mehr, nun da sag ich nichts weiter, aber der Zeuge war nicht wirklich mehr sicher in meiner Gegenwart. Ich hab versucht das den Ältesten klar zu machen, da lassen diese Pfeifen die andere Pfeife auch noch auf die Bühne. Naja, es war sehr offensichtlich, das ich jetzt eindeutig was gegen jemand habe, der auch noch Dienst am "Altar" macht, dem es aber anscheinend egal war, das da jemand was gegen ihn hat. Später fing ja, den seine Frau noch an über meine Frau etwas rumzulästern, offen beim Kommentar geben, die war die nächste die beinahe eine, ... hätte 🙂

        Von wegen der heilige Geist wirkt in den Versammlungen, der würgt eher :))

        (Ich muss dazu sagen, das diese Frau, das was ich nicht ausgeschrieben habe, bei ihrer ca. 5 jährigen Tochter getan hat. Da war ich gerade frisch bei, beim Buchstudium, kleine Tochter guckt und grinst mich an und batz!!! gabs von Muttern voll eine geklatscht, ...) ich nenn das mal ne Zeugenassifamilie.

        Also, da war ganz schön was los bei uns im Havelland. Nun war ich mal persönlich betroffen, anfänglich hatte ich noch die Ältesten um Hilfe gebeten. Irgendwann hab ich nur noch GOTT um Hilfe gebeten, dann hab ich mich schon fast gar nicht mehr getraut in der Bibel zu lesen, zu offensichtlich wurde nun die Heuchelei der Zeugen die ich persönlich kenne!

        Dann kam noch dazu das mir klar wurde das nicht alle Lehren der Zeugen biblisch sind, z.B. Jesus gleich Michael. Als ich diese Lehre kritisierte konnte ich mich mit eigenen Sinnen überzeugen, das die Zeugen durch und durch falsch sind. Was in der Bibel dazu steht, interessiert die gar nicht.

        Ich bin mir sicher das der WT-Gott sehr viel Macht hat, aber er hat nicht die Macht, den wahren GOTT und seinen Sohn davon abzuhalten sich im Königreichssaal der Zeugen aufzuhalten um die zu beschützen und anzuleiten die aus welchem Grund auch immer in genau so einem Saal sitzen um GOTT zu finden. Dann aber schnell raus da aus dieser verfaulten Bude!

        Man ist das schon wieder spät, Gruß Mario

        1. RoKo an Mario

          Lieber Mario,

          Deine Worte und Geschichten habe ich auch GENAU SO erlebt. Man könnte denken, wir waren in ein und dergleichen Versammlung. Meine lag aber 270 km südlich. 200 nördlich kenne ich eine Versammlung, da funktionierte das besser. Aber letztlich standen auch sie unter dem Pantoffel der WTG und die wöchentliche Belehrung färbt eben ab. Viele guten Talente fielen der Indoktrination zum Opfer. Ein wenig Sauerteig durchsäuert alles, das Zitat kennst Du sicher. Was mich aber aufmerksam werden ließ war, dass von der Bühne die tollsten Eigenschaften gepredigt wurden. Die Brüder können reden und reden, einer übertrifft den anderen. Vollmundig dies und das. Die Bibel nennt, um sich einander die Ohren zu kitzeln... Aber dann mit Lied und Gebet wurden diese Mitmenschen irgendwie personell ausgetauscht. Als wären sie andere. Von dem was sie eben gepredigt hatten, keine Spur mehr. Luschen. Ja. Und ich dachte, das gibts doch gar nicht. Diese Männer haben Dienstämter. Und dann lernt man die Ernüchterung kennen. So, und entweder passt man sich dem an und wird so auch deren Freund, oder wie ich, man eckt an und wird zum Feind. Weil man sein Ding was man biblisch gelernt hat durchzieht. Ohhhh...

          Weißt Du, wenn man als Interessierter neu in eine Versammlung kommt, ist man geblendet von der Aura. Irgendwie fühlte man sich wohl. Ging mir auch so. Aber dann nach einer Zeit lernte man die Brüder und Schwestern ja auch privat kennen, wie sie so ticken und so weiter. Und da merkte man, ganz so wie sie predigen verhalten sie sich selbst nicht. Obwohl die Bibel sich ja äußert, genau daran zu arbeiten, neue Persönlichkeit anzuziehen und so. Die WTG meint das anders, die Persönlichkeit eines ZJ anziehen... Diese Gefühle spürte ich auch so.

          Apropos Zuspät kommen. Ist von Versammlung zu Versammlung auch verschieden, vermutlich je nachdem wie benagelt die Ältesten sind. Die eine Vers. im Norden begrüßte mich noch zum letzten Lied, wegen 10 Minuten Zusammenkunft sehr herzlich. Wirklich. Aber die im Süden. 5 Minuten zu spät weil man es arbeitstechnisch nicht eher geschafft hat, dumme Blicke. Beim zweiten Mal eine Ermahnung, um beim dritten Mal den Einlauf. Ob ich nicht wüsste wann die Tür draußen verschlossen wird. Nicht ohne Grund sei das so. Riesen Vortrag, wie das Türschloss funktioniert. Hab ich abgewimmelt, bin Schlosser. Weiß das. Hab in der Lehre mal eins gefeilt. Für eine Lokomotive. Schlüssel rein, da werden die Kernstifte von den Stiftfedern an den Schlüsselbart gedrückt. Und nur wenn der Schlüssel zum Schloss übereinstimmend passt, kann man mit der Hand den Schließbart verdrehen, was das Schloss entriegeln lässt und ich Einlass bekommen kann. Er (der Älteste) hat mich doch gefragt, ob ich weiß wie das Türschloss funktioniert... Hä? Nein! Also. Ich wäre hier im Haus Gottes, nicht im Kindergarten. Das Programm hat Anfang und Ende. Ich solle mir mal eine Uhr zulegen, das hilft. Sei kein Vortrag wo man kommen und gehen kann wie man wöllte. Und so weiter... Kenne ich auch!

          Weißt Du was noch verrückter ist. Wenn ihre Blicke nichts bewirken. Wenn sie einen mit stechenden Augen anschauen weil man tierischst was entgegen ihrer Ansicht gemacht hat und man aber nicht sein Haupt senkt, demütig klein bei gibt, sondern zurück schmunzelt - Geht gar nicht! Dann gilt man als unverbesserlich... Als der letzte Hund. Kannst mir mal schreiben. roko24 beim Emaildienst web punkt de. Da können wir uns mehr austauschen. LG RoKo

    6. Omma@Meeris

      Liebe Meeris,

      ich hatte deinen zu Herzen gehenden Kommentar, schon vor einigen Stunden gesehen, und hatte auch gleich das Bedürfnis, dir zu schreiben.  Leider hatte ich noch sehr Vieles zu erledigen. Inzwischen hast du ja auch einige Antwort-Kommentare bekommen, die ich leider noch nicht alle gelesen habe.

      Zunächst einmal möchte ich dich von ganzem Herzen, hier Willkommen heißen!!! Ja, es kommen zurzeit so viele Neue hinzu, die es an die "Oberfläche" wagen, dass man mit dem Willkommen heißen gar nicht hinterher kommt.  Also auch an diese Lieben ein herzliches Willkommen!

      Nun möchte ich aber zu deinem lieben Kommentar kommen.  Mir geht es genauso, wie der lieben "Ulla", auch bei mir kommt ständig diese innere Meldungen: "kenn ich", "war bei mir auch so" uä...

      Auf alle Einzelheiten einzugehen, würde den Rahmen eines Kommentars sprengen.  Ich möchte dir aber von Herzen gern meine Mail-Adresse anbieten, dann könnten wir uns noch besser austauschen, vielleicht sogar am Telefon.

      wegsucher51@web.de

      Du schreibst: "Es fühlte sich wie ein Mienenfeld an, aufpassen was man sagt sonst geht die Miene hoch."  Als ich diesen Satz von dir las, musste ich schmunzeln, denn die gleichen Gefühle hatten der Oppa und ich auch, und es drängte mich vor einem Jahr, einen Aufsatz darüber zu schreiben.  Wenn es dich interessiert, was dabei rausgekommen ist, kannst du ihn hier, unter diesem Link, nachlesen.

      http://www.bruderinfo.de/allgemein/aus-einem-minenfeld-entkommen/

      Ja, liebe Meeris, deine Erfahrung mussten in ähnlicher Weise, etliche hier machen, du berichtest: "Die Schwester mit der ich eine Zeit lang auch eine Art Therapie machte und ich dachte ihr kann ich offen sagen wie ich mich fühle, da sie meine ganze Geschichte der Vergangenheit kennt, gab mir dann in einer E-Mail zu verstehen, dass ich zwar inaktiv wäre, aber es deutlich spürbar sei, dass ich die Organisation verlassen würde und sie mich daher schon als Ausgeschlossen sieht." Ach, meine liebe, liebe Meeris, wenn man nicht mehr in der "Spur" läuft, wird man einfach fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel.  Wie ganz anders handelte doch unser Herr Jesus.  Er zeigte für verwundete und kranke Schafe, Mitgefühl und tiefe Liebe.

      Von ihm wurde in Jesaja 42:1-4 folgendes vorausgesagt:
      1 Der Herr spricht: »Seht, hier ist mein Diener, zu dem ich stehe. Ihn habe ich auserwählt, und ich freue mich über ihn. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, und er wird den Völkern mein Recht verkünden.
      2 Aber er schreit es nicht hinaus; er ruft nicht laut und lässt seine Stimme nicht durch die Straßen der Stadt hallen.
      3 Das geknickte Schilfrohr wird er nicht abbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Unbeirrbar setzt er sich für das Recht ein.
      4 Er wird nicht müde, nie verliert er den Mut, bis er auf der ganzen Erde für Gerechtigkeit gesorgt hat. Selbst die Bewohner der Inseln und der fernen Küsten warten auf seine Weisung.«
      Weiter schreibst du: "Nun bin ich in einer Glaubenskrise, denn ich weiss nicht was Gott jetzt eigentlich wirklich von mir möchte bzw. was wirklich wahr ist. Wenn ich versuche für mich selbst in der Bibel zu lesen verstehe ich vieles nicht bzw. die Zusammenhänge. Auch hier bei Bruderinfo gehen die Ansichten teilweise auseinander."  Deine Gefühle sind völlig normal, auch wenn du jetzt auf dem richtigen Weg bist.  Auch, dass die Ansichten hier bei BI teilweise auseinandergehen, ist jetzt eine völlig neue Situation, wir lernen hier das Denken, auch wenn wir manchmal daneben tappen, so haben wir doch ein gemeinsames Ziel.  Du wirst selbst auf deinem persönlichen Weg, den du jetzt eingeschlagen hast, merken, dass du dich noch manchmal korrigieren wirst, auch das ist völlig normal, du brauchst dich nicht darüber zu ängstigen.

      Bisher bist du in der Org. mit "Milchspeise" gefüttert worden, die auch noch vergiftet war, jetzt musst du langsam lernen eigenständig zu "essen", das geht nicht von heute auf Morgen.  Wie ein kleines Kind, welches die ersten Schritte wagt, wirst du langsam lernen ein geistiger Erwachsener zu werden.

      Hebräer 5:13+14   (Schlachter 2000)
      13 Wer nämlich noch Milch genießt, der ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit; denn er ist ein Unmündiger.
      14 Die feste Speise aber ist für die Gereiften, deren Sinne durch Übung geschult sind zur Unterscheidung des Guten und des Bösen.

      Wir wünschen dir viel Kraft von oben, von unseren Beiden Höchsten!  Sie werden dich gern an die Hand nehmen, und dir helfen, auf deinem weiteren Weg in die Freiheit.

      Psalm 37:23+24   (NGÜ)

      23Es ist ein Geschenk des Herrn, wenn die Schritte eines aufrichtigen Menschen fest und sicher werden. An seinem Weg hat der Herr Gefallen.
      24Wenn ein solcher Mensch dann doch einmal hinfällt, bleibt er nicht hilflos liegen, denn der Herr hält ihn an der Hand.

      Ganz liebe Grüße senden dir, liebe Meeris, die Omma und ihr Oppa
       

       

    7. Ede an Meeris

      Guten Abend Meeris

      Hast du gesehen, wie viele dir geantwortet und dir gezeigt haben, dass sie dich sehr, sehr liebhaben.
      Es ist nicht erforderlich, dass du nun das tust, was bei den Zeugen Jehovas verboten ist und nun dein Gewissen belastet. Es ist aber sinnvoll zwischen Jehova und der Organisation zu unterscheiden, um heraus zu finden, was vom Vater und was von Menschen kommt. Das wird dir bestimmt helfen.

      Ede

    8. Tommy

      Tag Meeris,

      zunächst einmal glaube ich, Du bist auf dem richtigen Weg.

      Aus meiner persönlichen Erfahrung, der Name Jesus und auch das Anrufen dieses Namens war mir eine grosse Hilfe auf meiner Suche. Apostelgeschichte 4:8-13.

      Hab keine Angst Dich leiten zu lassen. Gott ist grösser als man sich das vorstellen kann.

      Einige Antworten hat Du schon bekommen. Erwarte nicht dass es blitzartig geht, obwohl auch das mal sein kann, dieses verhaeltnis entwickelt sich mit der Zeit. Bei mir kams durch daas einfache Durchlesen der Schrift und dazu habe ich dann an Leute, denen ich vertraute und noch vertraue, Fragen gestellt. Privat in Foren usw.

      Bin noch lange nicht fertig aber Jesus versprach, dass er, die Wahrheit, uns frei machen würde. Stimmt. Aber eben auf Seine Weise, nicht immer wie wir meinen.

      Nur eine Meinung von

      Tommy

    9. Zartbesaitet

      Liebe Meeris!

      Auch von uns eine herzliche Umarmung hier in diesem Kreise. Es gibt von uns (meiner Frau und mir) momentan selten Kommentare hier - der Umstand hat aber nichts mit Bruderinfo-aktuell zu tun sondern eher mit unserem momentan sehr intensiven Leben. Aber manchmal werden wir veranlasst, einen Kommentar zu geben - und deine Geschichte war ein solcher Anlass.

      Beim Lesen deiner Geschichte kamen meiner Frau und mir die Tränen - weil wir so viele Ähnlichkeiten entdeckt hatten. Bei uns dauert der Aufwachprozess schon einige Jahre, vor Zweieinhalb Jahren haben wir beendet die Zusammenkünfte zu besuchen, seit knapp 2 Jahren sind wir nicht mehr im Predigtdienst.

      Aber wir sind noch immer nicht ausgetreten - also offiziell noch drin, wobei wir keinerlei Kontakt mit der Versammlung haben. Mehr dazu könnten wir dir persönlich erklären...

      Aber zu deinen Glaubenszweifeln einiges über uns: Meine Frau ist wie du in der "Wahrheit" groß geworden, ich wurde durch Heirat meiner Mutter in eine Familie von ZJ im Alter von 12 Jahren "zwangsbeglückt". Zu den weiteren Erfahrungen in unserem ZJ weiter im Telegrammstil:

      beide in sehr aktiven Familien von JZ aufgewachsen - kennengelernt haben wir uns in der Pionierdienstschule - wir waren auch beide jahrelang Pioniere - dann 3 Söhne - ich selbst als Mann "Karriere" innerhalb der ZJ in allen Facetten - wir wohnen in Österreich, uns kannte praktisch der Großteil von Österreich, wir dienten in 8 verschiedenen Versammlungen etc.etc.

      ...aber heute mit etwas Abstand betrachtet - war da kein Glaube an einen Vater im Himmel, kein Glaube an Jesus als Retter, keine wirkliche Überzeugung im Predigtdienst und dessen Sinn...und keine Ansprechstation außer unserem Vater im Himmel um unsere vielen Zweifel im Laufe der Jahre zu deponieren. Unsere Söhne wurden für ZJ sehr "alternativ" erzogen. Mit sehr viel Liebe und Toleranz. Wir fragten sie nie, ob sie schon Predigtdienstvereinbarungen hatten...

      Und heute? Wir haben uns jetzt lange und in einem schmerzhaftem Prozess von unserem früheren Leben verabschiedet. Spuren sind noch vorhanden...aber heute GLAUBEN WIR! An das was wirklich in der Bibel steht. Frei von Beeinflussung durch eine Propagandamaschine. So vieles in deinen Zeilen konnten wir perfekt nachvollziehen!

      Und heute? Wir blicken zurück ohne Groll. Anfänglich machten wir in unserem inneren Zorn wegen des Gefühls betrogen worden zu sein einige Fehler. Auch unseren Kindern gegenüber. Alle drei Söhne sind verheiratet - zwei sind Älteste, einer Dienstamtgehilfe. Sie waren anfänglich irritiert. Zogen sich von uns zurück.

      Und heute? Ein herzliches Verhältnis zu allen dreien - besonders zu den Schwiegertöchtern und Enkeln, obwohl sie immer wieder vor uns gewarnt werden. Wir sprechen kein Wort über Glaubensdinge - außer sie beginnen selbst. Wie kürzlich unser ältester Sohn (der auch für Selters einiges an Tätigkeiten ausführt), als er uns seine ganze Familie (2 Enkel) bei uns zum Essen war. Wir konnten viele Fragen von ihm in einem erstaunlichen Klartext beantworten. Ich erlaubte mir am Ende nur die Frage an ihn: Jetzt könntest du uns ja so richtig verpetzen und unsere Denkweise vor deinen Mit-Ältesten offenbaren...

      Seine Antwort? "Das wäre keine Liebe!"

      Liebe Meeris! Was beweist dies? Man kann wenig Bibelkenntnis besitzen, man kann sich auch schwach im Glauben fühlen (wahrscheinlich ist es bei dir gar nicht so der Fall...), man kann sich für unseren Vater nie gut genug fühlen (das Gefühl hatte ich trotz meiner  "theokratischen Karriere" immer wieder!) - aber wenn man Liebe hat, kann man gar nichts falsch machen. Das ist das einzige, dass der Vater und sein Sohn Jesus Christus von uns erwarten. Sonst können wir ihm nichts geben, denn Gott hat alles und benötigt nichts von uns!

      Haben mit bekommen, dass du in Süddeutschland bist. Richtung Schweiz. Hier haben wir auch Freunde, diesseits und jenseits der Grenze - alles Aufgewachte! Wir sind noch weiter im Süden - wo weit uns breit kein Kontakt von BI ist - Im Süden von Österreich (wir haben je 30 Minuten nach Italien und nach Slowenien). Wenn es dir ein Bedürfnis ist - du kannst auch uns sehr gerne kontaktieren. E-Mail: liebesweg4@gmail.com

      Wir überlassen übrigens Entscheidungen aus Glauben unserem Vater und unserem Herrn Jesus. Wenn sie der Meinung sind, dass wir rausgehen sollten aus der ORG werden sie dazu beitragen, dass es geschieht. Aber wir denken - den richtigen Zeitpunkt kennen Sie - nicht wir.

      Wir sind heute immens glücklich, fühlen uns frei - und mit unserem Vater und seinem Sohn innig verbunden. Lesen mit viel Freude die Bibel - aber entspannt, ohne Programme (die auch in Bibelrunden und - Hauskreisen oft der Fall sind) - ausschließlich nach unserem persönlichen Bedürfnis. Und wir haben viele liebe Freunde hier auf BI gewonnen. Und oftmals mehr als 1000 km Entfernung hindern uns nicht daran, sie zu lieben und sie auch bisweilen zu treffen und sich zu umarmen.

      Viel Freude und den Segen unseres Vaters auf deinen weiteren Schritten. Bitte ihn um den Geist - und dir wird vieles gelingen. Einen herzlichen Gruß nochmals aus dem tiefen Süden. Deine mit dir sehr mit fühlenden Zartbesaiteten.

       

  7. Um schriftgemäß "Babylon  zu verlassen" - ist es da genug nur einfach eine Religionsgemeinschaft zu verlassen?  Ich werde den Gedanken nicht los, dass auch danach noch vieles im Kopf auszuräumen ist! Wer ein Seuchengebiet verlässt, darf von der Seuche nicht etwas nach draußen schleppen, denke ich.

    1. Wildblume@OpaKlaus

      Hallo OpaKlaus,

      gute Überlegung....stimmt ein Stück weit, aber den perfekten Christen gibt's nicht....darum müssen wir reingewaschen werden (Kontaminations-Schleuse), bevor wir in den Reinraum dürfen....😉

      Grüße

      Wildblume

       

       

    2. Ede an Opa Klaus

      Guten Morgen Opa Klaus

      Wer Babylon verlassen will, muss wissen, wie umfangreich Babylon ist. Er muss Babylons Grenzen kennen. Er muss wissen, welche Religionsorganisation nicht zu Babylon die Große gehört und die wahre Anbetung ausübt. Mir ist keine bekannt. Wohin willst du also Babylon verlassen?

      Ede

      1. Tommy

        Ja gut Ede,

        meine Antwort, wegen der ich gleich ins Phrasenschwein einzahlen muss, wir sollten Babylon in Richtung Gott verlassen, zu ihm hin. Das ist glaube ich fuer uns alle nicht ganz so einfach den richtigen Weg dahin zu finden.

        Ich weiss, Phrasenschwein.

        Tommy

    3. Nachdenker an Opa Prueter

      Nachdenker an Opa Prueter,

      rein logisch und prinzipiell korrekt. Aber das Seuchengebiet kannst du mit einer gründlichen Dekontamination verlassen und es gibt keinerlei Risiken und Nachwirkungen. Aber wie willst du unbeschadet die Organisation verlassen wenn sie dich psychisch kaputt gemacht hat. Da gibt es keine 100% schnelle Heilung und gut ist. Es ist und wird immer ein Teil deines Lebens sein und bleiben. Somit hinkt dein Vergleich etwas.

      1. Opa Klaus an Nachdenker: „Eine gründliche Dekontamination ohne Nachwirkungen“ ist zwar ideal aber selten. Du schreibst selbst von Folgeschäden und Narben. Vor 40 Jahren habe ich beim Ausstieg nur in Gott und Bibel Trost und Heilung gefunden; Internet gab’s nicht. Religiöse Gemeinschaften habe ich gemieden. Mein gutes Verhältnis zu Gott ist stetig gewachsen mitsamt von Gott geförderten Unterscheidungsvermögen zwischen Lüge und Wahrheit. Für mich ist das eine längere Dekontaminierung von Satans Lügenvirus, besonders vom religiösen Lügenvirus. Hinter ca.30 J. an J.Z. verlorene Zeit und hinter verlorenen Menschen trauerte ich nur wenig. Dafür entschädigt mich ein Blick in eine große von Gott zugesagte herrliche irdische Zukunft, in der nur noch Wahrheit dominiert.

        1. Ede an Opa Klaus

          Guten Abend Opa Klaus

          Vor 40 Jahren habe ich beim Ausstieg nur in Gott und Bibel Trost und Heilung gefunden; Internet gab’s nicht. Religiöse Gemeinschaften habe ich gemieden. Mein gutes Verhältnis zu Gott ist stetig gewachsen mitsamt von Gott geförderten Unterscheidungsvermögen zwischen Lüge und Wahrheit.

          So kann man es machen. Andere Möglichkeiten hat man derzeit nicht. Es impliziert aber, dann man selber keine Fehler macht, zumindest in den eigenen Augen. Die Berichte, die du hier liest, spiegeln alle eigene Überzeugungen wider. Sie sind in den Auger ihrer Autoren stimmig.

          Ede

        2. Lieber Ede, wovon hing das gute Verhältnis von David zu Gott ab, sodass David als "Mann nach dem Herzen Gottes" bezeichnet wurde? War David etwa fehlerlos, wie Du es als Bedingung hinstellst? Ich dachte immer, Du kennst die Bibel sehr gut. Was meinst Du mit: "Es impliziert aber, dass man selber keine Fehler macht, zumindest in den eigenen Augen." Werden wir nicht ermahnt: 2Kor 13,5 "Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? Wenn nicht, dann wäret ihr ja nicht bewährt."  Seit Adam wünschte Gott, dass wir unsere Fehler schnell erkennen und vor allem wieder selbst auf den rechten Weg zurückkehren. Gott "zwängt" uns nicht in eine Schablone oder Matrix, dann wären wir ja Roboter. Verlassen wir dauerhaft den tugendhaften Weg, dann können wir nicht verlangen, dass Gott uns entgegen unserer Entscheidung wieder zurücksetzt. Etwas unserer Eigenleistung ist schon nötig.

        3. Ede an Opa Klaus

          Guten Abend Opa Klaus

          In der Hinsicht sind wir alle wie David. Keine von uns ist fehlerlos. Aber viele von uns machen den Fehler eine Organisation statt Jehova nach der richtigen Anbetung zu fragen. Es muss nicht falsch sein, was jemand sagt, aber Personen müssen überzeugen statt zu dirigieren, sie müssen Vorbilder statt Polizisten sein.

          Statt sich einer Kirche hinzuwenden sollten sie alle Anbeter Gott hingeben.

          Ede

      2. Boas

        Noch 11 Stunden. Und für mich geht es dann noch ein paar Stunden weiter. Aber zu der Diskussion, wie ich es verstanden habe?: "Es gibt nur einen wirklichen König. Unsere Zeit als Könige (und Priester) wird mit den 1000 Jahren enden. Und die Zeit eines Zweitkönigs, die Regierungszeit Jesus, mag noch etwas darüber dauern. Aber dann wird auch der Sohn dem Vater wieder alles übergeben.

        Und dann ist alles wieder in seiner vorbestimmten Ordnung. Wie es zu Anfang war. Die Israeliten brauchten keinen König. Ihr König war eigentlich JHWH. Und alles danach war eine Übergangslösung bis zur Endlösung, die Satan nicht verstanden hat. Oder sehe ich das falsch?

        Wünsche allen eine gute Nacht. Ich denke an euch, und liebe euch. (Und ja, ich lese trotz unserem jetzigen stündlichen Aufwand und Aufsicht immer noch hier etwas mit. Ich kann es eben nicht lassen. Ihr seit eben meine Schwestern und Brüder.) Um was genau wird hier noch mal diskutiert?

        Boas

        1. Um was genau wird hier noch mal diskutiert?

          Gute Frage ↑ Boas!

          Ausgangspunkt war eigentlich, wie man den Begriff "Inspiration" zu verstehen hat. Darüber hinaus, können wir dem Bibelkanon vertrauen? Das stellte vor einiger Zeit bei BI-aktuell ein Domenik K. (o.s.ä.) in Frage, nun ist Zeit für eine Antwort, da kamen wir auch zu anderen Themen. Schon vor 17 Jahren war eine Stellungnahme von Frank Bruder, weil immer die Frage auftauchte: wurden den Bibelschreibern die Texte buchstäblich eingegeben?

          Gemäß der Auffassung der Wachtturm-Gesellschaft gibt es zwei verschiedene Formen der Inspiration: 1. die Verbalinspiration, und 2. durch Träume und Visionen übermittelte Botschaften (Siehe Wachtturm, 1.6.1975, S.334, Absatz 5 u. 6.) Eine weitere Erklärung dazu, was die WTG unter Inspiration versteht, findet sich auch im Wachtturm, 1.2.1988, S. 3, wo erklärt wird, dass Gott ähnlich vorging "wie ein Geschäftsmann, der seine Briefe von einer Sekretärin schreiben läßt". Ähnliches wird im gleichen Wachtturm auf S. 6 noch einmal wiederholt.

          Christoph Dohmen, Professor für Altes Testament an der Universität Osnabrück kommt in seinem Buch Die Bibel und ihre Auslegung zu dem Schluß:

          Man kann folglich sagen, daß Schriftinspiration nach diesem Verständnis eingebettet ist in den Kontext einer konkreten Gemeinschaft (Israel oder Kirche), deren Ursprung im Willen Gottes gesehen wird, so daß Inspiration der Schrift ein Moment der Konstitution der Gemeinschaft (Erwählung Israels oder Kirchengründung) ist. Daraus folgt, daß die Inspiration einer bestimmten Schrift daran erkannt werden kann, daß diese Schrift als Lebensvollzug einer Glaubensgemeinschaft rezipiert wird. Diese spezifische Form der Rezeption, die das zutage fördert, was Inspiration aussagen will, stellt zugleich den Ausgangspunkt des kanonischen Prozesses dar, so daß letztendlich Inspiration und Kanon dieselbe Wurzel haben und untrennbar miteinander verbunden sind. Inspiration und damit kanonische Anerkennung sind nur über die Rezeption in einer Glaubensgemeinschaft greifbar, d.h. sie sind nur aus der Wirkung der Schrift einerseits im Lebens- und Glaubensvollzug der Gemeinschaft, andererseits in der sich herausbildenden Schriftensammlung, dem Kanon, erkennbar...Für das Christentum bedeutet es überdies, daß es sich selbst nur als rezipierende Glaubensgemeinschaft verstehen kann, was die frühe Kirche auch ganz deutlich getan hat, insofern sie auf der Basis des verbindlichen Glaubenszeugnisses der Bibel Israels gelebt hat und allein von hierher auch Jesus als den Messias/Christus verkündigte. Für das Christentum gibt es also keine Möglichkeit, vom Wort Gottes oder einer Heiligen Schrift in bezug auf das Neue Testament unter Absehung des Alten Testaments, also der Bibel Israels, zu sprechen....Das Grundmuster, daß die Anordnung der Bücher bzw. ihre Teilsammlungen schon eine Interpretationsvorgabe sind, zeigt sich bereits deutlich in der Hebräischen Bibel, wo die Teilsammlungen gleichzeitig Wachstumsringe des Kanons sind. Liegen die Anfänge des kanonischen Prozesses im Sinne der Verschriftung von Glaubenstraditionen auch weithin im Dunkeln der Geschichte Israels, so wird doch eine entsprechende Vorgeschichte in den schon sammelnden ersten größeren Erzählwerken des 8. bzw. 7. Jahrhunderts v. Chr. greifbar. Die Kanonisierung der Literatur setzt aber erstmals im 4. Jahrhundert v. Chr. mit einer vom Buch Deuternonomium ausgehenden Festlegung der Tora ein....[u.s.w.].

          Ich denke, dass die obige Erklärung plausibler ist als die naiven Vorstellungen der WTG über Inspiration.

          Boas, viel Erfolg bei eurem heutigen Transport, möge alles gut verlaufen!

           

    4. RoKo

      Der Kommentar war gut. Ja. Man muss sich gut dekontaminieren... Nicht nur äußerlich, auch innerlich im Körper. Braucht vielleicht auch Vitamine, damit der Kampf der Fresszellen über jeden Erreger gewonnen werden kann. Das Abbauprodukt ist dann Eiter. 😉 LG RoKo

       

      1. NACHDENKER AN ROKO

        Hallo Roko,

        Mit Dekontamination von der Organisation meine ich u. a. auch Folgendes: die wahre Wahrheit erkennen, sich langsam ein neues Umfeld außerhalb der WTG aufbauen (wenn man noch keins hatte), vrrsuchen seine nahen Angehörigen mitzunehmen und dann tschüss. Vielleicht ist dann der Fall nicht zu tief. Hoert sich easy an, ist es zuweilen aber nicht, weil da viel Privates mitspielt, aber so hats bei uns geklappt, auch wenn man gedanklich nie ganz von der Organisation wegkommt. Es gibt immer wieder Augenblicke wo man dran erinnert wird und einem alles....

        Grüße aus dem total verregneten Hunsrück

  8. Mario Frank Krieschen

    Vielen Dank für die treffenden Worte die auch zum nachdenken anregen.

    Der Artikel eschreibt tieferlegende Propleme der Identitätsfindung . In meinen 12 Jahren Betheldienst  durfte ich schönes aber auch abscheuliches sehen .

    Anfangs war alles so wie man sich einen Orden vorstellt doch ab2002 gings in eine andere Richtung .

    Die Anstrengungen bezüglich der Organisatorichen Umstrukturierung  nahm immer mehr die Formen einer grossindustrialisierung  einer Religiösen Weltanschauung an und hat sich auch auf die Versammlungen übertragen . Das hat mit der Liebe Gottes gar nicht zu tun .

    Ich denke es gibt noch mehr die es auch so sehen .

    Liebe Grüsse v. Frank

     

    1. O.W.Schön@Krieschen

      "GROSSINDUSTRIALISIERUNG EINER WELTANSCHAUUNG!"

      Lieber Mario,

      wie oft habe ich es bereut, 7 lange Jahre den Leuten in Birkenfeld eine Unmenge Blödsinn und Lügen erzählt zu haben. Und wie oft war es mein sehnlicher Wunsch, mich bei all den aufrichtigen und freundlichen Leuten im Kreis Birkenfeld zu entschuldigen, für all den religiösen Nonsens, den ich ihnen per "Bibelstudium" aufgetischt habe.

      JW.Org hat den Glauben aufrichtiger Menschen kommerzialisiert, nennt die Fertigungshallen für Glaubens-Indoktrination Königreichssäle und behauptet, ihre Kult- und Pilgerstätten seien das Haus Gottes: Bethelheime!

      So haben meine Frau, meine Mutter und ich dieser Glaubens-Kommerz-Industrie JW.Org die Gemeinschaft entzogen und haben diese unheilige Organisation aus unserem Leben ausgeschlossen. Wir gingen auf das Standesamt und haben unseren Austritt erklärt. Und tschüss!!!

      Viele liebe Grüße an Dich von ganzem Herzen

      Willi

  9. Sliva

    Danke lieber Tilo für diesen Text, diese genaue Beobachtung und das Fachwissen, über die Gefahr,  sich bis zum Ekzess zu unterwerfen. Deine Argumente und Beispiele sind sachlich und professionell ausgelegt, erklärt. Ich bin der Meinung, dass jeder, egal mit welcher Gruppierung er sich auch identifizieren  mag (religiös, politisch, beruflich, humanitäre. ..),  deine  Studie lesen sollte und sich mit dieser Materie auseinander setzen sollte. Und wir alle sollten unsere Kinder, Enkelkinder ermutigen, Menschen zu werden, die zuhören können. Wir haben die Pflicht,ihnen zu lernen, selber nachforschen um sich eine eigene Meinung zu bilden. Das ist ebenso wichtig zum eine Persönlichkeit  und eine Identität zu schaffen. YHWH und JESUS lernen uns diese Einstellung zu haben. Sie haben uns diese Eigenschaft, selber zu forschen, zu suchen , zu überlegen gegeben und gefördert.

    Lieber Bruder Tilo, du machst mir echt Mut und Hoffnung mit deinem  fundierten und recherchierten Kommentar. Schade, dass ich nicht so gut Deutsch sprechen kann. Ich hoffe, die Wörter gut getroffen zu haben und meine Meinung verständlich formuliert zu haben.

    Für Mitleser,  die eine Antwort auf meinen Kommentar geben möchten, ich lese mit großem Interesse konstruktive Kritik; und habe absolut keine Zeit für Streit über das Benutzen von den Namen YHWH, und andere Beleidigungen. Danke an alle, die sich die Mühe geben, andere zu ermuntern und ihnen helfen, durch  schwierigen Zeiten durchzugehen.

    In Liebe, Sliva

  10. ULLA

    Hallo Opa Prüter,

    Schreibpausen sind erholsam. Schon probiert?

     

    1. Opa Klaus Prüter

      ULLA  schrieb
      2 Stunden zuvor 
       
      Hallo Opa Prüter,  Schreibpausen sind erholsam. Schon probiert?
      Hallo Ulla Du hast vergessen zu schreiben, für wen sie "erholsam" sind. Hi hi
       

  11. ULLA

    Hallo Georg aus Kärnten,

    ich bin die Ulla aus Nürnberg. Das ist mein Klarname. Allerdings habe ich auch gelernt, dass etwas in Deckung bleiben oft sinnvoller ist. Lass mich eine kurze Begebenheit aus letztem Jahr erzählen:

    Ich lernte beim Einzug in mein neues Haus eine äußerst liebenswerte, fast 90jährige Dame, Nachbarin, kennen, die mir schon nach einiger Zeit sagte, sie sei eine Zeugin Jehovas. Ich legte meinerseits gleich die Karten auf den Tisch, erzählte ihr, dass ich der "Org. die Gemeinschaft entzogen habe" aus verschiedenen Gründen, der wichtigste: Mein Weg, mit Jesus zu gehen, läßt keine "Zwischenmittler" mehr zu.

    Sie meinte, das sei kein Problem, sie habe ihr Leben lang mit dieser Situation in der eigenen Familie gelebt und es mache ihr nichts aus. Es entwickelte sich eine herzige Freundschaft und sie genoss es, Sonntags bei mir zum Kaffee zu sein, es half ihr, mit ihrer Einsamkeit fertig zu werden.

    Nach einigen Monaten war unser "verbotenes Verhältnis" herausgekommen und ich wurde von einer "Glaubensschwester" zusammengeschimpft...was mir einfiele, das wäre verboten, was wir da tun und ich wüßte das doch ganz genau! - Das Trauma der Kontaktsperre (das ich auch als Ehefrau und vierfache Mutter) durchleben musste, kam wieder hoch...Schuldgefühle...psychischer Zusammenbruch...

    Auch meiner 90jährigen Freundin ging es dadurch schlecht, vor allem, als zwei Älteste sie daheim besuchten und ihr mit Ausschluss drohten, falls wir unser Kaffeekränzchen nicht lassen würden...viele Tränen am Telefon...

    ...Einige Monate später kam sie in ein Pflegeheim und ich wagte einen Besuch...das hat ein "Glaubensbruder" zufällig mitbekommen und wieder Alarm geschlagen.

    Nun war es endlich vorbei. Diese alte herzensgute lustige Dame konnte nicht mehr anders, als mir unter Tränen am Telefon zu sagen, dass wir uns nicht mehr sehen können...Ich vermisse sie noch immer, denn wir hatten den gleichen Humor, ich war für sie ein kleiner Ersatz für ihre Tochter, die ein Jahr vorher verstorben war...und ja, für mich war sie eine liebe mütterliche Freundin...

    Das passiert, wenn man zu offen und ehrlich ist.

    Vielleicht haben viele hier auf BI ähnliches erlebt und ich verstehe, dass sie lieber einen Nicknamen benutzen.

    LG und ein herzliches Willkommen dir, lieber Georg

    aus dem Frankenland

    1. Wildblume@Ulla

      Ach, liebe Ulla....das tut ja in der Seele weh...sei gedrückt!

      Grüße ins Frankenland

      Wildblume

  12. Horst

    Lieber Tilo,

    die Hauptpunkte Deines Artikels kann jeder Ex-ZJ bestätigen, und jeder Noch-ZJ möge sie prüfen:

    - Kontakte nach aussen sind verpönt bzw. verboten

    - eine Entfremdung zur Umwelt findet statt

    - die Darstellung der Aussenwelt erfolgt mit z.T. primitiven Klischees,

    - dem ZJ wird eine stolze Scheinidentität geliefert: Nur wir haben die Wahrheit !

    - die Identifikation mit der Glaubensgemeinschaft geht so weit, dass man immun ist gegen jede Kritik     und blind gegen jedes Negativum.

    Jedoch: Unvernunft,  Furcht vor Einsicht, Angst vor Wahrheit oder gar Mangel an Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe würde ich jetzt nicht allen ZJ unterstellen. Die eigene Person ist nicht mehr wert als die Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes, das war nicht meine Idenditität.

    Im Gegenteil, ich fühlte mich dermassen klein, unbedeutent, unwichtig, unwürdig, ein Nichts, in Angst gefangen.

    Im darauffolgenden Absatz nennst Du den wahren Grund hierfür:

    Das Einreden des "Gehorsams", die emotionale Erpressung, die Verleihung einer Identifikation, der man, wenn sie einem von Kindesbeinen an eingeredet worden ist, nicht so einfach entgehen kann, indem man "Gott kennen oder sehen und Jesus die Tür aufhalten" kann, wie Du ebenfalls schreibst.  Das ist eine ganz schwierige Angelegenheit, in der wir ja hier zu helfen versuchen.

    Herzlichen Gruss sendet Horst

  13. Jesaja

    Hallo Lieber Thilo, Lieber Boas Liebe Schneeflocke.....!

    Immer wieder sehe und lese ich wie hier auf Bi Menschen,  liebe Menschen beurteilt und manchmal auch verurteilt werden, das finde ich sehr traurig.

    Sind wir nicht alle froh das wir uns aus der ORG lösen konnten und genau das nicht mehr tun müssen und auch nicht mehr wollen? Mir für meinen teil ist bewußt geworden das es unmöglich ist jede Frage richtig beantworten zu können, klar ist mir nur, das die meisten Brüder die in den Versammlungen sitzen Indoktriniert wurden.... sie sind geistig benebelt worden, sie sind gefangene einer Ilusion.

    Wenn mann einer Ilusion verfallen ist,  ist es manchmal unmöglich die Realität sehen zu können der Verstand ist mehr oder weniger ausgeschaltet...man hat eine Falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit und der Gefühle Jahre und Jahrzehntelang geschürte Ängste tuen ihr restliches...Wer bin ich das ich sicher sagen könnte das es einen Zeugen Jehovas angesichts dieser Tatsachen an Gerechtigkeitsliebe mangelt?? Nein, sicher nicht! niemals, auch wenn es natürlich fälle geben mag wo dieses so sein könnte...

    Ich liebe diese meine Brüder und Schwestern auch wenn sie absolut irrational handeln, meistens sogar gegen ihr eigenes Gewissen, sie werden durch ihre eigene  Indoktrinierung gequält und genötigt Menschenunwürdig zu handeln.

    Es gibt hier einzig das System zu nennen, welches eine Armee von Menschen geschaffen hat die ihre wahren Gefühle unterdrücken müßen, die das Gefühl von ehrlichen Mitleid nicht mehr besitzen dürfen, dessen Herz  versteinert wurde....sie sind Marionetten eines Menschenverachtenden System geworden, welches nur nur noch ein Bruchteil der wahren Identitäten seiner Mitglieder erlaubt.

     

    Im Kern sind diese Menschen sicher liebenswürdige Menschen, die meisten werden wahrscheinlich niemals aufwachen, sicher nicht weil sie nicht wahrheitsliebend sind oder sonst irgendwelche schlechten Eigenschaften ausleben, sondern weil sie unfähig gemacht worden sind ihren Verstand zu gebrauchen und ihnen immer und immer wieder gesagt worden ist das sie dies auch nicht dürfen, falls sie es doch machen müssen sie sich schleunigst schlecht fühlen und um Vergebung bitten....!!

     

    Leider wird es immer Menschen geben die andere Menschen in schwachen momenten ausnutzen, verkleidet als Engel des Lichts kommen sie daher und verändern heimtückisch ihre Empfindungen, ihre Sichtweisen und Gefühle, bis sie irgendwann abgestumpft sind, nicht mehr fähig klar zu denken, nicht mehr fähig echt zu lieben....Aus wundervollen tiefliebenden, gütigen und liebenswerten Menschen werden seelenlose, gefühllose ja manchmal sogar lieblose Menschen geformt, die nicht mehr im Stande sind die Schönheit um sich herum zu erkennen.

    Ohne Rücksicht auf die Persönliche Identität ihres nächsten, nur um Macht auszuüben und sich als bevorrechtigt in einer besonderen Stellung vor Gott zu rücken ja um sich als besonders geliebt von Gott darzustellen näheren sie sich davon selbst vergöttert zu werden.

    Wie schade...wie schade!!

    Ich für meinen Teil, empfinde mit den Wissen das sie verführte sind, Liebe zu meinen Brüdern....

     

     

     

     

    1. Lieber Jesaja, ich vermisse in Deinen anerkennenswerten Darlegungen die Nennung der zweiten Gefahr für Menschen, neben der kurzen 'Verführung' >> die permanente "Sucht".
      Ich befasse mich mit diesen Problemen sehr intensiv seit vielen Jahrzehnten.
      Solche Sucht, nicht Verführung, beschreibst Du deutlich hier:
      "Wenn man einer Illusion verfallen ist, ist es manchmal unmöglich die Realität sehen zu können der Verstand ist mehr oder weniger ausgeschaltet... man hat eine Falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit und der Gefühle Jahre und Jahrzehntelang geschürte Ängste tuen ihr restliches..."  Sucht hält Menschen viel länger gefangen als eine Verführung, auch wenn der Verführer nicht mehr da ist, bleibt die Sucht noch lange. Aber WAS macht (gläubige) Menschen süchtig? Du nennst es richtig: ILLUSIONEN! Diese tauschen wie jede Sucht den Verstand gegen Gefühle mit Langzeitwirkung.
      > Verführung hat nur kurze Wirkung. Kurze Verführung geht aber meistens einer Sucht voraus.
      Das soll nur ein Denkanstoß sein. Ein Referat würde viel Text erfordern. Ich bin Jg.34 und war von 1951 bis 1979 bei Z.J.  Beim Ausstieg damals gab es keine Hilfe wie heute.

    2. RoKo

      Liebe/r Jesaja, hier be- oder verurteilt denke ich niemand. Wir lieben so doch auch. Wir benennen die Dinge nur beim Namen. Es ist eben schade, dass wie Du es nennst, diese Armee heute so kaltherzig ist. Und diese Kälte sie eingefroren hat. Das lernen sie, sie "müssen" so sein und so werden, um bei Jehova anerkennt werden zu können. Und so suchen sie... Was für ein Bullshit! Sie sind nicht befreit, sie irren umher und meinen, auf Kurs zu sein.

      Erst gestern diskutierte ich mit drei ZJ genau darüber. Und sie antworten im tiefen Nebel, so wie man es kennt. ZJ wurde antrainiert, immer und jederzeit zu antworten, was der Sklave aussagt. Sie können nicht frei antworten wie sie denken. Sie antworten, was der Sklave vorgibt.

      Auch ich kann diese Dinge nicht durchbrechen, so gern ich ihnen das erklären möchte. Sie lassen es nicht zu, schalten auf Durchzug. In all ihrer Argumentation - Jehova. Ich unterbrach sie dann immer wieder. Bei jedem Wort wie sie Jehova nannten. Jehova? Ich fragte dann, wer tut es? Sie waren schwer irritiert. Weil so lernten sie es doch immer, Jehova. M.N. nannte es immer wieder.

      So fragte ich dann immer. Wer? Wieso? Ich fragte: Wer tut es? Du sagtest eben Jehova tut es, so nanntest du es... Wer tut es? Wer tut es genau? Nach zögern sagten sie dann eher als Frage antwortend, Jesus? Genau! Hurra! Richtig erkannt. Jesus Christus! Im AT angekündigt und Sinn im NT. (immer dran denken wenn man Szenen liest, die Menschen im AT hatten keinen Christus, er der Messias war erst vorausgesagt, das erste mal in 1.Mo 3:15) Dafür habe ich jene ZJ gelobt. Jesus tut es. Er! Und nur er! Gut erkannt. Warum sagst du dann aber, Jehova tut es, wenn es doch Christus macht??? Wer lehrt das? Fragezeichen im Kopf der drei ZJ. Herrlich das zu sehen. Man muss fast schmunzeln.

      Jesus Christus. Das ist biblisch! Und nur das. Und ich sagte weiter, beim nächsten öffentlichen Vortrag mal genau, wirklich genau darauf achten. Jesus, nicht Jehova! Ich nannte Fox kürzlichen Einwand, Jesus der "Hauptvermittler". Ja wer denn noch? Er allein. Es gibt keine anderen Untervermittler, wenn das auch die LK nicht so haben will und gern selbst dieser Vermittler wäre. Es gibt nur ihn und ausnahmslos ihn. Jesus Christus. Punkt. Fertig. Antwort eines ZJ, ja er sei stolz darauf, eine Zeuge Jehovas zu sein. Sagte ich, genau und ich bin stolz darauf ein Zeuge Jesu zu sein. 🙂 Weil es kürzlich auf BI gesagt wurde. Jesus sagte, wer ihn [vor den Menschen] bekennt, den will auch er vor dem Vater bekennen, wer ihn verleugnet, den will auch er ... Verleugnen! Was gehört alles dazu? Gehört auch dazu, ihn nicht in seinem Amt eingesetzt zu benennen obwohl man es weiß? Ist das auch verleugnen? Offene Münder. Und ich hab sie einfach offen gelassen. Mehr geht nicht.

      Ich sagte weiter, Paulus wurde regelrecht wütend, weil sich Leute in seinen von ihm gegründeten Versammlungen zu anderen Lehren hinwendeten. So schrieb er, er wundere sich, dass jene Versammlungsmenschen sich 'anderen guten Botschaften' zuwendeten (Galater 1), aber nicht denen die biblisch sind. Diese Warnung gilt heute immer noch! Immer aufpassen. Und man muss gut und genau aufpassen, weil nur winzige Details entscheidend sind, ob eine Lehre biblisch ist oder nicht.

      Jesaja, mehr geht aber nicht. Sagt man mehr, sind diese ZJ in der Meinung bestätigt, man sei Abtrünnig und wohl deshalb auch genau und zu Recht aus der Gemeinschaft entbunden. Es ist verdammt schwer, ein Gespräch führen zu können. Da komme ich an meine Grenzen. LG RoKo

    3. Boas

      Lieber Jesaja,

      sei bitt nicht traurig. Das Beste, das jemand erreichen kann ist m. E. eine gesunde Mischung zwischen Gerechtigkeitsliebe. Aber Überschattet mit der Liebe von Oben. Nicht unserem eigenem Verständnis von Liebe. Dem Zugeständnis der Unvollkommenheit anderer, die auch Gott und seinen Sohn folgen WOLLEN. Was uns eins Vereinte und durch unsere Einstellung danach entzweite, wieder zu einer gemeinsamen Hoffnung führt.

      Verständnis, Empathie für die geplagten Seelen, gefangen in der Falle Satans. Auch seien sie noch so sehr von sich selbst überzeugt. Warum gibt es wohl die 1000 Jahre, mit denen wir mit Jesus als vermittelnde Priester DIENEN dürfen? Ja sogar müssen. Damit ihnen ihre Fehlentscheidung einmal bewusst wird. Die zweite Seite gesehen wird.

      Unsere Aufgabe wird enden. Doch das Königreich Gottes endet niemals. Danach dürfen die, die nicht an der ersten Auferstehung teilhaben wollten gerne entscheiden, wenn sie beide Seiten erfahren durften. Und sollte mein leiblicher Bruder sich unter denen befinden, die wie Sand am Meer sind und sich gegen die Heiligen und ihr Lager aufstehen, auch dann werde ich Tränen auch für ihn vergießen. Und werde trauern.

      Boas

      1. Ella

        Lieber Boas, lieber Jesaja,

        Eure Kommentare tun mir wirklich gut. Manchmal möchte ich viel dazu sagen, denen, die es womöglich noch nicht sehen können, mehr Verständnis für die Verblendung der Noch Infiltrierten vermitteln, dafür, dass sie das Netz der Verstrickung aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zu erkennen vermögen. Und wenn sie es tun, je nach Persönlichkeit und Erfahrung unter Umständen lange brauchen, um sich in die Freiheit zu bewegen. Der Eine mit einem Hops und ein Anderer mit einem Jahre dauerndem vorsichtigem Gleiten, und manch einer gar nicht.

        Es sagt nichts über Wertigkeit oder Verstand aus.

        Und ich vermag mich nur mit meinen Möglichkeiten in den Anderen hineinzufühlen und ihn ein paar Schritte zu begleiten, da zu sein, wenn er menschliche oder geistige Hilfe möchte.

        Eine schöne Beschreibung einer Pfarrerin aus der Schweiz...

        Das Licht aber – die Metapher die das Göttliche beschreibt – ist etwas in sich selbst. Es hat „Sein“ und „Substanz“. Licht ist ja auch in unserer Realität messbar. Wir kennen Lichtjahre, Lux, Candela, Photonenstärke. Licht hat Wirkkraft: Eine einzelne Kerze kann in einem dunklen Sportstadion gesehen werden. Aber es gibt keine „Schachtel voll Dunkelheit“ die man öffnen könnte um das gleiche Stadion zu verdunkeln. Sobald die Schachtel geöffnet würde, würde das Licht die Dunkelheit in der Schachtel auslöschen. Man verzeihe mir dieses eigenartige Bild, aber ich hoffe es illustriert, dass das Dunkle nichts Eigenständiges sei.

        So möchte ich Euch und den lieben anderen Mitlesern und -schreibern einen lichtdurchfluteten Tag wünschen.

        Liebe Grüße von Ella

         

        1. Liebe Ella, zu Deinem Vergleich von Licht und Dunkelheit fällt mir sofort ein, dass Sauberkeit niemals "abfärben" kann im Gegensatz zum Schmutz.

        2. Boas

          Liebe Ella und unseren Opa Klaus,
          ein sehr schöner Vergleich...

        3. Meereswoge

          Naja, ml Ella, es war ein lieb gemeinter Wunsch, der lichtdurchflutete Tag...... Zumindest bei uns im Sachsenländle war ganz und gar nischt davon angekommen.

          Aber zum Glück gibt es BI Kommentare, die mit künstlichem Licht mir so ziemlich bei jedem Kommentar seit heute Morgen ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Ob nun Licht/ Dunkelheit.....Schmutz/Sauberkeit.....Ammi/ Russe......Trolly/Rolly......phantasievolleNamen/ auf Papier gestempelte Namen......Fand ich gerade lustig....

          Der Kerzenschein für meinen Tag, - mag er für viele auch leider etwas dunkel sein -, war die Aussage von der demütigen  schweizer Pfarrerin: 'Und ich vermag mich nur mit meinen Möglichkeiten in den Anderen hineinzufühlen, und ihn nur ein paar Schritte zu begleiten da zu sein, wenn er menschliche oder geistige Hilfe möchte'.

          Wie oft, oder lange waren Menschen mit Jesus zusammen, manchmal  nur kurze Augenblicke der Heilung, des berührends, des gehörten Gleichnisses, seine Liebe, Freude, Frieden zu empfangen! Seine Barmherzigkeit und warmes, , ungeheucheltes Wesen zu spüren....., die Dankbarkeit und Lobpreis auslösten.......oder Menschen, welche diese heilbringende Augenblicke zurückwiesen, wegen ihrer Hartherzigkeit.

          Ich spüre dankbar, das wir hier füreinander da sind und uns nach unseren Möglichkeiten bemühen, zu helfen, als freie Christen ....

          Das war gerade mein persönlicher Lichtstrahl aus dieser inhaltsvollen Aussage

          Liebe Novembergrüße an Euch,

          Meereswoge

           

  14. Petrus111

    Liebe Freunde,

    der Artikel macht auf das Problem der psychischen Folgen eines Gemeinschaftsentzuges aufmerksam...

    Dazu gäbe es unendlich viel zu sagen!

    Wenn die Indoktrination durch JZ vollkommen gelungen ist, dann ist man als Mitglied der Gemeinschaft völlig einseitig informiert, lehnt alles außerhalb der Gemeinschaft als weltlich und satanisch ab und fühlt sich in seinem Mikro-Kosmos pudelwohl.

    Im Fall des jungen Mannes war es offenbar so, dass ihn eine junge Liebe aus seiner Traumwelt rausgeholt hat - er konnte mit dieser neuen Erfahrung in keiner Weise umgehen, war dann nicht in der Lage, ein geschicktes Doppelleben zu führen, hat sich somit erwischen lassen und war in keiner Weise auf das vorbereitet, was dann kam.

    Man muss es sich mal vorstellen: ein junger Mensch - gerade mal der Pubertät entwachsen, macht seine erste Liebeserfahrung - hier offenbar auch mit Sex. Und die Folge: totale gesellschaftliche Isolation als Reaktion auf diese neue Erfahrung.

    Der junge Mann hatte bisher ein durch die Org eingeschränktes Weltbild - war in keiner Weise auf ein normales Leben in einer pluralistischen Gesellschaft vorbereitet - hat sich auf das Abenteuer einer Beziehung eingelassen, was beim ersten Mal ja auch eine emotionale Achterbahn sein kann - und statt ihm zu raten, ihm beizustehen, ihn zu unterstützen, ihm erfahrene Hinweise zu geben: wird er eiskalt abserviert: nicht bereut - ausgeschlossen  - zur Reinerhaltung der Organisation.

    Man muss bedenken, dass damit jegliche tatsächliche physische und psychische Unterstützung aus Familie und Freundeskreis endet.

    Das ist so krank, so krass, so menschenverachtend. Und: genau das soll es sein, um alle Mitglieder auf Spur zu halten.

    Meine persönliche Erfahrung - von vor ca 3 Jahren war wie folgt:

    Ich bin beruflich vielfältig engagiert, in mehreren Vereinen leitend aktiv und habe einige Freunde außerhalb der Gemeinschaft der JZ. Ich bin vielseitig interessiert und offen für Informationen von allen Seiten, tolerant und eben nicht nur mit und bei JZ engagiert gewesen.

    Aufgrund meiner Vereinsaktivitäten sah man eine "Verletzung der Neutralität" und erklärte mir deshalb, ich hätte durch mein Verhalten zu erkennen gegeben, kein JZ mehr sein zu wollen - dies werde man also umgehend bekannt geben.

    Diesen Moment werde ich in meinem Leben nie vergessen.

    Im Blitzverfahren wird man ausgeschlossen - womit dann die Kontakte in der Gemeinschaft der JZ von einem Tag auf den nächsten gekappt sind. Ich denke, meine Emotionen, die heftigste körperliche Reaktionen auslösten, waren zu vergleichen mit einer Exekution. Die Ängste, die in dieser Sekunde von mir Besitz ergriffen, waren unbeschreiblich.

    Siehe meine Vorgeschichte - ich bin ein im Leben stehender gestandener Mann. Und gleichwohl erging es mir so....

    Ich bin als JZ aufgewachsen und erzogen worden und bin als Jugendlicher von zu Hause weggegangen, habe mich aber entschieden, in der Religionsgemeinschaft zu bleiben - auch, weil mir in meiner damaligen Situation innerhalb der Gemeinschaft sehr geholfen wurde. Natürlich helfen JZ jungen Leuten, die allein sind und sich der Gemeinschaft zuwenden - einfachere "Opfer" sind ja nicht zu finden - einfacher ist auch kein "Predigtdienst" zu machen.
    Ich war innerhalb der Gemeinschaft wenig engagiert, habe mich aber auf der zwischenmenschlichen Ebene vielseitig eingesetzt - und hatte in der Gemeinschaft viele gute Bekannte und Freunde. Ich muss ehrlich sagen: es waren - so hatte es sich angefühlt - über viele Jahrzehnte wirklich gute Freundschaften, von denen ich nicht geglaubt hatte, dass sie an die Religionszugehörigkeit gekoppelt wären. War aber so - bis auf einen einzigen Freund sind alle weg.

    So ging es mir... und wie soll es da erst jemandem gehen, der jung ist, total verwurzelt nur in der Gemeinschaft - über Familie und Freundeskreis.

    Die Isolation in der Gemeinschaft ist die stärkste Waffe, um die Leute in der Gemeinschaft zu halten.

    Die Exklusivität in der Gemeinschaft -also der Ausschluss Außenstehender - ist ein Bumerang, der auf alle die zukommt, die aussteigen wollen. Es verhindert Informationen von außen - es verhindert, dass man sich in der Welt draußen emotional und sozial zurechtfinden kann.

    Ich lebte in beiden Welten und nun nur noch in der Welt außerhalb JZ. Aber wie geht es jemandem, der nur in der einen Welt existiert und den Rest der Welt ablehnt? Wo soll er hin, wenn er aus seiner Welt ausgestoßen wird? Er ist verloren im Universum.

    Als gerade mal 19 Jahre alter junger Mensch aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden ist eine psychisch äußerst gefährliche Situation, in der man sofortige intensive psychologische Betreuung braucht, um in der normalen Welt außerhalb JZ emotional und sozial zurechtzukommen. Ähnlich wie ein langjährig Inhaftierter einen Bewehrungshelfer braucht, der ihm hilft, sich außerhalb der Mauern zurechtzufinden, so brächten JZ-aussteiger jemanden, der ihnen hilft, in ihrem neuen sozialen Umfeld zurechtzukommen.

    Das ist keine Frage von Bibelstellen oder von Gebet. Woher soll denn ein normal gewachsener 19-jähriger die Reife haben, von der hier auf BI-A - manche sprechen, die selber 40 Jahre dabei waren und dann "aufgewacht" sind?

    Mir konnte nichts besseres passieren, als das man (nach dem religionsgemeinschaftlichen Recht von JZ meiner Meinung nach zu Unrecht) befunden hat, ich hätte die Gemeinschaft der JZ verlassen. Sonst hätte ich den Weg aus dieser Org nie rausgefunden - hätte mich bis an mein Lebensende damit arrangiert - und hätte durch meine Mitgliedschaft und mein finanzielles Engagement die Org weiter unterstützt und mich weiter mitschuldig gemacht an ihrem Wirken.

    Ich sage es ganz ehrlich: meines Dafürhaltens können JZ in der westlichen Welt nur existieren, weil die Religionsfreiheit einen so hohen Rang hat. In Wahrheit sind JZ  - bezogen auf Deutschland - verfassungswidrig, verfassungsfeindlich und untergraben die verfassungsmäßige  Ordnung des Staates. Wären alle Menschen JZ, so wäre der Staat nicht existenzfähig. Nur, weil es so wenige sind, kann ein Land damit leben, so wie jede Stadt ihre Obdachlosen und andere im sozialen Abseits stehende Menschen aushalten kann, weil es eine deutliche Minderheit ist.

    Dieses Forum ist Informationsquelle und ggf. auch Anlaufstelle für konkrete Aussteigerhilfe für alle, die aus der Gemeinschaft - behutsam - raus wollen. Allen sei gesagt: je besser es vorbereitet ist, desto besser lässt es sich emotional aushalten. Aber mit dem Verlust von Freunden und Familie muss man dennoch erst mal fertig werden (können), sonst ist es schwierig. Ich bin heute weitgehend damit durch - auch dank BI-A.

    beste Grüße

    Petrus111
    👍

  15. ll

    Es müssen nicht nur Ex zj sein die sich so fühlen sondern auch Freunde von Betroffenen. ..

    1. Fox

      Guten Morgen und herzlich willkommen.

      Du hast völlig recht mit dieser Feststellung. Das Herz eines Freundes kann manchmal mehr betroffen sein als das eines angeblichen Bruders/Schwester. Religiöses Verbiegen kennt leider keine Grenzen.

      Ich wünsche dir alles liebe und gute trotz dieser Erfahrung und viel Kraft.

  16. Prokrustes

    Wie traurig die einzelnen Schicksale doch sind. Und wie oft sie sich noch wiederholen werden....

    Wann wird das endlich der breiten Öffentlichkeit bekannt?

    Wann geht man dagegen vor?

    Wann legt man ihen das Handwerk?

    1. Fox

      Guten Morgen Prokrustes,

      der "breiten Öffentlichkeit" ist es egal, wenn es Leid unter Jehovas Zeugen gibt. Zum einen sieht Otto Normalbürger keinen Zwang im Verbleiben einer solchen Organisation und damit die Möglichkeit, das eigene Leid zu beenden und zum anderen ist die Organisation selbst bemüht, Opfer als Einzelfälle mit dem berühmten "selber schuld" darzustellen und macht dies erfolgreich. Schließlich wird jedem Mitglied suggeriert, wenn es leidet, dann wegen der bösen Welt, Satan, Abtrünnigen und anderen Widerwärtigkeiten. Also niemals wegen der ach so stets bereiten Organisation. Das ist wohl auch einer der Punkte, die es so schwer macht, den Widerspruch zu Gottes Wort seitens der Organisationsführung zu sehen und ins Herz zu lassen, neutral zu prüfen was die Bibel wirklich sagt.

      Viele sind und waren Opfer. Die Überlebenden der Ausgeschlossenen hielten sich doch im Großen und Ganzen daran, ihrerseits keinen Kontakt zu ehemaligen Freunden und ihren Verwandten aufzunehmen, weil man erfolgreich eingeschüchtert war, sich von Jehova abgewandt zu haben und damit nicht mehr lebenswert. Hindert uns das auch? Sind wir nach dem 35. abgewiesen vielleicht entmutigt? Haben wir das als Zeugen an den Haustüren nicht tausendfach mehr ertragen? Und jetzt, wo wir uns als "frei" betrachten unterwerfen wir uns freiwillig deren gottloser Gesetze und unterstützen damit noch die christusferne Auslegung einer Org? Hoffen stattdessen lieber auf ein staatliches Eingreifen und entfernen uns auf diese Art in eine andere Richtung von Christus? Was hindert mich, die im Straßendienst freundlich zu grüßen und ihnen Zeugnis zu geben? Wenn sie nicht antworten wollen umso besser, Zeit gespart und niemand bringt meine Gedanken aus dem Fluß. Sie haben kein Recht, den Bürgersteig für sich haben zu wollen und wenn sie nicht angesprochen werden wollen sollten sie nicht da stehen. Kostet es mich etwas, selbst höflich zu bleiben? Gelegentlich schon, aber vielleicht schreibt er oder sie ja hier mal mit und dann bin ich umso dankbarer, wenn ich mich beherrschen konnte.

      Wir waren Opfer. Das soll so gut als nur möglich Vergangenheitsform annehmen und möglichst nicht erst im Jenseits meint euch allen einen schönen Sonntag wünschend die Fox

      1. Prokrustes

        Guten Morgen... oh schon Mittag

        Ich habe und werde immer wieder darauf aufmerksam machen/gemacht wo sie "irren". Nicht auf der Straße. Da lasse ich sie stehen. Ich grüße sie nicht als Zeuge sondern wie jeden andeten Menschen auch.

        Und wenn auch nur eine/r aufwacht. Mir geht es nicht darum dass der Staat bitte eingreift damit ich zusehen kann. Oder aus der Pflicht bin. Mich wundert es einfach nur, dass der regelwütige Staat, der oftmals alles bis ins kleinste ärgerliche Detail regelt, selbst die Hundehäufchen..., nicht hinsieht, nicht bemerkt, nicht reagiert. Evtl.  Sind die ZJ noch zu klein?

        Sie richten aber immens potenziertes Leid an...

         

        1. Markus

          Liebe Fox,lieber Prokrustes

          In einer Hinsicht liebe Fox ist die Einstellung falsch,das die allgemeine Bevölkerung sich einen Deut drum schert was mit ihren Mitmenschen die in so einer Religionsgemeinschaft sind passiert.

          Auch das der Staat nicht eingreift ist falsch

          Dazu muss ich etwas ausholen

          Die Bundesrepublik hat in ihrem Grundgesetz die Religionsfreiheit verankert,jeder kann glauben was er will und diesen Glauben ausüben.

          Darinn wird der Staat nichts machen,da dies ein Grundrecht ist.

          Was anderes ist es wenn Religionsgemeinschaften versuchen entweder ihre Mitglieder extremestisch zu erziehen,oder sonstige in den Straftatbereich ziehende Dinge ihren Mitgliedern aufzu bürden,oder solche Einstellungen an ihre Mitglieder aufzubürden.

          In dem Fall der JW.Org war jahrzehntelang vom Staat aus nichts auszusetzen,man sagte ,wenn sie nur irgendwo auf der Strasse stehen und ihre Heftchen verteilen und Gespräche suchen ist da nichts strafbares oder verwerfliches dran.

          Was anderes ist der derzeitige  Zustand der JW.Org der geziehlt darauf hinausläuft,das ihre Mitglieder in einen Sog gezogen wird durch die Indoktrinationen,was zu einem Extremistischen Ausbruch führen kann,siehe Russland.

          Wenn man weiter bedenkt das die Mehrheit der Gesammtchristen in  den meisten Ländern der Welt unter Verfolgung  stehen und sogar mit ihrem Tod rechnen müssen,sind dann Organisationen wie die JW.Org großes Gift ,die diese Verhältnisse durch ihr Extremes Verhalten nur noch mehr vergiften können.

          Zumal in streng muslimischenStaaten oder auch zum größten Teil in Hinduistischen Staaten die JW.Org nicht vertreten  ist.

          Wie MN schon mal in einem Kommentar schrieb,die Suppe die die LK kocht müssen andere auslöffeln und die Konsequenten dafür tragen.

          Falsch ist es liebe Fox zu sagen,der allgemeinen Bevölkerung ist es egal was mit Zeugen Jehovas passiert,genauso falsch lieber Prokrustes ist es zu sagen der Staat macht da nichts.

          Liebe Fox man muss die Bevölkerung sensibilisieren mit den Themen ,damit die Bevölkerung erkennen kann in welches Fahrwasser ihr Leben bzw Menschen die in solchen Seelenfängerhände gelangen ihr Leben kommen kann,und es ist zum Beispiel sehr gut so das es den JW Org Hilfeverein gibt der Ausgestiegenen  hilft und auch Menschen hilft die in den Fängen schon sind also ein Bibelstudium haben oder den Kontakt zur Organisation haben  ,da zu helfen und darauf hinzuweisen,was ihnen alles bevorsteht wenn sie sich weiter einfangen lassen.Es gibt inzwischen weltweit genug Organisationen die gerade vor solchen Sektentum warnen und den Leuten helfen,daraus sich wieder befreien zu können,Außerdem seit die Gesetze verändert werden in Bezug auf Extremistische Religionsgemeinschaften,ist der Focus des Staates auch auf die Zeugen Jehovas gefallen,Beispiel früher bis hin die 2000er Jahren wurden Zeugen Jehovas als harmlos hingestellt,Heute heißt es in den Berichterstattungen die auch in der Presse und im Fernsehen zu sehen sind,"  DIE STARK UMSTRITTENE GLAUBENSGEMEINSCHAFT  " merkst Du den Unterschied.

          Es braucht alles seine Zeit auch so eine Umstellung braucht seine Zeit,außerdem musst Du immer damit rechnen den die JW.Org besitzt immer noch sehr viel Kapital,das es in der Hinsicht auch Lobysten gibt die versuchen die Regierungen umzustimmen.

          Fakt ist allerdings,das immer weniger Menschen zur JW.Org dazu kommen und diese Organisation mit der Zeit zumindestens in Europa und inzwischen auch in Asien keinen bestand mehr haben wird,also aufgeben muss,wenn die alte Garde ,die inzwischen zwischen dem 60ten und 90ten Lebensjahr sind weggestorben sind und keine nuen oder nur noch vereinzelt neue Mitglieder dazu kommen,keinen Bestand mehr haben wird und auch kann,damit erledigt sich das Problem der JW.Org von selbst ohne das es viel Wirbel darum gibt,das ist die sogenannte leise Form der Schließung einer Organisation,darinn gibt es zwei Möglichkeiten,entweder gräbt man einer unbequemen Organisation das Geld ab,das kann man der  Jw.Org aber nicht,da genügend Kapital vorhanden ist ,oder man gräbt ihnen die Mitglieder ab und dabei ist das der Fall

          Das zu Eueren Kommentaren,ich hoffe das mein Kommentar freigeschaltet wird

          Grüße Markus aus dem trüben Hunsrück

        2. Fox

          Guten Abend Prokrustes, guten Abend Markus,

          unser Staat versteht sich als säkularer Staat, soll heißen, eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Das bedeutet natürlich auch, dass der Staat den Religionen auch eigene Rechtsprechung zubilligt, soweit diese Rechtsprechung nicht dem GG unseres Staates widerspricht. Ein Ausschluss aus der Organisation widerspricht nicht dem GG unseres Staates, denn es besteht die Möglichkeit, weiterhin diesen Glauben auszuüben. Jeder noch organisationsgebundene Zeuge wird bestätigen, dass es seiner eigenen Gewissensentscheidung entspricht, keinen Kontakt mit einem Ausgeschlossenen pflegen zu wollen, selbst nicht mit engen Verwandten. Und damit endet zum Glück das Recht des Staates auf Eingriff in die religiöse Ausübung.

          Warum zum Glück? Weil das Grundrecht auf Glaube und freie Ausübung der Religion in der Tat als eines der höchsten Güter gehandelt wird und wir alle sollten Gott danken für die Zeit, wo das so bleibt. Denn eins ist auch gewiss: Wenn dieses Recht nicht mehr besteht ist jeder Gläubige der Gesinnung der jeweiligen öffentlichen Hand unterworfen. Die Aufforderung "Betet für den König" hat grundlegende Berechtigung. Keiner unserer Politiker ist verantwortlich dafür, ob jemand Mitglied wird bei Jehovas Zeugen oder einer anderen seltsamen Religionsblüte. Du und ich als Mensch möchten schließlich nicht als Personen befunden werden, die nicht in der Lage sind, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen und somit einer gesetzlichen Betreuung bedürfen. Hundehaufen betreffen das Gemeinwohl - Religionen nicht. Das müssen wir einfach klar sortieren.

          Markus, hast du vergessen, wie intensiv Russland angegangen wurde wegen des Verbots der Zeugen? Sprecher des Bundestages weist die russische Regierung zurecht, sie sollten an das Grundrecht der freien Religionsausübung festhalten. Ein Urteil des EGMR 2018 zur Pflicht, besonders umsichtig gegenüber Religionen zu sein, auch wenn ein Unrechtstatbestand vorliegt.  (Urt. v. 25.10.2018, Az. 38450/12)

          Nach meiner Auffassung war es richtig von der russischen Regierung, die Zeugen zu untersagen. War es eine rein politische Entscheidung oder unter Mitwirkung der Kirche? Aus meiner Position ist das völlig egal, Jehovas Zeugen opponieren gegen den Staat und haben ihr Echo erhalten. Aber zum einen ist dies eben eine Einzelfallentscheidung eines Weltmachtstaates, zum anderen ist der normale Zeuge Jehovas noch tiefer in der Organisation verwurzelt, weil sich die angebliche "religiöse Verfolgung" bestätigt hat und damit augenscheinlich für den normalen Zeugen die Richtigkeit der WT-Aussagen bestätigt ist. Der einzelne Zeuge leidet also noch mehr. Und erhält nirgendwo die knallharte Wahrheit, dass es sich um Provokationen seitens der Organisation gegen die russische Regierung handelte und diese noch bestätigt wurde durch die Briefaktion, die den Entscheidungsträgern verdeutlichte, dass diese sinnfrei verführte Masse an Mitgliedern nicht willig ist, sich adäquat auseinanderzusetzen und zu erklären.

          Das hat w. o. beschrieben mit unserem Staat nicht das Geringste zu tun. Markus, auch strafrechtliche Taten führen nicht zum Verbot der Religion sondern zur Verurteilung des Täters, das ist sachlich korrekt und mehr passiert auch nicht. Die Frage ist für uns wirklich: laufen wir endlich selbständig oder warten wir auf den nächsten menschlichen Retter der uns dann seinerseits verblöden und als neuen Messias präsentieren will? Nochmal: Es ist gut, wenn die Religionsfreiheit besteht, weil nur dann Gefangene des WT und anderer Religionen Gelegenheit haben, sich mit den Fakten zu beschäftigen. Aber wollen wir, die wir uns als befreit von diesen Lügen bezeichnen, wirklich als Kaputte wahrgenommen werden die nix anderes zu tun haben als das Ende ihrer Peiniger zu wünschen? Das wäre gerechtfertigt, würde lediglich eine menschliche Meinung ausgemacht als Ursache, nicht aber, wenn behauptet wird - und mehr ist es nicht als eine Behauptung - das Ganze geschehe von Jehova aus und bestätige seinen Mitteilungskanal. Der einzelne Mensch zählt nicht in der Religion, er hat hinter der Organisation zurückzustehen. Verursachtes Leid wird daher ebenfalls nicht als Ursache der Organisation, sondern als Ursache eines Einzelnen empfunden und nach außen postuliert.

          Wenn wir unser christliches Glück, Verständnis und Mitgefühl von menschlicher Seite her erwarten - egal von welcher Seite - dann haben wir die Freiheit des Christus nicht verstanden. Wir wissen aber, dass Jesus kein einziges Schaf verloren geht. Das heißt, die wirklich lieben und sanften Menschen werden kraft des himmlischen Vaters zu Jesus gezogen und werden das ewige Leben haben. Egal was der Staat tut, egal was Religionen tun. Es ist so zugesagt.

        3. RoKo

          Lieber Markus und liebe Fox, ich habe gestern erst mit ZJ zum Thema Russland diskutiert. Sehr lang. Sie unterschrieben diese Briefaktion damals in der Versammlung auch. Ich glaube im Februar war das.

          Ich fragte sie so: Ein Engel aus dem Himmel kam damalig Glaubenden zu Hilfe, die zahlenmäßig unterlegen der Übermacht waren und dieser schlug 185.000 Assyrer. Gott sieht uns, die Nationen der Erde wie ein Wassertropfen am Eimer. Wieviel kleiner ist nur ein Mensch... Einer. Und viele Menschen, auch noch klein- Sehr klein, oder?

          Mir gefiel einmal ein öffentlicher Vortrag, indem klar gestellt wurde, dass JHWH seinen Namen heiligt und seine Souveränität rechtfertigt. Seines Namens muss er sich nicht rechtfertigen. Warum auch? Dies fiel mir zur Diskussion wieder ein. Kann er als Allmächtiger Gott das nicht selbst? Einen Engel beauftragen? Ist er denn auf uns kleine Menschen angewiesen? Gegen die Regierung Russlands anzutreten, weil sie sich erdreistet, ZJ verbietet? Sie verbietet nicht die Verbreitung der Bibel oder in der Bibel zu lesen. Sie, und dass muss man unterscheiden und hervorheben, untersagte die Verbreitung der Neuen Weltübersetzung und bibelerklärender Literatur der WTG. Aber auch nicht alle Bücher, sondern nur viele davon, überall wo extremistisches Gedankengut vorkommt. (Es gab mal eine Übersicht, welche Bücher dem Verbot unterlagen und welche nicht, finde sie aber nicht. Kann einer aushelfen?)

          Kann denn JW.org kyrillisch nicht einfach als Bibelbuch herausbringen und auf den Bund «Bibel» aufdrucken? Das wäre nicht verboten gewesen. ZJ hatten doch ausreichend Zeit dies zu tun, die Dinge passiertem doch nicht über Nacht. Sie erhielten eine Übergangszeit zugebilligt, die vom Verbot betroffenen Dinge abzustellen. Warum schreibt man weiter «Священное Писание — Перевод нового мира» zu deutsch: Neue Weltübersetzung der Heiligen Schrift wenn genau das der Inhalts des Verbots ist? Ist man etwa stolz auf die NWÜ? Liegt es am Stolz der JW.org? An was liegt es?

          Weil sich ZJ nicht an die Gegebenheiten hielten, die Vater Staat dort als zulässig einstufte, gleichwohl Jesus uns sagte, wir sollten der obrigkeitlichen Gewalt untertan sein, und weiter an ihrem Hulk festhielt, deshalb führte das m.E. nun zum Verbot. Mehr nicht und weniger auch nicht.

          Russland verbot also nicht den Glauben als solchen, sondern das Agieren und Merkmal des Glaubens, nämlich WTG Literatur zu verbreiten. Ein kleiner-großer Unterschied. Kann denn kein ZJ seinen Glauben ohne Bücher aus WTG in einem Bibelstudium anderen Menschen vermitteln? Kann denn kein russischer ZJ das Evangelium erklären? Ich denke doch! Das Evangelium steht in jeder Bibel! Benötigt man eine NWÜ? Und jetzt kommt aber etwas entscheidendes. Warum macht es keiner der ZJ? Warum wird WT-Literatur verbreitet? Ist das vielleicht ein anderer Glaube als der biblische? Sind das etwa Dinge, die nicht in der Bibel stehen? Diese Frage muss doch erlaubt sein, wenn es um biblische Dinge geht! Große fragenden Augen bei meinem Gegenüber...

          Ich erinnerte sie, wo unser KA wechselte, verabschiedete er sich mit einen letzten Rat an uns. Jes 30:15. "Durch Umkehr und Ruhe werdet ihr gerettet werden. Im Stillsein und Vertrauen werdet ihr eure Stärke haben." Im still sein! Beruhigt und in Stille. Es ist sein Kampf, nicht unserer. Wir sind nur Beobachter.

          Briefe an Russland zu senden weil JW.org in den Versammlungen dazu aufforderte, so für Jehova Stellung zu beziehen - was ist das? Ruhe und Stillsein?

          b-Teil: "Aber ihr wolltet nicht." So ist es. LG RoKo

  17. Noomi

     
    Hallo liebe Fox , meine geliebte ABER-Glaubensschwester. Dann sind wir ja geistige Zwillingsschwestern, denn ich war immer ein JA-ABER-Kind und bin es, bis auf den heutigen Tag in meinem Alter, geblieben. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum ich aufwachen durfte. Deshalb nun auch mal ein grosses ABER, für unsere Glaubensbrüder, die wir nicht alle in eine Topf zu werfen dürfen. Ich kenne einige Glaubensbrüder, die sich ein Leben lang für ihre Mitbrüder aufgeopfert haben und es noch weiter tun, selbst bis zum Zusammenbruch. Obwohl sie noch in der Org sind, versuchen sie in Liebe alles, damit es den dortigen Schafen gut geht und nicht ganz zur Hölle wird. JA, DAS GIBT ES WIRKLICH NOCH.
    Mit ihnen kann man noch über biblische Gespräche diskutieren, ohne angeprangert zu werden. Es sind Freunde, die zu einem halten, auch wenn sie um die kritische Einstellung wissen. Deshalb mache ich es wie du und bete für sie, dass auch ihnen der Morgenstern im Herzen aufgeht.
    LG Noomi
     

    1. Fox

      Liebe Noomi,

      nachdem ich viele Sonnen auf- und untergehen sah komme ich zu dem Ergebnis, dass es keine irdischen Institutionen gibt, bei denen es etwas nicht gibt.

      Die breite Masse der Mitglieder Jehovas Zeugen fügen sich den Weisungen von oben oft unbesehen, weil sie fürchten, sonst in Harmagedon selbst ihr Leben zu verlieren. Es ist eine lähmende Angst, lähmend auch deshalb, weil jeder eigene Gedanke als Angriff Satans angeprangert wird, dem man natürlich nicht zum Opfer fallen möchte. Dieser lähmenden Angst setzt man angebliches Selbstvertrauen entgegen, geparkt auf der Scheinerkenntnis, wie gut die eigene Organisation ist, alle anderen sind ja so fehlerhaft und böse.

      Der enge Zirkel von Organisationsführung ist gar nicht so eng, sondern geschult von Profilern, die sich gut bezahlen lassen für das Vermitteln, wie eine Menschenmasse geführt wird. Wenn in einem Stadion jemand "Feuer" ruft ist die Masse in Panik und damit unkontrollierbar. Was also tun um Massen zu kontrollieren? Richtig: Das angestrebte Ziel immer weiter nach hinten schieben, diese Masse in eine Warteposition bringen wie Obdachlose beim austeilen von Mahlzeiten. Immer in Anbindung mit dem Essensausteiler und am allerwenigsten mit dem Spender der Mahlzeit, denn der ist nicht vor Ort, von dem kann man vielleicht eine Werbung am Auto oder im Speiseraum sehen. Deshalb wird in den Versammlungen um den Segen der LK gebetet, nicht um den Segen Gottes und Jesu und deshalb wurde auch die Taufformel geändert. Nach 1975 entstand ein Vakuum in dem Viele der Organisation den Rücken gekehrt haben, aber mit Änderung der Taufformel war natürlich auch verbunden, Neue zur Organisation und nicht zu Christus zu führen. Das Vakuum des Verdachts, dass die Organisation, welche bis dahin großen Wert auf Christus als Gottes Sohn legte, doch nicht die einzig wahre Religion sei, wurde somit durch Selbstdarstellung als besonderer Mitteilungskanal Gottes ersetzt. Beide Punkte waren in früheren Jahren gelegentlich schon vermischt worden, aber nach 1975 war das Vermischen Programm und kanalisierte sich mehr und mehr hin zur Organisationshörigkeitsverpflichtung.

      Die Älteren wissen noch über diese Unruhe und können es teilweise nachempfinden, dass die vielen Ankündigungen von Harmagedon langsam nerven  und einer biblischen Grundlage entbehren, die Jüngeren kennen diese Christusergebenheit nicht mehr wirklich. Ihr Christsein beschränkt sich ausschließlich auf Organisationszugehörigkeit und deshalb ist für viele nur die Frage Organisation oder Glaube über Bord. Das könnte gar nie der Fall sein, würde Christus als Ziel, nämlich Vollender unseres Glaubens, gelehrt (Hebr. 12:2).

      1. lusan

        Die Wachtturmgesellschaft nichts weiter als religiöse Affen hervorgebracht.

         

        Und in diesem Trott verharren sie unaufhörlich.

  18. Hallo "Fox", Du schriebst am 24.11. um 11:04
    "Was erwartest du von herrschenden Mehrheiten? Da du "Gesellschaftskritik" erwähnst: Unsere Gesellschaft schreitet wirklich in Siebenmeilenstiefeln bergab." 
    Wie sieht es denn mit den "herrschenden Mehrheiten" auf 'christlicher' Ebene aus? Wie weit ist mein "damit identifizieren" wo ratsam oder möglich? Dort scheint mir sehr viel ein X für ein U vorgemacht zu werden. Eine politische Sicht stand eigentlich nicht im Fokus, sondern der heftige geistige Krieg/Kampf zwischen Wahrheit Gottes und Satans Lügen. Soll ich da einen breiten Mehrheits-Weg von Kompromissen um der Einheit und des Friedens willen mitgehen und mich damit "identifizieren"?
    Wahrheit und Lüge sind rein geistige Sachverhalte allein NUR im Kopf. Lügen können Wunden/Schmerzen verursachen, die nicht durch Kuschelkurs oder Streicheleinheiten zu beheben sind. Das 'Harmagedon-Drohpotenzial' kann Jahrelang nach dem Ausstieg noch jemand zum üblichen potenziellen Opfer "identifizieren" und traumatisieren. Besonders schlimm ist das dann, wenn Harmagedon in Wahrheit nur ein kalter Krieg ist und zweckentfremdet, verlogen als "Buhmann" missbraucht wird. Mehr dazu habe ich zu älteren Hauptartikeln über Harmagedon geschrieben, siehe Schlagwörter.
    Wenn Christentum auf rein soziales Verhalten beschränkt wird, dann kann ich mich damit leider nicht identifizieren. Für mich ist Jesus "der Same des Weibes" welcher der Lügenschlange das Maul stopfen und den Lügenkopf zertreten wird: Lk 12,51 Meint ihr, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage euch: Nein, sondern Zwietracht.(Lu) .

    1. Fox

      Hallo Opa Klaus Prüter,

      du sagst: "Wahrheit und Lüge sind rein geistige Sachverhalte allein NUR im Kopf." Dem kann ich klar widersprechen und bin sehr erfreut, dass deine weiteren Ausführungen ebenfalls ein Widerspruch dazu sind. Sowohl Wahrheit als auch Lüge sind grundlegende Charaktereigenschaften und somit oberste soziale Schulung. Christen sind somit die sozialsten Wesen auf dieser Erde - wenn sie denn tatsächlich Christen sind. Dann kommt unsere Unvollkommenheit dazu, das muss man einfach berücksichtigen. Bedeutet auch, dass ein jeder von uns gelegentlich vom eigenen Tun so überzeugt ist, dass es scheinbar keinen anderen Weg als diesen gehen kann. Mein X - z. B. in der Kindererziehung - mag für einen Mitchristen ein absolutes U sein, denn alle Menschen unterscheiden sich voneinander. Hast du bestimmt schon mal im TV gesehen, wenn es um DNA Nachweis geht. Da ist die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung bei etwa 1: 10 Milliarden. Wenn also alle Menschen so unterschiedlich sind kann es unmöglich eine einzige Erklärung für irgendetwas geben. Und das ist auch gut so, denn sonst bräuchten wir nicht auf Jesu hohenpriesterliche Fürsorge zu warten. Es gibt eine rote Linie des Evangeliums und die hangelt sich jeder Christ bestmöglich entlang. Mein X ist also ein anderes als das meiner Geschwister und zwar ohne dass ein einziger von uns deshalb schlechter wäre. Ihr U mag für mich ein köstlicher Gedankengang bei einer Tasse Tee sein, aber womöglich nicht mein Leben betreffen. Wir alle bemühen uns bestmöglich, wir alle brauchen Verständnis füreinander und noch dringender Vergebung seitens unserer Höchsten.

      Betrachten wir die Anleitungen zum Umgang innerhalb der erstchristlichen Gemeinschaften fällt auf, dass die verschiedenen Gaben alles Gottes Gaben waren und doch sollte eine gewisse Rangordnung zum Ablauf des christlichen Beisammenseins beachtet werden (1. Kor. 14:26-31) Paulus gab diese Anordnung nicht als Hinweis zur Wertigkeit eines Christen, das tun Menschen und missachten daher die Gaben Gottes, welche uns heute noch insofern zur Verfügung stehen, als dass wir den Nutzen durch die Niederschrift derselben haben.

      Das mag ein Hauptgrund erholsamen Empfindens für mich sein, wenn ich hier mitlesen kann. Die Vielzahl von Gedanken. Wirkt allerdings nur, wenn ich diese Vielzahl annehmen kann als das Beste, was meine Geschwister im Herrn zu geben imstande waren und unterstelle keinen schlechten Beweggrund, denn "den Reinen ist alles rein" (Titus 1:15). Wir stehen jedoch in der Gefahr, selbst von der Sünde befleckt und unrein zu werden wenn wir an der Zeugendressur festhalten, anderen zu unterstellen, uns ein X für ein U vormachen zu wollen. Sind das nicht sehr ernste Bedenken?

      1. Opa Klaus @ Fox: Du schreibst am Sa. 24.11, um 17.13 … "Sowohl Wahrheit als auch Lüge sind grundlegende Charaktereigenschaften und somit oberste soziale Schulung."

        Sehr richtig, wenn Du damit DAS Lügen meinst. Jesus hat dem Teufel die Charaktereigenschaft eines Lügners und verbunden damit den Charakter eines Mörders attestiert. Ich sehe lebenslang (Jg.1934) einen Unterschied zwischen DAS Lügen seitens Lügnern und DER Lüge in Wort und Schrift. Ich schrieb nicht von Lügnern, sondern von Lüge in Wort und Schrift.
        Du schriebst auch:  Wenn also alle Menschen so unterschiedlich sind kann es unmöglich eine einzige Erklärung für irgendetwas geben. Gibt es demnach keinen Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge?  Tut mir leid, dass ich Deinen Gedanken noch nicht folgen kann.

         

         

         

        1. Ede an Opa Klaus

          Guten Morgen Opa Klaus

          Ich sehe lebenslang (Jg.1934) einen Unterschied zwischen DAS Lügen seitens Lügnern und DER Lüge in Wort und Schrift. Ich schrieb nicht von Lügnern, sondern von Lüge in Wort und Schrift.
          Was ist Lüge? Wo und wann beginnt sie?

          Klar, wenn jemand bewusst etwas Falsches erzählt, ist es eine Lüge. Was ist, wenn jemand unbewusst etwas Falsches erzählt? Ist es eine Lüge oder ein Irrtum.

          Was ist, wenn ich eine wahre Aussage mache und jemand in der Wortbedeutung (Semantik) etwas Falsches versteht? Ist es eine (versteckte) Lüge, weil sie, wenn sie offenbar wird, im Nachhinein anders dargestellt werden kann. Diese Art des Lügens findet oft in der Politik Anwendung aber auch bei den Zeugen Jehovas. So wurde bis zum Herbst 1975 von der Leitung der Zeugen Jehovas der Eindruck vermittelt, dass in diesem Jahr Harmagedon kommen würde, obwohl dies mit keinem Wort behauptet wurde. Es ist dann schwer nachzuweisen, ob jemand gezielt gelogen hat, oder ob er falsch verstanden wurde oder ob vom Leser etwas falsch verstanden werden sollte. Dies lässt sich nur am Ergebnis manifestieren, nämlich wer den Nutzen daraus hat.

          Die Bibel ist sehr stark in Sinnbildern geschrieben. Dies bietet noch größeren Spielraum zur Interpretation und damit zur versteckten Lüge. Fast alle christlichen Kirchen berufen sich auf diese eine Bibel, aber jede Glaubensgemeinschaft interpretiert sie mit anderem Ergebnis für sich anders. Größere Genauigkeit bieten Mehrfachbeschreibungen einer Situation aus verschiedenen Blickrichtungen, weil die Bibel eine in sich geschlossene Aussage machen muss, die den Willen des Vaters wiederspiegelt. Dabei ist ein großer Kenntnisstand über die Inhalte der Bibel von größter Bedeutung. Darin sind wir uns vermutlich alle einig. Aber das allein bietet noch keine absolut richtige Erkenntnis, wenn das Ergebnis der Interpretation im Lichte der Bibel unstimmig ist.

          Jesus wies darauf hin, indem er uns riet, dass wir den Baum an seinen Früchten erkennen würden.

          Man stelle sich einmal vor, die Vorgaben bezüglich des Predigtdienstes, der Kleiderordnung, des Verhaltens untereinander und im Umgang mit anderen Menschen entspräche augenscheinlich der Bibel, aber ihre Mitglieder wären todunglücklich, so stellt sich die Frage, ob dieses Ergebnis vom Vater gewünscht wurde oder ob die Mitglieder lediglich falsche (fleischliche) Wünsche hegen.

          Auf jeden Fall wäre hier eine genaue Untersuchung der Lehre erforderlich, ob ihre Mitglieder willentlich oder versehentlich getäuscht wurden und ob dies tatsächlich dem Willen des Vaters entspricht, was ich mir so nicht vorstellen kann. Doch wer diese Untersuchung durch Hinterfragen mit Ausschluss sanktioniert, um sie zu verhindern, weiß genau, wovor er Angst hat, und das muss jedem zu denken geben.

          Wenn jemand die vorgegebenen Verhaltensweisen im Umgang mit anderen Menschen sowie im Predigtdienst und in der Kleiderordnung angemessen findet, so sollte er diese Vorgaben gerne und freiwillig umsetzen. Es muss ihm ein persönliches Bedürfnis sein. Anderenfalls ist der Ausstieg vorprogrammiert. Wer lehrt ist auch für das, was andere denken und wünschen mitverantwortlich.

          Ede

        2.  
          Lieber Ede, (zu 25..11. um 10:08 Uhr) Das Thema Lug+Trug+Illusionen wäre einen eigenen Blog wert.
          Ich denke viel darüber nach.
          Zur Lüge gehören zwei: der Lügner und der Belogene. Jeder Lügner „versteckt, verpackt“ seine Lügen möglichst optimal in ‚Ködern‘ damit er Erfolg hat und die Lüge nicht erkannt wird. Wie Du schreibst:
          „Was ist, wenn jemand unbewusst etwas Falsches erzählt? Ist es eine Lüge oder ein Irrtum.“ Hierzu gehört auch noch der fahrlässige Glaube an Lüge. Sobald beide Seiten bei Aufklärung zur Wahrheit zurückkehren ist alles gut und es war nur eine kurze ‚Entgleisung‘.
          Lieber Ede, darf ich Dir empfehlen, tiefer über die Ursachen vom Leid+Elend der Menschheit ab Eden nachzudenken und einen Zusammenhang mit Lug, Trug, Illusionen zu entdecken? Ich will mich hier nun bremsen.

        3. Ede an Opa Klaus

          Hallo Opa Klaus

          Was ist mit dem bewussten Glauben an eine Lüge, weil die Wahrheit unerträglich wäre?

          Stell dir einmal einen Bruder vor, der sein ganzes Leben seinem Glauben, so wie der Sklave es vorschreibt, geopfert hat. Er ist die Karriereleiter hochgebuckelt und genießt seit zig Jahren hohes Ansehen in den Versammlungen. Dafür hat er auf Beruf, Kariere und Familie verzichtet. Nun ist er alt geworden und stellt im Umgang mit ihm fest, was er dem Slaven bedeutet, und das kann nicht christlich sein.

          Würde jemand nach 45 Jahren Betheldienst oder Sonderdienst zugeben, einer Lüge aufgesessen zu sein?

          Ede

        4. Horst

          Lieber Klaus Prüter,

          kann ich Dir als , wie Du Dich selbst beschreibst "Profi-Analytiker und Profi-Denker" als einfacher Mensch zum Thema Wahrheit und Lüge und zu Deinen Ausführungen dazu folgende Parabel nennen:

          Ein Amerikaner macht ein Wettrennen gegen einen Russen. Der Amerikaner gewinnt. In den amerikanischen Zeitungen steht: "Unser Läufer war hervorragender Sieger".-

          In den russischen Zeitungen steht: "Unser Läufer wurde hervorgender Zweiter, wogegen der Amerikaner nur Vorletzter war".....

          Beides Wahrheit. Beides steht geschrieben. Nur eine Frage der Betrachtung. Veilleicht kannst Du (Jahrgang 1934, wie wir inzwischen mehrfach erfahren haben), daraus noch einen kleinen Geankenanstoß zum Thema "mehrfache Erklärung doch möglich" etc. entnehmen.

          Gruss Horst

        5.  
          (Ede @ Klaus 25.11. um 15:30 Uhr in Identitätskrise)
           
          Antwort Klaus: Lügen als „Schmerzlinderung“ bei Erwachen nach 45 J. Z.J. ?
          Ist Befreiung ein „Schmerz über Verlust? Angesichts der Hoffnung von Gott?
          Ich kann Dich oft gut verstehen, wo andere sich schwer darin tun.
           
          Eine Entziehungskur ist immer „schmerzhaft“.
          Keine Entziehungsklinik erlaubt einen allmählichen, sanften Drogen Entzug um Schmerzen zu lindern.
          Ein seelischer Schmerzens-„Schrei“ kann sich auch in „Schrei-b-en“ artikulieren. Das habe ich schon vor dem Ausstieg praktiziert und danach noch mehr. Wie erging es Raimond Franz?

          Lieber Ede, mein Ausstieg 1979 war auch sehr ‚schmerzhaft‘, obwohl ich mich nur mäßig für WTG eingesetzt habe. Ich war mit ca. 15 J. eingestiegen wegen Lehrpunkten und Hoffnungen. Mich ‚schmerzte‘ nicht eine verpasste Karriere im Leben, sondern der Verlust einer vermeintlichen ‚Heimat u. Familie‘. Aber wie die meisten BI-Teilnehmer tröstete mich, dass ich zu meiner echten Familie, den beiden Höchsten und zu echten Hoffnungen zurückgefunden habe. 

        6.  
          (Horst,  26.11.  00:56 Identitätskrise)
          Lieber Horst, also meine ‚Analyse‘ deiner Geschichte vom Ami  & Russen:
          Da es nur ZWEI Läufer waren, ist der Russe „letzter“ und der Ami „Vorletzter“. - vor diesem Russen.

          So und jetzt eine neue Frage: hat die Schlange in Eden überhaupt offensichtlich  gelogen? Hier der Text:
          1 Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen1 des Gartens dürft ihr nicht essen?
           
          2 Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir;
           
          3 aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt!
           
          4 Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben!
           
          5 Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.
           
          Vers 1 > die Frage allein war noch keine Lüge.
          Vers 4 > am gleichen 24 Std.-Tag starben sie nicht.
          Vers 5 > sie „erkannten“ wirklich etwas - allerdings nur winziges: „Betrug, Lüge“
          =
          dass vom Naschen - über den Verdauungskanal - kein Wissen im Kopf entsteht!
          und der ‚Baum‘ keine Sonderanfertigung/Wunderbaum Gottes war und keine WIRKUNG von ihm ausging!
          Jegliche WIRKUNG ging vom Kopf der Menschen und anschließendem Handeln aus.
           
          Die Schlange (Satan) nutzte ‚listig‘ die ‚Blauäugigkeit, Unbekümmertheit‘ von A & E aus, da sie sich keine Gedanken über die Bedeutung des ‚Baumes‘ gemacht haben und für „Interpretationen“ anfällig waren. Bis heute ist es so.
          Satan erzeugt mit seiner List und Halbwahrheiten einen riesigen Selbstbetrug und Illusionen unter der Menschheit bis heute. DAS IST die Ursache von Leid+Elend der Menschheit!   Als Satan mit einem Engel um den Leib Moses stritt, wagte der Engel kein Urteil, sondern sagte ‚Gott schelte dich‘.  Erst der tadellose Lebenslauf Jesu entlarvte Satan als Lügner und Menschenmörder. In Eden sprach aber Gott bereits von einer Feindschaft (kalter Krieg) zwischen zwei Fronten und dass der (Lügen-) Kopf / Maul der Schlange und ihrer ‚Brut‘ zertreten wird. Satan versucht als ‚Gott dieser Welt‘ mit Hirnakrobatik und Spitzfindigkeiten irgendeine Form von Lügen auf seiner Front zu rechtfertigen.

  19. Ella

    Lieber Tilo,

    lieben Dank für Deinen Artikel und dass Du immer wieder unermüdlich, wie auch die anderen Artikelschreiber, viel Energie dafür gibst, Licht in den Nebel von vielen im Herzen lieben und vertrauensvollen Menschen zu bringen.

    Wie wertvoll Eure Mühe doch ist.

    Lieben Gruß

    Ella

     

     

     

  20. lusan

    Dieser Artikel spricht aus meiem Herzen. Danke dafür.

  21. Suchender

    hallo zusammen

    im Grunde geht es um die Frage: was heisst Christ sein? Dies ist eine rein persönliche Angelegenheit. Das Verhältnis zu Gott und Christus ist eine 1:1 Beziehung. Hat nichts mit Zugehörigkeit zu einer Kirche zu tun. ABER: wenn eine Kirche eine Lehre verfolgt, die so nicht biblisch gestützt ist; so ist eine solche Zugehörigkeit zu quittieren... z.B. ist es für einen Christen sicher nicht ok, militärischen Dienst zu verrichten, Homosexualität gutzuheissen, sich nur und ausschliesslich auf Jesus zu fokussieren (nicht mal mehr Gottes Namen zu respektieren), usw.  ... das sind Grundlehren. Niemand, kein Mensch, keine Kirche kennt die absolute Wahrheit... aber nur schon bei näherer Prüfung dieser genannten Punkte fallen viele Org. durch das Raster. Was das Ausschlussverfahren betrifft: das ist keine neue Praxis.. Exkommunizion  gab es, seit es die Kirche gibt. Im Mittelalter war es das Todesurteil. ABER: auch das beruht auf einer bibl. Grundlage... über die Handhabung lässt sich diskutieren. Zum Glück entscheiden nicht wir Menschen definitiv über gut oder schlecht, sondern allein unser König, Jesus Christus

    1. Ella

      Lieber Wüstenwanderer,

      lieben Dank für Deinen Kommentar. Zum einen regt er eine Diskussion an, die ich als bereichernd empfinde und zum anderen zeigt er wunderschön, dass Du noch tief in der Perversion drinsteckst.

      Und das sagt nichts über Dein Wesen oder Deine Liebe zu unserem Schöpfer aus.

      In einem schon etwas länger zurückliegendem Kommentar hat Ulla so präzise von institutionellem Narzissmus gesprochen und das trifft es in meinen Augen sehr gut.

      In meinen persönlichen Erfahrungen hatte ich Gelegenheit sämtliche Mechanismen des privaten Narzissmus zu erleben und was es mit einem macht.

      Es finden dort diverse manipulative Strategien statt, deren Ziel Macht und Kontrolle bei größtmöglicher Ausnutzung sind. Auf die Hintergünde für ein solches Verhalten möchte ich hier nicht eingehen, sie sind menschlich genauso tragisch wie deren Opfer.

      Zu diesen Strategien zählen auch die Schweigebehandlung(Liebesentzug, bis derjenige wieder auf Spur läuft) und Perversion(Verdrehung von Wahrheiten zu eigenem Zweck), Kritikunfähigkeit, Projektion, Abwertung. Es gibt noch etliche andere Parallelen, die ich hier nicht aufzählen möchte.

      Fragst Du einen Menschen, der genau fühlt, dass in seiner Beziehung etwas nicht stimmt, der müde, abgeschlagen, verunsichert, ja regelrecht vergiftet ist...., so wird er leugnen, dass es so ist..er wird vermutlich viele Entschuldigungen für den Partner finden, denkt, er muss sich nur noch mehr anstrengen...und häufig, sind es die sensiblen Naturen, die dortdrin gefangen sind...der Blick auf die Realität ist zu schmerzhaft, als dass man ihn wagen möchte...Scham, Schuld,Angst...alles Teil dieser umfassenden Manipulation, die nicht nur im Kopf stattfindet, sondern im gesamten menschlichen Sein, welche sin unseren Worten oft nur wenig Beachtung findet, gerade in der westlichen Kultur.

      Der Weg der Realisation und die Konsequenzen, die daraus gezogen werden dürfen, gleichen dem eines schweren Entzuges und die Rückfallgefahr ist hoch...

      Auch Du wirst ganz klar sagen, dass es nicht so ist, weil Du es nicht sehen kannst oder möchtest, Dein gutes Recht des eigenen freien Willens. Es findet vieles so subtil statt( hier auf der Seite findest Du auch schöne Beiträge zu den Manipulations-und Gesprächstechniken), dass man es, gerade wenn es einem so vertraut ist, weil man schon lange drin ist, oft nicht sehen kann, aber irgendwo spürt, ganz unterschwellig. Und jeder hat seine eigene Schmerzgrenze.

      Wenn Du aber aufmerkst, Informationen sammelst, ganz in Deinem Tempo, werden Dir immer mehr Worte, Sachverhalte auffallen, die Dir in Deinem Innern sagen, da stimmt etwas nicht. Und Du hast die Wahl hinzuhören oder nicht.

      In vielen Beiträgen und Kommentaren hier kommt zum Ausdruck, dass es die durch diese diversen Techniken geschürte Angst ist, unserem Vater nicht zu gefallen, nicht in seiner Liebe zu sein, welche Viele dort drin bleiben lässt und vor den zahlreichen Konsequenzen, der Ächtung, der Isolation , die ja auch der jüngste Beitrag von Tilo so klar aufzeigt. Da sind psychischen Dynamiken im Gange, die von reinen Kopfmenschen gerne negiert werden. Und es hat nichts mit eigener Schwäche zu tun.

      Aber deuten diese Fülle an manipulativen Strategien nicht auch daraufhin, dass es womöglich nicht die einzige wahre Wahrheit ist, sondern die Angst vor dem Verlust von Macht und Kontrolle mit seinem bequemen Nutzen für einige Wenige?

      Ich sehe es, wie der Suchende schrieb, es ist ein 1:1 Verhältnis,dass ich zu Gott finden darf, dass mir keiner abnehmen kann.

      Ich stehe mit jedem meiner eigenen Gedanken, Worten und Handlungen am Ende da und habe Rechenschaft abzulegen.

      Und da begebe ich mich ganz in die Hände meines liebevollen Vaters, lasse mich gerne von Ihm leiten und ich kann sicher sein, dass Er kein religiöses Gremium braucht, um mich zurechtzuweisen, weil es die Situation nie wirklich gerecht sehen kann. Er ist doch viel mehr, Worte reichen nicht aus.Nichts Weltliches könnte Ihn beschreiben. Ich fühle mich dort geborgen, er sieht alles in mir und das braucht mir keine Angst machen.

      Mit diesen Überlegungen möchte ich Dir ein schönes und erholsames Wochenende wünschen

      und weiterhin mutig Dein ganz persönliches Verhältnis zu unserem Vater und in Jesus den Weg zu finden

      Ella

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

  22. Schneeflocke

    Ein wunderbares und tiefgründiges Thema und ich schätze sehr, dass es hier so offen benannt und veröffentlicht wird. Von diesen jungen Menschen und ihrer Verzweiflung  zu lesen macht mich einfach nur traurig. Und wütend. Wütend darüber, dass die sogenannte Wahrheit der Zeugen Jehovas solch eine (selbst-) zerstörende Wirkung hat. Und das ist kein Einzelfall.
    Die Zusammenhänge wurden in dem Artikel so gut beschrieben. Wie die Identität eines Individuums durch die Direktion des Kollektivs überschattet  oder verdeckt wird. Eine eigene Identität besitzt eigentlich jedes Wesen. Selbst unser Hund hat ihre Identität, bei ihr nennt man es vielleicht nur anders.

    Wenn man als Zeuge aufwächst mag es sein (und ich möchte bewusst es nicht Verallgemeinern), dass die eigene Identität gar nicht erkannt werden kann. Die Identität wird dann, wie es in dem Artikel so gut beschrieben wird, "ein Teil der Gemeinschaft der allein wahren Religion" zu sein. Und dies mit allen angeblichen Vorrechten aber auch Bedingungen, die daran geknüpft sind. Das raffinierte ist, dass man an dieser Identität hängt, ja sie im wahrsten Sinne des Wortes vergöttert, da die eigene vermeintlich nie gefunden werden KONNTE.

    Ich kann die beiden, die den eigenen Freitod wählten, gut verstehen und deshalb trauere ich um sie und gleichfalls um jeden, der sich gefühlsmäßig in einer ähnlich eingezwängten Lage befindet oder auch befand. Auch um mich selbst trauere ich dabei, denn auch ich habe solch eine ähnliche Erfahrung vor vielen Jahren an mir selbst erlebt. Nur ich habe anders als die beiden, Glück gehabt.

    Was ich etwas anders sehe ist allerdings die Beschreibung oder die Aussage, dass einem Zeugen, deren inneres versperrt ist oder auch bleibt, ein Mangel an Wahrheits- oder Gerechtigkeitsliebe hat. Auch denke ich nicht, dass eine solche Person (wie ich sie selbst ja auch jahrzehntelang war), die eigene Person für mehr Wert betrachtet als die Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes. Diese Aussagen klingen nicht weniger lieblos und überheblich, als die leeren Lehren der Zeugen.

    Wir haben doch durch die so eingehende Aufklärung und Offenlegung der Methoden das MindControl der Org. verstanden, wie also könnten wir ein nicht erfolgtes Aufwachen dieser armen von der Org Gefangenen ihnen selbst anrechnen?!! Sind wir erwacht? Wenn ja, dann sind es neben purer Gnade auch oft die Umstände, die einen dazu führen. Ich aus mir habe es sicher nicht vollbracht.

    Es stimmt, die Strukturen der Verurteilung gibt es in fast allen Religionen, aber nicht alle, nein, die wenigsten treiben junge eigentlich zutiefst lebenshungrige Menschen dazu, sich selbst als hoffnungslos und schlecht zu sehen. Und die absolut abscheuliche Ideologie treibt nahezu alle anderen, selbst Eltern und Kinder in dieser Gemeinschaft dazu, diese Verurteilung der Unbarmherzigkeit und der Misshandlung zu billigen und selbst zu praktizieren. Ist nicht vielleicht jeder dieser Geschöpfe  Opfer der Manipulation, selbst der augenscheinlich harte Älteste, der Urteile zu fällen hat. Armer Mensch, wirklich!! Denn er wäre wesentlich näher und inniger mit Christus verbunden, wenn ihm der Zugang, der meiner Ansicht nach die Liebe und die grenzenlose Vergebung bildet, gewährt worden würde. Es wird den Zeugen also diese Verbindung "gestohlen", ja, DAS ist die eigentliche Sünde, die diese Organisation gebiert.
     
    Wenn man dann ausgeschlossen wird oder aufwacht und selbst die Org verlässt, kommt diese Identitätskrise oft von ganz allein. Was man erlebt hat muss man eben erstmal erkennen und aufarbeiten. Das tut dann unter Umständen erneut oder erst so richtig weh, bis es irgendwann mit viel Geduld, Verständnis und nochmals grenzenloser Liebe heilen kann. Diesen Prozess erlebt jeder in eigener Empfindung und unterschiedlicher Intensität und man sollte meiner Meinung nach einfach nur echtes Verständnis dafür aufbringen.  

    1. RoKo

      Liebe Schneeflocke,

      Du nanntest:

      Ist nicht vielleicht jeder dieser Geschöpfe Opfer der Manipulation, selbst der augenscheinlich harte Älteste, der Urteile zu fällen hat.

      Gewiss ist das so. Du hast es m.E. sehr gut vorgetragen und zusammengefasst. Jeder Nachkomme aus Adam und Eva hat dieses Los, unvollkommen zu sein. Ein weiteres Los, in der Org durch die Org manipuliert zu werden. Jeder Zeuge weiß, der Teufel ist Meister der Manipulation. Ein Zeuge weiß, alle Dinge mit der Bibel abgleichen sollen zu müssen - jetzt stolpere ich über die Grammatik. Er weiß das. Nun die Frage, warum tun sie es nicht? Aus Unvollkommenheit? Oder aus Gier? Aus Bequemlichkeit? Zum Glück müssen wir all die Menschen nicht richten. Und wieder erhalte ich die Erkenntnis, dass es noch etwas Zeit dafür braucht. Der, der es kann ist von Gott mit aller göttlichen Macht, mit Weisheit und göttlichem Unterscheidungsvermögen ausgestattet. Wir dürfen vertrauen, dass er gerecht Recht spricht.

      Du fragt bestimmt, Gier? Wie das? Es gibt ein Sprichwort. Geld verdirbt den Charakter. Ein guter Bekannter der Millionär ist/war, sagte mal dazu. Nein, es muss eigentlich anders lauten. Geld offenbart den Charakter.

      Klingt völlig anders, ist aber wohl die tiefere Wahrheit. Nicht das Materielle ist der Grund, weshalb ein Mensch so oder so "werden" kann. Wir sagen immer, er wurde so...  weil man ihn anders kannte. Vielleicht war dieser schon immer so, nur die Mitmenschen drum herum haben diese Eigenschaft nie bemerkt, weil es keine Situationen gab, wo es zu erkennen war. "Geschlummert" hat diese Eigenschaft aber schon immer in seinem Herz. Insoweit ist es hier im Fall nicht Geld, sondern etwas anderes. Das künftige Leben als solche materielle Gabe. Ich schrieb mal mit einem anderen Bruder und er denkt ähnlich. Nicht die Erwartung auf das Leben, sondern der unermüdliche Drang, es unbedingt bekommen und zu erhalten. Die Org fördert es noch, das stimmt.

      Heb. 4:12, Gottes Wort, schärfer als ein zweischneidiges Schwert, deckt auf, wer wir wirklich sind. Gottes Wort ist Richter über die Gedanken und geheimsten Wünsche unseres Herzens...

      Vielleicht kennt jemand die Sucht beim Spielen an einem Spielautomat. In diesem Ding sind offensichtlich irgendwelche "Magnete" versteckt, wobei anfällige Menschen regelrecht dran fest gehen. Es geht nur noch um den Gewinn. Alles herum wird ausgeblendet. Nicht ist wichtiger als der Gewinn.

      Nahezu ähnlich, finde ich, ist es mit der Aussicht auf das künftige Leben. Ich habe mir auch schon lange den Kopf zerbrochen, warum ist das in der WTG so? Dieser "Magnet" verursacht etwas, was den Menschen zu Kopf steigt. Derweil könnte alles so einfach sein... Christus nannte deutlichst, so wir ihr messt, werdet ihr selbst gemessen werden. Und darf man von Menschen, die nach 1. Tim 3 erwählt und befähigt sind, die Herde zu führen nicht genau dies erwarten? Ein Bibelstudium? Und ein Abgleich der Anweisungen aus Selters mit der Bibel? Das, was wir auf BI zusammentragen, weiß doch ein Zeuge. Das gröbste zumindest. Der "Magnet künftiges Leben" scheint alles andere abzustellen und zu überblenden. So meine Vermutung.

      Zum Glück müssen wir nicht richten. Aber dieser Richter benötigt Rechtsfälle, um einen Menschen in Schaf oder Bock zuzuweisen. Ich denke, diese Rechtsfälle werden aktuell geschaffen, mehr denn je.

      Es muss Gründe geben, warum Hesekiel 34 notierte:

      2...Ihr solltet für mein Volk wie Hirten sein, die ihre Herde auf eine gute Weide führen. Aber ihr sorgt nur für euch selbst. 3Die Milch der Schafe trinkt ihr, aus ihrer Wolle webt ihr euch Kleidung, und die fetten Tiere schlachtet ihr. Aber um eure Herde kümmert ihr euch nicht! 4Den schwachen Tieren helft ihr nicht, die kranken pflegt ihr nicht gesund; wenn sich ein Tier ein Bein bricht, verbindet ihr es nicht. Hat sich ein Schaf von der Herde entfernt, holt ihr es nicht zurück; und wenn eines verloren gegangen ist, macht ihr euch nicht auf die Suche. Stattdessen herrscht ihr mit Härte und Gewalt. 5Weil die Schafe keinen Hirten hatten, liefen sie auseinander und wurden von wilden Tieren zerrissen. 6Viele irrten auf den Bergen und Hügeln umher. Nun sind meine Schafe über das ganze Land verstreut, niemand sucht nach ihnen und kümmert sich um sie. 7Darum, ihr Hirten, hört meine Worte: 8Ich, Gott, der HERR, schwöre, so wahr ich lebe: Jetzt ist Schluss damit! Meine Schafe wurden geraubt und von wilden Tieren zerrissen, weil kein Hirte für sie sorgte. Anstatt euch um die Herde zu kümmern, habt ihr nur an euch selbst gedacht. 9Darum lasst es euch gesagt sein, ihr Hirten: 10Ihr bekommt es mit mir zu tun! Ich ziehe euch zur Rechenschaft für alles, was ihr meinen Schafen angetan habt. ...

      Wir haben bei BI Ex-Älteste, die diese Dinge in der WTG nicht mehr mit gemacht haben. Weil ihr Gewissen angeschlagen hat. Manchmal sie auch aufgefressen und zernagt hat. Ich ziehe meinen Hut vor diesen Brüdern, weil Mut dazugehört sich dem entgegenzustellen. Und viele Älteste schwanken sicher noch und sind in dem Prozess. Darum bete ich auch für sie, dass der heilige Geist ihnen die Kraft gibt, sich dem entgegenzustellen. Und bitte betet mit für sie. Für alle Brüder und Schwestern, die das Wesen der Org erkennen. LG RoKo

      1. Fox

        Guten Tag RoKo,

        wir werden an etlichen Stellen der Heiligen Schrift regelrecht aufgefordert, diese "Gier" nach ewigem Leben aufrecht zu erhalten. Seitens der Bibel ist es m. E. absolut erstrebenswert, diesen Wunsch zu pflegen, zu hüten und sogar auszubauen.

        Nun kommt es wieder, das große ABER (ich sag ja, ich bin ABER-gläubig 😉 ): Das Wort Gottes verbindet diesen Wunsch IMMER mit dem Wunsch, den Nächsten mit in dieses neue Leben nehmen zu können. Hebr. 10:24 heißt uns doch, wenn wir zusammenkommen, dann um uns gegenseitig zur Liebe anzuspornen. Mit der Aussage Jesu, dass in der Liebe zum Vater und zum Nächsten das gesamte GESETZ und die Propheten erfüllt sind (Matth. 22:39,40) eröffnet er uns Möglichkeiten,  die vor ihm kein Mensch hatte. Er, Jesus, ist damit erfüllt, denn er zeigte seinen Jüngern, dass das gesamte GESETZ und die Propheten auf ihn ausgerichtet waren. Die Nächstenliebe wird damit der Gottesliebe gleichgestellt und diese Erkenntnis geht sehr, sehr tief, oder nicht? Nachdem Jesus laut Luk. 10:27 diese beiden Gesetze der Menschlichkeit herausstellte brachte er direkt damit in Verbindung das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Eine sehr praktische Anwendung. Der Samariter hat sich nicht darauf beschränkt, dem Opfer des Raubüberfalls kriminaltechnische Hinweise zur Vorbeugung eines solchen Überfalls zu geben oder gefragt, wer das war. Sicher nicht unwichtig - außer in diesem Moment! Und in Matth. 25, ab V. 31 zeigt Jesus wiederum, dass Menschen mit angewendeter praktischer Nächstenliebe vor ihm annehmbar sind.

        Sind biblische Gespräche deshalb unnütz? Gewiss nicht, aber zum einen nicht stets angebracht, denn es gibt auch für das Schweigen darin eine Zeit und zum andern fühlt es sich eben doch recht leer an, wenn sich jemand auf fromme Erklärungen beschränkt wo praktische Hilfe sowas von nötig ist (Jak. 2: 16).

        Gern nehme ich dein "Angebot" an, mit für Brüder zu beten, die sich dem Treiben einer WTG nicht anschließen, aber das möchte ich auch für jene tun, die noch in der Org sind und alles versuchen, es den dortigen Schafen nicht ganz zur Hölle werden zu lassen. Jeder einzelne von diesen ist ein Kühlakku gegen Satans Hassflammen. So wie es jeder für den Herrn Jesus Christus tut ist es gut. Wir wissen nicht, wen sie dadurch ins ewige Leben mitnehmen können.

        1. RoKo

          Liebe Aber-gläubige Fox, ich meinte mehr die Gier nach seiner Definition. Ich meinte nicht den innigen Wunsch oder das Verlangen in Form der Hoffnung. Das muss man denke ich differenzieren. Gier ist heftig, ungezügelt, hemmungslos, wild und auch blind. Ein Mensch der gierig nach etwas ist, blendet alles andere aus um es zu erlangen. Sogar die sittlichen Dinge, die anständigen, tugendhaften, ethischen, ehrhaften und moralischen Sachen, die im Miteinander leben von Normalität geprägt sein sollten. Mehr noch, nach Jesu Aussagen Merkmal außerordentlicher Liebe inmitten von Vielen kennzeichnen und herausstechen sollte. LG RoKo

    2. Tilo

      Tilo an Schneeflocke

       
      Liebe Vanessa!
      Ich fühle mich gedrängt, auf deinen Kommentar an mich zu antworten. Du kritisierst an mir, dass meine Haltung zur inneren Wahrhaftigkeit zu apodiktisch klinge. Dabei bitte ich zu bedenken, dass diese Haltung zuallererst für mich gilt. Diese Haltung rührt aus meinem Erleben, aus meinen Gedanken über mich selbst und aus meinem Gewissen. Wenn ich den Vorwurf erhebe, dass es so manchen Zeugen an innerer Wahrhaftigkeit fehlt, dann ist dies genau meine Erfahrung. Verallgemeinern will ich sie nicht! Und ich will und kann mich niemals zum Richter über andere Menschen erheben! Ich kann nur Verhaltensweisen kritisieren.
       Ebenso muss ich feststellen, dass es auch an Mut, an Bekennermut, fehlt. Aber was verlangt denn Jesus Christus? Ist er damit zufrieden, wenn man sich ständig gegen die Stimme des eigenen Gewissens taub stellt? Und wie mag er darüber denken, wenn ich durch meine Mitgliedschaft in der Org. quasi die Koexistenz von Licht und Finsternis billige? Welche Gemeinschaft gibt es denn zwischen Licht und Finsternis? Wie verhalte ich mich unter dem wissenden Blick Jesu? Und inwieweit trage ich durch meine Unentschlossenheit dazu bei, das ganze System der Org. zu erhalten? Wie viele erkennen die Unterdrückung durch die Org. und billigen sie durch ihre Unentschlossenheit und durch ihr Stillhalten? Das waren Fragen, die in meinem Gewissen auftauchten! Tauchen sie in anderen Gewissen nicht auf? Und wenn nicht, aus welchem Grund? Warum bin ich und sind andere aufgewacht? Was hat dazu geführt, dass wir uns für die Wahrheit, die in Jesus ist, entscheiden konnten? Wenn es nicht der Wunsch nach innerer Wahrhaftigkeit war, was war es dann? Wenn es nicht der Respekt vor Gottes Gerechtigkeit war, was war es dann?
       Wie ich schon schrieb, sind das meine Fragen gewesen, die ich für  mich allein beantworten musste!  Gewiss hat jeder Mensch seine eigene Biografie, sein eigenes Umfeld, auf das er Rücksicht nehmen will oder muss. Aber wie weit darf Rücksichtnahme gehen? Hat sie nicht auch auf die Gerechtigkeit Gottes Rücksicht zu nehmen? Geht es denn immer nur um meine Person?
       Wie soll das Aufwachen vor sich gehen, wenn ich den drängenden Fragen meines Gewissens ausweiche? Wozu ist mein Gewissen denn nützlich, wenn ich aus irgendwelchen Gründen nicht darauf höre? Jesus wird doch keine Gewalt anwenden, um mich zu zwingen, auf mein Gewissen zu hören?
       Jesus hatte viel Geduld mit mir!  Dafür bin ich ihm dankbar! Aber den Weg ans Licht musste ich selbst gehen, das hat er mir nicht abgenommen. Ich weiß nicht, wie viele Zeugen Jehovas auf demselben Weg sind. Wenn sie  darauf sind, werden sie auch mit Jesu Hilfe zum Ziel kommen. Aber um auf diesen Weg zu gelangen, sind – so meine ich – gewisse Voraussetzungen nötig: Innere Wahrhaftigkeit und der Wunsch nach Gottes Gerechtigkeit.
       Liebe Schneeflocke, bitte nimm mir meine Entgegnung nicht übel! Ich antworte als Mann, etwas zu rational vielleicht, aber nicht ohne Mitgefühl! Auch der Apostel Petrus hatte mein Mitgefühl, als er seinen Herrn verriet. Ich verstehe, wie Angst wirkt, weil ich selbst darunter gelitten habe. Aber eines Tages musste ich den Worten Jesu einfach vertrauen: „Habt keine Angst!“

      Ich möchte dich lieb, freundlich und respektvoll grüßen!
      Tilo

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      21

      1. Boas

        Lieber Tilo,
        Liebe Schneeflocke.

        Vorab möchte ich sagen, dass mir jedes Wort schwer fällt es zu schreiben. Habe zurzeit anderes um die Ohren. Doch möchte ich mit meinem dicken Lob für Dich, lieber Tilo, beginnen. Der Artikel ist wirklich nach meinem Geschmack sehr gut geworden.

        Den Einwand/Kritik von Schneeflocke, oder sollte ich eher Erweiterung eines Gedankens sagen, finde ich nicht abwegig. Es geht wohl um diese Formulierung:

        "Lauert im Hintergrund etwa die Angst davor, mit dem Annehmen von Kritik sich selbst infrage zu stellen und sich eventuell als Mitschuldiger zu fühlen? Ist es die Furcht vor der Einsicht, dass man betrogen worden ist und man sich hat betrügen lassen? Dann ist es wohl eher die Angst vor der Wahrheit und ein Mangel an Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe. Dann ist die eigene Person mehr wert als die Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes. Dann hat man natürlich eine furchtbare Angst vor dem Verlust seiner geliehenen Identität!"

        Ich nehme nun meinen Papa als Beispiel, der zwar aufgewacht, aber die Kirche der ZJ NICHT verlassen hat. Und ergründe Deine Aussagen bezüglich ihm.

        "Lauert im Hintergrund etwa die Angst davor, mit dem Annehmen von Kritik sich selbst infrage zu stellen und sich eventuell als Mitschuldiger zu fühlen?"

        Die Antwort lautet eindeutig NEIN!

        "Ist es die Furcht vor der Einsicht, dass man betrogen worden ist und man sich hat betrügen lassen?"

        Auch hier ein klares NEIN!

        Und nun lässt Du leider nur noch eine einzige dritte Möglichkeit offen:

        "Dann ist es wohl eher die Angst vor der Wahrheit und ein Mangel an Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe. Dann ist die eigene Person mehr wert als die Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes. Dann hat man natürlich eine furchtbare Angst vor dem Verlust seiner geliehenen Identität!"

        Auch hier ist die ganz klare Antwort aus Sicht meines Papas NEIN!

        Also muss Deine dritte Möglichkeit nicht die letzte Möglichkeit sein, warum jemand trotz dem Aufwachen und Erkennen, nicht seinen Austritt bekannt gibt.

        Identitätskrise. Wer bin ich? Was bin ich? Geschätzter Tilo, stell doch Deine Annahme von drei Möglichkeiten einem wahllos herausgepickten Propheten des AT gegenüber. Kennst Du einen Propheten, König oder Richter, der Israel physisch verlassen hat, weil das Volk Israel verdorben war? Oder wandelte er nicht als Mahnmahl und ständige Erinnerung weiter in ihrer Mitte? Und was war mit den 7000 Mann, die ihr Knie nicht vor Baal gebeugt haben? Haben die ihre Nation verlassen? Oder waren sie nicht weiter Präsent im Volk Israel und sind freiwillig ausgewandert? Machten es anders als das übrige Millionenvolk der Israeliten. Waren das alles Propheten? Oder mit unter ganz einfache Männer wie Du und ich? Inmitten eines treulosen Götzen anbetenden Volkes, welches JHWH verraten hatte? Oder beschmutzen die, die in einer Gemeinde neben denen sitzen, die das Weib Isebel dulden, ihre weißen Gewänder in den Augen Gottes?

        Auch mir ist der obige Abschnitt ins Auge gesprungen. Wollte aber eigentlich darüber hinweggehen und nichts dazu schreiben. Nun ist es eben anders gekommen. Welche Aufgabe Jesus unseren einzelnen Brüdern und Schwestern zugedacht hat, ganz egal, wo sie sich aufhalten, darüber können wir nur spekulieren. Aber nichts Genaues wissen.

        Wer bin ich? Was bin ich? Ich denke, lieber Tilo, die Meisten, die hier mitschreiben, wissen genau wer sie sind. Sie sind Kinder Gottes. Vom heiligen Geist erfüllt und von Oben ausgesucht. Von einer Identitätskrise ist da m. E. nichts zu spüren.

        Das es aber bei Vielen nach einem Gemeinschaftsentzug zu einer Identitätskrise kommen kann, weil die eigene Identität lediglich einer Identität einer Religion entliehen, oder mit einer Solchen verwechselt wurde, und nun plötzlich weg ist, dieses ist absolut richtig. Leider auch mit allen negativen Konsequenzen bis hin zum Freitod der Betroffenen.

        Bitte, ihr zwei ganz Lieben, nehmt mir meine Worte nicht krumm.

        Ich drücke Euch beide aus der Ferne und möchte noch sagen: Ich hab euch sehr sehr lieb und schätze Euch.
        Boas

        1. Tilo

           
          Lieber Boas!
          Ich danke dir für deine Antwort, und möchte noch einmal deutlich machen, dass meine im Aufsatz formulierten Fragen (!) eben keine starren Behauptungen sind, die in drei Teilen jeden Fall abhandeln. Ich habe nur drei Möglichkeiten erwähnt, nach denen man handeln kann.
           Du kennst deinen Vater, ich kenne ihn nicht. Und ich denke, dass keine meiner Fragen auf ihn zutreffen muss. Dass es in jeder Gruppe Menschen gibt, die sich innerlich vom Tross unterscheiden und den Christen in Sardes gleichen, die ihre weißen Kleider sauber gehalten haben, kann ja niemand abstreiten. Und dass sie von Jesus nicht dazu aufgefordert wurden, die Versammlung zu verlassen, ist uns beiden auch bekannt. Das Problem beginnt vielleicht dort, wo es auf ein Bekenntnis ankommt. Ich habe es erlebt, dass Älteste an unserem Tisch durchaus Kritik an den herrschenden Verhältnissen in der Org. übten, aber am Sonntag im Wachtturmstudium sich ganz und gar linientreu öffentlich äusserten! Ich habe es erlebt, dass ein Bruder mir mehrmals beteuerte, sich eher von der Org. zu trennen, als die Freundschaft zu mir aufzugeben. Und dann reichte der Besuch von 2 Ältesten, um ihn umzupolen. War es Angst?
          Und noch etwas zum Bekenntnis: Mir wäre es nicht genug, ein Jünger im Geheimen zu sein. Meine Umgebung sollte wissen,wo und wofür ich stehe! Das Geheime hat bei Nikodemus und Joseph ja auch nicht funktioniert. Spätestens beim Tode Jesu mussten sie sich bekennen, und sie haben sich bekannt. Auch Paulus konnte kein Jünger im Geheimen bleiben. Er hat seine ganze große Verwandschaft verloren (mit ein paar Ausnahmen) und war fortan bei den Juden bis auf den Tod verhasst. Das öffentliche Bekenntnis zu Jesus war ihm wichtiger. Du weißt auch, wie Jesus die Sache sah: Wer sich nicht zu ihm bekennen kann oder will, den kennt auch er nicht. Ich kann an seinen Worten nichts ändern, ich nehme sie aber soweit ernst, dass ich keinen Verein unterstütze, der Jesus verleugnet.
          Und ich betone noch einmal: Meine Entscheidung mich von der ORG. zu trennen, war meine Privatsache. In meinem Gewisssen musste ich mich entscheiden. Und ich begehe nicht den Fehler, und fordere von anderen dasselbe. Nicht einmal meine Frau hat mich nachgeahmt, weil sie eigenverantwortlich handelt. Aber ich weiß von ihr, dass sie sich ganz klar von der Org. distanziert hat. Auch sie weiß, dass man sich schuldig machen kann, wenn man das Verhalten der Org. billigt.  Jeder hat seine eigene Verantwortung und Jesus Christus ist unser aller Richter.
          In einem Kommentar wurde der Gedanke geäußert, dass es in manchen Versammlungen Älteste gibt, die als mitfühlende Hirten für ihre Geschwister arbeiten, damit die Versammlung für sie nicht zur Hölle wird. So habe ich auch gearbeitet. Und ich konnte so manchem beistehen. Einge unter ihnen haben sich später von selbst ebenfalls von der Org getrennt. Aber ich musste auch einsehen, dass man heute nicht mehr so arbeiten kann. Man kann nur das System Org. verlassen oder sich verbiegen. Wer weiter mitmacht, wird vielleicht auch mithelfen das System zu stützen. Es ist alles so komplizert, dass ich froh bin, für mich eine Entscheidung getroffen zu haben, die mein Gewissen nicht belastet. Möge es doch allen so gehen!
           Lieber Boas, ich wünsche dir Kraft für die Pflege deines Vaters. Ich konnte das nicht für meinen Vater tun, was du tust. Ich hätte es gern getan, aber es kam anders. Und so blieben wir uns fremd.

          Liebe Grüße! Tilo

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        2. Boas

          Lieber Tilo,

          Deine Entscheidungen, die Du in Deinem Leben getroffen hast, ehren dich. Sowohl die Anfänglichen den Brüdern zu helfen wie es auch bei mir war. Und auch die Nachfolgende, sich offen gegen die Lehren dieser Religion zu stellen, so wie ich es auch getan habe. Und mit den Konsequenzen zu leben. Man sollte immer seinem Gewissen folgen. Doch das Gewissen ändert sich im Laufe der Reifung eines Christen. Was unser Gewissen einst durch die Schulung der ORG als falsch wahrgenommen hat, wurde bei einigen Dingen ins Gegenteil verkehrt. Und umgekehrt.

          Ich wünsche Dir von Herzen weiterhin einen so standhaften klaren Blick. Und weiterhin so gute Ideen bei Deinen Artikeln. Mögen Dich unsere beiden Höchsten weiterhin beschützen und leiten.

          Boas

    3. Georg Markowitz

      Guten Tag, mein Name ist Georg Markowitz jun. und ich wohne in Österreich/Kärnten.

      Ob vieler Überlegungen hat sich mir kein Grund eröffnet, weshalb bei BI ausschließlich NICK-NAMES verwendet werden.

      Wenn ich etwas zu sagen habe, dann sag ich es in meinem Namen.

      Für mich würde sich dadurch der Lese-Wert enorm steigern.

      Beste Grüße aus dem Süden von Österreich

      PS: Da ich nicht weiß wie ich hier eine allgemeine Nachricht/Thema posten kann, habe ich unwillkürlich einen Antwort-Knopf gedrückt.

      1. Ede an Georg

        Hallo Georg

        Herzlich willkommen bei BI.

        Ob vieler Überlegungen hat sich mir kein Grund eröffnet, weshalb bei BI ausschließlich NICK-NAMES verwendet werden. Wenn ich etwas zu sagen habe, dann sag ich es in meinem Namen.

        Das kannst du als Mitglied der Zeugen Jehovas gerne machen, aber nur einmal, .... und dann immer wieder, aber nicht mehr als Mitglied der Zeugen Jehovas, denn du bist inzwischen gefeuert worden. (Original Thrump-Jargon) Das möchten viele Mitglieder verhindern, weil ihre gesamte Familie bei den Zeugen Jehovas ist und mit dem, der gefeuert wurde, keinen Umgang mehr haben dürfen. Absolute Kontaktsperre! Findest du nicht gut? Wir auch nicht! Ist aber so.

        Ede

        1. Lieber Georg, zum Thema Klarnamen:
          da meine 8-Personen-Familie mit mir ausgestiegen ist, habe ich sofort meinen Klarnamen zugänglich gemacht, z.B. "EggeKlaus", "OpaKlaus" und meine Mailadresse genannt.
          Es gibt nur Z.J.-Verwandte meiner Frau, die aber liberal sind. 
          Nur hier benutze ich auch zusätzlich meinen Nachnamen: Opa Klaus Prüter  und über meine hier in BI-A zu findene Homepage ist vieles über mich zugänglich.
          Seit 10 Jahren habe ich auch zwei Homepages, die über mich reichlich Auskunft geben.
          In BI werden nicht "ausschließlich Nicknamen verwendet". Ein Klarname allein ist kaum ergiebig, um über die Person nähere Auskunft zu geben.  Denk daran, sogar von Klingelschildern will man den Klarnamen abschaffen.
          Nun lieber Georg, nach Jesu Regel: "Was immer ihr wollt, dass Menschen für euch tun, dass tut zuerst", liegt es zuerst an Dir, über eine Person (über Dich) nähere Auskunft zu geben und Deine Maildresse für näheren Kontakt zu nennen.

      2. Ella

        Lieber Georg, ein herzliches Hallo, schön, dass Du vorbeischaust und Du Dich mit Deinem richtigen Namen vorstellst und für Dich diese klare Feststellung getroffen hast. Für mich ist nicht der Name, sondern eher die Aussagekraft von Bedeutung. Und in einem kürzlich veröffentlichten Kommentar hat peetha aus einigen Nicknamen eine herrliche kleine Geschichte an den Wüstenwanderer gesponnen, die ich wirklich amüsant fand.

        Aber wir dürfen hier gerne unterschiedlicher Meinung dazu sein.

        Und ich finde es gut, dass durch diese mögliche Anonymität in der Öffentlichkeit keine zusätzlichen Härten bzgl bestehender Familienbanden innerhalb der Organisation geschürt werden, welches ja gerade unser Thema ist.

        So darf doch jeder selbst entscheiden, wie es für ihn und liebe Verwandte oder Freunde das Beste sein mag.

        Also schön, Dich hier begrüßen zu dürfen.

        Liebe Grüße von Ella

      3. Omma@Georg

        Lieber Georg,

        du schreibst: "Für mich würde sich dadurch der Lese-Wert enorm steigern."

        Das sagen sich auch gewisse Verantwortliche von JW.ORG.   😉

        Also ich hätte inzwischen keinen Grund mehr, mich hinter einen Nick-Namen zu kuscheln, außer, dass der viiiiiel schöner ist, als mein richtiger.  Also bleiben wir bei Omma.

        Ganz liebe Grüße senden die Omma und ihr Oppa

        1. Fox

          Guten Morgen,

          die Omma nennt sich nicht einfach nur Omma sondern fühlt sich in ihrem ganzen Sein so an und das Gleiche gilt auch für den Oppa. Ob sie Lieschen Müller von hinterm Kreuzweg hieße oder Karlfriedrich Hustekuchen vom Alpenglühen - das Herz ist Omma und Oppa.

          Und das ist ein großer Unterschied zu denen, die zwar das Geburtstag feiern untersagen, weil man damit ja die Person an diesem Tag ungebührlich verehre, aber sich selbst feiern lassen als gute Vortragsredner und so toll konsequente Organisationstreue, dass sie nicht mal im Todesfall eines Mitgläubigen trauern. Empathitote halt, die weder mit dem was sie sagen sondern auch mit dem, was ihnen anvertraut wird wirklich christlich umgehen können.

          Für Menschen wie Omma und Oppa und etliche andere hier lohnt es sich für mich wieder (!) zu danken.

      4. Boas

        Lieber Georg,

        mein Name ist Rene Boas Meyer aus dem Saarland, Deutschland. Und ich schreibe hier nur unter meinem echten Namen Boas. Also nicht alle schreiben hier unter einem Nick-Namen. Auch Dir eine herzliche Begrüßung von mir
        Boas

        1. Lieber Boas aus dem Saarland, aus Ostwestfalen ein lieber Gruß an Dich.
          Deine letzten Beiträge wirken entspannter. Viel weitere Erholung dann, die Du vor Dir hast.
          Wirst Du auch mal Deinen Kopf frei bekommen und nur mal eine Zeit an Dich denken? Jeder hier in Bi wird Dir auch eine erholsame Schreibpause gönnen. Ob Du DAS schaffst ?!? Die gute Mischung machts vielleicht.

        2. Boas

          Lieber Klaus,

          da musste ich wirklich herzhaft lachen über Deinen Humor. Ob ich es schaffe, hier nicht mehr, bzw. weniger Mitzuschreiben? Da werden aber viele enttäuscht sein. Weniger: Ja. Aber eine Schreibpause? Was soll ich tun, wenn ich nur mitlese? Kommt mir da nicht trotzdem ein Gedanke nach dem Anderen, der mich drängt etwas zu sagen? Die Gedanken wollen einfach raus! Ich kanns einfach nicht unterdrücken.

          Ich komme Dir entspannter vor? Ich darf allen hier sagen, eure innigen Gebete und Nachrichten verfehlen nicht ihre Wirkung. Das Gebet hat viel Kraft. Sehr viel Kraft. Und es schenkt auch viel Kraft. Deshalb an Alle: Ich spüre, wie eure guten Gedanken und Gebete meinem Leben Kraft schenken durch Oben. Vielen Dank.

          Boas

      5. peetha @ GM

        Hallo, juuten Abend Georg- mein Name istPeter Baumgartl, so auch auf meiner around the world ID Card zu lesen (mit Bild) ich wohne und arbeite  seit ca17 Jahren im wunder-schönen Neckartal und meinen Namen gibt es nicht soo oft + mein Gesicht nur einmal. Der Einfachheit geschuldet postuliere ich unter peetha. Ein JWorg Bruder sein fällt aus, da ick im April zwo16 vor der  JWorg Versammlung in Mosbach/Neckar -D -die zweite  Tauffrage nach 12 Jahren öffentlich widerrief. Schön Dich mit deiner klaren Ansage hier zulesen.Freu mich auf mehr. Ein bis die Taage😉

        1. peetha @GM

          ... mein jootchen nee, ick hab es tatsächlich versäumt, Dir den schon mir entscheidenden Satz zu postulieren: ...‚Mir ist didd Schnuppe, ob Du eine vom Steinfels gesetzte ÖLaus bist. Die Zeit zeigt‘s ... und wir hier können damit umgehen

          willkommen mit ❤️!! 👌?!

      6. Fox

        Guten Abend Georg,

        du meinst: "Für mich würde sich dadurch der Lese-Wert enorm steigern." WARUM? Was verändert sich an der Einstellung des Bruders/Schwester zu einem religiösen Thema oder zu den Geschwistern  durch eine Namensänderung? Dass wir daran arbeiten sollen unsere Persönlichkeit zu ändern und zwar zum positiven ist nachvollziehbar und gerechtfertigt.

        Du hast nichts über dein Verhältnis zu Jehovas Zeugen geschrieben. Du hast nicht mitgeteilt, ob und wie du mit Zeugen in deiner Familie Umgang pflegen kannst wenn du dieser Organisation den Rücken gekehrt hast. Dann haben wir ja etwas, über das wir uns noch freuen können, wie über dein Mitschreiben heute. Vielen Dank.

        Hast du mal in Selters angerufen? Dann frag den Gesprächspartner doch mal nach seinem Namen wenn du dich mit "Herr Markowitz" meldest. Wir haben von Kindesbeinen an gelernt, dass man sich seinem Gegenüber vorstellt, noch vor Facebook und Co wurde dieser Anstand bei den Zeugen abgelegt. Ich schreibe unter meinem Nickname und wenn ich mich mal wieder in Selters bedanke dass sie jemanden rausgeworfen haben der hier mitschreibt, weil damit endlich der Weg zu Christus frei ist, dann mache ich das halt auch unter Fox wenn der andere nicht weiß wie er heißt.

        In meiner Endphase des Zeugendaseins habe ich mich des Öfteren an Selters gewandt. Über Wochen erhielt ich nächtens 30 bis 40 Anrufe. Wobei ich nicht behaupten möchte, dass diese tatsächlich von dort kamen, vielleicht hat tatsächlich mal jemand den Versuch gewagt, was klären zu wollen und die Reaktion deshalb kam. Aber ist mir ehrlich gesagt auch egal. Ich mag meine Internetwohnungstüre in Form des Nickname. Deswegen bin ich nicht unehrlich. Ich bräuchte ja nicht mitzuschreiben, es ist ja niemand gezwungen. Es gibt so herrlich viele Christen. Wenn ich also schreibe, dann um zur Liebe anzuregen, mich anregen zu lassen, mich zu bemühen, jemandes Last erleichtern zu können oder einfach nur als eine kleine Kerze zu dienen, die mal einen Lichtblick hinterlässt. Manche Reaktion darauf zeigt, dass es doch einige gibt, die froh sind, von einer Fox verstanden zu werden oder auch nur einen guten Gedanken zu bekommen als von einem Klarnamen virtuell geschlagen zu werden.

         

         

        1. Georg Markowitz

          ..... ich danke mich für die Antwort
          beste Grüße Georg Markowitz jun.

      7. Störtebeker

         

        Lieber Georg Markowitz,

         

        Störtebeker ist mein Nickname, inzwischen „Störti“, das muss wohl damit zusammenhängen, das viele hier über die Jahre bemerkt haben, dass ich leicht verstört bin. (Gerd war glaube ich der Erste).

        Störtebeker hieß mit Vornamen Klaus. Und das ist auch mein Vorname. Ich habe hier wirklich nichts zu verbergen! Das was ich an Informationen hier preisgebe und das was ich hier schreibe reicht völlig aus um Nachdenkende von der (noch) anderen Fakultät dazu zu veranlassen mir private Mails zu schreiben mit der Frage: „Bist du Störtebeker?“ Darüber freue ich mich dann immer! Dadurch kommen dann auch Kontakte zu wirklich Suchenden zustande.

        Störtebeker war ja nun mal ein Freibeuter, der den Reichen das Geld abgenommen hat und es dann teilweise auch den Armen hat zukommen lassen. Nicht alles! Er, seine Crew und auch sein Schiff mussten auch davon existieren. Ich will jetzt nicht die ganze Story erzählen. Ich kenne sie seit meiner Kindheit an in und auswendig.

        In meinem Leben hatte ich einige Boote, auch mal etwas größeren Kalibers. Sie hießen alle Störtebeker. Sogar mein Caravan heute heißt Störtebeker.

        Also, dieser Nickname dient nicht als Schutz für mich. Das brauche ich nicht mehr. Es hat etwas mit meinem Leben zu tun. Als junger Mensch bin auf Schiffen buchstäblich um die ganze Welt getingelt.

        Ich denke, auch in Selters wissen sie schon lange wer ich bin. Ich habe sowohl da als auch noch in Wiesbaden für sie gekocht.

        Außerdem ist Störtebeker der Retter der Waisen und Witwen. Ein respektloser Freund von mir, der übrigens am Samstag mit insgesamt 10 Personen zu mir zum Raclette kommt meinte mal lapidar: „Ja ja, besonders von Witwen.“

        Er hat übrigens vor kurzen einen guten Kommentar unter „Jesaja“ geschrieben. Was soll ich nun zu seiner obige Aussage sagen? Ich werde doch einem Propheten nicht wieder sprechen.

         

        Liebe Grüße an euch alle

        von Störti

         

         

         

        1. Georg Markowitz

          ... des Namens nicht wissend weis ich nun es gibt Dich ... danke dafür .... but ... maybe too much information ... ich hoffe aus der Samstagsparty wird dennoch was ...
          ....beste Grüße Georg Markowitz jun.

        2. "Es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht"

           

          Ein von Menschen erfundener Spruch, der seine Gültigkeit hat. Tun wir einem Kind etwas Gutes, wenn wir diesem tröstlich einreden, dass die heiße Herdplatte eigentlich kalt sei und es erst beim Hingreifen erfahren muss, dass es heiß ist und weh tut?

           

          Wenn uns Gott für einen missionarischen Lauf berufen würde, was würden wir den Leuten erzählen? Wir laden sie bestimmt nicht wieder in eine Institution ein, sondern ermuntern dazu, Joh. 1:

          12  so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,

          13  welche nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

           

          Wir sagen doch diesen Menschen nicht, lebt ein schönes Leben, stehlt nicht, gebt Almosen, nehmt Flüchtlinge auf… wenn ihr dies tut, bekommt ihr ewiges Leben in einem Paradies. Entspräche denn das der biblischen Wahrheit? Das wäre die richtig, 2Kor 5:

           

          17  Daher, wenn jemand in Christo ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden.

          18  Alles aber von dem Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch [Jesum] Christum und hat uns den Dienst der Versöhnung gegeben:

          19  nämlich daß Gott in Christo war, die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend, und hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt.

          20  So sind wir nun Gesandte für Christum, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi Statt:

          Laßt euch versöhnen mit Gott!

          Ein Vorbild ist Paulus, als er den Athenern am Areopag predigte. Das war keine süße Herumrederei, keine Weihnachtsbotschaft, kein liebes Jesulein… er erzählte harte Wahrheit, Apg. 17:

          30  Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, daß sie alle allenthalben Buße tun sollen,

          31  weil er einen Tag gesetzt hat, an welchem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn auferweckt hat aus den Toten.

           

          Paulus verschwieg nicht den Entscheidungsprozess, in dem wir alle eingebunden sind. Wir müssen wählen, ob wir die Wege Gottes beschreiten wollen, oder lieber unser Leben leben und auf gute Zeiten hoffen. Bei Paulus gab es nicht ein durchgehendes happy end, sondern:

          32  Als sie aber von Totenauferstehung hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: Wir wollen dich darüber auch nochmals hören.

          33  Also ging Paulus aus ihrer Mitte hinweg.

          34  Etliche Männer aber schlossen sich ihm an und glaubten…

          Die Gleichnisse Jesu vermitteln eine Parabel in schwarz/weiß, er sagte bei einer Gelegenheit, dass er deswegen in Gleichnissen sprach, weil die Menschenmengen seine Lehre nicht verstehen sollten. Er zeigte seinen Jüngern, denen es gegeben war, „die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu erkennen" (Mt 13:11), dass wir eine Entscheidung treffen müssen. Auch bei Aussteigern der Wachtturm-Szene:

          Die Wahl für oder wider, bleibt jedem Einzelnen nicht erspart, auch denen wir hier bei BI-aktuell schriftlich eine gute Botschaft vermitteln, aber nicht die Gerichtsbotschaft verschweigen sollen. Wir laden sie nicht zu u n s ein, wir rufen laut:

          Laßt euch versöhnen mit Gott!

           

  23. Aesculap

    Aesculap @ Bernhard Schüler.

    Bernhart was du schreibst ist genau auch meine Erfahrung.

    Bei andere Konfessionen sieht man ähnliche Gruppen Dynamik.

    Wenn man bestimmte lehren oder verhalten hinterfragt oder in frage stellt, oder andere Ansicht ist wird man weniger beliebt oder unbeliebt. Besonders bei der Führungskräften.

    es geht dann nicht mehr um Wahrheit, sondern das aufrecht halten von Dogmen wie Dreieinigkeit.  Wenn man dies im frage stellt oder das gut biblisch begründet nicht glauben kann ist es aus mit der liebe und bekommt man schnell negative Aufkleber aufgedrückt. Gehen Gemeindemitglieder dich meiden, und wird mehr über dich geredet dann mit Dir‼️

    So ging es bei Christus, der Propheten, bei Stefanus und vielen mehr, bis auf die heutige Tag ❗️

    📖 Jesaja 66: 4,5

    ‘So habe auch ich für sie gewählt: Ich lasse Unheil über sie hereinbrechen.

    All das, wovor ihnen graut, soll sie nun treffen.

    Denn als ich sie rief, hat mir keiner geantwortet.

    Ich habe mit ihnen geredet, doch niemand hat mir zugehört.

    Lieber haben sie getan, was ich hasse, und sich für das entschieden, was ich verabscheue.

    « Hört nun, was der Herr euch sagt, die ihr voll Ehrfurcht auf seine Worte achtet❗️: »Die Menschen eures eigenen Volkes hassen euch und stoßen euch aus, weil ihr zu mir haltet‼️

    Ständig spotten sie: ›Soll der Herr doch seine Macht zeigen und euch helfen, damit wir euch endlich einmal fröhlich sehen!

    ‹ Doch es kommt die Zeit, da werden diese Spötter in Schimpf und Schande dastehen‼️’  🤔

    ‭‭Jesaja‬ ‭66:4-5‬ ‭

    Amen

  24. Da ich schon ca. 40 Jahre von J.Z. ausgestiegen bin, macht mich das etwas zum Außenseiter; auch das:

    Wikipedia: Identität ist die Gesamtheit der eine Entität, einen Gegenstand oder ein Objekt kennzeichnenden und als Individuum von allen anderen unterscheidenden Eigentümlichkeiten. Analog wird der Begriff auch zur Charakterisierung von Personen verwendet. Psychologisch und soziologisch steht dabei im Vordergrund, welche Merkmale im Selbstverständnis von Individuen oder Gruppen als wesentlich erachtet werden. So folgt die rechtliche Identitätsfeststellung den für Inklusion und Exklusion relevanten Markern moderner bürgerlicher Gesellschaften.

     
    Es gab schon mal eine Identitätskrise der gesamten Menschheit.
    Aber da suchten nicht die Menschen nach ihrer Identität, sie hatten sie bereits gewählt;
    sondern Gott erkannte seine Schöpfung „Mensch“ nicht mehr wieder, Noah ausgenommen.
    Bis auf Noah wollte keiner auf Gottes Flutwarnung hören und Gott musste leider alle „abschreiben“.
    Auch heute ist es ein Unterschied, ob wir eine Identität in unseren oder in Gottes Augen suchen.
    Allerdings lässt uns Gott die volle Wahlfreiheit mit was wir uns identifizieren wollen.
     
    Selbst Adam u. Eva haben sich dazu verführen lassen, ihre Identität neu auszurichten, zu wechseln.
    Beide taten es nicht unbeeinflusst aus eigenem Antrieb sondern fahrlässig.
     
    Die Menschen in aller Welt bekommen von Kindheit an eine Identität „verpasst“ ohne eigene Wahl.
    Wie kann sich ein Mensch nun orientieren, um seine natürliche, gottbestimmte Identität endlich zu finden.
    Dazu ergibt sich die Frage, ob Gott der Schöpfer den Menschen auch heute noch dabei behilflich ist.
     
    Was mich in eine Identitätskrise stürzen könnte, wäre eine Mehrheit, die mir ständig, Jahrzehnte lang
    „ein X für ein U“ vormachen will, die mir immerzu weismachen will, dass 3x3=6 und 3+3=9 sein soll.
    Da entsteht in mir der heftige Impuls: „Ich bin ein Mensch, holt mich hier raus - aus dem Irrenhaus“.
    Ich wüsste nicht, wieso das Alter einer Tradition, die Gewohnheit >>>
    ihr irgendwelches RECHT, Gültigkeit, Nutzen verschaffen könnte. Deshalb übe ich Gesellschaftskritik.
     
    ????🤔

    1. Fox

      Guten Tag Opa Klaus Prüter,

      wieso kann eine Mehrheit, die dir ein X für ein U vormachen will, dich in eine Identitätskrise stürzen? Das verstehe ich nicht. Was erwartest du von herrschenden Mehrheiten? Da du "Gesellschaftskritik" erwähnst: Unsere Gesellschaft schreitet wirklich in Siebenmeilenstiefeln bergab. Erwarten wir aufgrund dessen, was die Heilige Schrift sagt, etwas anderes? Es wird doch nicht bis knapp vor Toreschluss bei Christi Wiederkunft das Paradies sein? Dennoch muss klar gesagt werden, dass unsere Gesellschaft bei allen Fehlern, bei aller Inkonsequenz und fehlender Weitsicht dennoch bemüht ist, jedem Menschen eine Grundbildung zu ermöglichen und eine eigene Identität durch freie Berufswahl (Art. 12 GG) , freie Religionsausübung, zu der nach Art. 4 GG auch das Recht auf Nichtglaube gehört, was keine Selbstverständlichkeit ist. Die Freizügigkeit der Bundesrepublik (Art. 11 GG) gewährt einen Wohnsitz nach Wohlbefinden, die Familie steht unter dem besonderen Schutz des Staates (Art. 6 GG), die eigenen Gedanken dürfen in Wort, Bild und Schrift veröffentlicht werden (Art 5 GG), sollten der Nettiquette entsprechen, klar, ansonsten bleibt geheim, was du geheim wissen willst, denn das ist geschützt durch das Brief- und Fernmeldegeheimnis (Art. 10 GG). Das alles ist gedeckt von einer Mehrheit, deren Gewohnheit es ist, anderen ein X für ein U vormachen zu wollen.

      Im Gegensatz zur Organisation Jehovas Zeugen besteht diese Mehrheit aber nicht darauf, dass du dieses U auch annehmen musst, du darfst sogar ein A daraus machen wenn du möchtest. Du bist nicht einmal gehindert, aus diesem A ein A-limente zu machen wenn dir danach ist, indem du Nachkommen zeugst, die ebenfalls nicht bereit sind, das U der anderen anzunehmen. Damit erfüllt die soziale Gesellschaft Art. 2 GG: "
      (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
      (2) 1Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. 2Die Freiheit der Person ist unverletzlich. 3In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden."
      Wie dieser von Tilo mit wahrscheinlich blutendem Herz abgefasste Artikel deutlich zeigt, ist die religiöse Mehrheit der Zeugen nicht bereit, diese Freiheit zu gewähren. Wo fängt denn die körperliche Unversehrtheit an? Sind und waren nicht ganz viele Mitschreiber hier von der Ignoranz der Organisation diesbezüglich schwerst betroffen und sind es noch, auch, weil die Verlogenheit der Org gegenüber den höchstrichterlichen Institutionen der BRD eben nicht Art. 6 GG u. a. respektiert und sich die Anerkennung als KdÖR erschlichen hat?

      ABER: Sind wir befreit von diesem Gedankengut, wenn wir uns im täglichen Kampf des Bestehens ohne Organisation, bekennend: hin zu Christus, tatsächlich in Wortklaubereien ergießen und uns gegenseitig Bibeltexte vorhalten zum untermauern der Richtigkeit eigener Ansichten? Ich steigere diesen Gedanken einmal: Könnte vor diesem Hintergrund den Zeitgenossen Noahs tatsächlich Sünde unterstellt werden? Es gab doch kein GESETZ als Erklärung des göttlichen Willens! Was nun, die Bibel weglegen und nach Gutdünken leben? Natürlich nicht! Meines Erachtens sollten wir wie Jesus aufforderte, wie die Kinder werden in dieser Beziehung, nämlich den Nächsten zum mitmachen animieren ohne einen Stempel aufzudrücken wie "vorbildlich, weil Pionier" und ähnlichem Murks. Anerkennen, dass wir in unserer Welt nur ein kleiner Teil sind, nur bruchstückhaft sehen wie in 1. Kor. 13:12 schon von Paulus benannt. Treten wir einfach einen Schritt zurück um einen größeren Blick auf das Gesamtbild zu bekommen. Dann sehen wir auch mehr vom ABC und gewinnen einen Eindruck, den uns kein Mensch nehmen kann: Ein umfassenderes Bild des Christus, wie er uns die Liebe seines Vaters näher bringen möchte.

  25. Noomi

     
    Danke lieber Tilo für deinen Artikel! Ja, zum Glück bin ich durch die Einstellung meiner Eltern, genau so aufgewachsen, dass die ORG ein Beiwerk, ein Instruieren von biblischen Gedanken war, die man dankbar annahm und zum Bibelverständnis ausnutzte. Aber auf keine Fall zu einer göttlichen Institution welche fast angebetet werden muss. Aber trotzdem war die Versammlung für mich, die ich darin aufgewachsen bin, meine Heimat. Man hatte keine Freundschaften ausserhalb nicht einmal zu der weit zerstreuten Familie. Freundschaften hatte man nur unter Zeugen.
     
    Aber dann als die ORG immer mehr zu einer hochstilisierten Religionsgemeinschaft mit Machtanspruch wurde, war meine Kritik immer vordergründiger und ich zog mich immer mehr zurück. Dabei äusserte ich mich mal zu einem mir Nahestehenden: „Ich habe meine Heimat verloren“, und bekam die Antwort: „Nein du hast sie doch jetzt erst recht gefunden“. Damit meinte er, die Nähe zu Christus.
     
    Es stimmt, die Einsamkeit wurde mit dem Rückzug auch sehr gross, denn, wenn man nicht mehr in die Versammlung geht, ist man sehr schnell vergessen. Allerdings habe ich die Einsamkeit mit eifrigem Bibelstudium kompensiert, das habe ich zwar schon immer praktiziert; aber jetzt bekam es eine ganz andere Qualität. Einfach mal Bibellesen und im Ganzen auf das Herz einwirken lassen, ist ein grosses Erlebnis, und man stösst dabei auf wunderbare Gedanken, die bis anhin unverständlich waren. Auf diese Weise öffnet man auch die Türe auf das Klopfen von unserem Herrn und macht sie immer weiter auf. Man bekommt dann die Augensalbe zum Aufwachprozess. Er kommt herein und man spürt die Nähe auch immer mehr. Ich weiss jetzt, dass ich auf diese Weise auch unseren himmlischen Vater erfreue. Habe also eine neue Heimat gefunden, die Nähe zu unseren beiden Höchsten, d.h. für mich in die Ruhe Gottes eingehen.
    Noomi
     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    1. Stachelbeere

      Wie du liebe Noomi, bin ich von meinen Eltern, v.a. durch meine liebe Mutti, auch so erzogen worden, dass das Verhältnis zu Gott das Wichtigste ist und die Organisation nur schmückendes Beiwerk, die zwar berechtigt ist, doch nicht fehlerfrei. Und dafür bin ich unsagbar dankbar!

      Und doch war die Organisation auch ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich hatte immer die Hoffnung und schon auch den Glauben daran, das sie an ihren Fehlern arbeiten, etwas verbessern.

      Doch dem ist leider nicht so. Die fehlende Liebe, Anerkennung nur durch Leistung, die Beanspruchung die einzig wahre Organisation zu sein und der Stolz darauf, der sex. Mißbrauch bei Kindern, das Ausschlussprinzip und vieles mehr ließen mir/ uns kein Frieden mehr, das Gewissen schlug immer an, sodass man sich eingestehen musste, das die ORG.keine göttliche Berechtigung hat.

      So steht man nun da und muss das eigene Leben, die eigene Identität neu erfühlen, neu finden.

      Dabei hatte für mich die ORG nie uneingeschränkten Einfluss auf mein Leben. Wie unsagbar schlimm muss es dann für die lieben Brüder und Schwestern sein, die sich zu 100 Prozent sicher waren, dass allein durch die ORG. und das Einhalten aller ihrer Ansichten und Gebote, zu Gott zu finden ist. Das da schwere Depressionen, Psychosen und auch Suizid hervorgehen ist für mich völlig nachvollziehbar, möge Gott einem jeden Einzelnen Stärke, Frieden und Mut geben.

      Und immer wieder möchte ich sagen und loben, wie wichtig solche Artikel der liebvollen, toleranten und biblischen Aufklärung sind. Es hilft zu verstehen, dass man nicht allein ist mit seinen Gedanken, Ängsten und Gefühlen. Es hilft ein wenig seine von Gott gegebene Identität wieder zu finden, aber auch neue Freunde, neuen Halt.

      Euch allen ein friedliches Wochenende.

      Stachelbeere

       

       

       

       

  26. Lieber Tilo , wieder einmal ein Hervorragender Artikel!

  27. Bernhard Schüler

    Hallo Tilo,

    Danke für Deinen sehr gut ausgearbeiteten Beitrag, der gut das Dilemma vieler Brüder erklärt!

    Da ich viele Glaubensgemeinschaften kennen lernte und erforschte, wird mir jetzt bewusst, dass im Grunde alle Religionsgemeinschaften in irgendeiner Weise vergleichbaren Psychoterror ausüben, nur eben aus anderen Gründen.

    Bei Jehovas Zeugen wird man ausgegrenzt, wenn man ihren Klerus oder ihre "Org" kritisiert.
    Bei strengen Katholiken wird man ausgegrenzt, wenn man nicht glaubt, dass Jesus selbst in ihren "geweihten" Hostien anwesend ist.
    Bei den Evangelikalen wird man ausgegrenzt, wenn man nicht Jesus anbetet und an die Himmelfahrt aller Jesusanbetenden und gestorbener Babys glaubt.
    Bei den Evangelischen wird man ausgegrenzt, wenn man Homosexualität nicht akzeptiert.
    Bei kleinen Sekten darf man auch nicht die Führer kritisieren oder aus der Gemeinschaft austreten.
    Bei den Mormonen und Neuapostolen ist es ähnlich.
    Wenn man Scientologen als Kirche sieht, ist auch deren Verhalten gegenüber Apostaten bekannt.
    Bei den Muslimen werden Abtrünnige manchmal sogar von den eigenen Verwandten ermordet.
    Und auch bei Hindus, Buddhisten und orthodoxen Juden gibt es diese Ausgrenzung von Weggehenden.
    Also ist es eigentlich nicht nur ein Zeugenproblem.
    Und bei aller berechtigten Kritik am Fehlverhalten besonders vom Klerus der Zeugen Jehovas, steht mir deren Paradiesglaube zumindest näher als der sehr fanatische und Kritik verbietende Himmelsglauben der Evangelikalen.

    Liebe Grüße von Bernhard

     

  28. Anna

    Lieber Tilo, liebe Schwestern und Brüder,

    ich sehe das wie du, viele bleiben auf der Spur aus Angst vor der geliehenen Identität. Ja nicht nachdenken. Und nur nicht die Bibel im Zusammenhang lesen. Als Beispiel mag der Studien-WT vom letzten Wochenende dienen. Da ging es darum, wie glücklich Zeugen Jehovas sind. Der WT-Artikel ist betitelt "Glücklich ist, wer dem glücklichen Gott dient". Gleich am Anfang werden jedoch Gründe genannt, welche uns die Freude rauben können.

    ZITAT Absatz 3

    3 Schwierigkeiten und Belastungen können einem die Freude nehmen. Das kann zum Beispiel sein, wenn ein lieber Mensch stirbt oder ausgeschlossen wird, bei einer Scheidung, bei Arbeitslosigkeit oder bei Streitigkeiten oder Unfrieden in der Familie.

    Ende Zitat, fettgedrucktes Wort von mir.

    Wie man sieht wird hier der Tod eines Menschen auf die gleiche Stufe gestellt wie ein Gemeinschaftsentzug.

    Kürzlich habe ich mit eigenen Augen einen jungen Bruder mit einem jw.org-Anstecker an der Jacke gesehen. Die Brüder sehen sich als die einzigen in der Wahrheit. Nur Zu-Ende-Denken, dass 99,99 % der Menschheit nach dieser Rechnung vernichtet werden, das glaube ich trauen sie sich einfach nicht. Der sogenannte Predigtdienst ist auch kein Rettungswerk. Weil ein langsames Schleichen durch die Straßen und ab und zu mal bei jemand klingeln ist keinesfalls zur Lebensrettung gedacht. Das Rumstehen am Trolley auch nicht. Hauptsache die Stunden stimmen.

    In der Leben- und Dienstzusammenkunft werden eifrig kurze Besuche geübt. Diese finden in der Realität so nie statt. Hauptsache beschäftigt und natürlich immer am Schulungspunkt arbeiten 🙂

    Herzliche Grüße Anna aus dem Nebel aber vergnügt

     

     

     

     

    1. RoKo an Anna

      Das rumschleichen hat mich auch immer irritiert. LG RoKo

    2. Störtebeker

       

      Ja, ja, liebe Anna.

      Keinen Grund etwas zu verändern findet man ja immer,-wenn man danach sucht!

      Liebe Grüße Störti

       

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