Die WTG und ihr gestörtes Verhältnis zur Kritik

Kann berechtigte Kritik böse sein?              Eine schwierige Mission

                                                                        König David hatte schwer gesündigt. Im Rausch verbotener sexueller Begierde nahm er sich die Frau eines anderen Mannes und ließ den Mann im Krieg töten. Und er dachte sich nichts dabei, bis der Prophet Nathan zu ihm kommen musste. Nathan wusste, zu wem er ging! Ein König, der vor einem Mord nicht zurückgeschreckt war, konnte leicht einen zweiten Mord befehlen. Nathan ging trotzdem und versuchte, die Botschaft Gottes zu überbringen. Mit einem Gleichnis machte er das Problem Davids deutlich und sagte zum König: „Du hast Urija, den Hethiter, mit dem Schwert erschlagen, und dann hast du dir seine Frau genommen!“ Ob Nathan wusste, wie David darauf reagieren würde?

Wie hatte David denn den Tod Urijas kommentiert? Er hatte Joab sagen lassen: „Nimm die Sache nicht so schwer, denn das Schwert frisst mal so und mal so!“ (2. Sam. 11:25) Zum Glück für den Propheten, reagierte David günstig auf die scharfe Kritik. Der „bessere David“ siegte über den Mörder und Ehebrecher! Der König nahm die Kritik an und auch die Strafe Gottes! Seine Haltung zu Kritik kommt in seinen Worten im Psalm141:5 zum Ausdruck:

„Ein Gerechter möge mich schlagen, das betrachte ich als Freundlichkeit, als Wohltat, die ich gern annehmen will.“

Es war ja nicht das erste Mal, dass ein König zurechtgewiesen werden musste.  Man denke nur an Saul und den Propheten Samuel. Propheten mussten in der Geschichte Israels oft zu einem König gehen und Unangenehmes zu ihm sagen. Sie übten Kritik! Und oft genug bezahlten die Propheten dafür mit ihrem Leben, denn nicht alle Könige nach David ließen sich so schnell wieder auf den rechten Weg führen. Zu oft waren sie über jede Kritik erhaben und verfolgten die Kritiker. Sie sahen die Kritik als persönlichen Angriff auf ihre Stellung. Selten erblickten sie darin eine Möglichkeit, sich und ihr Verhalten zu bessern. Vielleicht fürchteten sie auch die öffentliche Meinung und dass das Volk sich von ihrer Führung verabschieden könnte. 

Die Reaktion auf Kritik verrät viel über den Charakter

Am Beispiel der jüdischen Könige kann man gut erkennen, auf wie unterschiedliche Weise sie auf Kritik reagierten und was diese Reaktion über sie selbst aussagte, denn wie jemand mit Kritik umgeht, offenbart viel über seinen Charakter. Wer gar keine Kritik verträgt, ist einfach nur dumm. Wer Kritik unterdrückt, hat Gründe dafür. Wer gerechte Kritik annimmt, will sich verbessern und denkt nicht zu hoch von sich. Es gilt das Wort Gottes aus Sprüche 12:1:

„Wer Zurechtweisung liebt, der liebt es zu lernen, wer keine Ermahnung verträgt, ist einfach nur dumm.“

Was ist Kritik

Sie ist, wenn sie gerecht geübt wird, eine Kunst, die nichts mit Nörgeln oder Schlechtmachen zu tun hat. Kritik orientiert sich an einem Maßstab, den nicht der Kritiker aufgestellt hat, sondern der allgemein anerkannt ist. Der Kritiker vergleicht den Kritisierten mit diesem Maßstab. Kritik will etwas verbessern und wendet sich an Menschen, die besser werden wollen. Alle anderen betrachten sie als persönlichen Angriff und schmettern sie einfach ab, indem sie den Kritiker schlecht machen oder zum Schweigen bringen.

Wie geht die WTG mit Kritik um?

In den Veröffentlichungen der WTG ist oft davon die Rede, dass man als Zeuge Jehovas die Kritik von Ältesten „demütig“ annehmen soll. Sie wird als liebevolle Zucht von Jehova bezeichnet und entspringt angeblich der Liebe des Kritikers zu seinem geistigen Bruder. Der einfache Verkündiger wird immer wieder aufgefordert, Kritik demütig anzunehmen, und das tut die Mehrheit ja auch. Die Ausführungen in der Literatur der WTG zu diesem Punkt sind oft vernünftig.

Die WTG übt scharfe Kritik an anderen Religionen. Hier sitzen die Kritiker der WTG auf einem ganz hohen Ross! Sie kritisieren mit Hilfe der Heiligen Schrift und sind dabei nicht zimperlich. Sie kritisieren die Lehren und das Verhalten der anderen Religionen. Sie kritisieren die Zusammenarbeit mit der Politik, die Geldgier und die Lügen. Solange sie sich auf dem Boden der Bibel bewegen, trifft ihre Kritik durchaus zu. Aber wie ist es, wenn die WTG selbst kritisiert wird? Hat sie den Mut und so viel Anständigkeit, um sie anzunehmen? Nein, sie weist die Kritik einfach ab! Das ist die Regel. Mitunter versucht sie die Richtigstellung, indem sie eine Gegendarstellung gibt. Diese Gegendarstellungen sind zumeist so allgemein und vom eigentlichen Thema ablenkend, dass man von Propaganda sprechen muss. Überhaupt antwortet die WTG auf Kritik mit viel Propaganda, soweit es das Bild nach außen betrifft. Ganz heftig klingt es, wenn sie die berechtigte Kritik als „unwahre Behauptungen“ abstempelt!

Und wie steht es mit der Kritik aus ihren eigenen Reihen?

In den Veröffentlichungen liest man nichts davon, dass irgendein Bruder das Recht hätte, Kritik an der Leitenden Körperschaft (LK) zu üben. Ein Zitat soll auf die Problematik aufmerksam machen:

„Jehova nimmt die Kritik an Moses persönlich. Immerhin war er es ja, der ihn berufen hat. Gott weist Mirjam und Aaron scharf zurecht und erinnert sie an das einzigartige Verhältnis zwischen ihm und Moses. Er erklärt: „Von Mund zu Mund rede ich zu ihm.“ Dann fragt er sie: „Warum also habt ihr euch nicht gefürchtet,. . . gegen Moses zu reden?“ (Vers 8). Mit ihrer Kritik an Moses haben sie sich also in Wirklichkeit gegen Gott gestellt.Gott ist über ihr respektloses Verhalten aufgebracht und wird es auf keinen Fall ungestraft durchgehen lassen.“ (w09 1.8. S. 26)

Hier wird auf die Kritik von Aaron und Mirjam an Moses angespielt. Aber war es schon Kritik? War es nicht eher Nörgelei und üble Nachrede, wenn Gott sagte: „Wie konntet ihr es wagen, schlecht über meinen Diener Mose zu reden?“ Aaron und Mirjam hatten keinen triftigen und schriftgemäßen Grund zur Kritik an Mose. Sie kritisierten seine Frau und stellten die Frage, ob Gott wirklich durch Moses rede. Mit diesem Beispiel möchte die WTG davor warnen, Kritik an ihrer Führung zu üben.

So gesehen macht sie jede Kritik an ihr zu einer Kritik an Gott. Aber was berechtigt die WTG sich in der gleichen Position wie Moses zu sehen? Ist es nicht vielmehr so, dass diese Anmaßung allen religiösen Führern gemeinsam ist? Haben sie nicht alle das getan, was Jesus kritisierte, als er sagte, dass „die Pharisäer und Schriftgelehrten sich auf Moses Stuhl gesetzt“ hätten? (Mat. 23:2) Wer sich mit Moses vergleicht, „setzt sich auf Moses Stuhl“, d. h. er maßt sich dieselbe Autorität an und behauptet, dass Gott „von Mund zu Mund“ mit ihm rede.

Darf das aber ein Mensch heute sagen? Soweit ich die Bibel kenne, haben nach Jesus Christus nur noch die Apostel mit göttlicher Autorität geredet. Heute behaupten viele, mit dieser Autorität zu reden, und die WTG bezeichnet sich mit voller Überzeugung als der „Mitteilungskanal Gottes“, d. h., wenn sie spricht, spricht Gott!

Die „Vorbildnation Israel“ hörte selten auf Kritik

In der „Vorbildnation Israel“ wurde immer wieder gegen das Gesetz gelebt. Das machten nicht nur die kleinen Leute, sondern auch die Könige und die Priester. Die Stimme der Kritik waren die Propheten. Sie kritisierten über die Jahrhunderte das ganze Volk. Selten wurde auf sie gehört, zu oft aber nicht. Dann nahm man den Propheten ihre Kritik übel und verfolgte sie. Trotzdem war es nicht möglich, die Stimme der Kritik zu ersticken. Gott erweckte immer neue Propheten, die ihre Botschaft wie eine Brandfackel unter das Volk schleuderten. Aber es kam zu keinem „Brand“, man hörte einfach nicht zu und machte so weiter, als wäre nichts gesagt worden. Diese Sturheit führte letztlich dazu, dass sich immer wieder Unglück über das störrische Volk ergoss, denn Gott ließ die Früchte ihrer gottlosen Taten auf sie zurückfallen. Auch das größte Unglück führte nicht zur Umkehr, und so kam es, wie Jesus prophezeit hatte, zum Untergang.

Verurteilt die Bibel Kritik?

Ich habe in der ganzen Bibel keine Aussage gefunden, die es verbieten würde, berechtigte Kritik auch an der Führung zu üben! Ich möchte den Propheten Jesaja zitieren, um deutlich zu machen, wie Gott empfindet, „wenn niemand sich regt“ und „keiner dazwischentritt“: 

Das alles hat Jahwe gesehen, und ihm missfällt, dass es kein Recht mehr gibt. Er sieht, dass niemand sich regt, und wundert sich, dass keiner dazwischentritt.“ (Jes. 59:15, 16)

Im Brief an die Epheser sagt der Apostel:

„Fragt immer, was dem Herrn gefällt, und beteiligt euch nicht mehr an den nutzlosen Dingen, die aus der Finsternis kommen, sondern stellt diese vielmehr bloß.“ (Eph. 5:10, 11)

Es wird zwar davor gewarnt, die Führung schlecht zu machen, aber das verbietet noch keine konstruktive Kritik, denn sonst hätten sich Jesus und die Apostel in dieser Hinsicht schuldig gemacht. Sie haben aber kritisiert, indem sie auf den Maßstab der Schrift verwiesen. Nur diesen Maßstab verwendeten sie, um Kritik zu üben! Aber wie im Fall der Pharisäer, die sich auch auf Moses Stuhl gesetzt hatten und sich so über jede Kritik stellten, macht es auch die WTG. Allerdings behauptet sie für die Öffentlichkeit etwas anderes und gibt sich den Anschein, für Kritik offen zu sein:

„Was wir heute erreichen möchten, ist, uns so darzustellen, wie wir wirklich sind, und die Verleumdungen zu widerlegen, die über uns verbreitet werden. Wir sind für Kritik selbstverständlich aufgeschlossen, aber wir weigern uns, gefährliche und unwahre diffamierende Behauptungen weiter hinzunehmen.“ (w99 1. 8. S. 9 „Jehovas Zeugen in Frankreich gehen an die Öffentlichkeit“)

Die WTG ist also für Kritik aufgeschlossen?

Gilt diese starke Behauptung auch innerhalb der Organisation? Nein, hier gilt sie nicht! Jeder Zeuge Jehovas weiß aus eigener Erfahrung, wie mit Kritikern verfahren wird. Es gibt Kritiker, die mit biblischen Argumenten die Sonderlehren der WTG kritisieren, weil sie keinen Rückhalt in der Heiligen Schrift haben. Und es gibt Kritiker, die auf ein unchristliches Verhalten der LK hinweisen. Sie polemisieren und verleumden nicht, sondern weisen auf Missstände hin, die sich im Christentum einfach verbieten. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie über ihre Ansichten sprechen oder nicht. Es reicht aus, dass sie davon überzeugt sind und die Ältesten davon wissen.  Sie werden ausgestoßen, wenn sie nicht klein beigeben.

Gerade im Fall des jahrzehntelangen Fehlverhaltens der LK in Missbrauchsfällen musste immer wieder beobachtet werden, dass Kritiker aus den Versammlungen ausgeschlossen worden sind. Von einer Aufgeschlossenheit für Kritik ist innerhalb der WTG nichts zu merken! Hier verhält man sich so, wie überall auf der Welt, wo die Wahrheit unterdrückt werden muss, weil das jeweilige System auf Lügen aufgebaut ist oder die brutale Machtausübung infrage gestellt wird, wenn Kritik laut wird.

Ist die Leitende Körperschaft unfehlbar?

Mitunter betont sie, es nicht zu sein. Aber sie besteht darauf, dass man ihr gehorcht, auch wenn Gewissen und Bibel dagegensprechen. Auch wenn es nicht plausibel erscheint, sollte man gehorchen! „In der Organisation gibt es keine Gewissensfragen, sondern nur Gehorsam!“ (Dieser Satz stammt nicht von mir, sondern von der LK.) Da man sich tatsächlich als den „Mund“ Gottes versteht, erhebt man sich über die Menschen, die ihr Gewissen und die Bibel befragen und darauf hören. Man gestattet keine Gewissensfreiheit innerhalb der Organisation.

Doch jeder, der konstruktive Kritik unterdrückt, handelt gegen das Gewissen und gegen alles was gerecht ist. Und ich frage mich: Ist dies das Verhalten von Menschen, die wissen, dass sie sich irren können und die behaupten, für Kritik aufgeschlossen zu sein?

Ist es ratsam, alles mit Liebe zuzudecken?

Mir ist noch nicht aufgefallen, dass sich die kleine Gruppe der LK ausdrücklich als eine Gruppe sündiger Menschen versteht. Es wird eher indirekt gesagt. Es wäre ja fatal, wollte man von der LK sagen, sie sei irrtumsfähig und hätte sich schon so manches Mal geirrt. Statt Irrtümer zuzugeben, wird von „neuem Licht“, d. h. von einer neuen Erkenntnis gesprochen. Und eine geänderte Lehre kommt dann vonGott, der das „neue Licht zu seiner von ihm bestimmten Zeit gibt“. Dabei ist es gleichgültig, was vorhergesagt worden ist. Alles kommt von Gott, so behauptet man. Und wer ist dann für Irrtümer, Täuschungen, Bibelverdrehungen und Lügen verantwortlich? Nach der Argumentation der WTG kann das eigentlich nur Gott sein, denn sie ist ja nur Mitteilungskanal.

Aber von den Ältesten in den Versammlungen sagt man oft, dass sie irren können. Wenn Älteste „Fehler“ machen, schiebt man es auf ihre „menschliche Unvollkommenheit“. Dabei wird vergessen, dass die Ältesten auf Weisung der LK handeln! Die Empfehlung an die Versammlungsmitglieder, die „Fehler“ bemerken, lautet dann „auf Jehova zu warten, der die Dinge richtig stellt“. Bis das geschieht, sollte man nie kritisieren, sondern an den Ältesten Barmherzigkeit üben und auf Änderungen durch die LK warten.  Es sollte alles mit Liebe zugedeckt werden. Und das kann sehr viel sein: Denn dazu gehören die vielen Sonderlehren, die teilweise Gott entehren und Jesus beleidigen; dazu gehört das Bemühen um staatliche Anerkennung, wodurch man zu einem Teil der Welt wird; dazu gehören die dubiosen Geldgeschäfte; dazu gehören die vielen Mitgliedschaften in Sektenkartellen und politischen Organisationen; dazu gehört die Verfälschung der Bibel; dazu gehört das Verbreiten von Lügen bezüglich der Zeit der Wiederkunft Christi (1914, 1925, 1975); dazu gehört die ständige Vertuschung schwerer sittlicher Entgleisungen (Kindesmissbrauchs-Skandal); dazu gehört schließlich auch der ganze Götzenkult um die Organisation! Und das alles soll mit Liebe zugedeckt werden?

Soll man immer passiv sein und auf Gott warten?

Die WTG sagt: Man sollte auf Gott warten, der die Dinge richtigstellt. Eine kleine Frage am Rande: Warum hat Gott zugelassen, dass das frühe Christentum von heidnischen Bräuchen und Lehren überwuchert worden ist? Er hat es jedenfalls nicht verhindert, aber er hat davor gewarnt und auf die eigene Verantwortung des Christen für seinen Glauben hingewiesen! Und noch eine Frage: Hat die LK in der Vergangenheit die satanischen Lehren Rutherfords richtiggestellt? Wird sie es in der Zukunft tun? Ich muss gestehen, dass mir dafür der Glaube abhandengekommen ist. Man kann am Grundgerüst der Rutherfordschen Lehre nichts ändern, ohne die Existenz der Organisation aufs Spiel zu setzen. Die Organisation ist ein Kunstprodukt. Sie lebt nur durch ihre eigene, sonderbare Doktrin.  Sie lebt nicht durch den Geist Gottes. Also ist ein Christ aufgerufen, dazu etwas zu sagen, darauf zu reagieren und nicht einfach passiv abzuwarten.

Was verlangt die WTG?

Die WTG verlangt, dass man sein Gewissen und die klaren Aussagen der Bibel verleugnet! Das ist nicht wenig, das ist sogar viel zu viel. Es würde bedeuten, seine Identität als Christ aufzugeben! Im zweiten Brief an Timotheus (3:16) erwähnt Paulus, dass die Bibel zum Richtigstellen der Dinge gut ist, dass sie dadurch den Menschen völlig tauglich für Gott macht. Aber was geschieht, wenn nichts richtiggestellt wird, weil man Kritik nicht üben darf oder sie nicht annimmt? Dann soll man zusehen und auf Jehova warten? Ja hat denn Gott die Bibel und das Gewissen umsonst gegeben? Sie sind nutzlos, wenn man als Christ nur passiv auf Gott warten will und nicht bereit ist, Missstände zu tadeln und sie abzustellen.  Ich muss immer wieder auf unsere Verantwortung als Christen hinweisen:

„Fragt immer wieder, was dem Herrn [Jesus] gefällt, und beteiligt euch nicht an den nutzlosen Dingen, die zur Finsternis gehören, sondern stellt sie vielmehr bloß. Denn was manche heimlich tun, ist schon auszusprechen unanständig. Wird es aber bloßgestellt, dann wird durch Gottes Licht offenbar.“ (Eph. 5:10-13)

„Doch wenn ein Ältester sich wirklich etwas zuschulden kommen lässt, dann weise ihn vor allen zurecht, damit auch die anderen gewarnt sind. (1. Tim. 5:20)

„Als ich aber merkte, dass sie nicht mehr den geraden Weg des Evangeliums gingen, sagte ich in aller Öffentlichkeit zu Kephas: ‚Wenn du als Jude wie ein Nichtjude lebst, warum zwingst du dann Nichtjuden, jüdisch zu leben? ’“ (Gal. 2:14)

Hier ging es also um das Verhalten. Aber auch über Lehr- und Verständnisfragen diskutierte man. Wir wollen uns an Streitfragen wie diese erinnern: Beschneidung, Werksgerechtigkeit, Auferstehung, Reich Gottes, Gewissen, Taufe, Sünde und Vergebung. Da hatte man Themen, über die gesprochen und bei denen auch kritisiert worden ist. Niemand wurde aufgefordert, „auf Jehova zu warten“ und alles blind zu glauben, was führende Männer meinten! Und es war nicht verboten, dazu kritische Fragen zu stellen. Im Mittelpunkt stand der Glaube des Einzelnen, und da gibt es immer Unterschiede. Rückt man diese Unterschiede ins Zentrum, dann vergeht man sich an der Liebe. Dann kann es dazu kommen, dass sich jemand angegriffen fühlt, wenn ein anderer seine Meinung sagt.

Und wenn jemand nicht voll überzeugt werden konnte, dann wurde er nicht exkommuniziert. (Rö. 14:1-23) Man vertraute auf die Kraft des heiligen Geistes, der Einsichten bewirken konnte. Und man vertraute auf die Liebe als einendes Band und nicht auf Dogmen! Im Gegensatz zur WTG und anderen Gemeinschaften benutzte man den Kirchenbann nicht als Machtinstrument und Druckmittel.

Ich fasse zusammen: Im frühen Christentum hat sich niemand gescheut, öffentlich für die Wahrheit der Bibel einzutreten. Man hatte die moralisch Stärke, Kritik zu üben und Kritik anzunehmen! Das war etwas ganz anderes als das Verhalten der WTG und anderer Religionen! Wer berechtigte Kritik annimmt, wird darüber nachdenken. Und wenn er Gottesfurcht hat, wird er sich und sein Verhalten ändern, weil Bibel und Gewissen dazu raten! Und mehr ist dazu nicht zu sagen.

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„In der Organisation gibt es keine Gewissensfragen, sondern nur Gehorsam!“
 
(Dieser Satz stammt nicht von mir, sondern von der LK.)

 
Bitte um Quellenangabe dazu.
(Danke im Voraus).

 

BRAVO TOLLER ARTIKEL!

Hallo Tilo,

noch umfassender, eindeutiger und biblisch belegt kann man diese Problematik kaum darstellen.

Doch allein das Lesen dieses Artikels wird ja raffiniert verboten, von Leuten, die sich praktisch als Gesandte Gottes ausgeben.

Auf diesen Bericht habe ich seit meiner Jugend gewartet und ich habe darum gebetet. Und jetzt hast Du es geschrieben, Tilo.

Ich bin sehr gerührt.

Liebe Grüße von Bernhard

Weiterhin Gottes Segen wünsche ich Euch allen!

 
Danke lieber Tilo für die objektive Beschreibung der Zustände in der ORG. Ich lese deine Artikel besonders gerne; weil du immer objektiv schreibst, so wie es wirklich ist, jedoch nie mit einem aggressiven Unterton, mit Sarkasmus oder gar mit Frust durchzogen. Auf diese Art empfinde ich dich als gradlinig, authentisch und glaubwürdig. Man fühlt sich in den eigenen Gedanken bestätigt und ich bin sicher, dass du auf diese Weise Viele, die mal ins BI hineinschauen, animieren wirst genauer hinzuschauen, nachdenklicher zu werden und wer weiss sogar aufzuwachen.
LG Noomi
 

Super Artikel!

Vielen Dank!

Regula-Maria

Jeder, der nach Selters schreibt, um freundlich auf eine Ungereimtheit in den Aussagen der WTG/JW.Org aufmerksam zu machen, wird sich im Retour-Brief der Gesellschaft selbst davon überzeugen können, dass die Organisation ein echtes Problem mit “Kritik” an ihr hat. Eine unterdrückte Wahrheit ist eine Wahrheit, die jemandem vor Augen gehalten wurde, der aber nicht damit konfrontiert werden wollte. Er wollte dadurch zu keiner Veränderung gezwungen werden; also unterdrückt er die Wahrheit und weigert sich, sich ihr auszusetzen oder sich mit ihr zu beschäftigen. Bei jedem in der ZJ-Organisation wird der Punkt kommen, an dem er mit unbequemen Wahrheiten konfrontiert werden… Weiterlesen »

ehrfurcht vor dem herrn heisst, das unrecht hassen: ich hasse hochmut, stolz, unrechtes verhalten und lügengeschwätz. spr.8:13

darin sehe ich die eigenschaften der wtg. wenn also unser herr unrechtes verhalten hasst ist auch jedes mitglied gefordert. denn wer unrecht duldet anstatt aufdeckt macht sich mitschuldig. das geht auch deutlich aus der aufforderung hervor: geht aus ihr hinaus mein volk, wenn ihr nicht an ihren sünden teilhaben wollt  und wenn ihr nicht einen teil ihrer plagen empfangen wollt. offb.18:4

 

 

 

 

Ihr Lieben, auch hier ist es nützlich, die Historie zu beleuchten, um die Gegenwart zu verstehen, und ich zitiere aus dem Glossar, Eintrag “Kritik; kritisches Denken”: Die Paranoia der WTG betreffs “Kritischen Denkens” geht zurück auf “Richter” Rutherford; Kritik an dessen unbiblischen, doch auf den Rang inspirierter göttlicher Wahrheit erhobenen Meinungen galt als Kritik an Jesus Christus. Im “Wachtturm” von 1924 S. 136 heißt es: “Wenn wir des Herrn Knechte bekritteln, so bekritteln wir den Herrn selbst.” “Murren” gegen eine Vorgehensweise Rutherfords wurde mit Auflehnung gegen Gott gleichgesetzt – “Der Wachtturm” von 1927, S. 7, 88: “Irgendwelches Murren gegen des… Weiterlesen »

Hallo Regula-Maria,

ich meine den Namen Regula schon in einer österr. Vers. gehört zu haben. Vielleicht kennen wir uns ja, das wäre toll! Wenn du mir mal mailen würdest, tät ich mich freuen!

megan.moosbach@gmail.com

LG U.K.

Letztlich ist jede Religion oder Ideologie, die versucht, den Menschen auf blinden Gehorsam zu programmieren, satanisch. Das betrifft nicht nur die WTG, den Islam und die klassische RKK. Der Mensch hat ein unglaubliches Potenzial, die Kapazität des Großhirns wird nur zum Teil ausgeschöpft. Die Werbung, Medien, Religionen und Politik dieser Welt appellieren hauptsächlich an unser Kleinhirn, das auch gerne als Reptilienhirn bezeichnet wird. Hier werden primitive Gefühle wie Hunger, Sex, Temperatursteuerung, Angst und Überlebenstrieb gesteuert. Der Mensch verfügt darüber hinaus aber über unendlich höhere Fähigkeiten. Die Programmierung auf Gehorsam und Angst ist unser größter Feind. Nur Freiheit, Liebe, Ehrlichkeit und… Weiterlesen »

Ich finde die Aussage, dass die WTG “ein gestörtes Verhältnis zu Kritik” hat, als sehr zurückhaltend formuliert. Mir fällt im Vergleich zu einem politischen, diktatorischen System sehr viel ähnliches Verhalten auf. Wenn zum Beispiel in der politischen Diktatur der ehemaligen DDR eine Peron Kritik an der politischen Führung sich erlaubte, wurde sie bestenfalls  beruflich degratiert oder in schlimmsten Fall im Zuchthaus Bautzen oer anderen Haftanstalten “aus dem Verkehr gezogen”. Bei Hitler konnte Kritik auch die Todesstrafe bedeuten. Die Leitung der heutigen JW.Org verhängt ja mit dem Ausschluss des Kritikers indirekt ebenfalls die Todesstrafe, wenn der Kritiker nicht in den Schoß… Weiterlesen »

Laut Einsichtenbuch kommt die WTG zur absurden Aussage, dass der Apollyon und Jesus ein und dieselbe Person sind. (Offenbarung 9:11) Das war 1990. Wird an diesem Schwachsinn noch immer festgehalten?

11 Sie haben über sich einen König, den Engel des Abgrundes; sein Name ist auf Hebräisch Abaddon, und im Griechischen hat er den Namen Apollyon.

Wer ist Eurer Meinung nach der Engel des Abgrunds?

Es wäre schön, wenn Kritik bei der WTG nur nicht erwünscht wäre. Wie wir alle wissen gilt sie aber als Abtrünnigkeit und wird u. a. mit Hass, Ekel und Abscheu geahndet.

Hallo lieber Pit,

danke für die beiden Links !!!

Also bei mir haben “markieren”, “kopieren” und “in die Suchzeile setzen” gut funktioniert! Hab das heut zum ersten mal versucht.

Ich werde mir das bald mal anhören und -sehen.

LG Ulla

 

  Hallo Taube Danke, für deine Abschrift. Ein paar Sätze daraus wurden zwar schon einige Mal erwähnt, jedoch ist diese ausführliche Abschrift wertvoll. Ich war damals ein Kind und habe dies nicht mitbekommen. Frage mich aber jetzt, was die übrigen Brüder, die ich immer als sehr geistig gesinnt eingestuft hatte, dazu gesagt haben?? Es ist für mich unverständlich, dass so etwas einfach hingenommen wurde. Von denen, die so etwas schrieben, lebt wohl kaum noch einer. Jedoch ist die Einstellung heute nach 65 Jahren immer noch dieselbe und es zeichnet sich keine Entspannung ab, was ich hier im BI mitbekomme. Von… Weiterlesen »

Schon seit einiger Zeit verfolge ich mit Interesse die Seite. Einig Anmerkungen: 1.)  Jede Organisation hat und braucht eine Führung, ob man dies Vorstand, Kardinal, Bischofskonferenz , LK oder Stammapostel nennt. 2.)  Kritik oder Änderungswünsche sind weder von Innen noch von außen erwünscht, auch wenn dies anders kommuniziert wird. Zuwiderhandlung wird bestraft, durch Entlassung oder eben Gemeinschaftsentzug. 3.)  Unrecht kommt früher oder später ans Tageslicht und wird meist nicht nur von der Führung, sondern von allen ausgebadet. Tatsächlich ist Kritik bei ZJ nicht erwünscht und wenn man seine Ruhe will „frisst“ man Zweifel oder ähnliches in sich hinein, besonders wenn man Besuch von… Weiterlesen »

Tilo du trifft der Nagel wieder voll auf dem Kopf. der Vergleich der hier jemand mit ein Totalitär System macht trifft auch zu❗️ Dar ist auch ein parallel zu ziehen mit der damalige leitende Körperschaft während Jahuschas Lebzeit auf Erde. Auch Jahuscha wurde als Millitant und Abtrunnig betrachtet, und er (Jahuscha) warte das auch seine Jünger damit rechnen müssen (Joh 16: 1-4). wir sind als Christen moralisch verpflichtet unser Mund auf zu machen wenn ein Bruder, auch wenn er zur LK gehört aufmerksam auf Irrtümer oder Fehlverhalten zu machen. Das wird aber als Rebellion betrachtet, und wenn man dann aus… Weiterlesen »

Hatte vor 1,5 Jahren ein Gespräch mit Ältesten. Es ging darum dass ich hinterfrage, was die Organisation ist, und ich der Meinung bin das die WTG ein Konzern sei. Ich habe damit laut Ihrer Aussage eine rote Linie überschritten. Bei der Gelegenheit batt ich Sie mir anhand der Bibel zu zeigen wo das in der Schrift steht das ich mein eigen Fleisch und Blut verstoßen muss damit ich die Gunst “Jehovas” erhalten kann.

Ich warte heute noch auf eine Antwort.

Na denn……….

Aesculap an alle,

nur zur Ergänzung an dieses Thema diese Link.

https://www.die-vierte-wache.eu/DE/2-darf-man-hirten-kritisieren.html

🤔📖👍

Liebe Fox

Vielen Dank für Deine 3 grossartigen Kommentare an Freddy. Das hast Du wunderbar formuliert.

Sylvia

      Pro Jesus   Die Bibel.heute (NeÜ) habe ich vor einiger Zeit geschenkt bekommen und jetzt im Gebrauch. Auch ich bin begeistert davon. Habe einige Bücher von Pinchas Lapide gelesen. Z.B. „Ist die Bibel richtig übersetzt“ und „Mit einem Juden die Bibel lesen“. Sein Anliegen ist, die eingeschlichenen Fehler bei den Übersetzungen vom Hebräischen ins Griechische, vom Griechischen ins Latein (Vulgata) und von Luther ins Deutsche oder in andere Sprachen, zurück ins Hebräische zu übersetzen. Dabei wird man die korrekte Bedeutung hebräischer Fachbegriffe erfahren. Beim Lesen dieser Lektüre habe ich immer wieder in der Bibel.heute (NeÜ) nachgeschaut, wie sie… Weiterlesen »

 
Hallo Fox. Hin und wieder kommen Zweifel auf, ob es richtig ist die Versammlung zu verlassen. Du hast mit deinen Gedanken diese Zweifel ins Lot gebracht. Danke dafür – du hast eine grosse Begabung Aufmunterung in Worte zu kleiden.
 
LG Noomi
 

Hallo Fox,

“…unterscheidet in seinem Gericht zwischen denen, die w unterscheidet in seinem Gericht zwischen denen, die wie Eva betrogen wurden und denen, die wie Adam willentlich und wissentlich das Wort Gottes verdreht haben. ..”

Ein lernwilliges, formbare Tongefàß nimmt immer gern neue bibllische Erkennt fortgesetzt in sich auf. Und fragt so artig wie freundlich, ob Du das etwas näher erläutern und konkretiesieren würdest?

Oder ob Du Dich vielleicht versehentlich etwas missverständlich ausgedrückt hast? Irgendwie hört sich das an, als sei es weit weniger schlimm auf Satan selbst zu hören, als auf seine oder irgendeine Frau?

Lg

BI, der Artikel mit dem sehr milde formulierten Titel “gestörtes Verhälltnis zu Kritik ist sehr gut. Wenn auch vieeicht etwas euphemistisch. Sind denn ZJ nicht eine der wenigen Gruppen/Organisationen die noch lediglich ein “Sippenbewusstsein” und (nicht individuell ausgebildetes) homogenes Gruppengewissen (also faktisch gar kein Gewissen) haben? KimYong Il und A.H.las en Grüßen. Der alte Bund wurde schon von Jesus durch einen neueren, BESSEREN abgelöst. Denjenigen, den JHWH schon durch seine Propheten im AT ankündigen lies. Und wo er sein Gesetz in die Herzen und Gewissen schreibt. UND NICHT mehr auf STEINTAFELN! Hat eine ORG ein Herz und Gewissen? Es wäre… Weiterlesen »

Lieber Tilo, liebe Schwestern und Brüder, gestern spätnachmittag war ich baden und habe deinen Artikel gelesen. Alles was du schreibst stimmt. Dabei wäre konstruktive Kritik etwas sehr wertvolles. Wer mich konstruktiv kritisiert will mir ja helfen, nicht mir Böses antun. Damit nimmt sich die WTG ohnehin die Chance es besser zu machen. Bei uns wurde diese Woche ein Propagandabrief vorgelesen über die Predigtaktionen in verschiedenen Städten im selten bearbeiteten Gebiet. Alles war sooooo toll und viele haben um ein Bibelstudium auf jw.org gebeten. Außerdem konnten verlorene Schafe wiederbelebt werden etc. Man würde daraus sehen wie JHWH dies segnet und alles… Weiterlesen »

 
Lieber Roko, Danke für den Tipp über bibelserver.com. Dieser Trick ist für mich sehr wertvoll. Wenn ich mich an Themen wage und sie mit der Bibel aufarbeite, vergleiche ich sehr oft verschiedene Bibelübersetzungen. Mit deinem Trick ist es für mich einfacher. Irgend jemand hat schon mal (vielleicht du) eine Stelle auf diese Weise eingeblendet. Die habe ich abgespeichert, beim Aufrufen des bibelserver.com konnte ich meine gesuchte Stelle eingeben. Aber jetzt mit Deiner Anweisung kann ich je nach dem die Bibeln selbst auswählen. D A N K E
LG Noomi
 

Hallo Befreiter,

wer unter dem neuen Bund steht hat Heilsgewissheit und wird sich garantiert nicht mit so einem Panikmachemist wie ihn die ZJ betreiben beschäftigen uns sich davon infizieren und gefangen nehmen lassen.

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Micha 6:8

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