Vertrauen Jehovas Zeugen dem Christus als ihren Führer? 

Vertraue unserem dynamischen Führer – dem Christus 

so das Thema eines Artikels im Wachtturm Oktober 2018. Er beginnt mit der Feststellung: „Einer ist euer Führer, der Christus“ (Mat. 23:10) Doch will dieser Artikel wirklich unser Vertrauen in Christus stärken?

Einer ist euer Führer, der Christus“ – wie wahr. Doch der Artikel vermittelt tatsächlich einen anderen Gedanken. Neben dem Christus gibt es da noch die „Organisation Jehovas“ und vorwiegend ist damit die Autorität des angeblich vom Christus eingesetzten „treuen und verständigen Sklaven“ gemeint.

Schon die einleitenden Absätze enthalten spekulative Elemente, um die Gedanken der Leser zweckgerichtet zu manipulieren: Alle organisatorischen Veränderungen des Sklaven sollten als von Gott und Jesus Christus kommend akzeptiert werden. Der Artikel beginnt mit den Worten Jehovas an Josua in Josua 1:1-2:

„Moses, mein Knecht, ist tot; und nun, steh auf, zieh über diesen Jordan, du und dieses ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Söhnen Israels, gebe“ (Jos. 1:1, 2).

Betrachten wir zuerst, von welchen Veränderungen Josua betroffen war. Moses war viele Jahre lang der Führer der Israeliten gewesen und nun sollte Josua diesen Part übernehmen. So weit, so gut. Doch bereits an dieser Stelle lässt die WTG manipulative Überlegungen einfließen, um eine Verknüpfung zu den aktuellen Problemen der Organisation herzustellen und den Artikel in die gewünschte Richtung biegen zu können wen sie die Frage stellt: Laut Absatz 3 lautet die Quintessenz aus diesem Bericht Josuas für uns:  Zitat Abs. 2: „Vielleicht fragte sich Josua, ob das Volk seine Führung überhaupt akzeptieren würde.“ (5. Mo. 34:8, 10-12

„Josua vertraute auf Jehova und befolgte sofort seine Anweisungen.“

Wie im Verlauf des Artikels noch gezeigt wird, wird gesegnet, wer die Anweisungen Jehovas, die durch die Organisation Jehovas übermittelt werden, befolgt. Um die Brücke vom damaligen Ereignis zu der heutigen Zeit und zum Thema des Artikels noch mehr zu festigen, folgen weitere mutmaßliche Behauptungen, wieder

Abs. 3: „Jehova führte Josua und die Israeliten durch einen Engel. Dieser Engel war wahrscheinlich „das WORT“, Gottes erstgeborener Sohn.“

Abgesehen davon, dass es keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass dieser Engel Jesus Christus war, fragt man sich: Was soll diese Behauptung? Mose hatte Josua und den Israeliten vor seinem Tod versichert, dass Jehova bei ihnen sein würde und hatte somit Josua, als auserwählten Führer Gottes, vor der gesamten Versammlung Israels bestätigt. Von daher ist der Versuch, Jesus als den von Gott erwählten Führer für die Israeliten zu positionieren, hier sinnlos.

Wir finden auch keinen Hinweis darauf, dass Josua Zweifel hatte, wie die Israeliten auf seine Führung reagieren würden, da Jehova Josua vor dem Volk versichert hatte, mit ihm zu sein, wie er mit Mose gewesen war. Warum versucht der Autor uns, durch die Anmerkungen in den einleitenden Absätzen, auf andere Gedanken zu bringen?

Was hat das Beispiel Josuas mit dem Vertrauen auf Christus und seine Führung zu tun? Die Antwort des Artikelautors der WTG ist (sinngemäß):

Auch wir leben in Zeiten des historischen Wandels. Wir fragen uns vielleicht: „Wenn Gottes Organisation so schnell voranschreitet, welche Gründe haben wir, auf Jesus als unseren bestellten Führer zu vertrauen? Jehovas Organisation schreitet voran und Christus ist der Führer der Organisation.“

Nun wird der Hinweis auf Josua in den einleitenden Absätzen verständlich. Der Autor benutzt ihn als historischen Beweis, um zu belegen, dass Jesus die „leitende Körperschaft“ ernannt hat, um sein Volk in die moderne Zeit zu führen, so wie er es wahrscheinlich zur Zeit Josuas auch getan hat.

Im Absatz 6 wird daher noch einmal betont, wie wichtig es sei, die klaren Anweisungen des Sklaven zu befolgen:

„Josua erhielt klare Anweisungen vom Engelsführer, wie er die Stadt Jericho einnehmen sollte“. Es wird nun erneut darüber spekuliert, wie die Israeliten die Anweisung des Engels in Josua 5:2 aufgenommen haben könnten,

„Jehova ordnete zum Beispiel an, die Männer zu beschneiden. Dadurch wären die israelitischen Krieger jedoch mehrere Tage geschwächt. War jetzt wirklich die richtige Zeit, sie zu beschneiden?“

Die Israeliten hatten Jehovas Wundermachtaten gesehen, als sie den Jordan überquerten. Daher scheint die Vermutung, dass sie sich wahrscheinlich fragten, wie sie ihre Familie schützen könnten, wenn sie dem Gebot der Beschneidung folgen würden, grundlos zu sein. Es ist reine Mutmaßung. So wird versucht die heutigen Anweisungen der WTG zu legitimisieren.

Denn auch heute könnten einige Entscheidungen des Sklaven, vom menschlichen Standpunkt aus betrachtet, unsinnig erscheinen. Völlig übersehen wird dabei auch, dass die damaligen Anordnungen Gottes als solche auch von Gott kommend erkennbar waren. Heute sieht es da ganz anders aus. Welche Beweise haben wir denn, dass die „organisatorischen Änderungen“ wirklich von Gott und Christus kommen?

Dann fantasiert der Autor im Absatz 8 munter weiter, wie sich die israelitischen Soldaten gefühlt haben könnten, Zitat (sinngemäß):

Es wurde den Israeliten befohlen, Jericho nicht anzugreifen, sondern sechs Tage lang einmal um Stadt zu marschieren. Einige Soldaten haben vielleicht gedacht: “Was für eine Verschwendung von Zeit und Energie”. Auch für diese Überlegungen gibt es keine biblische Begründung.

Deshalb muss die Frage aus Abs. 9: „Was können wir aus diesem Bericht lernen?“  eher so lauten: „Was können wir aus den spekulativen Gedanken  der vorangegangenen Absätze lernen?“ Folgende Aussagen helfen uns zu verstehen, was die WTG im Sinn hat, wenn sie zu solch stilistischen Mitteln greift:

Zitat Abs. 9: Was sagt uns dieser Bericht heute? Manchmal verstehen wir nicht völlig, warum die Organisation eine bestimmte Neuerung einführt. Vielleicht waren wir anfangs skeptisch, beim persönlichen Studium, im Predigtdienst und in den Zusammenkünften elektronische Geräte zu benutzen. Inzwischen ist uns sicher bewusst, wie praktisch sie sind und wie positiv sich solche Neuerungen auswirken. Das zu sehen stärkt unseren Glauben und unsere Einheit.“

Wow. Jesus, dynamischer Führer der Zeugen Jehovas möchte also, dass Tablets, Handys und ähnliche elektronische Geräte benutzen werden, um sein Werk durchzuführen. Jetzt machen diese Hypothesen und Fragen zu Josuas Geschichte Sinn. Es soll verhindern werden, dass normaldenkende Menschen die Entscheidungen des Sklaven hinterfragen, deshalb wird angedeutet, dass auch schon damals fragwürdige Entscheidungen von Gott und Christus getroffen wurden, die das Volk kopfschüttelnd angezweifelt hat.

Nur: Auf solche „organisatorischen Veränderungen“ kommen wohl eher  Vertreter menschlicher Verlags- und Vertriebsorganisationen, um Geld einzusparen. Hat Jesus nicht bessere Möglichkeiten, als sich solcher profanen Mittel zu bedienen? Hat Jesus Christus nicht wichtigeres zu tun, als die Interessen der WT- Verlagsgesellschaft zu fördern?

Durch die Benutzung von Tablets und Handys “gefällt man Gott und Christus”. Nur wer Tablets und Handys benutzt, gehorcht den Anweisungen der Organisation, “hält Schritt mit dem himmlischen Wagen Gottes” und ist damit “Gott gehorsam”.

Zitat Abs. 18: Wenn wir den Geist hinter den Anweisungen von Jehovas Organisation erkennen und sehen, wie gut sie sich auf uns auswirken, werden wir uns auch gerne daran halten. … Stehen wir voll hinter der Anleitung von Christus, dann stärken wir den Glauben unserer Brüder und Schwestern und fördern die Einheit …“

Ja, was für ein Geist mag wohl hinter den Anweisungen von Jehovas Organisation stehen? Es ist ein Geist der Verwirrung und Täuschung, mal Hü und mal Hott. Diejenigen unter uns, die als Älteste oder Dienstamtgehilfen noch vor nicht allzu langer Zeit, mit dem Kreisaufseher zusammenkamen, erinnern sich noch gut, wie vehement Tablets, Smartphone und Co verteufelt wurden.

Die ursprüngliche Anweisung des Kreisaufsehers und damit der Organisation lautete: Es sollten keine elektronischen Geräte verwendet werden. Diese Richtlinie wurde nun aufgehoben und es ist mehr als irreführend, wenn der Sklave nun behauptet, elektronische Geräte seien eine “neue Initiative” von Jesus Christus und Jehova Gott. Die Organisation hat sich einfach den Veränderungen, die sich weltweit vollzogen haben, angepasst. Hatte die WTG ursprünglich die berechtigte Befürchtung, dass die Brüder, über die Nutzung von Tablet und Smartphone, auf unerwünschte Informationen stoßen könnten, hat sie nun erkannt, dass sie dies sowieso nicht verhindern kann und geht in die offensive Nutzung des Internets über.

Die Widersprüchlichkeit und Irreführung der leitenden Körperschaft kennt wahrlich keine Grenzen mehr. Dennoch warnt uns der Sklave davor, Informationen aus dem Internet zu konsumieren. Zum Glück ist das bei vielen nicht angekommen.

Abs. 9, Zitat: “Manchmal verstehen wir nicht völlig, warum die Organisation eine bestimmte Neuerung einführt.” 

Ach ja, wie recht sie doch haben. Selbst, wenn Anweisungen des Sklaven keinen Sinn ergeben, wird erwartet diese umzusetzen. Gab es dazu nicht mal eine fragwürdige Veranschaulichung in einem  JW-Broacasting? Aber ja! In dieser Geschichte erteilten die Ältesten den Auftrag, die Königreichssaalfassade neu zu streichen und verteilten kleine Pinsel für dieses Vorhaben. Doch anstatt nach größeren Pinseln zu rufen, sollten die Brüder über die geistigen Vorteile dieser Anweisung nachdenken.

Solche unsinnigen Aktionen und Reaktionen, versucht man mit den eingangs erwähnten spekulativen Schlussfolgerungen in den Studienartikeln zu rechtfertigen. Auch damals, so will man uns weismachen, hätten die Israeliten die „unsinnigen Anweisungen“ Jehovas nicht verstanden.

Unterschlagen wird dabei die Tatsache, dass die Israeliten genug Beweise hatten, um Jehova zu vertrauen. Wo sind heute diese Wunder, diese positiven Erfahrungen? Trotz massiven Einsatzes digitaler Medien und vermehrten Trolleydienst–Stunden ist kaum Wachstum zu verzeichnen. Überall herrscht Stagnation und sogar Rückgang. Säle, Kongresshallen oder Bethelheime werden geschlossen und verkauft. Angesichts solcher Fakten klingt es wie Hohn, wenn wir in Abs. 13 aufgefordert werden:

Denken wir dann darüber nach, wie Christus in der Vergangenheit seine Führung ausübte.”

CHRISTUS leitete damals und heute seine Versammlung, ganz ohne digitale Medien und ohne eine leitende Körperschaft, alleine mit der Kraft des Heiligen Geistes. Dagegen konstruiert der „Sklave“ falsche “biblische Parallelen”, usurpiert und verdreht per Eisegese die biblischen Berichte für seine eigenzweckdienlichen Interessen und, was noch verwerflicher ist, er setzt sich auf den Stuhl des größeren Mose, Jesus Christus. “So wie Christus es tat, so tun wir – die Organisation es heute.“ Blasphemischer geht’s nicht mehr.

Abs. 18, sinngemäß zusammengefasst“Wir (das Fußvolk) werden uns gern an Anweisungen von Jehovas Organisation halten.”  Im Klartext heißt das: „Ihr habt es GERNE zu tun, egal ob ihr es einseht oder nicht, egal ob es sinnvoll erscheint oder nicht.“ Hier liegt schon der Tatbestand von  Ausübung totalitärer Gefühls- und Gedankenkontrolle vor.

In den Absätzen 10 und 11 wird dann mal wieder das Märchen von “der leitenden Körperschaft des 1. Jahrhunderts” gepredigt. Wer die Argumente des Sklaven dazu ernsthaft untersucht, wird jedoch feststellen, dass die Organisation sich mit ihrem Gedankenkonstrukt ins eigene Knie schießt, wenn sie in Abs. 10 folgenden Unsinn loslässt, Zitat:

“In Antiochia kam es … zu Meinungsverschiedenheiten. Also ordnete man an, Paulus solle die Sache der leitenden Körperschaft in Jerusalem vorlegen. Von wem kam die Anordnung? Paulus erklärte: „Ich begab mich … zufolge einer Offenbarung hinauf.“ Offensichtlich lenkte Christus alles so, dass die leitende Körperschaft die Angelegenheit klärte (Gal. 2:1-3).”

Bekanntermaßen ging es hier um die Frage der Beschneidung für Christen. Einige jüdische Christen sahen die Beschneidung als notwendig an. Im Absatz 10 versucht die „leitende Körperschaft“ zu erklären, dass es ein von Christus ernanntes Leitungsorgan – nämlich die „leitende Körperschaft in Jerusalem“ – gab, dessen Nachfolger sich jetzt offensichtlich in Warwick befinden sollen.

Tatsächlich war Jerusalem das Zentrum der Judenchristen. Hier befand sich noch die Mehrheit der Apostel und von dort waren die Beschneidungslehrer, die diese Tradition als heilsnotwendig lehrten und einforderten, auch bis nach Antiochia gekommen. Es war daher sinnvoll, dass Paulus, Barnabas und andere, um das Problem zu lösen, dorthin gingen, wo es entstanden war, nach Jerusalem.

Nun lasst uns diese JW.Org – Lehre analysieren:

Gemäß dem, von der Organisation eisern durchgezogenen “Grundsatz der Leitung durch ein Haupt” (1Kor 11,3), fließen  SÄMTLICHE “Anweisungen” immer und ausnahmslos von oben nach unten:  Von Jehova Gott über Christus und seine damalige „leitende Körperschaft“ bis zum heutigen „treuen und verständigen Sklaven“. Wer es wagt, diese Befehlskette zu hinterfragen, handelt “rebellisch“. Demnach habe Jehova Gott damals die Anordnung über den Christus an die „leitende Körperschaft“ erlassen, Paulus möge doch bitte nach Jerusalem kommen, um diese Streitfrage zu klären.

Abs. 10, Zitat: „Also ordnete man an, Paulus solle die Sache der leitenden Körperschaft in Jerusalem vorlegen.

Von wem kam die Anordnung?“ Gemäß dieser WTG–Lehre bildeten die “Leitende Körperschaft“ des 1. Jahrhunderts nur die 12 Apostel. Von wem also hätte, gemäß diesem WTG-Konstrukt, die „Anordnung“ ausgehen müssen? Richtig, eben von genau dieser “LK” in Jerusalem. Doch um wen handelt es sich bei dem “man” in obigem Satz wirklich?

Der Artikel bemerkt völlig richtig, Zitat: „„ … zufolge einer Offenbarung“. Offensichtlich lenkte Christus alles so, dass die leitende Körperschaft die Angelegenheit klärte,“(Gal. 2:1-3).

Die “Anweisung” kam also direkt von CHRISTUS – nicht erst über eine vermeintliche “LK in Jerusalem, wobei das Adverb “offensichtlich” komplett überflüssig ist, denn genau so war es und so steht es in der Schrift. Paulus gehörte, gemäß dieser WTG-Hypothese, NICHT zu dieser vermeintlichen “LK in Jerusalem”.  Somit kollabiert die Lehre einer leitenden Körperschaft in Jerusalem” krachend in sich zusammen. In nur wenigen Sätzen entzaubert sich hier die WTG selbst und blamiert sich bis auf die Knochen, für jeden, der nur ein wenig diesen Stuss durchdenkt.

Der Abs. 12 setzt noch ein entzückendes Sahnehäubchen auf dieses Blendwerk einer „Leitenden Körperschaft“ in Jerusalem,

Zitat Abs. 12: “Christus sorgte dann jedoch durch die Briefe von Paulus für weitere Anleitung.“

WAS? Christus benutzte Paulus für seine Anleitungen und Anweisungen und NICHT die “LK IN JERUSALEM”? Diese wurde von Christus einfach übergangen?  Wie kann das denn sein, wenn doch laut WTG der Befehlsfluss und die Hierarchie lautet: Jehova – Christus – leitende Körperschaft? Hat Christus etwa eigenmächtig diese Befehls- und Anweisungskette übersprungen und sich gleich an Paulus gewandt?

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Das WTG-Konstrukt ist nicht wasserdicht; es ist absurd, abwegig, fehlerhaft, unbiblisch und unlogisch. Weitere Tatsachen, betreffs dieses Themas, finden sich im Glossar von BI, https://www.bruderinfo-aktuell.org/index.php/glossar/  Eintrag “Leitende Körperschaft”.

Was zeigt uns der Blick auf die vielen organisatorischen Veränderungen?

Werfen wir einen Blick auf die vielen organisatorischen Veränderungen des Sklaven in der heutigen Zeit, so stellen wir fest, dass diese wohl kaum etwas mit der Führung durch Christus zu tun haben. Die meisten organisatorischen Änderungen sind in der Regel funktional. Doch die WTG versucht zu zeigen, dass Christus hinter diesen „genialen Organisationsänderungen“ steckt. Aber wie üblich, gibt es keinen Beweis, im Gegensatz zu den erwähnten Beispielen aus der vorchristlichen und urchristlichen Zeit, wie Christus diese Änderungen veranlasst haben soll. Etwa durch übernatürliche Eingebungen dem Sklaven gegenüber? Das alles ist nicht belegbar, sind Spekulationen und so kann jeder für sich den Anspruch erheben, als Stellvertreter Gottes zu reden.

Im Abs. 18 spricht man von: “Christi Sorge, die Ressourcen der Organisation sinnvoll einzusetzen”. Man spare Geld und kann viel mehr Menschen mit der guten Botschaft erreichen.

Was für eine Blasphemie, was für eine Verhöhnung Christi! Die WTG stellt den Christus auf die Stufe eines Verlagsleiters, der sich um die Finanzen seiner Organisation sorgt. Warum sollte sich der Herr darum kümmern, die für Verleger und die Öffentlichkeit gedruckte Literatur zu reduzieren, aber nicht die gleichen Bedenken, hinsichtlich der Verwendung organisatorischer Ressourcen beim Bau von hochmodernen Hauptquartieren und Zweigstellen, haben?

Jesus scheint auch verantwortlich dafür zu sein, dass die Anzahl der Betheliten, welche ihm 20 oder 30 Jahre als Personal seiner Organisation dienten, weltweit reduziert wurde. Christus hat entschieden, dass das  bequeme Leben im Bethel nicht förderlich ist für sein Werk, jetzt ist vermehrter Predigtdienst das Gebot der Stunde.

Es kann festgehalten werden: Der Schwerpunkt des Artikels bestand darin, den Eindruck zu erwecken, dass alle organisatorischen Änderungen von Christus geleitet würden und diese daher bereitwillig zu akzeptieren sind.

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Bernd N.

Hallo M.N. du erwähnst Broadcasting bzgl. des Beispiels des Streichens eines Königreichssaales. Das ist mir beim anschauen des Programms auch aufgefallen. Erst wird die Anweisung deutlich gemacht (Saal streichen, mag ja auch nötig sein), dann geht es aber um das Wesentliche: die Methode = mit einem Pinsel (Anstreicher nutzen eine breite Rolle, nicht nur wegen der Zeitersparnis, sondern um ein gleichmäßiges streifenfreies Gesamtbild zu erzielen). Da denkt man im ersten Moment, ok nicht so sinnvoll, aber wer kein Handwerker ist, weiß das möglicherweise nicht. Es geht ja um den Sinn des Beispiels, das man Anweisungen folgt. Nun wurde in dem… Weiterlesen »

Zartbesaitet

Lieber M.N. ebenso geistreich und voller Ironie wie ansonsten deine Kommentare hier dieser Artikel. Man kommt nicht umhin zuzustimmen, auch wenn unser Weg heraus aus diesem Konstrukt schon eine große Distanz zu diesem geistigen Gefängnis aufweist. Wir beide merken es immer besonders, wenn wir in irgendeiner Form mal dem Ganzen wieder in die Nähe kommen. Vor zwei Tagen z.B. als wir die gebrechlichen Eltern unserer Sie besuchten – abends – und nicht bedachten, dass die beiden ja gerade via eines solch elektronischen Gerätes akustisch in der Zusammenkunft saßen. Liebenswürdigerweise drückte Papa nach ein paar Minuten auf den Knopf, um es… Weiterlesen »

Mowani

Hervorragend analysiert und zerlegt. Ich musste öfter grinsen beim Lesen deines Artikels. Das Pinsel-Beispiel soll verdeutlichen, dass Anweisungen des Sklaven “auch wenn sie vom menschlichen Standpunkt unsinnig erscheinen” zu befolgen sind (wo stand das nochmal? Kürzlich im WT?).
Die Idee dahinter: Wer das mitmacht, macht auch noch grösseren Unsinn mit, bzw. lässt sich kontrollieren und manipulieren.

PS: Ich stelle fest, dass der Artikel über die dämonisierte Puppe deutlich mehr Echo findet als dieser auf biblischen Belegen beruhende Kommentar zum WT-Studienartikel. Er wurde fast zu gleichen Zeit veröffentlicht 43 zu 2 Kommentaren.

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Hallo. Mal als Gedanke eingeworfen; ich glaube an einen Schöpfer/Gott aber ich glaube nicht dass dieser oder diese (eventuell auch mehrere) niemals wollten das man durch Religion oder Glauben verehrt wird. Ich meine hält es außer mir noch jemand möglich dass Gott nie wollte dass er eine Rolle in unserem Leben spielt? Wir sind mit allen Möglichkeiten ausgerüstet um ohne ein Gedanke an ein göttliches Wesen unser Leben bewältigen könnten. Intelligenz, Gedächtnis, Kreativität und auch ein angeborenen Gerechtigkeitssinn, Gewissen, haben. Ganz objektiv betrachtet brauchen wir hier und jetzt keinen Glauben und Religion. Vielleicht können wir die Natur vom Schöpfer mit… Weiterlesen »

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Neben langen Missionier-Röcken, Predigtdienst-Taschen und Tablet-PCs werden zunehmend auch Fernbrillen ein Markenzeichen der ZJ sein. In Zukunft werden ZJ nur Menschen mit Tablet-PCs zum wahren Glauben bekehren und nur analog lesende Brüder von der WTG ausgeschlossen.

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Django

Viele der hier mitlesenden und -schreibenden Ex- und Noch-Zeugen Jehovas haben inzwischen zu Christus gefunden und fühlen sich ihm sehr nahe. Vermutlich alle hatten früher ein gutes, inniges Verhältnis zu Jehova. Was hat es damit auf sich? War das damals Einbildung, eine mentale Täuschung, ein vertrautes Verhältnis zu einer buchstäblichen Entität? Wer hat eine Meinung zu dieser Frage?

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Passend zu einigen guten Kommentare, gibt es einen – nicht zu vernachlässigenden – Text von Apo Paulus. Diverse Kommentatoren hier auf Bruderinfo-Aktuell unterstützen den Gedanken, den wir in 2. Korinther 4 vorfinden. Eine Spiegelung der WTO/JW.ORG muss hierzu vorgenommen werden. Es gibt einiges dabei in Frage zu stellen oder sie sogar der Verfälschung der Bibel zu bezichtigen. Wie siehst du das, was Paulus nachfolgend betont? „Wir haben uns bewusst entschieden, nicht mit unwürdigen Methoden zu arbeiten, bei denen wir das Licht des Tages scheuen müssten. Wir greifen nicht zu betrügerischen Mitteln und verfälschen Gottes Botschaft nicht. Im Gegenteil: Weil wir… Weiterlesen »

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Ulla

Hallo, lieber M.N.
und auch alle anderen:
Wer von euch könnte mir Literaturquellen aufzeigen, aus denen der Beweis hervorgeht, dass JZ den Christus als Erzengel oder besonderen Engel Gottes degradieren?
Ich bräuchte das für einen Ältesten, der mich ansprach und das abstreitet, ich möchte ihm das in den Briefkasten geben.
Hab nämlich kaum noch Literatur von der WTG.
LG und DANKE!
ULLA

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