Missbrauch und die WTG – Entwicklungen in der USA

Kennt ihr das? Ein Kind sitzt trotzig in der Ecke, schreit, weint und quengelt, weil es seinen Willen bekommen will. Erlebt man dies bei einem Kind, so lächelt man, und nennt dieses Verhalten kindisch. Erlebt man dieses Verhalten jedoch bei einem Konzern, so nennt man dies arrogant und idiotisch. Ich hatte bei einer kurzen Unterhaltung zu diesem Artikel gesagt, dass man den Missbrauch – ein tragisches und schlimmes Thema – vielleicht viel zu sehr mit den Zeugen Jehovas verknüpft. Das Problem was dahinter steht, wird dadurch möglicherweise übersehen.

LINK zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=zFNaC53HT5w

Einerseits ist die Struktur und die Hierarchie nicht geeignet, die Mitglieder zu schützen, andererseits sitzt die Führung wie das oben erwähnte Kind trotzig in der Ecke statt Lösungen anzustreben. Schaut man sich vorangegangene Ereignisse an, so sieht man immer wieder ein groteskes Verhalten. Die Australian Royal Commission (ARC) haben wir alle verfolgt. Neben den ganzen Lügen und den erschütternden Ergebnissen wurde ein Opferfond geschaffen, an dem sich die Institutionen beteiligen sollten. Wie reagierte die WTG? https://www.nationalredress.gov.au/institutions/institutions-have-not-yet-joined

Sie beteiligte sich nicht an dem Fond. Dies bedeutet, dass die Opfer erst den Rechtsweg beschreiten müssen, damit die WTG Gelder zahlt. Dies bedeutet zwar für die Opfer ein weit höheres Maß an Leid, da man lange Zeit vor Gericht erneut mit diesem Trauma konfrontiert wird, es kostet der WTG jedoch vermutlich mehr Geld und bringt negative Berichte.

Diese generalisierte Verweigerung bringt ebenso immer mehr Verfahren, welche zeigen, wie unverbesserlich die WTG ihre Versäumnisse ignoriert.

Die Fälle in der USA 

In New York wurde ein neues Gesetz verabschiedet welches ermöglicht, Missbrauchsfälle die bisher als verjährt gegolten haben, zur Anzeige zu bringen. Dieses Zeitfenster steht allen Opfern ein Jahr lang offen, egal wie lang der Missbrauch her ist und beginnt mit dem 14.08.2019.

Die Kanzlei Zalkin hat umfangreiche Erfahrungen mit Missbrauch innerhalb der Zeugen Jehovas und der verschiedenen Taktiken, Opfer hinzuhalten und verschiedenste Ausreden zu bringen. Landesweit betreuen sie aktuell über 20 Fälle.

Durch das neue Gesetz im Bundesstaat New York, wurden auch die Klagen von John Michael Ewing und Heather Steele möglich. Beide klagen voneinander getrennt gegen die Zeugen Jehovas, da sie Missbrauch innerhalb der Gemeinde erfuhren. Steele wurde schon als Kleinkind von einem Ältesten belästigt und seit dem sie 10 Jahre alt war, missbraucht. Ewing wurde seit er 14 war missbraucht. Als er seinen Eltern von dem Missbrauch erzählte, wurde ein Rechtskomitee einberufen und er wurde ebenso wie der Täter wegen homosexueller Handlungen ausgeschlossen.

Die Besonderheit dieses Verfahrens ist, dass alle Mitglieder der leitenden Körperschaft angezeigt wurden. Dieses Vorgehen hatte Zalkin bereits vor geraumer Zeit angekündigt, auch da die Zeugen Jehovas sich immer wieder hinter den verschiedensten Gesellschaften versteckten und argumentierten, dass keine Zuständigkeit der jeweiligen Gesellschaft besteht.

Neben der Entschädigung der Opfer ging es auch um eine Liste von Tätern, welche durch die WTG geführt wurde. Diese wurde nicht wie von dem Gericht verfügt ausgehändigt, wofür die WTG eine enorme Strafe zahlen soll. Diese Strafe für das Verweigern von Unterlagen will die WTG nun durch einen entsprechenden Antrag gestrichen haben. Dieser Antrag wird natürlich von der Opferseite abgelehnt und Zalkin positioniert sich hier sehr deutlich.

Parallel dazu verloren die Zeugen Jehovas diese Tage einen weiteren, wegweisenden Fall zum Thema Missbrauch. Dieser Fall begann in Kalifornien und liegt mittlerweile auf dem Tisch des US Supreme Courts. Es handelt sich dabei um den mittlerweile zu 45 Jahren verurteilten ehemaligen Ältesten Gilbert Simental, welcher sich an mehreren Kindern verging. Er verlor sein Dienstamt, aber es folgten keine Warnungen in der Versammlung oder eine Anzeige bei der Polizei. Damit wurden mehr Kinder Opfer, obwohl es vermeidbar gewesen wäre. Sein Dienstamt wurde ihm aber verliehen, als die Ältesten bereits wussten, dass er pädophil ist. Die Zeugen berufen sich auf eine Art Beichtgeheimnis und verweigern auch an dieser Stelle das Beibringen von Unterlagen.

Das Gericht entschied zu Gunsten des Opfer und sprach eine Entschädigung von 4 Millionen USD zu, wogegen sich die Zeugen Jehovas durch alle Instanzen klagen und bisher nur verloren haben. Daher liegt der Fall mittlerweile beim Supreme Court. Dabei wurden die Zeugen verpflichtet, Sicherheiten in Höhe von 6.024.228,58 USD bei der Travelers Insurance Company zu erwerben.

Immer wieder sieht man die Weigerung der WTG die Liste mit Kinderschändern auszuhändigen. Dafür ist die WTG bereit, hohe Strafen in Kauf zu nehmen. Vielleicht hoffen sie auch, dass sie es bis Armageddon aussitzen können.

Jedoch ist die USA nur ein Land von vielen. Überall auf der Welt erfolgen Klagen, es gibt in einigen Ländern Untersuchungen – so zum Beispiel in UK durch die Charity Commission. Statt den Schritt nach vorn zu wagen, Änderungen anzustoßen und zu dem verübten Unrecht zu stehen, stellt man sich taub und trotzig hin und verweigert den Opfern ihre Rechte. Nur es ist wie eingangs geschrieben: was bei Kindern amüsant ist, ist für eine Religion einfach beschämend, arrogant und idiotisch – und dies spiegeln die Urteile fortlaufend wieder.

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http://m.startribune.com/jehovah-s-witnesses-ask-court-to-reverse-35m-abuse-verdict/560259442/

[auch sehr schön in der Anhörung vor Gericht in dem von OWS am Samstag, 14.09.19 geposteten Video von Kim Mikey zu sehen]

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