Die neue NWÜ in Deutsch ist da!

Autoren Bruder/M.N.

So, jetzt haben wir also das „Meisterwerk der Bibelgelehrsamkeit” – das JW.org-„Silberschwert” – auch in Deutsch vorliegen. Am 2. Februar 2019 wurde in Selters die revidierte Ausgabe der Neuen-Welt-Übersetzung in Deutsch veröffentlicht.

Gerrit Lösch persönlich gab sich die Ehre, die „neue“ Neue-Welt-Übersetzung in Deutsch zu veröffentlichen. Begeistert, wie sollte es auch anders sein, nahmen Jehovas Zeugen in Deutschland diese revidierte hauseigene Bibelübersetzung entgegen. Stolz und voller Triumph, nun etwas ganz Tolles erhalten zu haben, hielten sie, wie immer bei solchen Gelegenheiten, ihr „persönliches“ Exemplar dankbar in die Höhe.

Warum aber ist es für die WTG so wichtig eine eigene Bibelübersetzung vorweisen zu können, und warum erwartet sie von ihren Anhängern, fast ausschließlich nur diese zu verwenden? Tatsächlich lässt sich belegen, dass die WTG damit ihre speziellen Lehren und organisatorischen Strukturen biblisch rechtfertigen will. Es gibt hunderte von Bibelübersetzungen und wer die Botschaft der Bibel verstehen möchte, benötigt sie alle. Jede Bibelübersetzung und jeder Übersetzungsstil hat seine Vor- und Nachteile. Eine Übersetzung, die das richtige Inhaltsverständnis für jeden möglichen Empfänger „unfehlbar“ garantiert, gibt es nicht.

Die zwei Extreme beim Übersetzen

Das Spektrum der Bibelübersetzungen erstreckt sich zwischen zwei Extremen: Eine Übersetzung kann versuchen, den Wortlaut der fremden Sprache in der eigenen möglichst genau nachzubilden – um den Preis, dass dieser Wortlaut zunächst wie eine Fremdsprache klingt. Oder die Übersetzung kann versuchen, den Sinn des fremdsprachlichen Textes „mit eigenen Worten“ frei und unmittelbar verständlich wiederzugeben – um den Preis, dass die Leser dem Übersetzer vertrauen müssen, dessen Arbeit sie in der Regel ja nicht persönlich überprüfen können.

Wer verschiedene Übersetzungen nebeneinander verwendet, gleicht die Nachteile aus und die Vorteile addieren sich. Wer diese Mühe scheut, muss sich entscheiden, was ihm wichtiger ist: ein auf Anhieb verständlicher Text, der vielleicht gelegentlich einseitige Festlegungen oder Verengungen enthält oder ein abweisend unzugänglicher, aber wortgetreuer Text, der sich nur durch vertieftes Studium erschließt.

Ursprache vs. “Urausgabe”

Grundsätzlich gilt zu bedenken, was der Italiener folgendermaßen ausdrückt: „Traduttore traditore“. Wer einen Text in eine andere Sprache übersetzt, der übt an ihm Verrat, auch wenn er sich noch so viel Mühe damit gibt. Gilt das auch für die Bibel? Für „bibeltreue Christen“ ist diese Vorstellung schwer zu akzeptieren. Wer die Bibel ehrlich übersetzen will, muss sich auf Sprachformen und Denkweisen einlassen, die uns fremd sind. Der historische, soziale und kulturelle Abstand zwischen der biblischen Welt und unserer Gegenwart macht das Übersetzen der Bibel zu einem Wagnis und einer stets neuen Herausforderung. Auch der Übersetzer ist nicht frei von Vorstellungen, die oft unbewusst in seine Übersetzung mit einfließen. Angesichts dieser bekannten Probleme sollte es selbstverständlich sein, dass eine ehrliche Bibelübersetzung aus den biblischen Originalsprachen angefertigt wird, also das Alte Testament aus dem Hebräischen und teilweise aus dem Aramäischen und das Neue Testament aus dem Griechischen.

Und hier sind wir schon bei einem fragwürdigen Punkt in Verbindung mit der NWÜ angelangt. Wer erwartet hat, dass die Übersetzer der NWÜ nun eine saubere und von sektiererisch-tendenziöser Wiedergabe befreite Übersetzung auf den Tisch legen würden, kann nur enttäuscht sein. Zur Freigabe der Neu-NWÜ muss man leider sagen: „Gelegenheit verpasst!“. Das Textkorsett war auch hier, wie gehabt – durch den „Urtext” der 2013-er Mutterausgabe in Englisch – vorgegeben.

Insofern kann man hierzu nur das wiederholen, was bereits vor über fünf Jahren anlässlich der Herausgabe der engl. Ur-Ausgabe gesagt wurde. Wir werden in absehbarer Zeit auf weitere der zahlreichen Einzelheiten eingehen, die deutlich zeigen, dass es sich bei dieser „Bibelübersetzung“ um eine sektiererisch-tendenziöse Übersetzung handelt.

„Ich werde sein, der ich sein werde”

Zur Schnellanalyse richten wir unsere Blicke vorerst auf zwei „Schlüsselverse”, um zu sehen ob sich etwas geändert hat, nämlich 2. Mose 3:14 und Johannes 17:3. Was haben die „WTG-Übersetzungs-Experten“ aus diesen Versen gemacht? Wie nicht anders zu erwarten: Das alte Credo der Organisation, um jeden Preis anders sein zu müssen als alle gelehrten Bibelübersetzer, Philologen, Theologen, also wirkliche Fachleute auf ihrem Gebiet, ist geblieben. Alle diese Experten haben nach Ansicht der WTG aber so was von keine Ahnung – nur den „gesalbten Übersetzern der WTG” hat Gott durch seinen Geist geoffenbart, wie die Bibel richtig zu übersetzen ist? Wie sehr einander doch die diversen Sekten alle gleichen! Die Mormonen und ihr Buch Mormon – die ZJ und ihre NWÜ nebst den „Veröffentlichungen des TuvS”.

Zur Erinnerung, 2. Mose 3:14 – äjǟh aschǟr äjǟh –„Ich werde sein | was | ich werde sein”. Selbst jeder des Hebräischen Unkundige erkennt leicht, dass das dritte Wort – äjǟh – eine exakte Wiederholung des ersten ist, weshalb in einer Übersetzung von „äjǟh”, auch in der Wiederholung, nichts anderes stehen darf als „ich werde sein”.

So übersetzt z. B. die „Stuttgarter Erklärungsbibel”, wie auch die meisten deutschsprachigen Übersetzungen: „Ich werde sein, der ich sein werde”. So – und NUR so – lautet die exakte, wissenschaftlich-grammatikalisch genaue Wiedergabe dieses Textes. Alternativ könnte man statt „sein” auch „werden” sagen: „Ich werde werden, der ich werden werde“. Dann wäre das „äjǟh“ als „Ich werde werden” wiederzugeben. Aber damit rutscht man leicht in das spekulative Gebiet der Sprachphilosophie ab. Es geht ja um das, was Gott zu einem gegebenen künftigen Zeitpunkt IST – also ein ZUSTAND – der in der Zukunft „sein WIRD“.

Auf GAR KEINEN FALL aber ist hier ein zusätzliches, urtextfremdes Verb mit einzuschmuggeln, so wie es die WTG-Übersetzer für notwendig erachten, als müsse die klare, einfache Aussage noch zusätzlich erklärt werden. Es handelt sich um das Verb „möchten”. Die WTG übersetzt „äjǟh aschǟr äjǟh“ aus 2. Mose 3:14 folgendermaßen: „Ich werde, was ich werden MÖCHTE”.Autsch und Aua. Was hat dieses „möchte” hier zu suchen? Was mag die WTG-Übersetzer hier bewogen haben, dieses „möchte“ einzufügen?

Vielleicht die haarspalterische Überlegung – Gott würde nicht „werden WOLLEN”, was er wirklich „möchte”? Doch es geht hier nicht um eine „Wollen-Absicht” Gottes, sondern ganz rudimentär um eine Tatsachenfeststellung: Gott WIRD SEIN (ohne Wenn und Aber), was (immer) er SEIN WIRD. Nichts weiter. Das ist glasklar und schnörkellos. Weshalb also fühlen sich die nicht inspirierten WTG-Apologeten bemüßigt, hier die Wasser zu trüben und ein urtextfremdes Wort à la „möchten” mit einzuquirlen, um MIT ALLER GEWALT „anders” zu sein als alle anderen Übersetzer der „bösen Christenheit”?

“Erkenntnis aufnehmen” vs. erkennen

Die Worte Jesu aus Johannes 17:3 lauten jetzt gemäß der „neuen NWÜ“: „Das bedeutet ewiges Leben: dich, den allein wahren Gott, kennenzulernen …“ Laut Fußnote wird erklärend hinzugefügt: „Über Gott immer weiter Erkenntnis aufzunehmen bedeutet ewiges Leben“, was natürlich genauso falsch ist wie die frühere Wiedergabe. Auch hier gilt offenbar für die WTG wieder : Es geht einfach nicht ohne ein zusätzlich eingeschmuggeltes Verb. „Ginōskō“ bedeutet nun mal nicht „Erkenntnis AUFNEHMEN” und auch nicht „kennen LERNEN”, sondern bezieht sich auf „das Eingetretensein in ein andauerndes Vertrauensverhältnis mit Gott unserem Vater”.

Man erfasst natürlich sofort die Absicht hinter der WTG-frisierten NWÜ-Fehlwiedergabe. Es geht einfach darum das „LERNEN = STUDIEREN = AUFNEHMEN der WTG-Lehren“ als ein biblisches Gebot festzuschreiben. Die WTG-Verlagsprodukte gilt es zu „studieren” und nur dieses „Erkenntnisaufnehmen” bringt ewiges Leben.

Einfügungen kenntlich machen

Eine weitere grundlegende Änderung in der neuesten NWÜ ist das Auslassen der eckigen Klammern, die bisher „in den Text Eingefügtes” kenntlich machten. Es fehlen z.B. in einem Text wie Kol. 1:16,17 jetzt die eckigen Klammer. „Alle [anderen] Dinge sind durch ihn und für ihn erschaffen worden. Auch ist er vor allen [anderen] Dingen, und durch ihn sind alle [anderen] Dinge gemacht worden, um zu bestehen.”

Jetzt wird dem Leser vollends verschleiert, dass das Wort „andere” eine WTG-Hinzufügung ist, die im Griechischen nicht steht. Diese „neue” Verschlimmbesserung der revidierten NWÜ macht sie also ganz erheblich schlechter als die bisherige Version, denn nun bleibt dem unkundigen Leser vollends verborgen, welche Worte denn nun tatsächlich zum „echten” Bibeltext gehören und welche nicht.

(Mehr zum „Silberschwert”, der neuen NWÜ, findet man im Glossar unter „Neue-Welt-Übersetzung”, Unterthema „Die NWÜ-Revision von 2013”.)

Haben Zeugen Jehovas eine eigene Bibel?

Angesichts dieser revidierten hauseigenen Bibelübersetzung, geprägt von sektiererisch-tendenziöser Verfälschung, ist die Frage berechtigt: „Haben Jehovas Zeugen ihre eigene Bibel? Und wenn ja, warum glauben sie eigentlich unbedingt eine haben zu müssen?“

Diese Frage versucht die WTG auf ihrer Website unter der Rubrik „Oft gefragt“ zu beantworten. Dort finden wir, auf Halbwahrheiten und unehrlichen Aussagen beruhend, folgende Antworten:

„Jehovas Zeugen nutzen für ihr Bibelstudium schon seit jeher verschiedene Bibelübersetzungen.“

Das ist jedoch nur bedingt richtig. Ja, die WTG verweist auch ab und zu auf andere Bibelübersetzungen, wenn sie es für angebracht hält, und wenn es ihrer eigenen Intention entgegenkommt. Tatsächlich werden Zeugen Jehovas aber indirekt genötigt, nur die NWÜ zu lesen und zu verwenden.

Meine persönliche Erfahrung ist: Wer es wagt mit einer anderen Bibelübersetzung in der Versammlung zu erscheinen und diese auch verwendet, wird misstrauisch beobachtet. Intern wird er als gefährlicher, sich auf dem Weg der Abtrünnigkeit Befindender gesehen. Es ist ausdrücklich nicht erwünscht, neben der NWÜ auch noch andere Bibelübersetzungen zum persönlichen Bibelstudium zu benutzen. Von daher ist auch die folgende Behauptung nichts wert:

„Besonders gern verwenden wir die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift, die in vielen Sprachen vorhanden ist. Der Grund? Sie gebraucht Gottes Eigennamen, ist genau übersetzt und sorgt für ein klares Verständnis.“

Nein, Jehovas Zeugen benutzen die NWÜ nicht besonders gern, weil diese so besonders gut ist, sondern weil es so verordnet wird. Ich persönlich habe sie noch nie „besonders gern benutzt“ und ich weiß von vielen anderen aufrichtigen Erforschen der Bibel, dass sie die NWÜ nicht gerne benutzten. Warum, war mir damals noch nicht so richtig klar. Das Erste, was mich, gleich bei ihrem Erscheinen störte, war ihr hölzernes und gestelztes Deutsch, was dazu führte, dass ich jegliche Lust verlor diese Bibelübersetzung länger zu lesen. Es war eine Wohltat für Herz und Sinn, als ich später zum ersten Mal eine Bibelübersetzung las, die mich wirklich erreichte. Die Folge war, dass ich erkannte wie tendenziös, ja sogar falsch, die NWÜ tatsächlich ist.

Gottes Eigenname

Des Weiteren wird auf der WTG-Website zu der Frage: „Haben Jehovas Zeugen ihre eigene Bibel?“ ausgeführt:

„Gottes Eigenname findet man in der Neuen-Welt-Übersetzung an vielen Tausend Stellen, wo er im Originaltext vorkam.“

Ob die Verwendung des Namens Jehovas für sich genommen schon ein Qualitätsmerkmal darstellt sei dahingestellt. Jedoch gibt es viele andere Bibelübersetzungen, die den Namen Gottes „Jehova“ oder „Jahwe“ verwenden und zwar da, wo er auch hingehört. Das „Besondere“ an der NWÜ ist, dass sie den Namen Gottes auch dort verwendet, wo er nicht hingehört, nämlich im Neuen Testament, was in weiterer Folge dazu führt, dass die wahre Stellung Christi verschleiert wird.

Anonymes Übersetzungskomitee

Auch der Hinweis, das Übersetzungskomitee sei anonym, ist eher negativ zu bewerten. Solche Aussagen sind Nebelkerzen, die eine gewisse demütige Haltung der Übersetzer betonen sollen. In Wirklichkeit aber geht es um das Vertuschen der Tatsache, dass die Übersetzer keinerlei Qualifikation vorzuweisen haben.

Zum Beispiel, so wird weiter argumentiert, „gäbe es eine Bibelübersetzung (welche wird nicht gesagt), an der über siebzig Personen gearbeitet hätten und alle wären namentlich aufgeführt worden. Aber der Name des Autors der Bibel — Jehova Gott — sei aus dem Text komplett gestrichen worden!“

Das ist typisches WTG-Gewäsch, plumpe Argumente, auf die nur naive Gemüter reinfallen.

Gott hat es fürwahr nicht nötig, als Autor der Bibel namentlich erwähnt zu werden. Aber die Übersetzer seines Wortes sollte man schon kennen, übernehmen die doch eine große Verantwortung beim Übersetzen des Wortes Gottes in eine andere Sprache.

Die Genauigkeit der NWÜ

„Nicht alle Bibelübersetzungen vermitteln die Originalbotschaft der Bibel.“

Nun, dass nicht alle Bibelübersetzungen genau das wiedergeben, was die Schreiber der Urschriften im Sinn hatten liegt auf der Hand, deshalb ist es, wie Anfangs schon erwähnt, unerlässlich, verschiedene Übersetzungen zu benutzen. Die grundlegende Botschaft der Bibel wird eigentlich durch alle seriösen Übersetzungen vermittelt.

Dann führen die WTG-Experten stolz ein Beispiel an, um zu verdeutlichen wie gut und genau ihre Übersetzung sei. Zitat:

„In einer Übersetzung (?) liest man in Matthäus 7:13 zum Beispiel: ‚Die Straße zur Hölle ist breit und ihre Tür steht für die vielen weit offen, die sich für den bequemen Weg entscheiden.‘ Im Originaltext steht an dieser Stelle aber nicht ‚Hölle‘, sondern ‚Vernichtung‘.“

Wieder so eine Nebelkerze um den einfachen Zeugen zu vermitteln, seht her, wie schlecht andere Übersetzungen sind. Die Übersetzer haben sich für das Wort „Hölle“ entschieden, weil sie daran glauben, dass böse Menschen für immer in der Feuerhölle gequält würden. In der Neuen-Welt-Übersetzung dagegen, so tönt man stolz, wird korrekterweise der Begriff Hölle mit Vernichtung übersetzt: „Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt“.

Nun, halten wir fest, natürlich ist die Verwendung des Begriffs „Hölle“ tendenziell und falsch. Deshalb verwendet auch kaum noch eine deutsche Übersetzung diesen Begriff. Es ist also eine Irreführung, wenn die WTG so tut, als würde sie als einzige Matthäus 7:13 korrekt übersetzen. Und bei einer genauen Betrachtung des Begriffs „Vernichtung“, den die NWÜ verwendet, ist festzustellen, dass auch dieser Ausdruck „Vernichtung“ nicht das wiedergibt, was Jesus im Sinn hatte. Jesus sprach weder von einer Hölle der ewigen Qual noch von einer Vernichtung in Harmagedon. Alle deutschen Übersetzungen verwenden daher die Begriffe Verderben, Verdammnis oder Abschneidung.

Klares Verständnis

Und weil es so schön ist führt die WTG noch einen weiteren angeblichen Vorteil ihrer Übersetzung an. Zitat:

„Eine gute Übersetzung muss nicht nur genau übersetzt sein, sondern auch zu einem klaren Verständnis verhelfen.“

Wie wahr! Leider ist die NWÜ alles andere als klar und verständlich, ihre Sprache ist kompliziert und hölzern. Viele ihrer Textpassagen muss man mehrmals lesen, ehe man den Sinn erfasst. Zum Beleg der Behauptung, eine klare und verständliche Übersetzung zu sein, führt man ein Beispiel aus Römer 12:11 an. Zitat:

„(Dort) verwendet der Apostel Paulus eine Formulierung, die wörtlich ‚kochend in dem Geist‘ bedeutet. In den meisten Sprachen ergäbe das keinen Sinn. Verständlicher wird die Bedeutung durch die Wiedergabe in der Neuen-Welt-Übersetzung. Danach sollten Christen ‚glühend im Geist‘ sein.“

Die Neue-Welt-Übersetzung soll also die einzige sein, so wird hier der Eindruck erweckt, die das, was Paulus sagen wollte, klar und verständlich wiedergibt. Na, dann wollen wir dem einmal nachgehen:

Menge seid feurig im Geist
Luther: seid brennend im Geist
Hoffnung für alle (Hfa): von Gottes Geist durchdringen
Einheitsübersetzung (EÜ): lasst euch vom Geist entflammen

Das mag genügen um zu zeigen, dass die NWÜ hier nicht besonders hervorzuheben wäre. Ob glühend, feurig oder vom Geist Gottes entflammt, alle Übersetzungen treffen den Kern dessen, was Paulus sagen wollte. Also, auch diese Behauptung der WTG ,,ein klareres Verständnis“ zu vermitteln, ist eine Nebelkerze, mit deren Hilfe man einen Zeugen Jehovas den Blick auf die Wirklichkeit verschleiert.

Fazit

Zusammenfassend muss man sagen, dass die Neue-Welt-Übersetzung keine gültige Version der Bibel ist!

Die NWÜ wird durch ihren Dachverband (WTG) als Übersetzung der Heiligen Schrift direkt aus dem Hebräischen, Aramäischen und Griechischen in ein modernes Deutsch durch ein Komitee von gesalbten Zeugen Jehovas definiert. Die Neue-Welt-Übersetzung ist die anonyme Arbeit des „Neue-Welt-Bibel-Übersetzungskomitees“. Die WTG behauptet, dadurch sei die Anonymität gegeben um alle Ehre Gott geben zu können. In Wirklichkeit will man damit jedoch ausdrücken, dass die NWÜ direkt von Gott kommt, im Gegensatz zu allen anderen Übersetzungen, die nur das Werk von Menschen seien. Tatsache bleibt jedoch, dass anonyme Übersetzer sich nicht für Fehler rechtfertigen müssen und die Überprüfung ihrer akademischen Eignung nicht möglich ist.

Auch bei der revidierten NWÜ handelt es sich um keine wirkliche Bibelübersetzung, also eine Übersetzung der Heiligen Schrift direkt aus dem Hebräischen, Aramäischen und Griechischen in ein modernes Deutsch. Es handelt sich stattdessen um eine Übersetzung vom Englischen ins Deutsche, was einer guten Übersetzung in die deutsche Sprache widerspricht. In einer Sache ist die Neue-Welt-Übersetzung jedoch tatsächlich einzigartig – sie ist die erste internationale, systematisch produzierte Bibel, die editiert und überarbeitet wurde um mit der Lehre einer weltweiten Religionsgemeinschaft übereinzustimmen. Die Wachturm-Gesellschaft hat erkannt, dass ihre Glaubenslehren in großen Teilen der Heiligen Schrift widersprechen. Anstatt aber ihre Lehren der Heiligen Schrift anzupassen, veränderte sie die Heilige Schrift, damit diese in ihr Glaubensbild passt. Das „Neue-Welt-Bibel-Übersetzungskomitee“ veränderte alles, was nicht mit der „Theologie“ der Zeugen Jehovas übereinstimmte. Eindeutig zeigt sich das jetzt mit der neuen Edition der Neuen-Welt-Übersetzung, in der weitere Veränderungen vorgenommen wurden, auf die wir später noch eingehen werden.

Besonders um die Gottheit von Christus zu leugnen, hat die Wachturm Gesellschaft diese neue Edition der NWÜ herausgebracht und entsprechende Passagen geändert. Die Neue-Welt-Übersetzung ist definitiv keine gültige Version von Gottes Wort. Sie beinhaltet größte Unterschiede zu den üblichen Bibelübersetzungen. Keine Übersetzung ist perfekt; jedoch machen Bibelübersetzer nur minimale Fehler beim Übersetzen von Hebräisch und Griechisch ins Deutsche, welche aber nicht die Aussage der Bibel an sich verändern. Die NWÜ dagegen verändert international und sprachübergreifend den Text der Heiligen Schrift um ihn der „ZJ-Theologie“ anzupassen. Die Neue Welt Übersetzung ist für mich daher eine perfide Übersetzung, keine wirklich brauchbare Version einer Übersetzung.

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Hallo Bruder
…einige interessante Denkanstöße und Informationen.
Jedoch hatte ich während des Lesens folgendes Empfinden: Manchmal ist weniger, mehr.
Das hat sich leider in der letzten Zeile bestätigt.
Solch eine Aussage ehrt weder dich, noch das Thema, um das es eigentlich geht.
Ich hoffe du kannst mit dieser Kritik umgehen.
Gruß Bernd N.

Nach langer Zeit habe ich mal wieder die Seite der JW.ORG besucht. Sie hat folgende URL: https://www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/wachtturm-studienausgabe-juni-2019/stoss-jede-ueberlegung-um/ Gleich im ersten Abschnitt hieb es mich vom Sessel. Dort (im 1.Absatz) behauptet die JW.ORG: „Der Apostel richtete eine (solche) Warnung an Männer und Frauen, die Gott hingegeben und mit heiligem Geist gesalbt waren.“ Der Text aus der „Neuen WÜ“ lautet so: „An alle, die in Rom als von Gott Geliebte zu Heiligen berufen sind: Ich wünsche euch unverdiente Güte und Frieden von Gott, unserem Vater, und vom Herrn Jesus Christus.“ (Rö. 1:7) Die „NGÜ“ gibt den Vers wie folgt wieder: „Ihr seid… Weiterlesen »

Ich bin …wie viele hier…nicht in der Lage eine Bibelübersetzung fachlich zu bewerten. Auch nicht diese besagte neue NWÜ. Kritische Betrachtung ist generell nützlich, Lob allerdings auch! Dinge zu verteufeln nur weil es ins Fahrwasser Gleichgesinnter passt, ist einseitig und unfair; von wem auch immer! Aus Fehlerhaftigkeit aller Art jeweils durchtriebene Absichtsvermutungen zu produzieren, ist lächerlich für jeden aufgeklärten Leser. Aus diesem Grund verweise ich einmal auf eine Kapazität in benanntem Fach: Jason David BeDuhn, Professor für religiöse Studien, Northern Arizona University. Er verglich (vor wenigen Jahren) 9 englische Bibelübersetzungen mit dem Fazit, dass die NW die genaueste Übersetzung ist… Weiterlesen »

Euer Artikel zur NWÜ:
Seeehr sauber, fundiert und pragmatisch, faktisch belegt und Hintergründe beleuchtend. Respekt ! Quintessenz klar definiert: “Sie (die neue NWÜ) ist die erste internationale systematisch produzierte Bibel, die editiert und überarbeitet wurde, um mit der Lehre einer weltweiten Religionsgemeinschft übereinzustimmen”…
Also eine Bibelverdrehung. Daran gibts nichts zu deuteln.
Und wieder einmal muss ich feststellen, dass die einstmals ernsthafte Bibelforscher- und Verkündigergeneration immer weiter zu einem dogmatisch festgefahrenen Verein verkommen ist, deren gelackte Vertreter sich immer mehr in Selbstverherrlichung festfahren und der “Wahrheit” ferner sind denn je ……

Gruss Horst

Lieber Autor, danke für diesen ausgewogenen Artikel. Besonders dem letzten Satz möchte ich voll zustimmen. Auch für mich war und ist die Neue Welt Übersetzung eine perfide Übersetzung, im Sinne der Wortbedeutung heimtückisch, schändlich, arglistig, und schmählich; bildungssprachlich sogar diabolisch. Sie ist in weiten Strecken keine wirklich brauchbare Übersetzung. Liebe Reni, du hast natürlich Recht wenn du darauf hinweist, das die wenigsten von uns die fachliche Kompetenz haben um eine Übersetzung zu beurteilen. Umso mehr müssen wir uns auf unseren gesunden Menschenverstand verlassen und auf Quellen vertrauen, die diese Kompetenz besitzen oder vorgeben sie zu besitzen. Deinem Vorwurf, dieser Artikel würde “aus Fehlerhaftigkeit aller Art durchtriebene… Weiterlesen »

Lieber M.N., mit dem “Bibel-Vers-Dreher” (Römer 1 mit 12) hast Du völlig recht. Auch Deine Erläuterungen haben ihre völlige Berechtigung und Korrektheit. Danke sehr für diese “Offenbarungen”. Kurze Anmerkung zu diversen Bibelübersetzungen: Fast alle Übersetzungen haben im Verlauf der Zeit eine Re-Vision erhalten. Allein die Luther Übersetzung hat viel inhaltliches stets abgeändert und die Anderen Ü’s sind auch nicht besser. Da sich der Sprachgebrauch ebenfalls geändert hat, ist heute ein anderer Jargon angesagt. Beispiel: Internet – Ursprung und heutiger Gebrauch/Verständnis. Auch Begriffe wie Zeitgeist, Fahrzeuge oder IT sind neu und in Umlauf. Da werden manche Bibeln auch angepasst, bzw. umgestellt.… Weiterlesen »

An dieser Stelle sei angemerkt, dass Westcott & Hort als Text-Grundlage ohnehin äußerst fragwürdig ist. Die beiden Herrschaften haben neben ihrer Aktivität im Hermes Club auch die okkulte Ghost Society in England unterstützt und waren sogar Gründungsmitglieder.

Mein Kommentar bezieht sich vor dem gut herausgearbeiten Fehler der NWÜ ,dass Einschübe nicht mehr gekennzeichnet werden:
Offbarung 22:9 (Online neue NWÜ):
Und wenn jemand irgendetwas von den Worten der Buchrolle dieser Prophezeiung wegnimmt, wird Gott ihm seinen Anteil von den Bäumen des Lebens+ und von der heiligen Stadt+ wegnehmen, das, was in dieser Buchrolle beschrieben ist.

Lieben Dank den beiden Verfassern für diesen Artikel – wir empfanden ihn ausgeglichen und auf keinen Fall negativ motiviert. Tatsache ist, dass wir vor mehr als 4 Jahren, als wir begannen andere Übersetzungen zu lesen erst auf die Kernbotschaft des Wortes Gottes stießen – nämlich das freie Geschenk der Rettung durch Christus und die Liebe. Über 40 Jahre lesen der Bibel mit JZ und den “Hilfsmitteln” der WTG brachten nur Verschleierung und kein Erkennen dieser wichtigen Botschaft. Mit dieser neuen Version hat nun die WTG noch eins drauf gelegt – und es wird für alle drinnen immer schwieriger diese Spiel… Weiterlesen »

Wurden denn die so hoch qualifizierten Übersetzer der NWÜ 2013 mittlerweile schon irgendwie, irgendwo geleakt?

Als ich bei Raymond Franz gelesen habe, wer für die 1986-er Übersetzung verantwortlich ist und wie es mit der Qualifikation die Bibel zu übersetzen ausschaut, hat es mich dezent vom Stuhl gehauen.

Nach meinem Ausstieg habe ich das im Rahmen eines christlichen Chats erzählt. Bibelkundige Geschwister waren schlichtweg einfach nur entsetzt und räumten ein, dass sie auch nicht mal ansatzweise darauf gekommen wären, dass die NWÜ, abgesehen von den bekannten tendenziösen Veränderungen, rein übersetzungstechnisch so zustande gekommen ist.

NEWS NEWS ***** Jehovas Zeugen – Presse Recherche ***** NEWS NEWS Australien – Jehovas Zeugen beteiligen sich nicht am Entschädigungsfond für Missbrauchsopfer Die australische Regierung hat mehr als 100 Institutionen – darunter Jehovas Zeugen – aufgelistet, die sich noch nicht dem nationalen Entschädigungsfond für Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch angeschlossen haben. Sie fordern Organisationen zu bestrafen, die sich weigern, sich zu registrieren. Sozialminister Paul Fletcher sagte am Donnerstag, die Regierung werde eine Liste von Institutionen führen, die sich dem Fond noch nicht angeschlossen haben, um der Öffentlichkeit und den Überlebenden, die Entschädigungszahlungen beantragen wollen, Transparenz zu bieten. Das Programm bietet Opfern… Weiterlesen »

Liebe BI-Gemeinde, wurden nicht alle Bibelübersetzungen unter dem Einfluss dogmatischer Überzeugungen geschrieben? Jede Religion hat ihre bevorzugte Bibel, die ihre speziellen Glaubenslehren bestmöglich stützt. In Sachen Schreibstil wählt jeder subjektiv seinen Favoriten. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Wer aber eine Übersetzung in fachlicher Hinsicht Liebe BI-Gemeinde, wurden nicht alle Bibelübersetzungen unter dem Einfluss dogmatischer Überzeugungen geschrieben? Jede Religion hat ihre bevorzugte Bibel, die ihre speziellen Glaubenslehren bestmöglich stützt. In Sachen Schreibstil wählt jeder subjektiv seinen Favoriten. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Wer aber eine Übersetzung in fachlicher Hinsicht objektiv kritisiert, muss den Urtext kennen. Auch setzt dies ein… Weiterlesen »

Danke lieber Bruder M.N. für diese tolle Nachricht, über die ich heute hier gestolpert bin 😀
Nun habe ich etwas zum Argumentieren gegenüber meiner Familie, da da drin verstrickt ist 🙂
Wenn man sich vorstellt, daß nun 8 Millionen Z.Js sich die neue Bibel kaufen müssen, weil ja erwartet werden wird, daß auch wirklich JEDER dann nur noch diese Bibel verwendet und die alte links liegen läßt, dann ist das doch ein Heidengeld, das damit lukriert werden kann :-O
Sie müssen wohl einiges zu bezahlen haben, die Oberen 😉
lb. Grüße,
Sarai

Wenn es um Kritik an der s.g. NWÜ und ihre diversen Übersetzungsfehler geht, so ist der Text aus Römer 12:2 eine Art Richtschnur. Dort lesen wir z.B. aus der ELB folgendes: “… dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.” Die NGÜ gibt das Wort “prüfen” mit “beurteilen” oder die EÜ mit “erkennen” wieder. Was möchte ich aber hiermit ausdrücken? Bei der Betrachtung von Eph. 6:9 bin ich auf eine Merkwürdigkeit gestossen. Es handelt sich um die Formulierung der ELB-Online sowie die ELB-Studienbibel. Beide geben folgende Formulierungen wieder: “…ihr wisst, dass sowohl ihr… Weiterlesen »

Die WTG verwischt ihre Spuren: Nun ist die Kingdom Interlinear-Übersetzung aus der JW-Library verschwunden. War immerhin ein nützliches Werkzeug um einzelne Texte in der Parallelfunktion schnell auf Übersetzungseigenwilligkeiten zu überprüfen … Schade!

Welches ist nach der Bibel das wichtigste Buch, das der Verlag der WTG gedruckt hat? Der eine Z.J. wird antworten: „Das Unterredungsbuch.“ Ein anderer Zeuge wird widersprechen und sagen: „Das Wahrheitsbuch.“ Wieder ein anderer wird meinen: „Das Paradiesbuch.“ „Das-Bibel-wirklich-Buch“ wird ein anderer erwidern. Wir antworten: Nein! Nein! Nein! Nein! Wir denken hier vielmehr an die „Umfassende Konkordanz“ – ein Buch, das 1000te Stichworte und Bibelstellen zu diesen Schlagworten untereinander auflistet. Traurigerweise sind sich die meisten Z.J. selbst des Wertes dieses Buches gar nicht bewusst, obwohl es ihnen von der WTG förmlich nachgeworfen wurde – „kostenlos“. Andere „Christen“ kommen zunächst nicht… Weiterlesen »

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