Gewinne den Kampf um deine Gedanken

Übersetzung eines Artikels von Meleti Vivlon (https://beroeans.net/2017/04/19/winning-the-battle-for-your-mind)

Im neuesten Wachtturm (Studienausgabe) vom Juli 2017, finden wir auf Seite 27 einen Artikel der Zeugen Jehovas offensichtlich dabei helfen soll, den satanischen Einflüssen dieser Welt zu widerstehen. Der Titel verspricht dem Leser eine Anleitung zu geben, um genau diesen Kampf erfolgreich zu führen. Aber Achtung! Welche Absicht verfolgt der Autor? Wer soll diesen Kampf wirklich gewinnen? Analysieren wir den Artikel:

Der erste Absatz beginnt mit einem Zitat von Paulus:

“Ich fürchte aber, dass etwa so, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, euer Sinn verdorben werde, hinweg von der Aufrichtigkeit und der keuschen Reinheit, die dem Christus gebühren” (2. Kor. 11:3).

Wie so oft, wird leider der Kontext dieses Bibelverses außer Acht gelassen. Diesen Fehler werden wir nicht machen, zumal er in diesem Zusammenhang besonders wichtig ist. Die nächsten neun Absätze enthalten guten biblischen Rat. Einige Highlights daraus:

  • Um den Kampf um deine Gedanken zu gewinnen, musst du erkennen, wie gefährlich Propaganda ist, und dich davor schützen. (Abs. 3)
  • Was ist Propaganda eigentlich? Hier ist damit gemeint, das Denken und Handeln anderer bewusst durch einseitige oder irreführende Informationen zu beeinflussen. Manche beschreiben Propaganda als „Lügen, Verfälschungen, Betrug, Manipulation, Gehirnwäsche, [und] psychologische Kriegsführung“ und verbinden sie mit „unethischen, schädlichen und unfairen Taktiken“ (Propaganda and Persuasion). (Abs. 4)
  • Wie gefährlich ist Propaganda? Sie ist heimtückisch – wie ein giftiges Gas, das man weder sehen noch riechen kann – und dringt in unser Bewusstsein ein. (Abs. 5)
  • Jesus nannte eine einfache Regel, mit der Propaganda zu bekämpfen ist: Erkennt „die Wahrheit . . . und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh. 8:31, 32). (Abs. 7)
  • Lerne, „völlig imstande zu sein“, die Wahrheit in ihrer ganzen Tiefe „zu begreifen“ (Eph. 3:18). Das erfordert echten Einsatz. Treffend stellte der Autor Noam Chomsky fest: „Niemand gießt Ihnen die Wahrheit einfach in den Kopf. Sie müssen sie schon selbst herausfinden.“ Forsche also fleißig „täglich in den Schriften“ und finde die Wahrheit selbst heraus (Apg. 17:11). (Abs. 8)
  • Vergiss nicht: Satan will, dass du keinen klaren Gedanken fassen kannst. Er will dich daran hindern zu erkennen, was wahr ist. Warum? Weil Propaganda „oft dann am effektivsten“ ist, so eine Quelle, „wenn die Menschen . . . vom kritischen Denken abgehalten werden“ (Media and Society in the Twentieth Century). Nimm nicht gleich alles für bare Münze (Spr. 14:15). Jehova hat uns Denkvermögen und Vernunft gegeben – nutze sie, um dich selbst von der Wahrheit zu überzeugen (Spr. 2:10-15; Röm. 12:1, 2). (Abs. 9) [Hervorhebungen durch den Autor]

Die Hauptquelle für solche Lügen und betrügerische, giftige Propaganda ist also der Teufel, was mit folgender Aussage übereinstimmt:

“…unter denen der Gott dieses Systems der Dinge den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle.” (2. Kor. 4:4)

Satan verwendet allerdings Stellvertreter für seine Propaganda. Paulus warnt uns davor: “Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts an. Es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener immer wieder die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen. Ihr Ende aber wird gemäß ihren Werken sein.” (2. Kor. 11:14, 15)

Welcher vernünftige Christ würde den bis jetzt geäußerten Gedanken widersprechen? Die Vernunft und die Heilige Schrift gebieten in dieser Hinsicht Vorsicht walten zu lassen.

Kommen wir zu dem anfangs erwähnten Bibeltext zurück und schauen uns die Umstände an, die zu Paulus Äusserung geführt haben. Er beginnt mit den Worten: ich persönlich habe euch e i n e m Mann zur Ehe versprochen, um euch als eine keusche Jungfrau dem Christus darzustellen.” (2. Kor. 11:2). Paulus wollte vermeiden, dass seine Brüder in Korinth ihre geistige Jungfräulichkeit verlören, indem sie das Gebot von Menschen über den Christus stellten. Und dennoch scheint es, dass die Korinther gerade in diesem Punkt eine Schwäche hatten.

“Denn so, wie es ist: Wenn jemand kommt und einen anderen Jesus predigt als den, den wir gepredigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt als den, den ihr empfangen habt, oder eine andere gute Botschaft als die, die ihr angenommen habt, so fällt es euch leicht [, ihn] zu ertragen. Denn ich halte dafür, daß ich mich in keiner einzigen Sache als geringer erwiesen habe als eure superfeinen Apostel.” (2. Kor. 11:4, 5)

Wer waren diese “superfeinen Apostel”, welche die Korinther so “leicht ertragen” konnten?

Die superfeinen Apostel waren Männer innerhalb der Versammlung, die sich über ihre Brüder erhoben und sich anmaßten, anstelle Jesu Christi die Führung zu übernehmen. Sie predigten einen anderen Jesus, einen anderen Geist, eine andere gute Botschaft. Die Bereitwilligkeit der Korinther, sich diesen Männern zu unterwerfen, sollte uns nicht überraschen. Die Geschichte der Menschheit ist gepflastert mit Tragödien, die aus der Bereitschaft resultieren, sich von anderen dominieren und führen zu lassen.

Wer sind heute die “superfeinen Apostel”?

Wir stellen fest, dass der Apostel Paulus die Korinther davor warnte, dass Satan “die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit” annehmen würde. (2. Kor. 11:15) Würden wir also von diesen “Dienern” erwarten, dass sie uns wirklich vor den Machenschaften des Teufels warnen, wo sie doch in Wirklichkeit selber alles tun, um den Kampf um unsere Gedanken zu gewinnen?  Was geht da wirklich vor sich?

RÜSTE DEINEN GLAUBEN AUF

Hier beobachten wir den ersten Bruch zwischen dem, was gelehrt und dem, was wirklich praktiziert wird. Es wird uns gesagt, dass wir in der Bibel alles finden was wir benötigen, um Satans Propaganda zu widerstehen. Wir werden ermuntert „völlig imstande zu sein“, die Wahrheit in ihrer ganzen Tiefe „zu begreifen“ (Eph. 3:18) und fleißig “täglich in den Schriften zu forschen”, um die Wahrheit selbst herauszufinden (Apg. 17:11).

Das ist guter Rat, den man leicht geben kann. Praktiziert unsere Organisation aber auch, was sie predigt? Wie werden ermahnt, die vier wöchentlichen Zusammenkünfte zu besuchen und uns darauf vorzubereiten. Wir müssen unser Soll im Predigtdienst schaffen. Hinzu kommt der Bau und Unterhalt von Königreichssälen und Kongresshallen – natürlich gratis. Auch der Familienstudienabend darf nicht vergessen werden, wobei natürlich die Literatur der Gesellschaft studiert werden muss. Natürlich sollen wir auch in der Bibel lesen. Frag mal einen Durchschnitts-Zeugen, ob er dafür noch Zeit findet.

Ein weiterer Beleg für die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ergibt sich, wenn es Zeugen Jehovas in den Sinn kommt, sich regelmäßig mit Freunden zum Bibelstudium zu treffen. Sobald dies den Ältesten zu Gehör kommt, wird diesen Brüdern dahingehend Rat gegeben, dass die Gesellschaft nicht wünscht, dass wir dies ausserhalb der theokratischen Vorkehrungen tun.

Was geschieht denn, wenn Du wirklich die Wahrheit in ihrer “ganzen Tiefe zu begreifen“ beginnst? (Eph. 3:18) Du wirst entdecken, dass es bei uns Lehren gibt, die sich nicht mit der Bibel beweisen lassen (z.B. die fehlenden Beweise für die Lehre der überlappenden Generation). Dann sprichst Du mit anderen Brüdern und Freunden darüber. Was dann?

Im dritten Absatz unter dieser Überschrift steht, dass “Propaganda „oft dann am effektivsten“ ist, so eine Quelle, „wenn die Menschen . . . vom kritischen Denken abgehalten werden“ (Media and Society in the Twentieth Century). Nimm nicht gleich alles für bare  Münze (Spr. 14:15). Jehova hat uns Denkvermögen und Vernunft gegeben – nutze sie, um dich selbst von der Wahrheit zu überzeugen (Spr. 2:10-15; Röm. 12:1, 2).”

Hochtönende, aber leere Worte. Zeugen Jehovas werden energisch davor gewarnt, kritisch zu denken. Wir werden durch internen Gruppenzwang dazu ermuntert, “alles für bare Münze” zu nehmen, was wir gelehrt bekommen. Wenn du mit einem Lehrpunkt nicht einverstanden bist, wird dir geraten “auf Jehova zu warten”, bis neues Licht erstrahlt. Wenn du dich damit nicht abspeisen lässt, wird dir vorgeworfen, Spaltungen zu verursachen oder sogar Gedankengut von Abtrünnigen zu verbreiten. Da das letztere mit Gemeinschaftsentzug geahndet wird, kann nicht ernsthaft behauptet werden, dass Zeugen Jehovas ermuntert werden, „kritisch zu denken“ und nicht „alles für bare Münze zu nehmen“ (siehe Abs. 9).

Verteidige die Einheit

Unter dieser Überschrift wird ein Propagandatrick angewandt, der darin besteht, die Christenversammlung mit der Organisation der Zeugen Jehovas gleichzusetzen. Wenn Du diese Aussage akzeptierst, wird der Autor in der Lage sein, anhand der Bibel zu beweisen, dass es falsch ist die Organisation zu verlassen. Paulus hat seine Brüder in Korinth aber nicht davor gewarnt die Versammlung zu verlassen, sondern davor den „superfeinen Aposteln“ zu folgen. Ihre Absicht war es, die Kontrolle über die Versammlung zu erlangen, um selbstsüchtige Ziele zu verfolgen. Was sollten wir heute in einer vergleichbaren Situation tun? Was, wenn die Kirche der wir angehören, seien es Baptisten, Katholiken oder JW.org von „superfeinen Aposteln“ kontrolliert wird? Was tun?

Satans Taktik „teile und herrsche“ hat die Absicht, uns von Christus zu trennen. Das ist sein einziges Ziel. Es interessiert ihn nicht, ob wir eine Religion zugunsten einer anderen verlassen. Hauptsache wir sind weiterhin unter der Fuchtel seiner „Diener der Gerechtigkeit“. Unsere einzige Sorge sollte also sein, nicht von Jesus Christus weg, unter die Herrschaft von Menschen zu geraten. Hat die Organisation der Zeugen Jehovas das Ziel, uns von Jesus Christus zu trennen? Für die meisten eingefleischten Zeugen Jehovas ist diese Frage absolut unerhört. Bevor wir vorschnell urteilen, wollen wir diesen Artikel zu Ende analysieren.

Verliere nicht dein Vertrauen

Der erste Absatz unter dieser Überschrift scheint einzuleuchten: Ein Soldat, der nicht mehr ganz hinter seinem Befehlshaber steht, wird nur halbherzig kämpfen. Daher versuchen Gegner, das Vertrauen des Soldaten in seinen Befehlshaber durch Propaganda zu untergraben. Sie behaupten vielleicht: “Du kannst deinen Anführern nicht trauen!”, oder: “Wenn du denen folgst, endet das in einer Katastrophe!””

Unser Führer ist der Christus. (Mat. 23:10) Jede Propaganda, die also unsere Verbindung zu Jesus Christus schwächt, ist fatal. Tatsächlich haben das viele zugelassen und so Schiffbruch am Glauben erlitten. Tausende Zeugen, ganz zu schweigen von unzähligen Gliedern anderer Glaubensrichtungen, sind zu Agnostikern oder sogar Atheisten geworden, weil sie satanischer Propaganda zum Opfer gefallen sind. Also Vorsicht vor jeder Propaganda, die darauf abzielt, unser Vertrauen in unseren Führer Jesus Christus zu schwächen. Der Artikel warnt ja auch davor, dass Propaganda wie ein „unsichtbares, giftiges Gas in unser Unterbewusstsein eindringen kann“ – also kein Fontalangriff, sondern eine sehr subtile Gefahr. Mit diesem Gedanken im Sinn, achte nun auf die nächste Wendung in diesem Artikel. Der Autor wechselt geschickt vom Singular (unser Führer Christus) zum Plural („Du kannst deinen Anführern nicht trauen!“). Deinen Anführern? Welchen Anführern? Es geht weiter:

“Um solche Behauptungen zu stützen, nutzen sie geschickt jeden Fehler der Befehlshaber aus. So geht auch Satan vor. Er versucht immer wieder, dein Vertrauen in die Menschen zu untergraben, durch die Jehova sein Volk anleitet.”

Unser Befehlshaber ist Jesus Christus. (Mat. 23:10; 28:18) Er macht keine Fehler. Diese Aussage ergibt also keinen Sinn. Nirgendwo im neuen Testament finden wir einen Hinweis darauf, dass Jehova menschliche Führer eingesetzt hat. Genau das möchte uns aber der Artikel zu verstehen geben. Es geht natürlich um die leitende Körperschaft. Diese Männer werden hier direkt oder indirekt „Führer“, „Anführer“, „Befehlshaber“ oder „Leitung“ genannt. Dies steht in direktem Widerspruch zu Jesus Aussage:

“Auch laßt euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn e i n e r ist euer Führer, der Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein. 12 Wer immer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer immer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.” (Mat. 23:10-12)

Wer also die Grundannahme des Artikels akzeptiert, widerspricht klar einem Gebot unseres Herrn Jesus. Würde man solch eine Argumentation dann nicht als “einseitige und irreführende Information” bezeichnen? Jesus klare Aussage ist: “niemanden Führer zu nennen” und uns auch “nicht über andere zu erheben”. Das Führungsgremium an der Spitze unserer Organisation nennt sich leitende Körperschaft (engl. governing body) – gemäß dem Deutsch-Englisch-Wörterbuch dict.cc, auch mit Entscheidungsgremium, Führungsgremium, Leitungsgremium, Leitungsorgan, Kirchenleitung, etc. wiedergegeben. Wir wollen keine Haarspalterei betreiben, die Männer der leitenden Körperschaft sind die Führer der Organisation. Dies steht in klarem Widerspruch zu Jesu Worten aus Mat. 23:10. Sie haben sich auch die Rolle des “treuen und verständigen Sklaven” angemaßt (Joh. 5:31) und behaupten, dass Jesus sie bei seiner Wiederkehr als gut befinden und über all seine Habe setzen wird. Mehr Selbsterhöhung geht nicht.

Heuchelei offengelegt

Wer soll denn, gemäß dem Autor des Artikels, als Sieger im Kampf um die Gedanken hervorgehen? Offensichtlich nicht der Leser wie dieses Zitat verrät: Wie kannst du dich davor schützen? Nimm dir fest vor, zu Jehovas Organisation zu stehen. Folge loyal der Leitung durch seine Diener, welche Unvollkommenheiten auch auftauchen mögen.”

Wie bitte? Egal, welche Unvollkommenheiten auftauchen mögen!? Vergiss “kritisches Denken”. Ignoriere “die Wahrheit”. Mach auf keinen Fall andere für Ihre Handlungen verantwortlich. Ganz im Gegenteil, folge blind und ohne nachzudenken der Leitung der Organisation.

Der biblische Rat, aus den ersten neun Absätzen – unser kritisches Denken gegen gefährliche Propaganda einzusetzen – erweist sich als leere Gerede. Offensichtlich soll uns dies nur nützen, um alle anderen zu beurteilen, außer die leitende Körperschaft. Damit geben sie sich selber eine Freikarte für ihr Handeln. Mit anderen Worten, was auch immer sie fehlerhaftes tun oder noch tun werden, es geschieht aufgrund menschlicher Unvollkommenheit und muss aus diesem Grund tunlichst übersehen werden.

Vielleicht hast Du von der zehnjährigen Mitgliedschaft bei der UNO gehört. Aus der Literatur der WTG weisst Du, dass dies in Wirklichkeit geistige Hurerei ist und jemand, der sich dessen schuldig macht, ausgeschlossen werden muss. Nicht aber die leitende Körperschaft. Nein, da prallen solche Anschuldigungen ab, wie an geistigem Teflon. Sie dürfen sozusagen ihren “ehelichen Besitzer” betrügen und trotzdem in “keuscher Reinheit” dem Christus gehören. (1. Kor. 11:3)

Vielleicht hast Du auch herausgefunden, dass die WTG es seit Jahrzehnten versäumt hat, Kindesmissbrauch den behördlichen Stellen zu melden, wie es Römer 13:1-7 von Christen verlangt (im angelsächsischen Rechtssystem eine Pflicht). Oder Du musst an die Aussage Jesu denken: “wer einen von diesen Kleinen straucheln macht…”, in Verbindung mit der gnadenlosen Anwendung des Gemeinschaftsentzuges an allen, die sich nicht der Leitung der WTG unterwerfen. Das alles sollte uns nicht beunruhigen. Das sind nur “menschliche Unvollkommenheiten”. Dafür hat sich die leitende Körperschaft ja o.g. Freikarte ausgestellt.

Während der Leser zu Beginn des Artikels ermahnt wird, seine Fähigkeit zum kritischen Denken zu gebrauchen, um nicht Opfer gefährlicher Propaganda zu werden, wird uns hier gesagt dies alles zu vergessen, sobald es um die Männer an der Spitze der Organisation geht: “Lass dich „nicht schnell erschüttern“ und von deinem „vernünftigen Denken abbringen“, auch wenn Abtrünnige oder andere Betrüger scheinbar schwerwiegende Vorwürfe vorbringen – wie plausibel sie auch erscheinen.”

“… wie plausibel sie auch erscheinen.” Wieder so eine erstaunliche Aussage. Was, wenn die Anschuldigungen nicht nur plausibel, sondern sogar wahr sind und mithilfe eines Computers mit Internetanschluss leicht zu überprüfen sind? Was dann? Genau genommen wird hier blindes Vertrauen gefordert, bar jeder gesunden Intuition und jeglicher Vernunft. Und überhaupt: Sollte nicht die Wahrheit die Grundlage für unser Denken sein? Ist es nicht so, dass jemand der die Wahrheit kennt, sich “nicht schnell erschüttern” und vom “vernünftigen Denken” abbringen lässt? Wer ist nun der Abtrünnige? Der, welcher die Wahrheit sagt oder der, der uns dazu bringen möchte, die klaren Beweise vor unseren Augen zu ignorieren?

LASS DICH NICHT EINSCHÜCHTERN

Unter dem zweitletzten Abschnitt ist zu lesen: Lass dich nicht von Satan durch Angst an sich entmutigen oder von deiner Treue abbringen. Jesus sagte: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts weiter tun können“ (Luk. 12:4). Vertraue völlig auf Jehovas Versprechen, auf dich aufzupassen und dir „die Kraft, die über das Normale hinausgeht“, zu geben (2. Kor. 4:7-9). Er wird dir helfen, nicht nachzugeben, wenn der Teufel dir Angst einjagen will (1. Pet. 3:14).”

Bitte denke einen Moment nach. Hast Du schon mal Artikel gelesen, die von Menschen geschrieben wurden, die die WTG als Abtrünnige bezeichnet? Wenn Du ein neuer Leser dieser Website bist, denkst Du Dir wahrscheinlich, dass ich ein Abtrünniger bin. Gemäß der Definition der WTG bin ich das bestimmt. Hast Du deswegen Angst? Benutze ich Angst als Methode, Dich zu überzeugen? Habe ich überhaupt Macht über Dich? Hat irgendjemand der sogenannten Abtrünnigen eine Handhabe gegen Dich, dass er Dir Angst einjagen kann? Wenn Du beim Lesen dieses Artikels überhaupt Angst empfindest, dann kommt sie nicht von mir, sondern von der Organisation, die Dir diese Angst eingeredet hat. Hast Du nicht Angst davor, beim Lesen entdeckt zu werden? Was, wenn die Ältesten davon erfahren? Wenn Du ehrlich bist, erkennst Du, dass der einzige Grund für Angst in diesem Zusammenhang die Organisation ist. Sie ist es, die mit Strafe droht und bereit ist, Dich auszuschließen, wenn Du anderer Meinung bist, als die Leitung der WTG. Sie ist es, die “Dir Angst einjagen will”, mit der Drohung, Dich von sämtlichen sozialen Kontakten abzuschneiden. Nur die Organisation ist in der Lage, diese Macht über Dich auszuüben und Dein Leben von einem Tag auf den anderen komplett zu vermiesen.

Wer sogenannte “Abtrünnige” dafür verurteilt, Angst als Mittel der Manipulation einzusetzen, in Wirklichkeit aber selber genau dieses Mittel einsetzt, um andere zu unterdrücken und zu manipulieren, wird für diese Heuchelei bei der Rückkehr des Herrn Jesus geradestehen müssen.

SEI WEISE – HÖRE IMMER AUF JEHOVA

Die abschliessenden Worte des Artikels lauten: Hast du schon einmal einen Film gesehen, in dem dir als Zuschauer völlig klar war, dass jemand getäuscht und manipuliert wird? Hättest du nicht am liebsten gerufen: „Hör nicht auf sie! Sie lügen!“ Und jetzt stell dir vor, wie die Engel dir vom Himmel aus zurufen: „Fall nicht auf Satans Lügen herein!“

Höre also nicht auf Satans Propaganda (Spr. 26:24, 25). Höre auf Jehova und vertraue ihm bei allem, was du tust (Spr. 3:5-7). Folge seiner liebevollen Aufforderung: „Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz“ (Spr. 27:11). Dann wirst du den Kampf um deine Gedanken gewinnen.”

Der Artikel verdeutlicht, dass es nur zwei Seiten der Medaille gibt. Entweder wir folgen Gottes Wahrheit oder Satans Lügenpropaganda. Jesus sagte: “…wer nicht gegen uns ist, ist für uns.” (Mar. 9:40)

Es gibt nur zwei Seiten in dieser Gleichung. Die Seite des Lichts und die der Dunkelheit. Wenn die Organisation nicht die Wahrheit über Gott lehrt, dann ist es Propaganda Satans. Wenn die Männer die angeben uns zu führen, nicht wirklich demütige Diener Gottes sind, dann sind es selbstherrliche, superfeine Apostel. Du kannst Angst vor ihnen haben oder aber Jesus fürchten. Du hast die Wahl, solltest aber im Sinn behalten, dass Jesus wie sein Vater “eifersüchtig” sind: Denn du sollst dich nicht vor einem anderen Gott niederwerfen, denn Jehova, dessen Name EIFERER ist, er ist ein eifernder Gott” (2.Mo. 34:14)

“Küßt den Sohn, daß ER nicht in Zorn gerät und ihr nicht umkommt [von] dem Weg, …” (Ps. 2:12)

“Und werdet nicht furchtsam vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib in der Gehẹnna vernichten kann.” (Mat. 10:28)

 

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Sehr guter Artikel. ZJ, die ihren Studienwachtturm lesen, müssten bloß kurz die Blickrichtung verändern und die gleichen Maßstäbe an ihre Organisation anwenden, damit wäre ein Anfang gemacht.

„Lass dich „nicht schnell erschüttern“ und von deinem „vernünftigen Denken abbringen“, auch wenn Abtrünnige oder andere Betrüger scheinbar schwerwiegende Vorwürfe vorbringen – wie plausibel sie auch erscheinen.“

Hier wird unverhohlen gefordert, alle Vernunft auszuschalten! Das wird bestimmt einigen zu denken geben.

 

Liebe Grüße

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Störtebeker @ Mowani,

 

auch ich danke dir für die gute Übersetzung. Ich weiß wie viel Arbeit das macht.

 

Aber der Artikel war es ganz bestimmt wert. Habe ihn jetzt gerade erst gelesen.

 

Liebe Grüße an dich und an alle von Störtebeker

 

Ulla

Hallo Bruderinfo,

gestern kam mir eine Idee: Schon seit einigen Jahren gibts doch dieses Forum, oder?

All die Lebensberichte von Betroffenen (“Gibt es ein Leben nach dem Ausstieg”?) —

da könnten doch alle mal überlegen, ob wir ein Buch (gesammelte Werke) herausbringen könnten mit Kurz-Biografien usw…..

 

Oder ist das eine seltsame Idee?

 

LG Ulla

*************

Die Idee mag gut sein, allein es fehlt die Zeit und das Geld. Außerdem ist zu bezweifeln, das es den Eingeschlossenen Brüdern helfen wird.
Sie werden diese Berichte als Propaganda Abtrünniger abtun. Schließlich werden nur Erfahrungsberichte die im Wachtturm stehen als wahr anerkannt.
LG
Bruderinfo

Historiker

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Gewinne den Kampf um deine Gedanken – Bruderinfo-aktuell

[…] Meleti Vivlon von bereoans.net schrieb auch einen Kommentar zu diesem Artikel. Hier die Übersetzung […]

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