Gemeinschaftsentzug bei Zeugen Jehovas – was bedeutet das wirklich? Teil 2

Teil 2: Wie Ausgeschlossene von ihren ehemaligen Glaubensbrüdern betrachtet und behandelt werden – und warum.

Im ersten Teil unserer Abhandlung haben wir dargelegt, dass die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas sich hinsichtlich ihrer Struktur, ihres inneren Aufbaus und hinsichtlich des sozialen Miteinanders in der Gemeinschaft deutlich von anderen Religionsgemeinschaften unterscheidet. Das muss man wissen und verstehen, um die nachfolgenden Ausführungen nachvollziehen zu können. Man muss klar sagen, dass jemand, der es nicht erlebt hat, dies kaum glauben und nachvollziehen kann – gleichwohl ist es wahr.

Für die Frage, wie Zeugen Jehovas in der Gemeinschaft „ticken“, muss man sich klarmachen, dass die Lebenszyklen, die Ära von Verhaltensweisen in den Ortsversammlungen dadurch geprägt ist, dass Männer (nur Männer), die seit Jahrzehnten ihr Leben ausschließlich in und mit der Gemeinschaft verbracht haben, das Denken und Handeln vorgeben, überwachen, durchsetzen. Modernisierungsprozesse oder eine Veränderung der Verhaltensweisen haben daher keinen Zyklus von Monaten oder Jahren, sondern von Jahrzehnten.

Die WT-Literatur hat sich hinsichtlich ihres Stils, ihrer krassen Eindeutigkeit und ihrer ausschweifend diskriminierenden Ausdrucksweise durchaus entschärft, nicht aber die daraus resultierende Haltung und Handlungsweise der Mitglieder. Wir zitieren an dieser Stelle nachstehend aus dem Wachtturm vom 15.12.1972, S. 753 – 756, denn an der dort zum Ausdruck gebrachten Haltung und Verfahrensweise hat sich bis heute nichts geändert.

Jedoch möchten wir an dieser Stelle darstellen, was bei Zeugen Jehovas alles zur Exkommunkation/Gemeinschaftsentzug führen kann:

Wer auf seinen eigenen Wunsch bei JZ austritt oder sich einer anderen Religion zuwendet, der wünscht nicht mehr, Teil der Gemeinschaft zu sein. Dies ist zu respektieren und nicht zu diskutieren.

Nehmen wir folgenden Fall:

Anton wurde als Kind von Zeugen Jehovas erzogen und mit 15 Jahren durch die Taufe bekennender Zeuge Jehovas. Mit 17 Jahren verliebt er sich in ein andersgläubiges Mädchen – er schläft mit ihr.
Das ist „Hurerei“; die Sache kommt raus und Anton erklärt: er will mit dem Mädchen zusammenbleiben, sie möglicherweise später heiraten – und da er sich nicht von ihr trennen will, wird er – das steht unausgesprochen im Raum – auch weiterhin [vor der Ehe] Sex mit ihr haben. Es braucht schon viel weniger, um bei JZ ausgeschlossen zu werden – aber hier ist der Fall sonnenklar: Anton ist ein Hurer und ein reueloser Sünder – und wird ausgeschlossen.

Sophie ist seit 12 Jahren verheiratet und hat 2 Kinder. Sie verliebt sich in einen anderen Mann, lässt sich scheiden, lebt mit diesem Mann zusammen und heiratet ihn später. Sie ist eine Hure und eine reuelose Sünderin – und wird bereits ausgeschlossen, da hat sie sich von ihrem Mann noch gar nicht richtig getrennt…

Anne ist seit 8 Jahren verheiratet; auf einer Kur ist sie fremdgegangen. Sie gesteht das und bereut zutiefst; sie wird nicht ausgeschlossen. Aber dann passiert ihr ein solcher Fehltritt ein zweites Mal. Sie bedauert auch dies zutiefst; ihr Mann verzeiht ihr aber nicht und lässt sich scheiden. Sie ist nun mit ihren 3 Kindern alleinerziehend – wurde übrigens ausgeschlossen, weil der zweite Fehltritt auf fehlende Reue schließen lässt.

Hubert ist 43 Jahre alt und vor 3 Jahren zu den Zeugen Jehovas konvertiert. Er ist alleinstehend, beruflich recht erfolgreich; ein lustiger und ein bisschen schräger Typ; alle mögen ihn. Er hat früher stark geraucht; dies hat er aber aufgegeben, weil er erkannt hat, dass das eine unreine Gewohnheit ist. Inzwischen ist er schon Dienstamtgehilfe.
Nun hat Hubert allerdings berufliche Probleme, er trifft sich öfter mit seinen Arbeitskollegen nach Feierabend – und beginnt wieder, nach dem Bier die eine oder andere Zigarette zu rauchen. Dies wird zum Gesprächsthema – er muss den Ältesten erklären, dass er es aktuell nicht schaffen wird, wieder mit dem Rauchen aufzuhören; der Stress sei im Moment einfach zu groß. Hubert wird daher – das geschieht unweigerlich – ausgeschlossen.

Paul ist Beamter einer kleinen Kommunalverwaltung. Er ist als JZ aufgewachsen und seit 30 Jahren getauft. Er wird von seinem Dienstherrn gebeten, präventive Veranstaltungen zu organisieren, die auf die Gefahren von verfassungswidrigem Rechtsextremismus aufmerksam machen. Paul wirbt Fördergelder des Landes und des Bundes für solche Projekte ein und führt diese auch durch.

Paul wird mitgeteilt, dass er durch sein Verhalten die „christliche Neutralität“ verletzt; er wird aufgefordert, seine Aktivitäten innerhalb von 6 Monaten aufzugeben. Paul entgegnet, dass er damit gegen seinen Beamteneid verstoßen würde, der ihm gebietet, die Verfassung zu wahren – das bedeutet, sie auch zu verteidigen. Der Hinweis bleibt unbeachtet – nach Ablauf von 6 Monaten wird bekanntgegeben, dass Paul die Gemeinschaft der JZ verlassen habe.

Soweit unsere Fallbeispiele. Diese sind – bis auf den Fall von „Paul“ – frei erfunden, aber man könnte die Reihe unendlich fortsetzen, weil das Leben sehr vielfältig spielt.

Zeugen Jehovas haben das Recht, Mitglieder auszuschließen, die nicht den Regeln der Religionsgemeinschaft entsprechen. Wir beurteilen an dieser Stelle nicht die Regeln; wem die nicht gefallen – siehe oben – der soll kein Zeuge Jehovas werden. Die Auswahl an Gemeinschaften ist groß genug – und wer keine Gemeinschaft findet, der lebt so lange als freier Christ.

Die Frage ist aber: was macht die Gemeinschaft mit Ausgeschlossenen – wie werden diese von ihren ehemaligen Glaubensbrüdern betrachtet?

Hier einige Zitate aus dem WT 1972:

Andere haben den Weg der Unabhängigkeit von Gott vorgezogen, weil sie gerade das tun wollten, was von ihm verurteilt wird, wozu geschlechtliche Unsittlichkeit, Diebstahl und Trunkenheit gehören. Wieder andere haben ihr Bibelstudium eingestellt, da sie glauben, Jehova zu dienen koste sie zu viel Zeit, in der sie dem Vergnügen nachgehen könnten, oder hindere sie daran, in der Welt voranzukommen.

All solche Personen befinden sich in einem Zustand geistigen Hungersund sind weit von Jehova Gott entfernt, als wären sie in einem fernen Land. Siegehören der Welt Satans an und sind ihm versklavt, denn „die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“. Verglichen mit dem Dienst für den Schöpfer, ist ihr Zustand, in dem sie Satan und seiner Welt versklavt sind, nichts Besseres, als es für einen Juden zu der Zeit, da Jesus auf Erden diente, gewesen wäre, Schweine (Tiere, die gemäß den Bedingungen des mosaischen Gesetzes unrein waren) zu hüten. Diejenigen, die es sich erwählt haben, als Ehebrecher, Hurer, Homosexuelle, Diebe und dergleichen ein ausschweifendes Leben zu führen, befinden sich in einem Zustand geistigen Verderbens und geistiger Erniedrigung.
…. Da sie nicht geistig gesinnt sind, ist ihr Leben oft ein Leben ständiger Hoffnungslosigkeit. Nicht selten führt ihr Wunsch, in der Welt voranzukommen, dazu, daß sie sich unehrliche Geschäftspraktiken zu eigen machen. Oft verbringen sie so viel Zeit und Kraft damit, eine Stellung in der Welt beizubehalten, daß ihre Kinder nicht die nötige Führung und Zucht erhalten. Demzufolge müssen viele schließlich mit Schmerzen erleben, daß ihre Kindereinen Weg der Widerspenstigkeit einschlagen und ihr Leben zugrunde richten.
Die Erfahrung derer, die so weit in materielle Angelegenheiten verwickelt werden, daß die wahre Anbetung für sie keinen Platz mehr hat, wird vom Apostel Paulus in folgenden Worten gut zusammengefaßt: „Die aber, die entschlossen sind, reich zu werden, fallen in Versuchung und in eine Schlinge und in viele unsinnige und schädliche Begierden, die die Menschen in Vernichtung und Verderben stürzen….“ — 1. Tim. 6:9, 10.

 

Sodann wird das Beispiel von König Manasse angeführt, der im breiten Stil die Götzenanbetung einführte, seinen Sohn „durchs Feuer gehen ließ“ (was ein Menschenopfer des eigenen Kindes war), mordete und vieles mehr tat, was diametral der wahren Anbetung widersprach. Da er bereute, wurde ihm vergeben.

Außerdem wird das Beispiel eines geistgezeugten Christen der Versammlung Korinth angeführt, der mit seiner Mutter geschlafen hatte. Auch ihm sollte vergeben werden: „Dieser Verweis von Seiten der Mehrheit genügt für einen solchen Menschen, so daß ihr im Gegenteil jetzt verzeihen und ihn trösten solltet, damit ein solcher nicht etwa von seiner übergroßen Traurigkeit verschlungen werde. Darum ermahne ich euch, eure Liebe zu ihm zu bestätigen.“ (2. Kor. 2:6-8)

Weiter mit wörtlichem Zitat: Jemand, der sich gegenüber Jehova Gott als untreu erweist, befindet sich in einer sehr ernsten Lage, in einer Lage, in der er den Tod verdient. Wenn er weiterhin nicht bereut, kann er der Vollstreckung des ungünstigen Gerichtes Gottes nicht entgehen. …

Ende Zitate

Wie man Ex-Zeugen und Ausgeschlossene bezeichnet

Menschen, die sich aus der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas verabschieden oder als „reuelose Sünder“ exkommuniziert werden, werden von den ehemaligen Glaubensbrüdern als verkommene unehrliche, sittenlose Subjekte betrachtet, deren physischer und psychischer Untergang vorprogrammiert ist.

Man muss dazu allerdings folgendes wissen: unsere oben genannten Beispiele, also Anton, Anne, Sophie, Hubert und Paul wurden bei JZ ausgeschlossen. Niemand in der Versammlung kennt aber den Grund. Gleichwohl werden alle 5 von einem Tag auf den anderen als verkommene Personen betrachtet – weil im Wachtturm steht, dass jemand, der ausgeschlossen wurde, ein reueloser Sünder ist, DER DEN TOD VERDIENT.

Wenden wir uns noch einmal diesen beispielhaft aufgezählten Fällen zu

Anton ist ein Jugendlicher, der offensichtlich seine Hormone nicht im Griff hatte. In seinem Alter ist man keineswegs reif; die Emotionen spielen verrückt. Anton steht aber zu seiner Liebe. Es steht JZ frei, solche Mitglieder in ihrer Gemeinschaft nicht zu wünschen. Ist es aber sachgerecht, Anton ein völliges Versagen in seinem weiteren Lebenslauf vorauszusagen und ihn mit einem Herrscher zu vergleichen, der sein Kind als Menschenopfer verbrannt hat?

Anne und Sophie haben Beziehungsprobleme, die sie nicht in den Griff gekriegt haben. Sophie ist nun alleinerziehend mit ihren 3 Kindern. Auch hier steht es JZ frei, solche Mitglieder in ihrer Gemeinschaft nicht zu wünschen. So lässt sich im Übrigen gut sagen, dass JZ sittlich rein sind: wer es nicht ist, wird exkommuniziert, so hat man wieder scheinbare 100 % Reinheit.

Gleichwohl stellt sich die Frage, ob man den beiden Frauen, die mit ihren Beziehungsproblemen nicht klarkamen und den Sittenmaßstäben, wie JZ sie aus der Bibel ableiten, gleichzeitig Unehrlichkeit, Habgier uvm. unterstellen kann.

Bei Hubert wird es ganz interessant: er raucht wieder…Auch hier: steht es JZ frei, solche Mitglieder in ihrer Gemeinschaft nicht zu wünschen. Aber fragen wir uns: trifft auf Hubert vermutlich der ganze Katalog problematischer Charaktereigenschaften zu, wie JZ ihn in dem Moment unterstellen, wo sie jemanden als „reuelosen Sünder“ ausschließen?

Paul ist seiner Überzeugung gefolgt, seine Arbeit als verfassungstreuer Beamter nachzugehen. Er klärt in seiner Arbeitszeit auf Weisung seines Arbeitgebers präventiv über verfassungswidrige Denkweisen und daraus folgende Handlungsweisen auf. Da er aber nicht über Alkohol- oder Drogenkonsum und auch nicht über Geschlechtskrankheiten oder die Gefahren lauter Disco-Musik aufklärt, sondern es sich um ein „politisches“ Thema handelt, verletzt er die wie auch immer definierte „religiöse Neutralität der Zeugen Jehovas“, weil er sich zu einem politischen Thema äußert. Das alles hat weder etwas mit Moral noch mit Ehrlichkeit zu tun – gleichwohl wird er – und auch das steht den Zeugen Jehovas frei – ausgeschlossen und fortan „mit König Manasse“ über einen Kamm geschoren.

Was dann geschieht, steht auf der Homepage www.jw.org und wir haben es oben zitiert:

„JZ brechen den Kontakt ab“

Du kannst Dir immer noch nicht vorstellen, was das bedeutet? Beachte, dass JZ, wie oben beschrieben, idealerweise nur Kontakte in der eigenen Religionsgemeinschaft haben. Vielfach ist ein großer Teil der nahen Familienangehörigen ebenfalls Zeuge Jehovas.

Es wird in der Versammlung bekannt gegeben, dass „XY kein Zeuge Jehovas mehr ist“. Das Verfahren war schnell und geheim; der Betroffene verfügt über keinerlei schriftliche Dokumente zum Verfahren: keine Anklage, keine Anhörung, keine Verteidigung, kein Urteil.

AB DIESEM ZEITPUNKT sagt keiner seiner ehemaligen Glaubensbrüder auch nur noch „guten Tag“. Das gilt auch für ALLE Familienangehörigen; Ausnahmen sind minderjährige Kinder und im Haus lebende Verwandte.

Nathalie Barth-  Hier  -hat es ausführlich dargestellt und emotional erfassbar und erlebbar transparent gemacht – aber es gibt im Grunde nicht mehr dazu zu sagen: die Freunde, Bekannten, Verwandten schalten sich einfach ab – und ihre Emotionen zu dem Ausgeschlossenen ebenfalls. Sie können das, sie sind so gedrillt, sie sind so konditioniert und sie halten sich ganz überwiegend auch daran, weil ihnen nämlich andernfalls ebenfalls der Ausschluss droht. Zeugen Jehovas haben als Religionsgemeinschaft das Recht, die Maßstäbe für eine Mitgliedschaft und den Verbleib in der Gemeinschaft nach ihrem religionsgemeinschaftlichen Recht festzulegen.

Gleichwohl bleibt folgendes festzustellen:

Zeugen Jehovas verschleiern gegenüber Andersgläubigen ihre soziale Abschottung und geben sich als den netten Nachbarn oder toleranten Kollegen von Nebenan. Dies tun sie, weil sie sich die Tür für ihre missionarische Tätigkeit offen halten wollen und jeden Andersgläubigen als potentiell bekehrbaren Menschen betrachten. Sie verschleiern jedoch auch ihre Ächtungspraxis gegenüber Exkommunizierten in der Öffentlichkeit. Auch andere Religionen schließen Glaubensangehörige aus ihrer Gemeinschaft aus, wenn/weil diese gegen Regeln verstoßen haben.

Was ist bei JZ anders?

Die Religion der JZ greift in alle Lebensbereiche eines Menschen massiv ein und isoliert ihn idealerweise von allem außerhalb der Religionsgemeinschaft. Die „Welt“ – damit sind alle und jedes gemeint, das nicht mit der Organisation der Zeugen Jehovas zu tun hat, wird als grundsätzlich schlecht, böse, ohne Moral, ohne Sittenmaßstäbe, ohne Ethik, ohne Werte dargestellt. Die „Weisheit der Welt“ sei nur dazu da, die Menschen in die Fänge des Teufels zu führen, die Menschen irrezuführen. Man solle sich damit daher überhaupt nicht befassen – alles andere wäre so, als ob man Gift zu sich nimmt, um sich zu überzeugen, dass es giftig ist – auf diese Weise würde das ja auch kein vernünftiger Mensch prüfen.

Ja, Du hast richtig verstanden: Informationen von „außen“ – also alles, was nicht JW-org ist, wird konkret abgelehnt; die Wahrnehmung an sich ist schon ein Akt fehlender Loyalität gegenüber Gott. Nachdem Menschen ein „Bibelstudium“ mit Zeugen Jehovas absolviert haben, in dem sie in rasender Geschwindigkeit mit Pseudo-Theologie gefüttert wurden und sich nach 26 Bibelstunden schlauer als ihr früherer Pastor vorkommen, der immerhin 5 Jahre lang Theologie studierte – nachdem sie also in kürzester Zeit „schwindelig gequatscht“ wurden – und nachdem sie das Wachtturm-Studium kennengelernt haben, in dem innerhalb von 40 Minuten ca. 30-40 Bibelstellen angeführt oder grob zitiert wurden, denken überzeugte JZ: „wir haben es – und die anderen haben es nicht.“

Die Taktik der überbordenden Pseudo-Informationen, die kein Mensch wirklich verarbeiten kann, sich aber dennoch perfekt informiert fühlt und glaubt, nichts anderes mehr zu brauchen, führt entweder durch Überzeugungsleistung oder aber durch Ermüdung zum Erfolg: der folgsame JZ interessiert sich nicht mehr für Infos von außen – er hält sie per se für unwahr und für gefährlich, auf jeden Fall aber für überflüssig, für Ballast, für wertlos.

Dies wird jedoch verschleiert und verborgen – JZ möchten sich den Zugang zu Andersgläubigen offenhalten, um sie permanent mit „informellem Zeugnis geben“ beeinflussen zu können; diese Möglichkeit wäre abgeschnitten, wenn sie sich die Dialogbereitschaft verscherzen würden. Wenn ein JZ exkommuniziert wird, so verliert er weite Teile seines sozialen Umfeldes im familiären Bereich, im Freundeskreis, in der Freizeit und natürlich bei der Religionsausübung. Zwar könnte er in die Versammlungsstätte gehen – dort würde er aber völlig unbeachtet wie Luft behandelt werden.

JZ schreiben auf ihrer Website: „Ausgeschlossene dürfen jederzeit unsere Gottesdienste besuchen.“

Man macht sich jedoch als Außenstehender keine Vorstellung davon, wie es ist, wenn man als ausgeschlossener JZ eine Zusammenkunft besucht: die eigenen Verwandten, frühere Freunde: sie sind alle fröhlich, begrüßen einander, plaudern, verabreden sich; ein Ausgeschlossener wird völlig unbeachtet gelassen – von seinen eigenen Kindern, Eltern, sonstigen Verwandten, früheren Herzensfreunden… – sie sehen an einem vorbei, sprechen einen nicht an, grüßen einen nicht.

Im 21. Jahrhundert ist das der soziale Spießrutenlauf par excellence! Aber warum diskreditieren JZ Ausgeschlossene, wie in dem o.g. Wachtturm-Artikel zitiert? Man muss konstatieren, dass die Sprache in der Literatur der JZ weniger rabiat, weniger deutlich, quasi schwammiger geworden ist. Auch gab es Perioden, in denen bestimmte Dinge weniger krass gehandhabt wurden. Was den Umgang mit und die Auffassung über Ausgeschlossene oder Ausgetretene betrifft, hat sich aber nichts geändert  -im Gegenteil ist dies in den letzten Jahren vermehrt Thema in den verschiedenen Zusammenkünften – sowohl im Wachtturm als auch in den anderen Zusammenkünften.

Stellen wir uns folgende Fragen:

  1. Wieso handhaben JZ ihre Praxis der Exkommunikation so konsequent?
  2. Wieso handhaben JZ ihre Praxis der Ächtung von ausgetretenen oder ausgeschlossenen JZ so konsequent?
  3. Wieso müssen JZ ausgetretene oder ausgeschlossene – also ehemalige JZ danach auch noch in oben beschriebener Weise diskreditieren?
  4. Wieso gelingt ihnen das bei ihren Mitgliedern?

Zu a) Wieso handhaben JZ ihre Praxis der Exkommunikation so konsequent? Es gibt im Wesentlichen 2 Gründe, bei JZ ausgeschlossen zu werden:

  • ein JZ wendet sich innerhalb der Gemeinschaft offen gegen die Lehren, versucht, seine Glaubensbrüder davon zu überzeugen, dass beispielsweise die 18. Interpretation der „Generation von 1914“ nicht richtig sein kann oder das Geburtstagfeiern zwar nicht christlich geboten, aber auch nicht zu christlichen Grundsätzen im Widerspruch steht oder dergleichen
  • Ein JZ verstößt gegen die Sittengesetze der Bibel, so wie sie streng von JZ ausgelegt/interpretiert werden

JZ haben strenge Hierarchien – an unterster Stelle stehen die „Verkündigerinnen“. Sie speisen sich aus der Arbeitsleistung der Mitglieder, die im Wesentlichen in der Mission („Predigtdienst“) zur Gewinnung neuer Mitglieder besteht, jedoch auch alles andere, insbesondere Bau und Unterhaltung von Immobilien beinhaltet.

JZ, die sich gegen die Glaubenslehre wenden oder die strengen Regeln hinsichtlich Familienstrukturen durchbrechen, sind grundsätzlich kaum für die erforderliche Arbeitsleistung brauchbar – und sie schwächen die Leistungsmoral der anderen. Es gibt also nur eine Möglichkeit: die Exkommunikation.

zu b) Wieso handhaben JZ ihre Praxis der Ächtung von ausgetretenen oder ausgeschlossenen JZ so konsequent?

Weil nur dies die absolut abschreckende Wirkung der Maßnahme gewährleistet. Da Mitglieder bei JZ sozial isoliert sind, also nichts anderes haben, wollen sie den Ausschluss um jeden Preis vermeiden. Erfolgt ein solcher, ist dies für den Betroffenen extrem krass, für alle anderen wie ein Totenkopf auf einer Stange.

Ein zweiter Grund ist, dass der Informationsfluss zwischen den Menschen sofort unterbrochen werden soll. Wie oben beschrieben, meiden JZ jegliche Informationen, die nicht von ihnen selbst stammen. Wird jedoch jemand ausgeschlossen oder tritt selbst aus, so ist es sehr wahrscheinlich, dass er sich an diese Direktive nicht gehalten hat – und also Informationen von außen hat oder sich gegenüber seinen ehemaligen Mitbrüdern erklären oder rechtfertigen möchte. Dies ist um jeden Preis zu verhindern – und es lässt sich verhindern: Mails werden ungelesen gelöscht; Briefe ungelesen vernichtet, Telefon nicht abgenommen, WhatsApp-Account gesperrt, Facebook-Freundschaft gelöscht und blockiert usw.

Wer „unnötigen Kontakt“ mit Ausgeschlossenen hat, wird selbst ausgeschlossen; dies gilt allerdings nicht innerhalb der Familie; da wird solcher Kontakt lt. geheimer Direktive geduldet. *

*Hütet die Herde Gottes – Seite 116 (das Buch ist nur Ältesten zugänglich)

Wenn von Brüdern oder Schwestern bekannt ist, ungebührlichen Umgang mit einem Verwandten zu haben, der nicht bei ihnen wohnt und ausgeschlossenen ist oder die Gemeinschaft verlassen hat, sollten Älteste mit ihnen reden und sie anhand der Bibel ermahnen. Die Ältesten können mit ihnen Folgendes durchgehen… Steht fest, dass das Verhalten gegen den Zweck eines Gemeinschaftsentzugs verstößt und dass der Betreffende nicht auf die Ermahnung hört, eignet er sich wahrscheinlich nicht für Vorrechte in der Versammlung, die nur vorbildlichen Verkündigern eingeräumt werden. Gegen ihn würden keine rechtlichen Schritte unternommen, es sei denn, er hätte ständig geistige Gemeinschaft mit dem Ausgeschlossenen oder würde den Gemeinschaftsentzug offen kritisieren.
Ende Zitat

Zu c) Wieso müssen JZ ausgetretene oder ausgeschlossene – also ehemalige JZ danach auch noch in oben beschriebener Weise diskreditieren?

Dies dient den Zwecken zu b. Der Informationsfluss soll abgeschnitten werden. Daher müssen Ausgetretene oder Ausgeschlossene den in der Gemeinschaft Verbliebenen als die schlimmsten Subjekte unter Gottes Himmel beschrieben werden – es muss die Überzeugung hergestellt werden, dass diese unwert sind.

Dies scheint ein Widerspruch dazu zu sein, dass jeder bei Reue zurückkehren kann. Dieser Widerspruch löst sich schnell auf, wenn klar wird, dass Ausgetretene oder Ausgeschlossene offenbart haben, gegen den Widerstand der Gemeinschaft eine eigene Überzeugung, einen eigenen Willen entwickelt zu haben. Letztlich soll dieser eigene Wille durch Ächtung und Diskreditierung gebrochen werden. Nur bei denen, bei denen dies gelingt, ist überhaupt eine Rückkehr in die Gemeinschaft denkbar. Es wird von Ausgeschlossenen, die Wiederaufnahme wünschen, beispielsweise erwartet, dass sie die Zusammenkünfte besuchen – sich also vor ihre Wiederaufnahme der massenweisen Ächtung einer ganzen Gemeinde aussetzen – und das oft monatelang. Wer dies nicht tut, dem wird fehlende Demut und fehlende Reue attestiert – er wird dann nicht wieder aufgenommen – denn sein Wille ist noch nicht hinreichend gebrochen.

An dieser Stelle sei noch einmal – wie schon oben – der WT aus 1972 zitiert:

Viele, die keine Gemeinschaft mehr mit Gottes Volk pflegen, mögen zwar kein ausschweifendes Leben führen, doch haben sie trotzdem viel verloren. Da sie nicht geistig gesinnt sind, ist ihr Leben oft ein Leben ständiger Hoffnungslosigkeit. Nicht selten führt ihr Wunsch, in der Welt voranzukommen, dazu, daß sie sich unehrliche Geschäftspraktiken zu eigen machen. (Vergleiche Sprüche 28:20.) Oft verbringen sie so viel Zeit und Kraft damit, eine Stellung in der Welt beizubehalten, daß ihre Kinder nicht die nötige Führung und Zucht erhalten. Demzufolge müssen viele schließlich mit Schmerzen erleben, daß ihre Kinder einen Weg der Widerspenstigkeit einschlagen und ihr Leben zugrunde richten. Ende Zitat

Man muss sich wirklich fragen, wie JZ in 1972 zu solchen Aussagen kamen. Verfolgen sie statistisch die Vita ehemaliger Zeugen Jehovas und den Werdegang von deren Kindern? Der WT wurde auch damals schon einheitlich und erdenweit in vielen Sprachen verbreitet. Die WTG schreibt im Jahre 1972, dass „viele“ der ehemaligen JZ an Hoffnungslosigkeit leiden, unehrlich werden und in der Kindererziehung so versagen, dass die Kinder sich zugrunde richten.

Ich bin einfach nur FASSUNGSLOS, aber sicher wurde damals auch dieser Absatz vorgelesen, im Rahmen von Frage und Antwort aus dem Publikum rekapituliert und abgenickt. Die Methode dient aber auch noch einem weiteren Zweck: jedes Mitglied kann erkennen, wie es von den anderen angesehen würde, wenn es ausgeschlossen würde. Jeder weiß: er kann sich im Falle eines Ausschlusses nicht mehr rechtfertigen, erklären, beweisen. Das Urteil über seinen Unwert und seine Todwürdigkeit steht in dem Moment fest, wo sein Ausschluss/Austritt bekannt gegeben wird.

Warum wurden im Mittelalter Hexen öffentlich verbrannt? Damit jeder sah, wie es einem geht, der nicht tut, was er soll, sondern tut, was er will, aber nicht soll. Kurzum: die Diskreditierung ehemaliger JZ dient der Rechtfertigung des eigenen Handelns – also der Ächtungspraxis – solch gefährliche Subjekte muss man ja klugerweise meiden – und es dient der Abschreckung der Personen in der Gemeinschaft.

Zu d) Wieso gelingt ihnen das bei ihren Mitgliedern?

Wie oben dargelegt, sind die Behauptungen über ausgetretene oder ausgeschlossene Mitglieder der JZ einfach nur barer Unsinn.
Es ist ziemlich einfach, bei JZ „rauszufliegen“. Die erste Zigarette geraucht – und bereut. Kann bleiben. Die zweite Zigarette geraucht – und bereut: unglaubwürdig – Reue nicht erkennbar – Ausschluss. Dadurch wird man aber nicht zum unmoralischen, unehrlichen, perspektivlosen Sozialversager oder habgierigen unehrlichen Raffer, der seine Kinder vernachlässigt. Das ist einfach nur Quatsch.

Aber warum glauben JZ es dann? Ganz einfach: es ist eine Information von „innen“: viele der ehemaligen JZ… – ihnen widerfuhr dies und das und es geschah dies und jenes… Schwupp – es wird geglaubt.

Der Hinweis, dass etwas unlogisch, nicht bewiesen, bloß behauptet sei, fruchtet bei JZ überhaupt nicht – im Gegenteil: sie werden wöchentlich mit Artikeln überschwemmt, die nur mit Mutmaßungen, unbewiesenen Behauptungen, abwegigen Vergleichen arbeiten: das sind JZ quasi gewöhnt. Sie nehmen alles, was ihnen in den Zusammenkünften und in ihrer Literatur geboten wird, unkritisch als „Wahrheit“ auf. Deshalb wird jemand, dessen Austritt/Ausschluss bekannt gegeben wird, von einer Sekunde zur anderen zu absoluten Unperson, die mitleidlos gemieden und geächtet wird. So jemand „hat gesündigt; hatte die Möglichkeit, zu bereuen, hat aber nicht bereut“. Es ist ein „willentlicher, reueloser Sünder“ – auf den also alles zutreffen könnte, was in dem o.g. Wachtturm aus 1972 steht.

Wenn Du ein Zeuge Jehovas bist und Dich mit dem Gedanken trägst, die Gemeinschaft zu verlassen: mach Dir klar, was Dich erwartet und mach Dir keine Illusionen, dass es vielleicht anders kommen könnte; dass gute Freunde zu Dir halten würden. Es wird – zu 99 % – nicht so sein.

Wenn Du bei Zeugen Jehovas ausgestiegen bist: frag Dich, welche Erfahrungen Du gemacht hast. Sie dürften sich zu 99 % mit diesem Artikel decken. Wenn Du aber mit Zeugen Jehovas Kontakt hast und überlegst, in diese freundliche und engagierte Gemeinschaft einzutreten und zu konvertieren: mach Dir klar, was JZ mit Dir und Deinen ehemaligen sozialen Kontakten machen – und wie sie alle Menschen aus der „Welt“ in Wirklichkeit betrachten.

Es gibt kein Zurück – und wenn, dann nur um einen sehr hohen Preis.

[Gesamt:111    Durchschnitt: 5/5]

Ähnliche Artikel

neueste älteste
Benachrichtige mich bei
O.W.Schön

FASSUNGSLOS & VER-FASSUNGSLOS!

Die beiden Leitartikel machen mich wirklich fassungslos, so wie den Autor des letzten Artikels auch! Liest man geballt, welcher Missachtung der Menschenrechte sich Jehovas Zeugen schuldig machen, so steigt gerechter Zorn in mir auf und die Frage, welcher Politiker, Richter und Journalisten es bedarf, um dieser organisierten Menschenverachtung das Handwerk zu legen?

Die Missachtung grundlegender Menschenrechte und die Verachtung der Verfassung und demokratischer Verhaltensregeln muss für JW.Org ein Nachspiel haben, nur wie kriegt man die richtigen Leute ins Boot?

Herzlichen Dank für die Aufklärung über JW.Org!
O.W.S.

Serion

Ich danke dir sehr für diesen Artikel. So manche Stelle im Artikel ist sehr hart gesprochen. Jedoch muss erwähnt werden, dass es nur so hart klingt, weil es genau so ist. Ich bin Teil einer Versammlung, (noch) nicht ausgeschlossen. Ich plane die ORG zu verlassen, aber das geht nicht so einfach. Ich plane noch und das wird sicher auch noch eine Zeit so bleiben, denn der daraus resultierende soziale tot ist kaum vorstellbar. Zwar bin ich momentan auch recht sozial isoliert, da ich seit knapp 3 Monaten keine Zusammenkunft besuche, jedoch fragt hin und wieder noch jemand nach mir. Das… Weiterlesen »

Helmut

Liebe Leute, dieses moralisieren und lamentieren ändert die Jehovas Zeugen doch auch nicht. In nicht wenigen Zeitungsberichten wird seit ca. 1 Jahren im Zusammenhang mit JZ immer wieder das englische Wort “outlawed” benutzt. Das ist meiner Meinung nach sehr vielsagend. Es heißt: verbieten prohibit, ban, forbid, outlaw, proscribe, interdict ächten outlaw, proscribe, ostracize für ungesetzlich erklären outlaw verfemen ostracize, outlaw, condemn Ein normaler Mensch mag es nicht glauben können, aber bei JZ kann man auch wegen des Schachspiels ausgeschlossen werden. Und wegen vieler anderer “Gründe”. Das “Ursachenforschen” und “erklären wollen” ist meiner Meinung nach genau so großer Unsinn, wie die… Weiterlesen »

RoKo

Lieber Bert. Ich wollte Dich erst einmal komplett schreiben lassen. Eins stimmt jedoch. In der Bibel werden tatsächlich Formen von Hurerei benannt. Und zwar wie ich herausfand in den Punkten: • Ehebruch/Betrug des Partners via Sexualität mit einem anderen Partner • Sexualverkehr mit einer anderen Frau (Vielweiberei) • Sexualverkehr unter engen Familienangehörigen • Tempelprostitution • Homosexualität • Vergehen mit dem Vieh • Götzendienst Der Grund des Paulusbriefes an die Korinther war, wie Bert bereits schrieb, eine sexuelle Unmoral in dortiger Versammlung, die im Ausmaß im Vergleich S C H L I M M E R war, als die Moral der… Weiterlesen »

stiiller beobachter

Ich muss hier was dazu schreiben weil ich selber (immer noch aktiver ZJ) mit diesem Thema viel zu tun hatte die letze Zeit. Ähnlich wie bei dem Besipiel von Hubert habe ich stressbediengt wieder angefangen zu rauchen. Nicht in der öffentlichkeit sondern nur für mich alleine zum Stressabbau. Bin dann zu den Ältesten 1. Rechtskomitee. Habe mich angestrengt bin aber nach einem halben Jahr ca. wieder Rückfällig geworden. 2. Rechtskomitee. Es ist wirklich nicht einfach gewesen wieder von jetzt auf gleich aufzuhören. Ich betete wurde aber ein weiteres mal Rückfällig und wurde dabei von einem Glaubensbruder gesehen. 3. Rechtskomitee. Ich… Weiterlesen »

www.Christusbekenner.de

Die Führung der Zeugen Jehovas legt großen Wert auf ein ansprechendes Bild ihrer Organisation nach außen. Die Fassade scheint durch die Ausschlusspraxis in Ordnung. Wer genauer hinschaut bzw. hinter die Fassade blickt, merkt, dass die Organisation der ZJ aber im Kern auf Lug und Trug aufgebaut ist – allein ihr Lehrgebäude ist angehäuft mit einer Vielzahl von Irrlehren. Jesu Aussprüche zur Geistlichkeit seiner Tage passen auch auf diese Funktionäre ebenso gut: “Wehe euch, ihr Gesetzeslehrer und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt noch von Gartenminze, Dill und Kümmel den zehnten Teil, lasst aber die wichtigeren Forderungen des Gesetzes außer Acht: Gerechtigkeit,… Weiterlesen »

bebbal

Nachdem ich kapiert habe wie man dort belogen und betrogen wird, habe ich “schriftlich gekündigt” und zwar so, dass es keiner mehr wagte nachzufragen. Die damaligen sogenannten Freunde vermisse ich nicht. Es gibt so viele gute und liebe Menschen in der Freiheit. Bei meinen Eltern bin ich als missratenes und abtrünniges Kind nur geduldet weil sie meine Hilfe benötigen. Beide sind über achtzig und von der viel gepriesenen und verkauften Bruderliebe ist weit und breit nichts zusehen. Ich spreche die kollektive Verdummung deutlich an worauf mit selbstverständlich mein Vater wieder jegliches Recht auf Meinungsäußerung abgesprochen hat. Damit nicht genug, der… Weiterlesen »

Helmut

Hallo,

kann jemand von denen, die noch in die sog. “Versammlung” gehen etwas näheres über das Gerücht über sog. “Notfall-Trolleys” berichten?

Ist das ein Gerücht? Oder bringen die wirklich sowas raus?

Lg

Johnny

Auch ich möchte eine Erfahrung aus Österreich beisteuern: Eine Mutter zweier Kinder, die jetzt 95 ist, hat mit ihrer Tochter Gabi (72), seit 50 Jahren keinen Kontakt mehr. – Gabi wurde mit 22 ausgeschlossen, weil sie sich nach zwei geplatzten Verlobungen für einen Musiker aus der Welt entschieden hat (Pianist in Salzburg). Sie ist seit 50 Jahren glücklich verheiratet und hat bereits selbst Enkelkinder. Und das Tragische ist: Gabis Mutter hat durch die Kontaktsperre der Wachtturm-Organisation auch darauf verzichtet, ihre Enkelkinder und Urenkel kennenzulernen. Das wäre laut Wachtturm eigentlich gar nicht verboten. Weil aber, der Kontakt zu Gabi verboten ist,… Weiterlesen »

bebbal

Lieben Dank an euch alle!! Aber es hat sich alles erledigt. Wieder ein Sieg der JW.org. Meine Eltern haben am Wochenende den Kontakt abgebrochen. Ich darf nicht mal mehr in die Wohnung. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Zumindest war bisher die Einstellung von meinen Eltern, “Kinder sind verpflichtet für die alten und betagten zu sorgen””. Und meistens hatte ich sowieso das Gefühl, daß ich nur deshalb in die Welt gesetzt wurde. Egal auch das werden wir (mein Mann wurde ebenfalls mit Gottes Strafhand abgewatscht) überleben. Ich ruhe in mir und überlasse alles Gott dem wirklichen Vater. Er kennt mich… Weiterlesen »

RoKo

Ich wollte noch Sophies Erlebnis mit ihrer Mutti posten, die ich lange gesucht habe, denn sie war schon aus der Videothek gelöscht. Aber jetzt habe ich die Begebenheit endlich gefunden. https://youtu.be/nskn-qO-f7I?t=300 Lief am 05.02.2019 im Sat1 Frühstücksfernsehen. Der ganze Bericht: https://youtu.be/sZOqN1dHB5A https://youtu.be/nskn-qO-f7I Ist dieses Verhalten aktiver ZJ nicht bizarr und zutiefst traurig? Also mir schnürrt es die Kehle zu wenn ich Sophie sehe, wie herzlos und lieblos sie die Begegnung erleben muss. Und dann die passende internationale Kongresseinladung 2019, heute im Amtsblatt: „Die Liebe versagt nie!“ Jehovas Zeugen laden zu Kongressen ein In diesen Wochen verteilen Jehovas Zeugen Einladungen in… Weiterlesen »

Roland

Hallo, ich bin auch ein aktiver ZJ, und mich machen auch in letzter Zeit einige Dinge in unseren Reihen traurig, sowie die Pädophilie oder auch wenn manche Brüder ihre Frauen nicht lieben oder sie misshandeln ohne Konsequenzen von Seiten der Ältesten. Leider kenne ich solche Fälle in meinem Umkreis, ausser die Pädophilie Gott sei Dank! Leider tu ich mir schwer in letzter Zeit, da ich mit meinem fast 40 Jahren noch keine Frau gefunden habe, und mich jede Schwester, die mich anfänglich bisher kennenlernen wollte, später dann abgeblockt hatte. Und seit 2017 bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich mich… Weiterlesen »

Scroll to Top