Das Evangelium und Gottes Gnade

Eine analytische Betrachtung des Galaterbriefes  2. Teil

Teil 1 unter diesem Link: https://www.bruderinfo-aktuell.org/index.php/das-evangelium-und-gottes-gnade/

galaterbrief-1224758211203895-9-thumbnail-4Jetzt kommt Paulus wohl zu einem der Höhepunkte in seinem Galaterbrief. Wir lesen weiter in Kapitel 5 Vers 1: So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“

Bestimmt eine schöne Zusammenfassung der Kapitel 3 und 4, wo Paulus anschaulich den Unterschied zwischen dem mosaischen Gesetz und der Rettung aufgrund von Gnade erklärt. Paulus ermahnt hier die Gläubigen, an ihrer neugewonnenen Freiheit festzuhalten. Sie wurden durch den Tod Christi aus der Sklaverei der Sünde befreit – jetzt sollten sie das eben abgeschüttelte Joch nicht durch ein anderes (das Einhalten des mosaischen Gesetzes) ersetzen. Paulus erteilt hier also eine wichtige Lektion: Ein Abwenden von der christlichen Freiheit bedeutet immer ein Joch der Sklaverei. Entweder man bleibt in der Freiheit des Christus oder man wird wieder versklavt.

Um diesen Punkt zu betonen, fährt er mit folgenden Worten fort: „Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden lässt, dass er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten. Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen! Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit; denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist.“(Verse 2-6)

Um nochmals auf Vers 1 zurück zu kommen. Aus diesem Vers geht klar hervor, dass man „fest in der Freiheit“ stehen musste, um nicht wieder in die Sklaverei zurück zu fallen. Möglicherweise versprachen die Judaisten den Galaterchristen einen höheren „geistigen Status“, auch wenn sie nur einen Teil des Gesetzes einhielten – in diesem Fall die Beschneidung. Paulus warnte sie vor solch einer Einstellung. Sie würden „aus der Gnade fallen“ und „sich von Christus lostrennen“. Die wirkliche Anerkennung Christi würden sie nur haben, wenn sie einen Glauben haben, der durch Liebe wirksam wird. Das hier (Vers 6) ist unser wichtiger Punkt. Die Bibel spricht an mehreren Stellen davon, dass unser Glaube die Liebe als „Frucht“ hervorbringen würde. Wenn eine Religionsgemeinschaft übertriebenen Wert auf das Hervorbringen von Werken legt, kommt die Liebe zwangsläufig zu kurz – mit katastrophalen Folgen. Nochmals die Worte des Paulus gemäß der Neuen Genfer Übersetzung: „… Das einzige, was zählt, ist der Glaube – ein Glaube, der sich durch tatkräftige Liebe als echt erweist“.

In den weiteren Versen (13-15) kommt Paulus wiederum auf das zu sprechen, was schon in Vers 1 erwähnt wurde: „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat …“

Hier die Verse im Zusammenhang: Ihr seid berufen, liebe Freunde, in Freiheit zu leben – nicht in der Freiheit, euren sündigen Neigungen nachzugeben, sondern in der Freiheit, einander in Liebe zu dienen. Denn das ganze Gesetz lässt sich in dem einen Wort zusammenfassen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Doch wenn ihr euch ständig zankt und übervorteilt, statt einander mit Liebe zu begegnen, dann passt auf, denn sonst vernichtet ihr euch noch gegenseitig.“

Hierbei handelt es sich nicht nur um eine einfache Wiederholung, sondern dieser Gedanke wird vom Apostel um einem wichtigen Aspekt erweitert. Er möchte mit dieser Feststellung ganz klar herausstellen, worin der Schlüssel für wahre christliche Freiheit liegt: Sie gibt uns nicht die Berechtigung, ein sündiges Leben zu führen, sondern befreit uns vielmehr von der Sünde.

Dieser wichtige Aspekt wird des Öfteren in den paulinischen Briefen betont, speziell im Römerbrief. Überhaupt kommt in diesem Brief der Begriff „Sünde“ wie an keiner anderen Stelle der Heiligen Schrift 47 Mal vor. In vielen dieser Stellen wird darauf hingewiesen, dass ein Christ schon in seinem jetzigen Leben durch das Opfer Christi von der Sünde befreit ist – obwohl er nach wie vor unter dessen Auswirkungen leidet.

„Unser früheres Leben wurde mit Christus gekreuzigt, damit die Sünde in unserem Leben ihre Macht verliert. Nun sind wir keine Sklaven der Sünde mehr. Denn als wir mit Christus starben, wurden wir von der Macht der Sünde befreit. Wir wissen, dass Christus von den Toten auferstand und nie wieder sterben wird. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Deshalb haltet daran fest: Ihr seid für die Sünde tot und lebt nun durch Christus Jesus für Gott! Lasst nicht die Sünde euer Leben beherrschen; gebt ihrem Drängen nicht nach. Lasst keinen Teil eures Körpers zu einem Werkzeug für das Böse werden, um mit ihm zu sündigen. Stellt euch stattdessen ganz Gott zur Verfügung, denn es ist euch ein neues Leben geschenkt worden. Euer Körper soll ein Werkzeug zur Ehre Gottes sein, so dass ihr tut, was gerecht ist! Die Sünde hat die Macht über euch verloren, denn ihr steht nicht mehr unter dem Gesetz, sondern seid durch Gottes Gnade frei geworden.“ (Römer 6: 6,7,9,11-14)

Der Gedanke des Paulus „Stellt euch stattdessen ganz Gott zur Verfügung“ kann man hier wieder mit dem in Verbindung bringen, was Paulus in Vers 13 zum Ausdruck bringt. Und tatsächlich manifestiert sich die Bereitschaft eines Christen, sich Gott ganz zur Verfügung zu stellen“ darin, „seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben und ihm zu dienen.

Offensichtlich bestand darin aber das Problem der Galaterchristen. Sie ließen sich so von ihrer Werksgerechtigkeit ablenken, dass sie sich unmöglich „Gott ganz zur Verfügung stellen konnten“.

Das Resultat ließ nicht lange auf sich warten: Wenn ihr jedoch wie wilde Tiere aufeinander losgeht, einander beißt und zerfleischt, dann passt nur auf! Sonst werdet ihr am Ende noch einer vom anderen aufgefressen.“

Um den Galatern zu helfen, dieses Problem zu überwinden, fährt Paulus wie folgt fort:

„Darum rate ich euch: Lasst euer Leben von Gottes Geist bestimmen. Wenn er euch führt, werdet ihr allen selbstsüchtigen Wünschen widerstehen können. Denn, selbstsüchtig wie wir sind, wollen wir immer das Gegenteil von dem, was Gottes Geist will. Doch der Geist Gottes duldet unsere Selbstsucht nicht…. Gebt ihr dagegen euren selbstsüchtigen Wünschen nach, ist offensichtlich, wohin das führt: zu sexueller Zügellosigkeit, einem sittenlosen und ausschweifenden Leben, zur Götzenanbetung und zu abergläubischem Vertrauen auf übersinnliche Kräfte. Feindseligkeit, Streitsucht, Eifersucht, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen bestimmen dann das Leben ebenso wie Neid, Trunksucht, üppige Gelage und vieles andere. Ich habe es schon oft gesagt und warne euch hier noch einmal: Wer so lebt, wird niemals in Gottes neue Welt kommen.“(Verse 16-21)

Interessant hier die Auflistung der „Werke des Fleisches“. Hier werden „Werke“ angeführt die man in die Kategorie „gravierend“ einreihen würde: „Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit, Götzendienst, Zauberei.“

Gleichzeitig werden hier aber auch Dinge angeführt, die man möglicherweise als nicht schwerwiegend ansehen würde, eher als „sozial akzeptable Sünden“: Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen, Neid“.

Daher eine ganz klare Warnung an die Adresse der Galater und vor allem der Judaisten, die sich rühmten, nicht der Sünden der ersten Kategorie zu verfallen, aber es überhaupt nicht als schlimm ansahen in den Sünden der zweiten Kategorie zu schwelgen: „Wer so lebt, wird niemals in Gottes neue Welt kommen.“

Paulus hat diese sogenannten „Kleinigkeiten“ ganz bewusst aufgezählt – wusste er doch, dass solche Dinge „Sand in das Getriebe“ der zwischenmenschlichen Beziehungen bringt und Unfrieden in der Christengemeinde stiften würde.

Wenn also ein Christ durch seinen Lebensstil zum Ausdruck bringt, dass er solche Dinge lediglich als „Kleinigkeiten“ ansieht, beweist er damit letztendlich nur, dass er „sein Leben nicht von Gottes Geist bestimmen lässt“, sondern weiterhin ein „Sklave der Sünde“ sein möchte.

Wandelt im Geist

femtheolAb dem Vers 22 knüpft Paulus wieder an dem an, was er schon einige Verse vorher sagte: „Darum rate ich euch: Lasst euer Leben von Gottes Geist bestimmen.“ In der Schlachterbibel wird der Vers in der wortwörtlichen Übersetzung wie folgt wiedergegeben: „Wandelt im Geist, …“

Hier merkt man sehr schnell, dass Paulus keine Formeln aufstellte oder irgendeine Methode aufzeigte, wie man im „Geist wandelt“. Für jemanden, der darauf angewiesen ist, sein Leben nach festgesetzten Regeln auszurichten, kann das sehr frustrierend sein. Allerdings zeigt man durch das „Wandeln im Geist“ vielmehr seine Abhängigkeit von Gott und diese manifestiert sich durch ein persönliches Verhältnis zu ihm und nicht durch eine festgelegte Methodik.

Lasst uns jetzt die bekannten Worte ab Vers 22 betrachten: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten. Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.“

Interessant ist hier zu erwähnen, dass Paulus die negativen Auswüchse des Fleisches mit Werken in Verbindung bringt, wohingegen der „Geist“ „Frucht“ hervorbringt. In Bezug auf die „Frucht des Geistes“ ist festzuhalten, dass nicht der Gläubige diese Frucht hervorbringt, sondern der Geist diese Frucht durch die positiven Auswirkungen der Gnade auf das Leben des Einzelnen gedeihen lässt. Genau wie die „Gaben des Geistes“ Manifestationen der Gnade Gottes sind und für jeden Gläubigen individuell bestimmt wurden, kommt auch die „Frucht des Geistes“ bei jedem auf unterschiedliche Weise zum Vorschein.

Aus diesem Grund ist es meiner Meinung nach falsch, das sogenannte Geistiggesinntsein bei einem Christen zu fördern. Der Begriff kommt in der Bibel kein einziges Mal vor. In der englischen Ausgabe der „Watchtower Library“ wird der entspreche Begriff „sprirituality“ allerdings annähernd 1300 Mal gebraucht. Da das besagte „Geistiggesinntsein“ in den Wachtturm Publikationen mit dem Hervorbringen von Werken in Verbindung steht, ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass dieser Begriff unbiblisch ist. Die Gefahr liegt meines Erachtens darin, dass das „Geistiggesinntsein“ zu einem Statussymbol wird. Die Erfahrung hat leider gezeigt, dass solche Personen, die dann aufgrund ihres „Strebens nach dem Amt eines Aufsehers“ tatsächlich solch eine Stellung erhalten, häufig schon nach kurzer Zeit ihre Macht missbrauchen und nicht ihren Brüdern dienen.

Dieses Problem kennen wir von den Aposteln während ihrer Zeit mit Jesus Christus. Wie oft „arbeiteten“ die Apostel an ihrem Statussymbol – nämlich Erste im Königreich sein zu wollen. Und wir erinnern uns an die Beständigkeit Jesu, der sie darauf aufmerksam machte, dass seine Nachfolger sich nicht dadurch auszeichnen würden.

„Bei euch soll es anders sein. Wer euch anführen will, soll euch dienen, und wer unter euch der Erste sein will, soll euer Sklave werden“ (Matthäus 20:26).

Der schon oben erwähnte Vers 13 beinhaltet dieselbe Aussage die schon unser Herr seinen Aposteln vermittelte. „Dienen“ und nicht „Geistiggesinntsein“ sollte unser Ziel sein. Wer nur selbstsüchtigerweise nach einem Statussymbol sucht, kann nie „Frucht tragen“.

Jesus, der „wahre Weinstock“ sagte diesbezüglich: „Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben. Denn eine Rebe kann keine Frucht tragen, wenn sie vom Weinstock abgetrennt wird, und auch ihr könnt nicht, wenn ihr von mir getrennt seid, Frucht hervorbringen. Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, wird viel Frucht bringen. Denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15: 4,5)

Unser Ziel sollte es also sein, „in Christus zu bleiben“. Das Ergebnis stellt sich dann mit der Hilfe des Heiligen Geistes von selber ein: Wir werden „viel Frucht bringen“.

Wenn man sich also das nächste Mal die Frage stellt: „Wie „geistig gesinnt“ bin ich?“, ist es passend, daran zu denken, dass nicht wir diese Frage beantworten können und dürfen. Das ist nicht unsere Aufgabe, sondern Gottes. Wenn wir im „Geist wandeln“ wollen, müssen wir das Gott überlassen.

Jedes Mal wenn wir unseren Fokus weg von Christus und hin zu unserer eigenen „Spiritualität“ verschieben, fangen wir wieder an, nach menschlichen Methoden und Regeln zu leben, weil wir uns selbst und durch andere beurteilen lassen wollen. Das ist dann allerdings wieder die Essenz der „Gerechtigkeit durch Werke“ vor denen Paulus so eindringlich warnte.

Halten wir es doch wie Paulus: „Wie ist das nun bei mir? Bin ich treu gewesen? In dieser Frage spielt es kaum eine Rolle, was ihr oder sonst irgendjemand denkt, ja ich vertraue in diesem Punkt nicht einmal meinem eigenen Urteil. Mein Gewissen ist zwar rein, doch das ist nicht entscheidend. Es ist der Herr selbst, der mich prüft und darüber zu entscheiden hat.“ (1. Korinther 4:3, 4)

Diesen Wunsch brachte der Apostel für seine Mitchristen zum Ausdruck, als er in Philipper 1:9-11 schrieb: „Ich bete zu Gott, dass eure Liebe immer reicher wird an Einsicht und Verständnis. Dann könnt ihr in jeder Lage entscheiden, was das Rechte ist, und werdet an dem Tag, an dem Christus Gericht hält, rein und ohne Fehler dastehen, reich an guten Taten, die Jesus Christus zum Ruhm und zur Ehre Gottes durch euch gewirkt hat.“

Ganz im Gegensatz zu dem oben Erwähnten, kommen Begriffe wie „geistliches Leben“ oder „geistlich reife Menschen“ des Öfteren in der Bibel vor – und das mit gutem Grund. Ein „geistlich reifer Mensch“ „bleibt in Christus“, „wandelt im Geiste“ und hat „einen Glauben, der sich durch tatkräftige Liebe als echt erweist“. Er zeichnet sich auch durch Demut aus, weil er die Natur der Gnade Gottes verstehen gelernt hat.

Hier ein paar Beispiele: „Allerdings konnte ich mit euch, liebe Geschwister, nicht wie mit geistlich reifen Menschen reden. Ihr habt euch von den Vorstellungen und Wünschen eurer eigenen Natur bestimmen lassen, sodass ihr euch, was euren Glauben an Christus betrifft, wie unmündige Kinder verhalten habt.“  (1. Korinther 3:1)

„Ihr zeichnet euch ja in jeder Hinsicht aus: durch Glauben, durch Worte, ´die der Heilige Geist euch eingibt, ` durch ´geistliche` Erkenntnis, durch hingebungsvollen Einsatz und durch die Liebe, die wir euch vorgelebt und in euch geweckt haben. Genauso sollt ihr euch jetzt auch bei diesem Werk der Gnade Gottes auszeichnen.“ (2. Korinther 8:7)

„Ihn, Christus, verkünden wir; wir zeigen jedem Menschen den richtigen Weg und unterrichten jeden Menschen in der Lehre ´Christi`; wir tun es mit der ganzen Weisheit, ´die Gott uns gegeben hat`. Denn wir möchten jeden dahin bringen, dass er durch die Zugehörigkeit zu Christus als geistlich reifer Mensch ´vor Gott` treten kann.“ (Kolosser 1:28)

Kommen wir nun zum abschließenden Kapitel. Die ersten fünf Verse könnte man betiteln: „Einander helfen, die Bürden zu tragen.“ Genau dazu waren aber die Judaisten der Tage Pauli nicht bereit.

Kapitel 5 hat uns gezeigt, dass einige sogar lieber über andere herfielen wenn Unterstützung und Ermunterung dringend gefragt waren – und das taten sie interessanterweise im Namen der Heiligkeit, immer unter dem Vorbehalt, die Versammlung rein erhalten zu wollen. Das ist auch nicht verwunderlich – es liegt schließlich in der Natur des Legalismus, den Menschen noch mehr Lasten aufzubürden anstatt sie zu reduzieren. Paulus erkannte hierin eine Gefahr, die er mit folgenden Worten zu bannen suchte: „Brüder, wenn auch ein Mensch einen Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird, so versucht ihr, die geistig Befähigten, einen solchen Menschen im Geist der Milde wieder zurechtzubringen, während du dich selbst im Auge behältst, damit nicht auch du versucht wirst. Fahrt fort, einander die Bürden zu tragen, und so erfüllt das Gesetz des Christus (Vers 1 und 2)

Wenn hier der Apostel von einem „Hineinstolpern in eine Sünde“ spricht, dann handelt es sich hierbei nicht um eine willentliche, kontinuierliche Verfehlung. Um zu verstehen, worum es hier geht, muss man unbedingt den Kontext aus Vers 2 mit einbeziehen – „Helft euch gegenseitig, die Lasten zu tragen“. Diese zwei zusammengefügten Gedanken ergeben die Erklärung: Es ist die Aufgabe der Versammlung, einem Christen der von einer bestimmten Sünde übermannt wurde, Hilfe zu leisten, weil er nicht in der Lage ist, seine Bürde allein zu tragen.

Hier liegt oft das Problem. Entweder ignoriert man das Problem desjenigen, der Hilfe dringend benötigt oder verfällt in das andere Extrem und fängt an, ihn harsch zu behandeln und nicht den Menschen dahinter zu sehen. Stattdessen sieht man nur seine Verfehlung und wie groß der mögliche negative Einfluss auf die Versammlung sein könnte.

Nicht umsonst erwähnt hier der Apostel eine Qualität, wodurch sich solche Christen auszeichnen sollten: Reife.

Sind mit der Aussage „vom Geist bestimmte Menschen“ ausschließlich Älteste gemeint, so wie das in den Wachtturm Schriften vermittelt wird? Nein, zum einen wird im Kontext nicht von einer bestimmten Gruppe gesprochen und andererseits bezieht sich das damit verbundene „Tragen von Lasten“ auf alle reifen Glieder der Versammlung.

Wie könnte man die weiteren Worte des Paulus verstehen: „Du solltest dabei aber gut aufpassen, dass du nicht selbst zu Fall kommst“? Es wurde schon der Gedanke erwähnt, dass das Streben nach „Geistiggesinntsein“ keine guten Früchte trägt. Das könnte man auch auf diese Aussage des Apostels anwenden. Würde man wirklich „Reife“ zeigen und „gut auf sich aufpassen“, wenn man voller Stolz auf seine selbstentwickelte Spiritualität blickt, immer mit dem Hintergedanken im Kopf, dass es der „Sünder aus Schwäche“ offensichtlich versäumte?

„Denn jeder wird seine eigene Last tragen“,

Durch die Aussage: „Helft euch gegenseitig, die Lasten zu tragen“, wird wieder die christliche Aufgabe, „zu dienen“, hervorgehoben. Weder Jesus Christus, noch Paulus oder andere Bibelschreiber verlangen hier etwas Unmögliches von uns. Im Gegenteil: Wir erfüllen hiermit sogar das „Gesetz des Christus“ (Johannes 13:34,35).

Leider sieht die Realität in den Versammlungen der Zeugen Jehovas oft anders aus. Hier muss erst einmal eine Infrastruktur gebildet werden, damit überhaupt etwas zustande kommt. Es müssen Listen angefertigt werden, in denen „Freiwillige“ dazu eingeteilt werden, solchen „Schwachen“ zu „helfen“. Dabei achten viele dieser „Volontäre“ darauf, nicht öfter zu diesem „Dienst“ eingeteilt zu werden, als andere. All das scheint wohl ganz im Sinne einer Organisation zu sein, die sich in der letzten Zeit darin perfektioniert hat, aus menschlichen Tragödien bei Naturkatastrophen ein mediales Großereignis zu machen und dabei immer anklingen lässt, dass man genau das unter der „Erfüllung des Gesetzes des Christus“ verstehen sollte.

Fairerweise darf nicht unerwähnt bleiben, dass eine ganze Reihe Brüder und noch mehr Schwestern aus sich heraus für die „Schwachen“ da sind. In vielen Fällen wird solch ein Dienst an den Mitbrüdern aber nicht wirklich geschätzt; unsere „Helfenden“ fühlen sich überlastet und kommen sich wie auf „verlorenem Posten“ vor.

In den nächsten Versen führt Paulus weiter aus: „Denn wenn jemand denkt, er sei etwas, wenn er nichts ist, so betrügt er seinen eigenen Sinn. Doch jeder erprobe sein eigenes Werk, und dann wird er Grund zum Frohlocken im Hinblick auf sich allein und nicht im Vergleich mit einer anderen Person haben. Denn jeder wird seine eigene Last tragen. (Verse 3-5)

Hier in Vers 3 geht Apostel Paulus auf den innewohnenden Stolz ein und stellt ganz deutlich heraus, dass er Christen dazu veranlasst, sich selbst zu betrügen.

Vers 5 wird in den Wachtturm Publikationen gerne aus dem Zusammenhang gerissen um es auf alle möglichen und unmöglichen Lebenssituationen anwenden zu können. Dabei wird immer wieder auf Konsequenzen aufmerksam gemacht, die sich aus einer angeblich falschen Entscheidung ergeben. Hier ein kurzes Beispiel: Letztlich muss jeder, der einen biblischen Scheidungsgrund hat, selbst entscheiden, ob er sich scheiden lässt, und auch mit möglichen Konsequenzen leben.“ (lv S. 220 Trennung und Scheidung im Licht der Bibel).

Hat Paulus aber mit der Aussage, „Denn jeder wird seine eigene Last tragen“, wirklich unterschiedliche Fehlentscheidungen eines Christen gemeint, die zu einer Last werden?

Solch eine Schlussfolgerung würde jeder Logik entbehren. Das würde ja bedeuten, dass ein junger Mensch so gut wie nichts zu tragen hat, aber im Laufe der Jahre würden sich immer mehr Lasten anhäufen. Im Leben werden häufig Fehlentscheidungen getroffen, bedingt durch die Unvollkommenheit oder Situationen die nicht vorhersehbar sind und folglich auch nicht beeinflusst werden können. Bis zu seinem Lebensende würde unser Bruder oder Schwester also kontinuierlich seine Gesammtlast vergrößern und irgendwann darunter zusammenbrechen. Kann das wirklich unter der Aussage des Paulus zu verstehen sein?

Wenn wir den zugrunde liegenden griechischen Text und den direkten Zusammenhang hernehmen, zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Das griechische Wort für „Last“ lautet „phortion“ und steht vor allem im Singular. Dieses Wort kommt nur noch ein weiteres Mal in der Bibel vor, nämlich in der wohlbekannten Schriftstelle aus Matthäus 11:30: „denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

Mit dieser Schriftstelle haben wir auch schon die richtige Verbindung. Durch das „Prüfen seines eigenen Werkes“, ob er „das Gesetz des Christus erfüllt“, bringt ein Christ zum Ausdruck, dass er Jesu „Last“ bereits aufgenommen hat. Seine Liebe zu seinen Mitchristen veranlasst ihn dann, auf sich selbst zu schauen, anstatt sich mit seinen Mitgläubigen zu vergleichen.

Um es also auf einen Nenner zu bringen: Mit der „Last“ aus Vers 5 meint Apostel Paulus hier meinem biblischen Verständnis nach das „sanfte Joch Jesu“ und bestimmt keine Fehlentscheidungen, wodurch die Last immer größer wird. Obwohl es sich hier um eine „leichte Last“ handelt ist damit dennoch eine große Verantwortung verbunden. Wir tragen dieses „Joch“ bis zu unserem Lebensende und legen, wenn wir einmal vor dem Richterstuhl Christi stehen, Verantwortung darüber ab, wie wir es getragen haben (siehe Römer 14:10,12 oder auch 2. Korinther 5:9,10).

Darüber hinaus können wir auch festhalten, dass es sich hier um eine individuelle Last handelt: „Jeder wird seine eigene Last tragen“. An anderen Stellen vermittelt die Bibel den Gedanken, dass Gott jedem seiner Diener individuelle Gaben in seiner Gnade geschenkt hat (siehe bspw. Römer 12:4-8).

Jesus Christus, das „Haupt des Leibes“ möchte, dass wir unsere Gaben nutzen und hat es unserer Verantwortung überlassen, wie wir damit umgehen.

Die nächsten Verse lauten: „Wer im Wort unterwiesen wird, gebe aber dem Unterweisenden an allen Gütern Anteil! Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer auf sein Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten. Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden! Denn zur bestimmten Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten. Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens!“ (6-10)

Vers 7 dürfte wohl die bekannteste Passage aus Kapitel 6 sein, und das mit gutem Grund; ist er doch ein probates Mittel um den gebieterischen Zeigefinger zu erheben. Wollte Paulus seine Mitgeschwister aber wirklich mit dieser Äußerung unter Druck setzen?

Der Zusammenhang gibt hier die Antwort. Ich habe hier Vers 6 ganz bewusst mitzitiert, weil ich der Meinung bin, dass er sowohl in den Kontext von „Tragen der Bürden anderer“, als auch in den Gedankengang von „Säen und Ernten“ gehört.

„Wer im Wort unterwiesen wird, gebe aber dem Unterweisenden an allen Gütern Anteil!“, mag im ersten Augenblick befremdlich klingen; erinnert es doch an diverse Aufforderungen, seinen „ungerechten Reichtum für die (finanziellen) Interessen des Königreiches einzusetzen“.

Der griechische Ausdruck „koinóneó“ vermittelt hier allerdings einen anderen Gedanken. Koinóneó bedeutet so viel wie „teilnehmen/teilhaben an“ und wird hier in der Elberfelder mit „gebe … Anteil“ wiedergegeben. Allerdings wird dieser Gedanke durch den Begriff „Güter“ etwas verschleiert. Es müsste „an allem Guten“ heißen, so wie es bspw. Luther wiedergibt.

In diesem Licht betrachtet gibt Vers 7 auf einmal einen ganz anderen Sinn: „Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“

Wenn ein Christ durch seine Bereitschaft, „die Bürden anderer zu tragen“ sozusagen guten Samen aussäet und dadurch „zur Erbauung des Leibes Christi“ beiträgt, kann er auch mit einer entsprechenden Ernte rechnen. Dieser Gedanke wird ebenfalls durch die weiteren (schon oben zitierten) Verse unterstützt: „Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden! … Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens!“

Hierzu vielleicht noch ein kleiner Nebengedanke: Koinóneó, also „teilnehmen/teilhaben an“ kann auch finanzielle Unterstützung einschließen. Interessant in diesem Zusammenhang, dass Paulus den Begriff des „Säens und Erntens“ auch darauf anwendete: „Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten. Jeder gebe, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: nicht mit Verdruss oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott. Gott aber vermag euch jede Gnade überreichlich zu geben, damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk…“ (2. Korinther 9:6-8)

Zu Zeiten der ersten Christen war das „Geben aus fröhlichem Herzen“ noch eher an der Tagesordnung. Heute hält man sich da aus berechtigten Gründen etwas mehr zurück, weil auch innerhalb der Organisation die Allermeisten nicht wissen, wo das Gespendete hingeht und immer dreistere Methoden eingeführt werden, um an das liebe Geld zu kommen.

Dieser Umstand sollte allerdings nicht die Bereitschaft einschränken, in Not geratene Geschwister die man kennt, Hilfe – auch in finanzieller Art – anzubieten. Wenn man auch noch die abschließenden Worte aus 2. Korinther Kapitel 9 mit einbezieht, versteht man, warum Paulus den Gedanken erwähnte, „im Gutestun nicht müde zu werden“: „Durch eure Unterstützung zeigt sich, wie sich euer Glaube bewährt. Dann werden die Beschenkten Gott loben, weil ihr euch so treu zur rettenden Botschaft von Christus bekennt und so bereitwillig mit ihnen und mit allen anderen teilt. Sie werden für euch beten und wären gern mit euch zusammen, weil sich an euch die Gnade Gottes auf so wunderbare Weise gezeigt hat.“ (HFA)

Kommen wir nun zum Abschluss des Galaterbriefes.

Ab dem Vers 12 geht Paulus wieder auf ein großes Problem der Judaisten ein: Besessenheit nach Anerkennung.

„Die Leute, die euch dazu drängen, dass ihr euch beschneiden lasst, wollen nur vor den Menschen gut dastehen. Sie wollen für ihr Bekenntnis zum gekreuzigten Christus nicht verfolgt werden. Doch nicht einmal sie, die ja beschnitten sind, befolgen das Gesetz. Sie wollen aber, dass ihr euch beschneiden lasst, damit sie auf das Stück Haut, das euch entfernt wurde, stolz sein können.“

Klingt der erste Teil von Vers 12 nicht irgendwie vertraut? Das hier beschriebene Problem der Judaisten besteht heute genauso – nur in einer abgewandelten Form.

Heute geht es ganz bestimmt nicht mehr um die Frage der Beschneidung. Doch was heute in einer modernisierten Form aus der Asche aufstand, ist das judaistische Verhalten – teilweise bis in die kleinsten Details. Das trifft in einem besonderen Maße auf die „ernannte Dienerschaft“ zu. Wer steigt heute die Karriereleiter besonders schnell auf? Diejenigen, die sich durch gottgefällige Eigenschaften auszeichnen? Wohl kaum. Sind es nicht viel mehr diejenigen, die die „Law-and-Order Mentalität“ der Wachtturm-Gesellschaft am besten umsetzen können?

Sind Älteste und Dienstamtgehilfen nicht in regelmäßigen Abständen auf die Wichtigkeit aufmerksam gemacht worden, dass die ganze Familie und speziell die Ehefrau immer schön regelmäßig die Zusammenkünfte besuchen? Wie häufig ist es wohl schon vorgekommen, dass solch ein ernannter Diener seine Frau mit Nachdruck an ihre „biblischen Verpflichtungen“ erinnern musste ohne auf ihre Gefühle und Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen? Wer soll damit zufrieden gestellt werden? Vergisst man etwa, dass sie nicht die Herren über den Glauben“ ihrer Ehefrauen sind? (2. Korinther 1:24)

Wem wollen sie also in Wirklichkeit damit gefallen? Apostel Paulus gibt ab Vers 12 die deutliche Antwort: „Die Leute, die euch … drängen, … wollen nur vor den Menschen gut dastehen. … Doch nicht einmal sie … befolgen das Gesetz.“

Dieser Gedanke wird durch die nächsten Ausführungen weiter ausgebaut: „Ich jedoch will auf nichts anderes stolz sein als auf das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. In diesem Kreuz ist die Welt für mich gekreuzigt und ich für sie.“

Diese Einstellung brachte Paulus wahrhaft zum Ausdruck – nach seiner Bekehrung lebte er wirklich nur für seinen Herrn Jesus Christus. Die Welt war für Paulus schon tot. Obwohl sie immer noch real war, konnte sie keinen Einfluss mehr auf ihn ausüben. Das war aber nur möglich, weil der Apostel ein vom „Geist bestimmter Mensch“ war.

Wenn andererseits ein sogenannter „geistiggesinnter“ Mensch nur für den Status und die Anerkennung innerhalb der Organisation lebt, ist die Welt sehr wohl noch lebendig – nur er merkt es nicht. Da hilft es auch nicht, wenn in den Publikationen auf die demütige Einstellung Jesu aufmerksam gemacht wird. Solange man nicht bereit ist, Änderungen an der Struktur der Organisation vorzunehmen, dienen geschickt gewählte Worte in den WT – Schriften nur dazu, Menschen von den wirklichen Problemen abzulenken (siehe hierzu Matthäus 23:27,28).

Vers 15 bringt nun die komplette Abhandlung folgendermaßen zum Abschluss: „Vor Gott ist es vollkommen gleichgültig, ob wir beschnitten oder unbeschnitten sind. Wichtig ist allein, dass wir durch Christus neue Menschen geworden sind.“

Hier möchte ich den zweiten Teil des Verses herausstellen. Wir sind „durch Christus neue Menschen geworden“. Tatsächlich ist es nicht unser Verdienst, sondern es ist der Gnade Gottes zuzuschreiben. Das wahre Christentum zeichnet sich dadurch aus, dass Gott etwas in uns bewirken und verändern möchte. Erst diese Veränderung bewirkt dann, dass wir Gott aus den richtigen Beweggründen dienen.

Ganz im Gegensatz dazu fragt sich ein „geistiggesinnter“ Mensch sein ganzes Leben lang: „Tue ich wirklich genug für Gott? Dieses ungute Gefühl wird durch Fehlinterpretationen bestimmter Bibeltexte noch verstärkt. Beispielsweise wird immer wieder der letzte Teil der Schriftstelle aus Zephanja 2:3 angeführt: „ ….Wahrscheinlich könnt ihr am Tag des Zornes Jehovas geborgen werden.“

Kann man aber diesen Text wirklich auf die christliche Ära anwenden?

Es ist richtig, dass es sich bei Zephanja um ein prophetisches Bibelbuch handelt. Allerdings lässt uns das Buch völlig im Dunkeln darüber, was sich von der Prophezeiung wann und wie in der Zukunft erfüllen wird. Es hat also wenig Sinn, allzu viele Vermutungen über die Art und Weise anzustellen, wie sich bestimmte Ereignisse in der Zukunft abspielen werden. Interessanterweise werden viele Dinge, die sich in der Zukunft abspielen, überwiegend in verhüllender, prophetischer Sprache vermittelt.

Wenn es aber um die Gnade und unser (schon jetziges) Gerettet sein geht, macht die Bibel ganz klare und verständliche Aussagen. Im NT finden sich mehr als ein Dutzend dieser Schriftstellen. Ich möchte nur eine herausgreifen: „Und nachdem ihr das Wort der Wahrheit, die gute Botschaft von eurer Rettung, gehört habt und zum Glauben gekommen seid, wurdet auch ihr durch ihn mit dem versprochenen Heiligen Geist versiegelt. Dieser Geist ist der erste Anteil an unserem künftigen Erbe, der vollkommenen Erlösung, die wir noch erhalten werden und die uns ganz zu Gottes Eigentum macht. Und auch das wird zum Lobpreis seiner Herrlichkeit dienen.“ (Epheser 1:13,14)

Paulus benutzt hier alle drei Zeitformen, um die Sicherheit unserer Rettung zu bekräftigen.

Vergangenheit: „… nachdem ihr das Wort der Wahrheit, die gute Botschaft von eurer Rettung, gehört habt und zum Glauben gekommen seid, wurdet ihr durch ihn mit Heiligem Geist versiegelt. …“

Gegenwart: „Dieser Geist IST der erste Anteil an unserem künftigen Erbe….“

Zukunft: „…die vollkommene Erlösung, die wir noch erhalten werden und die uns ganz zu Gottes Eigentum macht.“

An einer anderen Stelle bringt der Apostel einen weiteren Aspekt zum Ausdruck: „Denn ich habe gerade diesbezüglich die Zuversicht, dass der, der in euch ein gutes Werk angefangen hat, es zur Vollendung bringen wird bis zum Tag Jesu Christi.“ (Philipper 1:6)

Beachten wir bitte hier, was ich schon einige Sätze vorher zum Ausdruck brachte: „Das wahre Christentum zeichnet sich dadurch aus, dass Gott etwas in uns bewirken und verändern möchte.“  Wenn man das im Sinn behält und sich von Gott bereitwillig formen lässt, kann man ganz bestimmt guten Mutes in die Zukunft blicken und sich seiner Rettung sicher sein. Das hält jemanden auch davon ab, sich wieder von menschlichen Organisationen versklaven zu lassen.

Die letzten Worte dieses Artikels sollen daher auch mit den Worten Pauli (Verse 16 und 18) abschließen: „Und allen, die nach diesem Maßstab leben, schenke Gott Barmherzigkeit und Frieden – ihnen und dem auserwählten Volk Gottes. … Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen, meine Lieben. Amen.“

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Boas

Hallo liebes Bruder.

Der Link zum ersten Teil der Abhandlung ist leider fehlerhaft. Der Link müsste lauten:

https://www.bruderinfo-aktuell.org/index.php/das-evangelium-und-gottes-gnade/

Werde den ersten Teil heute noch durchlesen und bin gespannt darauf.

Liebe Grüße von Euerem Bruder
Boas

D.Pohl

Wenn aus Christus Mose wird … Warum gibt es im Raum der Gemeinde soviele Menschen, die kraft- und freudlos dahinleben, denen man die Erlösung und Freude des Evangeliums so wenig abspürt? Und: Warum lebe ich selbst oft so? 3 Gründe: 1) Es fehlt an der neuen Geburt von oben her aus Gott (Joh 3,3.6-7). Der alte, unerneuerte Mensch versucht, fromm zu leben. 2) Das Herz ist nicht ungeteilt mit Gott (2.Chr 16,9; 1.Kön 18,21; Off 3,15-16). Bewusste Sünde dämpft und betrübt den Heiligen Geist und hindert das Leben Gottes. 3) Man lebt noch im Gesetz und nicht im Evangelium ð… Weiterlesen »