Besser und gezielter studieren – die Bibel oder die WTG-Literatur?

Kommentar zum Studien-Wachtturm Mai 2019, Studienartikel 22

„Prüft, worauf es wirklich ankommt“ (PHIL. 1:10)

Zur gottesdienstlichen Pflicht gehört für Jehovas Zeugen, neben vollem Einsatz im Predigtdienst und regelmäßigem Besuch aller Zusammenkünfte, das sogenannte persönliche Bibel- oder Familienstudium. Der Artikel stützt sich auf einen Satz aus Phil. 1:10: „Prüft, worauf es wirklich ankommt“.

Eine gute Anregung, die wir bei der näheren Betrachtung dieses Artikels gerne beherzigen.

Sicherlich ist es gut und nützlich, regelmäßig in der Bibel zu lesen und wer Lust und Freude daran hat, sich mit der Bibel profund zu befassen, wird ohne Zweifel einen großen Nutzen haben. Ein tiefgehendes Studium der Bibel wird helfen, die eigene Glaubensüberzeugung zu festigen. Doch nicht jedem liegt diese Art der eingehenden Bibelbetrachtung gleichermaßen und nicht jeder hat die gleichen Voraussetzungen in seinem täglichen Umfeld, die ihm das gestatten. Diesen Umstand räumt auch der Artikel ein. Zitat Abs. 1 sinngemäß:

“Das Leben verlangt uns heutzutage allerhand ab. Viele müssen jeden Tag lange und hart arbeiten, um ihre Familie zu versorgen. Durch lange Anfahrtswege und körperlich schwerere Arbeiten sind viele müde und kaputt. Das Letzte, auf das viele dann Lust haben, ist Studieren.“

“Veröffentlichungen” studieren

Wie wahr, doch das kann der Artikelschreiber dennoch so nicht akzeptieren. Er macht aus dem „persönlichen Studierabend“ ein Muss, einen Akt, bei dem es um Leben und Tod geht.

Zitat: „Aber wir müssen uns Zeit nehmen, die Bibel und unsere Veröffentlichungen zu studieren – richtig zu studieren. Unser Verhältnis zu Jehova und unser ewiges Leben hängen davon ab!“

 Aha, ein wichtiger Hinweis. Es genügt demnach nicht, die Bibel ohne die WTG-Veröffentlichungen zu lesen. Es geht der WTG nur vordergründig um ein Bibelstudium, hauptsächlich geht es darum, dass wir ihre „Veröffentlichungen” studieren.

Unter dem von der Organisation mit Nachdruck eingeforderten „persönlichen Studium“, versteht sie das intensive Studium ihrer Literatur, zum Zwecke der Selbstindoktrination und Identifikation mit dem Gelesenen. Tatsächlich spielt für die WTG die Bibel für das persönliche Studium eine untergeordnete Rolle, als Beiwerk sozusagen, um ihrer erklärenden „Literatur“ die nötige Autorität zu verleihen.

Für Christen sollte aber eigentlich einzig die Bibel als Grundlage und Quelle für echte Spiritualität, im Zusammenwirken mit Gottes Heiligem Geist gelten, ohne dass sie auf “Veröffentlichungen” irgendeiner Religionsgemeinschaft zurückgreifen müssen, die obendrein wichtiger gewertet werden sollen, als die Heilige Schrift selbst. Die WTG wird zwar nicht müde, vor Außenstehenden zu behaupten, ihre Schriften seien lediglich „bibelerklärende Schriften“, doch intern erwartet sie von ihren Anhängern, dass sie diese Literatur als gleichwertig, wenn nicht sogar über der Bibel stehend werten sollen.

Im Kommentar zum Tagestext vom 8.3.2019 verstiegen sich die Verantwortlichen indirekt zu der blasphemischen Behauptung, wer ihre Druckerzeugnisse “studiere”,HÖRE GOTT ZU!

In Verbindung mit dem heutigen Artikel wird behauptet: „Wer es versäumt unsere Veröffentlichungen zu studieren setzt sein ewiges Leben aufs Spiel“. Doch es geht in diesem Artikel lediglich darum, sich im persönlichen Studium mit den Verlagsprodukten der WTG zu befassen.  Das verrät die Antwort auf die Frage: „Doch was soll man studieren? Es gibt so viel! Ich komm gar nicht hinterher!“

Hier wird deutlich, dass sie besonders ihre eigenen Veröffentlichungen als wertvolles Studienmaterial einstufen, Zitat: „Manche schaffen es, alles auszukosten, was (von der WTG) angeboten wird, aber viele tun sich da aus Zeitgründen schwer“.

“Veröffentlichungen” überflüssig?

Und nun folgt eine Behauptung die so in der Literatur der WTG noch nicht geäußert wurde, Zitat Abs. 3,4:

„Der leitenden Körperschaft ist das (Zeitproblem) bewusst. Deshalb wurde vor einiger Zeit entschieden, die Menge an gedrucktem und digitalem Material zu reduzieren. Zum Beispiel werden keine Jahrbücher mehr veröffentlicht“. 

Versteh ich das jetzt richtig? Die WTG hat jetzt, nach 100 Jahren erkannt, dass die vielen Druckerzeugnisse eigentlich überflüssig waren, da das meiste aus Zeitmangel sowieso nicht gelesen wurde?

Die tatsächlichen Gründe für die Reduzierung der Druckerzeugnisse liegen, auch nach eigenen Aussagen, ganz woanders, aber das wollen wir an dieser Stelle nicht weiter erörtern. Nur soviel: Besonders die Publikationen für die Öffentlichkeit wurden massiv gekürzt, aber nicht die,  welche die Zeugen intern studieren und lesen sollten. Im Gegenteil, hier ist eine massive Steigerung der Veröffentlichungen festzustellen.

Auch die Einstellung der Jahrbücher hat einen anderen Hintergrund, als den Zeitmangel der lesenden Zeugen. Die Statistiken in den Jahrbüchern der letzten Jahre waren eher demotivierend als motivierend. Und für die manipulativen „Erfahrungen und Berichte aus aller Welt“ braucht man kein Extrabuch auflegen, diese kann man auch in die laufenden WT-Artikel einbinden.

Die Behauptung, die leitende Körperschaft habe vor einiger Zeit, aus Rücksicht auf den Zeitmangel ihrer Schäfchen entschieden, die Druckerzeugnisse zu reduzieren, ist fadenscheinig und unehrlich.

Einerseits versucht sie Verständnis für das Zeitproblem ihrer Schäfchen zu heucheln, um im gleichen Atemzug Prioritäten bzgl. eines persönlichen „Bibelstudiums“ zu setzen und zählt auf, was unbedingt Vorrang haben soll. Im Abs. 5,6 wird die Frage aufgeworfen:

„Mit welchen Veröffentlichungen sollten wir uns unbedingt gründlich befassen“?

Antwort: „Auf jeden Fall mit Gottes Wort.“  Okay, wer wollte dem widersprechen? Weiter:

„Doch womit sollten wir uns sonst noch gründlich befassen und vorbereiten“?

Natürlich sind hier das Wachtturm-Studium und das Versammlungsbibelstudium, sowie alle anderen Variationen der Zusammenkünfte unter der Woche gemeint. Wer die umfangreichen Vorbereitungen auf die Versammlungen kennt, weiß, dass dann kaum noch Zeit bleibt, sich gründlich mit der Bibel zu befassen. Das weiß auch der Sklave und hat sinnigerweise, nach eigener Aussage, das vorgegebene Pensum für das wöchentliche Bibellesen in der Versammlung gekürzt,

„ … damit mehr Zeit zum Nachdenken und für zusätzliche Nachforschungen bleibt“.

Wie studiert man gründlich?

Mehr Zeit zum Nachdenken und für zusätzliche Nachforschungen bedeutet im Klartext, mehr Zeit aufzuwenden, um die Bibel im Sinne der WTG- Exegese zu studieren. Unter zusätzlichem Stoff zum Nachforschen versteht die Organisation nur den, auf sich selbst bzw. ihre Verlagsprodukte eingeengten Tunnelblick, der alles ausblendet, was nicht aus der eigenen Produktion kommt.  Deshalb kann bei dem von der WTG angeordneten „Bibelstudium” von keinem echten Studium der Bibel die Rede sein.

Das Stöbern und Ratsuchen in externen Nachschlagewerken, z.B. in theologischen Kommentaren, Fachartikeln, hebräisch/aramäisch- und griechischen Wörterbüchern usw., werden von der WTG abgelehnt und verteufelt.  Das ist für euch nicht nötig, ihr braucht das nicht, denn wir haben euch diese Arbeit bereits abgenommen, wir haben alle relevanten Werke bereits für euch durchforstet und alles in unseren Publikationen für euch aufbereitet. Ihr braucht nur unsere Publikationen zu lesen, dann habt ihr alles, was ihr braucht. Was wir euch geben ist genug. Deshalb dulden wir, der „treue und verständige Sklave“, keine eigenständigen Nachforschungen.“

Ebenso infam wurde im WT 11/2016 behauptet:

… es gibt einige Personen, die denken, sie könnten die Bibel selbst auslegen (unabhängig studieren). Doch Jesus hat einzig und allein den treuen und verständigen Sklaven zur Austeilung der geistigen Speise eingesetzt.”

Angesichts dieser Vorgaben kann man die Aussage im Abs. 8:

Studieren bedeutet, sich eingehend und zielgerichtet mit etwas zu befassen. Es geht nicht darum, einfach nur etwas zu überfliegen und Antworten zu unterstreichen,“

als Augenwischerei abtun. Ja, wirkliches Studieren ist harte Arbeit, es bedeutet, alle zur Verfügung stehenden Informationen, zu einem Thema oder zur Klärung einer Frage, zu benutzen, nicht nur die von der WTG mit Nachdruck vorgeschriebene selbst produzierte  Literatur. Laut eigener Aussage ist es sogar gefährlich, andere Literatur zu Rate zu ziehen, da sie von Abtrünnigen, sog. „Gelehrten der bösen Christenheit“ geschrieben wurde, die der „Falschen Religion“ angehören und nur lügen. Für jeden Zeugen hat der eingeengte Tunnelblick zu gelten, der alles ausblendet, was nicht von der leitenden Körperschaft freigegeben wurde.

Nun zeigt sich jedoch in der Praxis, dass der größte Teil der Zeugen sich auch mit dem Studium des Wachtturms nicht so viel Arbeit und Mühe macht, wie es erwartet wird. Ein reichhaltig unterstrichener Wachtturmartikel, möglichst in drei Farben, gilt allgemein als „Beweis“ einer guten Vorbereitung. Deshalb sieht man sich veranlasst, darauf hinzuweisen, dass es nicht im Sinne des Sklaven ist, einfach nur etwas zu überfliegen, um schnell eine Antwort unterstreichen zu können. Nein, der Sklave erwartet, dass du dich in seine geistigen Ergüsse vertiefst. Ratschläge wie:

„Lies den Artikel langsam und aufmerksam durch“oder „Wenn du auf den ersten Satz in jedem Absatz achtest, siehst du oft schon, in welche Richtung der Absatz geht“,

sollen dazu beitragen, sich intensiv mit den tendenziösen Ausarbeitungen der WTG zu befassen.

Schon beim Lesen der Überschrift weiß der informierte Leser, wohin die Reise gehen soll, wie wahr! Alle Studienartikel verfolgen dieselben Ziele:

  • Anerkennung des Sklaven und absoluter Gehorsam ihm gegenüber
  • Einsatz in allen, von der WTG als heiliger Dienst bezeichneten,   Aktivitäten
  • Verinnerlichung der WTG-Lehren und
  • ihre Anweisungen sollen als von Gott gegebene Anweisungen verstanden werden.

Das alleine sind die Gründe, warum die WTG so viel Nachdruck auf das „persönliche Studium“ legt, so auch in der Zusammenkunft „Unser Leben  und Dienst als Christ“, Juni 2019, unter dem Thema: Wie wir mehr aus unserem persönlichen Studium herausholen können.“

Unter dem Aspekt: „Warum das persönliche Bibelstudium WICHTIG ist“, wird wie folgt erklärt, Zitat:Das persönliche Bibelstudium hilft uns, „die ganze Breite, Länge, Höhe und Tiefe“ der Wahrheit „völlig zu begreifen.“ (Eph 3:18)

Es versteht sich von selbst, dass die WTG Epheser 3:18 auf ihre „Wahrheit “ anwendet. Doch bei genauerer Betrachtung dieser Verse wird klar, dass hier nicht das gemeint ist, was von der WTG darunter verstanden wird. Wenn wir Eph. 3:18 in der Einheitsübersetzung lesen, wird deutlich, dass es hier nicht um das Begreifen der „ganzen Breite, Länge, Höhe und Tiefe“ der Wahrheit geht:

„Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen, in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet. So sollt ihr mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe der Liebe Christi zu erkennen und zu ermessen, die Liebe, die alle Erkenntnis übersteigt.“ Eph. 3: 17-19

Der Wert der Erkenntnis

Fassen wir zusammen: Paulus betete hier darum, dass Christus durch den Glauben im Herzen eines jeden Christen lebe. In seiner Liebe sollten sie fest verwurzelt sein; auf ihn alleine sollten sie bauen. Nur dann werden sie fähig sein, mit allen anderen Christen, das ganze Ausmaß der Liebe Christi zu erfassen.

Alle Heiligen werden dann dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe der Liebe Christi zu erkennen. Es geht nicht um das Erfassen der Höhe und Tiefe von Erkenntnissen, sondern um das Erfassen der Höhe und Tiefe der Liebe Christi, die alle Erkenntnis übersteigt.

Es war der Wunsch des Paulus, dass sie diese Liebe immer tiefer verstehen und erfassen sollten. Auch wenn dies nicht leicht ist, gemeint ist eine Liebe, die auch wir heute mit unserem Verstand niemals ganz erfassen können. Tatsächlich will Paulus genau das Gegenteil von dem sagen, was die WTG aus diesen Worten macht. Nicht Erkenntnisse, nicht Wissen und Weisheit bringen uns das Leben, sondern der Glaube alleine.

Auch wenn Wissen und Erkenntnisse über biblische Zusammenhänge unseren Glauben stärken können, so ist unser Glaube nicht von genauer Erkenntnis abhängig, sondern von Erkennen, von Einsicht und Reue. Wie Paulus das Streben nach genauer Erkenntnis, wie es von der WTG immer wieder gefordert wird, einordnet, erfahren wir aus 1. Kor 8:1. Hier nimmt er Bezug auf die Erkenntnis, am Beispiel des Verzehrs von Opferfleisch:

„Was aber das Götzenopfer angeht, so wissen wir, dass wir alle Erkenntnis haben. Die Erkenntnis aber bläht auf; die Liebe aber baut auf.  Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll.  Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt“.

Mit anderen Worten: Paulus sagt, jeder behauptet, Erkenntnis zu haben darüber, ob man Opferfleisch essen darf oder nicht. »Wir alle haben Erkenntnis.« Das stimmt. Aber die richtige Erkenntnis und das Beharren  darauf führt nur zu Hochmut; Liebe dagegen baut die Gemeinde auf.

Paulus relativiert also die „Erkenntnis“, auf die einige so großen Wert legten und erwartet von einem Christen, dass er seine Erkenntnis der Liebe unterordnet. Auf jeden Fall ist das ewige Leben nicht von einer „genauen Erkenntnis“ abhängig, wie es der Artikel eingangs behauptet:

„Wir müssen uns Zeit nehmen, die Bibel und unsere Veröffentlichungen richtig zu studieren. Unser … ewiges Leben hängen davon ab!“

Auch Jesus relativiert das „Forschen in den Schriften“ – das persönliche Studium der Schriften – in Johannes 5:39, wenn er sagt:

Ihr durchforscht die Heilige Schrift, weil ihr meint, in ihr das ewige Leben zu finden. Und tatsächlich, sie (die Schrift) weist auf mich hin. Dennoch wollt ihr nicht zu mir kommen, um dieses Leben zu haben.“ 

Ja, zweifellos ist es durch die Schriften möglich geworden, den zu erkennen, der uns das ewige Leben bringt. Für den, der das erkannt hat, bedeutet das Forschen in den Schriften zwar noch einen Zusatznutzen, eine Vertiefung des Glaubens, aber nicht einen weiteren sicheren Schritt zum ewigen Leben.

Natürlich hilft uns ein Bibelstudium auch dabei, in einer verdorbenen Welt moralisch anständig zu bleiben, wenn wir uns „mit festem Griff an das Wort des Lebens“ klammern, wie es im Artikel, mit Bezug auf Phil. 2:15, 16 gesagt wird.

Damit ihr euch als rein und unschuldig erweist, … in einer verkehrten und verdrehten Generation. Klammert euch dabei mit festem Griff an das Wort des Lebens. Dann werde ich am Tag Christi Grund zur Freude haben, weil ich nicht vergeblich gelaufen bin oder vergeblich hart gearbeitet habe.“

Wobei auch hier wieder betont werden muss, dass die Formulierung: „ … mit festem Griff an das Wort des Lebens klammern“, wie sie in der NWÜ gebraucht wird, nicht auf das Bibelstudium anzuwenden ist. Auch hier macht es Sinn, sich anderen Bibelübersetzungen zuzuwenden, wo die Wendung „Wort des Lebens“ auf die „gute Botschaft“ beschränkt wird. Natürlich gehört das irgendwie zusammen, aber es geht in Phil. 2:15, 16 nicht um das „Studium der Bibel“, sondern um das Festhalten an Christus und seiner Botschaft. 

„Ihr sollt ja rein und fehlerlos sein und ihr sollt leuchten in dieser Welt wie die Sterne am nächtlichen Himmel. Dazu müsst ihr an der Botschaft festhalten, die euch das ewige Leben verspricht. Dann werdet ihr mein Ruhm sein an dem Tag, an dem Christus kommt, weil meine Arbeit und Mühe nicht vergeblich gewesen sind.“ (GN)

Resümee

Das tatsächliche Anliegen der WTG in diesem Artikel ist es, dass „richtig“ studiert” ihrer Veröffentlichungen. Unter dem, von der Organisation, mit Nachdruck eingeforderten „persönlichen Studium, versteht sie dasintensive Studium ihrer Literatur, zum Zwecke der Selbstindoktrination. Tatsächlich spielt die Bibel für das „persönliche Studium“ hier eine untergeordnete Rolle. Sie ist sozusagen Beiwerk, um der “bibelerklärenden Literatur“ der WTG die nötige Autorität zu verleihen.

Dies wird auch im Abs. 19 noch einmal betont, Zitat:

„Denken wir immer daran: Unser großes Ziel beim Studieren der Bibel und unserer Veröffentlichungen ist es, Jehova (sprich seiner ORGANISATION) näherzukommen.“

Die Bibel und die Veröffentlichungen der Organisation werden in einem Atemzug erwähnt, und ein Zeuge Jehovas wird die Bibel mit den Veröffentlichungen der WTG gleichsetzen. Von daher ist auch der Verweis auf Ps. 1:2,3 als eigenzweckdienlich einzustufen, wenn es heißt, Zitat Abs. 20:

„Wir möchten dieselbe Einstellung haben wie der Mensch, von dem der Psalmist sagte: „Er [hat] Freude am Gesetz Jehovas und liest Tag und Nacht mit leiser Stimme darin. (Ps. 1:2, 3).““

 Für die WTG sind auch ihre Veröffentlichungen das „Gesetz Jehovas“. Im Wachtturm vom 15.3.1982, S. 20, Abs. 13 schreiben die Verantwortlichen, betreffs “Studiums ihrer Literatur“ folgendes:

“Wenn wir Hiob nachahmen  und  nicht nur den Stoff studieren, der in den regelmässigen Zusammenkünfte vorgeschrieben ist, sondern in den VERÖFFENTLICHUNGEN DER GESELLSCHAFT noch weiter forschen, um mehr über die neuzeitliche Erfüllung des Wortes Gottes zu erfahren, wird es uns leichter fallen, in der Wahrheit ‘standhaft und unbeweglich’ zu bleiben.”

Also, jeder vernünftige Mensch wird sich bei dieser absurden Gleichsetzung des Studiums heutiger WTG-Literatur mit der Handlungsweise einer biblischen Gestalt des Altertums fragen: „Wo hat die WTG diese Erkenntnis her“?

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Altor

Sobald man aufrichtig anfängt die Bibel ohne erklärende Zusatzschriften (Wachtturm und Co.) zu studieren, gehen einem auf einmal die Lichter an bis der helle Tag anbricht (Spr. 4,18).

Wer gerne die Bibel am PC lesen und studieren möchte, dem empfehle ich persönlich die Elberfelder Bibel ( EB) die sehr nahe am Grundtext übersetzt ist. Wer gern eine gut lesbare und sinntreue Bibelübersetzung lesen möchte, dem kann ich die Neue evangelistische Übersetzung ( NeÜ) empfehlen, sie verwendet den Namen Gottes im AT.

Elberfelder Bibel online http://www.csv-bibel.de/bibel/1-mose-1
Neue evangelistische Übersetzung online neue.derbibelvertrauen.de/

Und das alles kostenfrei!

Demetrius

Lieber Erni, besten Dank für den guten Artikel. Genau so ist es. Du schreibst richtigerweise „Das Stöbern und Ratsuchen in externen Nachschlagewerken, z.B. in theologischen Kommentaren, Fachartikeln, hebräisch/aramäisch- und griechischen Wörterbüchern usw., werden von der WTG abgelehnt und verteufelt.  “Das ist für euch nicht nötig, ihr braucht das nicht, denn wir haben euch diese Arbeit bereits abgenommen, wir haben alle relevanten Werke bereits für euch durchforstet und alles in unseren Publikationen für euch aufbereitet. Ihr braucht nur unsere Publikationen zu lesen, dann habt ihr alles, was ihr braucht. Was wir euch geben ist genug. Deshalb dulden wir, der „treue und verständige… Weiterlesen »

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Ist es nicht interessant, dass sie ausgerechnet aus dem Buch Hiob zitieren. Sie haben die Botschaft des Buches definitiv nicht verstanden. Mal abgesehen davon, dass Hiob die Schriften damals noch gar nicht hatte (Eigentlich unnötig das zu sagen), will uns die ganze Geschichte unter anderem Demut vor Gott und unsere Stellung klar machen. Hiob war ein rechtschaffender Mann, aber auch er musste Demut lernen. Er hat Gott in seiner Not herausgefordert. Sich selbst erhoben und hat Gott quasi zurechtgewiesen. Es ist bewegend Gottes Antwort an Hiob zu lesen. Und wir können viel daraus lernen, aber sicher nichts in bezug auf… Weiterlesen »

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Omma

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Hallo,

ich habe mit der Rubrik “Über uns” auseinandergesetzt. Dort heißt es unter anderem:

“Diese Seite müsste nicht sein, wenn freie Meinungsäußerung in unserer Organisation möglich wäre.”

Nachdem ich alle “Fragen & Antworten” gelesen habe, habe ich aber immer noch folgende Frage:

Was ist das Ziel dieser Website?

Eine Antwort auf meine Frage habe ich in allen Erklärungen und Erläuterung nicht gefunden.

Lg

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