Glossar

Ein Stichwortverzeichnis sogenannter ‘theokratischer’ Wörter oder Begriffe mit Erklärungen zum angeblichen oder tatsächlichen biblischen Hintergrund.
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Stand: 2.9.2018

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Zweck dieses Glossars:

Der Zweck dieses Glossars ist zweierlei:

(1) Die wahre Bedeutung von immer wiederkehrenden WTG-"Fachbegriffen" (Standard-Worthülsen, "Lieblings"-Wendungen, Parolen, Schlagworten, "WTG-Sprech", "Lingo") zu entschlüsseln, um so in WTG-Publikationen zwischen den Zeilen lesen und die eigentliche, wahre, von der WTG beabsichtigte "Stoßrichtung" erkennen zu können;

(2) Den Irrtum, oder zumindest die "biblisch/theologische Fragwürdigkeit" zentraler WTG-Dogmen und -Lehraussagen darzustellen, um diese aus christlich/biblischer Sicht zu beurteilen und einzuschätzen.

 

Erklärung der Begriffskategorien:

□ Aktionismus: Zum Zweck der Werkheiligung erbrachte Aktivität innerhalb oder für die WTG; "tun, machen, schaffen, leisten".

Abwertend: Geringschätzige oder herabwürdigende, negativ besetzte Bezeichnung für "missliebige Personen" oder nach Urteil der WTG "Verurteilungswürdiges".

□ Biblisch: Auf der Bibel beruhend, biblisch begründbar.

□ Biblisch/umgedeutet: Von der WTG aus der Bibel abgeleitet, aber in ihrem Sinne uminterpretiert.

□ Dogma: Lehrpunkt der WTG; biblisch mehr oder weniger begründbar.

□ Organisatorisch: Mit der WTG-Organisation in Verbindung stehend oder ihr dienend.

□ Titel: WTG-organisatorisch/bürokratische Amtsbezeichnung.

□ Worthülse: Inhaltsleerer, nichtssagender Begriff, Floskel, Platitüde, Slogan oder pauschale Wendung, entweder frei von der WTG ersonnen, oder aus der Bibel – meist gemäß der NWÜ-Wiedergabe –abgeleitet.

 

Sofern nicht anders angegeben, sind alle Bibelzitate auf der Grundlage der "Revidierten Elberfelder Bibel" (REB, ©Brockhaus-Verlag) erstellt. Versangaben in Klammern beziehen sich auf in manchen Bibelausgaben von der REB abweichende Versnummern.

 

Schnellnavigation:

1 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z

 

Liste von der WTG fragwürdig oder falsch ausgelegter Schriftstellen

 


1

1260 Tage

144000

1914

1918

1919

1975

A

Abendmahl

Abfallen; Abgefallene

Abgleiten

Abgrund

Ablenkung

Abschluss dieses Systems

Abtrünnig; Abtrünnige; Abtrünnigkeit

Abtrünniges Gedankengut

Adamischer Tod

Alles zur Verherrlichung Gottes tun

Allgemeiner Pionier; allgemeiner Pionierdienst

Alter Bund

Altes Israel

Altes System

Ältestenbuch

Ältester

Ältestenbesprechung

Ältestenschaft

Ältestenschule

An Reife zunehmen

An seinem Platz bleiben

Anbeter Jehovas

Anbetung

Andere Schafe

Anderen helfen

Anerkannter Mitverbundener

Anerkennung Gottes

Anfang der Bedrängniswehen

Anforderungen

Angebracht

Annehmbar (für Gott)

Ansporn; anspornen

Ansprache

Ansprechdienst

Anstrengungen; sich anstrengen

Antichrist

Anweisungen

Anweisungen befolgen

Auf Jehova warten

Auf Jehovas Seite Stellung beziehen

Aufeinander achten

Auferbauen; auferbauend

Auferstehung

Aufgabe

Aufrichtig; aufrichtige Menschen

Aufseher

Aufsichtsstellung

Ausgeglichen

Ausgeschlossene

Ausharren

Ausschluss

Außenstehender

Äußere Erscheinung

Autorität

B

Babylon die Große

Babylonisches Exil

Babylonische Gefangenschaft

Bald

Barmherzigkeit

Bauregion

Befreiung

Begehrenswerte Dinge aller Nationen

Begeisterung; begeistert sein

Bekanntmachung

Belehrung

Belohnung

Bereitwillig; Bereitwilligkeit

Bereuen

Berichten

Beschleunigung des Werkes

Beschneidung

Besuchswoche (des "Kreisaufsehers")

Bethel; Bethelheim

Betheldienst

Bethelmitarbeiter

Beweisen; unter Beweis stellen (Glauben, Treue, Ergebenheit, …)

Bezeichnen; bezeichnet halten

Bezirk

Bezirksaufseher

Bezirkskongress

Bibelforscher

Bibellehrer

Bibelschule (für ledige Brüder)

Bibelschüler

Bibelstudium

Biblisch

Biblisch geschultes Gewissen

Biblische Chronologie

Biblische Erfordernisse

Biblische Grundsätze anwenden

Biblische Wahrheit

Biblischer Grundsatz

Biblisches Lehrprogramm

Biblisches Verständnis

Bildung

Blaue Bombe

Blutfrage

Blutschuld

Böcke; bockgleiche Menschen

Böse; die Bösen

Böses Herz (des Unglaubens)

Braut Christi

Brautklasse

Brooklyn

Brüder Christi

Bruderschaft

Buch des Lebens

Buchrolle des Lebens

Bundesverhältnis

Bundesvolk

C

Christ; Christen

Christenheit

Christentum

Christenversammlung

Christi Auftrag

Christi Gesinnung haben

Christi Königreich

Christlich

Christlich geschultes Gewissen

Christliche Einheit

Christlicher Dienst

Christus

Christus nachahmen

Christus immer ähnlicher werden

Christus nachfolgen

Chronologie

D

Dämonen

Danach ringen

Dankbarkeit

Das Herz behüten

Das Herz erreichen

Das Königreich allem voranstellen

Das Königreich an die erste Stelle setzen

Das Richtige tun

Das Zusammenkommen nicht aufgeben

Debatten über Worte

Delegieren (von Verantwortung)

Delegierter

Dem Königreich den ersten Platz/die erste Stelle/den Vorrang einräumen

Dem Satan übergeben

Demut; demütig sein

Den Brüdern Christi Gutes tun

Denkweise Gottes

Der beste Lebensweg

Der beste Ort der Welt

Der falsche Prophet

Der Sklave

Der Theokratie den ersten Platz/die erste Stelle/den Vorrang einräumen

Die beste Bildung, die es gibt

Die Führung übernehmen

Die Gemeinschaft entziehen

Die Gesellschaft

Die Gemeinschaft entziehen

Die Gemeinschaft verlassen

Die Habe des Königs (mehren)

Die Herde (Gottes) hüten

Die höchste Karriere diesseits von Harmagedon

Die neue Persönlichkeit anziehen

Die richtige Einstellung haben

Die Wahrheit allem voranstellen

Die Zeit auskaufen

Die Zeit weise gebrauchen/verwenden

Dienen; Dienst

Diener Gottes

Diener Jehovas

Dienerschaft

Dienst völlig durchführen

Dienstabteilung

Dienstamt

Dienstamtgehilfe

Dienstaufgabe

Dienstaufseher

Dienstbereit sein; Dienstbereitschaft

Dienstgruppe

Dienstgruppenaufseher

Dienstgruppenleiter

Dienstjahr

Dienstkomitee

Dienstvorrecht

Dienstwoche

Dienstzusammenkunft

Dienstzuteilung

Dienstzweig

Diese Generation

Dinge die Gott hasst

Dinge im richtigen Licht sehen

Dinge von Gottes Standpunkt aus betrachten

Doppelte Erfüllung

Dreieinhalb Tage

Dreieinhalb Zeiten

Dreifache Schnur

Dringlichkeit; Dringlichkeitsbewusstsein

Durch Verordnung Unheil schmieden

Dynamische Kraft

E

Echte Christen

Echte Freunde

Echtes Christentum

Eifer; eifrig sein (im Dienst)

Eigene Gedanken

Eigene Interessen

Eigene Interessen zurückstellen

Eigene Wünsche zurückstellen

Eigenes Denken

Ein einfaches Leben führen

Ein gutes Beispiel geben

Ein gutes Licht auf Gott/die WTG werfen

Ein gutes Vorbild sein

Ein gutes Zeugnis geben

Ein Nachahmer Gottes werden

Ein schlechtes Zeugnis geben

Einen vollen Anteil haben (am Jüngermachen, am Predigen, am Werk, …)

Einen noch volleren Anteil haben (am Jüngermachen, am Predigen, am Werk, …)

Einheit

Einsatz (im Dienst; für die Organisation etc.)

Einsicht

Einzig richtige Religion

Einzig wahre Religion

Empfehlungsbrief; Empfehlungsschreiben

Ende, das

Endzeit

Endzeitrede

Engel

Entbinden; Entbindung

Entmutigung

Entspannung

Erbauen; erbauend

Erbsünde

Erde

Erfahren

Erfahrungen

Erfordernisse

Erfrischend

Erfüllung im Großen

Erfüllung im Kleinen

Ergeben; Ergebenheit

Erkenntnis

Erkenntnis Jehovas

Erkenntnis (in sich) aufnehmen

Erlösung

Ermuntern; ermunternd; Ermunterung

Ernannte Diener

Ernennung

Ernte; Erntewerk

Errettung

Erste Erfüllung

Erwachet!

Erzengel

Ewige Vernichtung

Ewiger Tod

Ewiges Leben

Ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde

F

Falsch

Falsch verstandene Loyalität

Falsche Anbetung

Falsche Entscheidungen treffen

Falsche Erwartungen

Falsche Lehren

Falsche Religion

Falscher Prophet

Falsches Denken; falsche Denkweise

Familienabend

Familienstudium

Fehltritt

Fehlverhalten

Feinde der Wahrheit

Feinde Gottes

Feld

Felddienst

Fest gegründet sein

Fest im Glauben (sein/stehen)

Feste Speise

Festbleiben; feststehen

Feuersee

Fleischlich

Fleischliches Denken

Fleiß; fleißig sein (im Dienst)

Förderung der Königreichsinteressen

Fortschritt; Fortschritte machen

Freier Wille

Freiheit

Freiwillige Spenden

Freiwillige; Freiwilligendienst

Freund Gottes

Freund Jehovas

Frieden und Sicherheit

Frucht der Lippen

Frucht des Geistes

Frucht tragen

Für die Wahrheit gewinnen

Für Gott annehmbar

Für Jehova Stellung beziehen

Fürsten der Neuen Erde

Fußstapfennachfolger Jesu

G

Gaben in Form von Menschen

Ganzherzig

Gebetsvoll

Gebiet

Gebietsbearbeitung

Gebietskarte

Gedächtnismahl(feier)

Gedächtnismahlsymbole

Gedächtnismahlteilnehmer

Geduld; geduldig sein

Gegenbildliche Erfüllung

Gegenbildliches Jerusalem

Gegenstand der Gebete

Gegenwart (Christi)

Gegner (der Wahrheit)

Gehenna

Gehorsam; gehorchen; gehorsam sein

Geist

Geist der Welt

Geistesmensch

Geistgeboren

Geistgeleitet; geistgeführt

Geistgesalbt; Geistgesalbte

Geistgeschöpf

Geistgezeugt; Geistgezeugte

Geistig

Geistig befähigt

Geistig gefährlich

Geistig gesinnt

Geistig gesund

Geistig gut genährt

Geistig krank

Geistig reif; geistige Reife

Geistig rein; geistige Reinheit

Geistig schlafen

Geistig schwach; geistige Schwäche

Geistig stark

Geistig tot; geistiger Tod

Geistig wachsen

Geistige Aktivitäten

Geistige Angelegenheiten

Geistige Arche

Geistige Auferstehung

Geistige Bedrohung

Geistige Bedürfnisse

Geistige Dinge

Geistige Edelsteine

Geistige Familie

Geistige Fortschritte

Geistige Freiheit

Geistige Gefahr

Geistige Gesinnung

Geistige Gesinnung schützen

Geistige Gesundheit

Geistige Hilfe

Geistige Hungersnot

Geistige Interessen

Geistige Juden

Geistige Leckerbissen

Geistige Nahrung

Geistige Reinigung

Geistige Routine

Geistige Schätze

Geistige Schulung

Geistige Segnungen

Geistige Sicherheit

Geistige Söhne Gottes

Geistige Speise

Geistige Tätigkeiten

Geistige Täuschung

Geistige Waffenrüstung

Geistige Wohlfahrt

Geistige Ziele

Geistigen Interessen den ersten Platz/die erste Stelle/den Vorrang einräumen

Geistiger Bereich

Geistiger Fortschritt

Geistiger Höhepunkt

Geistiger Hunger

Geistiger Irrtum

Geistiger Kampf

Geistiger Schlaf

Geistiger Schutz

Geistiger Tempel

Geistiger Tisch

Geistiges Dunkel

Geistiges Erbe

Geistiges Festmahl

Geistiges Gleichgewicht (bewahren)

Geistiges Israel

Geistiges Land

Geistiges Licht

Geistiges Paradies

Geistiges Sehvermögen

Geistiges Wachstum

Geistiges Wahrnehmungsvermögen

Geistiges Wahrnehmungsvermögen schulen

Geistiges Wohl

Geistiggesinntsein

Geistlichkeit (der Christenheit)

Geistsalbung

Geistsöhne Gottes

Geistwesen

Geistzeugung

Gemeinschaft entziehen

Gemeinschaftsentzug

Genaue Erkenntnis

Generation

Genug tun; genügend tun

Geradeso tun

Gerecht gesinnte Menschen

Gerechtigkeitsliebend

Gerechtigkeitsliebende Menschen

Gereinigte Erde

Gerichtsbotschaft(en)

Gerichtstag (Gottes)

Gerichtstag Christi

Gesalbt; Gesalbte

Gesalbter Überrest

Geschickte Fragen stellen

Geschultes Gewissen

Gesetzesbund

Gesetzliche Befestigung der guten Botschaft

Gesunden Sinnes sein

Geteiltes Haus

Getrennt von der Welt sein

Gileadmissionar

Gileadschule

Glauben ausüben

Glauben beweisen, unter Beweis stellen

Glauben zum Ausdruck bringen

Glaubensbrüder

Glaubenskampf

Glaubensstärkend

Glaubenstaten

Glaubenswerke

Gläubig

Gog von Magog

Goldene Regel

Gott

Gott dienen

Gott gefallen

Gott gehorchen

Gott kennenlernen

Gott lieben

Gott mehr gehorchen als Menschen

Gott näherkommen

Gott verherrlichen

Gott wohlgefällig sein

Gottergebenheit

Gottes Anerkennung

Gottes Anforderungen

Gottes Anweisungen

Gottes Bundesvolk

Gottes Denkweise

Gottes Diener

Gottes Eigenname

Gottes Erwartungen

Gottes Frau

Gottes Gebote

Gottes Gesetz

Gottes Gunst

Gottes himmlische Frau

Gottes himmlische Organisation

Gottes himmlisches Königreich

Gottes irdische Organisation

Gottes Kanal

Gottes Kinder

Gottes Königreich

Gottes Königreich an die erste Stelle setzen

Gottes Königreich den ersten Platz/die erste Stelle/Vorrang einräumen

Gottes Mahnungen

Gottes Maßstäbe

Gottes messianisches Königreich

Gottes Missbilligung

Gottes Missfallen

Gottes Name

Gottes Namen ehren/heiligen/preisen

Gottes Namen verherrlichen

Gottes Organisation

Gottes Plan

Gottes Segen

Gottes sichtbare Organisation

Gottes Sittenmaßstäbe

Gottes Sprachrohr

Gottes Strafgericht

Gottes Souveränität

Gottes Tag

Gottes tausendjähriges Königreich

Gottes ursprünglicher Vorsatz

Gottes Verheißungen

Gottes Versprechen

Gottes Vernichtungsstreitkräfte

Gottes Volk

Gottes Vorhaben

Gottes Vorkehrungen

Gottes Vorsatz

Gottes Wagen

Gottes Warnungen

Gottes Wege

Gottes Wille

Gottes Willen tun

Gottes Wohlgefallen

Gottes Wort

Gottes Wort studieren

Gottesdienst

Gottgefällig

Gottgefälliger Hass

Gottlos; Gottlosigkeit

Göttliche Autorität

Göttliche Belehrung

Göttliche Bildung

Göttliche Gebote

Göttliche Segnungen

Göttliche Vernichtungsstreitkräfte

Göttliche Vorkehrungen

Göttlicher Name

Göttlicher Plan

Göttlicher Segen

Göttlicher Wagen

Göttliches Gesetz; göttliche Gesetzgebung

Göttliches Strafgericht

Groß-Babylon

Große Drangsal

Große Streitfrage

Große Volksmenge

Großer Unterweiser

Größere Erfüllung

Grundsatz

Gut geschultes Gewissen

Gute Botschaft

Gute Entscheidungen treffen

Gute Erfahrungen

Gute Gesellschaft

Gute Gewohnheiten

Gute Werke

Guter Beweggrund; gute Beweggründe

Guter Name

Guter Ruf

Guter Umgang

Gutes tun

H

Habe des Königs

Hades

Harmagedon

Harte Arbeit; hart arbeiten

Haupt

Hauptbüro

Haushalt des Glaubens

Haus-zu-Haus-Dienst

Haus-zu-Haus-Notizzettel

Heidenzeiten

Heiliger Dienst

Heiliger Geist

Heiligung des Namens Gottes

Heimbibelstudium

Helleres Licht

Herde

Herz bereitmachen

Herz des Unglaubens

Hier bin ich! Sende mich!

Hilfe-Not-Gebiet

Hilfspionier; Hilfspionierdienst

Himmel

Himmlische Auferstehung

Himmlische Berufung

Himmlische Braut

Himmlische Frau

Himmlische Hoffnung

Himmlische Klasse

Himmlische Regierung

Himmlische Organisation

Himmlische Vernichtungsstreitkräfte

Himmlischer Bereich

Himmlischer Wagen

Himmlisches Jerusalem

Himmlisches Paradies

Hingabe

Hingabegelübde

Hirte

Hirtenbesuch

Hochzeit des Lammes

Höhere Bildung

Hörner des Drachens

Hure, die große

Hurerei

Hütet die Herde Gottes-Buch

I

Ichsüchtige Bestrebungen

Ichsüchtige Interessen

Ichsüchtige Neigungen

Ihr seid meine Zeugen

Im Dienst beschäftigt sein/bleiben

Im Glauben befestigt sein

Im Glauben feststehen

Im Glauben nicht wanken

Im Glauben stark/stärker werden

Im Herrn heiraten

Im Kleinen treu im Großen treu

In der Wahrheit sein

In der Wahrheit wandeln

In die Wahrheit kommen

In Maßen; maßvoll

In noch vollerem Maße tätig sein

Index der Wachtturm-Publikationen

Informeller Dienst

Informelles Zeugnisgeben

Innere Gemächer

Inspiration; inspiriert

Interesse

Interesse fördern

Interesse nachgehen

Interesse wecken

Interesse zeigen/bekunden

Interessierter

International Servants

Internationaler Kongress

Irdische Hoffnung

Irdische Klasse

Irdische Organisation (Gottes)

Irdischer Kanal

Irrlehren

Irrtum

Israel Gottes

J

Jahresbericht; jährlicher Bericht

Jehova

Jehova dienen

Jehova kennenlernen

Jehova lieben

Jehova näherkommen

Jehovas Diener

Jehovas Herz erfreuen

Jehovas Namen ehren, preisen

Jehovas Wege

Jehovas Zeugen

Jemanden bezeichnen; jemanden bezeichnet halten

Jemanden für die Wahrheit gewinnen

Jerusalem

Jerusalem droben

Jesus Christus

Jesus nachahmen

Jonadabe

Jüngermachen

K

Kein Teil der Welt sein

Keinen Gruß entbieten

Keinen guten Ruf haben

Kennzeichen an der Stirn (anbringen)

Kennzeichen der letzten Tage

Kennzeichen der wahren Religion

Kennzeichen wahrer Christen

Kinder Gottes

Kleine Herde

Kleinere Erfüllung

Kleines Horn

Klug; Klugheit

Kombiniertes Zeichen

Komiteefall

Kommen Christi

Kommentaregeben

Kongress

König des Nordens

König des Südens

Königreich

Königreich Christi

Königreich Gottes

Königreichsbotschaft

Königreichsbund

Königreichsdienst

Königreichsdienstschule

Königreichsfrüchte

Königreichsgleichnisse

Königreichsinteressen

Königreichsinteressen fördern

Königreichslieder

Königreichsregierung

Königreichssaal

Königreichssaalbau

Königreichssamen

Königreichsverkündiger

Königreichswerk

Koordinator (der "Ältestenschaft")

Kopfbedeckung

Köpfe des Drachens

Korah

Krankenhausinformationsdienst

Krankenhaus-Verbindungskomitee

Kreis

Kreisaufseher

Kreiskongress

Krieg im Himmel

Krieg von Harmagedon

Kritisch; kritisches Denken

L

Lahme Opfer

Lauterkeit; Lauterkeit bewahren

Leben auf einer paradiesischen Erde

Leben für Leben

Leben im Himmel

Leben und Dienst-Arbeitsheft

Leben vereinfachen

Lebengebend

Leben(s)rettend

Leerer Trug

Lehren

Leib Christi

Leitende Körperschaft

Leitung durch ein Haupt

Letzte Tage

Letzter Tag

Liebe

Liebe bekunden

Liebe erweisen

Liebe unter Beweis stellen

Liebe zeigen

Liebe zum Ausdruck bringen

Liebe zur Wahrheit

Literatur

Lohn

Lösegeld

Loskaufsopfer

Loskaufspreis

Loyal, Loyalität

M

Magog

Mangel an Demut

Mangel an Glauben

Mangel an Weisheit

Mangelnde Reue

Mann mit dem Schreibzeug

Marterpfahl

Materialismus

Mehr tun

Mehrfache Erfüllung

Mehrung

Menschen helfen

Menschenfurcht

Menschenherrschaft

Menschliches Denken

Messianisches Königreich

Messias

Michael

Millennium

Missetat; Missetäter

Missbilligung Gottes

Missfallen Gottes

Missionar; Missionardienst

Mit der Organisation Schritt halten

Mit guten Beispiel vorangehen

Mit Linnen bekleideter Mann

Mit Weisen wandeln

Mosaisches Gesetz; mosaischer Gesetzesbund

Murren

Muster gesunder Worte

Mustergebet

Mut; mutig

N

Nach der Wahrheit hungern

Nach geistigen Schätzen graben

Nach Vorrechten streben

Nachahmen

Nachfolger Jesu Christi

Nachlassen

Nachsinnen

Nächstenliebe erweisen/praktizieren/zeigen

Name (Gottes)

Nasiräer

Natürliches Israel

Need-greaters

Negatives Denken

Negatives Reden

Nephilim

Nethinim

Neue Erde

Neue Geburt

Neue Nation

Neue Ordnung

Neue Persönlichkeit

Neue Publikationen

Neue Schöpfung

Neue Welt

Neue-Welt-Übersetzung

Neue(r) Himmel

Neuer Bund

Neuer Verkündiger

Neues Jerusalem

Neues Licht

Neues System

Neuinteressierter

Neunundsechzig Jahrwochen

Neutralität

Neuzeitliche Erfüllung

Neuzeitliche Geschichte des Volkes Jehovas

NH

Nicht beispielhaft

Nicht nachlassen

Nicht vorbildlich

Noch wirkungsvoller werden

Nur im Herrn heiraten

Nützliche Gewohnheiten

O

Obrigkeitliche Gewalten

Öffentliche Bekanntmachung

Öffentliche Erklärung

Öffentliche Zurechtweisung

Öffentlicher Dienst

Öffentlicher Verweis

Öffentlicher Vortrag

Opfer bringen

Opfer des Lobes/des Lobpreises

Opferbereit sein; Opferbereitschaft

Opfertod Christi

Organisation, die

Organisatorische Vorkehrungen

P

Paradies

Parousia; Parusie

Personifizierte Weisheit

Persönliche Interessen

Persönliches Gebiet

Persönliches Studium

Philosophie

Pionier; Pionierdienst

Pionierbesprechung

Pionierschule

Pionierzusammenkunft

Positiver Gruppenzwang

Praktische Weisheit

Predigen

Prediger

Predigtauftrag

Predigtdienst

Predigtdienstbericht

Predigtdienstgebiet

Predigtdienstschule

Predigtdienststunden

Predigtdiensttreffpunkt

Predigttätigkeit

Predigtwerk

Prioritäten

Prophetische Parallele

Prophetisches Drama

Prophetisches Vorbild

Prophezeiung; prophetisch; Prophet

Prüfungen (der Lauterkeit, des Glaubens, der Treue, etc.)

Publikationen

R

Rat annehmen

Rat; Rat erteilen

Rebellion; rebellisch

Recht und Unrecht unterscheiden

Rechtfertigung Gottes

Rechtsfall

Rechtskomitee

Regel des Benehmens

Regionalkongress

Reichlich beschäftig sein

Reife; reif sein

Rein; Reinheit

Reine Anbetung

Reine Sprache

Reinerhalten

Reinigung

Reisender Aufseher

Religiöser Irrtum

Respekt vor Autorität

Rettung

Rettungswerk

Reue

Reuelose Missetäter

Richtig

Richtig eingestellt sein; richtige Einstellung

Richtige Ansicht

Richtige Denkweise

Richtige Einstellung haben

Richtige Entscheidungen treffen

Richtige Maßstäbe

Richtige Prioritäten setzen

Richtige Religion

Richtiger Beweggrund; richtige Beweggründe

Richtiger Weg

Ringen

Ringt danach

Rückbesuch

Ruf

Rutherford, "Richter"

S

Same der Frau

Same des Weibes

Satan

Satans System, Satans Welt

Schafe; schafähnliche Menschen

Schattenbild

Scheinchristen

Scheinweizen

Scheol

Schicklich

Schlachtopfer der Lobpreisung

Schlechte Entscheidungen treffen

Schlechte Gesellschaft

Schlechter Einfluss

Schlechter Umgang

Schlussphase der letzten Tage

Schlussphase der Zeit des Endes

Schlussprüfung

Schmach auf die Organisation/die Versammlung bringen

Schmaler Weg

Schöpfungstag

Schriftgemäß

Schriftwidrig

Schritt halten (mit der Organisation)

Schulaufseher

Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung

Schule für Königreichsverkündiger

Schulung

Schutz

Schwach im Glauben

Schwache Verkündiger

Schwäche

Seele

Segen Gottes

Segen; Segnungen

Segensreich

Sein Äußerstes tun

Sein Bestes geben

Sein Herz bereitmachen

Sein Leben vereinfachen

Sein Licht leuchten lassen

Sein Möglichstes tun

Seine Schritte (be)festigen

Seine Zukunft mit Jehova aufbauen

Seinen Dienst ausdehnen

Seinen Dienst erweitern

Seinen Dienst völlig durchführen

Sekretär

Selbstlos; Selbstlosigkeit

Selbstprüfung

Selbstsüchtige Bestrebungen

Selbstsüchtige Interessen

Selbstsüchtige Neigungen

Sexuelle Unmoral

Sich (fürs Werk) einsetzen

Sich ablenken lassen

Sich als ein Geringerer benehmen

Sich an Gottes Wort halten

Sich anstrengen

Sich auf Jehovas Seite stellen

Sich der wichtigeren Dinge vergewissern

Sich die Wahrheit zu eigen machen

Sich eng an etwas halten

Sich formen lassen

Sich (willig) gebrauchen lassen

Sich geistige Ziele setzen

Sich Jehova hingeben

Sich nach Gottes Wort ausrichten

Sich nicht ablenken lassen

Sich schützen

Sich seiner geistigen Bedürfnisse bewusst sein

Sich um Vorrechte bemühen

Sich unterordnen

Sich verausgaben (im Dienst; fürs Königreich)

Sich verbessern

Sich verbrauchen

Sich von der Welt getrennt halten

Sich von Jehova gebrauchen lassen

Sich zur Verfügung stellen

Sich zur Wahrheit hingezogen fühlen

Sich zurechtbringen lassen

Sich zurückziehen

Sichtbare Organisation (Gottes)

Sieben Weltreiche

Sieben Zeiten

Siebzig Jahrwochen

Sittenmaßstäbe Gottes

Sonderdienst

Sonderpionier; Sonderpionierdienst

Sondervollzeitdiener; Sondervollzeitdienst

Souveränität Gottes

Spätphase der letzten Tage

Spätphase der Zeit des Endes

Speise zur rechten Zeit

Standhaft bleiben; Standhaftigkeit

Stark im Glauben

Starke Verkündiger

Stärkung (des Glaubens)

Sterben

Sterne in der rechten Hand Christi

Stolz

Straßendienst

Straucheln

Streben

Streitfrage

Studienartikel

Studienausgabe

Studierabend der Familie

Studieren; Studium

Studierendenansprache

Studium, persönliches

Stundenerfordernis

Sünde; sündigen

Sünde bekennen

Sündige Neigungen

Symbole

System der Dinge

T

Tag Gottes

Tagessonderkongress

Tag des Herrn

Tagestext

Tartarus

Taten der Gottergebenheit

Täter des Wortes werden

Tätigkeitsbereich

Taufe

Tauffragen

Täuschung

Tausendjahrherrschaft (Christi)

Telefondienst

Tetragramm(aton)

Teufel

Theokratie

Theokratisch

Theokratisch eingestellt

Theokratische Aktivität

Theokratische Einheit

Theokratische Kriegführung

Theokratische Kriegslist

Theokratische Ordnung

Theokratische Organisation

Theokratische Predigtdienstschule

Theokratische Tätigkeit

Theokratische Vorkehrungen

Theokratische Ziele

Theokratischer Grundsatz

Tisch der Dämonen

Tisch Jehovas

Tisch Satans

Tod

Traktat

Traktataktion

Treffpunkt

Trennungswerk

Treu; Treue

Treuer und verständiger Sklave

U

Überlappende Generation

Überleben

Unabhängiges Denken

Unbiblisch

Ungehorsam

Ungeistig

Ungetaufter Verkündiger

Ungeteiltes Herz

Ungläubige

Universalorganisation

Unmoral

Unnütze Sklaven

Unordentlich

Unparteilichkeit

Unrechte Begierden

Unrechte Wünsche

Unregelmäßige Verkündiger

Unreif; Unreife

Unrein; Unreinheit

Unreine Gedanken

Unreine Gewohnheiten

Unreine Handlungen

Unser Königreichsdienst

Unser Zusammenkommen nicht versäumen

Unser Zusammenkommen nicht aufgeben

Unsichtbar

Unsichtbare Gegenwart Christi

Unsichtbare himmlische Organisation (Gottes)

Unsichtbares Königreich (Gottes; Christi)

Unsittlichkeit

Untätige; untätig

Unter Gebet

Unterhaltung

Unterhirte

Unterordnung (unter ein Haupt)

Unterscheidungsvermögen

Unterstützer der wahren Anbetung

Unterstützer des Königreiches (Gottes)

Unterweiser

Unterweisung

Unterwürfig

Untheokratisch

Untreu

Unverdiente Güte

Unvollkommenheit

Unweise

V

Vater Unser (Vaterunser)

Verbleibende Zeit

Verblendung

Verfehlung

Verfolgung

Verführung

Verhältnis zu Gott/zu Jehova

Verherrlichung; verherrlicht

Verherrlichung des Names Gottes

Verheißener Same

Verheißungen Gottes

Verkehrte Wünsche

Verkündiger

Verkündigerberichtskarte

Verkündigung; verkündigen

Verlorene Schafe

Vermehrter Dienst

Vernichtung

Vernichtungsstreitkräfte

Vernunftbegabte Geschöpfe

Vernünftig

Veröffentlichungen

Versammlung

Versammlung reinerhalten

Versammlungsablage

Versammlungsbibelstudium

Versammlungsdurchschnitt

Versammlungsgebiet

Versammlungskartei

Versammlungsverkündiger

Versammlungszusammenkunft

Versiegelung

Verständnis

Versuchung(en)

Vertraulichkeit

Verweis

Volk Gottes

Vollkommenheit

Vollzeitdiener; Vollzeitdienst

Vollzeitprediger

Vom Geist geleitet/geführt

Von den Symbolen nehmen

Von Haus zu Haus

Von Herzen kommend

Von Jehova belehrt sein

Von Tür zu Tür

Vorausdrängen

Vorbereitung auf die Zusammenkünfte

Vorbild, prophetisches

Vorbildlich; vorbildlich sein

Vorbildprophezeiung

Vorhaben Gottes

Vorkehrungen

Vorrecht

Vorsatz Gottes

Vorschatten; vorgeschattet

Vortrag

Vortreffliche Werke

W

Wachsam bleiben; Wachsamkeit

Wächterverantwortung

Wachtturm, der

Wachtturmstudienleiter

Wachtturmstudium

Wahr

Wahre Anbeter (Gottes); wahre Anbetung

Wahre Christen

Wahre Freunde; wahre Freundschaft

Wahre Religion

Wahres Christentum

Wahrheit, die

Warnungen

Wasser der Wahrheit

Wasser des Lebens

Wassertaufe

Weg der Rettung

Weg der Wahrheit

Weg des Lebens

Weibesgleiche Organisation Gottes

Weise; Weisheit

Welt

Weltlich

Weltliche Arbeit

Weltliche Begierden

Weltmensch

Weltliches Denken

Weltreiche

Weltzentrale

Werk, das

Werke die der Reue entsprechen

Wertschätzung

Wertschätzung einflößen

Wettlauf um das ewige Leben

Wichtig; wichtigere Dinge

Widerstand

Wiederaufnahme

Wiedergeboren; Wiedergeburt

Wiederherstellungsprophezeiung(en)

Wildes Tier; wilde Tiere

Wille Gottes

Willensfreiheit

Willig; Willigkeit

Wirkungsvoll predigen

Wohnungsinhaber

Z

Zehn Männer aus allen Nationen

Zeichen der Gegenwart Christi

Zeichen (der Zeit) des Endes

Zeichen der letzten Tage

Zeichen des Bundes

Zeigen, was im Herzen/im Inneren ist

Zeit auskaufen

Zeit des Endes

Zeit weise gebrauchen/verwenden

Zeiteinsatz

Zeiten der Heiden

Zeiten der Nationen

Zeitparallele

Zeitschriftenbewusst

Zeuge(n)

Zeugen Jehovas

Zeugnis des Geistes

Zeugnisbrief

Zeugnisgeben

Zone

Zonenaufseher

Zu Fall kommen

Zu Herzen gehend

Zucht; Zuchtmaßnahme

Züchtigung

Zuerst das Königreich suchen

Zuerst Gottes Königreich suchen

Zügelloser Wandel

Zügellosigkeit

Zuhören

Zum ewigen Leben richtig eingestellt sein

Zunahme (an Verkündigern)

Zur Organisation führen

Zur Reife vorandrängen

Zurechtbringen

Zurechtweisung

Zurückweichen

Zusammenkommen nicht aufgeben

Zusammenkunft

Zusammenkünfte nicht versäumen

Zuteilung

Zuverlässiges Gewissen

Zwei Herren dienen

Zwei Zeugen

Zweifache Erfüllung

Zweifel

Zweig

Zweigaufseher, Zweigdiener

Zweigbüro

Zweigkomitee

Zweite Erfüllung

Zweiter Tod

Zwei-Zeugen-Regel

Zwischen Recht und Unrecht unterscheiden

 


1260 Tage

Biblisch/umgedeutet
Dogma

In Offb 11,3 und 12,6 erwähnte symbolische Zeitspanne, die in 11,2 und 13,5 auch als "42 Monate", sowie in 12,14 als "eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit" (siehe "Dreieinhalb Zeiten") bezeichnet wird und die von der WTG willkürlich in für sie typischer eisegetischer, egozentrisch/narzisstisch/omphaloskeptischer Weise auf sich selbst bezogen und als von 1914-18 andauernd interpretiert wird.

Betreffs der "1260 Tage" sowie der im gleichen Kontext angeführten "drei Tage und einen halben" in V. 9 betreibt die WTG wildeste Zahlen- und Auslegungsakrobatik: Trotz ihrer ansonsten konsequent angewandten "Ein Tag für ein Jahr"-Regel (siehe "1914") werden die 1260 Tage in DIESEM Fall ohne weitere Erklärung oder Begründung als BUCHSTÄBLICHE 1260 Tage (nicht Jahre) gedeutet, die – so die WTG – von 1914 bis 1918 andauerten, während derer die WTG "eifrig predigte". Das darauffolgende Getötetwerden der "Zwei Zeugen" (siehe daselbst) wird als "symbolische Beschreibung" der 1918 erfolgten Verurteilung und Einkerkerung des "Richters" J. F. Rutherford und seiner 7 WTG-Aufsichtsratskollegen ausgelegt; nun aber werden die "drei Tage und einen halben" in völlig inkonsequenter Weise nicht als eine buchstäbliche Zeitangabe dargestellt (da sich dies nicht mit dem historischen Tatsachen decken würde), sondern nur als eine "vergleichsweise kurze Zeit". Laut WTG soll sich diese "vergleichsweise kurze Zeit" auf ein ganzes Jahr beziehen, während dessen die acht WTG-Aufsichtsräte im Gefängnis waren. Hierzu siehe den Artikel und die folgende Zeittafel im "Wachtturm" vom 15.11.2014 S. 30):

Dies ist ein besonders krasses Beispiel dafür, mit wie viel Willkür und wie sehr nach eigenem Gusto und Ermessen die WTG Bibelauslegung betreibt: Mal hü, mal hott, hier so, dort anders, inkonsequent und begründungslos. Ernsthafte Erforscher der Bibel können nicht anders als diese Zahlenakrobatik als völlig indiskutabel, unzuverlässig und bar jeglichen Ernstes zurückzuweisen. Vgl. auch "1914"; "Biblische Chronologie"; "Sieben Zeiten".

Betreffs der Berechnung und zeitlichen Festlegung von in der Offb enthaltener, symbolisch geschilderter, geistig/himmlischer Sachverhalte sowie ihre Verknüpfung mit konkret/historischen Daten und Ereignissen gelten folgende Regeln:

(1) "Man darf und sollte die Bibel nicht als Rechenbuch missbrauchen, da dies auf einen Irrweg führt."

(2) "Man sollte nicht versuchen, Einzelheiten biblisch-apokalyptischer Visionen mit realhistorischen Gegebenheiten zu verknüpfen, da dies auf einen Irrweg führt."

Gemäß diesen Leitlinien verweist der Theologe Roland Hardmeier in seinem Buch "Zukunft. Hoffnung. Bibel. Endzeitmodelle im biblischen Vergleich" (©Betanien Verlag e. K. Oerlingshausen) auf S. 397-8, 415, 417, 419-21 (Ausgabe von 2010) auf folgendes ausgeglichene Verständnis – Großschreibung hier und in nachfolgenden Zitaten zur Betonung hinzugefügt:

"Nach idealistischer Auslegung lehrt die Offenbarung mittels Bilder [sic], Zahlen und Symbolen ZEITLOS GÜLTIGE WAHRHEITEN. …Vertreter der idealistischen Auslegung glauben NICHT, dass sich die Offenbarung AUF EINE BESTIMMTE ZEIT bezieht…. Die Prophetie der Offenbarung wird als Weg weisend [sic] und erhellend verstanden und kann AUF ALLE CHRISTEN ALLER ZEITEN ANGEWENDET werden. …die Symbole, Zahlen und Ereignisse [der Offenbarung] können als ZEITLOS GÜLTIGE WAHRHEITEN… verstanden werden. Vertreter der idealistischen Auslegungsrichtlinien verstehen die 1260 Tage als Symbol für DIE GANZE ZEIT ZWISCHEN HIMMELFAHRT UND WIEDERKUNFT. Die zwei Zeugen (Offb 11) stehen für DIE GEMEINDE ALLER ZEITEN, DIE ALS ZEUGE FÜR GOTT AUFTRITT…. Nach idealistischem Verständnis beziehen sich die 1260 Tage also NICHT AUF EINE BESTIMMTE ZEIT IN DER GESCHICHTE. Die Symbole und Figuren in [der] Offenbarung… stehen für REALITÄTEN, DIE ZU JEDER ZEIT UND AN ALLEN ORTEN AUFTRETEN KÖNNEN. …damit die christliche Gemeinde ALLER ZEITEN den Durchblick behält…. Zahlen [in der Offenbarung] sind als SINNZAHLEN zu verstehen und NICHT ALS WIRKLICHE ANGABEN VON LÄNGE, GRÖSSE ODER DAUER…. Ausleger… der idealistischen Richtung… verstehen die dreieinhalb [Zeiten] als Sinneinheit und sehen in ihr EINE VON GOTT FESTGELEGTE ZEIT symbolisiert. Es gibt gute Gründe, dieser Richtung zu folgen. Die Dreieinhalb ist eine Zahl des Trostes. Dreieinhalb, die Hälfe von sieben [sic], deutet auf EINEN BEGRENZTEN ZEITABSCHNITT hin…. Das Hauptthema der Offenbarung ist das Leiden der Gemeinde durch satanisch gewirkte Verfolgung und der göttliche Zuspruch der Bewahrung (vgl. Mt 16,18). Wann ereignen sich die dreieinhalb [Zeiten]? Die konkreten Rückgriffe auf das neutestamentliche Geschehen erlaubt [sic] es uns, DEN BEGINN DER DREIEINHALB [ZEITEN] IM ERSTEN KOMMEN CHRISTI ZU SEHEN UND IHR ENDE IN SEINER WIEDERKUNFT. Es handelt sich also um DIE GEAMTE ZEIT ZWISCHEN DEM ERSTEN UND DEM ZWEITEN KOMMEN CHRISTI…. Die dreieinhalb Zeiten werden nicht auf das Ende beschränkt, sondern auf DIE GANZE ZEIT ZWISCHEN DEM ERSTEN UND DEM ZWEITEN KOMMEN JESU ausgedehnt. Durch das erste Kommen Jesu ist das Ende bereits angebrochen, und die ganze Zeit bis zu seiner Wiederkunft ist durch die Auseinandersetzung zwischen Gottes Volk und den antichristlichen Mächten geprägt…. Die Offenbarung ist ein Buch des Trostes für die leidende Gemeinde ALLER ZEITEN…"

Betreffs einer Erläuterung des Begriffes "Sinnzahl" am Beispiel der "Sieben" siehe "144000".

Betreffs eines allgemeinen "Gebrauches" der Offenbarung heißt es weiterführend im o. a. Buch auf den S. 383-4; 387; 395; 406; 408-9; 421:

"»Die Geschichte der Offenbarungsauslegung ist nicht selten eine Geschichte der gescheiterten Identifikation ihrer Bilder und Visionen mit Ereignissen und Personen aus der Gegenwart oder Vergangenheit des jeweiligen Auslegers (Zitat aus „Überlegungen zur Auslegung der Offenbarung“ von Volker Gäckle.) Die Gefahr ist gross, dass man die Offenbarung als endzeitlichen »Fahrplan« liest… Zu schnell kann man sich in Einzelheiten verlieren und es versäumen, die Gesamtbotschaft zu erfassen. …[Die Offenbarung] IST KEIN FAHRPLAN, KEIN ABLAUF DER LETZTEN DINGE, den Gott uns in die Hände drückt.

Oft wird übersehen, dass man die Offenbarung im Rahmen seines eigenen theologischen Vorverständnisses liest. Viele Bibelleser möchten im letzten Buch der Bibel das bestätigt sehen, was sie über die Zukunft bereits glauben. Mit dieser Haltung verschliesst man sich der eigentlichen Botschaft des Buches. Zieht man hingegen in Betracht, was Vertreter anderer theologischer Überzeugungen über die Offenbarung des Johannes gesagt haben, können sich uns Türen zum richtigen Verständnis auftun….

»…die Johannesoffenbarung hält sich gegenüber allen Himmelsspekulationen und Endzeitfahrplänen auffallend zurück. Genau wie für die Endzeitrede Jesu gilt auch hier: Johannes will ermutigen und trösten, nicht religiöse Neugier befriedigen.« (Zitat v. Gäckle)…

Die historische Auslegungsrichtung liest die Offenbarung als im Voraus geschriebene Geschichte. Das Problem mit dieser Auslegung ist, dass EIN SOLCHES VERSTÄNDNIS NICHT DEM WESEN DER BIBLISCHEN PROPHETIE ENTSPRICHT. BIBLISCHE PROPHETIE IST NICHT IM VORAUS GESCHRIEBENE GESCHICHTE, sondern ein Ruf in die Gegenwart im Wissen um den Geschichtsverlauf. Die Vertreter der historischen Auslegung konnten die Offenbarung jeweils NUR VON IHREM BEGRENZTEN GESCHICHTLICHEN STANDPUNKT AUS INTERPRETIEREN. Entsprechend oft haben sie sich geirrt und einander widersprochen. Neue Situationen verlangten nach neuen Auslegungen, doch auch diese fielen wiederum der Begrenztheit menschlichen Wissens zum Opfer. Ein Bild oder eine Voraussage darf nur MIT GRÖSSTER ZURÜCKHALTUNG MIT KONKRETEN GESCHICHTLICHEN PERSONEN ODER EREIGNISSEN IN VERBINDUNG GEBRACHT werden. …Die historische Richtung WIDERSPRICHT DEM WESEN DER PROPHETIE und engt die Johannesoffenbarung auf eine Vorausschattung westlicher Geschichte ein. Damit scheidet sie als mögliche Auslegung aus….

Die Offenbarung gilt der Gemeinde ALLER ZEITEN. …Die Offenbarung ist also ein Gemeindebuch….

Sie richtete sich an die Gemeinde ALLER ZEITEN. …Gott will uns mit der Offenbarung KEINEN ENDZEITLICHEN FAHRPLAN in die Hände drücken. Er will, dass die Gemeinde durch die Wirren der Geschichte hindurch an seinem Wort festhält und so zu überwinden vermag. Die Offenbarung weist der angefochtenen Gemeinde ALLER ZEITEN den Weg bis zur Wiederkunft des Herrn. …sie streicht DAS TYPISCHE DER AUSEINANDERSETZUNG zwischen Gott und Satan, der Gemeinde und den finsteren Mächten heraus…Die Offenbarung sagt im Grunde genommen nichts anderes, als die neutestamentlichen Briefe. Der Unterschied zwischen den Briefen und der Johannesoffenbarung besteht darin, dass die Offenbarung entsprechend dem Wesen der Apokalyptik ihre Botschaft in Bilder und Symbole kleidet…

Es scheint, dass die [Offenbarungsvisionen] Wiederholung und Fortschritt zugleich enthalten. Der Zeitraum , der in den [Offenbarungsvisionen] beschrieben wird, erstreckt sich… VOM ERSTEN BIS ZUM ZWEITEN KOMMEN JESU."

Der Theologe Albert Barnes schrieb betreffs des Themas "Biblische Prophezeiungen" folgende Passage, die betreffs der Beurteilung jeglicher fundamentalistisch/dogmatischer Auslegungen heute noch sehr à propos erscheint:

"ES IST IMMER SCHWIERIG, EINE PROPHEZEIUNG ZU INTERPRETIEREN. Die Sprache der Prophezeiung ist oft scheinbar rätselhaft; die Symbole sind manchmal unklar; und Prophezeiungen, die sich auf dasselbe Thema beziehen, sind oft in losgelösten Fragmenten, die von verschiedenen Personen zu verschiedenen Zeiten geäußert werden, und es ist notwendig, sie zu sammeln und in eine Reihenfolge zu bringen, um eine vollständige Sicht auf das Thema zu haben. SO WAREN VIELE PROPHEZEIUNGEN in Bezug auf den Messias DUNKEL UND SOGAR SCHEINBAR WIDERSPRÜCHLICH, bevor er kam; sie wurden in großen Abständen und von verschiedenen Propheten ausgesprochen; einmal wurde ein bestimmtes Merkmal seines Charakters erläutert, zu einer anderen Zeit ein anderes; und es war schwierig, zwischen diesen eine Verbindung herzustellen, um eine genaue Vorstellung davon zu bekommen, was er sein würde, bis er kam. Das Ergebnis hat gezeigt, was die Prophezeiungen bedeuteten; gleichzeitig wurde deutlich, dass die verschiedenen Vorhersagen vollkommen miteinander übereinstimmten, und dass es für jemanden, der sie alle verstanden hätte, möglich gewesen wäre, sie so zu kombinieren, dass er noch vor dessen Erscheinen ein richtiges Verständnis des Messias und seiner Aufgabe erlangt hätte. Dies gilt umso mehr für die Vorhersagen im Buch der Offenbarung oder für die ähnlichen Vorhersagen im Buch Daniel und für viele Teile des Buches Jesaja. Es ist leicht zu sehen, wie schwer es gewesen wäre, oder vielmehr, WIE UNMÖGLICH ES JEDWEDEM MENSCHLICHEN VERMÖGEN GEWESEN WÄRE, DIESE PROPHEZEIUNGEN IM EINZELNEN VOR IHRER ERFÜLLUNG AUSZULEGEN; jetzt, wo sie sich erfüllt haben, kann man sehen, dass die Symbole die besten waren, die gewählt werden konnten, und die einzigen, die angebracht waren, um die bemerkenswerten Ereignisse zu beschreiben, die in zukünftigen Zeiten stattfinden sollten."

144000

Biblisch/umgedeutet
Dogma

Angehörige der "144000" bilden die "Oberklasse" oder "Elite" innerhalb der WTG-Organisation; laut ihr die einzigen, die die "Himmlische Hoffnung" haben und mit Gottes Geist "Gesalbt", oder durch ihn "Gezeugt" oder "Wiedergeboren" wurden; die einzigen, die laut WTG berechtigt sind, von den Abendmahlsymbolen Brot und Wein zu nehmen; gleichbedeutend mit der in Luk 12,32 erwähnten "Kleinen Herde" Auserwählter sowie mit der "Braut Christi", den "Brüdern Christi", dem "Geistigen Israel", den "Kindern Gottes", dem "Leib Christi", dem "Neuen Jerusalem" sowie den "Geistigen Söhnen Gottes". Die heute laut WTG auf der Erde befindlichen letzten Glieder der "144000 Gesalbten" bilden den "Gesalbten Überrest" und werden gemäß der WTG-Auslegung von Sach 8,23 auch als "Der 'Geistige Jude' bezeichnet, dessen Rocksäume von den 'Zehn Männern aus allen Nationen' ergriffen werden" (siehe daselbst) bezeichnet.

Betreffs der von Jes 66,8 und 1Pet 2,9 abgeleiteten Bezeichnung der "144000 Gesalbten" als "Neue Nation" siehe daselbst.

Gemäß Offb 7,4 und 14,1.3 die Anzahl an "Versiegelten" (nicht "Gesalbten"; siehe "Gesalbt; Gesalbte" sowie "Versiegelung") aus jedem der in Offb 7,5-8 gelisteten "12 Stämme Israels", betreffs deren es folgende Spezifikationen gibt:

(1) Sie stammen aus 12 Stämmen Israels, die sich von den Stämmen des unter dem mosaischen Gesetzesbund stehenden "Alten Israel" unterscheiden (Levi ist gelistet, Joseph ersetzt Ephraim, Dan fehlt). Siehe "Geistiges Israel". Kommentatoren erklären, dass sich diese Bezugnahme auf "Israel" damit erklären lässt, dass der Ursprung der Enklesia jüdisch ist, d.h. auf den Aposteln und ursprünglich ausschließlich jüdischen ersten Christen beruht, bevor die ersten Heidenchristen hinzukamen. Dies wird bestätigt durch 1Pet 2,9.10, wo sich Petrus ganz klar an Nichtjuden wendet, diese aber mit einer ausschließlich auf Israel anwendbaren Terminologie belegt. Siehe auch Apg 15,9; Röm 2,28; 9,6; 10,12; Gal 3,28; Eph 2,14.

(2) Sie haben den Namen Gottes und Christi auf ihren Stirnen geschrieben, wodurch sie als "Gottes Eigentum und seine Diener" – das "wahre Gottesvolk" – gekennzeichnet sind. Im Lichte von Apg 4,12 sowie Phil 2,9.10 ist fraglich, ob "Name Gottes und Christi" zwei voneinander verschiedene Dinge sind, die voneinander getrennt werden können oder sollten. Siehe auch Joh 14,9; 17.10.21-23 und Heb 1,3 betreffs der "gegenseitigen Durchdringung" oder dem Einssein/der Einigkeit vom Vatergott und Christus (nicht in trinitarischem Sinn). Siehe "Jesus Christus".

(3) Sie singen ein "neues Lied", das nur sie meistern können. "Singen" (Psalmen) bezieht sich auf Anbetung Gottes, somit handelt es sich hier um "Das wahre Gottesvolk", einschließlich aller die Gesamtheit des "Leibes Christi" bildenden Nachfolger Christi.

(4) Sie sind von der Erde "erkauft", d.h. Christus hat sie durch seinen Tod zur Rettung erlöst. Bereits Joh 3,16 weist auf die Gesamtheit aller Menschen (Welt, κόσμος kósmos) hin, die durch Christi Tod von Gott gerettet werden)

Laut WTG ist diese Zahl buchstäblich zu verstehen, ungeachtet der Offensichtlichkeit, mit der die Offb selbst anzeigt, dass die in ihr gegebenen Zahlen allegorisch/symbolisch, als "Sinnzahlen" zu verstehen sind (siehe z. B. Offb 5,6 "Ein Lamm, das sieben Hörner und sieben Augen hatte; dies sind die sieben Geister Gottes". Weder hat der auferstandene Christus buchstäblich sieben Augen oder sieben Hörner, noch hat der Vatergott buchstäblich sieben Geister). Betreffs der "sieben Gemeinden", an die die in Offb Kap 2 und 3 aufgezeichneten Briefe gerichtet wurden, heißt es in "„Siehe ich komme bald!“ Einführung in das Buch der Offenbarung" von Siegfried F. Weber auf S. 48 der PDF-Ausgabe – Großdruck zur Betonung hinzugefügt:

"„Mit der Zahl 7 (göttliche Vollkommenheit) ist jedoch angedeutet, dass dieses Zeugnis NICHT NUR DEN ASIATISCHEN GEMEINDEN gehört, SONDERN DER GESAMTEN GEMEINDE JESU CHRISTI AN ALLEN ORTEN UND ZU ALLEN ZEITEN“, schreibt E. Aebi."

Abstruserweise behauptet die WTG, dass die in Offb 7,5-8 aufgeführten exakt 12 mal 12000 aus je einem der "12 Stämmen Israels" IN DIESEN VERSEN nicht buchstäblich, sondern "allegorisch" gemeint seien, das aus diesen "nur allegorisch gemeinten" 12 mal 12000 gebildete Endprodukt jedoch buchstäblich. Abstruser, hanebüchener, haltloser, verworrener, willkürlicher und widersprüchlicher kann Bibelauslegung nicht sein.

Sowohl die "unmittelbar/natürliche Lesart" ("Ockhams Rasiermesser") als auch sämtliche Bibelgelehrten und Kommentatoren widersprechen einer buchstäblichen Auslegung der Zahl. Sie wird des Öfteren erklärt als 12 = 4 x 3; 3 ist die "göttliche Zahl", 4 bezeichnet die weltweite Ausdehnung (Zahl des Raumes; 4 Himmelsrichtungen oder "Ecken der Erde"). 12 (Stämme) mal  12 (Apostel) = 144 (taucht auf in Offb 21,17), weist auf "vollkommenen Aufbau/göttliche Struktur" hin; die 1000 ist die "Zahl der Fülle", oder "der vom Göttlichen durchdrungenen Welt", denn 1000 ist die 10 (Zahl der Erde, siehe z. B. Sach 8,23) hoch 3 (die "göttliche Zahl"). Allerdings sind auch diese "Zahlenspielereien" mit Vorsicht zu genießen, da zur Zeit des griechischen NT (trotz des damals bereits verwendeten Dezimalsystems) im Griechischen nicht unsere moderne, die Null verwendende "base 10"-Zehnerzahlensystem-Schreibweise, sondern eine auf den Buchstaben des griechischen Alphabets beruhende "Null-lose" verwendet wurde, die sehr wahrscheinlich eine andere "Anschauung und Denkweise" nach sich zieht, wie ja auch am Beispiel der "666" aus Offb 13,18 deutlich wird, die gemäß dem griechischen "milesischen" Zahlensystem nicht als dreimal das gleiche Symbol wiederholend, sondern als ΧΞΣ (Chi Xi Sigma) geschrieben worden wäre, siehe de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Zahlschrift.

Betreffs der Bedeutung von Zahlenangaben in der Offb erklärt der Theologe Roland Hardmeier in seinem Buch "Zukunft. Hoffnung. Bibel. Endzeitmodelle im biblischen Vergleich" (©Betanien Verlag e. K. Oerlingshausen) auf S. 415 (Ausgabe von 2010) lapidar – Großschreibung zur Betonung hinzugefügt:

"Zahlen [in der Offenbarung] sind als SINNZAHLEN zu verstehen und NICHT ALS WIRKLICHE ANGABEN VON LÄNGE, GRÖSSE ODER DAUER."

Dementsprechend heißt es betreffs der Bedeutung der 144000-Offenbarungsvisionen im gleichen Buch auf S. 407 – Großdruck zur Betonung hinzugefügt:

"Vertreter, die zur idealistischen Richtung neigen, sehen in den Versiegelten EIN BILD FÜR DAS GESAMTE ERRETTETE VOLK GOTTES ALTEN UND NEUEN BUNDES. [Diese] Deutung ist vorzuziehen, denn ab 4,1 erscheinen Personen, Gruppen und Institutionen nicht unter ihrer wirklichen Bezeichnung, sondern in einem Bild. So ist Apokalyptik eben. Wenn Johannes vom »Tier« redet, meint er nicht ein wirkliches Tier, sondern symbolisiert eine geschichtliche Grösse. Wenn er vom »Lamm« redet, meint er kein Lamm, sondern Jesus, das Lamm Gottes. Wenn er von »Israel« redet – so können wir folgern – meint er nicht das Volk der Juden, sondern DIE GESAMTHEIT DER GLÄUBIGEN AUS DEN JUDEN UND DEN HEIDEN, DAS WAHRE ISRAEL."

Die WTG bezeichnet diese 144000 fälschlicher- und irreführenderweise als "Gesalbt/ Gesalbte", "Geistgesalbt/Geistgesalbte" und "Geistgezeugt/Geistgezeugte", obgleich Offb sie als "Versiegelte" (ἐσφραγισμέηων esphragisménōn, nicht χριστοί christ) bezeichnet. Die WTG-"Verbiegung" des Terminus "Gesalbte" auf ihre "Oberklasse" (die demnach "Messiasse" bzw. "Christusse (christ)" wären) erscheint im Lichte von Mat 24,24 und Mar 13,22 als höchst bedenklich und alarmierend: "Es werden falsche Christusse (ψευδόχριστοι pseudóchristoi, falsche Gesalbte) aufstehen". Die Art der Anwendung des Begriffes "Salbung" (χρίσμα chrísma; Verb: χρίω; chríō) auf Christen im NT geschieht nicht im Sinne einer "Salbung mit Geist", sondern vielmehr i. V. mit "Kenntnis" oder "Wissen" um ihre Berufung, siehe 2Kor 1,21.22; 1Joh 2,20.27. Mehr hierzu siehe "Gesalbt/ Gesalbte"; auch "Geistgesalbt; Geistgesalbte"; vgl. "Versiegelung".

Die WTG erklärt die Wendung "Reich des Sohnes seiner Liebe" aus Kol 1,13 eigenmächtig als ein seit Pfingsten 33 A. D. bestehendes "Neben-" oder "Sonder"-Königreich Christi speziell über die 144000 "Gesalbten", zusätzlich zum "messianischen Königreich", das erst seit 1914 bestehen soll, wofür es keinerlei biblische Grundlage gibt. Im Lichte von Mat 12,28; Luk 11,20; 17,21 besteht dieses "Reich Christi" wahrscheinlich seit der Taufe Jesu Christi; mehr hierzu siehe "Königreich Christi".

Laut WTG bilden alle 144000 "Gesalbten" den "Sekundären" Teil des "Verheißenen Samens", dessen "Primärer" Teil Jesus Christus ist und stützt sich dabei auf Gal 3,16 ("primärer" Same) sowie Verse 28.29 ("sekundärer" Same). Betreffs korrekt biblischen Verständnisses des Begriffes "Verheißener Same" siehe daselbst.

Laut WTG werden die auferweckten 144000 "Gesalbten" mit Christus im Himmel zuerst während der "Tausendjahrherrschaft Christi", sodann für immer und ewig "als Könige herrschen", obgleich in der Offb nichts dergleichen hinsichtlich der 144000 ausgesagt wird. Mehr hierüber siehe "Himmlische Hoffnung".

Joh 10,16 erteilt der "Zwei-Klassen"-Ideologie der WTG eine klare Absage, da hier gesagt wird, dass die ersten Schafe aus "dieser Hürde" (laut WTG nur die "kleine, zahlenmäßig begrenzte Gruppe 'Gesalbter'") sowie die "Anderen Schafe" (laut WTG die "Große Volksmenge, die keine 'Himmlische Hoffnung' hat") EINE EINZIGE Gruppe ("Herde") sein sollten, die gemäß Eph 4,4 NUR EINE Hoffnung hat. Die WTG fehlinterpretiert diesen Vers, indem sie den wahren Gehalt von Joh 10,16b "Es wird EINE Herde, EIN Hirte sein" ignoriert, denn hier erklärt Jesus Christus klar, dass die zuvor in den Versen 1-14 erwähnten "ersten Schafe" (die ersten jüdischen Christen) mit den "Anderen Schafen" (die später eingesammelten Heidenchristen) zusammen EINE EINZIGE "Herde" – nicht zwei voneinander getrennte – bilden sollten, was auch durch Pauli Ölbaumparabel in Röm Kap. 11 weiter bestätigt wird. Mehr hierzu siehe das Schaubild unter "Andere Schafe" sowie "Große Volksmenge".

Gemäß Joh 14,2 bereitete Jesus den Erlösten nur EINE – nicht mehrere – Stätten in dem EINEN Haus des Vaters. Auch in 1Kor 15,20-28 ist nichts in puncto "Zwei Klassen" erkennbar, obgleich diese Passage einen "Mikrokosmos" der gesamten christlichen Heilsgeschichte enthält. Des Weiteren weist Eph 4,4 ganz klar auf keine Trennung in eine himmlische und irdische Klasse, sondern nur EINE Hoffnung hin, zu der alle Christen berufen sind. Innerhalb des biblischen Rahmens beziehen sich die verschiedenen Bilder und Beschreibungen aller Nachfolger Christi ("Kleine Herde", "Andere Schafe", die 144000 sowie die "große Schar" aus Offb 7) alle auf den EINEN "Leib Christi" (Röm 12,5; 1Kor 12,27), die Gesamtheit der Erretteten, ohne diese in 2 Gruppen aufzusplitten, von denen jede eine andere Hoffnung hat.

Betreffs der WTG-Behauptung, die Schriften des NT seien nur an zu den 144000 gehörende "Gesalbte" gerichtet sowie ihre willkürlich/dogmatische Eingrenzung des Begriffes "Gesandte an Christi Statt" aus 2Kor 5,20 ausschließlich auf "Gesalbte" siehe "Gesalbt; Gesalbte".

Betreffs der WTG-Erklärung hinsichtlich des "Zeugnisses des Heiligen Geistes" (inneres Wissen darum, ein "Gesalbter" zu sein mit der daraus resultierenden "Himmlischen Hoffnung") siehe "Geistzeugung".

Betreffs des Fehlers der WTG-Falschauslegung "Alle Gesalbten brauchen die biblische Unterweisung wie jeder andere auch. Aber sie benötigen niemand, der ihnen ihre Salbung bestätigt. …sie von ihrer Berufung überzeugt." siehe "Treuer und verständiger Sklave".

Betreffs der WTG-Behauptung, Johannes der Täufer gehöre nicht zur "Himmlischen Klasse" siehe "Himmlische Hoffnung".

Betreffs der unbiblischen Trennung in WTG-Doktrin von Christen in "Kinder Gottes" und "Freunde Gottes" siehe "Kinder Gottes".

Betreffs des WTG-Postulats einer "Drei-Klassen"-Lehre (zwei "Himmlische" Klassen, eine "Irdische Klasse") siehe "Treuer und verständiger Sklave".

Betreffs des Problems der derzeitigen starken Zunahme an "Gesalbten" siehe "Gesalbter Überrest".

1914

Dogma

Zentraldoktrin der WTG vom "Krieg im Himmel" und des "unsichtbar im Himmel aufgerichteten messianischen Königreich Gottes" sowie dem Beginn der "Endzeit/Letzten Tage". Hierzu siehe folgende Illustration aus dem in 1968 von der WTG herausgegebenen "Wahrheits"-Buch ("blaue Bombe") S. 95:

(Betreffs der Begriffe "Generation", "Die letzten Tage" und "Endes des bösen Systems" und der jeweiligen diesbezüglichen WTG-Irrlehren siehe "Diese Generation", "Letzte Tage" sowie "Ende, das".)

Festgelegt durch "rösselsprungmethodische Rechenakrobatik", indem der Beginn des vorchristlichen jüdischen Exils (historisch inkorrekt) auf 607 v. Chr. gelegt wird, sodann die "Sieben Zeiten" aus Dan 4 durch willkürliches Zusammenbringen mit Offb 12,6.14 in 2520 Tage umgerechnet werden, welche sodann durch willkürliches Anwenden der "Ein Tag für ein Jahr"-Regel aus Num 14,34 und Hes 4,6 in 2520 Jahre umgedeutet werden, die – unter willkürlicher Weglassung eines Jahres "Null", aber willkürlichem Einberechnen eines Jahr 1 v. Chr. sowie 1 A. D. – als von 607 v. Chr. bis 1914 A. D. andauernd gedeutet werden:

Siehe auch "Biblische Chronologie"; "Sieben Zeiten".

Betreffs des laut WTG seit 1914 "unsichtbaren Aufgerichtetseins des Königreiches Gottes" sorgte das oberste WTG-Zentraldirektoriumsmitglied Steven Lett im Rahmen einer WTG-"Kongress"-"Ansprache" vermittels folgender Äußerung international für Belustigung:

"Tatsächlich gibt es mehr Beweise, die die Existenz des Königreiches [seit 1914] bestätigen als solche Beweise, die uns davon überzeugen, dass es Schwerkraft, Elektrizität, Wind gibt." – Siehe www.youtube.com/watch?v=zJ6405yjZfo.

Welche "Beweise" Erstere sein sollen blieb Herr Lett allerdings bis dato schuldig.

Probleme:

□ 607 v. Chr. wird von KEINEM seriösen Historiker als Beginn des jüdischen Exils anerkannt.

□ Die Bibel redet nicht von einem 70-jährigen EXIL DER JUDEN IN BABYLON, sondern von 70-jähriger VORHERRSCHAFT DER BABYLONIER i. V. mit 70-jähriger Verödung des Tempels in Jerusalem, siehe 2Chron 36,21; Dan 9,2; Sach 1,12. Jer 29,10 in der NWÜ ("Siebzig Jahre IN Babylon") ist falsch übersetzt; im Hebräischen heißt es nicht בְּבׇבֶל bᵊwāwäl, "IN Babel", sondern לְבׇבֶל lᵊwāwäl, "FÜR/HINSICHTLICH Babel"). Demgemäß geben andere Übersetzer korrekt wieder mit "Wenn siebzig Jahre für Babel voll sind" (REB, LUT); "Wenn die 70 Jahre für Babel gänzlich erfüllt/vorüber sind" (SCHL, EÜ); "Die Babylonier werden siebzig Jahre herrschen" (HfA); GNB hat "Die Zeit des Babylonischen Reiches ist noch nicht abgelaufen. Es besteht noch siebzig Jahre" und verweist auf Jer 25,11 "Siebzig Jahre lang werdet ihr und eure Nachbarvölker dem König von Babylonien unterworfen sein" mit der Anmerkung "Die Unterwerfung unter die Babylonier dauerte 597-538 v. Chr. Siebzig ist demnach als runde Zahl zu verstehen." Es ist daher biblisch nicht begründet, von einer 70 Jahre dauernden Wegführung der Juden zu reden; wohl befindet sich das jüdische Exil innerhalb des 70-jährigen Zeitrahmes der babylonischen Oberherrschaft und der Verödung des Tempels, DAUERTE ABER SELBST NICHT 70 JAHRE.

□ Der in Daniel 4,16.23.25.32 verwendete aramäische Begriff "Zeit/Zeiten" (עִדׇּן iddān/עִדׇּנִין  iddānīn iddānīn) ist längenmäßig unbestimmt und unbestimmbar und seine Gleichsetzung mit "Einem Jahr" völlig willkürlich; mehr hierzu siehe unten betreffs "iddān/iddānīn ").

□ Selbst wenn iddān "Jahr" bedeuten würde, ist das Anwenden der "Tag für Jahr"-Regel auf die hypothetischen 2520 Tage ebenfalls völlig willkürlich und durch nichts in der Bibel gestützt.

□ Ein Zusammenbringen der "Sieben Zeiten"-Passage aus Dan 4 mit Offb 12,6.14 ist völlig willkürlich und durch nichts in der Bibel gestützt.

□ Die Art der Zeitenwende (Jahr-Null-Problematik) sowie die genaue Jahreszählung von vorchristlicher zu christlicher Zeit sind historisch ungesichert.

Jeder einzelne dieser Punkte allein lässt die 1914-Dogmatik als Grundlage eines gesicherten Glaubens als ungenügend erscheinen. Alle 6 in Kombination jedoch führen sie ad absurdum. Trotz Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahr 1914 gibt es diverse andere Daten der Menschheitsgeschichte, denen im Lichte ihrer Bedeutung und Auswirkungen die gleiche Rolle eines "epochalen Datums" und "einschneidenden Ereignisses" zugeschrieben werden können (z. B. Beginn der Völkerwanderung; frz. Revolution; Zünden der ersten beiden Atombomben in 1945; Angriff auf das WTC 2001 u. v. a.).

Des Weiteren gibt es keine biblische Grundlage, zu sagen, das "Königreich Christi" habe erst rund 2000 Jahre nach seiner Auferstehung begonnen wie z. B. in 1914. Laut NT begann es sehr bald nach seiner Auferstehung, möglicherweise zu Pfingsten 33 A. D., siehe "Königreich Christi".

Zur pseudo-"wissenschaftlichen" Stützung ihrer eigenmächtigen und eigenzweckdienlichen Festsetzung des Jahres 607 v. Chr. als angebliches Jahr der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier greift die WTG zu außerordentlich unredlichen und krass irreführenden Methoden – de facto Lügen –, um bei unkritischen bzw. ungebildeten Konsumenten ihres Postulats den Anschein zu erwecken, dieses Jahr sei von akkreditierten Archäologen anerkannt, so z. B. im WTG-"Jeremia"-Buch von 2010 Kap. 5 S. 55:

"Die Archäologin Eilat Mazar stieß auf ein kleines Tonsiegel, eine Bulle. Der Siegelabdruck wurde 2005 bei Ausgrabungsarbeiten in einer Schicht entdeckt, die aus der Zeit der Zerstörung Jerusalems (607 v. u. Z.) datiert."

Daraufhin befragt, distanzierte sich Frau Mazar entschieden von der Vorstellung, sie hege oder unterstütze den Gedanken einer in 607 v. Chr. stattgefundenen Zerstörung Jerusalems, da das von ihr gefundenen Artefakt auf das Jahr 586 v. Chr. datiert wird. Auch betreffs des in 2008 von ihrem Team entdeckten Tunnels, der möglicherweise der in 2Sam 5,6-8 und 1Chron 11,4-9 erwähnte "tsinnōr"-Tunnel ist, erklärte sie, dass dieser "während der babylonischen Belagerung Jerusalems in 586 v. Chr. als Fluchtweg gedient haben mag".

Auch ein gewisser Dr. John Steele distanzierte sich entschieden von einer WTG-Bezugnahme auf ihn im "Wachtturm" vom 1.11.2011 S. 24 mit der Aussage, der Autor des "Wachtturm"-Artikels habe sowohl ihn – Dr. Steele – als auch die Ansichten anderer Gelehrter

"vermittels den Kontext ignorierender Teilzitierung vollständig falsch wiedergegeben".

Gleiches gilt von dem im gleichen "Wachtturm"-Artikel zitierten Ronald H. Sack, der auf eine Anfrage lapidar antwortete:

"Der Wachtturm-Artikel ist eine Lüge. Das korrekte Datum ist 587. Ich wurde NIEMALS betreffs dieses Themas [von der WTG] befragt."

Dies entspricht folgender Feststellung, die in dem Werk "Jehovah's Witnesses and the Third Reich" von M. James Penton (© University of Toronto Incorporated 2004) betreffs der oftmals hochgradigen, faktisch/historischen Ungenauigkeit und Unverlässlichkeit der Angaben in WTG-Literatur auf S. 379 getätigt wird – Großschreibung hinzugefügt:

"Quotations from Watch Tower publications show an amazing lack of consistency and, often, lack respect for historical accuracy. Not only have statistics been tossed around with abandon, but often no attempt has been made to distinguish… fact[s]… What can therefore be said about Watch Tower statements… is that many of them were published more for shock value than for a desire to report facts accurately. [This] demonstrate[s], too , just HOW UNRELIABLE JEHOVAH'S WITNESS PUBLICATIONS AND STATEMENTS OFTEN ARE."

Zum aramäischen Begriff "iddān" (Plural "iddānīn"):

Obgleich die WTG – gestützt auf diverse Kommentatoren und Fußnoten in verschiedenen Bibelausgaben – behauptet, "Eine Zeit" sei gleichbedeutend mit "Einem Jahr", muss ganz klar festgestellt werden, dass diese Annahme auf Eisegese beruht, völlig hypothetisch und reine Mutmaßung ist.

Als Beispiel diene der Kommentar 'New Testament Notes' von Albert Barnes:

"The idea is that of time considered as designated or fixed by periods, and the word may refer to any such period, however long or short – a day, a month, a year, or any other measure of duration. …In the place before us, so far as the meaning of the word is concerned, it might mean a day, a week, a month, or a year. …"

… und bezieht sich als Erklärung der Hypothese "Eine Zeit bedeutet ein Jahr" auf eine griechische Wiedergabe von "iddānīn" mit καιροὶ kair, um weiter zu erklären …

"The most natural construction of this Greek phrase would be to refer it to years. The Latin Vulgate interprets it in a similar way – et septem tempora mutentur super eum – "And let seven times be changed" or revolve "over him."

Sodann bestätigt er jedoch:

"… the Chaldee word is indeterminate in respect to the length of time…"

… behauptet dann jedoch …

"… the most natural and obvious construction here and elsewhere, in the use of the word, is to refer it to years. …in Daniel it undoubtedly refers to years …"

Auf solche "zweifellos"-Mutmaßungen stützt sich auch WTG-"Logik": "Es erscheint logisch, es scheint sinnvoll, es würde passen, es bedeutet sicherlich, zweifellos ist es so …".

Das 'Theological Workbook of the Old Testament' schreibt:

"… the LXX, Josephus, and traditional Jewish commentators have understood this phrase to mean “seven years.”... Still, it is not necessary to view 'iddan as a specific period in these verses, and the NASB translation, “seven periods of time” is probably preferable to anything more specific both in Daniel chapter 4, and in Daniel 7:12."

Dr. Aloys Sandbichler schreibt in seiner "Kurzen Darstellung einer Einleitung in die Bücher des alten Bundes nach Jahn":

"Da die Orientalen das Jahr in 6 Theile theilen; so mögen die 7 Iddanim nicht mehr als 14 Monathe bedeuten."

Zu "Dreieinhalb Zeiten" aus Daniel und Offb.:

Die WTG behauptet (und andere Kommentatoren deuten dies ebenfalls an), durch Offb. 11,2.3 (42 Monate = 1260 Tage) sowie Offb 12,6.14 (1260 Tage = 3½ Zeiten) sei zweifelsfrei erwiesen, dass "7 Zeiten = 2520 Jahre", weil die Hälfte davon – 1260 – als 3½ Zeiten bezeichnet würden, wobei es im Griechischen heißt "Zeit und ZEITEN (kein Dual, sondern 'unbestimmter' Plural) und eine halbe Zeit" (καιρὸν καὶ καιροὺς καὶ ἥμισυ καιροῦ kairòn kaì kairs kaì hēmisy kair) – die Zahl "Zwei" wird NICHT aufgeführt.

Selbst wenn hier "3½ Zeiten" gemeint sein SOLLTEN, liegt ein "Logik"-Fehler betreffs der Interpretation der in der Offb aufgeführten Zeitspanne vor, denn gemäß der "Tag für Jahr"-Regel müsste es sich bei den 3½ "Zeiten" um 1260 BUCHSTÄBLICHE Jahre handeln, die jedoch – betreffs der Offb – von der WTG und anderen fundamentalistischen Gruppierungen inkonsequenter Weise als buchstäbliche Jahre interpretiert werden.

Des Weiteren muss betreffs des mit "Zwei Jahren" gleichgesetzten Plurals "iddānīn" aus Daniel ganz klar festgestellt werden, dass es sich hierbei nicht – wie von der WTG behauptet – um einen Dual (Zweizahl) handelt, denn sonst würde es  עִדׇּנַיִן iddānáyin (zusätzliches a-Vokalzeichen unter dem Nun) heißen. Siehe das 'Theological Workbook of the Old Testament':

"First, MT 'iddanin may not be translated “two times” (i.e. “two years”), but must be simply “times,” i.e., plural rather than dual. If one chooses to interpret the second word as “two times” ..., one must repoint the consonants (i.e., 'iddanayin). Second, the phrase as a whole may simply be a conventional, apocalyptic way to indicate an indefinite period of time. Third, because of the difficulties involved in arriving at an interpretation of this phrase which is satisfying to a wide range of scholars, the translation of the phrase is better left as indefinite as the Aramaic original itself appears. Clearly, 'iddan may mean either “time” or “year". But to press beyond this to a specific interpretation demanding the phrase “three and one-half years” is unwarranted."

Auch die 'International Standard Bible Encyclopedia' bestätigt, dass es sich bei "iddānīn" nicht um einen Dual, sondern einen Plural handelt, wenngleich hier eine Erklärung ("Entschuldigung") geliefert wird, weshalb das Wort oft als Dual aufgefasst wird:

"In both the Aramaic and the Hebrew the second word ..., as pointed in the MT, is plural rather than dual. Most interpreters, however, understand it as a dual (“two times”). One reason for this judgment is that the dual form of nouns became obsolete in later Aramaic, so that the Masoretes would have pointed the word as a plural even if it was originally a dual. The consonantal text of this word in both the Aramaic and the Hebrew could be read either as a dual or as a plural. ... "

Mit Hinweis auf Luk 21,24 behauptet die WTG, Christus habe sich hier auf die in Dan 4 angeführten "Sieben Zeiten" bezogen und wollte sagen, diese dauerten in 33 A. D. noch an und würden dies noch bis 1914 tun, obgleich auch diese Behauptung durch nichts gestützt wird; auch diese Textverknüpfung ist völlig willkürlich. Laut Meinung diverser Kommentatoren stellte Jesus hier lediglich fest, dass nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer ein Niederdrücken wahrer Anbeter Gottes und Christen bis zu einer festgesetzten, aber nicht näher bezeichneten Zeit andauern sollte, zu der laut Röm 11,25 "die Fülle der Heiden zum Heil gelangt" sei.

All diese Fakten zusammengenommen machen mehr als deutlich, dass es sich bei allen WTG-Auslegungen hinsichtlich der "Sieben Zeiten" (und auch der "Dreieinhalb Zeiten" aus Daniel und der Offb.; vgl. auch "Zwei Zeugen") und der darauf aufbauenden 1914-Doktrin um nichts anderes als auf Eisegese, ungesicherten Hypothesen, Spekulationen, Theorien sowie auf willkürliche Interpretation gegründete Luftschlösser, Rohrkrepierer und Seifenblasen handelt. Betreffs der Berechnung und zeitlichen Festlegung von in der Bibel enthaltener, symbolisch geschilderter geistig/himmlischer Sachverhalte sowie ihre Verknüpfung mit konkret/historischen Daten und Ereignissen gelten folgende Regeln:

(1) "Man darf und sollte die Bibel nicht als Rechenbuch missbrauchen, da dies auf einen Irrweg führt."

(2) "Man sollte nicht versuchen, Einzelheiten der Offb-Visionen mit realhistorischen Gegebenheiten zu verknüpfen, da dies auf einen Irrweg führt."

Siehe auch www.manfred-gebhard.de/Parsimony.23584.htm.

Betreffs des Beginns und der "Gegenwärtigkeit" des "Gottesreiches" in Jesus Christus sowie des daraus resultierenden Irrtums der 1914-Ideologie siehe "Königreich Christi".

1918

Dogma

Laut WTG das Ende der in 1914 begonnen habenden, mit den 3½ Jahren des irdischen Wirkens Jesu Christi von 29-33 A.D. "parallel" laufenden Zeitperiode (siehe "Zeitparallele") der "gegenbildlichen Parusie" Christi, die mit dem Antritt Jesu Christi als "messianischer König" begann und mit dem "unsichtbaren zweiten Kommen Christi zum geistigen Tempel" und dem Beginn der "Himmlischen Auferstehung" verstorbener "Gesalbter" abgeschlossen sein sollte. Als Folge der "Inspektion" des "Geistigen Tempels" – hier in abstruser Weise auf die damalige irdische WTG bezogen gedacht – und der aufgrund diverser damaliger Missstände notwendigen "Reinigung des Volkes Gottes" (i. e. der WTG) erfolgte die "göttliche Zuchtmaßnahme" der Inhaftierung der damaligen acht Vorstandsmitglieder der WTG und ihrer Freilassung in 1919, siehe daselbst.

Beispiel: Das WTG-"Jesaja" Buch Band 2 Kap. 27 S. 397 Abs. 14:

"Diese Worte Jesajas stimmen mit zwei weiteren prophetischen Äußerungen überein; die eine ist in Hesekiel 43:4, 6-9 aufgezeichnet und die andere in Maleachi 3:1-5. Sowohl Hesekiel als auch Maleachi sagen voraus, dass Jehova Gott zu seinem Tempel kommt. Gemäß Maleachis Prophezeiung kommt Jehova, um sein Haus der reinen Anbetung zu inspizieren und als ein Läuterer zu handeln; er verwirft diejenigen, die ihn falsch darstellen. In Hesekiels Vision wird geschildert, wie Jehova den Tempel betritt und gebietet, alle Spuren von Unmoral und Götzendienst zu beseitigen. 1918 vollzog sich in Verbindung mit der Anbetung Jehovas eine wichtige geistige Entwicklung, durch die sich diese Prophezeiungen in der Neuzeit erfüllten. Jehova und Jesus inspizierten offensichtlich alle, die behaupteten, die reine Anbetung zu vertreten. Bei dieser Inspektion stellte sich heraus, dass die Christenheit verderbt war, und sie wurde deshalb verworfen. Für Christi gesalbte Nachfolger bedeutete die Inspektion eine kurze Läuterungsperiode, gefolgt von einer schnellen geistigen Wiederherstellung im Jahr 1919 (1. Petrus 4:17)."

Nach einer reinen Feststellung von Fakten betreffs in der Bibel enthaltenen Aussagen bis ca. in die Mitte des Absatzes beginnt unvermittelt, wie "aus dem Nichts heraus" eine Reihe völlig hypothetischer und an den Haaren herbeigezogener, nicht weiter begründeter und begründbarer Behauptungen betreffs nicht beweisbarer "geistiger (= unsichtbarer) Entwicklungen" und Geschehnisse nebst kruder Schwarzweißmalerei ("Wir die Guten gegen die böse 'Christenheit'").

1919

Dogma

Auf der Grundlage ihrer hypothetisch/rösselsprungmethodischen "Luftschloss"-Berechnungen behauptete die WTG bis vor kurzem, 1919 sei das in Offb 18,2 "prophezeite" Jahr des "Falles" "Babylons der Großen" gewesen. Als "theologische Begründung" hierfür wird angegeben, dass i. V. mit der 1919 erfolgten Freilassung der in 1918 inhaftierten damaligen acht WTG-Vorstandsmitglieder namentlich die der "bösartigen Feindschaft und Schürens von Verfolgung gegen die liebe WTG" (siehe "Geistlichkeit"; vgl. "Verfolgung") angeklagte RKK ihre "bisher unumschränkte Macht" verloren hätte. Dadurch sei das "neuzeitliche 'Babylonische Exil'" des "neuzeitlichen 'Geistigen Israel'" beendet worden, was – in typisch WTG-egozentrisch/narzisstisch/omphaloskeptischer Manier – in WTG-Organisationsgeschichte als "Neuzeitliche Wiederherstellung der 'Wahren Anbetung'" und "Geburt der 'Neuen Nation'" gefeiert wird. Betreffs der März 2016-Revision des "Neuzeitliches 'Babylonisches Exil'"-"Verständnisses" siehe "Babylonisches Exil".

Stellvertretendes Zitat aus dem Kommentar des "Tagestextes" vom 1.11.2015:

"1919 war dann offensichtlich, dass Groß-Babylon gefallen war."

Diese Behauptung wird "einfach so" in den Raum gestellt, ohne jegliche weitere Begründung weder für das Jahr 1919 an sich, noch dafür, wieso das hier postulierte Ereignis "offensichtlich" gewesen sein soll; der Leser soll dies einfach so glauben, weil es die WTG so sagt.

Weiterführend wird im "Wachtturm" vom Februar 2017 vierter "Studienartikel" S. 25 Abs. 10 "einfach so" – unbewiesen und unbeweisbar – behauptet:

"Im Jahr 1919, drei Jahre nach Bruder Russells Tod, setzte Jesus den „treuen und verständigen Sklaven“ ein. "

Betreffs des Irrtums der "Treuer und verständiger Sklave"-Doktrin siehe daselbst sowie "Leitende Körperschaft".

Schließlich behauptet die WTG, seit 1919 finde unter ihrer Leitung das von ihr eigenmächtig zu göttlich/biblisch/christlichem Gebot erhobene , als "Erntewerk" bezeichnete "Predigtwerk" ab. Betreffs des Fehlers dieser Behauptung siehe "Ernte; Erntewerk" und "Predigtauftrag".

Betreffs der Berechnung und zeitlichen Festlegung von in der Bibel enthaltener, symbolisch geschilderter, geistig/himmlischer Sachverhalte sowie ihre Verknüpfung mit konkret/historischen Daten und Ereignissen gelten folgende Regeln:

(1) "Man darf und sollte die Bibel nicht als Rechenbuch missbrauchen, da dies auf einen Irrweg führt."

(2) "Man sollte nicht versuchen, Einzelheiten der Offb-Visionen mit realhistorischen Gegebenheiten zu verknüpfen, da dies auf einen Irrweg führt."

1975

Dogma

Laut WTG der Abschluss von 6000 Jahren Menschheitsgeschichte seit der Erschaffung Adams, die von der WTG auf das Jahr 4026 v. Chr. festgelegt wird – Beispiel aus "Erwachet!" vom 8.4.1969 S. 14:

(Weitere Beispiele siehe www.manfred-gebhard.de/Essenz.htm)

Betreffs der Problematik i. V. mit der diese Hypothese begründenden Berechnungen siehe "Biblische Chronologie".

Bis 1975 proklamierte die WTG vermittels ihrer "öffentlichen Sprachrohre"/ihres "Zeugen Jehovas"-"Haus-zu-Haus"-Vertriebspersonals dieses Jahr als den Abschluss der "Letzten Tage/Zeit des Endes" und als den Zeitpunkt des Eintreffens des "Endes", des göttlichen Strafgerichts von Harmagedon bzw. sie schürte hochgespannte Erwartung in dieser Hinsicht – Beispiele:

WTG-Buch "Ewiges Leben in der Freiheit der Söhne Gottes" von 1966 Seite 30 – Großschreibung hier und in allen nachfolgenden Zitaten zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"Gemäß dieser [nur laut WTG-Einschätzung] zuverlässigen Bibelchronologie WERDEN 6000 JAHRE, von der Zeit der Erschaffung des Menschen an, MIT DEM JAHRE 1975 ENDEN, und DIE SIEBENTE PERIODE VON EINTAUSEND JAHREN MENSCHHEITSGESCHICHTE BEGINNT IM HERBST DES JAHRES 1975 U. Z."

Diese "siebente Periode von eintausend Jahren" wurde innerhalb der WTG und unter "Jehovas Zeugen" stillschweigend mit der "Tausendjahrherrschaft Christi" gleichgesetzt, die also im Herbst des Jahres 1975 beginnen sollte. Dies steht im größeren Rahmen des WTG-Konzeptes betreffs der Länge der in Gen Kap. 1 gelisteten "Schöpfungstage", die von der WTG auf "7000 Jahre pro Tag" festgesetzt wird; mehr hierzu siehe "Schöpfungstag".

Ansprache des "Bezirksaufsehers" Charles Sunutko anlässlich des "Bezirkskongresses" von 1967 in Sheboygan, Wisconsin/U.S.A:

"Es scheint, als ob Jehovah [die WTG] für feste Speise ["meat", "Fleisch" im engl. Original] zur rechten Zeit gesorgt hat, denn er [die WTG] hält uns allen EIN NEUES ZIEL vor Augen. EIN NEUES JAHR [eine weitere WTG-Falschprophezeiung, siehe "Ende, das"]. Etwas, dem es entgegenzustreben gilt, und es scheint geradeso, als ob uns dies so viel zusätzliche Energie und Kraft in dieser ABSCHLIESSENDEN BESCHLEUNIGUNG auf das Ziel hin verleiht. UND DAS IST DAS JAHR 1975. Nun, wir brauchen nicht darüber zu rätseln, was das Jahr 1975 bedeutet, wenn wir [nein, nicht die Bibel, sondern] den Wachtturm lesen. Und wartet nicht bis 1975. DIE TÜR WIRD BEREITS FRÜHER GESCHLOSSEN [so behauptet und wünscht die WTG]. Ein Bruder drückte es so aus: "STAY ALIVE TO SEVENTY-FIVE."

WTG-Broschüre "Wie lange wird es noch dauern?" Seite 20:

"In welchem Jahr wären dann die ersten 6000 Jahre Menschheitsgeschichte und auch die ersten 6000 Jahre des göttlichen Ruhetages zu Ende? [Entsprechend der Länge der sechs in Gen Kap. 1 gelisteten "Schöpfungstage", s. o., beträgt laut WTG auch die Länge dieses "göttlichen Ruhetages" 7000 Jahre.] IM JAHRE 1975. Das ist beachtenswert, besonders wenn man bedenkt, daß im Jahre 1914 die „letzten Tage“ begannen [betreffs des Irrtums dieser Behauptung siehe "1914"] und daß die Geschehnisse unserer Tage, durch die sich biblische Prophezeiungen erfüllen, diese Generation als die letzte dieser bösen Welt kennzeichnen. Wir können daher erwarten, daß sich in naher Zukunft Dinge abspielen werden, die alle, die an Gott und seine Verheißungen [in WTG-Interpretation] glauben, begeistern werden. Es bedeutet, daß wir im Laufe verhältnismäßig weniger Jahre Zeugen von der Erfüllung der restlichen Prophezeiungen sein werden, die mit der „Zeit des Endes“ zu tun haben."

"Der Wachtturm" vom 1.8.1968 S. 464:

1975      6000      Ende des sechsten 1000-Jahr-Tages der Existenz des Menschen (im Frühherbst)
2975      7000      Ende des siebten 1000-Jahr-Tages der Existenz des Menschen (im Frühherbst)

"Der Wachtturm" vom 15.11.1968 S. 686, Abs. 35

"Eines steht fest: Die biblische Chronologie, die durch die Erfüllung biblischer Prophezeiungen bestätigt wird, zeigt, DASS 6000 JAHRE MENSCHHEITSGESCHICHTE BALD, JA NOCH IN UNSERER GENERATION ENDEN WERDEN! (Matth. 24:34). Es ist daher jetzt nicht an der Zeit, gleichgültig zu sein und in den Tag hineinzuleben. Es ist nicht an der Zeit, mit dem Gedanken zu spielen, Jesus habe ja gesagt: „Von jenem Tage und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater“ (Matth. 24:36) [De facto verbietet es die WTG hier, die Worte Jesu Christi ernst zu nehmen]. Im Gegenteil, wir sollten uns ständig vor Augen halten, DASS DAS GEWALTSAME ENDE DES GEGENWÄRTIGEN SYSTEMS DER DINGE EILENDS HERANNAHT. Täuschen wir uns nicht: Es genügt, daß nur der Vater [und wir, die WTG] „Tag und Stunde“ kennt!"

"Erwachet!" vom 22. Mai 1969 (Englisch) S. 15:

"Falls du noch jung bist, mußt du der Tatsache ins Auge sehen, daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nicht alt werden wirst. Warum nicht? Alle Beweise in Verbindung mit der Erfüllung biblischer Prophezeiungen zeigen an, DASS DIESES VERDORBENE SYSTEM IN WENIGEN JAHREN ENDEN MUSS. Jesus sagte betreffs der Generation, die den Beginn der „letzten Tage“ in 1914 beobachtete: „Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis alle diese Dinge geschehen“. – Matth. 24:34. Deshalb WIRST DU ALS JUNGER MENSCH NIEMALS IRGEND EINE KARRIERE VOLLENDEN KÖNNEN, die dieses System bietet. Falls du noch zur Schule gehst und ein Universitätsstudium ins Auge faßt, bedeutet dies mindestens vier, vielleicht sogar sechs oder acht zusätzliche Jahre, um einen Abschluß in einem Spezialfachbereich zu erlangen. Doch wo wird DIESES SYSTEM dann sein? Es WIRD DABEI SEIN, ZU VERGEHEN, WENN ES DENN NICHT BEREITS VERGANGEN SEIN WIRD!"

"Der Wachtturm" vom 1.1.1970, Thema "Tausend Jahre Frieden nahen!" S. 16 Abs. 42:

"BALD werden die sechstausend Jahre, in denen er die Menschheit als seine Sklaven ausgebeutet hat, enden, sie werden NOCH ZU LEBZEITEN DER GENERATION enden, DIE, wie Jesus gemäß Matthäus 24:34 vorausgesagt hat, DIE WELTGESCHEHNISSE SEIT DEM ENDE DER ZEITEN DER NATIONEN IM JAHRE 1914 BIS HEUTE MITERLEBT HAT."

"Der Wachtturm" vom 1.2.1970 S. 92:

"…wir wollen fünf Jahre in die Zukunft schauen. DAS WÄRE DAS JAHR 1975. Was werden wir dann bedauern? Was tun wir gerade jetzt oder versäumen wir jetzt zu tun, so daß wir in einigen Jahren wünschen, wir hätten es getan oder anders getan? Jehova [die WTG] hat für genügend Aufschluß gesorgt, so daß wir mit Bestimmtheit den Lauf künftiger Ereignisse kennen können. Sein Wort [WTG-"Belehrung"] offenbart, DASS WIR UNS ZWEIFELLOS SCHNELL DEM ENDE DIESES GANZEN BÖSEN SYSTEMS DER DINGE NÄHERN.

"Der Wachtturm" vom 1.6.1970 S. 338 Abs. 34:

"Welch vortreffliche Möglichkeit für junge Menschen, ihrem Schöpfer in DEN WENIGEN JAHREN, DIE DEM GEGENWÄRTIGEN GEWALTTÄTIGEN SYSTEM DER DINGE NOCH VERBLEIBEN, zu dienen!"

"Der Wachtturm" vom 1.8.1970 S. 469 Abs. 5:

"…gemäß der biblischen Chronologie, nach der Adam im Herbst des Jahres 4026 v. u. Z. erschaffen wurde, wären im Jahre 1975 u. Z. 6000 Jahre Menschheitsgeschichte vergangen, und dann stünden uns noch 1000 Jahre der Königreichsherrschaft Christi bevor. Wenn wir auch das Datum für das Ende dieses Systems der Dinge nicht kennen, wissen wir doch genau, DASS DIE VERBLEIBENDE ZEIT VERKÜRZT IST UND DASS ES NUR NOCH ETWA SECHS JAHRE SIND BIS ZUM ENDE DER 6000 JAHRE MENSCHHEITSGESCHICHTE. (1. Kor. 7:29) Das stimmt auch mit den Worten Jesu überein, nach denen die Generation, die das Jahr 1914 und den Ausbruch des Ersten Weltkrieges erlebte, nicht vergehen soll, bis das Ende kommt. Gerechtigkeitsliebenden Menschen BLEIBT ALSO NUR NOCH EINE KURZE ZEIT, um Gott zu beweisen, daß sie in seiner „Arche“ Schutz finden und die Segnungen des neuen Systems der Dinge erleben möchten."

"Unser Königreichsdienst" vom Mai 1974 (Englisch) S. 3:

"Jawohl, DAS ENDE dieses Systems STEHT SO NAHE BEVOR! Ist das nicht ein Grund, unsere Aktivität zu erhöhen? …Es gibt Berichte von Brüdern, die ihre Häuser und Besitztümer verkaufen [gleich verführten Sektenanhängern, die unter Führung ihres Gurus auf einen Berg steigen oder in die Wüste gehen, um dort auf ihre Entrückung in Alienraumschiffen zu warten] und planen, ihre verbleibenden Tage in diesem alten System im Pionierdienst zu verbringen. Dies ist sicherlich eine [laut WTG] vortreffliche Weise, DIE KURZE ZEIT, DIE NOCH BIS ZUM ENDE DER BÖSEN WELT VERBLEIBT, zu verbringen."

Betreffs bereits früherer Jahre geäußerter WTG-Falschvoraussagen siehe "Ende, das".

Nachdem 1975 kam und ging, ohne dass das von der WTG so lautstark und voller Überzeugung proklamierte "Ende in Harmagedon" stattfand, veröffentlichte die WTG – und tut dies immer noch – diverse, sich ständig wandelnde und jeweils als "Neues Licht" bezeichnete Erklärungen betreffs eines unablässig "baldigen", "unmittelbar bevorstehenden", " greifbarer nahen Endes dieses Systems" (Harmagedon); siehe "Diese Generation". Da die WTG jedoch an der hochspekulativen Theorie, die Erschaffung des ersten Menschen sei in 4026 v. Chr. erfolgt und somit seien in 1975 "6000 Jahre Menschheitsgeschichte abgelaufen" weiterhin unbeirrt festhält, wird nun als apologetische Erklärung nachgeschoben, dass nicht die Erschaffung des ersten MANNES Adam, sondern die der ersten FRAU Eva maßgebend sei, da EVAS Erschaffung das "letzte Schöpfungswerk Gottes" repräsentiere und ERST DANN der in Gen 2,2.3 erwähnte "Ruhetag Gottes", die "siebte Periode von 7000 Jahren" angebrochen sei (auf der Grundlage der Hypothese, jeder der in der Gen aufgeführte "Schöpfungstage" dauere 7000 Jahre). Laut WTG besteht also das "Problem" darin, dass die Länge der Zeitdifferenz "x" zwischen der Erschaffung Adams und der Hervorbringung Evas unbekannt ist und deshalb niemand wissen kann, wann genau das siebte Jahrtausend – das letzte Jahrtausend des 7000 Jahre dauernden "Ruhetages Gottes" – beginnt; laut WTG beginnt es in 1975 + x. Solche hanebüchenen und an den Haaren herbeigezogenen Theorien müssen als "Missbrauchen der Bibel als Rechenbuch" und als "Unfug-mit-der-Bibel-treiben" zurückgewiesen werden.

Des Weiteren versucht die WTG, ihre "1975"-Falschprophezeiung auf dreisteste Art und Weise herunterzuspielen oder sogar zu leugnen und sich von jeglicher Schuld reinzuwaschen, indem sie nun behauptet, es sei die Schuld von "EINIGEN (!) Zeugen Jehovas" gewesen, die "falsche Erwartungen hegten", so als ob sie selbst – die WTG – hieran nicht beteiligt gewesen sei. Tatsächlich wurden in den prä-1975-Jahren neue "Zeugen Jehovas", die richtigerweise, weil bibelgemäß, auf Mat 24,36 und Mar 13,32 ("Tag und Stunde weiß niemand") verwiesen, von den Älteren unter dem Einfluss und Wirken von WTG-"Belehrung" massiv unter Druck gesetzt, die "1975 kommt das Ende"-Doktrin der WTG ohne Wenn und Aber als "Die Wahrheit" anzunehmen, zu verinnerlichen und als "Verkündiger" vermittels "Predigtdienst" selbst nach außen zu tragen (Originalton: "Wenn du nicht glaubst, dass 1975 Harmagedon kommt, dann bist du kein Zeuge Jehovas!" Zitat aus einer vor 1975 gehaltenen Ansprache des damaligen deutschen "Zweigaufsehers" Konrad Franke: "MAN KOMME MIR JETZT NICHT MIT 'TAG UND STUNDE WEISS NIEMAND'!". Siehe auch hier).

Somit verschweigt die WTG heute geflissentlich, dass SIE SELBST diese Auffassung gelehrt hat und nur IHRETWEGEN "Einige" zu dieser Auffassung gelangt sind. Mit ihrer heutigen, tatsachen- und geschichtsverfälschenden Darstellung tut sie nichts Geringeres, als die Verantwortung vermittels plump/tölpelhafter Rhetorik von sich auf "Einige" zu verlagern und die Tatsachen zu ihrem Vorteil zu verdrehen. Das allein ist schon unmoralisch und unehrlich – das Fehlen jeglichen Schuldbewußtseins und jeglicher Verantwortung für die Fälle, in denen das Vertrauen und der Glaube an die Richtigkeit des "1975"-Dogmas das Leben vieler Menschen schwerwiegend negativ beeinflusst und z. T. ruiniert hat, macht aus der "einfachen" Verdrehung mehr: Menschenverachtung und Zynismus. Damit löst die WTG jedoch eine noch viel entscheidendere Frage aus: Wie ist diese Art des Lehrens und dieses Verhalten mit dem vollmundigen Anspruch des obersten menschlichen WTG-Zentralkomitees, der "Treue und verständige Sklave" zu sein, der seinen Hausknechten "gute" und "nahrhafte 'Geistige Speise'" austeilt zu vereinbaren? Kann im Lichte des als krasse Irrlehre überführten "1975"-Dogmas der WTG wirklich von "Treue" und "Verständigkeit (Klugheit)" der obersten WTG-Führungsriege gesprochen werden? Vgl. dies mit den ähnlichen, unter "Neues Licht" aufgeworfenen Fragen.

Neben der Tatsache, dass sie sich gemäß Deut 18,22 in krassester Weise als "Falscher Prophet", der das Leben von Millionen Menschen ruiniert hat, erwiesen hat und immer noch tut, offenbart sich die WTG durch ihr nachfolgendes Verhalten und ihren Unwillen, sich zu ihren Fehlern zu bekennen und ein "mea culpa" auszusprechen (so, wie es z. B. die vielgescholtene RKK mittlerweile mehrmals tat), einmal mehr als das, was sie in Wirklichkeit ist: Ein in höchstem Grade unvollkommenes und fehlbares, rein menschliches, nicht von Gott geleitetes, in machiavellischer Weise einzig auf die Durchsetzung ihres Selbsterhalts und ihrer eigenzweckdienlichen Organisationsinteressen bedachtes Gebilde.

Als Folge dieser erneuten, "in den Sand gesetzten" "1975"-Vorhersage der WTG, durch die sie sich im Sinne von Deut 18,22 erneut und mehr als je zuvor als andere Menschen irreführender "Falscher Prophet" offenbarte (mehr hierzu siehe "Ende, das"), kam es zu einem Rückgang an "Verkündiger"-Zahlen, "Predigtdienststunden", "Heimbibelstudien" und zu einem massiven Einbruch an "Neugetauften"; viele enttäuschte und desillusionierte "Zeugen Jehovas" kehrten nach 1975 der WTG den Rücken, was sowohl von ihr selbst als auch von der WTG "gehorsamen", "ergebenen", "loyalen", "treuen" und "unterwürfigen" 'Zeugen Jehovas'" per "Berufung" auf 1Joh 2,19 ("Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so würden sie wohl bei uns geblieben sein; aber auf daß sie offenbar würden, daß sie alle nicht von uns sind") mit Chuzpe, kalter Unverfrorenheit und an Hass grenzender Gehässigkeit und Verachtung diesen "bösen Abtrünnigen" gegenüber beiseitegewischt wird, die es "halt nicht wert waren und die ohnehin nichts taugten und deshalb aus der Organisation 'ausgelesen' wurden". Der Fehler dieser Auslegung besteht darin, dass sich dieser Vers nicht auf das Verlassen einer rein menschlichen, von Menschen zur eigenzweckdienlichen Förderung eigener Vertriebssinteressen geschaffenen Organisation und ihres unbiblischen Hochleistungsevangeliums bezieht, sondern auf das "Ausgehen" vom "Leib Christi" und von wahrer christlicher Lehre, siehe "Abfallen; Abgefallene" sowie "Abtrünnig; Abtrünnige; Abtrünnigkeit".

 

Für eine generelle Bewertung von WTG-Behauptungen betreffs der "Mehrung" (Zuwachsraten; Zunahme) an "Jehovas Zeugen" siehe daselbst sowie unter "Beschleunigung des Werkes".

Sicherlich erfreut sich keine Gesellschaft oder Organisation, kein Betrieb oder Konzern immer nur steigender Zuwachszahlen; Schwankungen gehören für alle von Menschen geschaffenen Entitäten zur Normalität. Was jedoch den "Fall" der WTG so pikant macht ist die Tatsache, dass sie ZU JEDER ZEIT für jegliche ihrer Lautäußerungen de facto göttliche Inspiration, und für jegliche ihrer Organisations-Operationen und -Entscheidungen ohne Wenn und Aber göttliche Leitung beansprucht und diesen Anspruch mit dem Erhalt des reichen Segens Gottes "beweist", der dadurch zum Ausdruck kommen soll, dass es für die WTG immer nur aufwärts geht. Jedoch beweist die Entwicklung nach der 1975-Falschprophezeiung, dass auch die WTG "nur mit Wasser kocht" und dass es sich bei ihrem Wirken um nichts weiter als um unvollkommenes und rein menschliches Wollen, und organisationsprozessadministratives Wirken kleiner fehlbarer Menschen handelt, deren persönliche Meinungen auf keinen Fall weder in den Rang göttlicher Gebote, noch zu persönlichen Lebensleitlinien erhoben werden dürfen.

Abendmahl

Biblisch

Siehe "Gedächtnismahl(feier)".

Abfallen; Abgefallene

Abwertend
Dogma

Apostasie; auch "Abtrünnig werden; Abtrünnige" genannt. Die WTG und ihre Direktiven als unbiblisch, unchristlich und widergöttlich erkennen, sich von ihrer Bevormundung, ihrem Alleinanspruch auf Totalgehorsam befreien und sie verlassen. "Abgefallene" Dissidenten sind laut WTG alle ehemaligen, "Getauften" Zeugen Jehovas, die entweder aufgrund von "nicht 'Bereuten' Sünden/Unmoral" oder "Rebellion" gegen WTG-Dogmen und -Direktiven "Ausgeschlossen" wurden, oder die sich freiwillig von der WTG zurückgezogen haben, sei es durch "Untätigkeit" für die WTG oder aus rein intellektuellen Gründen. Aufgrund ihrer "Rebellion" und ihres "Ungehorsams" gegenüber der WTG bzw. ihres obersten Zentralkomitees werden "Abgefallene" ("Abtrünnige"; "Ausgeschlossene") auch als "Reuelose Missetäter" bezeichnet; sie gelten als die schlimmsten aller Menschen, "Geistig krank", infektiös, hochgefährlich. Sind zu meiden wie die Pest.

Betreffs einer im "Wachtturm" vom 8.1.1947 abgegebenen WTG-Stellungname GEGEN die RKK-"Exkommunizierungs"-Praxis siehe "Gemeinschaftsentzug".

Für die WTG gilt grundsätzlich: "Wer von 'Der Wahrheit' abfällt, ist selbst daran schuld", siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.7.1989 S. 22 – Großschreibung zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hier und in allen nachfolgenden Zitaten hinzugefügt:

"Es erfordert Mut, zuzugeben, daß UNSERE EIGENEN FALSCHEN NEIGUNGEN die Ursache für den Verlust unseres Glaubens [unserer Totalausrichtung auf die WTG] waren. Doch das zu tun ist der erste Schritt auf dem Weg zurück zu einem engen Verhältnis zu Jehova [zu Totalunterwerfung unter das totalitäre Diktat der WTG]."

D. h.: Für die WTG ist niemals sie selbst – ihre falschen Lehren und ihr kritikwürdiges Verhalten bzw. dasjenige der von ihr akkreditierten Hierarchiefunktionäre – der Auslöser von "Abfall", sondern AUSSCHLIESSLICH und IMMER die Schuld des Einzelnen aufgrund seiner "falschen Neigungen".

"Der Wachtturm" vom 15.12.1981 S. 22 Abs. 14-16 belegt den unsäglich anmaßenden, hochmütigen und selbstgerechten Geist der WTG gegenüber Personen, die von ihrem Grundrecht auf Glaubens- und Meinungsfreiheit (mehr hierzu siehe unten), sowie von ihrer gottgegebenen Denkfähigkeit Gebrauch machen und sich entscheiden, ihren Weg nicht mehr unter WTG-Diktat fortzusetzen:

"Es könnte sein, daß jemand, der ein wahrer Christ [ein der WTG unterstellter Befehlsempfänger] war, den Weg der Wahrheit [WTG-Doktrin] verlassen hat und erklärt, er betrachte sich nicht mehr als ein Zeuge Jehovas oder wünsche nicht mehr, als ein solcher bekannt zu sein. Wenn dieser seltene Fall [WTG-Wunschvorstellung] eintritt, gibt der Betreffende seinen Stand als Christ [als ein der WTG unterstellter Befehlsempfänger] auf und verläßt vorsätzlich die Gemeinschaft der Versammlung [die WTG, aber nicht notwendigerweise die wahre Enklesia und die Gemeinschaft des "Leibes Christi"]. Der Apostel Johannes schrieb: „Sie sind von uns ausgegangen, aber sie sind nicht von unserer Art gewesen; denn wenn sie von unserer Art gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben“ (1. Joh. 2:19). [Betreffs der Falschanwendung dieses Bibeltextes s. u.]

Oder jemand mag durch seine Handlungen seinen Platz in der Christenversammlung [in der WTG,dto.] verlassen, zum Beispiel dadurch, daß er ein Teil einer Organisation wird, deren Ziele schriftwidrig [nicht WTG-konform bzw WTG-interessenfördernd] sind, und dadurch unter das Urteil Jehovas [der WTG] zu stehen kommt (vergleiche Offenbarung 19:17 bis 21; Jesaja 2:4). Wenn sich also jemand, der ein Christ [ein der WTG unterstellter Befehlsempfänger] ist, denen anschließt, die Gott [die WTG] mißbilligt, wäre es für die Versammlung angebracht, durch eine kurze Bekanntmachung zu bestätigen, daß er die Gemeinschaft verlassen hat und kein Zeuge Jehovas mehr ist.

PERSONEN, DIE DEN GLAUBEN UND DIE GLAUBENSLEHREN DER ZEUGEN JEHOVAS VORSÄTZLICH VERWERFEN [wozu sie aufgrund universeller Glaubens- und Meinungsfreiheit völlig berechtigt sind] und dadurch selbst zeigen, daß sie „nicht von unserer Art“ sind [d. h. nicht-WTG-approbiert], SOLLTEN passenderweise SO BETRACHTET UND BEHANDELT WERDEN WIE JEMAND, DEM WEGEN EINES UNRECHTS [einer "Sünde" oder eines Verbrechens] DIE GEMEINSCHAFT ENTZOGEN WORDEN IST [womit sich die WTG an Gottes Stelle setzt, indem sie eigenmächtig festlegt, was "Unrecht" – also "Sünde" ist]."

Diese WTG-seitige eigenmächtge Gleichsetzung der Ausübung des Rechts auf Glaubens- und Meinungsfreiheit mit "Sünde" – "Unrecht" – muss als unbiblische und krass blasphemische Anmaßung sowie als grenzenlose Vermessenheit aufs Entschiedenste zurückgewiesen werden. Nur Gott hat das Recht, festzulegen, was "Sünde" ist; keinem kleinen, unvollkommenen Menschen, noch einer von fehlbaren Menschen geschaffenen, durch und durch unvollkommenen Organisation wie der WTG steht dieses Recht zu.

Bereits im "Wachtturm" vom 15.1.1953 S. 63 verstieg sich die WTG zu folgender ungeheuerlichen Aussage gegenüber "Abgefallenen":

"Da uns durch die Gesetze der weltlichen Nationen, unter denen wir leben, und auch durch die Gesetze Gottes durch Christus Jesus Schranken auferlegt sind, können wir nur bis zu einem gewissen Grade gegen Abgefallene Schritte unternehmen, das heißt in Übereinstimmungen mit beiden Gesetzgebungen. Das Gesetz des Landes und das Gesetz Gottes durch Christus Jesus verbietet uns, ABGEFALLENE ZU TÖTEN, auch wenn sie Glieder unserer eigenen Blutsverwandtschaft sind… Satans Einfluß durch das Familienglied, dem die Gemeinschaft entzogen ist, wird darauf gerichtet sein, das andere Glied oder die anderen, die in der Wahrheit sind, zu veranlassen, sich jenem Glied in seiner Handlungsweise oder in seiner Stellung zu Gottes Organisation anzuschließen. Das zu tun würde sich unheilvoll auswirken…"

Der "aufschlussreiche Hinweis", "Ausgeschlossene" aufgrund der herrschenden Gesetzeslage nicht "töten" zu können, muss im Lichte des "Geistig tot"-Dogmas der WTG mit "leider" ergänzt werden: "Wir würden ja gerne, aber wir dürfen nicht…". Hier offenbart sich der wahre, "rutherfordesk" aggressiv/bösartige Geist der WTG (nicht nur) ihren Dissidenten gegenüber: Sie würde sie am liebsten tot sehen. Des Weiteren versucht die WTG vermittels solch angst- und panikschürender Aussagen sowie emotional extrem negativ aufgeladenen Vokabulars ("unheilvoller satanischer Einfluß") gezielt einen Keil zwischen "loyale 'Zeugen Jehovas'" und ihre "ausgeschlossenen" Angehörigen zu treiben, indem letztere als bösartige, "unheilbringende Werkzeuge Satans" verunglimpft werden, denen es einzig darum geht und die danach lechzen, die "lieben und treuen Zeugen Jehovas'" von "Der Wahrheit" abspenstig zu machen. Solch dubiose Behauptungen müssen als extrem irreführend sowie als in höchstem Maße verunglimpfend aufs Entschiedenste zurückgewiesen werden.

Zwecks weiterer "theologischer Untermauerung" ihrer drakonischen Forderung an organisationsloyale "Zeugen Jehovas", sich innerlich von "abgefallenen" ("abtrünnigen"; "ausgeschlossenen") Familienangehörigen zu lösen und diese als "Geistig tot" zu betrachten, usurpiert die WTG das von JHWH an den Hohenpriester Aaron und dessen beiden überlebenden Söhnen laut Lev 10,6 ergangene Gebot, nicht um die getöteten Söhne Aarons, Nadab und Abihu, zu trauern. Laut anläßlich des "Regionalkongresses" 2016 per Videospielfilm erteilter Anweisung (eine Mutter erkennt anhand des Displays ihres Telefons, dass ein Anruf ihrer vor 15 Jahren "ausgeschlossenen" Tochter eingeht; sie nimmt den Anruf nicht entgegen) dürfen Eltern nicht mehr mit ihren "ausgeschlossenen" Kindern ein Telefongespräch führen. Hierdurch wird unzweifelhaft belegt, dass seitens der WTG der Tatbestand der absichtlichen und böswilligen Familienzerstörung zum Zwecke der Förderung ihrer eigenen Organisationsinteressen (ideologische Befriedung ihrer Befehlsempfängerherde zwecks leichterer Manipulation derselben) erfüllt ist.

Auch das "Beispiel" des Königs Jehu, dem von JHWH geboten wurde, die Familie des "Abtrünnigen" Königs Ahab hinzurichten, wird von der WTG usurpiert, um "Abtrünnige" als verurteilungswürdige und hassenswerte, den Tod verdienende, "Geistig tote" Unmenschen zu verunglimpfen. Man beachte die extrem negativ emotionsgeladene und blutrünstig "aufgeheizte" Wortwahl im einem diesbezüglichen "Wachtturm"-Artikel vom 15.11.2011 S. 3-5, vermittels derer von der WTG "abtrünnig" gewordene Menschen in verleumderischer Weise als die übelsten Unmenschen sowie als hassens- und hinrichtungswürdige, zu "eliminierende" Individuen gebrandmarkt werden:

"Isebel — die Witwe des frevelhaften Ahabs und Mutter des amtierenden Königs Joram — trieb ihr Unwesen. Sie förderte den Baalskult und unterdrückte mit Macht die Anbetung Jehovas. Sie ließ Gottes Propheten umbringen und übte durch ihre „Hurereien“ und „Zaubereien“ einen fatalen Einfluss auf das Volk aus (2. Kö. 9:22; 1. Kö. 18:4, 13). Jehova verfügte daher, dass die ganze Familie Ahabs ausgelöscht werden sollte, selbst Joram und Isebel. Jehu sollte hierbei die Speerspitze bilden…

[Elisa] sollte Jehu zum König salben und ihm die Anweisung geben, jedes männliche Wesen der abtrünnigen Familie Ahabs zu töten (2. Kö. 8:28; 9:1-10)…

[Jehu] spannte seinen Bogen und zielte auf Joram. Der Pfeil durchbohrte sein Herz und er brach im Kriegswagen tot zusammen…

Danach konzentrierte sich Jehu auf das nächste Mitglied aus Ahabs Familie auf seiner Todesliste: die niederträchtige Königin Isebel — „diese Verfluchte“, wie Jehu sie mit Recht nannte. …Ohne ein Wort an sie zu verschwenden, befahl er den Hofbeamten, sie aus dem Fenster zu werfen. Dann ließ er seine Pferde über sie hinwegtrampeln… Danach eliminierte Jehu noch Dutzende andere der Familie Ahabs (2. Kö. 9:30-34; 10:1-14).

Der Gedanke an so viel Blutvergießen ist natürlich nicht besonders schön, aber man muss sich hierbei klarmachen, dass Jehova damals seine Diener als seine Urteilsvollstrecker einsetzte…

Heute setzen wir als Diener Jehovas gegen niemand körperliche Gewalt ein, der sich gegen Gottes Normen [i. e. gegen WTG-Anweisungen] für seine Anbetung stellt. „Mein ist die Rache“, sagt Gott (Heb. 10:30). Damit die Versammlung vor möglichen verderblichen Einflüssen geschützt ist, müssen Älteste allerdings mitunter genauso mutig sein wie Jehu (1. Kor. 5:9-13). Und jeder Einzelne in der Versammlung muss entschlossen sein, den Umgang mit Ausgeschlossenen zu meiden (2. Joh. 9-11)."

Durch die direkte Parallelsetzung der "abtrünnigen" AT-Gestalten der Isebel, des Joram, und anderer Glieder der "bösen" Familie Ahabs, die von Gott gerichtet wurden, mit heutigen Personen, die sich aus welchen Gründen auch immer entscheiden, ihren Weg nicht weiter mit – unter der Direktive – der WTG fortzusetzen, werden diese Menschen auf irreführende und hetzerisch/verleumderische Weise mit all den "schrecklichen" Attributen belegt, die auf die "abtrünnigen Missetäter" des AT Anwendung finden: "Frevelhaft", ihr Unwesen treiben", mörderisch, hurerisch, "Zaubereien" treibend, "fatal", "niederträchtig", "verflucht", "verderblich"; sie werden mit zu "eliminierendem" und zu "zertrampelndem" Ungeziefer gleichgesetzt.

Durch all dieses aufwühlend/demagogische Hetzen gegen freie Menschen, die von ihrem fundamentalen Grundrecht auf Meinungs-, Entscheidungs- und Handlungsfreiheit (Artikel 18 der 'Universellen Erklärung der Menschenrechte', siehe unten) Gebrauch machen, ist seitens der WTG und ihres obersten Zentralkomitees, welches für solche "Belehrung" und Direktiven verantwortlich zeichnet, zweifelsfrei der Tatbestand der Verleumdung, der Verunglimpfung und der Verhetzung erfüllt, sowie die Anwendung der von Jesus Christus gemäß Mat 5,22 geäußerten Drohung: "Wer aber irgend zu seinem Bruder sagt: Raka! (ῥακά; von רָקַק rāqaq, spucken; Ausdruck höchsten Ärgers und Verachtung: Jemand, auf den man spuckt) wird dem Synedrium verfallen sein; wer aber irgend sagt: Du Narr! (μωρός mōrós, Schurke, Schuft; charakterlich/moralisch schlechter Mensch) wird der Gehenna des Feuers verfallen sein."

Des Weiteren besteht der Fehler obiger, seitens der WTG vorgenommenen "1:1-Direktübertragungen" inspirierter Gebote Gottes auf sich selbst bzw. auf eine rein menschlich/eigenzweckdienliche Direktive ihres obersten Direktoriums darin, dass keine von Menschen geschaffene Organisation bzw. deren aus unvollkommenen, fehlbaren Menschen bestehendes Leitungsgremium jemals über gleiche Vollmacht wie der Allmächtige Gott bzw. die von ihm inspirierten Propheten früherer Zeiten verfügen kann. Eine derartige Gleichsetzung ihrer "Ausgeschlossenen"-Direktive, die lediglich auf gruppendynamische Homogenisation zwecks leichterer Steuerbarkeit ihrer "Zeugen Jehovas"-Befehlsempfängerherde abzielt, mit einem göttlich inspirierten Gebot der Bibel, bei dem es tatsächlich um Verletzung echt göttlicher, inspirierter Anweisungen geht, muss als blasphemische Anmaßung und Selbstüberhebung seitens der WTG und ihres obersten Zentralkomitees aufs Entschiedenste zurückgewiesen werden.

Vgl. dies auch mit den unter "Ausgeschlossene" aufgeführten WTG-Aufrufen zur Mitleidslosigkeit und sogar zu Hass gegenüber dieser Personengruppe.

Im "Wachtturm" vom 15.3.1986 fährt die WTG unter Aufbietung erheblicher verbaler Mittel schweres Geschütz gegen den von ihr so gefürchteten "Abfall" auf, indem hier versucht wird, Angst, Furcht und Panik auf seiten WTG-höriger "Zeugen Jehovas" zu schüren und diese vermittels Gedankenkontrolle und dem Evozieren von Schuldgefühlen gegen jegliche Möglichkeit eines auch nur ansatzweisen Nachdenkens über und Hinterfragens von WTG-Doktrin und -Direktiven zu inokulieren:

S. 12 Abs. 7: "Nun, was wirst du tun, wenn du mit den Lehren Abgefallener konfrontiert wirst, mit spitzfindigen Überlegungen [betreffs derer die WTG selbst Meister ist in ihren pseudogelehrten Bibelverdrehungen in "Fragen von Lesern" u. a.], durch die dein Glaube als Zeuge Jehovas zur Unwahrheit abgestempelt werden soll? Was wirst du beispielsweise tun, wenn du einen Brief oder eine Sendung von Schriften erhältst und beim Öffnen gleich erkennst, daß sie von einem Abgefallenen stammen? Wird dich deine Neugier veranlassen, sie zu lesen, nur um zu sehen, was er zu sagen hat? Möglicherweise denkst du: „Es wird mir nichts anhaben können; ich stehe zu fest in der Wahrheit. Und wenn wir die Wahrheit haben, brauchen wir nichts zu befürchten. Die Wahrheit wird der Prüfung standhalten.“ Einige, die so dachten, haben ihren Sinn mit dem Gedankengut Abgefallener genährt und sind Fragen und Zweifeln zum Opfer gefallen. Vernichtest du wohlweislich die Schriften Abtrünniger?"

S. 15 "Erinnerst du dich?": Warum ist das Lesen der Schriften Abtrünniger mit dem Lesen pornographischer Literatur vergleichbar?"

S. 17 Abs. 8: "Nimm dich vor Personen in acht, die ihren eigenen, andersartigen Meinungen Geltung zu verschaffen suchen."

S. 20 Abs. 18: "Sei daher in deinem Herzen fest entschlossen, niemals mit dem Gift in Berührung zu kommen, das Abtrünnige dir anbieten wollen."

Vgl. diese verbalen Entgleisungen mit den skurril/pathologischen "Abscheu, Ekel und Haß empfinden"/"Giftschlangen"-Anweisungen unter "Ausgeschlossene". Vgl. auch mit der verbalen Kriminalisierung eigenen Nachdenkens unter "Eigenes Denken".

Im "Wachtturm" vom 1.11.1980, Seite 19 erklärt die WTG, dass "Zweifel" – mithin: Nachdenken und analysieren – an der Richtigkeit von jeweils aktueller WTG-Lehre zu "Abfall/Abtrünnigkeit" führt und deklariert dies sodann zu "verdammungswürdigem 'Stolz'":

"Wer also mit seinen Zweifeln so weit geht, daß er abtrünnig wird, schwingt sich zum Richter auf. Er denkt, er wisse es besser als seine Mitchristen und auch besser als der „treue und verständige Sklave[i. e., die "Leitende Körperschaft"], durch den er das meiste, wenn nicht sogar alles, gelernt hat, was er über Jehova Gott und seine Vorsätze weiß."

Auszug auf dem Kommentar zum "Tagestext" vom 27.4.2015:

"Näherer Umgang mit [Personen, die auf Abtrünnigkeit zusteuerten] war besonders gefährlich und musste gemieden werden. Heute ist es nicht anders (Spr. 13:20). …[Wir] müssen unbedingt auf der Hut sein, wenn jemand, der unsere Zusammenkünfte besucht, uns in Diskussionen über persönliche Mutmaßungen hineinziehen oder etwas bekritteln will."

Im "Wachtturm" vom 15.3.1982 S. 21 Abs. 17 werden zu "Feinden der Wahrheit" gewordene, ehemalige "abgefallene/abtrünnige 'Zeugen Jehovas'" als "illoyale Mitsklaven" bezeichnet, wobei die moralische Abwertung als "illoyal" auf der WTG-Usurpation und Neudefinierung der "Loyalitäts-" und "Treue"-Begriffe beruht, siehe "Loyal, Loyalität" und "Treu; Treue", sowie die WTG-Verdrehung des "Wahrheits"-Begriffes in ihrem Sinne Verwendung findet, siehe "Wahrheit, die". Des Weiteren enthält diese Passage folgende zutreffende Beobachtung:

"Diese illoyalen ,Mitsklaven‘ sind des weiteren der Meinung, es bestehe die Gefahr, die Gesellschaft zu vergöttern [was genau so unter "Jehovas Zeugen" auf Anweisung und gemäß dem Willen des obersten, "gottgleichen" WTG-Zentralkomitees geschieht], und um dies zu vermeiden, sei es praktisch notwendig, sich von ihr abzuwenden oder ihr den Rücken zu kehren. Sie sagen: Wir wollen die Bibel studieren, aber ohne die Veröffentlichungen der Gesellschaft [womit sie genau das Richtige tun, nämlich Gottes Wort "sola scriptura", mit Gottes Geist, doch ohne die nichtinspirierten Zusätze fehlbarer Menschen empfangen]."

All diese Passagen belegen, dass gemäß WTG-Verdikt jeder, der seine Denkfähigkeit gebraucht, so, wie es ihm gemäß Apg 17,11; 2Kor 13,5; 1Thess 5,21 und 1Joh 4,1 von Gott nicht nur gestattet, sondern sogar geboten ist, ein "böser 'Rebell'" ist, der im "göttlichen Strafgericht von Harmagedon die Strafe ewiger Vernichtung erleiden" wird, sofern er sein Denken nicht unterdrückt, seine Zweifel beiseiteschiebt und sich der WTG und ihrem menschlichen, nichtinspirierten Lehr- und Direktivenkodex wieder in bedingungslosem Gehorsam unterordnet. Dies belegt die panische Angst, die die WTG davor hat, dass ihre auf weiten Strecken menschlichen, unbiblischen, selbstersonnenen und großenteils eigenzweckdienlichen Dogmen und Direktiven auf den Prüfstand der Bibel und biblisch/christlicher Vernunft kommen. Des Weiteren belegt diese Passage den ungeheuerlichen, megalomanen Anspruch der WTG bzw. des sie vertretenden, obersten Zentralkomitees, der einzige Quell wahrer Gotteserkenntnis und die "Einzig Wahren und Erleuchteten" auf der Erde zu sein, die im Alleinbesitz göttlicher Wahrheit sind. Der eklatante Irrtum eines solchen Anspruches besteht darin, dass nur das geoffenbarte Wort Gottes, welches derzeit in der Bibel vorliegt ("sola scriptura") und von Gott selbst vermittels seines Heiligen Geistes erklärt wird (1Kor 2,10-13), die Quelle wahrer Erkenntnis ist; siehe 1Kor 4,6.

Abgeleitet von 1Kor 5,5 und 1Tim 1,20 werden von der WTG "Abgefallene" als "Dem Satan übergeben" (siehe daselbst) betrachtet, wobei sich die WTG hier mit dem inspirierten Apostel Paulus auf der gleiche Stufe stehend betrachtet, der eine solche Handlung kraft der ihm von Gott tatsächlich verliehenen Autorität auch vornehmen konnte. Seitens der nicht von Gott inspirierten WTG jedoch liegt Autoritätsanmaßung und maßlose Selbstüberschätzung vor. Mehr hierzu siehe "Dem Satan übergeben".

Unter Missbrauch von 2Pet 2,22 verspottet die WTG "Abgefallene Zeugen Jehovas", die sich aufgrund eigenen Nachdenkens von WTG-Dogmen distanzieren, da sie deren Fehlerhaftigkeit und Willkür erkannt haben, als "Hunde, die zu ihrem eigenen Gespei umkehren " und als "Säue, die sich im Kot wälzen", womit sich auch hier der WTG krankhafte Megalomanie und ihre pathologische Arroganz offenbart. Der Fehler von WTG-Anwendung dieses Bibelverses besteht darin, dass sich der inspirierte Apostel hier auf Menschen bezieht, die sich von göttlich/inspirierter, der apostolischen Urchristengemeinde durch das Walten des Heiligen Geistes geoffenbarter Wahrheit (nicht von menschengemachten, von unvollkommenen Menschen ersonnenen Organisationsdirektiven wie jenen der WTG) nicht nur zurückgezogen haben, sondern diese aktiv bekämpfen. Die WTG usurpiert also diese Aussage Petri auf illegale Weise, indem sie diese zur eigennützigen Stützung ihrer menschlichen Organisationsinteressen verdreht.

Mit Bezug auf "Abgefallene" usurpiert die WTG 1Joh 2,19 und behauptet, dieser Vers beziehe sich auf alle "ehemaligen 'Zeugen Jehovas'", die von der WTG "Abfallen" oder "Abtrünnig" geworden sind (NWÜ-Wortlaut: "Sie sind nicht von unserer (i. e. 'Zeugen Jehovas'-) Art gewesen"), was eine krasse Falschanwendung darstellt, da es hier nicht um Menschen geht, die sich aufgrund ihrer freien Willensentscheidung von einer rein menschlichen Organisation, die über keinerlei göttliche Legitimation verfügt, abgewandt haben, sondern um "Antichristen", also Christusfeinde, die sich laut 2Joh 9 aktiv gegen Christus und das Christentum stellen. Vgl. auch "Keinen Gruß entbieten".

In welchem Ausmaß sich das menschliche, sich selbst eingesetzt habende oberste Zentralkomitee der WTG auf grenzenlos/blasphemische Weise anmaßt, über das Gedanken- und Geistesleben Millionen anderer Menschen auf absolutistisch/diktatorisch/totalitäre Art zu herrschen und Dissidenten entweder auf Linie zu knüppeln oder sie abzuurteilen und auszustoßen, wird aus einem von der WTG in den U.S.A "An alle Kreis- und Bezirksaufseher" vertraulich versandten Brief mit dem Aktenzeichen SCG:SSF vom 1.9.1980 deutlich – übersetzter Auszug mit eingefügten Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck:

"Behaltet im Sinn, daß – um ausgeschlossen zu werden – ein Abgefallener nicht ein Förderer abtrünniger Ansichten sein muss. Wie im Wachtturm vom 1. August 1980, Seite 17 Absatz 2 erklärt, stammt das Wort 'Abfall (English: Apostasy)' von einem griechischen Begriff, der 'ein Abstehen von', 'ein Abfallen von, Abtrünnigkeit', 'Rebellion, Lossagung' bedeutet. Wenn somit ein getaufter Christ [d. h. ein der WTG durch seine "Hingabe und Taufe" verpflichteter Zeuge Jehovas] die Lehren Jehovas, so, wie sie vom treuen und verständigen Sklaven dargelegt werden [d. h. die menschlichen Lehren der WTG] verläßt und damit fortfährt, trotz schriftgemäßer [WTG-direktivengemäßer] Zurechtweisung andere Glaubenslehren für wahr zu halten, dann ist er abtrünnig [von der WTG, aber nicht notwendigerweise von wahrer göttlich/biblischer Lehre]. Es sollten liebevolle Anstrengungen unternommen werden, sein Denken richtigzustellen. Wenn er jedoch nach solchen Anstrengungen weiterhin darin fortfährt, seinen abtrünnigen Ideen Glauben zu schenken und das, was ihm durch die 'Sklavenklasse' dargeboten wird, zurückzuweisen, dann werden angebrachte rechtliche Schritte unternommen [d. h. es wird ein 'Rechtskomitee' zwecks Anklageerhebung mit nachfolgendem 'Gemeinschaftsentzug' eingesetzt]."

Siehe auch die Frage B.5 des WTG-Formulars A-8-X Ge 10/15 "BEWERBUNG UM AUFNAHME IN DEN WELTWEITEN ORDEN DER SONDERVOLLZEITDIENER DER ZEUGEN JEHOVAS": "Glaubst du, dass die von Jehova kommende geistige Speise durch den treuen und verständigen Sklaven vermittelt wird, und lebst du gemäß dem, was er lehrt?"

Man beachte die "einfach so"-Behauptung, die "Geistige Speise" genannten, menschlichen, nichtinspirierten und sich ständig wandelnden WTG-Organisationsdogmen und -Direktiven seien göttlichen Ursprungs, sowie die in eine Frage gekleidete abschließende Anweisung: "Lebst du gemäß dem, was ER [d. h. das oberste WTG-Zentralkomitee – nicht "Gott", "Jesus Christus" oder "Die Bibel"] lehrt?" Für eine weiterführende Analyse dieser Behauptungen und Direktiven siehe "Leitende Körperschaft" sowie "Treuer und verständiger Sklave".

Betreffs der Behandlung von "Abgefallenen" schüttet die WTG das Kind mit dem Bad aus, denn es gibt keinerlei biblische Grundlage, über Personen, die unter Ausübung ihres freien Willens entscheiden, die WTG zu verlassen, ohne sie bekämpfen oder andere "Zeugen Jehovas" hinter sich her ziehen zu wollen, eine Totalexkommunikation (siehe "Gemeinschaftsentzug") zu verhängen, unter Anordnung eines absoluten Gruß-, Rede- und Kontaktverbotes für die verbliebenen Zeugen Jehovas. Der Fehler der diesbezüglichen WTG-Doktrin liegt in einer willkürlichen und biblisch nicht zu begründenden Vermischung ("Rösselsprungmethodik") von Röm 16,17; 1Kor 5,11.13; 2Thess 3,6.14 (kein totales Gruß- und Redeverbot) mit 2Joh 10.11 (Christusfeinde, die andere hinter sich herziehen wollen, V. 9.10a). Für erstere Gruppe gilt vielmehr Jesu Toleranz- und Respektgebot laut Mar 9,38-40 und Luk 9,49,50, falls sie weiterhin an Gott, Christus und die Bibel glauben, jedoch in einer nicht-WTG-approbierten Version, oder – laut Paulus – maximal, sie zu "meiden", zu "Bezeichnen" oder "abzuweisen", wobei sie laut 2Thess 3,15 weiterhin als Brüder – nicht als Feinde – angesehen werden sollten; oder – laut Jud 22.23 – ihnen "Barmherzigkeit" zu erweisen, je nach Szenario.

Im Lichte des unablässigen, demagogischen Hetzens der WTG gegen "Abgefallene/Abtrünnige", sowie ihres Konstrukts einer Verbindung zwischen "Kritischem Denken" mit dem Wirken "Satans" (ein Beispiel hierzu siehe unter "Zweifel") gilt, dass die Feststellung "Die Wahrheit hat eine Prüfung nicht zu fürchten; die Lüge fürchtet nichts so sehr wie die Wahrheit" vollumfänglich auf die WTG und ihre pseudo-"biblische" Ideologie zutrifft.

In ihrer öffentlichen Selbstdarstellung leugnet die WTG beharrlich und vehement, dass ehemalige "Zeugen Jehovas" von "Aktiven" ignoriert werden müssen und dass ein totales Gruß-, Rede- und Kontaktverbot besteht, was im Lichte ihrer "Theokratische Kriegführungs"-Praxis als krasse Irreführung und eklatante Falschaussage gewertet werden muss.

Im Lichte des Wütens der WTG gegen von ihr "Abgefallene" überrascht es nicht, dass der Münchner Psychologe Dieter Rohmann "Jehovas Zeugen" als "gefährliche Sekte mit regelrecht faschistischen Strukturen" klassifiziert, siehe www.faz.net/aktuell/rhein-main/zeugen-jehovas-flucht-zu-den-weltmenschen-11844365.html (Zitat:

"Wer sich von ihr Gemeinschaft abwende, werde verachtet und gehe aller seiner Kontakte verlustig, oft seien Aussteiger suizidgefährdet").

Angesichts des rigoros/drakonischen Vorgehens der WTG gegen "Zeugen Jehovas", die von ihrem Grundrecht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit Gebrauch machen und sich für ein von der WTG tagesaktuell vorgegebener Glaubenslehre abweichendes "Verständnis" entscheiden bzw. dafür, ihren Weg nicht mehr unter WTG-Direktive fortzusetzen, wird passenderweise festgestellt, dass hier WTG-seitig eine massive Verletzung des Artikels 18 der 'Universellen Erklärung der Menschenrechte' vorliegt, in dem es heißt:

"Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden."

Auf der anderen Seite fordert die WTG – so wie Scientology und andere totalitäre Gemeinschaften auch – genau dieses Recht lautstark und medienpublik für sich selbst und für ihr "Werk", wenn Behörden oder Regierungen es wagen, ihr irgendwelche Beschränkungen aufzuerlegen, womit der WTG unchristliche Doppelbödigkeit und Heuchelei offen zutage tritt. Mehr hierzu siehe das Zitat von M. James Penton unter "Kritik; kritisches Denken".

Abgleiten

Abwertend
Biblisch/umgedeutet

Begriff aus Heb 2,1 laut NWÜ; auch "Sich zurückziehen" und "Zurückweichen" genannt, siehe daselbst. Von der WTG auf sich selbst bezogen interpretiert: Sich zunehmend nicht mehr voll und ausschließlich auf die WTG bzw. auf ihre Interessen ausrichten; sich weniger für die WTG "Verausgaben"; entweder, weil man "Ichsüchtigen" oder "Weltlichen" Interessen verstärkte Aufmerksamkeit widmet, oder "Eigenes" bzw. "Kritisches Denken" eingesetzt hat und man beginnt, WTG-Dogmen zu durchschauen und als das zu erkennen, was sie wirklich sind, nämlich von Menschen ersonnene, pseudobiblische Richtlinien und Direktiven eines Zeitschriftenverlages, die entweder weit über das hinausgehen, was in der Bibel geschrieben steht (1Kor 4,6 laut NWÜ), oder jeglicher biblischen Grundlage entbehren wie z. B. das WTG-Gebot zum "Predigtdienstberichten", die Direktive, nur einen "Zeugen Jehovas" zu heiraten, oder die "Überlappende Generation"-Doktrin. Am Ende stehen "Untätigkeit" oder "Abfall/Abtrünnigkeit", was laut WTG von Gott im göttlichen Strafgericht von "Harmagedon" mit "Ewiger Vernichtung" bestraft wird.

Der Fehler in WTG-Auslegung dieses Begriffes besteht darin, dass er sich auf "Abgleiten" VON GOTT UND INSPIRIERTER GÖTTLICHER WAHRHEIT bezieht, nicht auf das Zurückweisen von Menschen oder von einer unvollkommenen, menschlichen Organisation aufgestellten Behauptungen.

Für die WTG gilt grundsätzlich: "Wer von 'Der Wahrheit' abgleitet, ist selbst daran schuld", siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.7.1989 S. 22 – Großschreibung zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hier und in allen nachfolgenden Zitaten hinzugefügt:

"Es erfordert Mut, zuzugeben, daß UNSERE EIGENEN FALSCHEN NEIGUNGEN die Ursache für den Verlust unseres Glaubens [unserer Totalausrichtung auf die WTG] waren. Doch das zu tun ist der erste Schritt auf dem Weg zurück zu einem engen Verhältnis zu Jehova [zu Totalunterwerfung unter das totalitäre Diktat der WTG]."

D. h.: Für die WTG ist niemals sie selbst – ihre falschen Lehren und ihr kritikwürdiges Verhalten bzw. dasjenige der von ihr akkreditierten Hierarchiefunktionäre – der Auslöser von "Abgleiten", sondern AUSSCHLIESSLICH und IMMER die Schuld des Einzelnen aufgrund seiner "falschen Neigungen".

Siehe auch "Abfallen; Abgefallene" sowie "Abtrünnig; Abtrünnige; Abtrünnigkeit".

Abgrund

Biblisch

Griechisch ἄβυσσος ábyssos, Luk 8,31; Röm 10,7; mehrmals in der Offb.

Laut Luk 8,31 fürchteten sich böse Engel, die zur Zeit Jesu "frei umherstreiften" (also nicht "eingesperrt" oder "gefangen" waren) vor dem "ábyssos" (nicht dem "Tartarus") – laut Mat 8,29 wegen der damit verbundenen "Qual", was im Lichte der Verwandtschaft des zugrundeliegenden Begriffes βασανίζω basanízō, "quälen" mit βασανιστής basanistēs, "Gefängniswärter" (Mat 18,34) auch als "Eingesperrtsein", "Gefangensetzung" gedeutet werden kann, wie es die WTG auch tut.

Im "Wachtturm" vom 15.6.2013 S. 23 behauptet die WTG in eisegetischer und völlig hypothetisch/willkürlicher Weise:

"Bald wird Jesus den Teufel samt dieser ungehorsamen Geistwesen binden und in den Abgrund werfen."

In der Passage heißt es jedoch nur "Sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebieten möchte, in den Abgrund zu fahren." Die WTG jedoch verbindet diesen Text in Rösselsprungmanier mit Offb 20,1-3 und konstruiert hieraus ihre eisegetisch/hypothetische "Das Ende kommt BALD!"-Doktrin.

Röm 10,7 scheint "ábyssos" mit "Scheol/Hadēs" aus Apg 2,31 in Verbindung zu bringen, was in WTG-Doktrin völlig ignoriert wird:

□ Christus [war nicht] im Hades zurückgelassen worden;

□ wer wird in den Abgrund hinabsteigen?", das ist: Christus aus den Toten heraufführen.

Sowohl "Hades" als auch "Abgrund" erscheinen also mit ähnlichen Spezifika: Beide sind "Aufenthaltsorte/Zustände" von Toten (Menschen und laut der Offb auch von Engeln sowie von Institutionen); beide sind temporär; aus beiden kann (vermittels von Auferstehung) zurückgekehrt werden. Allerdings kann nicht gesichert festgestellt werden, ob beide Begriffe Synonyme für ein und dasselbe sind, oder lediglich unterschiedliche Aspekte ein und derselben Sache andeuten. Laut Offb. werden nur Tod und "Hades" – aber nicht der Abgrund – in den Feuersee geworfen, d.h. ausgelöscht.

Zu trennen sind beide Begriffe vom in 1Pet 3,19 erwähnten φυλακή phylakē, "Gefängnis; bewachter Ort", denn hier geht es klar um die Zeit NACH Christi Auferstehung, i.e., Rückkehr aus Hades/Abgrund.

Ablenkung

Abwertend
Worthülse

Alles, was bewirkt, dass ein "Zeuge Jehovas" nicht mehr voll und ausschließlich auf die WTG bzw. auf ihre Interessen ausgerichtet ist und sich weniger für sie "Verausgabt" ("nachlässt"), oder "Ichsüchtigen/Weltlichen" Interessen verstärkt Aufmerksamkeit widmet. Hierzu gehören:

□ Aus- und Weiterbildung;

□ Beruf;

□ "Entspannung" und "Unterhaltung";

□ "Materialismus".

Siehe auch "Sich ablenken lassen".

Abschluss dieses Systems

Dogma

Die laut WTG "Harmagedon" unmittelbar vorangehende "Abschlussperiode" des "Systems Satans"; siehe "Letzte Tage".

In der NWÜ übersetzt die Wendung "Abschluss des Systems der Dinge" das griechische συντελεία τοῦ αἰῶνος syntela toū aiōnos, "Vollendung des Zeitalters", z. B. in Mat 24,3. Betreffs der WTG-dogmatischen Befrachtung des syntela-Begriffes in Unterscheidung desselben von dem punktuell gedachten "Eingreifen Gottes in die Geschicke der Menschheit" anlässlich des "Strafgerichtes von Harmagedon" siehe "Ende, das".

Abtrünnig; Abtrünnige; Abtrünnigkeit

Abwertend
Dogma

Auch "Abfallen/Abgefallene" genannt. "Abtrünnigkeit"  (Apostasie; von ἀποστασία apostasía) im WTG-Sinne bedeutet: Nichtbefolgen von WTG-Dogmen und -Direktiven; "Rebellion" gegen die WTG, ihr oberstes menschliches Lenkungsdirektorium und gegen von ihr approbierte Hierarchiefunktionäre. Dies wird von der WTG eigenmächtig und fälschlicherweise mit "Abtrünnigkeit" von Gott, Jesus Christus und echt biblischer Lehre gleichgesetzt, was als Irreführung und krasse Tatsachenverdrehung zu bewerten ist. Aus WTG-Perspektive handelt es sich bei "Abtrünnigen" um Personen, die die WTG verlassen, weil sie ihre Lehren und Direktiven in Frage stellen bzw. zurückweisen. Aufgrund ihrer "Rebellion" und ihres "Ungehorsams" gegenüber der WTG bzw. ihres obersten Zentralkomitees werden "Abtrünnige" ("Abgefallene"; "Ausgeschlossene") auch als "Reuelose Missetäter" bezeichnet; sie gelten als die schlimmsten aller Menschen, "Geistig krank", infektiös, hochgefährlich. Sind zu meiden wie die Pest.

Betreffs einer im "Wachtturm" vom 8.1.1947 abgegebenen WTG-Stellungname GEGEN die RKK-"Exkommunizierungs"-Praxis siehe "Gemeinschaftsentzug".

Für die WTG gilt grundsätzlich: "Wer von 'Der Wahrheit' abtrünnig wird, ist selbst daran schuld", siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.7.1989 S. 22 – Großschreibung zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hier und in allen nachfolgenden Zitaten hinzugefügt:

"Es erfordert Mut, zuzugeben, daß UNSERE EIGENEN FALSCHEN NEIGUNGEN die Ursache für den Verlust unseres Glaubens [unserer Totalausrichtung auf die WTG] waren. Doch das zu tun ist der erste Schritt auf dem Weg zurück zu einem engen Verhältnis zu Jehova [zu Totalunterwerfung unter das totalitäre Diktat der WTG]."

D. h.: Für die WTG ist niemals sie selbst – ihre falschen Lehren und ihr kritikwürdiges Verhalten bzw. dasjenige der von ihr akkreditierten Hierarchiefunktionäre – der Auslöser von "Abtrünnigkeit", sondern AUSSCHLIESSLICH und IMMER die Schuld des Einzelnen aufgrund seiner "falschen Neigungen".

In einer Reihe von AT-Versen verwendet die deutsche NWÜ ("bi12" und "Rbi8") das von ihr als Bezeichnung VON IHR "abtrünniger" Dissidenten verwendete, in WTG-Theologie und "Zeugen Jehovas-Denken extrem negativ befrachtete "Abtrünnige(r)"  als Wiedergabe folgender hebräischer Begriffe, die in anderen Übersetzungen meist "theologisch unbefrachtet" neutral mit "Gottlose(r)", "Ruchlose(r)", "Frevler", "Sünder", "Heuchler" o. a. wiedergegeben werden:

חָנֵף  chānēph, "Gottloser, Ruchloser"; von der Wurzel חנף  chānaph, "ruchlos, gottlos sein; verleumden" abgeleitet. Wenn nicht anders angegeben, ist dies der in jedem der u. a. Verse verwendete Begriff.

מְשׁוּבָה  mᵊschūwāh, "Treulosigkeit; Abfall; Abtrünnigkeit"; von einer sog. "hohlen" Wurzel שׁוב  schūw, "(um, zurück)kehren, sich abwenden" abgeleitet.

שׁוֹבָב  schōwāw, ähnlich wie mᵊschūwāh.

זוּר  sūr, "entfremdet sein; abweichen, abirren".

סֵטִים  bzw. שֵׂטִים  ßētīm, Plural von סֵט  bzw. שֵׂט  ßēt, "Übertretung; Übertreter, Aufrührer".

Hi 8,13; 13,16; 15,34; 17,8; 20,5; 27,8; 34,30; 36,13; Ps 35,16; 58,3 (sūr);  101,3 (ßētīm); Spr 1,32 (mᵊschūwāh); 11,9; Jes 9,17; 10,6; 33,14; 57,17 (schōwāw); Jer 3,12.14.22 (alle 3 schōwāw, letztere beiden im Plural); Hos 5,2 3 (ßētīm).

□ In Jer 23,15 verwendet die NWÜ "Abfall" für das hebr. חֲנֻפָה  chanūphāh, "Weltliches; etwas profanes; Gottlosigkeit", verwandt mit dem o. a. חָנֵף  chānēph, s. o.

□ In Dan 11,32 verwendet die NWÜ "Abfall" für das Hiphil (Kausativform) Imperfekt (hier Futur) von chānaph, s. o.

In all diesen Versen geht es nicht um "Abtrünnigkeit", so wie von der WTG eigenzweckdienlich definiert – ein sich-Abwenden von einer menschlichen Organisation wie der WTG aufgrund eines Nichtübereinstimmens mit deren Dogmen und Direktiven –, sondern um den Tatbestand von "Gottlosigkeit" in einem absoluten Sinne, von GOTTES Standpunkt aus betrachtet, auf GOTTES Gesetze und GOTTES Willen bezogen. Deshalb erscheint die Verwendung des Begriffes "Abtrünnig(e(n/r))" in den gelisteten Versen der prä-2013-NWÜ im Lichte der WTG-eigenzweckdienlichen Um- bzw. Neudefinition des Apostasiebegriffes als tendenziös und als im besten Falle fragwürdig.

(Interessanterweise wird in der englischen prä-2013 "bi12" und "Rbi8" in Ps 58,3; 101,3; Spr 1,32; Jes 57,17; Jer 3,12.14.22 und  Hos 5,2 3 die Wortgruppe "apostate(s)/apostasy" nicht verwendet, was die Frage aufwirft, weshalb die deutschen Übersetzer hier inkonsequenterweise die Wiedergabe des WTG-theologisch stark negativ besetzten "Abtrünnig(keit)" wählten. Weiterhin ist anzumerken, dass in der englischen 2013-Revision der NWÜ die Wortgruppe "apostate(s)/apostasy" mit Ausnahme von Spr 11,9; Jes 9,17; 10,6 und 33,14 im Haupttext nun durchwegs mit "godless" ("gottlos, Gottloser") wiedergegeben wird (auf "apostate" als Alternativwiedergabe wird nur noch in den Fußnoten verwiesen), womit sich diese Ausgabe der allg. üblichen Widergabepraxis anderer Übersetzer der "bösen Christenheit" anschließt – aus welchen Gründen, darüber kann nur spekuliert werden.)

Für jeden "ergebenen", "gehorsamen", "loyalen", "treuen" und "vorbildlichen 'Zeugen Jehovas'" ist "Abtrünnigkeit" das ultimative "Verbrechen", welches die drakonischste und radikalste Form von Ächtung nach sich zieht: Exkommunikation/Totalausschluss, mit totalem Kontakt-, Rede- und Grußverbot. "Abtrünnige" haben den Status von "Untermenschen", Parias, sie gelten als "Dem Satan übergeben" und als noch schlimmer als "Weltmenschen").

Betreffs der WTG-seitigen Gleichsetzung der Ausübung des Rechts auf Glaubens- und Meinungsfreiheit im Falle des freiwilligen Verlassens der WTG mit "Sünde", sowie des offenen Aufrufes zu Hass gegenüber "Abtrünnigen" seitens der WTG samt ihrer Hetze gegen, und Verunglimpfung von Dissidenten auf der Grundlage fehlerhafter Anwendung biblischer Inhalte siehe "Abfallen; Abgefallene", auch was den "theologischen Irrtum" der Gleichsetzung von im AT berichteten Vorgehensweisen Gottes gegen "Dissidenten" mit heutigen WTG-Direktiven betrifft.

Im "Wachtturm" vom 15.3.1986 fährt die WTG unter Aufbietung erheblicher verbaler Mittel schweres Geschütz gegen die von ihr so gefürchtete "Abtrünnigkeit" auf, indem hier versucht wird, Angst, Furcht und Panik auf seiten der WTG höriger "Zeugen Jehovas" zu schüren und diese vermittels Gedankenkontrolle und dem Evozieren von Schuldgefühlen gegen jegliche Möglichkeit eines auch nur ansatzweisen Nachdenkens über und Hinterfragens von WTG-Doktrin und –Direktiven zu inokulieren:

S. 12 Abs. 7: "Nun, was wirst du tun, wenn du mit den Lehren Abgefallener konfrontiert wirst, mit spitzfindigen Überlegungen, durch die dein Glaube als Zeuge Jehovas zur Unwahrheit abgestempelt werden soll? Was wirst du beispielsweise tun, wenn du einen Brief oder eine Sendung von Schriften erhältst und beim Öffnen gleich erkennst, daß sie von einem Abgefallenen stammen? Wird dich deine Neugier veranlassen, sie zu lesen, nur um zu sehen, was er zu sagen hat? Möglicherweise denkst du: „Es wird mir nichts anhaben können; ich stehe zu fest in der Wahrheit. Und wenn wir die Wahrheit haben, brauchen wir nichts zu befürchten. Die Wahrheit wird der Prüfung standhalten.“ Einige, die so dachten, haben ihren Sinn mit dem Gedankengut Abgefallener genährt und sind Fragen und Zweifeln zum Opfer gefallen. Vernichtest du wohlweislich die Schriften Abtrünniger?"

S. 15 "Erinnerst du dich?": Warum ist das Lesen der Schriften Abtrünniger mit dem Lesen pornographischer Literatur vergleichbar?"

S. 17 Abs. 8: "Nimm dich vor Personen in acht, die ihren eigenen, andersartigen Meinungen Geltung zu verschaffen suchen."

S. 20 Abs. 18: "Sei daher in deinem Herzen fest entschlossen, niemals mit dem Gift in Berührung zu kommen, das Abtrünnige dir anbieten wollen."

Im "Wachtturm" vom 1.11.1980, Seite 19 erklärt die WTG, dass "Zweifel" – mithin: Nachdenken und analysieren – an der Richtigkeit von jeweils aktueller WTG-Lehre zu "Abfall/Abtrünnigkeit" führt und deklariert dies sodann zu "verdammungswürdigem 'Stolz'":

"Wer also mit seinen Zweifeln so weit geht, daß er abtrünnig wird, schwingt sich zum Richter auf. Er denkt, er wisse es besser als seine Mitchristen und auch besser als der „treue und verständige Sklave[i. e., die "Leitende Körperschaft"], durch den er das meiste, wenn nicht sogar alles, gelernt hat, was er über Jehova Gott und seine Vorsätze weiß."

Auszug auf dem Kommentar zum "Tagestext" vom 27.4.2015:

"Näherer Umgang mit [Personen, die auf Abtrünnigkeit zusteuerten] war besonders gefährlich und musste gemieden werden. Heute ist es nicht anders (Spr. 13:20). …[Wir] müssen unbedingt auf der Hut sein, wenn jemand, der unsere Zusammenkünfte besucht, uns in Diskussionen über persönliche Mutmaßungen hineinziehen oder etwas bekritteln will."

Im "Wachtturm" vom 15.3.1982 S. 21 Abs. 17 werden zu "Feinden der Wahrheit" gewordene, ehemalige "abgefallene/abtrünnige 'Zeugen Jehovas'" als "illoyale Mitsklaven" bezeichnet, wobei die moralische Abwertung als "illoyal" auf der WTG-Usurpation und Neudefinierung der "Loyalitäts-" und "Treue"-Begriffe beruht, siehe "Loyal, Loyalität" und "Treu; Treue", sowie die WTG-Verdrehung des "Wahrheits"-Begriffes in ihrem Sinne Verwendung findet, siehe "Wahrheit, die". Des Weiteren enthält diese Passage folgende zutreffende Beobachtung – Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"Diese illoyalen ,Mitsklaven‘ sind des weiteren der Meinung, es bestehe die Gefahr, die Gesellschaft zu vergöttern [was genau so unter "Jehovas Zeugen" auf Anweisung und gemäß dem Willen des obersten, "gottgleichen" WTG-Zentralkomitees geschieht], und um dies zu vermeiden, sei es praktisch notwendig, sich von ihr abzuwenden oder ihr den Rücken zu kehren. Sie sagen: Wir wollen die Bibel studieren, aber ohne die Veröffentlichungen der Gesellschaft [womit sie genau das Richtige tun, nämlich Gottes Wort – "sola scriptura" –, mit Gottes Geist, doch ohne die nichtinspirierten Zusätze fehlbarer Menschen empfangen]."

All diese Passagen belegen, dass gemäß WTG-Verdikt jeder, der seine Denkfähigkeit gebraucht, so, wie es ihm gemäß Apg 17,11; 2Kor 13,5; 1Thess 5,21 sowie 1Joh 4,1 von Gott nicht nur gestattet, sondern sogar geboten ist, ein "böser Rebell" ist, der im "göttlichen Strafgericht von Harmagedon die Strafe ewiger Vernichtung erleiden" wird, sofern er sein Denken nicht unterdrückt, seine Zweifel beiseiteschiebt und sich der WTG und ihrem menschlichen, nichtinspirierten Lehr- und Direktivenkodex wieder in bedingungslosem Gehorsam unterordnet. Dies belegt die panische Angst, die die WTG davor hat, dass ihre auf weiten Strecken menschlichen, unbiblischen, selbstersonnenen und großenteils eigenzweckdienlichen Dogmen und Direktiven auf den Prüfstand der Bibel und biblisch/christlicher Vernunft kommen. Des Weiteren belegt diese Passage den ungeheuerlichen, megalomanen Anspruch der WTG bzw. des sie vertretenden, obersten Zentralkomitees, die "Einzig Wahren und Erleuchteten" auf dieser Erde zu sein und der einzige Quell wahrer Gotteserkenntnis, die im Alleinbesitz göttlicher Wahrheit sind. Der eklatante Irrtum eines solchen Anspruches besteht darin, dass nur das geoffenbarte Wort Gottes, welches derzeit in der Bibel vorliegt und von Gott selbst vermittels seines Heiligen Geistes erklärt wird (1Kor 2,10-13), die Quelle wahrer Erkenntnis ist; siehe 1Kor 4,6.

Abgeleitet von 1Kor 5,5 und 1Tim 1,20 werden von der WTG "Abtrünnige" als "Dem Satan übergeben" (siehe daselbst) betrachtet, wobei sich die WTG hier auf maßlos arrogant/anmaßende Weise mit dem inspirierten Apostel Paulus auf der gleiche Stufe stehend betrachtet, der eine solche Handlung kraft der ihm von Gott tatsächlich verliehenen Autorität auch vornehmen konnte. Seitens der nicht-inspirierten WTG jedoch liegt Autoritätsanmaßung und maßlose Selbstüberschätzung vor.

Auf der "Grundlage" von 2Pet 2,22 verspottet die WTG "Abtrünnige Zeugen Jehovas", die sich aufgrund eigenen Nachdenkens von WTG-Dogmen distanzieren, da sie deren Fehlerhaftigkeit und Willkür erkannt haben, als "Hunde, die zu ihrem eigenen Gespei umkehren " und als "Säue, die sich im Kot wälzen", womit sich auch hier der WTG krankhafte Megalomanie und ihre pathologische Arroganz offenbart. Der Fehler von WTG-Anwendung dieses Bibelverses besteht darin, dass sich der inspirierte Apostel hier auf Menschen bezieht, die sich von inspirierter göttlicher, der apostolischen Urchristengemeinde durch das Walten des Heiligen Geistes geoffenbarter Wahrheit (nicht von menschengemachten, von unvollkommenen Menschen ersonnenen Organisationsdirektiven wie jenen der WTG) nicht nur zurückgezogen haben, sondern diese aktiv bekämpfen. Die WTG usurpiert also diese Aussage Petri auf illegale Weise, indem sie diese zur eigennützigen Stützung ihrer menschlichen Organisationsinteressen verdreht.

Mit Bezug auf "Abtrünnige" usurpiert die WTG 1Joh 2,19 und behauptet, dieser Vers beziehe sich auf alle ehemaligen "Zeugen Jehovas", die von der WTG "Abfallen" oder "Abtrünnig" geworden sind (NWÜ-Wortlaut: "Sie sind nicht von unserer (i. e. 'Zeugen Jehovas'-) Art gewesen"), was eine krasse Falschanwendung darstellt, da es hier nicht um Menschen geht, die sich aufgrund ihrer freien Willensentscheidung von einer rein menschlichen Organisation, die über keinerlei göttliche Legitimation verfügt abgewandt haben, sondern um "Antichristen", also Christusfeinde, die sich laut 2Joh 9 aktiv gegen Christus und das Christentum stellen. Vgl. auch "Keinen Gruß entbieten".

Im Lichte des Wütens der WTG gegen von ihr "Abtrünnige" überrascht es nicht, dass der Münchner Psychologe Dieter Rohmann "Jehovas Zeugen" als "gefährliche Sekte mit regelrecht faschistischen Strukturen" klassifiziert, siehe www.faz.net/aktuell/rhein-main/zeugen-jehovas-flucht-zu-den-weltmenschen-11844365.html - Auszug:

"Wer sich von ihrer Gemeinschaft abwende, werde verachtet und gehe aller seiner Kontakte verlustig, oft seien Aussteiger suizidgefährdet."

In welchem Ausmaß sich das menschliche, sich selbst eingesetzt habende oberste Zentralkomitee der WTG auf grenzenlos/blasphemische Weise anmaßt, über das Gedanken- und Geistesleben Millionen anderer Menschen auf absolutistisch/diktatorisch/totalitäre Art zu herrschen und Dissidenten entweder auf Linie zu knüppeln oder sie abzuurteilen und auszustoßen, um  anschließend den Tatbestand "emotionaler Erpressung" sowohl auf die Betroffenen als auch auf deren WTG-"treue" Familienangehörige zu verüben, wird aus einem von der WTG in den U.S.A "An alle Kreis- und Bezirksaufseher" vertraulich versandten Brief mit dem Aktenzeichen SCG:SSF vom 1.9.1980 deutlich – übersetzter Auszug mit eingefügten Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck:

"Behaltet im Sinn, daß – um ausgeschlossen zu werden – ein Abgefallener nicht ein Förderer abtrünniger Ansichten sein muss. Wie im Wachtturm vom 1. August 1980, Seite 17 Absatz 2 erklärt, stammt das Wort 'Abfall (English: Apostasy)' von einem griechischen Begriff, der 'ein Abstehen von', 'ein Abfallen von, Abtrünnigkeit', 'Rebellion, Lossagung' bedeutet. Wenn somit ein getaufter Christ [d. h. ein der WTG durch seine "Hingabe und Taufe" verpflichteter Zeuge Jehovas] die Lehren Jehovas, so, wie sie vom treuen und verständigen Sklaven dargelegt werden [d. h. die menschlichen Lehren der WTG] verläßt und damit fortfährt, trotz schriftgemäßer [WTG-direktivengemäßer] Zurechtweisung andere Glaubenslehren für wahr zu halten, dann ist er abtrünnig [von der WTG, aber nicht notwendigerweise von wahrer göttlich/biblischer Lehre]. Es sollten liebevolle Anstrengungen unternommen werden, sein Denken richtigzustellen. Wenn er jedoch nach solchen Anstrengungen weiterhin darin fortfährt, seinen abtrünnigen Ideen Glauben zu schenken und das, was ihm durch die 'Sklavenklasse' dargeboten wird, zurückzuweisen, dann werden angebrachte rechtliche Schritte unternommen [d. h. es wird ein 'Rechtskomitee' zwecks Anklageerhebung mit nachfolgendem 'Gemeinschaftsentzug' eingesetzt]."

Siehe auch die Frage B.5 des WTG-Formulars A-8-X Ge 10/15 "BEWERBUNG UM AUFNAHME IN DEN WELTWEITEN ORDEN DER SONDERVOLLZEITDIENER DER ZEUGEN JEHOVAS": "Glaubst du, dass die von Jehova kommende geistige Speise durch den treuen und verständigen Sklaven vermittelt wird, und lebst du gemäß dem, was er lehrt?"

Man beachte die "einfach so"-Behauptung, die "Geistige Speise" genannten, menschlichen, nichtinspirierten und sich ständig wandelnden WTG-Organisationsdogmen und -Direktiven seien göttlichen Ursprungs, sowie die in eine Frage gekleidete abschließende Anweisung: "Lebst du gemäß dem, was ER [d. h. das oberste WTG-Zentralkomitee – nicht "Gott", "Jesus Christus" oder "Die Bibel"] lehrt?" Für eine weiterführende Analyse dieser Behauptungen und Direktiven siehe "Leitende Körperschaft" sowie "Treuer und verständiger Sklave".

Gemäß dem WTG-"Jahrbuch" von 1986 S. 159 warfen WTG-"treue" "Zeugen Jehovas" ironischerweise einer von ihr als "Abtrünnig" verurteilten Gruppe vor, behauptet zu haben, "sie hätten ihr „Licht“ direkt vom Himmel erhalten", obgleich das oberste leitende WTG-Direktorium selbst genau dies lautstark und nachdrücklich behauptet und für sich in Anspruch nimmt, siehe "Neues Licht". Dies belegt die Doppelbödigkeit und das Heuchlerische der WTG, die gemäß dem Prinzip der "psychologischen Projektion" vorgeht: "Klage deinen Feind der Verbrechen an, die du selbst verübst".

Angesichts des rigoros/drakonischen Vorgehens der WTG gegen "Zeugen Jehovas", die von ihrem Grundrecht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit Gebrauch machen und sich für ein von der WTG tagesaktuell vorgegebener Glaubenslehre abweichendes "Verständnis" entscheiden bzw. dafür, ihren Weg nicht mehr unter WTG-Diktat fortzusetzen, wird passenderweise festgestellt, dass hier WTG-seitig eine massive Verletzung des Artikels 18 der 'Universellen Erklärung der Menschenrechte' vorliegt, in dem es heißt:

"Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden."

Auf der anderen Seite fordert die WTG – so wie Scientology und andere totalitäre Gemeinschaften auch – genau dieses Recht lautstark und medienpublik für sich selbst und für ihr "Werk", wenn Behörden oder Regierungen es wagen, ihr irgendwelche Beschränkungen aufzuerlegen, womit der WTG unchristliche Doppelbödigkeit und Heuchelei offen zutage tritt. Mehr hierzu siehe das Zitat von M. James Penton unter "Kritik; kritisches Denken".

Ein Beispiel einer "denkverhindernden" WTG-"Anweisung", in Medien und Presse veröffentlichten, für die WTG negative Enthüllungen und Fakten als "lügnerisch/satanische Feindpropaganda  Abtrünniger" zu entsorgen siehe "Kritisch; kritisches Denken" (Zitat aus "Der Wachtturm" vom Juli 2017).

Im Lichte des unablässigen, demagogischen Hetzens der WTG gegen "Abgefallene/Abtrünnige", sowie ihres Konstrukts einer Verbindung zwischen "Kritischem Denken" mit dem Wirken "Satans" (ein Beispiel hierzu siehe unter "Zweifel") gilt, dass die Feststellung "Die Wahrheit hat eine Prüfung nicht zu fürchten; die Lüge fürchtet nichts so sehr wie die Wahrheit" vollumfänglich auf die WTG und ihre krass unbiblische und unmenschliche "Abtrünnigkeits"-Ideologie zutrifft.

Abtrünniges Gedankengut

Abwertend
Dogma

Alle Überlegungen und Vernunftschlüsse (vgl. "Kritik; kritisches Denken"), die nicht WTG-Doktrin entsprechen oder WTG-Interessen nicht stützen oder fördern, obgleich sie "richtiger", "biblischer" und "christlicher" sein mögen als WTG-Doktrin. Wenn z. B. jemand aufzeigt, dass es für den WTG-angeordneten "Haus-zu-Haus-Dienst" (siehe daselbst) keinerlei biblische Stütze gibt und nicht diese Tätigkeit, sondern laut Joh 13,35 "Liebe" das Erkennungsmerkmal wahrer Christen ist, so läuft dies dem WTG-Interesse hinsichtlich des vollstmöglichen ("ganzherzigen") Einsatzes aller ihrer Anhänger im Verbreiten ihrer Lehren zur Gewinnung weiterer Anhänger (und zukünftiger Geber von Spendengeldern!) diametral zuwider und wird als "Abtrünnig", "Rebellisch", "Stolz" und "Unrein" geahndet und gebrandmarkt.

Für Beispiele der abstrusen und völlig überzogenen Gleichsetzung seitens der WTG von mit "Abtrünnigkeit" in Verbindung gebrachtem "Eigenen" oder "Kritischen Denkens" mit "Stolz", "Gift" und "Pornographie" siehe "Abtrünnig; Abtrünnige".

Adamischer Tod

Biblisch

Der vom ersten Menschen Adam aufgrund dessen "Sünde" ererbte "Tod". Laut Offb 2,11; 20,6.14; 21,8 als "Erster Tod" zu bezeichnen, von dem es eine Auferstehung gibt. Siehe "Hades"; "Gehenna"; "Tod". Vgl. "Erbsünde".

Alles zur Verherrlichung Gottes tun

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet
Worthülse

NWÜ-Version des zweiten Halbverses aus 1Kor 10,31"Ob ihr nun esset oder trinket oder irgend etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes", wobei "Ehre Gottes" im Kontext von WTG-"Belehrung" als "Ehre der WTG" verstanden werden muss, und die gesamte Versaussage als "Das gesamte Leben ausnahmslos der WTG und dem Willen ihres obersten Direktoriums unterstellen und dienstbar machen; die WTG als das Allerwichtigste und als oberste Priorität allen anderen Lebensbelangen voranstellen"; siehe "Das Königreich an die erste Stelle setzen".

Im konkreten Kontext von 1Kor 10,31 geht es nicht um "gottesdienstlich/liturgische" Handlungen (zu denen das Durchführen von als "Religionsausübung" betrachteten Tätigkeiten zählen würde) und damit auch nicht um "Verkündigung" oder "Evangelisation", sondern um die Frage des "Essens von Götzenopferfleisch". Deshalb ist WTG-Auslegung im Sinne von "Das gesamte Leben muss mit möglichst viel 'Predigtdienst', lückenlosem 'Versammlungsbesuch' und allen sonstigen 'Geistigen' und 'Theokratischen' Tätigkeiten ausgefüllt werden, wenn man Gott wirklich 'verherrlichen' will" als krasse, den Kontext völlig ignorierende Verdrehung und Falschanwendung zu betrachten.

"Der Wachtturm" vom 15.1.2010 enthält im Artikel "Tag für Tag zur Ehre Gottes leben" auf S. 21 ein besonders krasses Beispiel dafür, wie die WTG die biblische Aussage aus 1Kor 10,31 eigenzweckdienlich usurpiert, um ihrer egozentrischen und eigennützigen "Alles zur Verherrlichung Gottes tun"-Direktive Geltung zu verschaffen, indem sie auf das gesamte Leben, jeden einzelnen Lebensbereich der ihr unterstellten Befehlsempfänger zugreift, um darüber totale Kontrolle auszuüben; Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck eingefügt:

"Seit unserer Hingabe möchten wir immer nach dem Prinzip leben: „Ob ihr esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Verherrlichung Gottes“ (1. Kor. 10:31). Uns ist klar, dass wir durch alles, was wir im Alltag sagen und tun, Jehova entweder Ehre machen oder ihn in Verruf bringen. Außerdem wissen wir aus der Bibel, dass Satan die Brüder Christi, wie auch alle anderen, die Gott dienen, vor Gott anklagt — „Tag und Nacht“ (Offb. 12:10). Deswegen ist es unser fester Wunsch, ihn Lügen zu strafen und unserem Vater Jehova Freude zu machen, indem wir uns in den heiligen Dienst für ihn stellen — „Tag und Nacht“ (Offb. 7:15; Spr. 27:11).

Wie können wir jeden Tag zur Ehre Gottes leben? Gehen wir kurz auf zwei wichtige Aspekte ein. Zuerst geht es darum, wie wir unsere Prioritäten richtig setzen, und dann, wie man anderen Gutes tun kann.

[Unterthema] So leben, wie wir es [der WTG] versprochen haben

Bei unserer Hingabe haben wir von Herzen versprochen, Jehova [d. h. der WTG, vertreten durch ihr oberstes Leitungsgremium] zu dienen. Wir haben auch versprochen, so zu leben, wie es ihm [d. h. der WTG und ihrem obersten Leitungsgremium] gefällt — und zwar „Tag für Tag“, ja für immer und ewig (Ps. 61:5, 8). Wie können wir unserem Wort treu bleiben? Wie können wir ihm unsere tiefe Liebe [d. h. unsere Verehrung der WTG] jeden Tag aufs Neue beweisen?

In Gottes Wort [d. h. im WTG-Direktivenkodex, der die Bibel nur alibimäßig bemüht] wird klar definiert, was Jehova [d. h. die WTG bzw. ihr oberstes Leitungsgremium] von uns erwartet (5. Mo. 10:12, 13). Einiges davon findet man auf der nächsten Seite unter der Überschrift „Das möchte Gott [d. h. das oberste WTG-Direktorium] von uns“. Diese Punkte sind deshalb so wichtig, weil Gott [d. h. das oberste WTG-Direktorium] sich das alles von uns wünscht. Was aber, wenn auf unserer Prioritätenliste zwei oder mehr Sachen gleichzeitig anstehen?

Ganz oben steht unser heiliger Dienst [d. h. das bedingungslose und gehorsame Abarbeiten aller Anweisungen des WTG-Forderungenkatalogs]. Dazu gehören das Bibelstudium und das Gebet [hier nur alibimäßig zur Verschleierung angeführt], die Zusammenkünfte und der Predigtdienst [rein menschlich/WTG-zentrischer Aktionismus] (Mat. 6:33; Joh. 4:34; 1. Pet. 2:9). Das alles kann allerdings nicht den ganzen Tag ausfüllen. Man braucht ja auch noch Zeit für Arbeit, Schule und all die Verpflichtungen zu Hause. Aber wir tun unser Bestes, damit die Arbeit oder anderes nicht mit unserem heiligen Dienst kollidiert, zum Beispiel mit den Zusammenkünften [hierzu siehe das "Sand und Steine"-Beispiel unter "Das Königreich an die erste Stelle setzen"]. Planen wir Urlaub, legen wir ihn so, dass wir Kongresse oder den Besuch des Kreisaufsehers nicht versäumen. Vielleicht lässt sich sogar mehreres miteinander verbinden. Man könnte etwa den Saalputz zum Familienprojekt machen. Oder in den Pausen mit Arbeitskollegen oder Schulkameraden über Jehova reden. Der Punkt ist: Immer wenn wir eine Entscheidung zu treffen haben (das kann auch die Arbeitssuche, die Ausbildung oder Freundschaften betreffen), möchten wir sie von dem getragen wissen, was uns im Leben am wichtigsten ist: die Anbetung unseres lieben Vaters Jehova [d. h. Huldigung der WTG und ihres obersten Zentralkomitees] (Pred. 12:13)."

(Betreffs der Falschanwendung von Pred 12,13 siehe "Anstrengungen; sich anstrengen".)

Wie hier deutlich wird, erhebt die WTG Anspruch selbst auf den "letzten Winkel" des Lebens der ihr unterstellten Befehlsempfänger; selbst Freizeit und Urlaub, Arbeits- oder Schulpausen, Stellensuche oder Berufsausbildung bleiben nicht vor ihrem Zugriff verschont und müssen ihrem Wollen – der ausschließlichen Förderung ihrer eigenzweckdienlichen Verlagsinteressen sowie der Verbreitung ihrer menschlichen Dogmen und Doktrin – unterworfen werden. Selbst Urlaub und Ferien, die eigentlich der physischen Erholung dienen sollten, müssen laut WTG-Willen für die Pflege und Instandhaltung von WTG-Immobilien verwendet werden ("den Saalputz zum Familienprojekt machen"). Durch ihr wiederholtes, mahnendes Betonen des anlässlich der "Hingabe" und "Taufe" geleisteten "Versprechens" (das gemäß der in 1985 erfolgten Neuformulierung der zweiten "Tauffrage" nicht an Gott oder Christus, sondern an die WTG gerichtet wird) insinuiert die WTG, es läge seitens der ihr unterstellten Befehlsempfänger ein "Treue- und Versprechensbruch" vor, sollten diese nicht so "funktionieren" wie von der WTG gewünscht und angeordnet, was das rigorose Voranstellen der WTG und ihrer Interessen im Leben jedes einzelnen "Zeugen Jehovas" sowie Volleinsatz im Abarbeiten der Anweisungen des WTG-Vorschriftenkataloges betrifft.

Die Art und Weise, wie die WTG sich und ihre rein menschlichen Interessen sowie ihre nicht von Gott kommenden Direktiven auf den höchsten Sockel aller Wichtigkeiten erhebt und sich als die uneingeschränkte Nr. 1 in das Leben von Millionen Menschen drängt mit der vermessenen Behauptung, nur durch absoluten Gehorsam gegenüber diesen ihren eigenmächtigen Anweisungen sei es möglich, Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben" zu erhalten, muss als unbiblisches, nichtchristliches und blasphemisches "Widerstehen und sich selbst erhöhen über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist" (2Thess 2,4) aufs Entschiedenste zurückgewiesen werden. Es handelt sich hierbei um eine Irrlehre, denn in 1Kor 10,31 geht es nicht um das Hochhalten der eigenzweckdienlichen Direktiven einer unvollkommenen menschlichen Organisation bzw. ihres obersten Zentralkomitees, noch ihrer nicht von Gott kommenden, fehlbaren Dogmen, Hypothesen und sich ständig wandelnden Theorien, sondern um ein Leben nach den tatsächlich von Gott inspirierten Äußerungen seines Willen, wie sie nur und ausschließlich in der Bibel ("sola scriptura") zu finden sind, ohne menschliches Beiwerk und menschliche Hinzufügungen, die "über das hinausgehen, was geschrieben steht", 1Kor 4,6 laut NWÜ.

Allgemeiner Pionier; allgemeiner Pionierdienst

Titel

Auch kurz "Pionier/Pionierdienst" genannt. Eine Form des "Vollzeitdienstes" innerhalb der WTG. Ein "Allgemeiner Pionier" (kurz "Pionier") ist ein "Vollzeitprediger", der jeden Monat derzeit durchschnittlich 70 (früher 100, später 90) Stunden "Predigtdienst" ableistet. Die WTG hat das "Stundenerfordernis" für "Pioniere" im Laufe der Jahre mehrmals gesenkt, jedes Mal, als sich ein drastischer Schwund an "Pionieren" bemerkbar machte, um diesen zutage tretenden, für die WTG ungünstigen negativen Trend zu kaschieren ("Für uns geht es nur bergauf").

Betreffs der Rangstellung von "Allgemeinen Pionieren" im WTG-Hierarchiegefüge siehe die Übersichtstabelle unter "Ernennung".

Ledige "Pioniere" arbeiten meistens nur Teilzeit oder in Niedriglohnberufen, um ihren Lebensbedarf decken zu können. Typisches Beispiel: "Nancy, eine Pionierin, die sich ihren Lebensunterhalt als Kellnerin verdiente, …" ("Tagestext" vom 3.9.2015).

Der "Allgemeine Pionierdienst" gilt als eines DER herausragenden "Vorrechte" und als "gehobener Status" innerhalb der WTG. Unter "Pionieren" herrscht ein mehr oder weniger offen zur Schau gestellter Standesdünkel, was sich in einem geringschätzigen Herabschauen auf "normale Versammlungsverkündiger" äußert. Um das "Stundenerfordernis" "schaffen" zu können, bedienen sich viele "Pioniere" recht unverhohlen diverser "Tricks" wie z. B. Beginn des "Zeitzählens" durch einen Telefonanruf bei einer "interessierten Person" oder das Versenden einer SMS, sodann längere Autofahrt ins "Gebiet", dort Aufsuchen einiger weniger Türen, gefolgt von weiteren Autofahrten kreuz und quer durchs "Versammlungsgebiet" etc. Auch die Praxis des "Zeugnisbriefeschreibens" beruht auf dem Zwang des "Stundenmachens/Stundenproduzierens, egal wie". Unbedarften Beobachtern erscheinen solche Praktiken im Lichte ihrer Ineffektivität, was "Resultate im Dienst" betrifft, sowie ihrer "Trickserei" sehr oft als eine "Verspottung Gottes" sowie als eine Verschwendung von Lebenszeit und Mitteln.

Die WTG preist diese Form des Hochleistungseinsatzes ("Ganzherzigkeit") für ihre Organisationsinteressen zur Verbreitung ihrer Produkte (Dogmen, Literatur) in den höchsten Tönen und glühendsten Farben zu allen nur denkbaren Gelegenheiten als "Begeisterndes Vorrecht", "Den besten Lebensweg" sowie "Die höchste Karriere diesseits von Harmagedon" und hämmert besonders allen Jugendlichen, die noch zur Schule gehen, unablässig ein, auf keinen Fall eine "nutzlose Hochschulausbildung", ein "nur egoistische Interessen bedienendes Universitätsstudium" anzuvisieren, sondern sofort nach Beendigung der staatlichen Pflichtschulzeit (selbst Abitur ist vieler Ortens verpönt) so schnell wie möglich eine möglichst anspruchslose und niederbezahlte Teilzeitbeschäftigung aufzunehmen, um "Pionier" sein zu können. Es sind sogar Fälle bekannt (in WTG-veröffentlichten "Erfahrungsberichten" wird immer wiederkehrend darüber berichtet), in denen noch sehr junge "Zeugen Jehovas", die noch zur Schule gingen, bereits als "Allgemeiner Pionier" tätig waren. Persönliche Begabungen, Neigungen, Interessen und Talente spielen hierbei keine Rolle und müssen auf dem Altar der WTG-Organisationsinteressen geopfert werden, selbst wenn dies für manche zu einer seelisch/emotionalen Notlage führen mag. Siehe "Eigene Interessen zurückstellen".

"Allgemeine Pioniere" werden – als "Belohnung" und "Ehrenbezeigung" – nach einem Jahr zu einer sechstägigen (früher: 10 Tage) "Pionierdienstschule" eingeladen, in der ihnen zur "Erbauung" und Selbstbestärkung pauschale Standard-WTG-Direktiven, gemischt mit WTG-"Lieblings-Bibelstellen" zur "Untermauerung" des WTG-"Predigtauftrags" -Dogmas verabreicht werden. Des Weiteren dürfen sie anlässlich jeder "Dienstwoche" sowie jedes "Kreiskongresses" einer besonderen "Pionierzusammenkunft" mit dem "Kreisaufseher" beiwohnen, bei der dieser ihnen "Ermunterung" in Form von pauschalen Standard-WTG-Landesaufsichtsbürobriefen zukommen lässt. Diese Anlässe werden WTG-politisch korrekt als "Geistige Segnungen", "Geistige Leckerbissen" sowie als "Vorrechte" bejubelt.

Für ein Beispiel dafür, die die WTG Eltern anweist, ihre Kinder in Richtung "Aufnahme des Vollzeitdienstes als 'Beste Laufbahn'" zu beeinflussen siehe "Vollzeitdiener; Vollzeitdienst".

Betreffs der WTG-"Verbiegung" des AT-"Nasiräats" auf "Allgemeine Pioniere" u. a. "Vollzeitdiener" siehe "Mehr tun".

Alter Bund

Biblisch

Zwischen Gott und den Nachkommen Abrahams über Isaak und Jakob – der Nation Israel – geschlossener Bund; siehe "Mosaisches Gesetz; mosaischer Gesetzesbund".

Altes Israel

Biblisch

Auch als "Gottes Bundesvolk" sowie "Natürliches Israel" bezeichnet. Die vorchristliche, unter dem "mosaischen Gesetz" stehende Nation Israel. Kam durch den Exodus der Nachkommen Jakobs im 15. Jhdt. v. Chr. ins Dasein; wurde von Gott als "Auserwähltes Volk" bezeichnet und stand mit ihm in einem besonderen "Bundesverhältnis". Geschaffen zum Zwecke des Hervorbringens des "Messias", siehe Gen 22,18; 49,10; Ps 132,11; Jes 9,6; 11,1.10; Hes 21,27; Röm 9,7; Gal 3,16 u. a.

Mögen Gal 2,26-29 ("Da ist nicht Jude noch Grieche") im Verbund mit Gal 6,15,16 ("Weder Beschneidung noch Unbeschnittensein gilt etwas… Und so viele dieser Richtschnur folgen werden – Friede und Barmherzigkeit über sie und über das Israel Gottes!") und auch 1Pet 2,8.9 anzeigen, dass sich "von Gott Auserwähltsein" und Gotteskindschaft nicht mehr nur auf "natürliche Juden" beschränkt, sondern die Gesamtheit aller den "Leib Christi" bildenden "Kinder Gottes" umfasst, d. h. alle Menschen, die Gott gehorsam sind, so wird doch hier der Unterschied zwischen den beiden Menschengruppen "natürliche Juden" und "Nichtjuden" nicht aufgehoben, denn es heißt "… über sie (Nichtjuden) UND über das Israel Gottes."

Inwieweit Gott nach wie vor mit dem "Alten Israel"/den "Natürlichen Juden" handelt, und nach wie vor ein "besonderes Verhältnis" zu ihnen hat, ist Gegenstand von Spekulation und Dissens unter den verschiedensten religiösen Gruppierungen. Gemäß WTG-Lehre, die im Einklang mit der sog. "Replacement Theology" ist, zeigen Mat 21,43; 23,38; Eph 2,15; Kol 2,14 u. a. an, dass Gottes "besonderes Bundesverhältnis" mit dem "Natürlichen Israel" nach dem irdischen Wirken des Messias – speziell ab 36 A. D. – aufgehoben, und der "Gesetzesbund" durch den "Neuen Bund" ersetzt wurde. Vertreter anderer Auffassungen legen die von Gott dem Abraham gegebenen Verheißungen (z. B. Gen 17,7 "Und ich werde meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir durch alle ihre Generationen zu einem ewigen Bund"; Ri 2,1 "Ich werde meinen Bund mit euch nicht brechen in Ewigkeit"; siehe auch Ps 105,8-10 u. a.) so aus, dass Gottes besonderes Verhältnis zur jüdischen Nation nie beendet werden sollte. Das Problem hierbei ist, inwieweit die Bedeutung des zugrundeliegenden hebräischen Begriffes עוֹלׇם ōlām als "nie endend; endlos", oder eher als "sehr lange Zeit" aufzufassen ist. Hier wendet die WTG ganz klar einen doppelten Maßstab an: Betreffs der mit "ōlām" bezeichneten Dauer des "besonderen Bundesverhältnisses" mit dem "Natürlichen Israel" gilt "sehr lange Zeit, aber nicht ewig"; betreffs der Existenz der "Erde" jedoch behauptet die WTG, "ōlām" bedeute hier "endlos, für immer und ewig", siehe "Erde". Die WTG legt sich also hier wie auch anderswo die Dinge so zurecht, wie es ihr gerade passt.

Altes System

Abwertend
Worthülse

Siehe "System der Dinge".

Ältestenbuch

Organisatorisch

Unter "Jehovas Zeugen" gebräuchliche, umgangssprachliche Bezeichnung für das exklusiv für "Ernannte Älteste" bestimmte, "vertrauliche" (geheime) Organisationsrichtlinien- und -verfahrensanweisungsbuch "ks10", vorher "ks91", siehe "Hütet die Herde Gottes"-Buch.

Ältester

Titel

Aufgabendefinition

Angehöriger der obersten Kontroll-Funktionärsebene innerhalb einer "Zeugen Jehovas"-Ortsgemeinde; auch "Hirte", "Unterhirte" und "Lehrer" genannt; früher auch "Diener, vgl. mit "Ernannte Diener". Der Titel vereint in simplifizierender und ungenauer Weise, abweichend vom urchristlichen Muster, sowohl πρεσβύτερος presbýteros, "älterer Mann"; z. B. Apg 14,23; 1Tim 5,1.19; 1Pet 5,1; ἐπίσκοπος epískopos, "Bischof, Aufseher"; Apg 20,28; 1Tim 3,1.2; Tit 1,7; sowie – beide als Verbalform erscheinend – ἡγεμών/ἡγεμόνος hēgemōn/hēgemónos (–> Hegemonie); "Führer, Anführer", Heb 13,7.17; sowie "Vorsteher", von προΐστημι proīstēmi, "davor stehen"; Röm 12,8; 1Tim 5,17. Darüber hinaus unbiblische Vereinigung sämtlicher Aufgaben, die in der Urkirche gemäß Röm 12,4-8; 1Kor 12,28.29 und Eph 4,11 auf verschiedene Personengruppen aufgeteilt waren (Hirten, Lehrer, Prediger, Evangelisten,…). Die Kirchenorganisation der WTG ist also ganz klar nicht biblisch und folgt nicht dem urchristlichen Muster (mehr hierzu siehe unten; siehe auch "Dienstamtgehilfen"), wobei die Frage ungeklärt bleibt, ob heutige, vom Heiligen Geist geleitete Christen, die den weltweiten "Leib Christi" bilden, überhaupt noch einer "Kirchenorganisation" bedürfen, da der "Hirte und Aufseher (epískopos) [ihrer] Seelen" niemand anderes als Jesus Christus ist, siehe 1Pet 2,25, der laut Offb 1,20 sowie Offb Kap. 2 und 3 die allumfassende Kontrolle über die Gemeinden in seiner rechten Hand hält.

"Der Wachtturm" vom 15.5.2010 enthält ein Beispiel einer Auflistung von WTG-"Anforderungen" für "Älteste" und auch für "Dienstamtgehilfen" – Großschreibung sowie Anmerkungen hier und in allen nachfolgenden Zitaten in eckigen Klammern und Normaldruck eingefügt:

"Wer darauf hinarbeitet, Dienstamtgehilfe zu werden, oder das Amt eines Aufsehers anstrebt, bemüht sich, den BIBLISCHEN [WTG-konformen] Anforderungen [rein menschlichen WTG-Regularien] zu entsprechen (1. Tim. 3:1-10, 12, 13; Tit. 1:5-9). Wenn du dich Gott [der WTG] hingegeben hast und getauft bist, dann frage dich bitte: SETZE ICH MICH SO GUT WIE MÖGLICH IM PREDIGTDIENST [nichtbiblischer, WTG-zweckdienlicher Dogmen- und Produktvertrieb] EIN? [Rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung".] Unterstütze ich andere dabei? [d. h. im WTG-angeordneten Dogmen- und Produktvertrieb, ergo rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung".] Liegt mir etwas daran, wie es meinen Glaubensbrüdern geht, und mache ich ihnen Mut [bestärke ich sie im rein menschlich/nichtbiblischen, WTG-zentrischen Hochleistungsaktionismus, ergo rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung".]? Fällt anderen auf, dass ich INTENSIV die Bibel [in von der WTG eigenzweckdienlich verfälschter Version] STUDIERE? Verbessern sich meine ANTWORTEN IN DEN ZUSAMMENKÜNFTEN? [Rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung".] Nehme ich AUFGABEN ernst, die mir VON DEN ÄLTESTEN ÜBERTRAGEN wurden [zwecks WTG-Interessenförderung, ergo rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung"]? (2. Tim. 4:5)"

Auffällig ist hier das WTG-typische Fehlen jeglicher Bezugnahmen auf echt biblische Erfordernisse wie, mit der Hilfe des Heiligen Geistes eine christliche, an Jesus Christus orientierte Persönlichkeit heranzubilden (Röm 13,14; 15,1-3.5.7.13; Gal 3,27; 5,22.23; Eph 4,24 et al.) und echt christliche Eigenschaften wie Barmherzigkeit, Mitgefühl, Mitmenschlichkeit und Sensibilität gegenüber anderen Mitgeschöpfen und der Schöpfung zu offenbaren (Jak 2,15.16; 1Joh 3,17.18); alles dreht sich um der WTG selbstgestrickte, menschliche "Anforderung", "Erfordernisse", Kriterien, "Aufgaben", Arbeitsanweisungen und "To Do-Listen" mit dem Ziel des Forcierens ihrer rein menschlichen Organisations-Verlags-Vertriebsinteressen vermittels ihr "Ergebener" Erfüllungsgehilfen.

Von all den von der WTG allen "Ältesten" auferlegten Aufgaben und Anforderungen steht jedoch die Forderung, als "Arbeitsantreiber" und Erfüllungsgehilfen beim Forcieren und Vorantreiben der von ihr eigenmächtig zu alles überragender Wichtigkeit erhobenen "Predigtdienst"-Dogmen- und Produktvertriebstätigkeit zu fungieren an erster Stelle, siehe z. B. "Unser Königreichsdienst" Dezember 1960 S. 3 unter der Überschrift "Was ist mit unserem Zeiteinsatz geschehen", wo das Absinken der "Zeiteinsatz" genannten "Verkündiger-Predigtdienst-Stundenleistung" von monatlich 16,3 Stunden in 1951 auf 9,9 Stunden in 1959 beklagt wurde – Auszug aus Abs. 4; Großschreibung hinzugefügt:

"Die Versammlungsverkündiger werden den Wunsch haben, jeden Monat 12 Stunden für die Lobpreisung des Namens Jehovas einzusetzen. …DAS VORBILD DER DIENER UND IHRE LIEBEVOLLEN ERMUNTERUNGEN WERDEN DAZU BEITRAGEN, DASS DIESE ERGEBNISSE ERZIELT WERDEN."

Hieraus erklärt sich, weshalb das Kriterium "genügend Predigtdienststunden" DIE alles überragende Kernqualifikation für WTG-akkreditierte "Älteste" bildet und jene "Ältesten", die auf diesem Gebiet "Nachlassen" und es an ausreichender "Predigtdienst"-Leistung ermangeln lassen (vgl. "Schwache Verkündiger"), als "Nicht vorbildlich" ihres Amtes enthoben ("Entbunden") werden und ihr "Ältesten"-"Vorrecht" verlieren, was als beschämender Ehrverlust und "große Schande" gilt. Zu diesem Zweck sind "Älteste" von der WTG gehalten, sich gegenseitig anhand ihrer "Verkündigerberichtskarten" zu kontrollieren.

Im "Hütet die Herde Gottes"-Direktivenbuch (ks-91) S. 13 hat die WTG betreffs der von ihr eigenmächtig zu alles überragender Wichtigkeit erhobenen "Predigtdienst"-Dogmen- und Produktvertriebstätigkeit folgende Anweisung erlassen:

"Euer Beispiel sollte der Versammlung zeigen, daß der Predigtdienst keine Bürde ist, sondern ein beglückendes Vorrecht sein kann."

De facto werden "Älteste" hier angewiesen, seitens der ihnen zur Kontrolle unterstellten "Zeugen Jehovas-Verkündiger" euphorische Gefühle beim Abarbeiten der drakonischen und von vielen als bedrückend empfundenen "Predigtdienst"-Anweisungen zu empfinden, womit der Tatbestand der totalitären Gefühlskontrolle innerhalb der WTG gegeben ist.

Aufgrund des von der WTG – in Beiseiteschieben der biblisch/urchristlichen Aufgabenteilung, wie o. a. – allen "Ältesten" auferlegten Forderungenkatalogs ergibt sich für dieselben eine enorme Arbeits- und Anforderungenlast, wie z. B. im an "Älteste" gerichteten Kommentar zum "Tagestext" vom 1.1.2017 anklingt – Großschreibung zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hier und in allen nachfolgenden Zitaten hinzugefügt:

"Wie du weißt, werden mehr Brüder benötigt, damit bestehende Versammlungen stark bleiben und neue Versammlungen gegründet werden können (Jes. 60:22). DU KENNST AUCH DEN RAT DER BIBEL, „ANDERE ZU LEHREN“. Trotzdem fällt es dir womöglich nicht leicht. Schließlich MUSST DU DICH AUCH UM DEINE FAMILIE, DEINEN BERUF, DEINE VERPFLICHTUNGEN IN DER VERSAMMLUNG UND UM ANDERE DRINGENDE ANGELEGENHEITEN KÜMMERN. Irgendwie scheint dann keine Zeit mehr da zu sein, andere zu schulen. SCHULUNG IST FÜR SIE ABER WICHTIG, damit die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden kann. Das ist zum Nutzen aller. w15 15. 4. 1:2, 3"

In anderen Worten: "Wir wissen, dass Du einen enormen und menschlich nicht zu bewältigenden Aufgabenkatalog hast, aber wie Du das alles schaffst, ist uns egal – DU MUSST alles schaffen, UND auch noch dieses und jenes dazu!"

Es verwundert daher nicht, dass allerortens viele "Älteste" trotz des mit diesem WTG-Hierarchiestatus-"Privilegs" verbundenen Ansehens "die Grätsche machen" und auf ihr "Vorrecht, als Ältester 'dienen' zu 'dürfen'", verzichten. Beispielhaftes Bekenntnis eines solchen ehemaligen "Ältesten": "Ich kann nicht guten Gewissens als 'Ältester' dienen, während meine Familie dabei vor die Hunde geht."

Im Kontrast zu diesem unbiblischen und unrealistisch/unvernüftigen "Alleskönner/Allrounder"-Zusammenlegen der verschiedensten Aufgaben und Funktionen seitens der WTG in der von ihr stipulierten "Ältesten"-Funktion steht folgende Aussage des Bibelkommentators Albert Barnes in seinen 'New Testament Notes' betreffs Röm 12,6:

"Verschiedene. Es war niemals vorgesehen, dass alle Christen gleich sein sollten. Gott sah vor, dass Männer unterschiedliche Befähigungen haben sollten. Die Natur der menschlichen Gesellschaft erfordert dies. Nirgendwo gab es jemals einen Zustand vollkommener Gleichheit; und es wäre unmöglich, dass es dies gäbe und dennoch die menschliche Gesellschaft existieren könne. Hier übt Gott Souveränität aus und gewährt sein Wohlwollen, so wie es ihm gefällt, indem er niemandem schadet wenn er anderen Gunst gewährt; und indem er mich für den richtigen Gebrauch dessen, was ich habe, verantwortlich hält und nicht für das, was meinem Mitmenschen verliehen worden sein mag."

"Älteste" als verlängter Arm des obersten WTG-Direktoriums

Im Kontext ihrer strikt absolutistisch/diktatorisch/totalitären "top-to bottom"-"Leitung durch ein Haupt"-Doktrin unterstellt das oberste WTG-Lenkungsgremium alle "Ältesten" seiner unumschränkten Oberaufsicht, deren widerspruchsloses Achten auf euphemistisch/rabulistische Weise irreführend als "Anerkennung der Leitung Christi" verbrämt wird – "Der Wachtturm" vom 1.12.1994 S. 30:

"Christliche Älteste [müssen] Christus jederzeit als Haupt der Versammlung anerkennen. Ihre Unterwerfung unter seine rechte Hand der Autorität zeigt sich darin, daß sie die Leitung Christi mittels des heiligen Geistes [i. e. die Bevormundung durch das oberste WTG-Zentralkomitee ] suchen, nach biblischen Grundsätzen [menschlichen WTG-Direktiven] handeln und DER FÜHRUNG DURCH DIE LEITENDE KÖRPERSCHAFT DES „TREUEN UND VERSTÄNDIGEN SKLAVENGEHORCHEN (Matthäus 24:45-47; siehe Offenbarung 1:16, 20; 2:1).

Gemäß dem "Wachtturm" vom 1.4.2007 S. 28 Abs. 11 erklärt die WTG von ihr approbierte "Älteste" aller lokalen Ortsgemeinden zu ihren "Vertretern", also zu einer Art "verlängerter Arm" des obersten WTG-Leitungsgremiums, vermittels dessen es bis in alle "Zeugen Jehovas"-Ortsgemeinden hineinreicht:

"Heute leitet uns Jesus durch den ‘treuen und verständigen Sklaven’ an, vertreten durch die leitende Körperschaft und die Ältesten."

Der "Wachtturm" vom 15.4.2013 S. 25 Abs. 12 belegt, dass die WTG bzw. ihr oberstes Leitungskomitee alle "Ältesten" weltweit als Erfüllungsgehilfen im Durchsetzen ihrer Organisationsinteressen vermittels des unablässigen Antreibens aller "Zeugen Jehovas"-Befehlsempfänger zu nicht nachlassender Leistung im von ihr eigenmächtig als christlich/göttliches Gebot stipulierten "Haus-zu-Haus-Predigtdienst" versteht:

"Rund um die Erde sind erfahrene Älteste beauftragt worden, in ihrem jeweiligen Land das Predigtwerk zu organisieren und VORANZUTREIBEN (!)"

Dies deckt sich mit der im "Königreichsdienst" von Dezember 1960 S. 3 Abs. 4 ergangenen Anweisung, die belegt, welche die von der WTG von "Ältesten" geforderte Funktion ist, nämlich, die "Zeugen Jehovas"-"Verkündigerschaft" Monat für Monat zu einer Mindest-"Predigtdienststundenleistung" in der "Haus-zu-Haus"-Propaganga-/Vertriebstätigkeit anzutreiben und sicherzustellen, dass der von der WTG für "Verkündiger" festlegte Mindest-"Zeiteinsatz" dauerhaft erreicht wird:

"Die Versammlungsverkündiger werden den Wunsch haben, jeden Monat 12 Stunden [im Predigtdienst] einzusetzen. …DAS VORBILD DER DIENER UND IHRE LIEBEVOLLEN ERMUNTERUNGEN WERDEN DAZU BEITRAGEN, DASS DIESE ERGEBNISSE ERZIELT WERDEN."

Hiermit gebietet die WTG im "gewinnmaximierungsorientierten Konzernboss-Stil" allen "Ältesten" unumwunden, durch eigenen "Einsatz im Predigtdienst" ein "gutes Beispiel" zu geben und "Ergebnisse zu erzielen". Die verhüllende, "weichgespülte" Umschreibung "werden den Wunsch haben" ist "knallharte Handlungsvorschrift" und bedeutet im Klartext "Sie HABEN den Wunsch zu haben" = "Sie MÜSSEN"; "Ältesten" ist auferlegt, dafür zu sorgen und sicherzustellen, dass dem Folge geleistet wird.

Eine weitere Funktion von "Ältesten" als Erfüllungsgehilfen im Durchsetzen von WTG-Organisationsinteressen wird aus dem "Wachtturm" vom November 2016 zweiter "Studienartikel" S. 12 Abs 13 deutlich:

"Heute halten Älteste vielleicht einen warnenden Vortrag, WENN JEMAND IN EINEM VERHALTEN VERHARRT, DAS DIE VERSAMMLUNG NEGATIV [nicht WTG-willensgemäß] BEEINFLUSST, wie die feste Bekanntschaft mit einem Ungläubigen (1. Kor. 7:39). Wie reagierst du auf so einen Vortrag? Angenommen, dir ist der erwähnte Fall bekannt. STELLST DU DANN DEN GESELLIGEN UMGANG MIT DEM BETREFFENDEN EIN? Dein liebevolles ["liebevoll" gemäß rabulistischer WTG-Neudefinition] Interesse und deine entschiedene [kompromisslos WTG-konforme] Haltung können ihn veranlassen, sein unordentliches [nicht-WTG-konformes] Verhalten aufzugeben."

Hier geht es also darum, die der WTG unterstellte "Zeugen Jehovas"-Befehlsempfängerherde gruppendynamisch nach außen zu befrieden und homogenisiert zu halten, um "störende Einflüsse von außen" ("Schlechte Gesellschaft", "Weltmenschen", "die böse Welt"), die der leichten Steuerbarkeit der Gruppe zuwiderlaufen und damit WTG-Interessen gefährlich werden könnten, fernzuhalten. Gemäß diesem konkreten Beispiel sollen aufgrund ihrer freien Willensausübung betreffs ihre Freundes- und Partnerwahl innerhalb der WTG missliebig gewordene "Zeugen Jehovas" "Bezeichnet" und als "Schlechter Umgang" gebrandmarkt werden, um sie zum Einlenken zu bewegen und anderen "Zeugen Jehovas" eine Warnung zu erteilen. Eine solch abenteuerlich absolutistisch/diktatorisch/totalitäre Anweisung, die eine krasse Verletzung des menschlichen Grundrechts auf Wahlfreiheit und freie Lebensgestaltung darstellt und abgrundtiefe Geringschätzung gegenüber als "Ungläubige" verunglimpften ANDERSGLÄUBIGEN Menschen offenbart, muss als unbiblisch/unchristlich, sowie als bodenlos unverschämte Einmischung in das Privatleben anderer Menschen auf Entschiedenste zurückgewiesen werden.

"Älteste"-relevante WTG-Eisegesen

Laut an den Haaren herbeigezogener, willkürlicher WTG-Eisegese wird die weltweite Gesamtheit aller WTG-akkreditierten "Versammlungsältesten" durch die in Offb 1,16.20 dargestellten "Sieben Sterne in der rechten Hand Christi" symbolisiert, siehe "Sterne in der rechten Hand Christi".

Laut WTG bezieht sich der Begriff "Engel der sieben Gemeinden" in Offb 1-3 auf die Gesamtheit aller WTG-approbierten "Ältesten(schaften)" aller Zeugen Jehovas-Gemeinden ("Älteste befinden sich in der rechten Hand Christi"). Da es dafür keinerlei biblische Grundlage gibt, muss man die Bedeutung im Lichte von Mat 18,10 und Apg 12,15 (für die 7 Gemeinden, d. h. die Gesamtheit aller Gläubigen, bestellte Geistwesen oder Engel) sehen; siehe "Engel".

Die WTG behauptet eigenmächtig, von ihr approbierte "Älteste" verfügten über die von Jesus Christus laut Mat 18,18 und Joh 20,23 an die zwölf Apostel übertragene Autorität: "Wenn ihr etwas auf der Erde bindet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf der Erde löst, wird es im Himmel gelöst sein" (Mat 18,18); "Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie ihm behalten" (Joh 20,23) i. V. mit der Durchführung sog. "Rechtskomitees" zur Abhandlung von tatsächlich oder vermeintlich begangenen "Sünden" seitens Gemeindemitgliedern. Mehr hierzu – besonders betreffs des Irrtums dieser Hypothese sowie der Anmaßung dieser Behauptung – siehe "Rechtskomitee".

Die Behauptung, heutige WTG-approbierte Hierarchiefunktionäre seien "Vertreter einer Leitungsorganisation Jesu Christi" ist als reine Wunschvorstellung seitens der WTG und "Jehovas Zeugen" entschieden zurückzuweisen. Betreffs des krassen Irrtums und der blasphemischen Anmaßung der WTG-"Leitende Körperschaft"-Doktrin siehe daselbst sowie "Treuer und verständiger Sklave".

Die WTG behauptet in der ihr eigenen, egozentrisch/narzisstisch/solipsistisch/omphaloskeptisch auf sich selbst fokussierten Art, die von ihr ersonnene und implementierte "Ältesten"-"Vorkehrung" sei eine Erfüllung u. a. von Jes 32,1.2 ("Älteste" sind wie "schützende Bergungsorte" und "labende Wasser und Schatten in der Wüste") sowie Mi 5,4.5 (die Gesamtheit aller WTG-approbierten "Ältesten" sind die "sieben Hirten und acht Menschenfürsten"). Das allgemeine Verständnis sieht diese Passagen i. V. mit der nachexilischen Wiederherstellung des "Alten Israel" erfüllt; siehe "Wiederherstellungsprophezeiung(en)".

Die WTG behauptet auf der Grundlage der NWÜ-Wiedergabe von Eph 4,8, von ihr akkreditierte "Älteste" seien "göttliche Gaben", für die jeder "Zeuge Jehovas" "Wertschätzung" zu empfinden habe. Mehr hierzu, sowie betreffs des Irrtums dieser eisegetischen Irrlehre siehe "Gaben in Form von Menschen".

Betreffs der Rangstellung von "Ältesten" im WTG-Hierarchiegefüge siehe die Übersichtstabelle unter "Ernennung".

Zur Machtstellung von "Ältesten" im WTG-Hierarchiegefüge

"Wenn Älteste sprechen, dann spricht Gott!" Dies geht aus "Der Wachtturm" vom April 2018 fünfter "Studienartikel" S. 29 Abs. 16 hervor:

"Christoph… sprach… mit MEHREREN ÄLTESTEN und sie MACHTEN IHN AUF DAS AUFMERKSAM, was die Bibel [gemäß WTG-Auslegung bzw. die WTG] sagt. „JEHOVA [die WTG bzw. ihr oberstes menschliches Zentralkomitee] hat mir gute Ratgeber geschickt, UND ICH HABE AUF IHN [! Nicht auf die 'Ältesten', obgleich sie es waren, die mit ihm redeten] GEHÖRT…“"

Auf der Grundlage ihres Postulates, "Älteste" seien Vertreter "einer von Jesus Christus geleiteten Organisation" fordert die WTG von allen "Zeugen Jehovas" bedingungslosen "Gehorsam" gegenüber den von ihr akkreditierten "Ältesten"-Funktionären, siehe z. B. "Der Wachtturm" von November 2016 zweiter "Studienartikel" S. 12 Abs. 13:

"Wir müssen den biblisch fundierten Rat der Ältesten befolgen."

"Biblisch fundierter Rat" ist hier als "WTG-direktivenbasierte Befehle" zu dechiffrieren.

Der Kommentar des "Tagestextes" vom 29.10.2014 belegt, dass die WTG unter krasser Falschauslegung von Jud 8 die von ihr approbierten und gemäß ihren Vorgaben funktionierenden "Ältesten"-Erfüllungsgehilfen in anmaßender Weise als "Herrliche" (Wiedergabe von δόξας dóxas; Fußnote der 1984-"Studien"-NWÜ: "Herrlichkeiten") und deren Position als "Herrschaft" bezeichnet und von ihrer Befehlsempfängerherde völlige Absolution gegenüber den Fehlern und Fehlurteilen dieser unvollkommenen Menschen – und damit gegenüber ihr selbst – einfordert:

"Diese Menschen missachten die Herrschaft und reden lästerlich über Herrliche (Jud. 8) Ein solcher Geist gehört eindeutig nicht in die Versammlung. Zugegeben: Älteste sind nicht vollkommen, genauso wenig wie es ältere Männer in den Tagen der Apostel waren. Sie können Fehler machen, die uns persönlich berühren. Was dann? Wäre es nicht unpassend, so zu reagieren, wie man in der Welt reagieren würde: vehement „ Gerechtigkeit“ zu fordern oder zu verlangen, dass gegen den Bruder etwas unternommen wird? Vielleicht entscheidet sich Jehova [i. e. die WTG] dafür, über gewisse geringfügige Verfehlungen hinwegzusehen. Können wir das nicht auch? Einige, die sich schwerer Missetaten schuldig gemacht haben, lehnen es ab, vor einem Komitee zu erscheinen. Sie lassen sich nicht helfen, weil es aus ihrer Sicht an den Ältesten etwas zu bemängeln gibt. Die Betreffenden könnte man mit Patienten vergleichen, die eine nötige Behandlung ausschlagen, weil sie am Arzt etwas auszusetzen haben. w12 15. 10. 2:6, 7"

Hier schiebt die WTG bzw. das oberste WTG-Zentralkomitee ihre örtlichen "Ältesten"-Vertreter in den Gemeinden (in WTG-Falschauslegung von Jud 8 eigenmächtig als "Herrschaft" (κυριότης kyriótēs) und "Herrliche" (δόξας dóxas) bezeichnet!) als "Sündenböcke" vor, die doch nichts anderes tun als die von ihr selbst – der WTG – angeordneten Verfahrensrichtlinien durchzusetzen. Dass es hierbei – aufgrund oftmals mangelnder Kompetenz und menschlicher Defizite seitens der "Ältesten"-Ortsvertreter – nicht immer Rechtens zugeht, liegt in der Natur der Sache und ist zu erwarten; jedoch verschleiert dies den eigentlichen Sachverhalt des sich an Gottes Stelle setzenden WTG-Zentralkomitees, indem die vor Ort auftretenden "menschlichen Schwächen" der Ortsvertreter den unbiblischen, unchristlichen und widergöttlichen Anspruch der "Leitenden Körperschaft" auf gottgleiche Autorität überlagern, die aber gemäß obiger Direktive seitens der "Verkündiger"-"Herde" entschuldigt" werden müssen, da laut WTG diese "Ältesten" als sie vertretende und damit als mit göttlicher Befugnis versehene "Herrschaft" und "Herrliche" betrachtet werden müssen. Hierdurch wird aller Willkür und jeglichem Unrecht seitens WTG-approbierter Hierarchiefunktionären Tür und Tor geöffnet, da die "Verkündiger"-"Herde" keinerlei Möglichkeiten hat, sich hiergegen zu schützen oder dagegen vorzugehen, da dies als "Rebellion gegen Gott" geahndet würde. Der von solchen "Ältesten" geschundenen "Herde" wird von der WTG auferlegt, stillzuschweigen, nichts zu tun und "Auf Jehova (zu) warten", siehe daselbst.

I. V. mit der Gleichsetzung heutiger WTG-Hierarchiefunktionäre sowie des obersten WTG-Zentralkomitees mit den vom Heiligen Geist ernannten Aposteln und Aufsehern der Urchristengemeinde liegt der "theologische Fehler" vor, dass heutige, nicht-inspirierte Menschen mit "gottgehauchten" Menschen früherer Zeiten auf eine Stufe gestellt werden; diese waren "inspiriert "; kein einziger heutiger WTG-approbierter Hierarchiefunktionär – einschließlich jedes Mitgliedes des obersten WTG-Zentralkomitees – kann auch nur den Hauch göttlicher Inspiration, oder göttlicher "Sendung" für sich beanspruchen oder das Vorhandensein einer solchen beweisen.

Des Weiteren zeigt die Wendung "Vielleicht entscheidet sich Jehova dafür, über gewisse geringfügige Verfehlungen hinwegzusehen", wie in WTG-"Belehrung" rein hypothetische, von ihr ersonnene Vermutungen eisegetisch als Grundlage für "harte" Handlungsanweisungen an ihre "Verkündiger"-"Herde" herangezogen werden. Schließlich zeigt dies die Doppelbödigkeit der WTG: Einerseits soll seitens Gottes über organisatorische Verfahrensfehler der WTG hinweggesehen werden, und da sich die WTG mit Gott gleichsetzt, darf sie das auch bzw. verlangt, dass ihre Unzulänglichkeiten bzw. die der sie vertretenden Hierarchiefunktionäre entschuldigt werden; ihrer "Verkündiger"-"Herde" jedoch verordnet die WTG ein drakonisches "Im Kleinen treu im Großen treu" und lässt jegliches "Fehlverhalten" eines jeden "Zeugen Jehovas" bedingungslos und ohne Wenn und Aber unter Anwendung der vollen Härte von WTG-Gesetzgebung durch "Rechtskomitees" ahnden.

(Diverse Kommentatoren fassen die Begriffe "Herrschaft" (kyriótēs) und "Herrliche" (dóxes) aus Jud 8 in ihrem Kontext als auf "Herrschaftsbereiche in der Engel- oder Dämonenwelt" bezogen auf, siehe z. B. die Fußnote zur REB; 'Word Pictures of the New Testament' von Robertson zu 2Pet 2,10. Andere wie z. B. Wesley sagen:

"Those that are invested with it by Christ, and made by him the overseers of his flock. …holy men, who for the purity of their lives, the soundness of their doctrine, and the greatness of their labours in the work of the ministry, were truly honourable before God and all good men …").

Gemäß dem "Wachtturm" vom April 2017 vierter "Studienartikel" S. 25 und 26 Abs. 10 und 11 verlangt die WTG von den ihr unterstellten "Zeugen Jehovas", angesichts von "unverständlichen" Entscheidungen lokaler "Ältester" ihr Denken abzuschalten, und sich "Demütig" und widerspruchslos "Unterzuordnen", ungeachtet dessen, wie anmaßend, empörend, grotesk, lächerlich oder widersinnig diese Entscheidungen auch sein mögen:

"Wie reagierst du, wenn du eine Entscheidung der Ältesten nicht verstehst oder damit nicht einiggehst? ...Solche Situationen können unser Vertrauen in Jehova und seine Organisation auf den Prüfstand stellen. Warum kann sich Demut dann als ein Schutz für uns erweisen? ...Wenn wir demütig sind, gestehen wir uns ein, dass uns nicht alle Fakten bekannt sind. Ganz gleich wie viel wir über eine Situation wissen: Nur Jehova kann in einen Menschen hineinsehen (1. Sam. 16:7). Wer sich dieser wichtigen Wahrheit bewusst ist, erkennt demütig seine Grenzen an und korrigiert seine Sicht der Dinge. ...Demut macht es leichter, sich unterzuordnen und geduldig darauf zu warten, dass Jehova alles richtigstellen wird, was wirklich ungerecht war. Es ist genauso, wie der weise König Salomo schrieb: „Mit denen, die den wahren Gott fürchten, [wird es] gut ausgehen . . . Mit dem Bösen aber wird es gar nicht gut ausgehen, noch wird er seine Tage verlängern“ (Pred. 8:12, 13). Demütig zu reagieren wirkt sich bestimmt auf alle Beteiligten gut aus. (Lies 1. Petrus 5:5.)"

Gruppenpsychologisch betrachtet, stellen solche, die Bibel für eigene Zwecke missbrauchenden Direktiven ein Musterbeispiel der WTG-seitigen Strategie dar, vermittels Manipulation und gruppendynamischer Befriedung ihrer Befehlsempfängerherde dieselbe zwecks leichter Gängelbarkeit klein und gefügig zu halten. Man beachte das Mantra-artige Wiederholen des "Demut/demütig sein"-, des "Sich unterordnen"- sowie des "Nicht nachdenken"-Konzepts rein jesuitischer Prägung. De facto erklärt hier die WTG den ihr unterstellten "Zeugen Jehovas": "Ihr seid beschränkt und geistig minderbemittelt – nur wir, die WTG und die von uns approbierten 'Ältesten'-Funktionäre sind die großen Wissenden. Deshalb: Haltet euren Mund – denkt nicht nach – gehorcht den Ältesten, egal, was sie auch sagen!" Dies bedeutet, sein Denken auf "Aus" zu stellen, nichts zu tun, um die Situation richtigzustellen und passiv "Auf Jehova [zu] warten", siehe daselbst. Durch solche "bedingungs- und widerspruchloser Gehorsam"-Anweisungen wird der Willkür einzelner WTG-Hierarchiefunktionäre Tür und Tor geöffnet, um eigene, kleinlich/menschliche Machtgelüstchen straflos auszuleben.

Emotional verstärkt werden diese Direktiven noch dadurch, dass sie im vorhergehenden Abs. 9 mit "Urteilen Jehovas" auf die gleiche Stufe gestellt weren:

"Ein demütiger Mensch wird daran denken, dass „der wahre Gott . . . jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen [wird] im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse“ (Pred. 12:14). Verkündet Jehova ein Urteil, berücksichtigt er demnach auch Tatsachen, die uns unbekannt sind."

Durch das im o. a. Abs. 10 erfolgende unmittelbare Weiterspinnen dieses Gedankens mit "Entscheidung der Ältesten" entgeht einem unkritischen Leser, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden, nämlich VOLLKOMMENE und FEHLERLOSE "Urteile Gottes" mit von kleinen, unvollkommenen und nicht von Gott inspirierten Menschen getroffenen, WTG-konformen "Entscheidungen". Zu "guter" Letzt werden am Ende von Abs. 11 "nicht demütige" WTG-Dissidenten unter Bezugnahme auf Pred 8,12.13 als "nicht gottesfürchtige BÖSE" verunglimpft ("böse" = רָשָׁע rāschā', moralisch schlecht, niederträchtig, kriminell), obgleich sich dieser Vers auf Menschen bezieht, die GEGEN GOTT SÜNDIGEN – nicht solche, die sich rein menschlichen Organisationsdirektiven nicht beugen. Personen, die sich nicht von der WTG ihr "Eigenes Denken" verbieten lassen als moralisch niederträchtig abzuqualifizieren verrät grenzenlose Anmaßung und nicht zu überbietende Hybris, da eigene, zur Förderung eigener Organisationsinteressen ersonnene, rein menschliche Maßstäbe zu göttlichem Gebot erhoben werden und die WTG hier an Gottes Stelle festlegt, wer Gott wohlgefällig ist und wer nicht. Eine solche "Belehrung" muss als verwerflicher, manipulativer und krass eigenzweckdienlicher Missbrauch der Bibel entschieden zurückgewiesen werden. Das Gleiche gilt betreffs des o. a. Missbrauchs von 1Pet 5,5, vermittels dessen die WTG behauptet, jeder, der sich nicht an o a. Direktiven halte, sei "hochmütig", ganz abgesehen vom offenbaren Übersehen der Tatsache, dass sich das "Alle aber seid gegeneinander mit Demut fest umhüllt" dieses Verses nicht nur auf "Seid den Ältesten untertan", sondern auf die gesamte, bereits in V. 1 begonnene Gedankenkette bezieht und somit auch "Älteste" (und damit die gesamte "Organisation") mit einbezieht, für die das "Demuts"-Gebot in gleichem Maße gilt wie für die "Herde" (V. 3 "nicht als die da herrschen über ihre Besitztümer, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid"), welches durch der WTG hoffärtiges, absolutistisch/diktatorisch/totalitäres Regieren mit Füßen getreten wird.

"Der Wachtturm" vom Februar 2016 dritter "Studienartikel" belegt, auf welch realitätsleugnende Weise die WTG ihrer Befehlsempfängerherde das Ertragen kognitiver Dissonanzen verordnet:

"Es ist zwar unwahrscheinlich, dass diejenigen, die in der Versammlung die Führung übernehmen, uns absichtlich ungerecht behandeln. [Anm.: Reine Wunschvorstellung, die mannigfachen Erfahrungen aus aller Welt diametral gegenübersteht.] Doch sie sind unvollkommen und können das, was wir tun, falsch einschätzen (1. Sam. 1:13-17). Selbst wenn wir also missverstanden oder falsch beurteilt werden, bleiben wir Jehova [i. e. der WTG] loyal."

Die WTG missbraucht Verse wie 1Thess 5,12; 1Tim 5,17 und Heb 13,7.17, um von ihrer "Verkündiger"-"Herde" rückhaltlose "Unterordnung" sowie absoluten und widerspruchslosen "Gehorsam" gegenüber sämtlichen Anweisungen ihrer örtlichen Gemeindeältesten zu fordern mit der Begründung, diese seien mit Approbation des obersten WTG-Zentralkomitees und somit "unter der Leitung des Heiligen Geistes Gottes" – damit de facto von Gott selbst – "Ernannt" oder "eingesetzt". Demgemäß behauptet die WTG, Unterordnung unter – und Gehorsam gegenüber – von ihr approbierten "Ältesten" sei gleichbedeutend mit "Gehorsam gegenüber Gott", siehe z. B. "Bewahrt euch in Gottes Liebe"-Buch S. 43 Abs. 15:

"Unsere Achtung vor der Autorität der Ältesten beweist Gehorsam gegenüber Jehova (Englisch: When we as individuals respect the authority of Christian elders, we are obeying Jehovah.)"

Durch eine solch krass anmaßende, einzig der Durchsetzung von Kontrolle und Gängelung ihrer Befehlsempfängerherde dienliche Behauptung "setzt sich [die WTG] in den Tempel Gottes und weist sich aus, dass [sie] Gott sei" – 2Thess 2,4. Der Fehler der WTG-Anwendung obiger Schrifttexte besteht darin, dass sich diese auf die tatsächlich durch bzw. unter Heiligem Geist ernannten presbýteroi, epískopoi, hēgemōnoi, Vorsteher, Hirten, Lehrer, Prediger, Evangelisten ... der Urkirche beziehen, von denen wenigstens Einige inspiriert waren, wie Heb 13,7 nahelegt ("Eure Führer, DIE DAS WORT GOTTES ZU EUCH GEREDET HABEN"). Kein einziger der heutigen, WTG-approbierten "Ältesten" kann auch nur einen Hauch göttlicher Inspiration für sich geltend machen, wie dies in gleicher Weise bis in die höchsten WTG-Hierarchieränge, einschließlich jenen des obersten menschlichen WTG-Zentraldirektoriums gilt.

Darüberhinaus irrt die WTG in ihrer Anwendung von Heb 13,7 auf LEBENDE "Älteste"; wie John Nelson Darby in seiner "Betrachtung über Hebräer" zu Heb 13,7 mit Bezug auf das Verb "gedenken" (μνημονεύω mnēmonō, "sich erinnern") ausführt,

"spricht er von solchen, die schon heimgegangen waren, im Gegensatz zu den noch lebenden (V. 17)",

siehe www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=123&part_id=1084.

Der "Tagestext" vom 31.10.15 zeigt exemplarisch, wie die WTG sich selbst mit Gott gleichsetzt sowie die von ihr kommenden und vermittels ihrer "Ältesten"-Hierarchiefunktionäre verteilten Direktiven in den Rang göttlicher Gebote erhebt, mit falschen (nicht von Gott autorisierten) Versprechungen "göttlichen Segens" im Falle von deren "Bereitwilliger" Befolgung – erläuternde Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck:

"Alle deine Söhne werden von Jehova Belehrte sein (Jes. 54:13) Woran zeigt sich, dass wir wirklich „von Jehova Belehrte sind? Daran, dass wir uns seine [d. h. der WTG] Warnungen und Gebote zu Herzen nehmen. Ein sicherer Bergungsort sind für uns die Versammlungen, wo wir Anleitung und Schutz erhalten. Dort sorgen treue Älteste für Hilfe und Rat aus Gottes Wort [d. h. Anweisungen und Befehle aus dem WTG-Direktivenkodex] (Gal. 6:1). Jehovas liebevolle Fürsorge [d. h. der WTG strikte Überwachung] erreicht uns oft gerade durch diese „Gaben in Form von Menschen“ [d. h. WTG-approbierte "Älteste"] (Eph. 4:7, 8). Wenn wir also solchen Rat [d. h. WTG-Organisationsdirektiven] erhalten, dann wollen wir bereitwillig [d. h. kritiklos im Kadavergehorsam] darauf hören. Jehova [d. h. die WTG] wird uns für unsere vertrauensvolle Unterordnung segnen [d. h. die Gunst der WTG und ihrer Hierarchiefunktionäre ist uns gewiß] (Heb. 13:17). Ja, lassen wir uns von unserem himmlischen Vater [d. h. vom obersten Zentralkomitee der WTG] durch seinen heiligen Geist [d. h. vermittels ihrer omnipräsenten Kontrolle] führen und leiten [d. h. manipulieren und gängeln]. ... Auch uns wird Jehova segnen, wenn wir mit ganzem Herzen auf ihn [die WTG] vertrauen (Spr. 3:5, 6). w14 15. 2. 3:20, 21"

Die Fehler dieser Gleichsetzung von WTG-Direktiven mit göttlichen Geboten besteht zum einen darin, dass "Älteste" selbst weder inspiriert sind noch unter Inspiration "Ernannt" wurden; zum anderen erhebt die WTG "Älteste" (wie auch sich selbst) zu "Herren über den Glauben ihrer Brüder", was eine Verletzung von 2Kor 1,24 und 1Pet 5,3 darstellt. Siehe auch "Gehorsam; gehorchen; gehorsam sein"; "Herde"; "Leitung durch ein Haupt"; "Unterordnung"; "Unterwürfig".

Ein Beispiel für der WTG fehlerhaftes Ziehen von "Parallelen" zu biblischen Berichten ist im "Tagestext" vom 26.4.2015 zu finden:

"Redet zu der ganzen Gemeinde Israel (2. Mo. 12:3) Es ist wichtig, denen zu gehorchen, die unter uns die Führung innehaben. Wie hat Jehova früher in kritischen Zeiten mit seinem Volk kommuniziert? Als das Volk Israel aus Ägypten auszog, erteilte Gott seine Befehle durch Moses und Aaron als Überbringer seiner Anweisungen für sein Volk (2. Mo. 12:1-7, 21-23, 29). Sicherlich fallen uns viele weitere Ereignisse in der biblischen Geschichte ein, bei denen Jehova lebensrettende Anweisungen durch Menschen oder Engel überbringen ließ. In all diesen Fällen war es für Gott angebracht, Autorität zu delegieren. Boten sprachen in seinem Namen und sagten Gottes Volk, was es tun muss, um zu überleben. Warum sollte Jehova in Harmagedon nicht auch so handeln? Älteste tragen die Verantwortung, Jehova und seine Organisation zu vertreten, und müssen sorgfältig darauf achten, ihre Befugnis nicht zu überschreiten. w13 15. 11. 4:14, 15"

Man beachte, wie hier die WTG auf grenzenlos/anmaßende Weise die von ihr – gemäß ihren menschlichen, unvollkommenen und nicht von Gott inspirierten Organisationsdirektiven – approbierten Hierarchiefunktionäre mit von Gott selbst eingesetzen und inspirierten Propheten (siehe z. B. Ex 33,11a; Num 12,8; Deut 34,10) und sogar Engeln auf die gleiche Stufe stellt. Dies muss als blasphemisch/ überhebliche, eigennützige Usurpation der biblischen Berichte zurückgewiesen werden. Hier trifft Jer 14,14 et al. vollumfänglich zu: "Ich habe sie nicht gesandt und sie nicht beauftragt." "Jehova und seine Organisation vertreten" muss dementsprechend dechiffriert werden als "Die 'Leitende Körperschaft' und die von ihr für ihre Zwecke genutzte WTG-Organisation vertreten"; vgl. 2Thess 2,4.

Gemäß WTG-Anweisung ist von "Ältesten" erteilter "Rat" als "von Gott kommend" zu betrachten und ohne Wenn und Aber anzunehmen, siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.9.2015 dritter "Studienartikel" S. 16 Abs. 11 und 12:

"Reagiere ich allergisch auf biblischen Rat? Vielleicht suchen wir nach einer Schwachstelle im Rat oder konzentrieren uns auf die Fehler des Ratgebers, anstatt darauf zu achten, wie uns der Rat nützen könnte (Spr. 19:20). So kann uns eine Chance entgehen, uns der Denkweise Gottes anzupassen. …Was brachte ihr Murren also in Wirklichkeit zum Ausdruck? Sie hatten kein Vertrauen in Jehova, der Moses und Aaron eingesetzt hatte. Würden wir nicht auch einen schwächeren Glauben erkennen lassen, wenn wir uns ständig über die beschweren, die Gott gebraucht, um sein Volk anzuleiten?"

Das Verbot, nicht "nach einer Schwachstelle im Rat" zu suchen bedeutet, sein Denken auf "Aus" zu stellen und solchen "Rat" als unfehlbar "Geradeso" anzunehmen; es ist das genaue Gegenteil dessen, wofür die Beröer Juden gemäß Apg, 17,11 gelobt wurden; es negiert die Aussagen Pauli in 2Kor 13,5 und 1Thess 5,21 sowie die des Johannes in 1Joh 4,1 ("Glaubet nicht jedem Geiste, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind"). Dadurch, dass hier gesagt wird, der von unvollkommenen und damit fehlbaren Menschen erteilte "Rat" spiegele "Gottes Denkweise" wider, wird dem von diesen Menschen geäußerten "biblischen (d. h. WTG-gemäßen) Rat" automatisch göttliche Inspiration zugesprochen. Dies muss als totalitärer, unbiblischer und gefährlicher Anspruch seitens der WTG und ihrer Hierarchiefunktionäre zurückgewiesen werden. Der Fehler in WTG-Gleichsetzung der von ihr approbierten Hierarchiefunktionäre mit biblischen Gestalten wie Moses und Aaron besteht darin, daß letztere von Gott persönlich eingesetzt und inspiriert waren und im Rahmen eines von Gottes Geist durchwalteten Gemeinwesens wirkten, heute aber weder die menschlich/unvollkommene WTG, noch gemäß ihren Vorgaben funktionierende fehlbare Erfüllungsgehilfen göttliche Inspiration für sich in Anspruch nehmen können.

"Ältesten"-Anweisungen nicht zu gehorchen ist laut WTG gleichbedeutend mit "Rebellion gegen Gott", siehe "Rebellion; rebellisch" und wird durch "Zuchtmaßnahmen" wie das "Erteilen von 'Rat'" über "Zurechtweisung", "Zurechtbringen" bis hin zur Exkommunikation geahndet. Traditionsgemäß verweist die WTG betreffs "Rebellion" gegen sie selbst bzw. gegen "Älteste" auf das "biblische Beispiel Korahs", der gegen Moses und Aaron "rebellierte" und dafür von Gott "vernichtet" wurde. In gleicher Weise müssen laut WTG heutige "Rebellen" auf sinnbildliche Weise "vernichtet" oder "ausgerottet" (mundtot gemacht) werden, indem gegen sie per "Rechtskomitee" vorgegangen wird und ihnen bei Nichteinlenken/Mangel an "Reue" per Exkommunikation "die Gemeinschaft entzogen" wird.

Der "Tagestext" vom 30.11.2015 belegt, auf welch drakonisch/rigorose Weise die WTG von ihrer Befehlsempfängerherde absoluten und blinden Gehorsam gegenüber ihren "Ältesten"-Hierarchiefunktionären einfordert – Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck eingefügt:

"Euer Murren ist nicht gegen uns, sondern gegen Jehova (2. Mo. 16:8) Jehova und Jesus unterlaufen als Hirten keine Fehler. Den Unterhirten, denen sie die Herde anvertraut haben, allerdings schon [wie können sie dann aber gemäß o. a. WTG-Lehre "Sterne in der rechten Hand Christi" sein? Christus unterlaufen keine Fehler]. Deswegen mag es für einige nicht leicht sein, der Leitung der Ältesten zu folgen. Jemand könnte meinen: „Sie machen genauso Fehler wie ich. Warum sollte ich mich nach ihnen richten?“ Es kommt aber darauf an, die richtige Ansicht über ihre Unzulänglichkeiten und Schwächen zu haben. In der Bibel wird offen über die Fehler der Männer gesprochen, durch die Jehova in der Vergangenheit sein Volk leitete (2. Sam. 12:7-9; Mat. 16:18, 19; Joh. 13:38; 18:27; Gal. 2:11-14). Warum ließ Jehova Bibelschreiber über die Unzulänglichkeiten der Männer berichten, denen er Verantwortung übertragen hatte? Er wollte zeigen, wie er sein Volk durch unvollkommene Männer leiten kann. Wer gegen diese Männer murrt oder sie übergeht, kann dies nicht mit ihren Fehlern rechtfertigen. w13 15. 11. 4:11-13"

Der große Fehler in dieser Argumentation besteht darin, dass "Äpfel mit Birnen" verglichen werden: "Männer, durch die Jehova in der Vergangenheit sein Volk leitete" waren ausnahmslos von Gott inspiriert, von Gottes Geist getragen, "theópneustos". Sie wurden von Gott persönlich für ihre Aufgabe ausgewählt und bestimmt. Ihre Botschaft kam von Gott, war göttlichen Ursprungs und als solche fehllos und absolut wahr, was im Falle von Moses und Aaron durch die Tatsache unterstrichen wird, dass sie sich als "wahre Propheten" erwiesen, deren Voraussagen eintrafen, im Gegensatz zur WTG, die sich wiederholt als "Falscher Prophet" erwiesen hat. Kein einziger Mensch heute, keine heutige, von Menschen für ihre eigenen Zwecke geschaffene Organisation, kein menschliches, fehlbares Zentralkomitee unvollkommener Menschen kann heute auch nur entfernt einen solchen Anspruch erheben. Die unleugbare Unvollkommenheit der menschlichen Wortführer Gottes in alter Zeit spielt in dieser Gleichung keinerlei Rolle, doch wird von der WTG in irreführender Weise als Vorwand benutzt, um ihren unbiblischen Behauptungen Gewicht zu verleihen. Die o. a. Aussage, Gott "wollte zeigen, wie er sein Volk durch unvollkommene Männer leiten kann" muss genau wie die o. a. Behauptung, "Vielleicht entscheidet sich Jehova dafür, über gewisse geringfügige Verfehlungen [von Ältesten] hinwegzusehen", als völlig hypothetische Behauptung, als Erfindung der WTG und als "krassen Unsinn mit der Bibel treiben" zurückgewiesen werden, denn eine solche Lehre findet sich nirgends in der gesamten Bibel, noch stützt sie eine solche Theorie. Sie führt den o. a. vollmundigen Anspruch der WTG, von ihr approbierte "Ältesten"-Hierarchiefunktionäre seien "die sieben Sterne in der rechten Hand Christi" ad absurdum, denn der auferweckte Christus ist fehlerlos und vollkommen.

Dieser hypothetische und extrem überspannte Anspruch seitens der WTG sowie (darauf aufbauend und daraus resultierend) seitens der von ihr approbierten "Ältesten" hinsichtlich der ihnen angeblich gewährten "göttlichen Autorität" öffnet de facto der Möglichkeit Tür und Tor (und so geschieht es auch in vielen "Zeugen Jehovas"-Gemeinden und in der WTG in aller Welt), dass viele "Älteste" sich Nischen und Freiräume schaffen, um niedere und eigennützige Ziele, Egoismus, Ehrsucht, persönliches Machtstreben, Manipulation von Mitgläubigen etc. ungehemmt und ungestraft zu verfolgen und auszuleben, da die ihnen "unterstellten 'Verkündiger'" im Lichte der WTG-"Auf Jehova warten"-, "Demütig sein"-, "Gehorsam"-, "Rebellion"-, "Respekterweisen"-, "Stolz"-, "Unterordnung"- Direktiven und -Warnungen keinerlei Möglichkeit haben, sich gegenüber solchen "Ältesten" zur Wehr zu setzen oder sich zu schützen, ohne als "böse, stolze Aufrührer" und "rebellische Korahs" gebrandmarkt, gemaßregelt und mundtot gemacht zu werden. Tatsächlich bilden solche Vorkommnisse einen großen Teil der Klagen ehemaliger, "ausgeschlossener 'Zeugen Jehovas'", die durch das unsägliche und verwerfliche Gebaren WTG-approbierter "Ältester" regelrecht aus der WTG-Organisation hinaus-, und teils in schwerste seelisch/emotionale Krisen und Notlagen bis hin zum Selbstmord getrieben wurden. Im schlimmsten Fall ermöglicht dieses System auf der Basis seiner WTG-theologischen Grundlage die derzeit immer mehr bekanntwerdenden Vertuschungen von (seitens "Ernannter Diener" und anderer Personen innerhalb der WTG verübtem) sexuellem Missbrauch von Kindern, wie u. a. anläßlich der im Juli und August 2015 im Rahmen der australischen "Royal Commission" (ARC) stattgefundenen Anhörungen klar festgestellt wurde.

Im "Wachtturm" vom 15.6.1996 S. 30 wird behauptet:

"Eng mit der Organisation Jehovas und ihren Vertretern zusammenzuarbeiten zeitigt gute Ergebnisse – daran gibt es keinen Zweifel."

Welche "guten Ergebnisse" dies sein sollen (außer für die WTG: Leichte Steuer- und Gängelbarkeit ihrer Befehlsempfängerherde) wird hier völlig offengelassen; des Weiteren, weshalb es "daran keinen Zweifel geben" soll.

Das "Ältestenamt" als Status und "Vorrecht"

Das Erlangen des "Ältesten"-Status gilt für jeden männlichen Zeugen Jehovas als edles Ziel und hohe Pflicht; danach durch eifrigen ("ganzherzigen") Einsatz zu "Streben" ist selbstverständlich – Beispiel: "Der Wachtturm" vom 15.9.2014 S. 3:

"Ist es verkehrt, sich um Vorrechte in der Versammlung zu bemühen? Bestimmt nicht. In 1. Timotheus 3:1 heißt es: „Wenn jemand nach dem Amt eines Aufsehers strebt, begehrt er vortreffliche Arbeit.“ Viele Männer in unseren Reihen nehmen sich das zu Herzen und machen geistige Fortschritte, um sich für Vorrechte in der Versammlung zu eignen. Daher ist Gottes Volk mit Zehntausenden von befähigten Ältesten und Dienstamtgehilfen gesegnet. Doch da die Versammlungen wachsen, werden mehr Brüder benötigt, die sich um ein Dienstamt bemühen. Was ist der richtige Weg, nach einem Dienstamt zu streben? ... „streben nach“ ... bezieht sich auf den starken Wunsch, etwas zu haben, darauf, sich nach etwas auszustrecken. Es erinnert an jemand, der an eine leckere Frucht an einem Baum herankommen möchte. ..."

Der Fehler der WTG-Heranziehung von 1Tim 3,1 zur "biblischen Untermauerung" ihrer "Nach Vorrechten streben"-Direktive besteht darin, dass sich Paulus hier auf die von Gott inspirierte, und tatsächlich unter der Leitung des Heiligen Geistes stehenden Vorkehrung des urchristlichen Episkopats bzw. Diakonats bezieht, nicht auf die heutige, von der WTG zur Förderung ihrer eigenen Interessen ersonnenen, unvollkommenen und durch und durch menschlichen Organisationsstruktur. Das, wonach echte Nachfolger Jesu Christi "streben" und worauf sich ihr Trachten richtet wird in Texten wie Gal 5,22.23; Kol 3,8-17; 2Pet 1,5-10 u. a. formuliert.

Zwecks Erlangung des "Ältesten"-Status muss zuerst (in unbiblischer Weise) die Vorstufe des "Dienstamtgehilfen" erreicht und durchlaufen werden. Danach können sie aufgrund ihrer "Vorbildlichen" Erfüllung von WTG-Leistungsvorschriften im Hinblick auf "Predigtdienststunden" als "Ältester" "ernannt" werden, siehe "Ernennung". "Der Wachtturm" vom  15.5.201 S. 25 Abs. 4-8 belegt, welch große Rolle das Erfüllen der menschlichen Anforderungen der WTG in diesem Prozedere spielen – Großschreibung zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"Ein Aufseher wird man nicht automatisch. Man muss SICH ANSTRENGEN [ein Credo der WTG, siehe daselbst] und „vortreffliche Arbeit“ leisten (1. Tim. 3:1) [Dieser Schrifttext bezieht sich nicht auf das Abarbeiten der menschlichem Organisations-Leistungsvorschriften der WTG]. …Wer darauf hinarbeitet, Dienstamtgehilfe zu werden, oder das Amt eines Aufsehers anstrebt, bemüht sich, den biblischen [WTG-] Anforderungen zu entsprechen (1. Tim. 3:1-10, 12, 13; Tit. 1:5-9). Wenn du dich Gott [der WTG] hingegeben hast und getauft bist, dann frage dich bitte: SETZE ICH MICH SO GUT WIE MÖGLICH IM PREDIGTDIENST EIN [DAS Hauptcredo der WTG, an erster und oberster Stelle]? Unterstütze ich andere DABEI [im Verbreiten von WTG-Propaganda, nicht dabei, ein besser Mensch und Christ zu werden]? [Und nun noch unter ferner liefen:] Liegt mir etwas daran, wie es meinen Glaubensbrüdern geht [d. h., funktionieren sie WTG-interessengemäß], und mache ich ihnen Mut ["ermuntere" ich sie im Hochhalten von WTG-Organisationsinteressen]? Fällt anderen auf, dass ich intensiv die Bibel [in WTG-Version] studiere? Verbessern sich meine Antworten in den Zusammenkünften [rein menschlich/kleinliche Organisationsvorschriften]? Nehme ich Aufgaben ernst, die mir von den Ältesten übertragen wurden? (2. Tim. 4:5) ["Aufgaben" zur Förderung von WTG-Organisationsinteressen, nicht des echt christlichen Evangeliums]. … Anderen zu dienen ist mit HARTER ARBEIT [ein Credo der WTG, siehe daselbst] verbunden und verlangt OPFERBEREITSCHAFT. … OPFERBEREIT zu sein war schon immer das Markenzeichen von Männern, die sich für andere Diener Jehovas verausgabt haben."

Beachtenswert ist hier die WTG-typische Häufung WTG-interessenzentrischer Worthülsen: "Sich anstrengen – sich im Predigtdienst einsetzen – andere ermuntern, mehr für die WTG zu tun - in den Zusammenkünften Kommentare gebenAufgaben erfüllenharte Arbeitopferbereit sein." Mit der Förderung echten, NT-basierten Christentums, einer auf Jesus Christus ausgerichteten Spiritualität und eines an Christus ausgerichtetem hohen Menschentums haben solche knochenharten und teils kleingeistigen "corporate directives" nicht das Geringste zu tun.

Hat ein männlicher Zeuge Jehovas ab eines gewissen Alters (derzeit 23 Jahre) noch nicht die "Dienstamtgehilfen"-Rangstufe erreicht, so ist er laut Weisung des obersten WTG-Zentralkomitees als "Geistig schwach" und "Nicht vorbildlich" zu betrachten, siehe Aussage von Anthony Morris III unter "Dienstamtgehilfe". Hat in gleicher Weise ein männlicher Zeuge Jehovas ab eines höheren Alters überhaupt kein "Dienstvorrecht", so gilt auch dies als suspekt und nicht wünschenswert und als Anzeichen "Geistiger Schwäche" und "Nicht vorbildlich", oder gar als Faulenzer- oder Drückebergertum, ungeachtet der tatsächlichen Hintergründe oder Umstände des Einzelnen.

"Ältesten" wird von der WTG als "Ansporn" und Lockmittel in Aussicht gestellt, während des Millenniums als "Fürsten der Neuen Erde" eingesetzt zu werden, siehe daselbst.

"Älteste" und kognitive Dissonanzen

Im Lichte der quer durch alle "Zeugen Jehovas"-Gemeinden in aller Welt herrschenden Missstände i. V. mit dem unter "Ältesten" herrschendem krassem Kompetenzmangel, menschlichen Defiziten und schamlosem Machtmissbrauch können extrem schönfärberische Passagen wie die folgende im "Wachtturm" vom Mai 2016 fünfter "Studienartikel" S. 25 Abs. 9 unter allen "Ältesten-geschädigten 'Zeugen Jehovas'" nur noch ein müdes Abwinken hervorrufen:

"Die Liste der Erfordernisse für Älteste lässt erkennen, dass Jehova an Männer in verantwortlicher Stellung einen hohen Maßstab anlegt. Er erwartet von ihnen gute Vorbilder zu sein und er macht sie dafür verantwortlich, wie sie die Versammlung behandeln, die er „mit dem Blut seines eigenen Sohnes erkauft hat“ (Apg. 20:28). Jehova ist es wichtig, dass wir uns bei den Unterhirten geborgen fühlen (Jes. 32:1, 2). Machen uns die Erfordernisse für Älteste nicht deutlich, wie viel wir Jehova bedeuten?"

Solch verzerrend/beschönigende Selbstdarstellungen sind nichts weiter als an den Haaren herbeigezogene Ideal-Wunschvorstellungen, die oftmals mit der Realität in "Zeugen Jehovas "-Gemeinden nichts gemein haben, was der WTG allen "Ältesten" "offiziell" als Leitlinie vorgegebenen "hehren Ideale" betreffs "Demut" und "demütig dienen" als bloße Schönfärberei und reine Wunschvorstellung offenbart – Beispiel "Der Wachtturm" vom 1.12.1986 S. 20 Abs. 17 und 18:

"…gürtet euch mit Demut als eurem Dienstgewand …, das heißt, bekundet eure gegenseitige Unterwürfigkeit, indem ihr euch mit Demut umkleidet“ (J. H. Thayer, A Greek-English Lexicon of the New Testament). Wie können Gott hingegebene Männer diesen Rat heute befolgen? Indem sie anerkennen, daß jede verantwortliche Stellung in der Christenversammlung eine Zuteilung für demütigen Dienst ist. Manche mögen fälschlicherweise denken, ein Dienstamtgehilfe, Versammlungsältester, Kreisaufseher, Bezirksaufseher oder Bethelältester zu sein bedeute, eine Prestige- oder Machtstellung innezuhaben. Wer so denkt, hat in dieser Hinsicht nicht Christi Sinn. Wenn wir Christi Gesinnung haben, gibt es keinen Raum für selbstsüchtigen Ehrgeiz. Unser Beweggrund im Dienst für Gott und unsere Brüder muß rein sein."

Angesichts solcher zunächst schön klingender Ermahnungen muss klar festgestellt werden, dass zum einen die WTG durch ihr an männliche "Zeugen Jehovas" gerichtetes, pausenlos/penetrantes "Ermuntern, nach 'Vorrechten' zu streben", zum anderen vermittels ihres unablässigen Einforderns von "Respekt" und "Unterordnung" gegenüber ihren "Ernannten Dienern" der hieraus resultierenden, logischen Konsequenz einer "Überhöhung" von "Amtsstellungen" innerhalb ihres Organisationsgefüges Vorschub leistet (siehe z. B. das unter "Dienstamtgehilfe" angeführte Zitat vom 8.11.2014 des WTG-Zentralkomiteemitgliedes Anthony Morris III); zum anderen ist der offen zur Schau gestellte Snobismus und Standesdünkel vieler ihrer Hierarchiefunktionäre (z. B. "Reisende Aufseher" und deren "erlauchte Ehegattinnen") allbekannt, sprichwörtlich und Programm, siehe die beiden Penton-Zitate unter "Vorbildlich…". Erfahrungen und Tatsachen aus aller Welt beweisen zu Genüge, dass "kleine Geister" unter von der WTG "Ernannten Dienern" der Versuchung, ihre "Stellung" als Möglichkeit des Ausübens von Macht über andere Menschen sowie des Verfolgens ihrer eigenen Agena nicht widerstehen können und "Das System WTG" dazu ausnutzen, sich ihre eigene kleine Nische zum Ausleben kleinlicher und teils niedriger menschlicher "Machtgelüstchen" zu schaffen.

Zum Abweichen der WTG-Hierarchiestruktur vom urchristlichen Muster

Betrachtet man die von der WTG unterschiedslos auf die von ihr approbierten "Älteste" angewendeten verschiedenen biblischen Begriffe, so stellt man folgendes fest:

Presbyter wurden von den inspirierten Aposteln der Urkirche bzw. von (seitens dieser Apostel) autorisierten Personen ernannt, siehe Tit 1,5; laut 1Tim 4,14 (hier das πρεσβυτέριον presbytérion, der "Ältestenrat") durch den Heiligen Geist übertragendes Handauflegen; vgl. auch 1Tim 5,22. Der Begriff beinhaltet die Vorstellung von "Erfahren aufgrund von Alter" und kann deshalb mit "Ältester" wiedergegeben werden. In jedem Falle geschahen solche Ernennungen unter Inspiration, da sie von den damals lebenden inspirierten Aposteln der Urkirche vorgenommen wurden bzw. autorisiert waren.

Die Epískopoi (epískopos –> Bischof) wurden laut Apg 20,28 direkt vom Heiligen Geist zum "Weiden" (ποιμαίνω poim) der Enklesia Gottes ernannt – auf welche Art und Weise, wird nicht näher spezifiziert. Sowohl hier als auch i. V. mit Presbytern ist nicht erkennbar, dass ein Gremium bereits "Ernannter Ältester" zusammenkam, um auf der Grundlage festgelegter Anforderungenkataloge zu bestimmen, wer als neuer Epískopos (bzw. Presbýteros) zu ernennen war. Der Begriff setzt sich zusammen aus ἐπί epí,"über" und σκοπέω skopéō, "wachen" und kann deshalb mit "Aufseher/Überwacher" wiedergegeben werden. Die in Apg 20,28 enthaltene Aufgabenbeschreibung verbindet den Epískopos mit den in Eph 4,11 aufgeführten ποιμήν poimēn, "Hirten/Pastoren". Laut 1Pet 2,25 wird der auferstandenen Christus u. a. als "epískopos" bezeichnet.

Tit 1,5.7 scheint eine enge Verbindung zwischen "presbýteros" und "epískopos" anzudeuten, wobei nicht gesagt werden kann, ob oder inwieweit beide Begriffe synonymisch/austauschbar sind, oder "epískopos" als Untergruppe von "presbýteros" oder umgekehrt aufzufassen ist.

1Tim 5,17 verknüpft "presbýteros" mit "proīstēmi" (vorstehen; als Vorsteher amten), wobei auch hier nicht gesagt werden kann, inwieweit beide Begriffe als Synonyme zu verstehen sind, oder "Vorsteher" als Untergruppe von "presbýteros".

Die "hēgmenoi" schließlich werden in Heb 13,7 als "eure Führer/Leiter, die das Wort Gottes zu euch geredet haben" (also Lehrer waren) sowie in V. 17 als "Führer/Leiter, die über eure Seelen wachen" und denen zu gehorchen ist, beschrieben. Die hier gegebene Aufgabenbeschreibung von "über Seelen wachen" (ἀγρυπνέω agrypnéō) stellt eine Verbindung zu "skopéō" der "epískopoi" her, ohne dass gesagt werden kann, beide Aufgaben seien identisch. "skopéō" bezieht sich möglicherweise auf ein eher rein "organisatorisch" ausgerichtetes, "administratives" "Überwachen" (verwalten), wohingegen "agrypnéō" – aufgrund der Verbindung mit "Seelen" – ein pastoral/seelsorgerisch "Wachen" oder "Hüten" beschreiben könnte.

Aus all dem wird klar, dass die inspirierte Kirchenorganisation der Urgemeinde viel differenzierter – zumindest anders – war als die der WTG heute und der vollmundig reiterierte Anspruch der WTG, dem urchristlichen Organisationsmuster zu folgen, gegenstandslos ist. Siehe auch "Dienstamtgehilfe".

Betreffs der WTG-Vertuschung der Tatsache, dass ihre "Ältesten"-Ernennungen" nicht unter Inspiration vorgenommen werden siehe "Ernennung".

Betreffs "Privilegienverlusts" der "Ältesten"-Stellung als "Ernannter Diener" aufgrund von "Fehlverhaltens" siehe "Entbindung".

Ältestenbesprechung

Organisatorisch

Auch als "Ältestenzusammenkunft" bezeichnet. Geheime Sitzung einer örtlichen "Zeugen Jehovas"-Gemeinde-"Ältestenschaft", in der auf der Grundlage einer vom "Koordinator der Ältestenschaft" angefertigten Agenda über gemeinderelevante Angelegenheiten, anstehende Verleihung von Privilegien ("Ernennungen") oder -Aberkennungen ("Entbindungen"), "Rechtsfälle", Finanzielles, anstehende "Dienstwochen", Neuorganisation etc. beraten wird.

4 reguläre pro Jahr, davon 2 mit dem "Kreisaufseher" anlässlich der "Dienstwoche", ansonsten je nach Bedarf, auch unangekündigt oder unvorbereitet; sehr oft anschließend an eine der wöchentlichen Gemeinde-Pflichtzusammenkünfte, wobei die jeweiligen Familien der "Ältesten" bis spät in die Nacht warten müssen, bis die Besprechung zu Ende ist, bevor sie nach Hause kommen. Diese "Opferbereitschaft" der "Ältesten"-Familien wird hin und wieder mit einigen Lobesworten seitens der WTG bedacht.

Ältestenschaft

Organisatorisch

Oberste Führungsriege, alle "Ältesten" einer Ortsgemeinde ("Versammlung"), mit einem aus "Koordinator", "Dienstaufseher" sowie "Sekretär" gebildetem, "Dienstkomitee" genanntem, Leitungs-Triumvirat. An der Spitze steht der "Koordinator (der Ältestenschaft)" (früher "Versammlungsaufseher" genannt). Die "Ältestenschaft" ist dem "Kreisaufseher" anlässlich dessen "Besuchswoche" (Dienstwoche) rechenschaftspflichtig, der über sie bzw. die Gemeinde einen Kontrollbericht verfasst und an das WTG-Landesaufsichtsbüro weiterleitet.

1Tim 4,14 verwendet den Sammelbegriff πρεσβυτέριον presbytérion, der bereits früher als Bezeichnung für den jüdischen Sanhedrin verwendet wurde.

Ältestenschule

Organisatorisch

Auch "Königreichsdienstschule" genannt. Eine "Organisatorische Vorkehrung" der WTG. Periodisch von der WTG vermittels ihrer Landesbüros für alle "Älteste" ("Dienstamtgehilfen" mögen teilweise mit eingeschlossen sein) einer Region durchgeführte, mehrtätige Seminare in WTG-Organisationsdirektiven, anlässlich deren das nur für Älteste gedachte "Hütet die Herde Gottes"-Direktivenbuch durchgenommen und durch die neuesten Organisationsrichtlinien ergänzt wird. Das Curriculum dieser Schule – wie auch aller anderen WTG -"Schulen" – wird durch Bezugnahme auf zahllose, meist aus dem Kontext gerissene NWÜ-Bibeltexte pseudo-biblisch untermauert, so dass diese "Belehrung" einen biblischen Anstrich erhält. "Unterweiser" sind meistens regionale "Reisende Aufseher/Kreisaufseher" oder von der WTG-Landesaufsichtszentrale beauftragte organisationstreue "Sondervollzeitdiener". Einladung gilt als "Vorrecht"; Teilnahme ist Pflicht.

Für "Allgemeine" und Sonderpioniere" gibt es die "Pionierschule", siehe daselbst.

An Reife zunehmen

Aktionismus
Worthülse

Die Wendung ist abgeleitet von Heb 6,1 laut NWÜ ("Zur Reife vorandrängen") und bedeutet Zunahme an Kenntnis von, an Vertrautsein und Konformität mit, und Steigerung der Effizienz im Durchsetzen von WTG-Règlement und -Direktiven; ein noch "besserer" (leistungsgesteigerter) Zeuge Jehovas werden. Wird auch "Fortschritte machen" sowie "Geistig wachsen" genannt, siehe jeweils daselbst. Dies geschieht vor allem durch Steigerung der Predigtdienststundenleistung, sodann durch "Persönliches Studium", aber auch durch vermehrtes und intensiveres Abarbeiten des restlichen, nie endenden WTG-verordneten Forderungenkataloges, einschließlich lückenlosen Besuchs sämtlicher Pflichtzusammenkünfte und -kongresse.

"Reif sein" (gereift sein) bedeutet voll auf WTG-Linie liegen, totale Übereinstimmung und Annahme sämtlicher WTG-Verlagsdirektiven als göttlichen Willen, selbst wenn diese keine biblische Grundlage haben, früheren Anweisungen völlig zuwiderlaufen oder unsinnig sind. Bewandert im Anwenden der WTG-Rösselsprungmethodik im Verknüpfen von aus ihrem Kontext herausgerissenen Aussagen der Bibel, um scheinbiblische Begründungen für WTG-Dogmen zu liefern.

An seinem Platz bleiben

Aktionismus
Worthülse

Untermenge der WTG-"Demuts"-Doktrin. Ein liebes, gehorsames und unterwürfiges Rädchen im WTG-Getriebe sein; seine Stellung innerhalb der WTG-Organisation anerkennen, sich mit ihr rückhaltlos identifizieren, sie als gottgewollt hinnehmen, ohne zu murren oder aufzubegehren; jeglichen WTG-Direktiven gehorsam nachkommen. Begriff aus Ri 7,21 laut NWÜ. Vgl. "Demut; demütig sein"; "Sich als ein Geringerer benehmen"; "Vorausdrängen".

Anbeter Jehovas

Aktionismus
Dogma
Worthülse

Alle "Zeugen Jehovas" unter der Leitung der WTG bzw. ihres obersten Zentralkomitees; die WTG-"Religion", die als "Einzig richtige/einzig wahre Religion" bezeichnet wird; siehe "Wahre Anbeter (Gottes); wahre Anbetung".

Anbetung

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Alle WTG-angeordneten Tätigkeiten in ihrem Interesse, allem voran der "Haus-zu-Haus-Predigtdienst", aber auch lückenloser Besuch sämtlicher Pflichtzusammenkünfte und -kongresse sowie Pflege und Unterhalt örtlicher WTG-Gemeindezentren und anderer Immobilien, was von der WTG als "Gott dargebrachte Anbetung" euphemistisch verklärt wird, aber im Grunde "Anbetung der WTG" ist. Mehr hierzu siehe "Wahre Anbeter (Gottes); wahre Anbetung". Vgl. "Dienst"; "Königreichsinteressen fördern".

Andere Schafe

Biblisch/umgedeutet
Dogma
Worthülse

In WTG-Ideologie alle nicht-"Gesalbten 'Zeugen Jehovas'" mit "Irdischer Hoffnung".

Begriff stützt sich auf Joh 10,16a, von der WTG im Sinne ihrer "Zwei-Klassen"-Ideologie fehlinterpretiert, indem sie den wahren Gehalt von Joh 10,16b "Es wird EINE Herde, EIN Hirte sein" ignoriert, denn hier erklärt Jesus Christus klar, dass die zuvor in den Versen 1-14 erwähnten "ersten Schafe" (die "Kleine Herde", bestehend aus den ersten JÜDISCHEN Christen) mit den "Anderen Schafen" (die später eingesammelten "Heidenchristen", siehe Pauli "Ölbaumgleichnis" in Röm Kap. 11) zusammen EINE EINZIGE Herde – nicht zwei voneinander getrennte – bilden sollten, was sich mit dem "EIN Leib, EINE Hoffnung" –Grundsatz aus Eph 4,4 deckt, siehe "Leib Christi"; vgl. auch mit Gal 3,26.28 ("Da ist nicht Jude noch Grieche… ihr alle seid einer"). Siehe auch "Große Volksmenge".

Per sich selbst verliehenem Dekret behauptet die WTG eigenmächtig und ohne biblische Grundlage: "Die anderen Schafe haben nicht die Aussicht auf ein Leben im Himmel" (siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.10.2014 S. 29 Abs. 4). Dies steht in krassem Widerspruch zu den o. a. Aussagen Christi und Pauli.

Das biblisch naheliegende und eisegetisch unbefrachtete Verständnis setzt den Begriff mit nichtjüdischen "Heidenchristen" gleich, die gemäß den Erklärungen des Apostels Paulus Teil des dem Abraham verheißenen "Samens" wurden, siehe "Verheißener Same". Dies deckt sich – neben Pauli "Ölbaumparabel" – auch mit Eph 2,11-22, wo klar erklärt wird, dass die "Anderen Schafe" die während der apostolischen Verkündigung zum Christentum bekehrten nichtjüdischen, oder "Heidenchristen" sind – Wiedergabe laut NeÜ; Großschreibung hinzugefügt:

"… ihr [gehörtet] früher zu den (unbeschnittenen) Völkern… Ihr wart damals von Christus getrennt… jetzt seid ihr… zu Nahestehenden geworden. …Er [hat] AUS BEIDEN EINE EINHEIT GEMACHT… um ZWISCHEN JUDEN UND NICHTJUDEN FRIEDEN ZU STIFTEN; …um DIE BEIDEN in seiner Person ZU DEM EINEN NEUEN MENSCHEN zu formen… durch ihn haben WIR BEIDE in einem Geist freien Zugang zum Vater.  [Ihr] seid also keine Fremden mehr, …sondern ihr seid Mitbürger der Heiligenund gehört zur Familie Gottes."

Es erfordert Blindheit, nicht zu erkennen, dass es sich hier um das Gleiche handelt, von dem in Joh 10,16 die Rede ist:

"…ANDERE Schafe, die NICHT AUS DIESEM HOF sind; …es wird EINE HERDE, EIN HIRTE sein."

Alle "Schafe" dieser "einen Herde" waren zur der "einen Hoffnung" berufen, auf die in Eph 4,4 Bezug genommen wird. Sie alle bilden die eine Enklesia, die "Braut Christi", den "Leib Christi"; sie alle sind "Kinder Gottes" und damit "Brüder Christi", und Glieder des "Himmlischen/Neuen/Oberen Jerusalem". Von einer "Trennung"/einem "Auseinanderdividieren" in "Himmlische" und "Irdische Hoffnung" kann trotz aller "theologieakrobatischen" WTG-Kontorsionen und -Schriftverdrehungen keine Rede sein.

Mehr betreffs des Irrtums der "Zwei Klassen/Zwei Hoffnungen"-WTG-Theorie im Lichte von Joh 10,16; Eph 4,4 et al. siehe "144000" et al.

Betreffs der unbiblischen Trennung in WTG-Doktrin von Christen in "Kinder Gottes" und "Freunde Gottes" siehe "Kinder Gottes".

Anderen helfen

Aktionismus
Worthülse

(1)

Auch "Menschen helfen" genannt. WTG-angeordneten "Predigtdienst" verrichten, um anderen Menschen zur WTG zu führen und sie zu Zeugen Jehovas zu machen, damit sie "Gerettet" werden und "Ewiges Leben" erhalten können; wird auch euphemistisch/rabulistisch als "Gutes tun" bezeichnet, siehe daselbst. Dies zu tun verrät laut WTG "Nächstenliebe" und beinhaltet die fast allumfassende Befolgung des christlichen "Liebes"-Gebotes und ist unabdingbar, um sich für die eigene "Rettung" im göttlichen Strafgericht von Harmagedon zu qualifizieren. Siehe auch "Rettung".

(2)

Anderen Zeugen Jehovas "beistehen", u. a. durch "Ermunterung" oder "Rat", damit sie noch besser (bzw. wieder)  in WTG-Sinne funktionieren und (noch mehr) Leistung erbringen, sei es durch "Vermehrten Dienst", oder durch "Streben nach Vorrechten" und dem Erlangen von höherem Status im WTG-Hierarchiegefüge. Ein "Wachtturm"-Beispielzitat hierzu siehe unter "Geistig schwach; geistige Schwäche".

Betreffs des Fehlers der eigenmächtig/eigennützigen WTG-Verdrehung des Begriffes "Das Gute" (τὸ ἀγαθὸν tò agathòn) siehe "Gutes tun". Betreffs des Fehlers der eigenmächtig/eigennützigen WTG-Verdrehung des Begriffes "Gut" (καλός kalós) siehe "Vortreffliche Werke". Betreffs des Fehlers der eigenmächtig/eigennützigen WTG-Verdrehung des Begriffes "Gutestun" (καλοποιέω kalopoiéō) siehe "Das Richtige tun".

Betreffs der WTG-Verdrehung von Spr 8,30 im Sinne von "Durch Predigen glücklich werden" siehe "Predigtauftrag".

Anerkannter Mitverbundener

Organisatorisch
Titel

Auch "Ungetaufter Verkündiger" genannt. Die nachfolgende Stufe zu "Interessierter" und "(Heim)bibelstudium" sowie eine Vorstufe zu "Getaufter (Voll)-Zeuge Jehovas". Eine zum "Haus-zu-Haus-Predigtdienst" zugelassene und kurz vor der WTG-akkreditierten Taufe stehende Person, die sich laut WTG-Regularium als "Zeuge Jehovas" bekennen darf (siehe "Vorrecht") und für die von den "Ältesten" der Ortsgemeinde eine "Verkündigerberichtskarte" ausgestellt wurde.

Um ein "Anerkannter Mitverbundener" zu werden, muss der die betreffende Person betreuende "Verkündiger" ein Ersuchen beim "Koordinator der Ältestenschaft" der Ortsgemeinde einreichen, der sodann zwei "Älteste" beauftragt, mit dem Probanden zusammenzukommen, um ihn anhand WTG-vorgegebener Fragen aus dem WTG-"Organisations"-Buch auf Totalkonformität mit WTG-Dogmen und -Direktiven zu überprüfen. Besteht der Betreffende diese Prüfung, wird für ihn eine "Verkündigerberichtskarte" ausgestellt, durch deren Akzeptanz sich diese Person der WTG lebenslang selbstüberantwortet, sich ihr bedingungslos "Unterordnet" und die Autorität der WTG über sich selbst für immer anerkennt. Mehr hierzu siehe "Verkündigerberichtskarte".

Von einem "Anerkannter Mitverbundener" wird nach einer gewissen, absehbaren Zeit erwartet, dass er darum bittet, als "Voll-Zeuge Jehovas" "Getauft" zu werden. Über langfristig "Anerkannte Mitverbundene", die trotz wiederholter Aufforderungen, nun "doch endlich" den Schritt der "Taufe" zu vollziehen, diesem nicht nachkommen, wird innerhalb der WTG die Nase gerümpft, und sie werden geringschätzig als "Mitläufer" bezeichnet, die aufgrund ihrer "Unentschlossenheit nicht glauben sollten, dass sie gerettet werden".

Demnach ist die nächste "Entwicklungsstufe" die des "Taufanwärters" bzw. "Taufbewerbers", der erfolgreich die etwas mehr als 100 "Tauffragen" gemeistert hat; mehr hierzu siehe "Tauffragen" Nr. 1.

Obgleich "Anerkannten Mitverbundenen" sowie "Taufanwärtern/Taufbewerbern" die gleichen Anforderungen und Pflichten obliegen wie "Getauften (Voll)-Zeugen Jehovas", kann über erstere kein "Ausschluss/Gemeinschaftsentzug" verhängt werden, da sie noch nicht "Getauft" sind. Im Falle von schwerer Regelabweichung, "Sünde" oder Abwenden von der WTG kann lediglich eine entsprechende "Bekanntmachung" an die Ortsgemeinde ergehen, ohne dass ein Kontaktsperre-Totalverbot wie im Falle von "ausgeschlossenen, ehemaligen 'Zeugen Jehovas' "betreffs dieser Person verhängt werden kann.

Somit ergeben sich in WTG-Ideologie sechs mögliche Stufen der "Unterordnungs"-Grade unter die WTG:

Stufe

Beschreibung

1

"Außenstehender/Ungläubiger"/Nicht-"Interessierter/Feind der Wahrheit /Bock". Zur "Ewigen Vernichtung" in "Harmagedon" bestimmt.

2

"Interessierter"; hat WTG-Literatur entgegengenommen; wird "rückbesucht"; besucht gelegentlich die "Versammlung". Noch keine Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben".

3

"Studierender"/"Heimbibelstudium". Ein "Interessierter", der zunehmend häufig und regelmäßig der "Versammlung" beiwohnt, und sich u. U. in die "Theokratische Predigtdienstschule" hat einschreiben lassen. Hat noch keine solide Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben", kommt dieser jedoch immer näher.

4

"Anerkannter Mitverbundener/Ungetaufter Verkündiger". Noch nicht getauft, aber voll in die Ortsgemeinde integriert und als "Zeuge Jehovas" angesehen. Der Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben" stark angenähert; muss aber dennoch den "letzten Schritt" der "Taufe" wagen, um definitiv in den Genuss dieser Aussicht zu gelangen.

5

"Taufanwärter/Taufbewerber". Ein zur WTG-akkreditierten "Taufe" zugelassener "Anerkannter Mitverbundener/ Ungetaufter Verkündiger", der der Aussicht auf "Rettung" und "Ewigem Leben" noch ein Stückchen nähergerückt ist.

6

Getaufter "Zeuge Jehovas". Es besteht Aussicht auf "Rettung" und "Ewiges Leben", deren Realisation allerdings weiterhin davon abhängt, ob der Betreffende die WTG in seinem Leben konsequent an die ersten Stelle setzt, sich pausenlos im "Dienst" für sie "einsetzt" und sich darin "verausgabt". Nur über solche kann im Falle von Regelverstößen, "Sünde" oder Rebellion die volle Härte der WTG-"Gesetzgebung" in Form von "Gemeinschaftsentzug" und nachfolgendem totalem Kontaktverbot mit "treuen Zeugen Jehovas"niedergehen.

(Als "nullte" Zusatzstufe könnte man noch die "Kaste der Parias" von "Abgefallenen/Abtrünnigen/Ausgeschlossenen" hinzufügen, die in WTG-Dogmatik noch "schlimmer" als "Außenstehenden/Ungläubigen/Weltmenschen" sind, mit denen – im Gegensatz zu "Ausgeschlossenen" – geredet werden und denen grundlegende Höflichkeit wie das Entbieten der Tageszeit entgegengebracht werden darf; siehe "Keinen Gruß entbieten".)

Anerkennung Gottes

Biblisch/umgedeutet
Worthülse

Die Anerkennung der WTG, auch "Gottes Wohlgefallen" genannt. Siehe "Gott gefallen".

Anfang der Bedrängniswehen

Biblisch/umgedeutet
Dogma

NWÜ-Wiedergabe von ἀρχὴ ὠδίνων archē ōdínōn, "Beginn der (Geburts-) Wehen" aus Mat 24,8 und Mar 13,8, von der WTG auf der Grundlage ihrer eisegetisch/hypothetischen "Sieben Zeiten"-Berechnung auf das Jahr 1914 als den "Beginn der 'Letzten Tage' dieses 'Systems der Dinge'" festgelegt. Durch die Verwendung des Wortteils "Bedrängnis" wird eine Verbindung zur Wendung "Große Drangsal" hergestellt.

Anforderungen

Aktionismus

Auch "Erfordernisse" genannt, siehe daselbst. Die auf weiten Strecken menschlichen und nichtinspirierten Anforderungen, Erfordernisse, Kriterien etc. der WTG, die als von Gott kommend dargestellt und in WTG-"Belehrung" und "Unterweisung" mit zahllosen, zumeist gemäß der Rösselsprungmethode miteinander kombinierten und/oder aus dem Zusammenhang gerissenen Alibi-Bibeltexten pseudobiblisch "untermauert" werden, weshalb in WTG-Règlement sehr oft euphemistisch von "Biblischen Anforderungen" die Rede ist; ein Beispiel hierfür siehe unter "Entbinden; Entbindung". Hierbei handelt es sich zum einen um allgemeine, laut WTG für alle Menschen gültige "Anforderungen Gottes" im Bezug auf Lebensweise und Verhalten (sich für die WTG "Einsetzen", ihren Arbeits-"Anweisungen" nachkommen, allem voran beim Verrichten von "Predigtdienst"-Drückerkolonnen-Vertrieb; den Sitten- und Moralvorgaben der WTG entsprechen etc.), denen hundertprozentig entsprochen werden muss, um im "Göttlichen Strafgericht" von "Harmagedon" "Gerettet" und mit "Ewigem Leben auf einer paradiesischen Erde" "Belohnt" zu werden. "Der Wachtturm" vom 15.5.2008 S. 27 bietet hierfür ein Beispiel – Großschreibung zur Hervorhebung, sowie Anmerlungen in eckigen Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"An die Rückkehrer des Jahres 537 v. u. Z. wurden besondere Anforderungen gestellt. In Jesaja 35:8b wird gesagt, wer auf dem „Weg der Heiligkeit“ gehen durfte und wer nicht: „Der Unreine wird nicht darüberziehen. … Alle Rückkehrer mussten sich an die hohen moralischen Normen Jehovas [nicht die menschlichen, teils willkürlichen, den biblischen Rahmen weit überschreitenden und vermittels des Erzeugens von Schuldgefühlen der Verhaltenskontrolle dienlichen Regularien der WTG] halten. Dieselben Anforderungen gelten heute für jeden, der in Gottes Gunst stehen [WTG-konform sein] möchte. Er muss „Heiligkeit in der Furcht Gottes“ [absolute WTG-Konformität] anstreben (2. Kor. 7:1). …Ein Christ hat es sich zur Gewohnheit gemacht zu masturbieren …DAS WORT „MASTURBATION“ KOMMT IN DER BIBEL ZWAR NICHT VOR [Sehr richtig, weshalb also daraus eigenmächtig eine Streitfrage machen und diesbezüglich ein Gesetz formulieren?]. Besteht aber irgendein Zweifel daran [hypothetisch], dass man dadurch sein Denken befleckt und abstumpft? Würde [hypothetisch] jemand durch fortgesetzte Befleckung dieser Art sein persönliches Verhältnis zu Jehova nicht ernstlich schädigen und in Gottes Augen unrein werden? [Gezieltes Erzeugen von Schuldgefühlen mit dem Ziel, den Betreffenden zu gesteigertem WTG-zentrischem Hochleistungsaktionismus zur Bekämpfung der Furcht, in 'Harmagedon vernichtet' zu werden anzustacheln, und dies alles auf der Grundlage rein hypothetischer Gedankenkonstrukte.]"

Zum anderen hat die WTG spezielle, organisationsinterne "Anforderungen" formuliert, denen unbedingt entsprochen werden muss, um innerhalb der WTG als "Vorbildlich"zu gelten und "Vorrechte" zu erhalten sowie als Status- und Privilegienträger/Hierarchiefunktionär "Ernannt" zu werden. "Der Wachtturm" vom 15.5.2010 enthält ein Beispiel einer Auflistung von WTG-"Anforderungen" für "Älteste" und "Dienstamtgehilfen" – Großschreibung sowie Anmerkungen hier und in allen nachfolgenden Zitaten in eckigen Klammern und Normaldruck eingefügt:

"Wer darauf hinarbeitet, Dienstamtgehilfe zu werden, oder das Amt eines Aufsehers anstrebt, bemüht sich, den BIBLISCHEN [WTG-konformen] Anforderungen [rein menschlichen WTG-Regularien] zu entsprechen (1. Tim. 3:1-10, 12, 13; Tit. 1:5-9). Wenn du dich Gott [der WTG] hingegeben hast und getauft bist, dann frage dich bitte: SETZE ICH MICH SO GUT WIE MÖGLICH IM PREDIGTDIENST [nichtbiblischer, WTG-zweckdienlicher Dogmen- und Produktvertrieb] EIN? [Rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung".] Unterstütze ich andere dabei? [d. h. im WTG-angeordneten Dogmen- und Produktvertrieb, ergo rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung".] Liegt mir etwas daran, wie es meinen Glaubensbrüdern geht, und mache ich ihnen Mut [bestärke ich sie im rein menschlich/nichtbiblischen, WTG-zentrischen Hochleistungsaktionismus, ergo rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung".]? Fällt anderen auf, dass ich INTENSIV die Bibel [in von der WTG eigenzweckdienlich verfälschter Version] STUDIERE? Verbessern sich meine ANTWORTEN IN DEN ZUSAMMENKÜNFTEN? [Rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung".] Nehme ich AUFGABEN ernst, die mir VON DEN ÄLTESTEN ÜBERTRAGEN wurden [zwecks WTG-Interessenförderung, ergo rein menschlich/nichtbiblische WTG-"Anforderung"]? (2. Tim. 4:5)"

Auffällig ist hier das WTG-typische Fehlen jeglicher Bezugnahmen auf echt biblische "Anforderungen" wie die in Mi 6,8 in aller Einfachheit formulierten "Was fordert JHWH von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu gehen mit deinem Gott?", oder das Erfordernis, mit der Hilfe des Heiligen Geistes eine christliche, an Jesus Christus orientierte Persönlichkeit heranzubilden (Röm 13,14; 15,1-3.5.7.13; Gal 3,27; 5,22.23; Eph 4,24 et al.) und echt christliche Eigenschaften wie Barmherzigkeit, Mitgefühl, Mitmenschlichkeit und Sensibilität gegenüber anderen Mitgeschöpfen und der Schöpfung zu offenbaren (Jak 2,15.16; 1Joh 3,17.18); alles dreht sich um der WTG selbstgestrickte, menschliche "Anforderung", "Erfordernisse", Kriterien, "Aufgaben", Arbeitsanweisungen und "To Do-Listen" mit dem Ziel des Forcierens ihrer rein menschlichen Organisations-Verlags-Vertriebsinteressen vermittels ihr "Ergebener" Erfüllungsgehilfen. Mit echt biblischen, durch biblische Aussagen belegbare "Anforderungen Gottes" haben die zahlreichen, menschlichen, talmudischen, versklavenden, den Rahmen von "sola scriptura" auf weiten Strecken weit übersteigenden -"Anforderungen" des gewaltigen WTG-"Anforderungen"-Katalogs nichts zu tun.

Angebracht

Worthülse

Synonym: "Vernünftig". "Angebracht" ist, was die WTG als "angebracht" ("notwendig" oder "Richtig") erachtet.

(1) Maßvoll, bemessen, knapp, wenig (z. B. "Angebrachte Entspannung".)

(2) WTG-gemäß, WTG-konform, "Richtig", "notwendig", "passend": "Angebrachter Rat".

Vgl. mit "Ausgeglichen".

Annehmbar (für Gott)

Aktionismus
Worthülse

Für Gott akzeptabel, brauchbar, oder zufriedenstellend – gemäß WTG-Festlegung. Begriff abgeleitet aus 2Kor 8,12 gemäß NWÜ.

In ihrer grenzenlosen Selbstüberhebung maßt sich die WTG an, genau zu wissen und festlegen zu können, nur unter welchen Bedingungen der Gottesdienst eines Menschen für Gott "annehmbar" ist, nämlich nur dann, wenn er "aus den 'Richtigen Beweggründen' erfolgt", und wenn WTG-Vorgaben betreffs "Das Königreich (d. h., die WTG) an die erste Stelle setzen" hundertprozentig genau erfüllt werden. Als Beispiel möge der "Tagestext" vom 20.5.2015 dienen:

"Wenn vorerst die Bereitschaft da ist, so ist sie besonders annehmbar gemäß dem, was jemand hat, nicht gemäß dem, was jemand nicht hat (2. Kor. 8:12) Wie die Israeliten in alter Zeit müssen auch wir darauf achten, dass unsere freiwilligen Opfer Gott annehmbar sind. Wir haben in erster Linie Verpflichtungen gegenüber unserer Familie und in der Anbetung Jehovas. Deswegen müssen wir ausgeglichen bleiben. Auch wenn wir Zeit und Mittel für andere einsetzen, sollte das nicht dazu führen, dass wir die geistige Gesinnung oder das Wohl unserer Familie vernachlässigen. In Wirklichkeit würden wir dann etwas geben, was wir eigentlich gar nicht haben. Auch auf unsere eigene geistige Gesinnung müssen wir achten (1. Kor. 9:26, 27). Doch wir können sicher sein: Wenn wir uns an biblische Grundsätze halten, sind unsere Opfer Jehova „besonders annehmbar“, und wir können glücklich und zufrieden sein. w13 15. 12. 2:16"

Die WTG-Anweisung "Wir haben in erster Linie Verpflichtungen… in der Anbetung Jehovas" bedeutet: Die WTG und ihre Interessen haben im Leben eines jeden "Zeugen Jehovas" die erste Geige zu spielen. Mit der Worthülse "Geistige Gesinnung" ist hier "totales Ausgerichtetsein auf die WTG und ihre Interessen" gemeint, siehe daselbst. "Sich an biblische Grundsätze halten" bedeutet "Sich an WTG-Anweisungen halten". Die von der WTG an ihre Befehlsempfänger erteilte Vorgabe "Die geistige Gesinnung/das 'Wohl' unserer Familie nicht vernachlässigen" weist diese an, ihre Familien vermittels des "gehorsamen" und bedingungslosen Durchführens des von der WTG zu göttlichem Gebot erhobenen "Studierabends der Familie" stramm auf WTG-Kurs als "produktive 'Königreichsverkündiger'"zu halten.

De facto setzt sich hier die WTG an Gottes Stelle, indem sie (von ihm ungefragt) für ihn festlegt, nur wann das, was ein Mensch für Gott tut, von IHM angenommen wird, nämlich nur dann, wenn die WTG und ihre Organisationsinteressen ohne Wenn und Aber an erster Stelle im Leben stehen. Dies ist als krasse Bibelverdrehung, grenzenlose Selbstüberhebung und Blasphemie seitens der WTG zurückzuweisen. Gott selbst – nicht Menschen, oder eine von Menschen geschaffene Organisation – entscheidet, wer oder was für ihn "annehmbar" ist.

Ansporn; anspornen

Aktionismus

WTG-"loyale Zeugen Jehovas" zum unablässigen "eifrigen", "fleißigen", "gehorsamen" und "unterwürfigen" Abarbeiten aller von der WTG zu biblisch/göttlich/christlichen Geboten erhobenen Tätigkeiten, allem voran die "Haus-zu-Haus"-Propaganda-Vertriebstätigkeit, anzutreiben und ihnen "die Sporen zu geben", dabei "nicht nachzulassen", sondern "sich anzustrengen", immer noch "mehr zu tun" und ein ständig "besserer", leistungsfähigerer und "wirkungsvollerer" WTG-Befehlsempfänger zu werden. Vgl. "Ermuntern; ermunternd; Ermunterung".

Ansprache

Organisatorisch

Eine anlässlich einer WTG-organisierten "Zusammenkunft" oder eines "Kongresses" von einem Redner gehaltene Rede auf der Grundlage von der WTG vorgegebenen Stoffes mit dem Ziel des "Ermunterns" der zumeist aus "Jehovas Zeugen" bestehenden Zuhörerschaft zum Befolgen von WTG-Anweisungen, die als "Gottes Anweisungen" oder "Gottes Wille" bezeichnet werden. Wird im Rahmen der wöchentlichen "Theokratischen Predigtdienstschule" auch als "Aufgabe" oder "Studierendenansprache" bezeichnet, ansonsten als "Vortrag".

Betreffs der WTG-Anweisung der strikten inhaltlich/"lehr"-mäßigen Begrenzung der vorgetragenen Informationen ausschließlich auf doktrinäre WTG-Vorgaben siehe "Öffentlicher Vortrag".

Ansprechdienst

Aktionismus

Form des "Straßendienstes", in der auf Passanten zugegangen wird, um sie gezielt mit einem bestimmten Thema – meist WTG-Zeitschriftenbasiert – in ein Gespräch zu verwickeln und "Interesse zu wecken".

Anstrengungen; sich anstrengen

Aktionismus

(1) Hoher ("ganzherziger") Einsatz und Eifer für die WTG; siehe "Eifer, Eifrig (im Dienst)".

(2) Ertragen von "Prüfungen"; widerstehen von "Versuchungen"; siehe "Ausharren".

(3) Bemühungen beim Entwickeln und Hervorbringen christlicher Eigenschaften, der "Frucht des Geistes" etc.

Nr. 1 wird von der WTG unablässig gefordert mit Hinweis auf die "Opfer- und Einsatzbereitschaft" von Jesus Christus, Paulus u. a.: "Wollt ihr wie Jesus, Paulus… sein, dann müsst ihr euch voll für uns – die WTG – einsetzen und uns euer Alles geben: Zeit, Mittel und Kraft. Andernfalls seid ihr keine Nachfolger Christi und keine echten Christen und werdet in Harmagedon vernichtet werden". Es werden also seitens der WTG gezielt Schuldgefühle hervorgerufen und manipuliert, indem pausenlos insinuiert wird, dass man im Grunde nie "Genug" tun kann, um Gott und Christus "zu gefallen". Siehe "Einsatz …"; "Sich verausgaben… (Abs. 2)". Vgl. dies auch mit der Erklärung des "Vielleicht" aus Zeph 2,3, siehe "Rettung".

Das "Sich anstrengen" ("Genug tun"; "Harte Arbeit; hart arbeiten"; "Mehr tun"; "Sich verausgaben") -Credo ist eine Mantra-artige, immer wiederkehrende Ermahnung in WTG-"Belehrung", wofür Bibeltexte, die überhaupt nichts mit einer solchen Thematik zu tun haben, aus ihrem Kontext gerissen und "verbogen" oder sogar "brutal verstümmelt" werden. Ein besonders krasses Beispiel hierfür ist der "Tagestext" vom 13.3.2015 – Großdruck zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hier und in allen nachfolgenden Zitaten hinzugefügt:

"Der Segen Jehovas — er macht reich (Spr. 10:22) In unserem Dienst für Jehova SETZEN wir SO VIEL ZEIT, KRAFT UND MITTEL EIN WIE MÖGLICH. In „das Werk eines Evangeliumsverkündigers“ legen wir unser ganzes Herz hinein (2. Tim. 4:5). ..." Beide hier von der WTG als "Beleg" angeführte Bibelverse werden verfälscht bzw. falsch angewendet: Der "zugrundeliegende" Bibeltext aus Spr 10,22 wird nur halb zitiert; der zweite Halbvers, der der WTG-Falschauslegung "so viel Zeit, Kraft und Mittel ein wie möglich einsetzen" genau entgegengerichtet ist, wird weggelassen. Der vollständige Text lautet: "Der Segen JHWHs, der macht reich, und eigenes Abmühen fügt neben ihm nichts hinzu." NeÜ: "Wohlstand kommt durch den Segen Jahwes,/eigenes Mühen vergrößert ihn nicht". Buber/Rosenzweig: "SEIN Segen, er ists der reich macht, neben ihm fügt die Rackerei nichts hinzu." Tanách: "Es ist der Segen des HERRN, was reich macht, und keine Mühe kann es vergrößern." Zunz: "Der Segen des Ewigen, der macht reich, und nichts thut mehr dabei die Mühe." In der Fußnote der "Studienbibel"-NWÜ von 1986 räumt die WTG diese Wiedergabevariante ein, die aber angesichts des einstimmigen Verständnisses jüdischer Übersetzer wohl die Richtigere ist. In Spr 10,22 geht es klar erkennbar um das, was GOTT FÜR MENSCHEN (nicht umgekehrt) tut, DEM VON MENSCHLICHER SEITE NICHTS HINZUGEFÜGT WERDEN KANN. Dieses Verständnis korreliert mit anderen Aussagen der Bibel wie Röm 3,24; 5,17; Tit 3,5; insbesondere Röm 6,23b und Eph 2,8.9; siehe "Belohnung". 2Tim 4,5 bezieht sich auf die nur einigen wenigen urchristlichen Evangelisten laut Eph 4,11 übertragene Aufgabe (vgl. auch mit Röm 12,4-8 und besonders 1Kor 12,28.29) und kann daher nicht als ein an jeden einzelnen Christen ergangenes "Predigtgebot" ausgelegt werden, siehe "Predigtauftrag".

Siehe auch den Kommentar des "Tagestextes" vom 25.4.2016:

"[Wir können] zu denen gehören, die „die Erde erben“ und ewig darauf leben. …NATÜRLICH ERHALTEN WIR DAS NICHT AUTOMATISCH. JEHOVA [die WTG, vertreten durch ihr oberstes menschliches Zentralkomitee] MÖCHTE, DASS WIR ETWAS DAFÜR TUN (1. Joh. 5:3, 4). Es lohnt sich auf jeden Fall, ihm [der WTG] heute treu zu dienen [d. h. Volleinsatz beim Abarbeiten des WTG-Forderungenkataloges zu erbringen]!"

Gemäß dem Kommentar des "Tagestextes" vom 15.10.2015 ist "Einsatz im Predigtdienst" notwendig, um Gott davon zu überzeugen, dass man ihn liebt:

"Bei all dem, wofür Jehova gesorgt hat, ist es bestimmt gut, sich zu fragen: „Kann Jehova AN MEINEM EINSATZ IM DIENST für ihn erkennen, wie dankbar ich ihm für seine Fürsorge bin?...ʺ "

Neben dem abstrusen und völlig unbiblischen Postulat, die Höhe einer äußerlich mess- und quantifizierbaren menschlichen Leistung verrate Tiefe an Liebe und Dankbarkeit, beweist diese Frage, wie unbiblisch das von der WTG vermittelte Gottesbild doch ist. Gott hat es nicht nötig, dass Menschen ihm etwas "beweisen" müssen, da er das Menschenherz kennt, siehe "Gott"; vgl. Joh 2,25. Er benötigt keinen äußerlich sichtbaren Gradmesser, der es ihm erlauben würde, die Dankbarkeit eines Menschen zu "erkennen". Da dem so ist, muss betreffs aller WTG-Behauptungen festgestellt werden, dass es ihr bei ihrer "Dankbarkeit durch Anstrengung, Einsatz und Leistung beweisen"-Doktrin einzig darum geht, Leistungskontrolle über ihre Befehlsempfängerherde auszuüben und sie zu immer mehr WTG-orientierter Aktivität anzutreiben: "Zeugen Jehovas" müssen der WTG "zeigen" oder ihr "beweisen", dass sie sich "auch wirklich" für sie "anstrengen" und "Sich verausgaben", und dabei "Genug tun" und immer "Mehr tun". Vgl. auch "Glaubenswerke".

In der englischen Originalversion des "Königreichsliedes" Nr. 64 zweite Strophe wird das WTG-"Sich Anstrengen"-Mantra sogar besungen:

"The efforts you make and the time you are spending | In service to God and his Kingdom | Will yield rich results and a life that’s unending, | A life full of good things to come." – Wörtliche Übersetzung: "Die Anstrengungen, die du unternimmst und die Zeit, die du im Dienst für Gott und sein Königreich verbringst wird reiche Ergebnisse zeitigen und ein endloses Leben, ein Leben voller guter Dinge in der Zukunft." – Wahre Bedeutung: "Je mehr du dich für uns – die WTG – anstrengst und je mehr Zeit du im von uns angeordneten Dienst einsetzt (Predigtdienststunden), desto mehr freut uns das und stellt uns zufrieden, so dass wir dir ewiges paradiesisches Leben in Aussicht stellen können."

Ein in WTG-Direktiven häufig verwendeter "Lieblingsbegriff" i. V. mit der "Sich anstrengen"-Doktrin der WTG ist "Harte Arbeit/hart arbeiten", siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 1.6.1998 S. 11 Abs. 8 und 9:

"Stellen wir uns ein im Bau befindliches Gebäude vor, dann sehen wir nicht nur das Fundament, sondern auch das Bauwerk, das auf Grund von viel harter Arbeit deutlich sichtbar vor uns emporwächst. In ähnlicher Weise müssen wir uns sehr anstrengen, um christusähnliche Eigenschaften und Gewohnheiten zu entwickeln. Solch harte Arbeit bleibt nicht unbemerkt; …Was zählt zu den christlichen Werken, die uns erbauen? Jesus betraute uns damit, die gute Botschaft zu predigen[Betreffs des Irrtums dieser Behauptung siehe "Predigtauftrag"]… unsere Darbietung zu variieren oder darin ein oder zwei Bibeltexte einzuschließen… mehr biblische Veröffentlichungen abzugeben, mehr Rückbesuche zu machen oder ein Bibelstudium einzurichten." (Betreffs des "Mehr mehr immer mehr tun"-Mantras siehe "Genug tun"; "Mehr tun"; "Vermehrter Dienst".)

Solche in der Tradition von "Selbsterrettungs-/Werkheiligungstheologien" befindlichen Behauptungen stehen in krassem Widerspruch zu den o. a. biblischen Aussagen. Zwecks weiterführender Bewertung derselben siehe "Belohnung".

Phil 2,12-15 ("Wie ihr allezeit GEHORSAM gewesen seid, …VERWIRKLICHT (andere Ü: 'Bewirkt, schaffet, arbeitet an' u. a.; gr. κατεργάζομαι katergázomai; beinhaltet ἔργον érgon, 'Werk, Arbeit, Handlung, Tat') EURE RETTUNG MIT FURCHT UND ZITTERN; denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch DAS VOLLBRINGEN [die NWÜ sagt 'das Handeln'] wirkt nach seinem Wohlgefallen. TUT ALLES ohne Murren und Bedenken, damit ihr unsträflich… seid…" – laut Schlachter; Großschreibung hinzugefügt) wird von der WTG unter völliger Missachtung des Kontextes als "Paradetext" zur "Stützung" ihres "Man muss sich ANSTRENGEN, um 'Gottes Wohlgefallen' zu erlangen"-Credos herangezogen, indem sie argumentiert: "Rettung und das ewige Leben gibt es nicht umsonst; darum muss GERUNGEN werden, und deshalb müsst ihr Euch IM PREDIGTDIENST anstrengen und euch verausgaben, und gehorsam alle Anweisungen der Organisation befolgen." Der Kapitalfehler dieser irreführenden Eisegese besteht darin, dass es hier laut Kontext weder um die Evangelisation ("Predigtdienst ") noch um das Befolgen menschlicher Organisationsanweisungen geht, sondern laut V. 1-5 um Dinge des christlich/menschlichen Miteinanders im Geist der von Christus vorgelebten Demut: "Wenn es nun irgendeine Ermunterung in Christus gibt, wenn irgendeinen Trost der Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, wenn irgendein herzliches Mitleid und Erbarmen, so erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid, nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen! Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war…". Die Konjunktion "Daher (ὥστε hōste)" des V. 12 greift diesen Faden wieder auf, woraus deutlich wird, dass sich "Gehorsam", "seine Rettung verwirklichen", "das Vollbringen" sowie das "Tut alles" auf das Befolgen DIESER Maßstäbe bezieht, nicht aber das das "angestrengte" Abarbeiten der menschlichen, nicht von Gott inspirierten und rein menschliche Organisationsinteressen bedienenden Direktiven der WTG bezieht. Daher kann auch das im Griechischen verwendete Verb katergázomai  nicht als Begründung des "Man muss sich seine Rettung durch eigene Anstrengungen in 'Predigtdienst', 'Versammlungsbesuch', 'Persönlichem Studium', 'Freiwilligendienst' etc. ERARBEITEN"-Konzeptes herhalten, da dieses Konzept sowohl im Lichte des o. a. unmittelbaren biblischen Kontextes, als auch aller anderen relevanten biblischen Aussagen schlicht falsch ist.

1Tim 4,10 ("Dafür arbeiten wir hart [κοπιάω kopiáō] und strengen uns an [ἀγωνίζομαι agōnízomai –> Agonie; eig. 'kämpfen']" laut NWÜ) bietet der WTG und "Jehovas Zeugen" eine willkommene Gelegenheit, ihr "Sich Anstrengen"-Credo scheinbiblisch zu unterlegen wie z. B. im "Wachtturm" vom 1.4.1981 S. 14 Abs. 11 unter dem Thema "Hart arbeiten und sich anstrengen" demonstriert:

"Die Aussicht, daß andere die christliche Botschaft [WTG-Dogmen] erfahren und auf den Weg der Rettung [lebenslange 'Unterordnung' unter WTG-Diktat] gelangen konnten, war für Paulus so beeindruckend, so überwältigend wichtig, daß er ‘hart arbeitete und sich anstrengte’. Empfindest du genauso wie er? Denke einmal über deine [WTG-zentrische] Tätigkeit im letzten Monat oder in den letzten sechs Monaten nach. Ist es für dich — und auch für andere [die WTG und 'Jehovas Zeugen'], Gott eingeschlossen — völlig klar, daß du [im Abarbeiten aller WTG-'Anweisungen'] hart arbeitest und dich anstrengst?"

Der Fehler dieser WTG-Eisegese beruht auf einer krassen Missachtung des Kontextes, in dem es nicht um das Abarbeiten der rein menschlichen, nichtinspirierten und biblisch nicht begründbaren Forderungen und Organisationsdirektiven der WTG, und schon gar nicht um "Predigtdienst" geht, sondern gemäß der den V. 10 einleitenden, in REB u. a. Ü mit "denn"  übersetzte, auf vorausgehende Gedanken verweisenden Präposition εἰς eis um das "Kämpfen" gegen Irrlehren (V. 1-3), sowie um εὐσέβεια eusébeia (V. 8a), um wahre GOTTES-Verehrung und GOTTES-Hingabe (nicht um Verehrung von, und Hingabe an eine Organisation wie die WTG), um die echte Spiritualität eines inneren Ausgerichtetseins auf Gott und auf "die Verheißung des des jetzigen und des zukünftigen Lebens" (V. 8b). Davon abgesehen, erscheinen die immer wiederkehrenden WTG-Anweisungen, man möge sich doch bitteschön solch einen "Giganten" wie Paulus, der im Lichte seiner "Spezialberufung" als Ausnahmeerscheinung und nicht als Regel-Normalfall gewertet werden muss zum Vorbild nehmen (ihn "nachahmen") und sich mit ihm vergleichen als hoffnungslos überdehnt und unrealistisch; genauso, als solle sich jeder normale Mensch mit Hochleistungs-Olympiade-Athleten oder internationalen Ausnahme-Spitzenkünstlern messen. Solch irrationale Vergleichsvorgaben und Extremstandards können nur zu Enttäuschung, Frustration und Niedergeschlagenheit führen, was durch die Tatsache bestätigt wird, dass sich viele "Zeugen Jehovas" immer wiederkehrend als "Versager" fühlen, sich "wertlos" vorkommen und sich pausenlos (wie von der WTG gewünscht) selbst fragen und fragen lassen müssen, ob sie denn auch wirklich "Genug tun" und ob sie nicht noch "Mehr tun" könnten.

Ein "Mangel", oder bereits schon ein "Nachlassen" an "Anstrengungen/Eifer/Einsatz/Fleiß/Harter Arbeit" für die, und zugunsten der WTG und ihre menschlichen Organisationsinteressen wird von ihr (z. T. vermittels ihrer Hierarchiefunktionäre wie z. B. "Reisende Aufseher") mit Berufung auf Bibeltexte wie Spr 15,19 rundweg als "Faulheit" bezeichnet und mit Hinweis auf Spr 21,25 mit dem "Strafgericht Gottes" bedroht.

"Der Wachtturm" vom Februar 2018 vierter "Studienartikel" S. 25 und 26 Abs. 11-13 bietet ein beredtes Beispiel dafür, wie die WTG bereits junge Menschen auf impertinente Weise unverblümt unter Druck setzt, sich für sie "Anzustrengen" und "Einzusetzen", indem sie sich ihr und ihren rein menschlichen Interessen ganz unterstellen und ihr Leben auf die WTG ausrichten, mit der WTG im alles beherrschenden Mittelpunkt:

"Bist du ein Jugendlicher, der KONKRETE GEISTIGE ZIELE [von der WTG gewünschte und als 'erstrebenswert' vorgegebene Zielvorgaben des Erbringens von WTG-zentrischem Hochleistungsaktionismus] hat? Ein Bruder aus dem Bethel hat es sich angewöhnt, bei Kreiskongressen vor dem Programm mit Täuflingen zu sprechen. Eine ganze Reihe von ihnen sind junge Leute. Der Bruder fragt sie nach ihren GEISTIGEN ZIELEN. Viele wissen genau, wie sie Jehova [der WTG] dienen wollen — vielleicht möchten sie eine Form des VOLLZEITDIENSTES aufnehmen oder dort [WTG-Interessen] DIENEN, wo dringend Verkündiger gebraucht werden [womit – neben "Betheldienst", "Missionardienst" und Mitwirkung beim WTG-Immobilienschaffen – die Möglichkeiten bereits erschöpft sind]. Doch ab und zu gibt es auch JUGENDLICHE, DIE KEINE KLARE VORSTELLUNG HABEN [die es wagen, nicht WTG-zentrisch zu denken und sogar eigene Vorstellungen davon haben, wie sie ihr Leben verwenden möchten]. Vielleicht haben sie noch nicht erkannt, WIE WICHTIG GEISTIGE ZIELE SIND ['wichtig' für die WTG und ihr oberstes menschliches Leitungsgremium]. Wenn du jung bist, frag dich doch: „Mach ich nur wegen meiner Eltern bei THEOKRATISCHEN [WTG-zentrischen] AKTIVITÄTEN mit? Oder bemühe ich mich, selbst ein Freund Jehovas [der WTG] zu werden?“ Natürlich sollten sich nicht nur junge Leute geistige Ziele stecken. Gute Ziele helfen jedem Diener Jehovas, geistig stärker zu werden (Pred. 12:1, 13). [Diese Schriftstelle hat nichts mit den vom obersten WTG-Zentralkomitee vorgegebenen Zielvorgaben, noch mit der Förderung der rein menschlichen Organisationsinteressen der WTG zu tun.]

Wenn wir uns BEMÜHEN, GEISTIGE FORTSCHRITTE ZU MACHEN [immer mehr auf WTG-Totalgehorsamskurs zu gelangen] und unser Denken umzuwandeln [sich bereitwillig von der WTG indoktrinieren lassen und WTG-politisch korrekt zu fühlen und zu denken],

Fragen wir uns doch jeden Tag: Woran kann ich heute arbeiten?"

Durch diese Anweisungen wird insinuiert, dass jeder, der sich nicht wie von der WTG gewünscht "anstrengt", kein "Geistesmensch" und "Geistig schwach" ist, der es an "gottgemäßem Eifer" und damit an "Gottesfurcht" mangeln lässt. Ein solch absolutistisch/diktatorisch/totalitäres Übergreifen auf die freie Lebensgestaltung anderer Menschen unter dem Vorwand, "Gottes Willen" zu propagieren ist als die Bibel für eigene Zwecke missbrauchende Irreführung entschieden zurückzuweisen, wofür der in o. a. Zitat enthaltene Verweis auf Pred 12,1.13 als Stütze dieser Anweisungen, doch bitteschön sie selbst – die WTG – und ihre Organisationsinteressen ins Zentrum des eigenen Lebens zu stellen und sie zum einzigen Lebenszweck zu erheben, ein krasses Beispiel bietet: In diesem Versen geht es nicht um WTG-zentrischen Hochleistungsaktionismus und die euphemistisch als  "Geistige Ziele" umschriebenen Wünsche des obersten menschlichen WTG-Zentraldirektoriums und dessen knallharte Hochleistungsvorschriften, sondern um das Ausgerichtetsein des Menschen auf Gott: "Denke an deinen SCHÖPFER (nicht an die WTG)… Fürchte GOTT (nicht die WTG) und halte SEINE Gebote (die einzig in der Bibel – 'sola scriptura' – enthalten sind – nicht die eigenzweckdienlichen Organisationsdirektiven der WTG)!" Durch die Usurpation dieser biblischen Aussagen "überhebt" sich die WTG "über alles, was Gott heißt…, so dass sie sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass sie Gott sei." – 2Thess 2,4

Betreffs eines weiteren Beispiel dafür, wie die WTG bereits junge Menschen in ihrem Sinne "auf Spur" zu bringen versucht siehe den Kommentar zum "Tagestext" vom 25. 4.2015 unter "Das Königreich an die erste Stelle setzen".

Betreffs der WTG-angeordneten leistungsbilanz- und zahlenmäßigen Quantifizierung der "Anstrengungen" eines "Zeugen Jehovas" vermittels des "Predigtdienstberichts" siehe "Liebe zeigen".

Betreffs der der WTG-Falschauslegung von 1Joh 2,17b ("Wer den Willen Gottes tut [d. h. WTG-Anweisungen befolgt], bleibt in Ewigkeit") siehe "Gottes Wille".

Betreffs der eigenzweckdienlichen WTG-Falschinterpretation von "Glaube ohne Werke ist tot" aus Jak. 2,26 im Sinne von "Sich anstrengen, Leistung erbringen, hauptsächlich durch Haus-zu-Haus-Predigtdienst" siehe "Glaubenswerke".

Betreffs der WTG-Anweisung an alle "Zeugen Jehovas", durch "vollstmöglichen Einsatz" beim Abarbeiten der Vorschriften ihres enormen Anforderungenkataloges ihre "Geistige Gesinnung zu schützen" siehe "Geistige Gesinnung schützen".

Betreffs einer graphischen Illustration des WTG-"Sein Bestes geben"-Dogmas siehe die WTG-Graphik "Gib Jehova dein Bestes" unter "Belohnung".

Vgl. auch "Alles zur Verherrlichung Gottes tun"; "Das Königreich an die erste Stelle setzen"; "Die neue Persönlichkeit anziehen"; "Dienstbereit sein; Dienstbereitschaft"; "Eigene Interessen zurückstellen"; "Einsatz …"; "Einen vollen Anteil haben …"; "Eifer, Eifrig (im Dienst)"; "Ganzherzig"; "Im Dienst beschäftig sein/bleiben"; "In noch vollerem Maße tätig sein"; "Königreichsinteressen fördern"; "Sein Leben vereinfachen"; "Mehr tun"; "Opfer bringen"; "Opferbereit sein; Opferbereitschaft"; "Richtige Prioritäten setzen"; "Sein Bestes geben"; "Sich der wichtigeren Dinge vergewissern"; "Vermehrter Dienst"; "Zuerst Gottes Königreich suchen".

Antichrist

Biblisch

Der Begriff ἀντίχριστος antíchristos (im Plural ἀντίχριστοι antíchristoi) taucht in 1Joh 2,18.22; 4,3 sowie in 2Joh 7 auf und kann zwei Bedeutungen haben:

(1) "anti" = "gegen", also, Jesus Christus entgegengesetzt, ein Christusfeind;

(2) "anti" = "an Stelle von", d. h. den Platz Jesu Christi einnehmend.

Im Laufe der Geschichte wurde dieser Begriff auf eine Vielzahl von Einzelpersonen sowie Institutionen angewendet wie z. B. Kaiser Nero, das Papsttum oder einzelne Päpste, Hitler, Stalin etc.

Betreffs des Themas " Antichrist(en)" schreibt der Theologe Roland Hardmeier in seinem Buch "Zukunft. Hoffnung. Bibel. Endzeitmodelle im biblischen Vergleich" (©Betanien Verlag e. K. Oerlingshausen) auf S. 248 und 259 (Ausgabe von 2010) folgendes:

"Der Antichrist ist nicht eine Bezeichnung für eine Einzelperson, sondern für eine Gruppe von Personen, denn Johannes schreibt, dass viele Antichristusse gekommen sind (1Joh 2,18). …Offenbar handelte es sich um Gläubige, die den wahren Glauben verlassen hatten und eine antichristliche Lehre verbreiteten. …Diese Leute traten… mit einer falschen Botschaft auf und beanspruchten, im Namen Gottes zu reden." – "Das Antichristentum ist schon seit der urchristlichen Zeit in der Welt. Es zeigt sich in der verführerischen Lehre, mit der die ersten Christen zu kämpfen hatten, in der Selbstvergottung des römischen Staates, wovon die Offenbarung spricht, und im Lauf der Geschichte zeige [sic] es sich immer wieder in Form von Irrlehren und totalitären Systemen. Wir können wohl nicht mehr sagen als das: Das Antichristentum ist vielschichtig und kann nicht auf eine einzige, zukünftige Person reduziert werden. Die Tatsache, dass es im Lauf der Geschichte eine Fülle von zum Teil gegensätzlichen Interpretationen über den Antichristen gegeben hat, sollte uns zurückhaltend machen. Jede Inspiration war von ihrer Zeit beeinflusst. Die heutigen Interpretationen bilden keine Ausnahme. …Die Tatsache…, dass weder der Mensch der Gesetzwidrigkeit noch das Tier ausdrücklich als Antichrist bezeichnet werden, sollte genügen, um uns vor ausschmückenden Auslegungen zu hüten."

Muss der WTG zugutegehalten werden, dass sie nicht in die Falle tappt und den o. a. gängigen, teils sehr klischeehaften und simplifizierenden Auslegungen folgt, so muss auch festgestellt werden, dass sie den Begriff "Antichrist(en)" als äußerst willkommene "Keule" gegen die ihr verhasste "Geistlichkeit der Christenheit", sowie gegen die ihr ein Dorn im Fleisch seienden "Abgefallenen" und "Abtrünnigen" schwingt, von denen sie behauptet, sie hätten "die Wahrheit verlassen" , wobei sich "Wahrheit" gemäß WTG-Begriffs-Neudefinition auf die Summe aller WTG-Dogmen und -Edikte bezieht, siehe "Wahrheit, die".

Beispiele:

"Der Wachtturm" vom 1.12.2006 S. 6:

"Die Antichristen sind in den „letzten Tagen“, der Zeit, in der wir heute leben, besonders aktiv (2. Timotheus 3:1). Ein Hauptziel der heutigen Betrüger besteht darin, die Menschen irrezuführen [d. h. von der WTG – aber nicht notwendigerweise von der Bibel - wegzuführen]…"

"Erwachet!" vom 8.8.2001 S. 21:

"Während die Zeit für die Vollstreckung des Gerichtsurteils herannaht, dürfen Christen nicht zulassen, daß ihr Glaube durch den Lug und Trug sowie die Druckmittel der Antichristen, vor allem der Abtrünnigen, geschwächt wird."

Tatsächlich findet aber der Begriff "Antichrist(en)" im Lichte seiner o. a. Bedeutungen vollumfänglich auf die WTG und ihr alles beherrschendes, absolutistisch/diktatorisch/totalitäres oberstes menschliches Leitungskomitees Anwendung, angesichts der innerhalb der WTG herrschenden, und durch sie verkörperten Realität von krassester Arroganz, grenzenloser Selbstüberhebung, schamloser Rechthaberei und kecken Besserwissertums im unverschämten Anspruch, allein im Besitz der "Einzigen und absoluten Wahrheit" zu sein, allen ihren nachgewiesenen Irreführungen, wiederholten Irrtümern und Falschauslegungen zum Trotz, sowie im rigoros/rücksichtslosen Fordern von absolutem Gehorsam, ausschließlicher Ergebenheit und "opferbereiter" Einsatz- und Leistungsbereitschaft ihr gegenüber, wodurch die WTG Menschen de facto von Gott und Christus weg- und hin zu sich selbst lenkt.

Allg. könnte gesagt werden: Alles, was dem Wesen und Tun Jesu Christi ENTGEGENGESETZT (anti) ist, ist "antichristlich": Jesus war bescheiden (Mat 8,20) und demütig (Mat 11,29) – Antichristen sind stolz (Luk 18,11.12) und herrschsüchtig (2Kor 1,24; 1Pet 5,3); Jesus erniedrigte sich selbst (Phil 2,6-8) – Antichristen erhöhen sich selbst (Mat 23,6.7); Jesus zieht Menschen zu sich als dem einzigen "Weg" zum Vatergott (Joh 14,6) – Antichristen ziehen Menschen weg vom Christus (Heb 12,2), hin zu sich selbst und stellen sich dadurch an Christi Stelle (2Kor 4,5).

Nun treffen diese "antichristlichen" Charakteristika in vollem Umfang auf die WTG, auf ihr oberstes Direktorium und auf einen Großteil ihrer akkreditierten Hierarchiefunktionäre zu: Die WTG/die "Leitende Körperschaft" zeichnet sich aus durch…

□ grenzenlose Herrschsucht und hemmungslos zur Schau gestellten Stolz; sie spielt sich als "Herrscher über den Glauben" (2Ko 1,24) von Millionen ihr unterstellter "Zeugen Jehovas"-Befehlsempfänger auf, von denen sie rückhaltlose Anerkennung ihrer ihnen angeblich von Gott übertragenen "theokratischen Autorität", sowie absoluten Gehorsam verlangt; de facto begegnen WTG-"loyale" und "treue 'Zeugen Jehovas'" gegenüber den Männern ihres obersten Leitungsgremiums nicht nur mit ehrfürchtigem Respekt, sondern mit anbetungsgleicher Verehrung, indem sie diese als die "sichtbaren irdischen Mundstücke und Sprachrohre Gottes" betrachten.

□ schamlose Selbsterhöhung durch ihre pausenlosen Behauptungen, "nur sie" erhielten Gottes Geist und ohne sie gäbe es keine wahre Erkenntnis;

□ Anmaßung einer "Christus-Ersatzfunktion", indem sie behauptet, nur durch sie könnten Menschen zu Gott gelangen und "Rettung" sowie "Ewiges Leben" erhalten. Hierzu siehe die Graphik "Unterschied zwischen dem biblischen und dem WTG-Hierarchiemodell" unter "Organisation, die".

Des Weiteren ist der Standesdünkel und der überhebliche Snobismus vieler "Reisender Aufseher" und deren Ehefrauen, sowie anderer "Vollzeitdiener" innerhalb der WTG weithin bekannt und sprichwörtlich, siehe die beiden Penton-Zitate unter "Vorbildlich…".

Anweisungen

Organisatorisch

In WTG-Literatur und -Organisationsbriefen seitens der WTG bzw. ihres gesetzgebenden obersten Zentralkomitees erteilte Anordnungen, Befehle, Bestimmungen, Dogmen, Direktiven, Edikte, Erlasse, Forderungen, Gebote, Gesetze, Leitlinien, Policies, Regeln, Richtlinien, Règlements, Vorschriften etc., oft auch nur indirekt als "Empfehlungen", "Hinweise" (z. B. auf das "gute Beispiel 'vorbildlicher' 'Zeugen Jehovas'") oder "Vorschläge" verpackt oder auch nur in Bildform, die als "von Gott kommend" und damit de facto als von Gott "inspiriert" zu betrachten sind, von der WTG deshalb als "Gottes Anweisungen" bezeichnet und als "Gottes Wille" dargestellt werden, und von allen "Zeugen Jehovas" absolut genau, bereitwillig, demütig, ergeben, loyal, treu, unterwürfig sowie kritik- und widerspruchslos zu befolgen sind, um "Ewiges Leben" zu erhalten. WTG-"Anweisungen" werden mit Bezug auf Gal 6,16 auch als "Regel des Benehmens" bezeichnet (siehe daselbst), um ihnen einen inspirierten, biblisch/göttlichen Anstrich zu verleihen.

Betreffs des rein menschlichen Zustandekommens und der Änderung aller "Anweisungen" zugrundeliegenden WTG-Dogmen und -Lehren vermittels der Anwendung des philosophischen "Hegel'schen Prinzips von These-Antithese-Synthese" seitens des obersten, lehrfestlegenden WTG-Zentralkomitees siehe "Neues Licht".

Der WTG Obsession mit menschlichen "organisatorischen Anweisungen", Bestimmungen, Regularien…, ihre "Regelverliebtheit" wird aus folgender, vom ehemaligen WTG-Zentraldirektoriumsmitglied Albert Schroeder kurz nach der Absetzung der von der WTG "abtrünnig" gewordenen "Rebellen" Raymond Franz, Edward Dunlap u. a. ergangenen, anmaßend/hochfahrenden Ankündigung mehr als deutlich – Großdruck sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hier und in allen nachfolgenden Zitaten zur Hervorhebung eingefügt:

"Wir dienen nicht nur Jehova Gott, sondern wir stehen unter unserer „Mutter[die WTG-Organisation; Falschanwendung von Gal 4,26; siehe "Jerusalem droben"]. Unsere  „Mutter” hat das Recht, Regeln und Richtlinien für uns zu erlassen [welches Recht ihr allerdings weder von Gott noch von Jesus Christus übertragen wurde, vgl. Jer 14,14; 23,21; 27,15]. …Dieses Buch mit dem Titel Branch Organization Procedure enthält 28 Themenbereiche; ihre Unterabschnitte enthalten 1177 [!] Regelungen und Richtlinien [vgl. den jüdischen Talmud]… Dies ist eine verbesserte, fein abgestimmte Organisation, und von uns allen wird [von der WTG bzw. ihrem obersten menschlichen Zentralkomitee und ihren Helfershelfern, aber nicht von Gott noch von Jesus Christus] erwartet, ihren Regelungen Folge zu leisten. Falls einige denken, sie könnten sich diesen derzeit gültigen Regeln und Richtlinien nicht unterwerfen, dann sollten sie uns verlassen und nicht mit dem weiter voranschreitenden Werk involviert sein. Einige sind von der Organisation [aber nicht von Gott, von göttlicher Wahrheit, von der Bibel und von echt christlicher Lehre] abgefallen, …indem sie behaupten, es bestünde keine Notwendigkeit, unter Gesetz zu kommen [womit sie vollkommen Recht haben, siehe Gal 2,16.18; 3,2.10-13,25; 4,9-11; 5,1; Kol 2,14 u. a.]. …Dieses großartige Programm organisatorischer Verfahrensweise bringt die Dinge im Himmel und auf der Erde zusammen [Falschanwendung von Eph 1,10; wo es nicht um ein von unvollkommenen Menschen ersonnenes 'Programm organisatorischer Verfahrensweise' geht, sondern um das von Gott bewirkte und unter Christus stehende Werden und Wachsen des 'Leibes Christi', der 'wahren Enklesia']."

Aus dieser stolzen Ankündigung geht mehr als deutlich hervor, dass WTG-Regelwerk und -Regulierungswut nicht nur weit "über das hinausgeht, was geschrieben steht", sondern Gottes inspiriertes Wort, die Bibel – "sola scriptura" –, die für Christen einzig verbindliche "Gesetzes-Sammlung", weit hinter sich lässt und de facto ersetzt.

Der "Wachtturm" vom November 2016 zweiter "Studienartikel" S. 11 Abs. 11 weist auf eines der immer wiederkehrenden WTG-"Lieblingsthemen" hin:

"HÄLTST DU DICH AN ANWEISUNGEN?

Eine kritische oder rebellische Einstellung ist in Gottes Organisation fehl am Platz… Trage ich in meinem Umfeld zu einer geistig erbauenden Atmosphäre (i. e. kriecherisches Kadavergehorsam-Duckmäusertum) bei? BIN ICH BEREIT, ANWEISUNGEN VON VERANTWORTLICHEN BRÜDERN SOFORT ANZUNEHMEN UND MICH DARAN ZU HALTEN?"

Ihre "Anweisungen" (wie auch ihre "Belehrung", siehe daselbst) werden von der WTG in für sie typischer, überheblich/blasphemischer Weise als "Lebengebend", als "Gottes Denkweise offenbarend" und als "Muster gesunder Worte" bezeichnet, siehe jeweils daselbst.

Als Beispiel für die Gleichsetzung ihrer eigenen "Anweisungen" mit göttlichen Geboten seitens der WTG siehe das Buch "Ahmt ihren Glauben nach" S. 6 Abs. 11:

"Wenn du (die biblischen Vorbilder) gut kennenlernst, möchtest du sie auch gern nachahmen. [Diener Gottes biblischer Zeiten waren von Gott inspiriert und im Gegensatz zu heutigen "Zeugen Jehovas" unter Inspiration direkt beauftragt.] Jehovas Organisation [nicht Gott! Weder ist die WTG inspiriert noch kann sie für ihre Direktiven auf göttliche Autorität pochen] regt uns beispielsweise immer wieder an, UNSEREN DIENST [Leistung für die WTG] ZU ERWEITERN. Vielleicht hat man [die WTG] dich gefragt, ob du IN EINE GEGEND ZIEHEN könntest, wo dringend Verkündiger gebraucht werden. Oder es wird [von der WTG] eine PREDIGTMETHODE empfohlen [d. h. angeordnet], die dir ungewohnt vorkommt oder dir nicht so liegt. Während du darüber nachdenkst und betest, kommt dir möglicherweise Abram in den Sinn. Er und Sarai waren bereit, ihr komfortables Leben in Ur hinter sich zu lassen [was eine von Gott kommende, inspirierte Anweisung war im Gegensatz zu den rein menschlichen, nichtinspirierten Direktiven der WTG], und sie wurden dafür überaus gesegnet." Vgl. dies mit "Mehr tun".

S. 110 Abs. 9:

"Manchmal mag uns etwas, was Gott [die WTG] uns aufträgt, schwierig oder gar unmöglich erscheinen. Vielleicht macht es uns sogar Angst, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu PREDIGEN, WIE ES VON CHRISTEN [von der WTG] ERWARTET WIRD (Mat. 24:14). [Betreffs dieser unbiblischen "Erwartung" siehe "Predigtauftrag".]"

Eine solche Gleichsetzung eigener Organisationsdirektiven und -ziele mit an inspirierte Menschen in biblischer Zeit ergangenen göttlichen Geboten muss als arrogante, blasphemische und grenzenlose Selbstüberhebung zurückgewiesen werden.

Der Kommentar zum "Tagestext" vom 23.9.2016 belegt beispielhaft den Totalanspruch der WTG auf das gesamte Leben ihrer Befehlsempfänger, was das Befolgen ihrer eigenzweckdienlichen "Anweisungen" betrifft, indem hier sämtliche Lebensbereiche einer Verhaltenskontrolle seitens der WTG lückenlos unterstellt werden:

"Wir bemühen uns, Jehova IMMER durch unser Verhalten zu verherrlichen [d. h. der WTG und ihren menschlichen Direktiven zu huldigen] — ZU HAUSE, AUF DER ARBEITSSTELLE, IN DER SCHULE, BEI SPIELEN ODER IM PREDIGTDIENST."

Durch die hier bemühte "Gottes Auge sieht dich immer – der Himmel sieht alles"-Weltsicht fühlt sich ein WTG-"loyaler" "Zeuge Jehovas" immer und überall in der Pflicht, WTG-Anweisungen in puncto "Predigen" nachzukommen und WTG-Interessen selbst auf dem Arbeitsplatz und in sog. "Freizeit" (die es de facto gemäß WTG-Wunsch nicht gibt) durch das Verbreiten von WTG-Doktrin und -Verlagsprodukten zu fördern, da man sich ansonsten der "Blutschuld" aufgrund "unterlassender Hilfeleistung" sowie der "Menschenfurcht" (Feigheit) schuldig machen würde.

Mehr betreffs der eigenzweckdienlichen WTG-Verdrehung von 1Kor 10,31 ("Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!") siehe "Alles zur Verherrlichung Gottes tun".

Betreffs der WTG-Falschauslegung von Ps 32,8 ("Gottes eigene Belehrung = WTG-Anweisungen") siehe "Geistige Speise".

Betreffs der der WTG-Falschauslegung von 1Joh 2,17b ("Wer den Willen Gottes tut [d. h. WTG-Anweisungen befolgt], bleibt in Ewigkeit") siehe "Gottes Wille".

Im "Wachtturm" vom 1.11.1980, Seite 19 erklärt die WTG, dass "Zweifel" – mithin: Nachdenken und analysieren – an der biblischen Richtigkeit von WTG-"Anweisungen" zu "Abtrünnigkeit" führt und deklariert dies sodann zu "verdammungswürdigem 'Stolz' ":

"Wer also mit seinen Zweifeln so weit geht, daß er abtrünnig wird, schwingt sich zum Richter auf. Er denkt, er wisse es besser als seine Mitchristen und auch besser als DER „TREUE UND VERSTÄNDIGE SKLAVE[i. e., die "Leitende Körperschaft"], DURCH DEN ER das meiste, wenn nicht sogar ALLES, GELERNT HAT, was er über Jehova Gott und seine Vorsätze weiß."

Hier wird im Grunde ausgesagt, dass jeder, der seine Denkfähigkeit gebraucht, so, wie es ihm gemäß Apg 17,11; 2Kor 13,5; 1Thess 5,21 sowie 1Joh 4,1 von Gott nicht nur gestattet, sondern sogar geboten ist, ein "böser 'Rebell'" ist, der im göttlichen Strafgericht von Harmagedon die "Strafe ewiger Vernichtung" erleiden wird, sofern er sein Denken nicht unterdrückt, seine Zweifel beiseiteschiebt und sich der WTG und ihrem menschlichen, nichtinspirierten Direktivenkodex wieder in bedingungslosem Gehorsam unterordnet. Dies belegt die panische Angst, die die WTG davor hat, dass ihre auf weiten Strecken menschlichen, unbiblischen, selbstersonnenen und großenteils eigenzweckdienlichen Dogmen und Direktiven auf den Prüfstand der Bibel und biblisch/christlicher Vernunft kommen. Des Weiteren belegt diese Passage den ungeheuerlichen, megalomanen Anspruch der WTG bzw. des sie vertretenden, obersten Zentralkomitees, die "Einzig Wahren und Erleuchteten" auf dieser Erde zu sein und der einzige Quell wahrer Gotteserkenntnis, die im Alleinbesitz göttlicher Wahrheit sind, wodurch sich die menschliche Führung der WTG in nichts von anderen selbsternannten "Sehern, Propheten" und Sektenführern wie jenen der Mormonenkirche oder auch dem Papst der "unfehlbaren" RKK unterscheidet. Der eklatante Irrtum eines solchen Anspruches besteht darin, dass nur das geoffenbarte Wort Gottes, welches derzeit in der Bibel vorliegt ("sola scriptura") und von Gott selbst vermittels seines Heiligen Geistes erklärt wird (1Kor 2,10-13), die Quelle wahrer Erkenntnis ist; siehe 1Kor 4,6. Vgl. dies auch mit dem unter "Kritisches Denken" angeführten "Tagestext" vom 1.2.2016 betreffs der WTG-Behauptung, dass jeder, der sämtliche ihrer Dogmen und Direktiven nicht widerspruchslos und unkritisch akzeptiere und sich ihnen "Bereitwillig" unterordne, "Stolz" und "von Satan verblendet" sei.

Im "Wachtturm" vom 15.11.2013 dritter "Studienartikel" S. 20 Abs. 17 erteilt die WTG allen "Zeugen Jehovas" auf drastische Weise und ohne Umschweife den Befehl, dass sie jedwede "Anweisung der Organisation" ohne jegliches Nachdenken und Hinterfragen kritik- und widerspruchslos zu akzeptieren und umzusetzen haben:

"Die lebensrettenden Anweisungen, die sie dann von Jehovas Organisation erhalten, mögen vom menschlichen Standpunkt aus unpraktisch erscheinen. Wir alle müssen BEREIT sein, JEDE ANWEISUNG ZU BEFOLGEN, OB SIE NUN VOM STRATEGISCHEN ODER MENSCHLICHEN STANDPUNKT AUS VERNÜNFTIG ERSCHEINT ODER NICHT."

Dies deckt sich mit der im "Wachtturm" vom Februar 2016 erster "Studienartikel" S. 11 Abs. 14 aufgestellten Behauptung; Anmerkungen in runden Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"[Jehova] bittet uns (Das oberste Direktorium der WTG weist an), auf ihn (die WTG) zu hören, SELBST WENN… WIR DIE GRÜNDE DAFÜR NICHT GANZ VERSTEHEN."

Solch abenteuerlich absolutistisch/totalitäre Direktiven, die verlangen, jegliches eigene Denken und Reflexion auszuschalten lassen bei jedem denkenden Menschen sämtliche Alarmglocken schrillen. Dies ist nicht nur als unbiblische und bodenlose Anmaßung seitens der WTG bzw. ihres sie vertretenden, menschlichen obersten Zentralkomitees zu werten, sondern im Lichte des Unheils, das von Sektenbossen wie z. B. David Koresh oder Jim Jones angerichtet wurde, als brandgefährlich zurückzuweisen. Es steht in krassem Widerspruch zu biblischen Aussagen wie Apg 17,11 "[Die Beröer] untersuchten täglich die Schriften …, ob dies sich also verhielte" und 1Joh 4,1 "Glaubet nicht jedem Geiste, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind". Durch diese Aussage "outet" sich die WTG bzw. ihr sie vertretendes, gesetzgebendes oberstes Zentralkomitee als zu dem "Mensch[en] der Sünde", dem "Sohn des Verderbens" gehörend, "welcher widersteht und sich selbst erhöht über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst darstellt, daß er Gott sei" (2Thess 2,4).

Ein "Zeuge Jehovas", der es wagt, sich in welcher Form auch immer nicht an WTG-"Anweisungen" und Direktiven zu halten und davon abweicht, muss durch "Zurechtweisung" wieder auf Linie gebracht werden, siehe "Der Wachtturm" vom Februar 2016 S. 18:

"Was könnte passieren, wenn ein Glaubensbruder [zurechtgewiesen wird, weil er] nicht nach Gottes Maßstäben [nach menschlichen WTG-Organisationsdirektiven] lebt?"

Betreffs der "diktatorischen Strenge" ihrer "Anweisungen" brüstet sich die WTG, diese sei ein "Beweis dafür, dass sie – die WTG von Gott geführt werde", siehe z. B. "Der Wachtturm" vom Februar 2017 vierter "Studienartikel" S. 27 Abs. 15:

"„Eignen sich . . . Personen, die ihre Sucht nach Tabak nicht überwunden haben, für die Taufe?“ Die Antwort: „Das biblische Zeugnis [so, wie von der WTG erklärt] weist auf die Schlussfolgerung hin, dass sie sich nicht dafür eignen.“ Danach wurde biblisch [d. h. WTG-direktivengemäß und WTG-'logisch'] begründet, warum ein reueloser Raucher ausgeschlossen werden sollte (1. Kor. 5:7; 2. Kor. 7:1). Es hieß: „Dies [stellt] kein Bestreben dar, auf willkürliche, diktatorische Weise zu handeln. Die Strenge kommt in Wirklichkeit von Gott [so behauptet die WTG], der sich durch sein geschriebenes Wort äußert [so, wie es von der WTG für alle 'Zeugen Jehovas' verbindlich erklärt wird].“ Ist irgendeine andere religiöse Organisation bereit, sich völlig nach Gottes Wort [so, wie es von der WTG erklärt wird] auszurichten, selbst wenn das einigen Mitgliedern sehr viel abverlangt? …Die leitende Körperschaft… lässt sich bei Entscheidungen von Gottes Wort [so, wie es von der WTG erklärt wird] leiten, nicht von der landläufigen Meinung. Wer führt Gottes Volk heute also wirklich?"

(Betreffs der Anmerkungen "so, wie es von der WTG erklärt wird" siehe den von der WTG in den U.S.A "An alle Kreis- und Bezirksaufseher" vertraulich versandten Brief mit dem Aktenzeichen SCG:SSF vom 1.9.1980, zitiert unter "Abfallen; Abgefallene" u. a.)

Hin und wieder versucht die WTG, den Eindruck zu erwecken, den ihr unterstellten "Zeugen Jehovas"-Befehlsempfängern gegenüber "tolerant" zu sein und deren Recht auf "freie Entscheidung" zu respektieren, wobei sie oftmals im gleichen Atemzug "durch die Blume" festlegt, wie diese "freien Entscheidungen" auszusehen haben; als Beispiel hierfür siehe "Der Wachtturm" vom März 2017 zweiter "Studienartikel" S. 15 Abs. 11 – Großschreibung zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"Paulus respektierte das Recht seiner Brüder, frei zu entscheiden, und gab damit ein gutes Beispiel. (Lies 2. Korinther 1:24.) Daran sollten sich ÄLTESTE heute orientieren, wenn sie in persönlichen Angelegenheiten Rat geben. Sie zeigen ihren Brüdern und Schwestern gern, was die Bibel [gemäß WTG-Auslegung] sagt. Aber sie ACHTEN DARAUF, NIEMANDEM DIE ENTSCHEIDUNG ABZUNEHMEN, zumal jeder für die Folgen seiner Entscheidung selbst verantwortlich ist. …[UNSERE BRÜDER] HABEN… DAS RECHT UND DIE PFLICHT, SELBST ZU ENTSCHEIDEN. Treffen sie EINE WEISE [d. h. WTG-konforme] ENTSCHEIDUNG, wirkt sich das gut aus."

Mit "eine WEISE Entscheidung treffen" ist selbstredend gemeint, eine WTG-politisch korrekte, WTG-gewünschte Entscheidung zu treffen. "Frei" bedeutet also hier nichts weiter als "frei innerhalb des von der WTG auf der Grundlage ihres menschlichen Direktivenkodex strikt begrenzten und vorgegebenen Entscheidungsrahmens." Wird diese Regel verletzt, indem ein "Zeuge Jehovas" es wagt, eine "UNWEISE Entscheidung" zu treffen, wird er unweigerlich Gegenstand von Ahndung und Maßregelung seitens der für ihn zuständigen "Ältesten".

"Der Wachtturm" vom März 2017 vierter "Studienartikel" S. 27 Abs. 17 belegt, auf welch impertinente Weise die WTG die Bibel missbraucht, um sich in das Leben der ihr unterstellten Befehlsempfänger zu drängen und von ihnen zu verlangen, selbst familiäre Angelegenheiten und Belange der persönlichen Beziehung zwischen Ehepartnern ihrer "Predigtdienst"-Anweisung unterzuordnen, OHNE DIESE ANWEISUNG DIREKT AUSZUSPRECHEN:

"Ist sich eine Schwester IHRER VERANTWORTUNG ZU PREDIGEN bewusst (Apg. 4:20) [Falsche Anwendung dieses Textes: Hier geht es nicht um die urchristliche "Evangelisation der Völker", sondern um die ausschließlich von den Aposteln an die Juden gerichtete Jesusverkündigung, siehe "Predigtauftrag"]. Nehmen wir einmal an, sie möchte an einem bestimmten Tag in den Dienst gehen, aber ihr Mann, der kein Zeuge ist, möchte das nicht. Er sagt, sie hätten lange keine Zeit mehr füreinander gehabt und er würde gern etwas mit ihr unternehmen. Ihr fallen vielleicht einschlägige [von der WTG eigenzweckdienlich verdrehte] Bibelstellen ein, wie die Aufforderung, Gott zu gehorchen und dem Gebot, Jünger zu machen (Mat. 28:19, 20; Apg. 5:29) [Betreffs des Irrtums der WTG-"Predigtauftrag"-Doktrin siehe daselbst]. Sie sollte aber genauso über die Unterordnung als Frau und über Vernünftigkeit nachdenken (Eph. 5:22-24; Phil. 4:5). Ist ihr Mann grundsätzlich dagegen, dass sie predigt, oder geht es ihm nur um diesen einen Tag? UM GOTTES WILLEN [den Willen der WTG] ZU TUN UND EIN GUTES GEWISSEN ZU HABEN, kommt es auf Ausgeglichenheit an."

(Ein ähnliches Beispiel aus dem WTG-Buch "Was Gott uns durch Jeremia sagen läßt" siehe unter "Predigtauftrag".)

Oberflächlich betrachtet, erscheint diese Aussage infolge des Passus "Es kommt auf Ausgeglichenheit an" als großmütig und tolerant, so als ob die WTG dem einzelnen "Zeugen Jehovas" die Entscheidung darüber überließe, "Predigtdienst" zu verrichten oder nicht. Jedoch erscheint diese Aussage im richtigen Licht, wenn die WTG-gemäße Bedeutung der Vokabel "Ausgeglichen/Ausgeglichenheit" mit in die Gleichung geholt wird: "Ausgeglichen" ist, was die WTG als in ihrem Sinne "Ausgeglichen" betrachtet, nämlich alles, was WTG-gemäß, WTG-konform und in WTG-Sinne "Richtig" ist. Jeder "gehorsame" und "treue" "Zeuge Jehovas" weiß, dass nur der ein "Gutes Gewissen" haben kann, der "Gottes Willen" – d. h. den Willen der WTG und ihres obersten Zentralkomitees – "geradeso" und ohne Abstriche tut, deren Wille präzise ist, dass sich jeder einzelne "Zeuge Jehovas" bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit im von ihr eigenmächtig als christlich/göttliches Gebot stipulierten "Haus-zu-Haus-Predigtdienst" – verausgabt. Vermittels o. a. Formulierung erteilt die WTG also ihrer "Verkündiger"-Fußtruppe den direkten Befehl, bei Konflikten, ungeachtet der Umstände, ohne Wenn und Aber "Predigen" zu gehen, ohne diesen Befehl direkt auszuformulieren.

Durch ihren unerhörten und vermessenen Anspruch, nur das genaueste Befolgen sämtlicher von ihr kommender "Anweisungen" könne Menschen das Erlangen der "Anerkennung Gottes" ermöglichen und zu "Ewigem Leben" führen, selbst wenn diesen Direktiven eine solide biblische Grundlage fehlt wie z. B. die drakonische und familienzerstörende "Keinen Gruß entbieten"-Direktive, oder die auf Eisegese beruhende"Nur einen 'Zeugen Jehovas'-heiraten"-Anordnung, stellt die WTG ihre eigenen "Wahrheiten" mit blasphemisch/überheblicher Chuzpe und Hybris über göttliche Maßstäbe. Wie die Pharisäer zur Zeit Jesu Christi, so setzt auch die WTG das Gebot Gottes um ihrer eigenen Organisationsdirektiven willen beiseite und "lehrt Menschengebote", siehe Mat 15,6-9; Mar 7,9-13. Sie legt den Menschen unnötig "schwere Lasten" auf, Mat 23,4; Luk 11,46, die mit dem "sanften Joch" Christi  (Mat 11,28-30) nichts gemein haben. In ihrem komplexen, talmudähnlichen Direktivenkorpus geht die WTG weit über das hinaus, was in Gottes Wort zu finden ist (1Kor 4,6) und gehört zu denen, die "ein anderes Evangelium verkündigen" (Gal 1,8.9), wodurch sie sich selbst als unechte "Christen", als nicht zum gesegneten "Leib Christi" gehörend kenntlich macht.

Die WTG hält sich selbst für so wunderbar und glücksbringend, dass sie behauptet, die biblischen Gestalten alter Zeit lechzten nach WTG-"Vorrechten" und würden beim Abarbeiten von WTG-Leistungsvorschriften wie z. B. dem WTG-angeordnetem "Haus-zu-Haus-Predigtdienst vor Freude springen. Mehr hierzu siehe "Organisation, die".

Die WTG verfügt über eine große Meisterschaft darin, "indirekte" Anweisungen "durch die Blume" zu erteilen, ohne dieselben tatsächlich auszusprechen – Beispiel "Der Wachtturm" vom März 2017 vierter "Studienartikel" S. 24 Abs. 6:

"Angenommen, jemand aus deiner Familie ist dagegen, dass du Zusammenkünfte oder einen Kongress besuchst. Bittest du dann Jehova, dir erkennen zu helfen, wie du dich AM BESTEN verhalten sollst?" (Großschreibung zur Betonung hinzugefügt.)

Ohne die Anweisung, WTG-Willen im Sinne von "Gott (der WTG) mehr gehorchen als Menschen" hinsichtlich "Versammlungsbesuch auf Biegen und Brechen, ohne Wenn und Aber" direkt auszusprechen, weiß jeder "gehorsame", durch WTG-Dauerindoktrination konditionierte "Zeuge Jehovas" sofort, was mit "wie du dich AM BESTEN verhalten sollst" gemeint ist, nämlich hundertprozentig WTG-konform, ohne Rücksicht auf eigene Befindlichkeiten und die von Anderen.

Auch vor der von ihr pausenlos und seit Jahrzehnten gleichbleibend für "sehr bald" versprochenen "Neuen Erde"/der "Neuen Ordnung"/dem "Neue System"/der "Neuen Welt"/dem "irdischen Paradies" machen der WTG "Anweisungen" nicht halt, wenn sie im "Wachtturm" vom  15.8.2015 dritter "Studienartikel" S. 20-21 Abs. 6-12 auf blasphemische und anmaßende Weise in phantastisch/prophetischer Vorschau folgendes behauptet:

"Was, wenn UNS [in der neuen Welt] [von der WTG] EINE ARBEIT ÜBERTRAGEN wird, die uns nicht gefällt? Werden wir DER ANWEISUNG dennoch FOLGEN und bei unserem Auftrag nicht nur UNSER BESTES GEBEN, sondern sogar Freude dabei empfinden? [Vorschrift einer zu empfindenden Gefühlsregung!] Die meisten von uns würden das bejahen. Bemühen wir uns aber heute schon, uns an theokratische Anweisungen [der WTG] zu halten? Wenn ja, dann bereiten wir uns auf das ewige Leben unter Jehovas Herrschaft [die Herrschaft der WTG] vor.

Die Vorbereitung auf das Leben in der neuen Welt schließt aber nicht nur ein, SICH AN DIE ANWEISUNGEN DER ORGANISATION JEHOVAS ZU HALTEN. Sie schließt auch ein, schon jetzt zu lernen zufrieden zu sein und mit anderen bereitwillig zusammenzuarbeiten. Wenn wir diejenigen, die die Führung übernehmen, gut unterstützen und beispielsweise mit jeder uns übertragenen Aufgabe zufrieden sind und sie gern erfüllen, werden wir wahrscheinlich auch in der neuen Welt so eingestellt sein. (Lies Hebräer 13:17.) Den Israeliten wurde damals im verheißenen Land das Erbe durch Los zugeteilt (4. Mo. 26:52-56; Jos. 14:1, 2). Heute wissen wir natürlich noch nicht, wo jeder Einzelne von uns in der neuen Welt leben wird. Aber wenn wir bereit sind Jehovas Willen zu tun, werden wir wirklich GLÜCKLICH UND ZUFRIEDEN SEIN — WO AUCH IMMER WIR [von der WTG] GEBETEN WERDEN ["angewiesen" werden] ZU LEBEN.[Falsche Parallele: Die Organisation der Landzuteilung im "Alten Israel" geschah tatsächlich unter göttlicher Leitung, war also inspiriert. Heute kann kein Mensch und keine von Menschen geschaffene Organisation wie die WTG Anspruch auf göttliche Leitung oder "Geistgeleitetsein" erheben, ohne sich der vermessensten Anmaßung und der Blasphemie schuldig zu machen, ganz abgesehen vom Irrtum ihrer "Leben auf einer paradiesischen Erde"-Märchentheologie.]

Vielleicht haben wir so unsere Vorstellungen, wo wir in der neuen Welt leben möchten. Aber was, WENN WIR dann [von der WTG] GEBETEN WERDEN, WOANDERS HINZUZIEHEN? [Von der WTG "gebeten" werden ist Euphemismus für "ANGEWIESEN werden" und dieser "Anweisung" (Befehl) bedingungslos und ohne Wenn und Aber nachzukommen.]

IN DER NEUEN WELT KANN ES SITUATIONEN GEBEN, IN DENEN WIR GEDULDIG SEIN MÜSSEN.

DAS LEBEN IN DER NEUEN WELT WIRD SICH NICHT DARUM DREHEN, SOFORT BEZIEHUNGSWEISE IMMER DAS ZU BEKOMMEN, WAS WIR MÖCHTEN. VIELMEHR WIRD ES DARUM GEHEN, UNS JEHOVAS LIEBEVOLLER HERRSCHAFT [der "Führung und Leitung" der WTG] UNTERZUORDNEN UND EINE DANKBARE UND ZUFRIEDENE GRUNDEINSTELLUNG ZU HABEN."

Vgl. dies mit dem Zitat aus dem gleichen "Wachtturm" S. 20-21 Abs. 7-12 sowie dessen Bewertung unter "Neue Erde".

Anders ausgedrückt: In der "Neuen Welt" werden "Jehovas Zeugen" weiterhin – wie bereits heute schon – von der WTG, dann repräsentiert durch den von ihr prophezeiten "Sichtbaren Verwaltungssitz der himmlischen Regierung Gottes" (siehe "Jehova-Schamma" unter "Fürsten der Neuen Erde") "Zuteilungen" erhalten, an die sie sich bitteschön klaglos und ohne Widerrede zu halten haben, egal, ob ihnen ihre jeweilige "Zuteilung" gefällt oder nicht. Gemäß dieser von der WTG ersonnenen Zukunftsschau werden also auch in der "Neuen Welt" weiterhin "Opfer gebracht", und "persönliche Wünsche hintenangestellt" werden müssen. Woher die WTG bzw. ihr oberstes, lehrgebendes menschliches, doch nicht von Gott inspiriertes Zentralkomitee diese Zukunftsvision erhalten zu haben glaubt, bleibt ihr Geheimnis. Auf jeden Fall widerspricht diese absonderlich/abstruse und völlig an den Haaren herbeigezogene Zukunftsvision dem, was von Gott selbst betreffs der sog. "Neuen Welt" gemäß WTG-Auslegung verheißen worden ist: "Du öffnest  deine Hand und SÄTTIGST DAS BEGEHREN ALLES LEBENDEN" (Ps 145,16 laut NWÜ); vgl. mit Ps 34,10 "Die aber Jehova suchen, SIE WERDEN KEINEN MANGEL HABEN an irgend etwas Gutem" (laut NWÜ).

Im Lichte solcher manipulativen und verhaltenssteuernden Indoktrinationstechniken überrascht die Feststellung des russischen Sektenexperte Alexander Korolew nicht, die er in einem Gespräch mit der staatlichen Online-Zeitung "Vesti" i. V. mit dem im April 2017 beschlossenen Verbot der WTG in Russland äußerte (zitiert aus einem Artikel der Onlineausgabe des "Stern" vom 21.4.2017):

"Schon die Literatur der Zeugen Jehovas manipuliert das Verhalten des Menschen gegen seinen Willen."

Betreffs WTG-Falschanwendung und -Usurpation biblischer Aussagen, die sich auf göttliche bzw. biblisch/christliche Gesetze beziehen, auf rein menschliche WTG-"Anweisungen" siehe auch "Bezeichnen; bezeichnet halten"; "Gehorsam"; "Inspiration; inspiriert"; "Rebellion; rebellisch"; "Sich zurückziehen" Nr. 2; "Unordentlich"; "Unterordnung".

Anweisungen befolgen

Aktionismus
Worthülse

Auch "Gehorchen" genannt. Gehorsam und ohne zu "Murren" sämtliche WTG-Direktiven als von Gott kommend betrachten und sie gänzlich, genauestens und ohne Nachdenken und Zögern befolgen. Mehr betreffs der von der WTG gewünschten und erzielten "mind automation" (Denk-Automatisierung) bei "Zeugen Jehovas" i. V. mit dem "Befolgen von Anweisungen" siehe "Gehorsam; gehorchen; gehorsam sein".

Im "Wachtturm" vom November 2016 zweiter "Studienartikel" S. 11 Abs. 11 betont die WTG in einer Art Rundumschlag gegenüber sämtlichen Funktionären ihrer Organisationshierarchien die Wichtigkeit und den alles überragenden Stellenwert, den sie der absoluten und sofortigen Befolgung aller von ihr kommenden "Anweisungen" beimisst, wobei "Kritik" und kritisches Hinterfragen fälschlicherweise mit "bösartiger Rebellion" und "Ungehorsam" gleichgesetzt wird:

"Wie sollten sich Mitglieder von Zweig- oder Landeskomitees, Kreisaufseher oder Versammlungsälteste verhalten, wenn sie von Gottes Organisation Anweisungen bekommen? Jehova fordert uns alle in seinem Wort auf: „Gehorcht ... und seid unterwürfig“ (5. Mo. 30:16; Heb. 13:7, 17). Eine kritische oder rebellische Einstellung ist in Gottes Organisation fehl am Platz… Sicher möchte kein loyaler Christ so respektlos und illoyal sein wie Diotrephes. (Lies 3. Johannes 9, 10.)… Bin ich bereit, Anweisungen von verantwortlichen Brüdern sofort anzunehmen und mich daran zu halten?

Im gleichen "Wachtturm" dritter "Studienartikel" S. 17 Abs. 15 und S. 18 Abs. 17 stellt die WTG auf krass blasphemisch/vermessene Weise Gehorsam ihren Anweisungen gegenüber mit "Loyalität" gegenüber Gott auf eine Stufe:

"Unsere Loyalität Jehova gegenüber ist unter anderem dann zu erkennen, wenn wir vor wichtigen Entscheidungenseine Organisation miteinbeziehen.Loyalität Jehova gegenüber zeigt sich vor allem auch dann, wenn wir Anweisungen seiner Organisation befolgen."

Durch solch schamlos überhebliche und anmaßende Selbstüberhebungen erfüllt die WTG, vertreten durch ihr für solche Auslassungen verantwortlich zeichnendes oberstes Direktorium, den in 2Thess 2,4 geschilderten Tatbestand: "Der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei."

Der Fehler der hier enthaltenen Bezugnahmen auf diverse Bibeltexte besteht darin, dass es in der Bibel um GOTTES inspirierte Gesetze – nicht die nichtinspirierten, kleinlich/eigenzweckdienlichen Organisationsdirektiven einer unvollkommenen menschlichen Organisation bzw. deren fehlbarem obersten Leitungsgremium geht. Deshalb ist die hier von der WTG unterbreitete maßlose "Gehorsams"-Forderung, sowie ihre Behauptung, jemand, der sich nicht an die von ihr ersonnenen Leitlinien halte, sei "respektlos", "illoyal", "rebellisch" und "Gott ungehorsam" als krankhaft überheblich und megaloman egozentrisch zurückzuweisen. Weder die WTG noch ihr oberstes Zentralkomitee sind von Gott inspiriert, noch haben sie einen göttlichen Auftrag erhalten; vgl. Jer 14,14; 23,21 et al. Auch steht es weder der WTG noch irgend einer anderen, menschlichen Organisation, die von sich behauptet, "Christlich" zu sein zu, anderen Menschen das Denken und Hinterfragen zu verbieten und ein solches als "Rebellion" abzuqualifizieren, da dies allen Menschen von Gott selbst laut Apg 17,11; 2Kor 13,5; 1Thess 5,21 sowie 1Joh 4,1 explizit GEBOTEN ist.

Betreffs der WTG-Falschauslegung von 1Joh 2,17b ("Wer den Willen Gottes tut [d. h. WTG-Anweisungen befolgt], bleibt in Ewigkeit") siehe "Gottes Wille".

Betreffs der WTG-seitigen rabulistisch irreführenden Besetzung und Usurpation positiv besetzter Konnotationen wie "Loyalität", "Mut" und "Treue" i. V. mit dem bedingungslosen Befolgen von WTG-Direktiven siehe "Loyal; Loyalität"; "Mut; mutig"; "Treu; Treue". Suche auch nach dem Begriff "Sandwiching".

Auf Jehova warten

Aktionismus
Worthülse

Der Begriff ist abgeleitet von Klg 3,21.24 sowie Mi 7,7 laut NWÜ. Andere Übersetzungen sagen "Darauf (deshalb) will ich hoffen" (REB); "Darum hoffe ich noch" (LUT); "Darum will ich Hoffnung fassen" (Schl) und setzen hier einen Doppelpunkt, um auf den im V. 22 dargelegten Grund des Hoffens hinzulenken: "Die Gnadenerweise JHWHs sind nicht zu Ende, ja, sein Erbarmen hört nicht auf". Es geht also in diesem Vers grundsätzlich nicht lediglich um ein dumpfes, passives Warten, sondern um ein HOFFEN, um GÖTTLICHE HOFFNUNG; vor allem geht es nicht um ein "Geduldiges" Hinnehmen, ein klagloses Erdulden und Entschuldigen eines VON ANDEREN MENSCHEN verübten UNRECHTS, sondern um ein begründetes Hoffen auf das Ende einer GÖTTLICHEN GERICHTSPERIODE. In diesem Lichte wird die WTG-"Deutung" dieser Wendung als schamlos eigennützig und völlig fehlerhaft offenbar.

Laut WTG bedeutet die Wendung: Bei offenkundigen Miss- oder Übelständen innerhalb der WTG wie nicht bibelgestützte Lehren; widersinnige Direktiven; Fehlentscheidungen oder Machtmissbrauch seitens Funktionären (Älteste, reisende Aufseher, u. a.) sowie allgemeinem Unrecht innerhalb der "Bruderschaft" davon absehen, diese Sachverhalte aufzuzeigen, zu beweisen oder nachzuweisen; nicht auf Korrektur, Verbesserung, Entschädigung oder Rehabilitierung (bei persönlich erlittenem Schaden oder Unrecht) hinarbeiten, oder diese fordern, sondern "Geduldig" und "Demütig" auf göttliches Eingreifen warten. Dies nicht zu tun würde "Stolz", "Mangel an Demut", "Rebellion gegen Jehova und seine Organisation" sowie "Vorausdrängen" bedeuten. Dies bedeutet, solche Miss- und Übelstände einfach auszusitzen und still zu ertragen, jegliches "Kritische Denken" auszuschalten, nichts zu tun und die Verantwortung für mögliche Verbesserungen und Veränderungen bequem Gott überlassen, der laut WTG VIELLEICHT – oder auch nicht – "etwas" tun wird. Geschieht nichts, dann laut WTG deshalb, weil Gott – in seiner Allweisheit – es besser weiß und es nicht für nötig erachtet, etwas zu tun, womit jeglichem Unrecht innerhalb oder seitens der WTG Tür und Tor geöffnet ist. Siehe auch "Rebellion; rebellisch".

"Der Wachtturm" vom Februar 2016 dritter "Studienartikel" belegt, auf welch realitätsleugnende Weise die WTG ihrer Befehlsempfängerherde das Ertragen kognitiver Dissonanzen verordnet und "Auf Jehova zu warten":

"Es ist zwar unwahrscheinlich, dass diejenigen, die in der Versammlung die Führung übernehmen, uns absichtlich ungerecht behandeln. [Anm.: Reine Wunschvorstellung, die mannigfachen Erfahrungen aus aller Welt diametral gegenübersteht.] Doch sie sind unvollkommen und können das, was wir tun, falsch einschätzen (1. Sam. 1:13-17). Selbst wenn wir also missverstanden oder falsch beurteilt werden, bleiben wir Jehova [Anm.: Der WTG; durch Schweigen und Nichtstun] loyal."

Dies bedeutet, sein Denken auf "Aus" zu stellen und nichts zu tun, um die Situation richtigzustellen, und passiv "Auf Jehova zu warten".

Der "Wachtturm" vom 15.4.2014 letzter "Studienartikel" erklärt sogar, dass Opfer von erlittenem Unrecht innerhalb der WTG sich fragen sollten, ob sie vielleicht nicht selbst daran schuld sind und das ihnen angetane Unrecht verdienen.

Im "Wachtturm" vom Februar 2016 zweiter "Studienartikel" S. 15 Abs. 9 und 10 versucht sich die WTG betreffs jeglichen durch sie bewirkten Unrechts und Leids aus der Affäre zu ziehen, indem sie sich de facto mit Gott auf eine Stufe stellt:

"Andere, die weit weniger [als Hiskia] durchgemacht haben, denken, sie hätten einen berechtigten Grund, auf Jehova wütend zu sein oder gegen seine Organisation zu verbittern (Spr. 19:3). …Sind solche Gedanken berechtigt?… Auf keinen Fall! Es gibt niemals einen berechtigten Grund, gegen Jehova zu verbittern, denn er ist nicht die Ursache für all das Schlimme, das Menschen in der heutigen bösen Welt trifft (Hiob 34:10)."

Man bemerke folgende "Gleichung": "Gegen die WTG verbittert sein = auf Gott 'wütend' sein." Ergo gilt: "Da Gott niemals der Grund von Leid und Unrecht ist, sind wir – die WTG – ebenfalls nicht dafür verantwortlich. Da man niemals auf Gott wütend sein darf, darf man auch niemals auf uns – die WTG – wütend sein, denn wir stehen unter göttlicher Führung und handeln mit göttlicher Vollmacht, ganz gleich, was wir sagen oder tun."

Es steht außer Frage, dass ein solch forsches Zurückweisen jeglicher Rechenschaftspflicht für ihr eigenes Tun seitens der WTG, durch das sie sich de facto als fehler- und makellos und über jegliche Kritik erhaben darstellt, als krass anmaßend und in höchstem Grade blasphemisch zurückgewiesen werden muss. Kein Mensch und daher auch keine menschliche Organisation ist vollkommen; daher ist es auch die WTG nicht, weshalb sie sich allen gegen sie zu Recht vorgebrachten Klagen und ihr zu Recht entgegengebrachter "Verbitterung" ("Wut") stellen muss, anstatt diese arrogant beiseite zu wischen und anderen Menschen das Denken, die Gefühle sowie den Mund verbieten zu wollen.

Vgl. mit "Ausharren".

Auf Jehovas Seite Stellung beziehen

Aktionismus
Worthülse

Für die WTG "Stellung beziehen" und ihren Organisationsinteressen dienlich sein, indem man sich "mutig" als "Zeuge Jehovas" bekennt, die WTG als "Gottes sichtbare Organisation" anerkennt, sich ihrer Oberherrschaft "unterordnet" und "bereitwillig" als Multiplikator ihrer Organisationsdoktrin- und Direktiven arbeitet. Siehe auch "Sich auf Jehovas Seite stellen".

Ein Beispiel für diese Wendung ist zu finden im WTG-"Jahrbuch" vom 1974 S. 4 und 255:

"Alle, die zum gesalbten Überrest gehören, und die Glieder der „großen Volksmenge“, die jetzt auf Jehovas Seite Stellung beziehen, weil sie „an Gott glauben…" – "Es ist indes sehr ermutigend, zu sehen, daß in diesen „letzten Tagen“ so viele Menschen aus Babylon der Großen fliehen, auf Jehovas Seite Stellung beziehen, in Lauterkeit wandeln und die gute Botschaft verkündigen. Diejenigen, die als Versammlungsverkündiger dienen, haben bestimmt ausgezeichnete Arbeit geleistet…".

Im größerem Rahmen leitet sich die "Auf Jehovas Seite Stellung beziehen"-Doktrin von der "Großen Streitfrage"-Lehre der WTG ab, siehe "Streitfrage".

Aufeinander achten

Biblisch/umgedeutet

NWÜ-Wiedergabe von "aufeinander achthaben/achtgeben" aus Heb 10,24, was wie folgt definiert wird:

'Commentary Critical and Explanatory on the Whole Bible' von Jamieson, Fausset und Brown:

"… render mutual help and counsel."

'Exposition of the Bible' von John Gill:

"Saints… should consider [each other's] different tempers, and make allowance for them…"

'Commentary on the Whole Bible (Concise)' von Matthew Henry:

"Believers are to consider how they can be of service to each other… The communion of saints is a great help and privilege, and a means of stedfastness and perseverance. We should observe the coming of times of trial, and be thereby quickened to greater diligence."

'People's New Testament':

"Let each care for others…"

Während es also gemäß dieser Erklärungen darum geht, dass Christen einander in Liebe beistehen, dienen und helfen, lenkt die WTG in ihrer "Aufeinander achten"-Doktrin das Augenmerk auf gegenseitige Leistungs- und Verhaltenskontrolle (Beispiel hierzu siehe "Eifer; eifrig sein (im Dienst)": "Sich gegenseitig voller Eifer zu vortrefflichen Werken anspornen") sowie des "Ermunterns" und "Raterteilens" betreffs immerwährender Leistungssteigerung ("Mehr tun") und nicht "Nachlassens", und schließlich der Auflage an alle Glieder der "Verkündiger-Herde" des "Berichtens" (Nr. 2) von "Abweichlern" oder "Sündern" an die lokalen Hierarchiefunktionäre zum Zweck der Wahrung der "organisatorischen Einheit" sowie des "Reinerhaltens der Organisation". Hierzu siehe auch "Positiver Gruppenzwang".

Auferbauen; auferbauend

Aktionismus
Worthülse

Auch"Erbauen; erbauend" genannt. Hervorrufen von Wohlfühlstimmung durch "Gute Erfahrungen" und "Ermunternde" oder "positive Gedanken" zur eigenen gruppeninternen Bestätigung und Stärkung sowie Intensivieren des Ausgerichtetseins auf WTG-Interessen; Förderung von WTG-orientiertem Aktionismus. Alles, was laut WTG nicht diesen Zwecken dient, ist "negatives Reden", "Kritisch", politisch inkorrekt, hochgradig unerwünscht und wird als "Zeichen mangelnder 'Geistiger Reife' und 'Geistiger Schwäche' " sowie als "Geistig gefährlich" und "entmutigend" sowie "niederreißend" dargestellt; "Zeugen Jehovas" sind von der WTG strikt angewiesen, jene unter ihnen, die sich dieses Fauxpas schuldig machen, zu "Bezeichnen".

WTG-Umsetzung von "Austausch von Ermunterung" laut Röm 1,12 laut NWÜ; auch Phil 2,1; 1Thess 5,11; Heb 10,25.

Betreffs der ausschließlichen Eingrenzung des Erteilens von "Ermunterung" auf die Förderung von WTG-zentrischem Aktionismus seitens der WTG siehe "Ermunterung".

Siehe auch "Glaubensstärkend".

Auferstehung

Biblisch/umgedeutet
Dogma

Wiedererschaffung und Wiederbelebung verstorbener Menschen. Biblische Lehre, die jedoch von der WTG im Sinne ihrer "Zwei-Klassen"-Doktrin aufgesplittet wird: (1) Geistige/himmlische Auferstehung für alle "144000 Gesalbten", als Geistwesen, um mit dem verherrlichten Christus für ewig als Könige zu regieren (siehe auch "Himmlische Hoffnung" sowie "Himmlische Klasse"); (2) eine "irdische" (körperlich/physische) Auferstehung während des Harmagedon nachfolgenden Millenniums für alle nicht-"Gesalbten" "Treuen" Zeugen Jehovas, die noch vor Harmagedon verstorben sind, sowie für alle noch früher verstorbenen Menschen in aller Welt, die nie Gelegenheit hatte, mit der "göttlichen Wahrheit" der WTG in Berührung zu kommen und demnach nie die Chance hatten, sich für oder gegen sie zu entscheiden, bis hin zu den biblischen Gestalten, Patriarchen sowie allen Menschen der Antike; vgl. "Irdische Hoffnung" sowie "Irdische Klasse".

Laut offizieller WTG-Angabe ist mit ca. 20 Milliarden irdischen Auferweckungen zu rechnen. Alle diese Menschen sollen von den Harmagedon-Überlebenden (laut WTG nur "loyale und treue 'Zeugen Jehovas'" der Neuzeit; gemäß ihrer Auslegung die "Anderen Schafe"/die "Große Volksmenge" aus Offb 7, "die aus der 'Großen Drangsal' kommt") während des Millenniums im Stile von WTG-angeordneten "Bibelstudien" zu "Wahren Anbetern" Gottes ausgebildet werden. Wer diese "Belehrung" ablehnt, wird während des Millenniums wieder "vernichtet" werden, wobei er allerdings nicht den früher erlittenen "Adamischen Tod", sondern den "Zweiten Tod" (Gehenna, ewige "Vernichtung") erleidet, womit sich laut WTG Jes 65,20 erfüllt als auch Joh 5,29b, was besagt, dass ihre vorher erfolgte "Irdische Auferstehung" sich IM NACHHINEIN als eine "Auferstehung des Gerichts" (zur ewigen Vernichtung) ERWIESEN HABEN WIRD.

Problematisch mit dieser Zwei-Klassen (Auferstehungs-) -Lehre ist die Tatsache, dass die Bibel nirgends (auch in der hochsymbolischen, allegorischen Offb nicht) klar ersichtlich auf eine "irdische", sehr wohl aber auf eine "Himmlische Auferstehung" hinweist. Siehe auch "Gottes Vorsatz".

Aufgabe

Aktionismus

(1) Mehrminütige Redezuteilung in der "Theokratischen Predigtdienstschule"; wird auch als "Ansprache" oder "Studierendenansprache" bezeichnet.

(2) "Dienst"- oder Arbeitszuteilung innerhalb der WTG-Organisation (z. B. Literaturausgabe oder Kontenprüfung in der Ortsgemeinde; Parkplatzdienst bei Kongressen; Arbeitszuteilung im "Bethel" etc.).

Gilt als "Vorrecht". Laut WTG "dürfen" – nicht "müssen" – Zeugen Jehovas solche Aufgaben ausführen, da es sich beim Erhalt solcher Arbeitszuteilungen um "von Jehova gewährte" – im Klartext: Von der WTG übertragene – "Vorrechte" und um "göttliche Huld und Gnade" handelt, und alle "Zeugen Jehovas" laut Luk 17,10 "unnütze/unwürdige Sklaven". Vgl. "Freiwillige; Freiwilligendienst" und "Zuteilung".

Der "Tagestext" vom 5.6.2017 belegt der WTG größenwahnsinnige Verblendung und Täuschung sowohl ihrer selbst als auch der ihr unterstellten "Zeugen Jehovas"-Befehlsempfänger, indem sie hier ihre auf rein menschlichen, organisationsadministrativen Prozessen und Entscheidungen fehlbarer Menschen beruhenden "Aufgaben" , die sie anderen erteilt, mit dem in der gesamten Menschheitsgeschichte einmaligen, göttlichen "Spezialmandat" Marias, die Mutter des Messias zu werden, gleichsetzt:

"Wie Maria erhalten wir vielleicht eine Aufgabe von Jehova [von der WTG], die uns zu überfordern scheint. Machen wir es dann doch wie sie. Begeben wir uns demütig und voller Vertrauen in Jehovas Hand. Er weiß schließlich, was das Beste für uns ist."

Eine solche Gleichsetzung eigener, nichtinspirierter Arbeitszuteilungen mit der erhabensten aller jemals von Gott an einen Menschen übertragenen "Aufgaben" muss jedem ernsthaften Christen und Erforscher der Bibel ein Grausen bescheren und muss aufs Entschiedenste als blasphemische Selbstüberhebung zurückgewiesen werden. Zu behaupten, die von der WTG erteilten "Aufgaben" seien "von Gott aufgetragen" worden ist so krass blasphemisch anmaßend wie es hanebüchen lächerlich ist. Des Weiteren liegt hier ein Widerspruch zum von der WTG immer wieder nachdrücklich betonten Grundsatz vor "Gott handelt nicht mit Einzelpersonen, sondern nur mit 'Seinem Volk als Ganzem', d. h. nur mit der – und nur durch die – WTG. Wer sich 'von Gott gebrauchen' lassen möchte, muss sich uns – der WTG – überantworten und unterstellen, damit WIR ihm sagen, was zu tun ist und wo es lang geht", siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.3.2015 S. 29 Abs. 15: "Heute hat Jesus keinen der acht Millionen Königreichsverkündiger persönlich beauftragt."

Aufrichtig; aufrichtige Menschen

Worthülse

Das Attribut "Aufrichtig" wird von der WTG rabulistisch umdefiniert als "WTG-gemäß lieb und gehorsam sein", der WTG "Ergeben" und "Untertan" sein; alles, was von der WTG kommt – sämtliche ihrer Dogmen und Direktivenkritik- und anstandslos annehmen. Vgl. gleichartige, rabulistische Begriffs-Neudefinierungen von "Loyal", "Richtig", "Treu" u. a. Im weitesten Sinne bezieht sich die Wendung "Aufrichtige Menschen" auf der WTG bzw. "Jehovas Zeugen" gegenüber tolerante Menschen, auf "Interessierte" und jene, mit denen ein "Heimbibelstudium" durchgeführt wird; im engsten Sinne auf alle der WTG bedingungslos gehorsamen "Zeugen Jehovas". Synonym: "Schafe; schafähnliche Menschen", siehe daselbst.

Diese WTG-seitige, eigenzweckdienliche und rabulistische Neudefinition des Attributs "Aufrichtig" insinuiert, dass alle Nicht-"Zeugen Jehovas" ("Außenstehende", "Ungläubige", "Weltmenschen") "nicht aufrichtig" bzw. "unaufrichtig" sind, d. h. böse, falsch, hinterlistig, nicht vertrauenswürdig, schlecht, verschlagen etc. Durch solch holzschnittartig/simplifizierende "Gut/Böse"-, "Schwarz/Weiß"-Malereien bedient die WTG ihre anmaßende und die Realität beschönigend irreführende "Geistiges Paradies/Nur unter 'Jehovas Zeugen' gibt es echte Liebe"-Doktrin.

"Der Wachtturm" vom 15.3.192 S. 21 Abs. 14 enthält ein Beispiel für die seitens der WTG auf sich selbst bezogene Anwendung dieses Begriffes:

"Diese Zeitschrift [Der Wachtturm] hat die Bibel in Sinn und Herz von Millionen aufrichtiger Menschen [i. e. 'Jehovas Zeugen'] lebendig werden lassen. Sie hat ihnen geholfen, die Irrlehren zu erkennen, die in den Kirchen der Christenheit und in ganz Groß-Babylon, dem Weltreich der falschen Religion, vertreten werden. Sie hat die Aufmerksamkeit auf den großen geistigen Sturz gelenkt, den „Babylon die Große“ erlebt hat, und das prophetische Gebot des Engels erschallen lassen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt“ (Offb. 17:1, 5, 15, 18; 18:2, 4). Vielen wurde geholfen, dieser Aufforderung nachzukommen, und sie sind loyale Unterstützer des messianischen Königreiches Jehovas geworden."

Gemäß dieser WTG-Verlautbarung sind also Menschen nur deshalb "Aufrichtig", weil sie sich dem Diktat der WTG bedingungslos beugten und zu von ihr akkreditierten und gemäß ihren eigenzweckdienlichen Vorgaben funktionierenden "Predigtdienst"-Robotern wurden.

Aufseher

Titel

Ein leitender Funktionär einer der WTG-Hierarchie-Ebenen, entweder auf lokaler Gemeinde -Ebene (Ältester), oder höher (Kreis-, Zweigaufseher; im Bethel: Abteilungsaufseher), der eine "Aufsichtsstellung" bekleidet.

Aufsichtsstellung

Organisatorisch

WTG-akkreditierte Autoritätsstellung eines "ernannten 'Ältesten'" innerhalb einer "Zeugen Jehovas"-Ortsgemeinde, oder eines WTG-Organisationsfunktionärs im WTG-Hierarchiegefüge, die Kontroll- und Überwachungserlaubnis beinhaltet. Solche Autoritätsstellungen sind ohne Wenn und Aber im Rahmen "Theokratischer Ordnung" als von Gott selbst vermittels der Leitung seines Heiligen Geistes verliehen zu betrachten; Infragestellen derselben, selbst wenn es aufgrund von krasser Inkompetenz oder groben Fehlverhaltens (Machtmissbrauch u. a.) des jeweiligen Trägers geschieht, wird als "Zeichen mangelnder Demut", "Mangel an Unterordnung", "Rebellion", "Stolz", "Vorausdrängen" etc. auf Schärfste geahndet und bekämpft, u. U. bis zum "Gemeinschaftsentzug". Mehr hierzu siehe "Ältester".

Ausgeglichen

Worthülse

Synonym: "Vernünftig". "Ausgeglichen" ist, was die WTG als "ausgeglichen/vernünftig" ("notwendig" oder "Richtig") erachtet.

(1) Maßvoll, bemessen, knapp, wenig (z. B. "ausgeglichene Entspannung".)

(2) WTG-gemäß, WTG-konform, "richtig": "Ausgeglichener Rat".

Vgl. mit "Angebracht".

Ausgeschlossene

Abwertend
Dogma

Exkommunizierte, "Dem Satan übergebene" Zeugen Jehovas (1Kor 5,5; 1Tim 1,20). "Schlimmste Sünder", Parias, "Geistig kranke", hochinfektiöse Persona non grata, vor denen jeder "treue Zeuge Jehovas" die Flucht zu ergreifen hat. Ihnen gegenüber gilt absolutes Gruß-, Rede- und Kontaktverbot. Mehr hierzu siehe "Abfallen; Abgefallene"; "Gemeinschaftsentzug"; "Keinen Gruß entbieten". Vgl. auch "Abtrünnig; Abtrünnige; Abtrünnigkeit".

Betreffs einer im "Wachtturm" vom 8.1.1947 abgegebenen WTG-Stellungname GEGEN die RKK-"Exkommunizierungs"-Praxis siehe "Gemeinschaftsentzug".

Für die WTG gilt grundsätzlich: "Wer von 'Der Wahrheit' abfällt und ausgeschlossen wird, ist selbst daran schuld", siehe z. B. "Der Wachtturm" vom 15.7.1989 S. 22 – Großschreibung zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hier und in allen nachfolgenden Zitaten hinzugefügt:

"Es erfordert Mut, zuzugeben, daß UNSERE EIGENEN FALSCHEN NEIGUNGEN die Ursache für den Verlust unseres Glaubens [unserer Totalausrichtung auf die WTG] waren. Doch das zu tun ist der erste Schritt auf dem Weg zurück zu einem engen Verhältnis zu Jehova [zu Totalunterwerfung unter das totalitäre Diktat der WTG]."

D. h.: Für die WTG ist niemals sie selbst – ihre falschen Lehren und ihr kritikwürdiges Verhalten bzw. dasjenige der von ihr akkreditierten Hierarchiefunktionäre – der Auslöser von "Gemeinschaftsentzug", sondern AUSSCHLIESSLICH und IMMER die Schuld des Einzelnen aufgrund seiner "falschen Neigungen".

In folgenden "Wachtturm"-Artikeln ruft die WTG völlig offen und unverhohlen zu Mitleidslosigkeit und sogar zu Hass gegenüber "Ausgeschlossenen" auf:

1.10.1952, Seite 599:

"Wir müssen [den Ausgeschlossenen] im wahrsten Sinne hassen, das heißt, ihm mit äußerster Abneigung begegnen, ihn als abstoßend, ekelhaft, schmutzig, verachtungswürdig ansehen."

15.7.1961 (Englisch), Seite 420:

"Um zu hassen, was böse ist, muss ein Christ [den Ausgeschlossenen] hassen." ("When a person persists in a way of badness after knowing what is right, when the bad becomes so ingrained that it is an inseparable part of his make-up, then in order to hate what is bad a Christian must hate the person with whom the badness is inseparably linked. Indicating that Jesus did not mean for us to love the hardened enemies of Jehovah, David expressed this God-approved attitude: “Do I not hate those who are intensely hating you, O Jehovah, and do I not feel a loathing for those revolting against you? With a complete hatred I do hate them. They have become to me real enemies.”—Matt. 5:44; Amos 5:15; Ps. 139:21, 22.")

15.9.1980 S. 8:

"Wir sollten sogar diejenigen hassen, die zeigen, daß sie Jehova und das Gute [Anm.: Die WTG und ihre Direktiven] vorsätzlich hassen. David drückte dies einst so aus: „Hasse ich nicht die, die dich, o Jehova, aufs tiefste hassen, und empfinde ich nicht Ekel vor denen, die sich gegen dich auflehnen? Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewißlich. Sie sind mir zu wirklichen Feinden geworden“ (Ps. 139:21, 22). Wir hassen sie… in dem Sinne, daß wir sie meiden, wie man Gift oder eine giftige Schlange meiden würde, denn sie können uns in geistiger Hinsicht vergiften."

Hier werden de facto alle Personen, die sich nicht WTG-Dogmen und -direktiven unterordnen, mit Gottesfeinden und gefährlichen Giftschlangen auf die gleiche Stufe gestellt. Vgl. dies mit dem "Gift-" und "Pornographie"-Vergleich betreffs der Schriften "Abgefallener" unter "Abfallen; Abgefallene".

1.11.1994 S. 20 Abs. 20:

"Es gibt allerdings auch Fälle, in denen ein Diener Jehovas kein Erbarmen zeigen darf. (Vergleiche 5. Mose 13:6-9.) Für einen Christen kann es zu einer echten Prüfung werden, mit einem engen Freund oder einem Verwandten, der ausgeschlossen wurde, „keinen Umgang mehr ... zu haben“. In einem solchen Fall ist es wichtig, Gefühlen des Mitleids nicht nachzugeben (1. Korinther 5:11-13)."

Der "Theologische Fehler" des Heranziehens von Bibeltexten wie Deut 13,6-9 oder Ps 139,21.22 als "Beleg" dafür, dass "Ausgeschlossene" zu "hassen" sind, besteht darin, dass es in den biblischen Aussagen um Feinde GOTTES und DES GUTEN geht – um "Verbrecher" –, nicht aber um Menschen, die von ihrem freien Grundrecht auf Wahl- und Willensfreiheit Gebrauch machen und sich entscheiden, sich nicht den Wünschen und Zielen einer rein menschlichen, von Menschen zur Förderung ihrer eigenen Interessen ersonnenen Organisation wie der WTG bedingungslos unterzuordnen. Z. B. schreibt Charles H. Spurgeon in seinem Psalmenkommentar "Treasury of David" zu Ps 139,21.22 folgendes – Großschreibung zur Hervorhebung hinzugefügt:

"[David] hated ONLY THOSE WHO HATED GOOD. …to love any WICKED man with complacency would be a crime. To hate a man for his own sake, or for any evil done to us, would be wrong; but to hate a man because he is THE FOE OF ALL GOODNESS and the ENEMY OF ALL RIGHTEOUSNESS, is nothing more nor less than an obligation. The more we love God the more indignant shall we grow with THOSE WHO REFUSE HIM THEIR AFFECTION. “If any man LOVE NOT THE LORD JESUS CHRIST let him be Anathema Maranatha.” His hatred to BAD, VICIOUS, BLASPHEMOUS MEN is intense, complete, energetic. He is as whole hearted in his hate of WICKEDNESS as in his love of goodness. …if they are DOING DESPITE TO GOD, TO HIS LAWS, AND TO THE GREAT PRINCIPLES OF TRUTH AND RIGHTEOUSNESS, David proclaims war against them. WICKEDNESS passes men into favour with unrighteous spirits; but it excludes them from the communion of the just. We pull up the drawbridge and man the walls when a MAN OF BELIAL goes by our castle. His character is a casus belli; we cannot do otherwise than contend with THOSE WHO CONTEND WITH GOD."

Somit handelt es sich bei aus biblischer Sicht wirklich "hassenswerte" Menschen um solche, die tatsächlich "Feinde GOTTES und allen Gutens" sind. Diese Aussage zu usurpieren und im Sinne von "Wer sich uns – der WTG, der 'Leitenden Körperschaft'  – nicht unterwirft wie z. B. 'Ausgeschlossene' ist zu hassen" ist als krass bibelverdrehende und irreführende, blasphemische Anmaßung aufs Entschiedenste zurückzuweisen.

Gemäß dem "Wachtturm" vom Juni 2016 zweiter "Studienartikel" S. 15 Abs. 15 wünscht die WTG, dass "Zeugen Jehovas" "Ausgeschlossene" als tot betrachten:

"Eine Schwester in Südafrika sagte: „Als mein Bruder ausgeschlossen wurde, war es so, als wäre er gestorben.“"

Vgl. dies mit "Geistig Tod; geistiger Tod".

Solche Aussagen können nur noch als bar jeglichen biblisch/christlichen Geistes bewertet werden und als Beweis des völligen Fehlens von echtem Christentum. Sie zeigen einerseits, welch panische Angst die WTG vor Menschen hat, die ihrem ungeheuerlichen Anspruch, die "Einzig richtige Religion" zu sein, die Stirn bieten; andererseits, auf welch totalitär/gedankenpolizeiliche Weise die WTG versucht, ihre Anhänger zwecks leichterer Manipulierbarkeit sozio/gruppendynamisch zu homogenisieren und gegen sog. "kritisches Denken 'Abgefallener/Abtrünniger' und 'Außenstehender'" zu inokulieren. Man vergleich dies mit den "Widerwillen gegen Ungläubige"-Hetzparolen im Koran, siehe "Ungläubige".

Mehr betreffs der WTG-seitigen Gleichsetzung der Ausübung des Rechts auf Glaubens- und Meinungsfreiheit im Falle des freiwilligen Verlassens der WTG mit "Sünde", sowie des offenen Aufrufes zu Hass gegenüber "Abtrünnigen" seitens der WTG samt ihrer Hetze gegen, und Verunglimpfung von Dissidenten auf der Grundlage fehlerhafter Anwendung biblischer Inhalte siehe "Abfallen; Abgefallene", auch was den "theologischen Irrtum" der Gleichsetzung von im AT berichteten Vorgehensweisen Gottes gegen "Dissidenten" mit heutigen WTG-Direktiven betrifft.

Betreffs des von der WTG geforderten Verhängens einer "Sippenhaft" gegen Kinder "ausgeschlossener" Personen siehe das Zitat aus dem "Wachtturm" vom März 2018 fünfter "Studienartikel" unter "Keinen Gruß entbieten".

Angesichts des rigoros/drakonischen Vorgehens der WTG gegen "Zeugen Jehovas", die von ihrem Grundrecht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit Gebrauch machen und sich für ein von der WTG tagesaktuell vorgegebener Glaubenslehre abweichendes "Verständnis" entscheiden bzw. dafür, ihren Weg nicht mehr unter WTG-Direktive fortzusetzen, wird passenderweise festgestellt, dass hier WTG-seitig eine massive Verletzung des Artikels 18 der 'Universellen Erklärung der Menschenrechte' vorliegt, in dem es heißt:

"Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden."

Auf der anderen Seite fordert die WTG – so wie Scientology und andere totalitäre Gemeinschaften auch – genau dieses Recht lautstark und medienpublik für sich selbst und für ihr "Werk", wenn Behörden oder Regierungen es wagen, ihr irgendwelche Beschränkungen aufzuerlegen, womit der WTG unchristliche Doppelbödigkeit und Heuchelei offen zutage tritt. Mehr hierzu siehe das Zitat von M. James Penton unter "Kritik; kritisches Denken".

Betreffs des von der WTG vorgeschriebenen menschenverachtenden und unmenschlichen Gebarens "Ausgeschlossenen" gegenüber gilt die treffende Feststellung des Politologen Hamed Abdel-Samad:

"Religion ist eigentlich dafür da, Menschen Halt und Hoffnung zu geben, und nicht, um Mauern zwischen sich selbst und anderen zu errichten."

Ausharren

Aktionismus
Biblisch/umgedeutet

Ertragen von Schwierigkeiten, Prüfungen, Versuchungen sowie von "Verfolgung", die laut WTG "vom Teufel stammen" und sich sehr oft aus einem rigiden und strikten Befolgen von nicht-bibelgestützten WTG-Dogmen und -Direktiven ergeben. Sehr oft handelt es sich hierbei um völlig unnötige, hausgemachte Schwierigkeiten oder Nöte, die vermieden werden könnten, wenn seitens der WTG nicht "über das, was geschrieben steht" (1Kor 4,6) hinausgegangen werden würde. Mehr hierzu siehe "Verfolgung".

Der biblische "Ausharren" (ὑπομονή hypomonē, "Darunterbleiben")-Begriff bezieht sich nicht auf das von Menschen verordnete Ertragen solcher "hausgemachten" Schwierigkeiten, sondern auf das "Leiden ALS CHRIST", siehe Mat 10,22; Mar 13,13 "Ihr werdet von allen gehasst werden UM MEINES (Jesu Christi) NAMENS WILLEN", sowie aufgrund des "Tuns des Willens GOTTES", nicht jenen einer menschlichen Organisation wie die WTG bzw. deren oberstem menschlichem Zentralkomitee, siehe Heb 10,36 "Ausharren habt ihr nötig, damit ihr, nachdem ihr DEN WILLEN GOTTES getan habt, die Verheißung davontragt."

Vgl. mit "Geduld; geduldig sein".

Ausschluss

Dogma

Exkommunikation. Siehe "Gemeinschaftsentzug".

Außenstehender

Abwertend

Nicht-Zeuge Jehovas; "Weltmensch"; oft fälschlich als "Ungläubiger" bezeichnet, ungeachtet seiner religiösen Ausrichtung.

Betreffs der Einstufung von "Außenstehenden" innerhalb der möglichen Stufen von WTG-"Unterordnungs"-Graden siehe "Anerkannter Mitverbundener".

Laut WTG-Anwendung von 2Kor 6,14-16 bedeutet jeglicher unnötige Kontakt zu "Außenstehenden", sich willentlich in "schlechte Gesellschaft" zu begeben und mit "Belial", d. h. Satan, Gemeinschaft zu pflegen, womit man Gott ungehorsam ist, was zum einen als arrogante Anmaßung und widerchristliche Verunglimpfung aller Nicht-Zeugen Jehovas gewertet werden muss, zum anderen Erfahrungen in aller Welt widersprechen, gemäß denen viele aktiv mit der WTG verbundene "Zeugen Jehovas" "schlechtere Menschen" als viele Nicht-Zeugen Jehovas ("Ungläubige", "Weltmenschen") sind. Betreffs dieser von der WTG vorgeschriebenen, arrogant/hochnäsigen Selbstabgrenzung und Selbstüberhebung allen geringschätzig als "Die Welt (Satans)",  "Geistig gefährlich", "Schlechte Gesellschaft", "Ungläubige" etc. herabgewürdigten nicht-"Zeugen Jehovas" gegenüber gilt die treffende Feststellung des Politologen Hamed Abdel-Samad:

"Religion ist eigentlich dafür da, Menschen Halt und Hoffnung zu geben, und nicht, um Mauern zwischen sich selbst und anderen zu errichten."

Auf der Webseite "wo-ist-gott.info" findet sich folgende zutreffende und ausgeglichene Darstellung, die in scharfem Gegensatz zum extremen Autozentrismus der WTG mit ihrem ausschließlich auf-sich-selbst-Fokussiertsein und ihrer Selbstverliebtheit steht und die ihre Behauptung, nur unter "Jehovas Zeugen" gebe es echte Liebe und Brüderlichkeit und nur sie seien die "Einzig richtige Religion" ad absurdum führt:

"Was wir… häufig übersehen ist, dass es auf unserer Erde auch viele Menschen gibt, die für ihre Mitmenschen viel Gutes tun. Viele Menschen arbeiten in karitativen Einrichtungen. Es gibt verschiedene Spendenaktionen an denen sich viele Menschen beteiligen, um anderen Menschen die in Not sind zu helfen. Der Nachbar mäht für die alte Dame von nebenan den Rasen. Viele Menschen sind politisch aktiv, um eine bessere Welt zu schaffen. Einige Menschen leben das Motto jeden Tag eine gute Tat vollbringen. Menschen sind in Jugendorganisationen tätig, um den Jüngeren eine Hilfe zu sein. Viele Mütter und Väter erziehen mit viel Liebe ihre Kinder, und möchten dass Sie später einmal ein gutes Leben führen können. Menschen kümmern sich um Obdachlose und kranke Menschen, ohne dass sie dafür bezahlt werden. Jeden Tag wird auf dieser Erde viel Gutes getan. Dass viele Menschen Gutes tun ist sehr wichtig für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Die stärkeren Menschen helfen den Schwächeren."

"Der Wachtturm" vom 15.8.2015 enthält betreffs der WTG-Anweisung an ihre Befehlsempfängerherde, nur mit "Treuen 'Zeugen Jehovas'" zu verkehren, im vierten "Studienartikel" auf S. 25 Abs. 7 ein Musterbeispiel für rabulistische Irreführung vermittels Usurpieren und Umdefinieren sowohl biblischer als auch ethischer Begriffe, gemäß der jeder Nicht-"Zeuge Jehovas" ("Weltmenschen", siehe daselbst) automatisch ein gottloser, unmoralischer "Ungläubiger" und damit "Schlechte Gesellschaft/Schlechter Umgang" ist – erläuternde Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck eingefügt:

"Natürlich sind wir auch zu Menschen freundlich, die Gottes Gesetze [d. h. die Anweisungen der WTG] nicht befolgen. Dennoch freunden wir uns nicht mit ihnen an. Für einen ledigen Zeugen Jehovas wäre es daher falsch, sich auf eine feste Freundschaft mit jemand einzulassen, der kein treuer getaufter Diener Gottes [d. h. kein der WTG verpflichteter Befehlsempfänger] ist und Jehovas hohe Maßstäbe [d. h. die Organisationsrichtlinien der WTG] nicht einhält. Jehova [d. h. der WTG] treu [d. h. der WTG kritiklos im Kadavergehorsam untergeben] zu bleiben ist weit wichtiger, als bei solchen beliebt zu sein, die nicht nach seinen [d. h. der WTG] Gesetzen leben. Wir sollten also nur Freunde haben, die Gottes Willen [d. h. den Willen der WTG] tun. Jesus sagte ja: „Wer immer den Willen Gottes tut, dieser ist mir Bruder und Schwester und Mutter“ (Mar. 3:35). [d. h. Wer immer alle Direktiven der WTG sklavisch ergeben und unterwürfig befolgt, ist laut WTG ein 'Wahrer Christ' ]".

Abgesehen von der arroganten und krass verdrehenden Behauptung, nur "Zeugen Jehovas" seien "gute Menschen" und "Wahre Christen", und nur sie hielten sich an Gottes Gebote, wird hier die Tatsache völlig unterschlagen, dass laut Aussage und Beobachtung vieler Menschen aus aller Welt die "schlimmsten Personen, die ihnen jemals begegnet sind, 'Zeugen Jehovas'" waren, siehe "Geistiges Paradies"; "Liebe".

Im "Wachtturm" vom 15.2.2008 S. 27 schürt die WTG gegenüber allen "weltlichen Außenstehenden" Nicht-"Zeugen Jehovas" Angst und Mißtrauen, indem sie diese in Bausch und Bogen mit den "bösartigen, gefährlichen, schmutzigen und unmoralischen Baalsanbetern Kanaans", die die Israeliten von der Anbetung JHWHs abspenstig machten, gleichsetzt:

"Als die Israeliten die ersten Kontakte mit den Bewohnern des Landes der Verheißung bekamen, hatten sie wahrscheinlich nicht vorgehabt, sich auf den Baalskult und die damit einhergehenden Ausschweifungen einzulassen. Und doch führte ihr Umgang mit ihnen genau dazu. Können wir uns nicht ebenso böse Folgen ausrechnen, wenn wir uns auf Freundschaften mit Menschen einlassen, die zwar nett sein mögen, aber nicht den gleichen Gott anbeten wie wir und auch nicht die gleichen Werte oder Prinzipien haben? Natürlich hat man auf dem Arbeitsplatz, in der Schule und womöglich auch in den eigenen vier Wänden nicht nur mit Glaubensbrüdern zu tun. Aber die Erfahrung, die die Israeliten machten, lehrt uns, dass Schwierigkeiten geradezu vorprogrammiert sind, wenn man den Umgang mit Personen, die Jehova nicht anbeten, förmlich sucht. In der Bibel steht die unumstößliche Tatsache: „Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Kor. 15:33).

Eine solch krass simplifizierende Behauptung, nur weil jemand nicht ein der WTG verpflichteter "Zeuge Jehovas"-Befehlsempfänger ist, sei er/sie automatisch ein "schlechter, unmoralischer Mensch" und "Schlechte Gesellschaft" ist genauso irreführend wie die Aussage, alle "Zeugen Jehovas" seien samt und sonders die "liebsten", edelsten und hochstehendsten Menschen auf der Welt. Beide Aussagen können wie o. a. auf der Grundlage zahlloser Erfahrungen in aller Welt ad absurdum geführt werden.

Laut WTG-Doktrin der "Ewigen Vernichtung" werden alle "Außenstehenden", also alle Menschen, die zum Zeitpunkt des Eintreffens des göttlichen Strafgerichts von "Harmagedon" (immer noch) keine "Zeugen Jehovas" und damit keine gehorsamen Befehlsempfänger der WTG geworden sind, für immer "vernichtet".

Betreffs der WTG-Anweisung, alle Nicht-"Zeugen Jehovas" ("Ungläubige"; "Weltmenschen") als potentiell gefährliche "Feinde" und hochgradig "Schlechte Gesellschaft" anzusehen und sie aufs Entschiedenste abzulehnen siehe "Welt". Vgl. auch mit "Aufrichtig; aufrichtige Menschen".

Äußere Erscheinung

Dogma

Oberbegriff für die innerhalb der WTG und unter "Jehovas Zeugen" außerordentlich wichtigen Aspekte "Kleidung, Frisur/Haartracht, Kosmetik/Schminken, Schmuck" sowie – betreffs männlicher "Zeugen Jehovas" – die "Bartfrage".

Die WTG, vertreten durch ihr oberstes menschliches Zentralkomitee, wendet sehr viel Energie im Erlassen kleinlichster Mikromanagementregeln betreffs "Schicklicher" Kleidung, "Rocklängen" und "maximal erlaubter Enge von Kleidung" auf, wobei sie "traditionsgemäß" auf 1Tim 2,9.10 und 1Pet 3,3.4 zurückgreift, welche Texte sie allerdings in für sie typischer Weise weit über den biblischen Rahmen hinaus überdehnt und mit ihren eigenen, zumeist auf die persönlichen Ansichten und "Geschmäcker" hoher WTG-Hierarchiefunktionäre und jeweils "herrschender" Zentraldirektoriumsmitglieder (und in einigen Fällen deren Ehefrauen) begründeten Bekleidungs- und Frisurdirektiven überfrachtet.

Kleidung darf gemäß WTG-Willen nicht "unschicklich", d. h. "anstößig", "aufreizend" und/oder "enthüllend" sein, siehe z. B. "Der Wachtturm" vom September 2016 S. 18 Abs. 5 und 6 – Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hier und in nachfolgenden Zitaten eingefügt:

"Bei der Kleidung geht es uns als Dienern Gottes [WTG-Befehlsempfänger] nicht nur darum, uns so anzuziehen, dass wir uns wohlfühlen [Laut "Der Wachtturm" vom 15.12.1985 S. 15 Abs. 18 sind die 'physischen Bedürfnisse' und damit das Wohlbefinden Einzelner 'zweitrangig']. Die Grundsätze aus Gottes Wort [rein menschliche WTG-Direktiven] halten uns davon ab, Kleidung zu tragen, die eng anliegend, freizügig oder sexuell aufreizend ist. Dazu gehören Kleidungsstücke, die bestimmte Körperregionen besonders betonen oder entblößen. Niemand sollte wegen unserer Kleidung peinlich berührt sein oder sich gezwungen fühlen wegzusehen."

Vgl. mit "Der Wachtturm" vom 15.8.2012 S. 29 Abs 16:

"Als jemand, der Gott [der WTG] ergeben sein möchte, sollte man sicherlich weder durch Flirten noch durch unschickliche Kleidung oder die äußere Erscheinung ungebührlich auf sich aufmerksam machen."

Aufgrund der Subjektivität und der Unschärfe der Begriffe "freizügig", "(sexuell) aufreizend ", "unschicklich" etc. kommt es unter "Jehovas Zeugen" immer wieder zu Spannungen, wenn persönliche Ansichten und Meinungen einzelner auseinandergehen und miteinander kollidieren, abgesehen von mit ins Spiel kommender persönlicher Eifersucht und Neid Einzelner. Es ist anzunehmen, dass aufgrund dieser Problematik die WTG in diversen ihrer "Publikationen" Talmud-artige Referenz-Illustrationen veröffentlicht hat, die in holzschnittartig "gut/böse"-Manier Menschen in "unziemlicher" versus brav/bieder WTG-"politisch korrekter" Kleidung zeigen (Beispiel s. u.), auf die verwiesen wird, um einem "Zeugen Jehovas" deutlich zu machen, was von ihm/ihr in dieser Hinsicht WTG-gemäß erwartet wird, um in Einklang mit menschlichem WTG-Règlement zu sein. Ein "ungehorsames" Abweichen von diesen rein menschlichen Maßstäben wird als schweres Defizit und als tadelnswerte "Geistige Schwäche" bewertet, die unbedingt "Gehorsam" zu berichtigen ist, wie aus dem "Wachtturm" vom Juni 2016 S. 10 Abs. 13 hervorgeht – Großschreibung zur Hervorhebung, sowie Anmerkungen in eckigen Klammern und Normaldruck hinzugefügt:

"Wenn die Ältesten beispielsweise bei uns Anzeichen für eine GEISTIGE SCHWÄCHE [Mangel an WTG-Konformität] bemerken, versuchen sie uns zu helfen [wieder auf WTG-Konformitätskurs zu bringen] Wenn sie dir also freundlich und liebevoll Rat geben möchten, zum Beispiel zu DEINEM KLEIDUNGSSTIL, nimmst du ihn dann als Ausdruck von Gottes Liebe [des rein menschlichen WTG-Willens] an? Wenn ja, dann bist du wie weicher Ton in Jehovas [der WTG] Hand, bereit dich zu deinem Nutzen [zum Nutzen der WTG] formen zu lassen."

Heißt es offiziell, man solle durch seine Kleidung "Gott ehren", geht es der WTG in Wirklichkeit darum, SICH SELBST zu "ehren", wie aus folgendem Zitat aus dem o. a. ""Der Wachtturm" vom September 2016 S. 18 Abs. 6 hervorgeht – Großschreibung hier und in nachfolgenden Zitaten zur Hervorhebung hinzugefügt

"Sind wir adrett, sauber und bescheiden gekleidet und ordentlich frisiert, respektieren uns Menschen eher als Diener Jehovas [als WTG-Verlagspropaganda-Vertriebspersonal]. Vielleicht fühlen sie sich zu dem Gott [zur WTG] hingezogen, dem [der] wir dienen. Außerdem WIRFT passende Kleidung EIN GUTES LICHT AUF DIE ORGANISATION, die wir vertreten. Und andere werden sich eher der lebensrettenden Botschaft [WTG-Verlagspropaganda] öffnen."

Vgl. mit dem "Fragekasten" aus dem "Königreichsdienst" vom März 2008 S. 3:

"An unserer Kleidung sollte man sehen können, dass wir „Gott zu verehren bekennen“ (1. Tim. 2:10). Ein gepflegtes Äußeres [wer legt die Definition hierfür fest?] hat Einfluss darauf, WIE ANDERE ÜBER DIE ANBETUNG JEHOVAS [über die WTG] DENKEN. Jedoch ist aufgefallen, dass einige Brüder und Schwestern beim Besuch eines Königreichssaals, Kongresssaals oder Zweiggebäudes eher ausgesprochen leger, unordentlich oder freizügig gekleidet sind. Eine solche Aufmachung ist für uns [für die WTG] zu keiner Zeit angebracht. Wie in allen Bereichen unseres Lebens möchten wir auch durch unsere äußere Erscheinung alles zur Verherrlichung Gottes [der WTG] tun und uns an den hohen [menschlich/willkürlichen WTG-] Maßstab für Christen ['Zeugen Jehovas'] halten, der uns von der Welt ['böse Weltmenschen', also alle nicht-'Zeugen Jehovas'] unterscheidet (Röm. 12:2; 1. Kor. 10:31) [Unredliche Argumentation: Die WTG tut so, als ob alle nicht-'Zeugen Jehovas' wie Lumpen und Verbrecher gekleidet umherlaufen, was durch die teils strengen Bekleidungsvorschriften vieler 'weltlicher' Institutionen wie Banken, Behörden und Schulen (Schuluniformen), aber auch dadurch, wie sich viele 'böse Weltmenschen' immer noch für Konzert und Theater kleiden, ad absurdum geführt wird].

Wenn wir das Hauptbüro oder ein Zweigbüro besuchen — sei es im Urlaub oder bei anderen Gelegenheiten —, sollten wir uns fragen: Passt mein Äußeres zu diesem einfach eingerichteten [völlige Untertreibung angesichts der opulenten Ausstattung vieler WTG-'Zweigbüros' mit Marmor, Edelhölzern und -Möbeln, Edel-Bronzegullis etc.], sauberen und würdevollen Ort? Wirft es ein gutes Licht auf den Gott, den ich anbete [die WTG, nicht aber den wahren Gott und Schöpfer aller Dinge, von dem gilt, dass er durch solch unbedeutendes Klein-Klein menschlicher Beschränktheit nicht 'aus seiner Ruhe' gerät, siehe Heb 4,10]? Wären andere [kleinkarierte WTG-Hierarchiefunktionäre, die beim Anblick einer mit einer Spandexhose bekleideten Frau 'Probleme bekommen'] wegen meines Aussehens irritiert oder würden sie es als anstößig empfinden [was gemäß Röm 14,14 und Tit 1,15 IHR 'Problem' wäre, welches SIE bei SICH SELBST lösen müssten, anstatt es anderen aufzubürden]? Schmücken wir also durch ein gepflegtes Äußeres „die Lehre unseres Retters, Gottes, in allen Dingen“ [regen wir die Mitglieder des obersten WTG-Zentraldirektoriums wie z. B. Anthony Morris III oder Samuel Herd nicht mit 'engen, homosexuellen Hosen' und 'grellen Socken' auf] (Tit. 2:10)."

Der "Tagestext" vom 5.3.2018 bietet ein besonders krasses Beispiel dafür, wie sehr WTG-Denken in kleinkarierter "Gesetzlichkeit" verhaftet ist und wie es Aussagen der Bibel, die auf die Förderung eines "hochstehenden menschlichen Miteinanders" abzielen, auf ein "unmöglich kleingeistiges", infantiles Niveau herabbringen, auf dem es nur noch um Banalitäten wie "andere nicht mit Äußerlichkeiten irritieren" geht:

"Jeder suche fortwährend nicht seinen eigenen Vorteil, sondern den des anderen [zuallererst den der WTG] (1. Kor. 10:24) Angenommen, dir gefällt ein bestimmter KLEIDUNGSSTIL, DER ANDERE in der Versammlung IRRITIEREN KÖNNTE [sollte hier seitens 'Der Anderen' nicht Röm 14,5 gelten?]. Allerdings kennst du kein konkretes biblisches Gesetz [eine talmudische WTG-Bestimmung] dagegen. Wie denkt Jehova [die WTG in Form ihres obersten menschlichen Zentralkomitees, vertreten durch lokale Hierarchiefunktionäre] wohl über die Sache? Wie der Apostel Paulus riet, sollten „sich die Frauen in wohlgeordnetem Kleid mit Bescheidenheit und gesundem Sinn schmücken, nicht mit besonderem Flechten der Haare und mit Gold oder Perlen oder sehr kostspieligem Gewand, sondern in einer Weise, wie es sich Frauen ziemt, die Gott zu verehren bekennen“ (1. Tim. 2:9, 10) [Aus dieser Schriftstelle lassen sich keinerlei Spezifika hinsichtlich dessen ableiten, was als 'geziemend' und 'schicklich' empfunden werden KÖNNTE, ganz abgesehen von unterschiedlichen 'Geschmäckern']. Vom Grundsatz her gilt das natürlich auch für Männer. Als ergebene Diener Jehovas [als der WTG hörige Befehlsempfänger] zählen für uns nicht nur persönliche Vorlieben [die laut WTG-Willen 'zweitrangig' sind und bei Bedarf 'geopfert' werden müssen]. Uns ist auch wichtig, WELCHE WIRKUNG UNSER ÄUSSERES AUF ANDERE HABEN KÖNNTE [denn innerhalb der WTG ist der 'äußere Schein' von extremer Wichtigkeit]. Aus Bescheidenheit [eine Lieblingsforderung der WTG] und Liebe nehmen wir auf unsere Brüder Rücksicht [wir stellen WTG-Belange allem anderen voran], weil wir SIE NICHT ABLENKEN [von was?] oder BEI IHNEN ANSTOSS ERREGEN [wäre das nicht IHR Problem? Siehe Röm 14,14 und Tit 1,15] wollen (1. Kor. 10:23; Phil. 3:17). w16.05 3:14"

Solche Ausführungen erinnern informierte Personen sofort an die kleinkarierten "keine Spandexhosen für Frauen – keine engen Hosen für Männer/keine grellen Sockenfarben"-Auslassungen der WTG-Zentralkomiteemitglieder Anthony Morris III und Samuel Herd. Des Weiteren leisten sie dem extrem kritikwürdigen Konzept Vorschub, Opfer sexuellen Missbrauchs oder Vergewaltigungsopfer – einschließlich Kindern – seien "selber schuld", dass sie angegriffen wurden, da sie sich "einladend" verhalten, oder "aufreizende" Kleidung getragen und damit den Angriff "provoziert" hätten.

Im "Wachtturm" vom September 2016 zweiter "Studienartikel" mit dem Thema "Ehrst du Gott mit deinem Kleidungsstil?" S. 17 Abs. 3 unternimmt die WTG einen im Lichte von Gal 3,13; Eph 2,15; Kol 2,14.16.17 und Heb 10,1 gewagten Spagat zu einer AT-Kleidungsvorschrift mit einem gleichermaßen gewagten Postulat betreffs der "Missbilligung Gottes heutiger Kleidungsmoden":

"Gottes Gesetz enthielt zum Beispiel Bestimmungen, die die Israeliten vor der offen praktizierten Unmoral der Nachbarnationen schützten. Das Gesetz ließ darauf schließen, wie sehr Jehova Kleidung verabscheut, bei der die Geschlechtergrenzen verschwimmen — was heute auch als Unisex-Mode bezeichnet wird [Vorsicht mit dem Postulieren sog. "Biblischer Parallelen" zu den Gegebenheiten einer antiken orientalischen Kultur! ]. (Lies 5. Mose 22:5.) Gottes Anweisung zeigt klar, dass ihm Kleidung missfällt, die Männer wie Frauen und Frauen wie Männer aussehen lässt oder durch die die Geschlechter kaum mehr voneinander zu unterscheiden sind."

Durch solch fragwürdige Bezugnahmen auf das Regularium der Torah offenbart die WTG, wie sehr sie in alttestamentlicher Gesetzlichkeit verhaftet ist, anstatt im Geiste der Aussage aus Gal 4,9-11 und 5,1 zu wirken: "Jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, vielmehr aber von Gott erkannt worden seid, wie wendet ihr wieder um zu den schwachen und armseligen Elementen, denen ihr wieder von neuem dienen wollt? Ihr beobachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre. Ich fürchte um euch, ob ich nicht etwa vergeblich an euch gearbeitet habe.Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht; stehet nun fest und lasset euch nicht wiederum unter einem Joche der Knechtschaft halten."

Waren in der Vergangenheit typischerweise weibliche "Zeugen Jehovas" Ziel von Ermahnungen und Warnungen betreffs "aufreizender", "freizügiger", "unschicklicher" etc. Kleidung, so ziehen seit den "Enge Hosen für Männer sind von homosexuellen Kleiderdesignern zu deren eigener Lustbefriedigung entworfen!"-Auslassungen des obersten WTG-Zentraldirektoriumsmitgliedes Anthony Morris III vom 8.11.2014 auch männliche "Zeugen Jehovas" vermehrt den Unwillen der WTG auf sich, siehe z. B. folgende Abbildung im o. a. "Wachtturm" vom Juni 2016 auf S. 9:

Im weiter oben bereits zitierten Abs. 13 wurde der in der Bildmitte rechts abgelichtete "Zeuge Jehovas" im blauen Anzug offensichtlich aufgrund seines "Enghosenanzuges" als durch "Rat" zu korrigierende (zu "formende"), "Geistig schwache" Person eingestuft, wobei die Frage im Raum steht: Welcher "normale Mensch" hätte am ordentlichen und gepflegten Outfit dieser Person etwas zu beanstanden?

"Der Wachtturm" vom Januar 2017 enthält auf S. 24 folgende "Gut/Böse-Lehr"-Abbildung mit der Bildunterschrift "Lässt unser Äußeres Achtung vor Jehova und anderen erkennen oder verrät es einen Mangel an Bescheidenheit?"

Diese Abbildung transportiert auf krude und dümmlichste schwarzweiß-Manier WTG-Willen:  Links "die Guten" – bieder/brave Vorzeige-"Zeugen Jehovas" in "klassischen" Anzügen; rechts die rebellischen "Bösen" mit "unschicklichen" Frisuren, "engen" Anzügen mit ihre farbigen Socken zum Vorschein kommen lassenden "Hochwasserhosen", die sich auf "weltliche" Weise ihren Smartphones anstatt "theokratischen Angelegenheiten" widmen, wobei sich die Person außen rechts durch ihre "herausfordernd/provozierende Pose" als besonders WTG-kritikwürdig präsentiert. Der zugehörige Kommentar des Abs. 12 auf S. 25 lautet demgemäß wie folgt:

"Bescheidenheit hilft uns, immer auf ein anständiges und ordentliches Äußeres zu achten und uns dementsprechend zu verhalten. Wenn wir uns hervortun oder ungebührlich die Aufmerksamkeit auf uns lenken, gewinnen wir keine Herzen, mit einem „stillen und milden Geist“ hingegen schon. (Lies 1. Petrus 3:3, 4; Jer. 9:23, 24)."

Im Lichte solch kleinkariert/kleinlicher Benimmregeln, die insinuieren, die rechts abgebildeten Personen seien aufgrund ihrer nicht-WTG-politisch korrekten Frisuren und Kleidung "schlechte, unbescheidene  Menschen" stellt sich die Frage: Gibt es für die WTG wirklich keine größeren – echten – Probleme, so dass sie solche Nebenkriegsschauplätze eröffnen zu müssen glaubt? Wie wäre es, junge Menschen, die bereit sind, einen Teil ihrer Zeit dafür zu verwenden, in einen "Königreichssaal" zu kommen, um dort mit "Jehovas Zeugen" "Gemeinschaft zu pflegen" – Zeit, die sie auch anderweitig verbringen könnten wie z. B. für Freizeit, "Entspannung" und "Unterhaltung" – dafür zu loben anstatt an Äußerlichkeiten herumzumäkeln? Welch einen kleinlichen, mürrischen, spießbürgerlichen und unwirschen Geist verraten solch engherzige Mikromanagementanweisungen? Liegt es u. U. hieran, dass so viele junge "Zeugen Jehovas" "die Lust verlieren" und der WTG den Rücken kehren?

Durch ihr pausenloses und penetrantes Aufstellen teils kleinlichster Kleidungsvorschriften, die größtenteils auf den persönlichen Meinungen Einzelner beruhen, erfüllt die WTG den Tatbestand des "Zurückkehrens zu den schwachen und armseligen Elementen" (Gal 4,9) sowie des Auferlegens eines "Joches der Sklaverei" (Gal 5,1).

Zur Abhandlung von Regelverstößen gegen ihre Anweisungen betreffs "Äußerer Erscheinung" hat die WTG in ihrer Disposition S-337a-16 vom Mai 2015 auf S. 3 und 4 folgende aus juristischer Sicht bedenkliche Direktiven erlassen – Großschreibung zur Hervorhebung hinzugefügt:

"Manche Brüder neigen zu femininen Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen[.] Manche Schwestern haben männliche Frisuren oder Kleidungsarten übernommen[.] Da dieses Verhalten in der Welt populär ist, sind sich einige der unpassenden Botschaft, die sie damit vermitteln, nicht bewusst[.] Sorgt für liebevolle Unterstützung[.]

Beachtet bitte zwei betroffene Bereiche innerhalb der Bruderschaft[.]

(1) Die Tendenz sich im sogenannten Unisex-Stil zu kleiden, was üblicherweise eng anliegende Jacken und Hosen einschließt, die den Körper betonen sollen[.]

(2) Das Bekunden von femininen Eigenschaften wie z. B. in der Haltung, Körpersprache oder im Sprachgebrauch[.]

Schwestern sollten ebenfalls eng anliegende oder offenherzige Kleidung vermeiden. 1. Titus 2:9,10

Wenn euch Brüder oder Schwestern auffallen, deren Kleidung oder Verhalten die Extreme der Welt widerspiegeln, bietet bitte freundlichen Rat mit dem Bemühen SIE… ZURECHT ZU BRINGEN.…

Jeder Christ, der die bereits erwähnten Extreme bezüglich Kleidung und Verhalten oder geschlechterübergreifende Eigenschaften an den Tag legt, sollte NICHT FÜR DEN BETHELDIENST oder DIE SCHULE FÜR KÖNIGREICHSVERKÜNDIGER vorgeschlagen werden. Stellt die Ältestenschaft außerdem bei Brüdern oder Schwestern ein flagrantes und absichtliches Nichtbeachten von mehrfach erteiltem Rat fest und die Kleidung sowie das Verhalten des-/derjenigen stört die Versammlung, können die Ältesten bestimmen, dass diese Person nicht länger für die Teilnahme am Predigtdienst geeignet ist. In solch seltenen Fällen würde keine öffentliche Bekanntmachung erfolgen."

Die Anweisung, "keine öffentliche Bekanntmachung erfolgen" zu lassen ist im Lichte der Subjektivität der zuvor aufgelisteten Kriterien zu erklären. Eine Person aufgrund ihrer natürlichen, angeborenen Art zu sprechen oder sich zu bewegen – ihres "natürlichen Habitus" – auf der Basis des Empfindens anderer zu beschuldigen, eine Verhaltensweise des anderen Geschlechts aufzuweisen kann leicht den Tatbestand der Beleidigung, der Diskriminierung und der Verunglimpfung erfüllen. Hier werden der Möglichkeit, persönliches Empfinden, persönliche Mutmaßungen, das Unterstellen von Beweggründen etc. als Grundlage für Aburteilung und "Zuchtmaßnahmen" zu verwenden Tür und Tor geöffnet. Der WTG ist sicherlich bewusst, dass sie bzw. die von ihr mit der Durchsetzung ihrer Direktiven beauftragten örtlichen Hierarchievertreter sich mit ihren o. a. Anweisungen auf rechtlich dünnem Eis bewegen. Durch das Unterlassen des sonst betreffs JEGLICHEN "Fehlverhaltens" üblichen "Öffentliche Bekanntmachung"-an-den-Pranger-Stellens im Falle DIESER spezifischen Szenarien möchte sie (offensichtlich im Sinne einer "Theokratischen Kriegslist") der Möglichkeit, von Betroffenen der Diskriminierung und der öffentlichen Verunglimpfung zur Rechenschaft gezogen werden zu können, einen Riegel vorschieben. Dass dies aufgrund des unter "Jehovas Zeugen" üblichen Getuschels und Geschwätzes übereinander ("Stille Post" – "Weißt du schon das Neueste?...") sowie ihrer "Holier-than-thou"-Attitüde für die Betroffenen nichts ändert versteht sich von selbst.

Die Entscheidung für eine Art Kleidung ist ganz klar eine persönliche Angelegenheit und hat absolut nichts damit zu tun, ob diese Person ein guter Mensch ist oder nicht. Die Obsession der WTG mit der "Äußeren Erscheinung" ihrer Befehlsempfänger zeigt jedem vernunftbegabten Beobachter, in welchem Ausmaß die WTG mit Oberflächlichem anstatt mit Glaubensdingen beschäftigt ist, mit weltlichen Dingen anstatt mit himmlischen. Mit ihren an ihre "Ältesten"-Erfüllungsgehilfen in aller Welt gerichteten Direktiven betreffs der Beurteilung, ob Verhalten und Kleidung eines Mannes "feminin", oder Frisur- und Kleidungsstil einer Frau "maskulin" sind, bürdet sie die peinlich kleinliche und persönliche Meinung ihrer selbsternannten menschlichen Führer Millionen von Menschen in aller Welt als "Theokratisches" – als "Göttliches" – Gebot auf. Im Lichte der Regeln "Große Geister reden über Ideen; mittlere Geister über Dinge; kleine Geister über andere Menschen" muss festgestellt werden, dass sich "Jehovas Zeugen" bzw. ihr oberstes menschliches Leitungsgremium ganz klar in der Kategorie "Ganz kleine Geister" befinden. Mit ihren menschlichen Edikten bezüglich der Beurteilung von Kleidung und Frisur beweist die WTG, dass sie die Ermahnung des Paulus nicht ernst nimmt, der sagt: "Geht nicht über das hinaus, was geschrieben steht, damit ihr nicht persönlich aufgeblasen werdet …" – 1Kor 4,6 laut NWÜ.

Mehr hierzu siehe www.bruderinfo-aktuell.org/index.php/die-neueste-kleideranweisung-der-wtg.

Autorität

Dogma
Organisatorisch

Siehe "Göttliche Autorität".

Babylon die Große

Abwertend
Biblisch
Dogma

Auch "Groß-Babylon" und "Hure Babylon" genannt. In der Offb Bezeichnung für eine gottfeindliche Entität. Laut WTG das "Weltreich der 'Falschen Religion'", die – gestützt auf Offb 17,1 und 19,2 – auch als "Die große Hure" bezeichnet wird. In WTG-Doktrin Synonym für alle Nicht-Zeugen Jehovas-Kirchen, Glaubensrichtungen und -Systeme, die laut WTG Gott ein Gräuel sind und von ihm "Bald" vernichtet werden: Allem voran sämtliche christlichen Kirchen mit ihrer von der WTG besonders geschmähten Geistlichkeit, sodann Islam, Buddhismus, Hinduismus, Judentum, etc., aber auch Philosophie und Esoterik.

Gemäß WTG-"Logik" gilt: "Da 'wilde Tiere' politische Reiche darstellen und 'die Hure' auf einem Tier reitet, kann es sich bei 'der Hure' nicht um ein politisches Reich handeln. Und da es in Offb 18,11fff heißt, 'Kaufleute und Händler' würden angesichts des Falles der 'großen Stadt' trauern, kann es sich bei 'der Hure' auch nicht um das Wirtschaftssystem handeln. Schließlich deuten die Worte ab V. 22 betreffs der Stimmen von Musikern, Künstlern, Bräutigam und Braut, die nicht mehr 'in ihr' gehört werden sollen an, dass es sich bei 'Babylon der Großen' um ein religiöses Reich handelt." Allerdings könnte gemäß einer "anderen Logik" gesagt werden: "Für das Ausüben von Musik, Künsten und zum Abhalten von Heiratsfeiern bedarf es nicht zwingend der Religion, wie in atheistischen Staaten zu sehen ist. Dies würde 'Babylon die Große' als 'Kulturmacht' erscheinen lassen. Auch ist in V. 22 von dem 'Geräusch des Mühlsteins (d. h. Nahrungsmittelproduktion) IN der 'großen Stadt' die Rede – das bezieht sich wohl kaum auf Religion. In V. 23 ist von 'DEINEN Kaufleuten' die Rede – also nicht von 'in der Ferne stehenden'. Dies stellt 'Babylon die Große' eher als eine Handels- und Wirtschaftsmacht dar." Dies zeigt, dass WTG-"Logik" betreffs einer Erklärung der Bedeutung des Symbols 'Babylon die Große' wohl zu einseitig, und zu kurz gegriffen ist, u. a. wohl deshalb, um der WTG "Wir sind 'Die einzig richtige Religion', alle anderen sind böse, schlecht, 'babylonisch' und 'Falsch'"-Dogma zu bedienen.

Der "Tagextext" vom 20.2.2018 verdeutlicht auf beredte Weise die unsäglich arrogent/schamlose wie dümmliche Selbstüberhebung, mit der die WTG auf alle anderen, von ihr in Bausch und Bogen verdammten "Falschen Religionen" mit dem Finger zeigt und dies dann auch noch voller Stolz rezensiert:

"Die Bibelforscher verstanden [auf der Grundlage der "Anweisung" des damaligen "Präsidenten" Rutherford], dass es nicht genügte, lediglich Verwandten, engen Freunden und Kirchenmitgliedern ihren Standpunkt zur falschen Religion mitzuteilen. Die ganze Welt sollte erkennen, was Babylon die Große wirklich ist: eine religiöse Hure! Daraufhin verbreiteten die wenigen Tausend Bibelforscher zwischen Dezember 1917 und Anfang des Jahres 1918 eifrig 10 Millionen Traktate mit dem Titel „Der Fall Babylons“ — eine schonungslose Anklage gegen die Christenheit. Man kann sich gut vorstellen, wie die Geistlichkeit vor Wut kochte. Doch die Bibelforscher setzten ihr wichtiges Werk unbeirrt fort. Sie waren entschlossen, „Gott, dem Herrscher, mehr zu gehorchen“ (Apg. 5:29)."

Hierzu siehe Jer 14,14; 23,21 et al: "Ich habe die Propheten nicht gesandt, und doch sind sie gelaufen. Ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie geweissagt." Kein Gott hatte "den Bibelforschern" geboten, über andere, ihr nicht genehme Glaubenssysteme das Feuer ihres Zorns auszugießen und deren Führer "vor Wut zum Kochen" zu bringen. Diesen "Auftrag" hat sie sich selbst erteilt bzw. ist ihr vom damaligen "Präsidenten" Rutherford in Folge seines eigenen, innerlich vor-Wut-Zerfressenseins in Eigenregie auferlegt worden. DIESEM "Gott" – nicht aber dem Gott der Bibel"gehorchten" und "Gehorchen" "Jehovas Zeugen" in all ihrem Fingerzeigen und in ihrer selbstgerechten Überheblichkeit anderen Religionen gegenüber.

Betreffs der logischen Konsequenz dieser vitriolischen Hetze siehe "Verfolgung". Es nimmt nicht wunder, dass durch ein solches Verhalten "Der Name Jehovas" international in Verruf kam – "Der Name Gottes wird eurethalben gelästert unter den Nationen", Röm 2,24.

Betreffs eines nichtsektiererischen, ausgewogeneren Verständnisses betreffs "Babylon die Große" schreibt der Theologe Roland Hardmeier in seinem Buch "Zukunft. Hoffnung. Bibel. Endzeitmodelle im biblischen Vergleich" (©Betanien Verlag e. K. Oerlingshausen) auf S. 414-415 (Ausgabe von 2010) folgendes – Großschreibung zur Betonung hinzugefügt:

"Babylon (Offb 14,8; 16,19; 17,5; 18,2.10.21) bezeichnet DIE GOTTLOSE WIRTSCHAFTS- UND KULTURMACHT, wie sie sich in der GRIECHISCH-RÖMISCHEN GESELLSCHAFT DES ERSTEN JAHRHUNDERTS manifestierte und WIE SIE IM LAUFE DER GESCHICHTE IMMER WIEDER VORKOMMT. Das historische Babylon ist im Alten Testament DAS URBILD FÜR DIE WIDERGÖTTLICHEN UND SELBSTHERRLICHEN KULTUREN und der Riesentempels Babylons AUSDRUCK DER MENSCHLICHEN ÜBERHEBLICHKEIT. In der Offenbarung wird Babylon als Gegenbild zur göttlichen Stadt, dem himmlischen Jerusalem (Offb 21,2) die »grosse Stadt« genannt (Offb 14,8; 16,19; 18,10ff). Derselbe Gegensatz wird aufgezeigt, indem sowohl die Gemeinde (Offb 12,1ff) als auch Babylon (Offb 17,3ff) als »Frau« bezeichnet werden. Babylon wird ausführlich dargestellt, weil dadurch die Gemeinde DAS VERFÜHRERISCHE JEDER KULTUR durchschauen und nichts mit ihr gemeinsam haben soll (Offb 18,4)."

Die WTG unterscheidet zwischen dem ihrer Meinung nach in 1919 (siehe daselbst) stattgefundenen "Fall", sowie der von ihr postulierten, nach der "Großen Drangsal" stattfindenden "Vernichtung" "Groß-Babylons". WTG-Zeittafeln hierzu siehe hier.

In ihrer aggressiven, doch völlig an den Haaren herbeigezogenen, frei erfundenen und den Kontext gänzlich ignorierenden Auslegung von Sach 13,4-6 behauptet die WTG, nach der "Vernichtung" "Babylons der Großen" würden religiöse Führer derselben sich zu "verstecken" versuchen; als Beispiel siehe "Der Wachtturm" vom 15.7.2015 S. 15.16 Abs. 5 – Großschreibung zur Hervorhebung hinzugefügt:

"Bedeutet die Vernichtung von Babylon der Großen auch den Tod aller ihrer früheren Anhänger? ANSCHEINEND NICHT. DER Prophet Sacharja beschrieb unter Inspiration diese Zeit. Über jemand, der einst Teil der falschen Religion war, heißt es:… WIE ES SCHEINT, werden sogar einige der Geistlichen es leugnen, jemals religiös oder ein Teil der falschen Religion gewesen zu sein."

Obgleich die WTG selbst sich dieser ihrer Annahmen offenbar nicht sehr sicher ist, wie die Verwendung von "Anscheinend nicht" und "Wie es scheint" belegt, kann sie es dennoch nicht unterlassen, diese vitriolischen, gegen andere Religionen gerichteten Hetzparolen auszugeben, nur um ihre schwarzweißmalerische "Wir die Guten gegen die Bösen dort"-Doktrin zu bekräftigen. Siehe auch "Geistlichkeit (der Christenheit)".

Theologische Kommentare betrachten diese Prophezeiung als auf das "messianische Zeitalter" ab Jesus Christus bezogen; konkret auf die Tatsache, dass nach dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi die altisraelitische Institution des Prophetentums, wie auch das Priestertum, obsolet wurde, siehe Mat 21,43; 23,37.38; Kol 2,14. Für eine spätere "eschatologische" Erfüllung, z. B. während einer heutigen "Zeit des Endes", wie von der WTG propagiert, liegt also im innerbiblischen Rahmen keinerlei Anhaltspunkt vor.

WTG-Auslegung, selbst die "einzig richtige/einzig wahre Religion" und als einzige kein Teil des bösen, satanischen, "hurerischen" Weltreligionssystems zu sein, ist maßlos arrogant, anmaßend, überheblich und egozentrisch/narzisstisch/solipsistisch/omphaloskeptisch; keine einzige heutige Religionsorganisation ist von Gott inspiriert und unfehlbar und kann für sich beanspruchen, die einzig wahre zu sein. Dieser maßlose Anspruch der WTG muss als blasphemische Selbstüberhebung eingestuft und im Lichte von Mat 23,12 gesehen werden: "Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden"; vgl. auch Spr 11,2; 16,18; 18,12.

Babylonisches Exil

Biblisch

Vorchristliche Zeit der Gefangenschaft des "Alten Israel" in Babylon, nach der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier.

Die WTG legt den Beginn dieses Exils in eigenmächtiger Weise auf 607 v. Chr., Historiker und Theologen jedoch auf 587, worüber großer Dissens mit der WTG besteht. Das Jahr 607 v. Chr. ist seitens der WTG nötig, um ihre "1914"-Doktrin aufrechterhalten zu können, nach welcher die in Dan 4 erwähnten "Sieben Zeiten" von 607 v. Chr. bis 1914 A. D. dauern. Siehe "1914".

Gemäß ihrer "Doppelte Erfüllungs"-Doktrin "lehrte" die WTG bis Anfang 2016, die Babylonische Gefangenschaft des "Alten Israel" "schatte" die Zeit von 1918-19 "vor", in der das damalige oberste WTG-Zentralkomitee aufgrund der im siebten Band der "Schriftstudien"-Reihe enthaltenen demagogischen Hetze in der Bundesstrafanstalt in Atlanta/Georgia inhaftiert war. Die in 1919 erfolgte Freilassung des WTG-Zentralkomitees wird als "Neuzeitliche Wiederherstellung der 'Wahren Anbetung'" und "Geburt der 'Neuen Nation'" gefeiert.

Im "Wachtturm" vom März 2016 auf S. 28-31 präsentiert die WTG unter "Fragen von Lesern" "Neues Licht" betreffs ihrer "Gegenbildliche Erfüllung"-Doktrin hinsichtlich der "Babylonischen Gefangenschaft des Volkes Gottes":

"Wann wurde Gottes Volk von Babylon der Großen gefangen gehalten? Diese geistige Gefangenschaft dauerte vom 2. Jahrhundert bis 1919…. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass diese Gefangenschaft im Jahr 1919 endete."

Die "Anzeichen", die angeblich "darauf hindeuten" bestehen einzig und allein in der Tatsache, dass im Jahre 1919 "Richter" Rutherford und die sieben anderen Glieder des damaligen WTG-Zentralkomitees aus der Haft entlassen worden waren. Die hier vorgebrachte WTG-"Logik" besagt also: "Weil im Jahre X dieses und jenes geschah, DEUTET es an und ist ein ANZEICHEN dafür, dass die von uns vorgebrachte Auslegung eines Ereignisses der Antike die richtige ist." Als "Beleg" für diese neue Auffassung wird u. a. auf die Tatsache verwiesen, dass die verdorrten Gebeine aus der Hes 37-Vision "(ganz) verdorrt" waren und deshalb "diejenigen, von denen die Gebeine stammten, schon sehr lange tot [gewesen] sein mussten" sowie, "dass diese Gebeine „das ganze Haus Israel“ darstellen; in der größeren Erfüllung bezieht sich die Prophezeiung auf das „Israel Gottes“ (Gal. 6:16; Apg. 3:21)". Weder Gal 6,1 noch Apg 3,21 geben auch nur einen Hauch einer Grundlage für die willkürliche Hypothese, die Gebeine stellten ein von der WTG postuliertes "Israel Gottes", also die Gesamtheit der von ihr akkreditierten "Gesalbten" mit "Himmlischer Hoffnung" dar. Das zum-Leben-Kommen der Gebeine deutet die WTG als "sehr passende Beschreibung der geistigen Auferweckung des Volkes Gottes, die in den Ereignissen des Jahres 1919 den Höhepunkt bildete." Eine Begründung dafür, weshalb diese Beschreibung "sehr passend" sein soll, bleibt die WTG schuldig.

Im "Wachtturm" vom November 2016 vierter und fünfter "Studienartikel" wurde dieses "Neue Licht" als derzeit offizielle WTG-"Lehre" weiter festgezurrt, indem sich hier die WTG auf megaloman/wichtigtuerische Weise in eine Reihe mit den Erfindern der Druckpresse mit beweglichen Lettern, sowie den "mutigen" Bibelübersetzern des Mittelalters stellt (S. 24-25 Abs. 12-13) und ihre angeblichen Leistungen selbstlobt. Auf S. 30 Abs. 14 präsentiert die WTG ein Sperrfeuer ihrer typischen selbstverliebten, krass omphaloskeptischen und eisegetischen Bibelauslegung, indem sie hier eine "geballte Ladung" an Falschbehauptungen und Irrtümern serviert:

"In Maleachi 3:1-3 (lies) wird die Zeit von 1914 bis in die erste Hälfte des Jahres 1919 beschrieben [völlig aus der Luft gegriffene Behauptung; laut Mat 11,10; Luk 1,76 und Joh Kap 1 wurde dies durch das Wirken Johannes des Täufers und Jesu Christi erfüllt], in der die gesalbtenSöhne Levis“ eine Läuterungsphase erleben würden. Damals kam Jehova, „der wahre Herr“, begleitet von Jesus Christus, dem „Boten des Bundes“, zum geistigen Tempel, um die dort Dienenden zu inspizieren [Reine Mutmaßung. Kein Mensch kann in den geistigen Bereich blicken und bestimmen, was dort wann geschehen ist]. Nachdem sie die nötige Korrektur erhalten hatten, war Jehovas gereinigtes Volk geeignet, eine weitere Dienstzuteilung anzunehmen [allerdings weder von Gott noch von Jesus Christus, siehe Jer 14,14; 23,21; Gal 1,8.9 et al]. 1919 wurde ein „treuer und verständiger Sklave[eisegetisches Gedankenkonstrukt der WTG, siehe daselbst] über den Haushalt des Glaubens gesetzt, um für geistige Speise [dto.] zu sorgen (Mat. 24:45). Jetzt war Gottes Volk vom Einfluss Babylons der Großen befreit [Die "Lehren" der, und Zustände innerhalb der WTG unterscheiden sich hinsichtlich ihrer "Güte" durch nichts von denen anderer Religionen]. Seither ist dank der unverdienten Güte Jehovas ihre Erkenntnis des Willens Gottes und die Liebe zu ihrem himmlischen Vater stets gewachsen. Wie dankbar sie für seinen Segen sind!"

Diese hypothetischen und hochspekulativen Ausführungen der WTG von der angeblichen "Befreiung aus Groß-Babylon" und der "Reinigung des Volkes Jehovas von 1914 bis 1919" sowie der ebenfalls angeblich in 1919 erfolgten "Einsetzung des treuen und verständigen Sklaven" über die WTG muss als das bewertet und zurückgewiesen werden, was es ist: Als völlig aus der Luft gegriffenes Märchen, irr/wirres Phantasieprodukt und reine Wunschvorstellung unvollkommener, fehlbarer Menschen.

Babylonische Gefangenschaft

Biblisch

Siehe "Babylonisches Exil".

Bald

Dogma
Worthülse

Variationen: "Schon bald"; "Sehr bald"; "Doch bald"; "In der nahen Zukunft"; "In Kürze"; "Ist nahe"; "In greifbarer Nähe"; "Steht (kurz) bevor" u. a.

"Magischer", immer wiederkehrender, Mantra-artiger Begriff in WTG-Literatur und -"Belehrung", um die"unmittelbare Nähe" des von allen "Zeugen Jehovas" so sehr herbeigesehnten "Endes dieses Systems" pausenlos und über die Jahrzehnte hinweg gleichbleibend zu beschwören, um das "Dringlichkeitsbewusstsein" aller "Zeugen Jehovas" auf permanentem Hochdruck und in äußerster Daueranspannung zu halten und die "Herde" dadurch auf der Grundlage der Furcht, nicht "Genügend" zu tun, zu nicht nachlassendem, hektisch/panischem Daueraktionismus im Abarbeiten des ihnen von der WTG als den "Willen Gottes" auferlegten Forderungenkatalogs zu halten, allem voran der von der WTG in Tunnelblickmanier zur alles überragenden "Heiligen Kuh" hochgejubelte "Haus-zu-Haus-Predigtdienst". Siehe auch "Blutschuld"; "Wächterverantwortung".

Bereits in 1914 posaunte die damalige WTG vollmundig folgende Ankündigungen betreffs eines  "unmittelbar bevorstehenden Endes" in die Welt hinaus – alle Beispiele aus "Der Wachtturm" von 1914:

S. 59: "Die diesjährige Hauptversammlung in Barmen vom 10. bis 13. April DÜRFTE DIE LETZTE IHRER ART SEIN. Das sagen wir im Glauben an das prophetische Wort."

S. 64: "Wenn auch etliche der lieben Mitgeschwister durch die neuerlichen Ausführungen im Wachtturm in ihrer chronologischen Überzeugung erschüttert oder gar aus dem Gleise geworfen werden mögen, so wissen wir doch, daß dieses eben eine der wirksamsten Prüfungen und Sichtungen bedeutet und solche offenbart, die sich in ihrem Herzen vielleicht nur auf eine gewisse Zeit, anstatt 'bis in den Tod' geweiht haben."

S. 101: "Wenn dieses Jahr vorübergehen sollte, ohne daß die Herauswahl eine besondere Offenbarung göttlicher Gunst durch die Auferstehungsverwandlung von der irdischen zur geistigen Daseinsstufe erfährt, so werden wir wissen, daß wir in unserm Urteil hinsichtlich der Zeit, in welcher dieses glorreiche Ereignis zu erwarten steht, geirrt haben. Es ist noch die Möglichkeit vorhanden, daß wir hinsichtlich der Zeit nicht geirrt haben, wohl aber hinsichtlich der zu erwartenden Dinge."

S. 105, 106: "Bibelforscher haben ABSOLUT KEINEN GRUND, DARAN ZU ZWEIFELN, DASS DER ABSCHLUSS dieses Evangelium-Zeitalters JETZT VOR DER TÜR STEHT…"

Und so ging es "munter weiter", siehe z. B. im "Watch Tower" vom 15.8.1922, in dem in WTG-typischem, "erhobene Zeigefinger Kleinkind-Ermahnung"-Lingo daran erinnert wurde, "wie wichtig es ist, die gedruckte Botschaft eifrig zu den Menschen zu tragen, mit ihnen an den Türen zu sprechen und ihnen zu bezeugen, dass das Königreich der Himmel nahe ist".

Im "Tagestext" vom 21.4.2017 tritt die WTG angesichts der Lächerlichkeit, der Unglaubwürdigkeit und in ihrer "Belehrung" zur bloßen Farce verkommenen Bedeutung des "Bald"-Begriffes gemäß dem Motto "Und jetzt erst recht!" die "Flucht nach vorn" an, indem sie ihren nichtssagenden Dauergebrauch – ein MISSbrauch – dieser Vokabel rechtfertigt – Großschreibung zur Hervorhebung hinzugefügt:

"Wacht beharrlich (Mar. 13:35) Die Gegenwart Christi begann 1914 [falsch, siehe daselbst sowie "Königreich Christi"]. Als seine Nachfolger das erkannten, stellten sie sich ZU RECHT [Falsch: Zu UNRECHT, wie die Geschichte vom bis heute ausgebliebenen 'Ende' beweist] darauf ein, dass das Ende schnell kommen könnte, und steigerten ihren Einsatz beim Verkündigen des Königreiches [was das Kommen des 'Endes' um keine Millisekunde beschleunigte, siehe Röm 9,16]. Jesus hatte jedoch angedeutet, er könnte unter Umständen später kommen als erwartet — sozusagen erst in der Morgendämmerung oder frühmorgens. Wie sollten seine Nachfolger dann reagieren? Er sagte: „Wacht beständig “ (Mar. 13:37). Die lange Wartezeit würde es also nicht rechtfertigen, das Ende innerlich aufzuschieben oder unsere Erwartungshaltung aufzugeben. …Deswegen vertrauen wir Jehova [der WTG] mehr als je zuvor und warten zuversichtlich darauf, dass sich alle seine Verheißungen erfüllen (Jos. 23:14). Jehova hat das Recht, über „Zeiten oder Zeitabschnitte“ zu bestimmen [Gott hat dies wohl – weshalb also maßt sich die WTG immer wieder an, dies in ihre eigene Hand zu nehmen wie z. B. im Falle ihrer 'Überlappende Generation'-Tricktheologie?]. Er hatte uns [seine Jünger des ersten Jahrhunderts] ja ermahnt, in dem Bewusstsein zu leben, dass sich „das Ende aller Dinge“ genaht hat [was sich auf das 70 A.D. erfolgte Ende des jüdischen Äons bezieht, siehe 'Endzeitrede']. …(Apg. 1:7; 1. Pet. 4:7). w15 15. 8. 2:10, 11, 14"

Wenn dann als Folge des permanenten Ausbleibens des von der WTG pausenlos und gleichbleibend für "Bald" vorhergesagten "Eingreifens Gottes in die Angelegenheiten des Menschen" bei "Jehovas Zeugen" Ermüdungserscheinungen und Frustrationen auftreten, dann wird ihnen von der WTG in schöner Regelmäßigkeit vorgeworfen, "Falsche Erwartungen" zu hegen, die sie doch bitteschön über Bord werfen sollen.

Beispiele für WTG-Verwendung der "Bald"-Vokabel (nur Stichproben; Liste ist nicht vollständig) – man beachte die Bezugnahmen auf angeblich "belegende" Bibeltexte, so, als ob diese einen "biblischen Beweis" der vorgebrachten Behauptung lieferten, obgleich diese Verse nichts in dieser Hinsicht beinhalten, siehe das Verzeichnis von der WTG fragwürdig oder falsch angewandter Schriftstellen am Ende dieses Glossars:

Oberstes W