Europäischer Gerichtshof entscheidet – Zeugen Jehovas müssen EU-Datenschutzrichtlinie einhalten 

General view of the buildings of the Court of Justice of the European Communities

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat am 10. Juli 2018 entschieden, dass Zeugen Jehovas sich an die EU-Datenschutzrichtlinien halten müssen. Dies betrifft vor allem die Missionierung an den Türen und damit einhergehend das Anfertigen von Notizen, was eine Form der Datenverarbeitung darstellt. Die Religionsgemeinschaft sei, gemeinsam mit ihren als Verkündiger tätigen Mitgliedern für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten verantwortlich, heißt es im Urteil.

Im September 2013 entschied die Datenschutzkommission aus Finnland, dass die Zeugen Jehovas personenbezogene Daten von Hausbesuchen nur erheben und verarbeiten dürfen, wenn sie sich an die rechtlichen Bestimmungen halten. Die Zeugen Jehovas klagten gegen diese Auflage, der Fall wurde an den EuGH weitergereicht.

Zeugen Jehovas argumentieren, sie machten zwar Notizen zu Namen, Anschriften und Datum des jeweiligen Besuchs, teilweise auch zum Inhalt der geführten Gespräche. Jedoch soll es sich dabei um rein persönliche Notizen der Mitglieder handeln. Die Gemeinschaft als solche erstelle weder eine Datei im Sinne des Datenschutzgesetzes noch greife sie darauf zu.

Hierzu möchte ich auf einen Artikel des Kölner Express hinweisen, der kürzlich über eine groß angelegte Offensive der Zeugen schrieb. Anwohner berichteten, dass Zeugen Jehovas zuhauf im Kölner Süden ausschwärmten und an den Türen klingelten. Die Wohnungsinhaber beobachteten durch die Türspione, wie die Zeugen etwas auf Zetteln notierten.

Ein Sprecher der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Zeugen Jehovas bestätigte auf EXPRESS-Anfrage, dass es eine groß angelegte Predigt-Aktion im Raum Köln gegeben hat. Warum dabei Namen notiert worden sind, konnte er sich allerdings nicht erklären. Dies sei keine Anordnung der Religionsgemeinschaft, hieß es.
Zeugen Jehovas sorgen für Aufruhr − das sagt die Kölner Polizei

Während der Sprecher der Zeugen Jehovas sich nicht erklären konnte, warum man Namen notierte – immerhin war das neue Datenschutzgesetz bereits in Kraft getreten – führten Zeugen Jehovas vor dem EuGH einen Rechtsstreit, weil sie indirekt gerne weiterhin Namen notieren wollen.

Obwohl jeder Verkündigen weiß wie viel Wert und Nachdruck die WTG auf Notizen legt, und auch ermuntert diese Notizen weiter  an andere Verkünder weiter zu geben welche die Nacharbeit durchzuführen haben, behauptet sie öffentlich, “Dies sei keine Anordnung der Religionsgemeinschaft”. Damit hat der einzelne Verkündiger eine Verletzung der Datenschutzverordnung alleine zu verantworten.

Die Religionsgemeinschaft hat sich auch mit § 13 Grundsätze ihrer Neufassung des Statuts “des Wirkens, geistliche Ämter” abgesichert.

(1) Freiwilligkeit und Eigenverantwortlichkeit eines jeden Zeugen Jehovas sind grundlegende Prinzipien der Religionsgemeinschaft. Alle Dienste werden aus religiös motivierter Freiwilligkeit geleistet in dem Bewusstsein, dass es sich dabei um heiligen Dienst zur Ehre und Ver- herrlichung Gottes handelt. Von Gott in den verschiedenen Diensten gebraucht zu werden wird von jedem Zeugen Jehovas als Auszeichnung betrachtet. Dies gilt insbeson- dere für den Predigtdienst, den jeder Zeuge Jehovas als persönliche mit seinem Hingabegelübde gegenüber Jehova Gott übernommene Verpflichtung (1. Korinther 9:16; 2. Korinther 4:13; Galater 6:5) durchführt.

(Amtsblatt von Jehovas Zeugen in Deutschland Nr. 2, Jahrgang 2009)

Für einen Zeugen Jehovas ist völlig klar, dass die Missionierung, ohne personenbezogene Daten zu notieren, nur schwer durchführbar ist – speziell was Rückbesuche betrifft. Zeugen Jehovas lassen sich in der Regel ein persönliches Gebiet aushändigen, dass idealerweise innerhalb eines halben Jahres durchgearbeitet werden sollte. Ein Gebiet umfasst meist einen Straßenblock mit ungefähr 80 bis 160 Wohnungen. Ein Gebiet gilt als durchgearbeitet, wenn man jede Person angetroffen hat. Daher versucht man zu unterschiedlichen Zeiten im Gebiet die Wohnungsinhaber anzutreffen. Hat eine Person kein Interesse, wird dies in den Notizen vermerkt, um nicht wieder vorzusprechen.

Gleiches gilt für Personen, die Interesse gezeigt haben, also eine Publikation entgegengenommen oder sich ein Video angeschaut haben. Auch der Hinweis des Wohnungsinhabers, man hätte gerade keine Zeit, versteht der Zeuge meist als Aufforderung erneut vorbeizuschauen. Dies ist ohne Notizen nur schwer durchführbar, daher müsste der Wohnungsinhaber um Erlaubnis gebeten werden, dass man sich für einen Rückbesuch seine Daten notiert.

Auf Twitter lese ich immer wieder von Personen, die dem Namen nach ausländischer Herkunft sind und das Gefühl hatten, dass Zeugen Jehovas gezielt nur sie persönlich aufsuchen wollten. Sie wurden meist auch in der von den Zeugen vermuteten Muttersprache angesprochen. Für mich als Ehemaligen verwundert dies nicht, da es hier seitens der Organisation sogar einen eigenen Vordruck gibt (Formular S-43). Dieser wird verwendet, um Personen, die nicht im eigenen Gebiet wohnen oder eine Fremdsprache sprechen und dem Anschein nach Interesse haben, die bestmögliche Betreuung zukommen zu lassen. Dieses Formular wird, nach den Angaben der Organisation, „dem Sekretär [über]geben. Er wird die Information innerhalb von ein, zwei Tagen an die entsprechende Versammlung weiterleiten oder an das Zweigbüro […] Es ist wichtig, dass Älteste regelmäßig auf der Website nachsehen. Erfahren sie so, dass jemand besucht werden möchte, ist schnell zu handeln.“ Zu meiner Zeit wurde auch gezielt nach ausländisch klingenden Namen gesucht – der sogenannte „Suchdienst“ -, um diese dann an die jeweilige fremdsprachige Gruppe von Zeugen Jehovas über das genannte Formular zu übermitteln.

 

Die WTG hat vor dem EuGH versucht zu begründen, dass es sich um rein persönliche Notizen der Mitglieder handle und die Gemeinschaft als solche erstelle weder eine Datei im Sinne des Datenschutzgesetzes noch greife sie darauf zu. Ein Zeuge Jehovas weiß dagegen sehr genau, dass die Missionierung und die Art und Weise wie man dabei vorgeht, von der WTG empfohlen und vorgegeben wird. Die Notizen werden unter den Mitgliedern auch herumgereicht, beispielsweise wenn in Gruppen innerhalb der Gebiete missioniert wird.

Daher stellte das Gericht fest:

Insbesondere ist diese Tätigkeit keine ausschließlich persönliche oder familiäre Tätigkeit, für die diese Vorschriften nicht gelten. Der Umstand, dass die Verkündigungstätigkeit von Tür zu Tür durch das in Art. 10 Abs. 1 der Charta der Grundrechte der EU verankerte Grundrecht auf Gewissens- und Religionsfreiheit geschützt ist, verleiht ihr keinen ausschließlich persönlichen oder familiären Charakter, da sie über die private Sphäre eines als Verkündiger tätigen Mitglieds einer Religionsgemeinschaft hinausgeht.
Gerichtshof der Europäischen Union, Pressemitteilung Nr. 103/18

Dass es sich bei der Missionierung nicht um eine private Angelegenheit handelt, ist bereits daran zu erkennen, dass die Missionierung ein Erfordernis für die Taufe eines Zeugen Jehovas darstellt. Auch wird über diese Tätigkeit monatlich an die Organisation berichtet, wozu Vordrucke verwendet werden, die ebenfalls von der WTG bereitgestellt werden.

Der Versuch seitens der WTG, sich am Datenschutzgesetz vorbei zu mogeln, ist aus Sicht der Organisation verständlich, da die Missionierung sich zukünftig deutlich schwieriger durchführen lässt. Hierbei sich aber von den eigenen Anhängern zu distanzieren, in dem man die „Kaltaquise“ lediglich als private und persönliche Ausübung ihres Glaubens hinstellt, ist schon sehr bedenklich, gerade wenn man mit der inneren Struktur der Zeugen Jehovas vertraut ist. Diese Taktik fällt für mich unter den Begriff der „Theokratischen Kriegsführung“ und wurde meiner Meinung nach bereits beim Verfahren zur Anerkennung des Körperschaftsstatus (KdöR) angewandt. Es beruhigt, dass die Richter des EuGH sich in diesem Fall nicht davon beeindrucken ließen und die Vorgehensweise der Zeugen Jehovas erkannt und anscheinend zwischen den Zeilen gelesen haben.

Eine Ausnahme sollte der Christ jedoch stets im Sinn behalten. Als Soldat Christi nimmt er an einem theokratischen Kriegszug teil, und den Feinden Gottes gegenüber muß er größere Vorsicht walten lassen. Die Bibel zeigt deshalb, daß es zum Schutz der Interessen der Sache Gottes angebracht ist, die Wahrheit vor Feinden Gottes zu verdecken.
Wachtturm, 1. August 1960, S. 479-480

Zum Urteil: curia.europa.eu

Quelle: Oliver Wolschke

Mag ich nicht (190)

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16 Kommentare zu “Europäischer Gerichtshof entscheidet – Zeugen Jehovas müssen EU-Datenschutzrichtlinie einhalten 

  1. haraschmi

    seit langer Abstinenz vor allem wegen den sinnlosen Diskussionen bez. TDW möchte ich mal wieder was posten:

    in meiner Funktion als Datenschützer ist mir in den vergangenen Monaten folgendes aufgefallen in Zusammenarbeit mit einigen christlichen (in der Regel evangelischen) Einrichtungen wie Schulen, Pflegedienste und Altenheime:

    1. die Menschen dort sind aufrichtig am Wohl der Personen interessiert - sie helfen, weil sie überzeugt sind zu helfen und Gutes zu tun und das Ganze ohne Hintergedanken irgendjemand bekehren zu wollen. Vor allem helfen Sie Menschen, egal welcher Religionsgemeinschaft. Und helfen bedeutet nicht wie die Ölgötzen hinter dem Trolley zu stehen und ein Käffchen zu trinken, sondern alten Leuten den Hintern abzuputzen, egal ob Moslem, Christ oder Ungläubiger.

    2. obwohl einige mir manchmal am Anfang zugegebenermaßen etwas suspekt vorgekommen sind merkt man im Laufe der Zeit, dass sie deutliche Prinzipien haben und ehrlich und korrekt sind (wie immer wird es hier auch Ausnahmen geben, wie auch bei den ZJ). Ein Wort ist ein Wort und es wird sich daran gehalten.

    3. Mich hat noch NIEMAND nach meiner Religion gefragt, mir NIEMAND irgendein Wisch zum Lesen gegeben und auch NIEMAND auch nur ein Wort von sich auf auf die Religion gebracht.

    4. Sie sind demütig und unvereingenommen, laufen nicht in Anzügen rum und lassen nicht heraushängen, dass sie eine elitäre von Gott eingesetzte Gruppe Menschen sind und spielen sich nicht wie kleine Messiasse auf.

    5. und jetzt zum Thema. Wer die DSGVO liest und z. B. das EKD-Kirchen-Datenschutzgesetz wird zu 90% die Inhalte der DSGVO vorfinden. Wer das Zeugen-Datenschutzgesetz liest, wird sich vor Lachen kaum halten können. Das "Gesetz" ist nichtssagend, schwammig und völlig am Sinn vorbei. Es ist viel zu pauschal gehalten, Aufbewahrungsfristen werden gar nicht genannt, genausowenig findet ein wirklicher Schutz der Daten statt und es wird auch nirgends gesagt, was genau mit Daten geschieht. Na ja Gottes Organisation hat das halt nicht nötig....

    6. Geht ein Zeuge in den Dienst oder kommt ein Verirrter zu den Zeugen am Trolleystand MUSS lt. DSGVO wenn Daten aufgenommen werden über folgende Sachverhalte informiert werden (Auszugsweise: Verantwortliche Stelle, Datenschutzbeauftragter, Rechtsgrundlage der Datenerhebung, Zweck der Datenerhebung, Datenweitergaben, Recht auf Berichtigung, Löschung der Daten etc). Hierzu gibt es Merkblätter die verteilt werden müssen. Egal ob es ein ZJ ist, der Daten aufnimmt oder ein Elternteil, der ein Kind in der KITA anmelden möchte. Datenerhebung ist Datenerhebung... (natürlich nur, wenn wirklich Daten erhoben werden, aber im Haus-zu-Haus-Dienst ist die Adresse, der Name, die Uhrzeit und der Gesprächsinhalt auf jeden Fall eine rechtliche Datenerhebung). Eine Unterlassung wird zur Zeit von den Aufsichtsbehörder nur abgemahnt und nicht sanktioniert, d.h. es gibt keine Strafen, aber das ist zeitlich begrenzt. Mal schauen, wie es in einem Jahr aussieht...

    Das soll keine Werbung für irgendeine Religion sein, nur aufzeigen, dass mir als Insider unter Zeugen sowas auffällt. Sicherlich ist es im Innerverhältnis auch nicht immer rosig, aber im Gegensatz zum Überfreundilchen, oft schmierigen und schleimigen ZJ ist es wohltuend mit solchen Menschen zusammenzusein.

    Haraschmi

  2. David

    Täter des Wachtwurm Wortes,

    der sog. Trolley-Dienst ersetzt als sinnlose Beschäftigungsstrategie für Irregeitete, die weder Gott noch sich selbst kennen, und auch nicht wissen was echter Gottesdienst ist, eingeführt als Ersatz für die Haus zu Haus Belästigungen wo es immer mehr Beschwerden und Anzeigen gab.
    Und -nach eigenen WTG Angaben- zu Werbezwecken um mittels dieser lebenden Litfasssäulen Präsenz im öffentlichen Raum zu zeigen. (Falls jemand den Brief griffbereit hhat kann er ja ein Link setzen).

    Was du als "Angebot" angesprochen wdrden zu können verkaufen willst ist in Wirklichkeit das Verbot aktiv auf die Leute zuzugehen. Sie, die ZJ
    sind zu passivem stumm rumstehen und Stunden schieben im Schichtdienst verdammt.

    Angesprochen werden sie quasi niemals, und wenn dann nur von psychisch kranken, Obdachlosen oder Betrunkenen.

    Und wenn sie von Christen angesprochen werden müssen sie nach kurzer Zeit passen, wegen ihrer mieserablen Bibelkenntnissen und des christlichen Glaubens.

    Einen schönen Vergleich bietet hier in der Stadt fast jeden Samstag. Da ist auf der einen Seite der Fußgängerzone das JW Zelt und nur 30 0der 40 Meter gegenhoüber ein Stand mit dem Spruch "Frieden mit Gott nur durch Jesus Christus". Der JW Stand ist von 11:00 bis 17:00 Uhr ohne jedes Publikumsinteresse. Die 3-er Schichten wechseln 3 oder 4 Male über den Tag. Nieman interessiert sich für sie, man meidet JW.
    Der Jesus Stand hat manchmal eine ganze Menge Leute und den ganzen Tag lebhafte Gespräche und verteilt eine Menge Gratisbibeln.

    Dass ZJ manisch depressive Endzeitsekten Gaukler und Scharlatane sind weiß

  3. Täter des Wortes

    Man sieht warum Jehova seit einigen Jahren im Predigtwerk den Trolleydienst eingeführt hat. Hier werden viele Menschen erreicht. Die Menschen die Interesse haben können von sich aus auf dem Trolley zu gehen und die Verkündigen ansprechen. Die Interessierten können aktiv ihre Adresse hinterlassen und der Datenschutz ist nicht betroffen. Auch wenn Satan immer neue Hindernisse in den Weg lenkt. Das Predigtwerk wird von den Engeln geleitet. Es ist nicht Menschenwerk und hat Jehovas Segen.

    1. marisol

      @TDW (der Heiligen der letzten Tage )    der Trolleydienst sorgt wirklich für viel Abwechslung: Verkündiger aus dem Ruhrgebiet fahren in ihrem letzten Pioniermonat an die Ostsee und stellen sich schon ab 8.00 Uhr morgens an den Strand um ihr Stundenziel zu erreichen.Unabhängig davon, dass nur sehr selten Jemand vorbei kommt,vlt. Mal ein Spaziergänger mit Hund. Was für ein großartiges Zeugnis! Möchtest du wirklich Satan für den europäischen Datenschutz verantwortlich machen, von dem in anderer Hinsicht auch profitiert und Persönlichkeitsrechte geschützt werden? Hab ich wohl falsch verstanden.....

       

       

       

       

    2. marisol

      Noch eine Frage zum Trolleydienst : wie sieht es mit der Unfallversicherung der Verkündiger aus? Nach meinem Kenntnisstand (Unfallverhütungsgestz der ZJ) ist jeder eigenverantwortlich und nutzt das Wägelchen ja lediglich nur. Wenn hier etwas passiert,Bahnhofstreppe, Kantsteine o.ä.zu einem Sturz führen, ist niemand ausser dem Opfer verantwortlich. Wenn der Trolleydienst mit göttlichem Segen stattfindet, wie sieht Jehova denn Diejenigen, die diesen heiligen Wagen bedienen?

      1. M.N.

        Selbstredend wird sich die Org hier wie anderswo schadlos halten, wenn es um Wohl und Wehe ihrer Schäfchen geht. Erwarte bitteschön niemand, dass die WTG für irgendwelche im "Dienst" erlittenen Schäden (gestolpert, ausgerutscht, von Hunden angefallen, von Wohnungsinhaber erschossen ...) aufkommen, oder in auch nur der geringsten Form pekuniär partizipieren wird. Das wäre ja noch schöner – die Org ist doch kein Wohlfahrtsverein! Und genauso wird es nun auch betreffs des Verbots, keinerlei "Haus-zu-Haus-Notizen" mehr zu verwenden, verhalten. Die von ihrer Orgmama weiterhin ohne Unterlass in den Drückerkolonnen-Dogmen- und Produktvertrieb gehetzten Borgs müssen ja irgendwie mit ihrer "Gebietsbearbeitung" zurande kommen, sie können sich nicht Tausende von Datensätzen merken, wo "KI", "NH", "RB" "Nicht vorsprechen", "KEINESFALLS vorsprechen!"  etc. verteilt sind, und so sehe ich jetzt bereits das Szenario am Horizont aufkommen, dass sich zumindest einzelne ZJ in irgend einer Form DOCH Aufzeichnungen machen, und sei es nur als Sprachnotizen auf ihrem Handy – und dann wird der Hammer des Gesetzes mit voller Härte auf diese Schäflein heruntersausen, und die coolen Snobs auf dem coolen Steinfels werden cool sagen "Sorry – damit haben wir nichts zu tun, wir haben denen nicht geboten, 'Haus-zu-Haus-Notizen' anzufertigen; ergo müssen sie diese Suppe selber auslöffeln." Und dann werden diese lieben, eifrigen und gehorsamen Schäfchen im Regen stehen und einen Gerichtsprozess am Hals haben, oder sich zumindest über eine Verdonnerung zu Strafzahlungen etc. freuen dürfen, die sie dann voller Freude begleichen werden, da es ja "eine Ehre ist, um des Namens Jeehoofaas (i. e. der WTG) willen in Unehre gekommen zu sein." Und dies werden sie wieder - und wieder - und wieder tun, denn der "Haus-zu-Haus-Dienst" geht ja immer weiter, bis ans Ende des "jüngeren Teils der 'Überlappenden Generation'", sodann bis ans Ende des 3. Teils, des 4. Teils, ... des n-ten Teils der auf immer und ewig dauernden "ÜL", bis die Sonne verglüht - bloss kein Nachlassen, bloss keine Schwäche zeigen, immer "Dringlichkeitsbewusstsein" zeigen, immer weiter "MEEEEEHR tun" bis ans Ende der Zeit.

        Möglicherweise würde die WTG Schadensersatzforderungen stellen, wenn am drolligen Trolley etwas passiert, z. B. wenn dessen Rädchen geklaut würden oder das Borg-Fernsteuerungsmodul entfernt werden würde, denn der tolle Trolley gehört ja m. W. der Org. DAS ist ja aber auch wirklich wichtig – who cares wenn dem Trolley-Bedienpersonal etwas passiert. Deren Wohlbefinden ist laut dem wt vom 15.12.1985 S. 15 Abs. 18 nur "zweitrangig". Du bist nichts, die Org ist alles …

        Gruß,
        M.N.

    3. Jehu

      Lieber TdW, danke dass du uns hier die Hintergründe für die Straßen-Trolle lieferst. Also doch nur ein billiger Trick, um die Datenschutzbestimmungen auszuhebeln. Interessant.

    4. RoKo an TdW

      Ich erkenne nicht wirklich einen Unterschied zum ehemaligen althergebrachten Straßendienst. Auch dabei konnten Passanten den Verkündiger ansprechen. TdW, die Leute hier sind nicht blöd, auch wenn Du das vielleicht denken magst. Sie waren meist selbst sehr aktive ZJ. Sie kennen alles.

      Der Trolleydienst und auch der Dienst unter den neumodischen Werbeständen wie dieser in Italien http://2.bp.blogspot.com/-5ca-x8QNs3M/U_jWwpepfkI/AAAAAAAAn3Q/qlq9RYB5BVM/s1600/01.jpg ähneln doch sehr Ständen von Parteien im Wahlkampf und ihren Marketing http://www.fdp-hueckelhoven.org/s/cc_images/teaserbox_15015498.jpg?t=1480754734. Jesus Christus sagte, sein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Kein Teil! Da muss man auch kein Marketing der Welt dafür kopieren. Ich lese auf allen Ständen nur JW.org. Also Götzendienst. Von unserem Herrn kein Wort. Er kommt nicht mal in der Namensgebung vor.

      Der Trolleydienst ist vielmehr ein buntes Werbefenster für all die Zeitschriften, die man in Fülle selbst als Verkündiger nicht in der Hand halten kann um sie professionell in der Öffentlichkeit zu zeigen und zum mitnehmen anzubieten. Was bieten Trolleyverkündiger den Suchenden an? TdW, bitte antworte Jetzt!

      Ich mache es für Dich. Einzig Publikationen aus der Traktat und Buchdruckerei of Pennsylvania. Bibeln, Gottes Wort wird nicht verbreitet. Geh doch mal an den Literaturtisch Deiner Versammlung und bestelle für Deinen nächsten Trolleydienst 7 Bibeln. Mach einfach mal. Dann schreibe uns hier, welche Antworten Du bekommen hast. Interessiert mich mal. Ich bereite Dich aber schon mal darauf vor, dass es Probleme geben kann.

      Wie ich es tat und Bibel bestellte ging das alles nicht. Der Literaturdiener holte einen anderen DAG, er diskutierte mit mir, kam aber nicht weiter, holte einen Ältesten dazu, wieder diskutierte man mit mir, dieser holte den VA. Ohne Ergebnis. Keine Bibeln im Straßendienst. Ich könne doch einfach Traktate nehmen wie jeder Verkündiger das mache. So spreche man taktvoll einen Interessierten an! Wenn ich das nicht kann, geht er gern mit mir mal in den Dienst um mir das zu zeigen...

      Allerdings - Ich brauche kein Traktat oder WT oder Erwachet oder Buch oder sonstwas. Ich kann anhand der Bibel lehren, so wie man mich in der Predigtdienstschule schulte. Antwort vom VA: Dann hast du vergangene Stunde nicht aufgepasst, welche Demonstration als wirkungsvoll gelehrt wurde... Meine Antwort, ich meine, wenn man mich so plump herausfordert... 🙂 Kol 4:6 Eure Rede sei stets gefällig, mit Salz gewürzt, damit ihr wißt, wie ihr jedem zu antworten habt. Querverweis zur Lutherbibel: Mat 5:37 Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen. Mein Gegenüber: Weit aufgerissene Augen, Sprachlosigkeit. Kein Wind mehr im Segel. Böser Verkündiger so frech zu werden. Um nicht zu sagen, Antichrist!

      TdW, das Evangelium nennt es Rede- Kein Traktat verteilen!

      LG RoKo

      1. Johnny

        Lieber RoKo,

        ich war selbst jahrelang Literaturdiener. Auch wir hatten die Diskussion, ob wir Biblen pro-aktiv anbieten, sei es im HzH-Dienst oder im Straßendienst. Die Ältesten entschieden ganz klar, daß wir das nicht machen sollen, weil die Bibeln viel zu teuer sind, um sie einfach so zu verschleudern und ausserdem helfen wir damit niemandem. Mit der Bibel allein findet sowieso niemand zur Wahrheit. Ich war anderer Meinung, aus grundsätzlichen Überlegungen heraus.

        Als rauskam, daß ich pro-aktiv Biblen abgab, sagte man mir, das ist Geldverschwendung und selbst wenn jemand aktiv nach einer Bibel fragt, soll man sie nur würdigen Personen überbringen. Was immer das auch bedeuten soll. Nebenbei bemerkt möchte ich noch an die Unmengen alter Wachttürme und Erwachets erinnern, die ich im Altpapier entsorgen musste, weil sie retour kamen und niemand sie haben wollte. Auch Broschüren waren betroffen, obwohl die eigentlich kein Ablaufdatum haben, aber irgendwann hat man halt keinen Platz mehr und dann muss alles zum Müll.

        1. Sliva

          Lieber Johnny,

          Hätte mir damals eine Kollegin nicht eine Bibel gegeben, ohne zu fragen, ob ich der Sache würdig bin, dann hätte ich nie angefangen darin zu lesen, zu forschen und  Liebe zu unserem Schöpfer und seinem Sohn entwickeln können.

          Auf der Straße in der Stadt erlebe ich öfters, dass evangelische Kirche das Testament in Kleinformat an interessierten  Menschen verschenken. Ich habe eine gekriegt und sie begleitet mich oft. UND WIRD GELESEN!!

          Die Menschen haben manchmal das Bedürfnis,  dass jemand ohne Hintergedanken mit ihnen über  spirituelle Dinge spricht. Sie zu zuhören, ohne ja und aber bringt  ihnen Mut, oder ein wenig Erleichterung. Wenn du dies ehrlich, ungezwungen machst, bringt das für sie etwas. Und  dir auch, weil dadurch lernst du auch deine Mitmenschen besser kennen zu lernen.

          Bibel  ja, Zuhörer sein, ja, Ehrlich und ungezwungen mit ihnen INS GESPRÄCH  zu kommen ja.

          Liebe Grusse

          Sliva

           

           

           

           

    5. Ede an TdW und alle

      Der Straßen- oder Trolleydienst ist doch das Beste, was sich ZJ jemals erdacht haben. In fremden Städten spreche ich die Brüder gerne mit gezielten Fragen wie ein Interessierter an, lasse mir die überlappende Generation erklären, was bisher niemand konnte, oder erzählen, woran der Herr seine Diener zwischen 1914 und 1919, als sie noch in geistiger Sklaverei Groß Babylons waren, erkannt hat. Auch die Frage, wer daran schuldig ist, Gott oder der Sklave, wenn der Sklave Gott zuvor nicht richtig verstanden hat und er sich wieder einmal korrigieren muss.

      Und das Tollste ist, die Brüder können nicht weg und müssen antworten. Die Frage, ob ich ein ehemaliger zeuge Jehovas bin, kann ich mit ruhigem Gewissen verneinen.

      Ede

      1. Horst

        Klar Ede, "in fremden Städten" - weil in Deiner Stadt kennen sie dich ja. Und wenn Du kein "Ehemaliger" bist, dann könntest Du ja noch dabei sein und Dich deswegen in Deiner Stadt nicht trauen, sie anzusprechen.

        Und wenn Du mit irgendwelchen 1914 und 1919-Begriffen und der "geistigen Sklaverei Groß-Babylons" und anderen Wachtturm-Formulierungen operierst, erkennen sie Dich natürlich sofort.

        So eine Art "Halb-Zeuge"...da reicht ein einziges Wort. Da haben sie ein sehr gutes Gespür.

        Gruss Horst

    6. M.N.

      Und hier folgt die Übersetzung dieser erneuten TdW-Posse, einschließlich korrigierter Orthographie und fehlender Zeichensetzung:

      Man sieht, warum die JW.Org seit einigen Jahren im von ihr angeordneten Verlagsproduktvertrieb den Trolleydienst eingeführt hat. Obgleich hier kaum Menschen erreicht werden, hätte es die JW.Org gerne so und behauptet es wieder und wieder, obgleich es nicht stimmt. Menschen, die Interesse HÄTTEN, KÖNNTEN von sich aus auf dem Trolley zugehen und die Verkündiger ansprechen, nur tut dies keiner. Die Interessierten KÖNNTEN aktiv ihre Adresse hinterlassen und der Datenschutz wäre nicht betroffen - nur, da keiner Interesse weder an den Trolleys noch an deren Trollen hat, tritt die Datenschutzproblematik ohnehin nicht auf. Somit braucht Satan keine neuen Hindernisse in den Weg zu legen. Die JW.Org-Behauptung, ihr rein menschlicher Verlagsproduktvertrieb würde von den Engeln geleitet, sei nicht Menschenwerk und habe Gottes Segen ist nichts weiter als Ausdruck bloßer Wunschvorstellung seitens der JW.Org-Oberen, denn mit dem wahren Gott und Schöpfer aller Dinge hat die JW.Org  und ihr selbstgestrickter Produktvertriebs-Hochleistungsaktionismus nicht das Geringste zu tun.

    7. Horst

      Ach, TDW ?

      JEHOVA hat den Trolley eingeführt, um die EU-Datenschutzrichtlinie zu umgehen?

      Und die Datenschutzrichtlinie ist ein Hindernis Satans für das "Predigtwerk ?"

      Und der "treue Sklave" hat nicht mal ein Zeitschriftenwägelchen in eigener Regie fertiggebracht ?

      Und wo hat Jesus gesagt "steht untätig rum und wartet, bis Euch jemand anspricht " ?

      Und sowas GLAUBST Du auch noch ?

      Bestes Kabarett, was du hier bietest.

    8. Befreiter einer Idee an: TDW

      Lieber "Täter des Wortes", oh wenn du da mit deiner Sichtweise über den Trolley-Dienst u. ä. nicht einer großen Selbsttäuschung erlegen bist! Entscheidend ist doch wohl Christi Sichtweise, stimmst du mir zu? Und er sieht die Dinge oft völlig anders als Menschen. Es gibt eine alarmierende Bibelstelle, die uns darauf hinweist --  Offenbarung 3:1 u. 2., Zitat aus der NLB: "Ich weiß alles, was du tust und dass du den Ruf hast, lebendig zu sein -- aber du bist tot. Wach auf! Stärke das wenige, das noch übrig ist und kurz davor steht zu sterben. Deine Taten können in meines Gottes Augen nicht bestehen."

      Eine Versammlung, ja sogar eine ganze Religionsgemeinschaft kann äußerlich so aussehen, als hätte sie alles im Griff. Sie mag im Ruf stehen, lebendig und dynamisch zu sein. Sie mag sich sogar selbst applaudieren.

      Doch Jesus sagt ihr: "Du bist tot! Wie kannst du als Lebendiger durchgehen, während du doch ein toter Leichnam bist? Sicher, sicher -- mir ist bekannt, dass die Behauptung über deine angebliche Lebendigkeit kursiert, aber ich sage dir dennoch unverhohlen: Du bist mausetot! Denn deine Aktivität ist nicht gleichbedeutend mit Leben. Du liegst geistlich im Sterben, versuchst aber, dies mit Aktivität und künstlichem Aktionismus (Trolley-Dienst, Traktat- und Einladungs-Aktionen und pi pa po) zu überdecken. Du wahrst nur den äußeren Schein, aber in Wirklichkeit frisst dein geistlicher Verfall dich schon längst innerlich auf. Selbst wenn du meinst - liebe JW.Org - es ginge dir fantastisch - ich, Jesus, durchschaue dich. Du bist deinem Wunschdenken, einem Trugbild von dir, ja einer Selbsttäuschung erlegen. Ich, Jesus, erinnere dich daran: Nicht deine, sondern nur meine Sichtweise über dich zählt und ist richtig!"

       

       

  4. ProJesus

    Das Weiterleiten von Adressen fremdsprachiger Personen an fremdspr. Gruppen und Versammlungen -- ich weiß noch, was das für ein Durcheinander vor ein paar Jahren noch war. Damals war ich noch Ältester, es erschien ein Artikel im Königreichsdienst, dies sei zu tun. Kurz darauf ein offizieller Brief aus Selters und die Meldezettel dafür wurden schnell eingezogen. Nun sollten plötzlich die Verkündiger selbst sich darum irgendwie kümmern, es an fremdsp. Brüder zu melden. Ich weiß noch, wie in unserer Ältestenschaft sehr konträr darüber diskutiert wurde. Wer würde sich wohl schon darum von den Verkündigern wirklich kümmern? Die wenigsten. Letztlich wurde die Verantwortung aber doch auf sich abgeladen und ein schlechtes Gewissen gefördert, wer es nicht privat weiterleiten würde (Menschenleben!). Kurze Zeit später hieß es dann wieder, man solle auch mit fremdsprachigen Personen im Predigtdienst reden. Die Brüder der fremdspr. Gruppen sollten eben selbst weiter Suchdienst durchführen. Wahrscheinlich kennen sich die meisten immer noch nicht recht aus, was eigentlich gewünscht wird: Nebel, Nebel. So kann sich die WTG immer schön rausreden und alles auf die Verkündiger schieben.

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